renovierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)__________________2O./2f.HTai|959
Seltene Handwerke in Gießen.
Eine Llmschau zum Tag des deutschen Handwerks 1939.
GD
früh wach geworden und wollte nun die Engagementsverhandlungen regeln.
Um ins Büro zu gelangen, mußte er am Kassenschalter vorbei, und dort stand Mr. John Griffin — nicht in der sonst üblichen Sportkleidung, sondern im Reiseanzug. Er schien eine Rechnung bezahlt zu haben und wandte sich gerade um, als Mikeny vor ihm stand. Im ersten Augenblick ging es wie Erschrecken über sein Gesicht, dann zuckte er die Achseln und lächelte herausfordernd.
Mikenys Stimmung war ohnehin nicht die beste, und als er dieses unverschämte Lächeln sah, ging seine Wut auf diesen Mann mit ihm durch.
„Darf man hoffen, daß du abreist, oder ist der Gedanke zu schön, um wahr zu sein?" fragte er mit einer Kopfbewegung nach der Hotelquittung, die Mr. Griffin in der Hand hielt.
Dieser vergewisserte sich durch einen Rundblick, daß niemand sie beobachtete, und verwandelte sich aus dem bieder-freundlichen Herrn in den echten Sam Hewitt.
„Du bist schlechter Laune, mein Lieber. Kann ich verstehen nach der Abfuhr, die man dir verpaßt hat."
Mikeny verschlug es für einen Augenblick die Sprache. „Hast du Schuft denn überall deine dreckigen Pfoten?" zischte er wütend. „Was zum Teufel geht dich das an?"
„Mehr als du denkst, mein Söhnchen.' Wenn sie dich auch hat abblitzen lassen, mir ist sie darum doch sympathisch, denn ohne sie könnte ich immer noch nicht aus diesem verdammten Rest heraus"
„Ohne Frau Wegner? Was willst du damit sagen?" fragte Mikeny, von unbestimmtem Schreck ^aftr."©riffins kalte Augen glitzerten in höhnischer Ueberlegenheit. Dieser Kerl hatte ihn zappeln lassen. Bis zu Bitten hatte er sich erniedrigen müssen, er, das Chamäleon, vor dem sonst die Leute gitterten. Run konnte er ihm den Meister zeigen, der auch ohne ihn fertig wurde, und daß ausgerechnet Mikenys frühere Frau ihm dazu verhalf, verlieh der Sache einen besonders pikanten Anstrich.
Griffin hatte ursprünglich heimlich verschwinden wollen wie die Klugheit es gebot Nun er den Kapellmeister so plötzlich vor sichsah,uber^annttn Haß und Trimnphgesuhl. i)ie sonst geübte Vorsicht.
Eine Frau mit Herz
Noman von Hedda Lindner
kopyrlght by Carl Duncker Verlag, Berlkn
31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Gr würde nicht an gebrochenem Herzen sterben, das nd)t Aber anders als bisher sollte sein Leben doch arrden, nahm er sich vor, und es waren diesmal licht die üblichen guten Borsätze, die jeden Spiel- -rlust zu begleiten pflegten; es war ein fester, ern- iir Entschluß.
Als er auf sein Zimmer zurückkam, fand er die Btte der Hotelleitung, im Büro vorzusprechen. Sen hatte die ganze Woche schon auf lhn emge- redet, sein Gastspiel zu verlängern, und er war i-her der Entscheidung ausgewlchen, weil er sich lcht festleqen wollte, ehe die Angelegenheit mit ■iner früheren Frau geklärt war. Jetzt allerdings eite, er weniger Neigung als je, hier oben zu bler- (rt. Das beste war überhaupt, einmal auszuspan- in, dachte er und fühlte ein brennendes Heimweh cch seiner Vaterstadt, nach Budapest. Mal wieder ter den Donaukai bummeln, mal wieder von der i!!cherbastei auf die Stadt hinuntersehen, mal rme- e- in den Kaffeehäusern sitzen, die seine ersten Er- )lse mitangesehen hatten, das war es, was er rsuchte. Vielleicht war das „Claridge emverstan- e-i, daß Sarga die Kapelle dirigierte; unter der foingung könnte er verlängern. Aber das wollte r am nächsten Tage besprechen; heute war er nicht 1 der Stimmung zu geschäftlichen Verhandlungen. Beim Abendkonzert sah er Frau von Boeder. Sie !kg mit einem Herrn ziemlich dicht am Podium orüber, und er setzte schon zu einer Eßenden Verengung an, da wandte sie ostentativ ^en ^ ksi 3
Im ersten Augenblick war er.verblusst dann ihelte er spöttisch, und Margits Laune hatte sch x hrscheinlich noch mehr verschlechtert, hatte sie seine ^Lanken lesen können.
Mm nächsten Morgen erschien Mikeny, der sonst li vor zehn Uhr aufzustehen pflegte, schon "w neun ,\i. in dsr Halle. Er. war nach unruhigem Schlaj
So finden wir z. B. in unserer Stadt noch einen M e t a l l b i l d h a u e r an seinem charakteristischen Arbeitsplatz. Er muß nach den Ergebnissen seiner Arbeit dem Kunsthandwerk zugerechnet werden. Die Arbeitstechnik ist aber stark an das Handwerkliche gebunden. Herr Küchel widmet sich mit aller tiebc der Gestaltung künstlerischen Schmuckes, schöner Erinnerungszeichen und mancher anderen Dinge, die geeignet sind, kulturelles Wollen in den Alltag 3U tragen, oder aber einem persönlichen Geschmack Ausdruck zu verleihen. Wir sahen in seiner Werk- ftatt prächtige getriebene Schalen schön geschnittene
Die Arbeit des Seilers. Aus mehreren Schnüren wird ein Seil.
Hätten wird aber altes Gewerbe noch Holzdrechslerei rig gepflegt. Gerade
als die eif- die- hat
Der Metallbildhauer mit Hammer und Punzen an der Arbeit
trieb erfahren. In den Möbeln, die heute mehr als je in bäuerlicher Art gerne gesehen werden, aber auch in den neuen deutschen Möbeln, die ganz auf Materialgerechtigkeit abgestellt sind, hat die Holzdrechslerei
Die Holzbildhaue- r e i ist in Gießen noch in zwei Werkstätten vertreten, und zwar in den - Werkstätten Kürschner und B e r l e. Von der Holzbildhauerei soll diesmal allerdings weniger die Rede fein, denn wir berichteten schon bei früheren Gelegenheiten darüber. In einer der beiden Holzbildhauerwerk-
Ringe, Schmucksachen in harmonischer Kombination von Metall und Edelstein, gehämmerte und ge- punzte Armreife, Schnallen, Kettchen in phantasie- vollen Formen und vieles andere mehr. Aus allen diesen Dingen, von dem Metallbildhauer selbst entworfen (viele Entwurfsskizzen schmücken übrigens seine Werkstatt) spricht eine sichere und vielseitige handwerkliche Technik Gerade die Technik läßt erkennen, daß der Schöpfer dieser Dinge mit einem inneren Anteil bei seiner Arbeit ist, der jene Kunsthandwerker ausgezeichnet hat, die vor 400 und 500 Jahren den Ruhm deutscher Handwerksarbeit in die Welt trugen.
scr Handwerkszweig neuerdings starken Auf-
Der Kunstglaser am schönen Werkstück.
Der „Tag des deutschen Handwerks", der vom 19. >is 21 Mai die Führer des deutschen Handwerks in Frankfurt a M. vereinigt, lenkt den Blick der Oef- entlichkeit wieder auf diesen Zweig der deutschen L:rtsck)aft, auf das Handwerk, das wir auch als men wesentlichen Teil unseres kulturellen Lebens on Alters her zu betrachten pflegen. Gerade von llters her? Die deutsche Kultur, die seit Jahrhun- orten vom Handwerk mitgetragen wird, spricht ja eute noch in vielen Dingen handwerklichen Schaf- rns zu uns, die einem offenen Auge immer wieder chtbar werden, sei es in einem schön geschnitzten iachwerk, im steingehauenen Ornament, im schmiede- ;fernen Gitter, im vielfach profilierten oder kunst- oll eingelegten Schrank, oder in berückend bunten nrchenfenstern. Wie schön ist es, daß sich unsere leit dieser handwerklichen Kultur wieder entsinnt, aß das Handwerk seine Arbeit neu und deutsch- ewußt beseelt, und wie schön ist es and), daß jetzt ! jeder öfter als in Jahren des Niedergangs der lünftler neben dem Handwerker ehrlich um Ge- izdtungen ringt Doch: tm Laufe der letzten Jahr- ihnte, nicht zuletzt durck) die Industrialisierung, ist manches Handwerk selten geworden. Von einigen liehen seltenen Handwerken, soweit sie in Gießen pd) betrieben werden, soll hier die Rede sein.
ein reiches Arbeitsfeld gefunden. Darüber hinaus werden gegenwärtig viele Beleuchtungskörper aus Holz hergestellt, die burd) ihre einfachen Formen ausgezeick)net gefallen können, und wiederum dem Drechslermeister Gelegenheit bieten, seine Kunstfertigkeit einzusetzen, seine Drehbank schnurren zu lassen. Unser Bild zeigt einen Drechsler- meister von altem Schrot und Korn aus der Werkstatt Kürschner, der sichtlich mit viel Liebe bei seiner Arbeit ist.
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Wer entsinnt sich nicht gerne, wenn einmal die Rede auf die Kunst gl oserei kommt, der herrlichen Glasgemalde in vielen Kirchen unseres deutschen Vaterlandes Zwar kann es nicht Aufgabe der Bleiverglaler bzw. der Kunstglaser unserer Gegenwart fein etwa gleiche Kunstwerke dieser Art anzu- ftreben oder gar nachzsiahmen (dazu wäre kaum eine Voraussetzung mehr gegeben), erfreulich aber ist, daß auch dieser Handwerkszweig wieder ein reicheres Arbeitsfeld findet. In vielen Bauten, z. B. der Wehrmacht, findet man jetzt wieder manche schöne und stilvolle Kunstglaserarbeit, die sowohl dein entwerfenden Künstler, als auch dem aussüh- renden Handwerker alle Ehre macht Die Technik der Arbeit ist mit geringen Unterschieden gegenüber früheren Jahrhunderten fast unverändert geblieben. Nur regiert nicht mehr das kräftig bunte, sondern das fein farbig getönte Glas In Gießen arbeiten Kunstglasermeister Hirz und „G l a s k o n t o r".
Ein seltenes Handwerk, das ausschließlid) praktischen Zwecken dient, ist das Seilerhandwerk. Die einzige Werkstatt dieser Art in weitem Umkreis befindet sich im Besitz des Seilermeisters N e b h u t h, dessen Arbeit sich in einem langen Hos vollzieht, der dafür zur Verfügung stehen muß. Hans- oder Jute- fäden, mehr oder weniger stark, werden dabei über Böcke ausgespannt und mit einem Ende an einer mechanischen Vorrichtung befestigt, mit deren Hilfe und durch Motorkraft jeder einzelne Faden in drehende Bewegung gebracht werden kann. Durck) ein sinnvoll konstruiertes hölzernes Instrument werden dabei die sich drehenden Schnüre zu einem einzigen festen Seil vereinigt, dem eine gehörige Leistung zugemutet werden kann. Das Material muß, je nach dem Verwendungszweck des Seiles, sehr sorgfältig ausgewählt werden. Zur Arbeit des Seilers gehört es übrigens auch, Drahtseile zu bearbeiten, sie zu endlosen Seilen zu verflechten oder aber zu festen Tragschlingen zusammenzuarbeiten, die für eine bestimmte und oft ungeheure Taglast Sicherheit bieten müssen. Eine verantwortliche Arbeit!
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Noch ein sehr interessantes und in unserer Landschaft überhaupt seltenes Handwerk ist in Gießen vertreten: das des Glasbläsers! Die Tätigkeit eines Glasbläsers in unserer Stadt ist durch den starken Verbrauch von Glasgeräten, Glasinstrumenten und Meßgeräten in den Laboratorien unserer Universität verständlich und notwendig. Herr Kühner, ein erfahrener Fachmann und Universalist auf dem Gebiete der Glasbläserei (er stammt aus Thüringen), ist mit seinem .Namen und seiner Arbeit in weitem Kreis der Wissenschaftler deutscher Universitäten bekannt In manchem, wissenschaftlichen Werk ist sein Name genannt, weil er die für manchen neuen wissenschaftlichen Versuchsgang notwendigen und eigens erdachten Glasgeräte durch feine geschickte handwerkliche Tätigkeit erstehen ließ. Manches dieser Geräte ist in wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern bildlich wiedergegeben worden. So entstanden unter seinen Händen viele komplizierte und empfindliche Instrumente, die dem Forscher bei seinem Ringen um neue Erkenntnisse wertvolle Hilfe leisteten. Manches Thermometer mit feinsten Gradeinteilungen und für die Messung extremer
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Mit innerer Anteilhaftigkeit ist der Drechslermeister bei seiner Arbeit.
(Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Temperaturen bestimmt, ging aus seiner Hand hervor.
Ein Blick "in die Werkstatt des Meisters ist eine Ueberraschung. Es bietet sich dem Auge nicht sonderlich viel Glasröhren, Glaskolben, kugelförmige Gebilde, Geräte in verschiedenen Zuständen und ein flackernder Gasbrenner (dessen Flamme durch einen motorischen Luftkompressor zur scharfen Stichflamme getrieben werden Fann), das ist so ungefähr alles! Wesentlich usid ausschlaggebend find die sichere Hand, die untrüglich messenden Augen des Meisters, das Gefühl für das Material „Glas" und dessen Bearbeitungsfähigkeit. Im Zusammenwirken dieser Faktoren und unter dem Einsatz jahrzehntelanger' Erfahrung entstehen hier Röntgenröhren; Kolben, Beckmannsche Thermometer, Destillationshilfsmittel, Vakuumröhren ufw.
Die Arbeit vollzieht sich auf vielfältige, Art Die Glasröhre wird an einer bestimmten Stelle erhitzt, zur Rotglut und Zähflüssigkeit gebracht, sie wird gedreht (fortwährend und gleichmäßig), es wird geblasen und gezogen, so daß sich das Werkstück an der zähflüssigen Stelle erweitert — ganz nach dem Willen des Meisters — und im Erkalten jene Form erhält, die erforderlich und erstrebt ist. Manches Werkstück wandert oftmals über die Flamme wird immer weiter entwickelt, ändert immer mehr und je nach der Zweckbestimmung Form und Aussehen, wird vielleicht mit anderen Teilen verbunden, bis schließlich die endgültige Form gewonnen ist und
Am Werktisch des Glasbläsermeisters.
„Was ich damit sagen wi,?" erklärte er gedehnt, um den anderen noch mehr auf die Folter zu spannen. „Ich konnte doch nicht weg, ehe ich den ,Blue ntai)' nicht über die Grenze kriegte; und es fing an, hier höllisch ungemütlich zu werden."
„Weiter!" drängte Mikeny, als Griffin eine Pause machte.
„Du wolltest mir nicht helfen, obwohl du mir so viel verdankst. Da habe ich ihn einfach der Wegner mitgegeben."
Mikeny starrte ihn an, als ob er chinesisch spräche. Dann begriff er langsam. „Du bist verrückt! Niemals wird sie ..
„Bewahre! So ist das auch nicht gemeint. Sie weiß natürlich nichts davon."
„Das ist ja Quatsch! Ich Idiot falle auf diesen Blödsinn rein!" Mikeny fuhr sich aufatmend nut einem Tuch über die Stirn. „Ihr kannst du keine Geige in die Hand drücken!"
„Eine Geige nicht, aber einen Regenschirm", erklärte Mister Griffin gelassen, und als Mikeny ihn entgeistert mit offenem Mund anstarrte, kostete er seinen Triumph voll aus.
„Sie fliegt doch über Biringen, und dort ist der auch dir bekannte Herr Holk. Die Freundin des ersten Flugleiters verdächtigt niemand, selbst jetzt nicht, da sie alle so verrückt sind mit ihrer Grenzüberwachung. Als ich hörte, daß sie fliegt, habe ich leider ihren Regenschirm zerbrochen; es war gar nicht leicht, der Stock war ziemlich dick. Und natürlich habe ich ihr einen Ersatz überreicht, im letzten Augenblick, sie mußte ihn nehmen, verstehst du?"
„Diamanten — in einem Regenschirm!" murmelte Mikeny verstört.
„Nicht im Schirm", berichtigte Mr. Griffin wohlwollend, „der Griff ist es, ein wunderhübscher Bergkristall. Keine Katze wird auf die Idee kommen, daß dieser Bergkristall ein Rohdiamant ist. Ist doch ein Gedanke, was?"
Er hatte recht, niemand würde vermuten, daß Claudine Wegner, dieser saubere ehrliche Mensch,, der Handlanger eines Verbrechers war. Es war grauenhaft raffiniert und gemein.
Mikeny sah Griffin stumm an. Selbst der abgebrühte Gangster hatte ein unbehagliches Gefühl
vor dem Haß, der ihm aus diesen Augen entgegen» funkelte. „Mach keine Dummheiten!" warnte cc darum. „Wenn du pfeifst, gehst du mit ms Zucht-, haus, darüber bist du dir wohl klar!"
„Ich gäbe zehn Jahre meines Lebens darum, könnte ich dick) auf der Stelle erwürgen", sagte Mikeny leise, aber mit furchtbarer Deutlichkeit.
Griffin hatte längst die Hand in der Rocktasche. „Das wirst du dir verkneifen müssen. Notwehr gibt es auch im Schweizer Gesetzbuch. Und ich weiß wirklich nicht, warum du so ein Theater machst um eine Frau, die von dir nichts mehr wissen will. Um aber deine pietätvollen Gefühle zu schonen, kann ick) dir nur sagen, daß ihr nichts passieren wird. Springer fliegt mit und behält sie im Auge. In Berlin vertauscht er den Schirm mit einem gleichartigen, nur mit richtigem Bergkristall, und die Sache ist ausgestanden. Um halb elf 'geht das Flugzeug." Er blickte aus die Uhr. „Jetzt schaukelt sie wahrscheinlich schon nach Dübendorf, und wenn du heute nachmittag den ersten Foxtrott fiedelst, ist alles erledigt. Ich muß mich jetzt leider von dir trennen — aber wir begegnen uns schon nach maL Bye, bye, mein Junge/ mach keine Dummheiten:" warnte er nochmals, als Mikeny unwillkürlich eine' Bewegung machte. „Sei froh, daß du so leidjt davonkommst, du Kneifer!"
Mikeny lehnte noch an der Wand des Ganges^ als Griffin längst gegangen war. Sein Gesicht mar aschfahl; große Schweißtropfen standen auf seiner Stirn.
Ein Page kam vorbei. „Ist Ihnen nicht gut, Herr? Kapellmeister?" fragte er teilnehmend Er hatte den Mann, der so sck)ön Musik machte und der immer freundlich war, gern.
„Nein! Dock)! Danke!" sagte Mikeny hastig und riß sich zusammen. Er ging mit künstlich gestrafften! Schritten zum Lift und ließ sich nach oben fahren^ Ader in seinem Zimmer angelangt, trugen ihr? seine Beine kaum noch bis zum nächsten Stuhl.
Das Gefühl, das ihn zunächst überwältigt hatte', war Empörung, maßlose, kochende Empörung über die Frechheit, mit der das Chamäleon feinen Wille it durchgesetzt hatte. Aber gleich darauf kam noch rtmas anderes hinzu: Angst! Angst um die Frau, mit der er sich soeben für alle Ewigkeit getrennt hatte.
(Fortsetzung folgt.)


