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wurde sein Name zum erstenmal der weiteren Oeffentlichkeit bekannt. Es folgte eine kurze Tätig­keit als Generalkonsul in Schanghai; eine Stellung, in der er sich so sehr das Vertrauen seiner Kollegen zu erwerben wußte, daß er zum Präsidenten der Internationalen Kommission ge­wählt wurde

Mit der Ernennung zum Chef des Presse­amtes des Regierungschefs rückte Ciano in den engeren Kreis der Mitarbeiter seines Schwie­gervaters ein. Es ist wohl kein Zufall, daß gerade er aus dieser bis dahin verhältnismäßig bescheide­nen Stelle ein Propagandamt machte, das

bald zu einem Unterstaatssekretariat er­höht wurde. Graf Ciano war es, der die außer­ordentliche Bedeutung einer staatlich geleiteten Pro- laganda erkannte und dem Beispiel Deutschlands olgend in Italien einen vollkommen neuen Zweig der staatlichen Hoheitsverwaltung schuf. Diese dem autoritären Staat des 20. Jahrhunderts eigene Form der politischen Erziehung durch den Staat und zum Staat ist auf italieni- chem Boden durch den Schwiegersohn Mussolinis geschaffen worden, und es war daher naheliegend, daß er zum Minister ernannt wurde, als seine Be­hörde zum Ministerium ausgebaut wurde.

Als Propagandaminister konzentrierte er die taatliche Leitung des Fremdenverkehrs, des Licht- piels, des Theaters, Rundfunks und der Presse in einer Hand, und aus dieser Stellung riß ihn der Ausbruch des abessinischen Krieges.

Als Fliegerhauptmann übernahm er das Kommando des GeschwadersLa Disperata".La Disperata" war der Name der faschistischen Sturm­abteilung, die in Cianos Heimat, in Livorno und in der Toscana den Kampf um die Macht geführt hatte, und in diesem Geschwader dienten während des äbessinischen Krieges außer Ciano Roberto Fa- rinacci und der Neffe des Duce, Vito Mussolini. Liest man den Kriegsbericht, den Alessandro Pavo- lini, auch ein alter Faschist, Schriftsteller und Ober­leutnant in Cianos Geschwader über die Taten der Disperata" geschrieben hat, so spürt man deutlich das ganz eigentümlich faschistische Fluidum, in dem politischer und soldatischer Kampf, unbekümmerte Jiiaendlichkeit und Elan die schwer zu definierende Mischung eingeaangen sind, die unter dem Begriff Squadrismo zusammengefaßt wird, und die auf das spezifisch italienische Weltkriegserleben mrückgeht. Es führte eine grade Linie von den Arditi des Weltkrieges zu den faschistischen Sturm­abteilungen und zu diesem neuen italienischen Sol­datentyp, der ohne ein zugleich politisches Ethos nicht vorstellbar ist. Die Beffa, die Ver­höhnung des Gegners durch einen kühnen, über­raschenden Handstreich, der doch mehr ist als nur unbekümmertes Draufgehen, in dem auch jugend­liche Todesverachtung, die der Gefahr spottet, sich äußert, sie entspricht ganz diesem italienischen Ar- diti-Typ. Wie der Vater dieBeffa di Buccari" vollbracht hat, so der Sohn dieBeffa di Addis- Abeba", als er auf dem Flughafen der noch von den Truppen des Neous besetzten Stadt landete und die Hauptstadt des Feindes symbolisch für Italien in Besitz nahm. Aus dem abessinischen Kriege zu­rückgekehrt, wurde Graf Galeazzo Ciano zum Außenminister ernannt ...

Kleine politische Nachrichten.

Reichspressechef Dr. Dietrich empfing im Hotel Kaiserhof führende Persönlichkeiten von Staat und Partei sowie die Berliner Vertreter der Welt­presse. Diese Empfänge dienen dem Zweck, einen persönlichen Kontakt zwischen den Männern des öffentlichen Leben Großdeutschlands und der Presse des Auslandes herzustellen.

Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk wird am Sonntagvormittag 11 Uhr auf dem Tage des deutschen Handwerks in der Festhalle in Frankfurt a. M. sprechen. Die Rede wird durch den Rundfunk übertragen.

In Herzberg an der Schwarzen Elster in Sachsen wurde die neue Anlage des Deutschlandsenders in Dienst gestellt. Reichspostminister Ohnesorge er- öffnete den neuen Sender^

In St. Blasien starb General der Infanterie Friedrich Graf von der Schulenburg, der vom November 1916 bis zum Kriegsende C^f des Stabes der Heeresgruppe Deutscher Kron; »z war. Graf von der Schulenburg zog sich nach dem Kriege auf sein Gut in Mecklenburg zurück. Der Verstorbene gehörte seit 1930 der NSDAP, an und stand im Range eines ^-Obergruppenführers.

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Im Verlaufe einer Urlaubsreise folgt der li­tauische Außenminister U r b s y s einer Einladung des Reichsminister des Auswärtigen, von Ribben- t r o p, zu einem kurzen Aufenhalt in Berlin zur Unterzeichnung des Wirtschaftsvertrages zwischen "Deutschland und Litauen.

Der Stabschef der SA. wird in Wien die ge­samte ostmärkische und südmährische SA. vereidigen. Die Gruppe Donau ist in Wien zusammengezogen, und in den gesamten übrigen Standorten der SA., in der Ostmark und in Südmähren haben sich eben­falls die SA.-Einheiten versammelt, um die Rede des Stabschefs über den Reichssender Wien zu hören. Mit einem Aufmarsch der Gebirgsjäger­standarte 59 in Salzburg findet die Besichtigungs- fahrt ihren Abschluß.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts­druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießern Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Gräfin Edda Ciano, die Tochter des

er des Duce, und Italiens Außenminister Graf Ciano. (Scherl-Bilderdienst^M.)

weil man seine glänzende Karriere, zumal im Aus­lande, zu sehr unter dem Blickwinkel der engen, verwandschaftlichen Beziehungen zum Duce be­trachtet. Nach der Machtübernahme durch den Fa­schismus studierte er, erwarb die Doktorwürde der Universität Rom und bestand mit glänzendem Er­folg das Diplomat-nexamen. Als junger Diplomat war er an den italienischen Botschaften in Bue­nos Aires und in Rio de Janeiro tätig. In einem Artikel über den Grafen Ciano hat Ugo d'Andrea, der selbst dem Vorkriegsnationalismus Corradinis und Federzonis nahestand, angedeutet, daß die Berührung mit den Zentren der italieni­schen Auswanderung in Südamerika dem jungen Diplomaten die sich aus der Emigration ergeben­den, nationalpolitischen Probleme mit besonderer Eindringlichkeit vor Augen geführt hat. Bekanntlich hat die Beobachtung des sozialen Emigrantentums in den Vorkriegsjahren wesentlich zur Ausbildung der Lehre vom Klassenkampf unter den Völkern, den Italien alsgroße Proletarierin" zu führen hätte, beigetragen. Aber es mag dahingestellt blei­ben, ob ein junger Faschist noch dieses besonderen Anstoßes zur Ueberzeugung von der Notwendigkeit nationaler Expansion bedurfte. Immerhin liegt der Gedanke nahe, zumal, wie wir später sehen werden, Graf Cianos Name besonders eng mit der Politik der kolonialen Rivendikationen verknüpft ist.

Als Botschaftssekretär der Italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl heiratet Graf Ciano Mussolinis älteste Tochter Edda, und damals

Eine interessante Schilderung der nicht all­täglichen Laufbahn des italienischen Außen­ministers G r a f C i a n o , der in diesen Tagen zur Unterzeichnung des Mailander Pakts in Berlin eintrifft, gibt Heinz Holldack in denBerliner Monatsheften". Er schreibt: Galeazzo Ciäno wurde 1903 als Sohn des See­offiziers Costanzo Ciano in Livorno geboren. Er erlebte den Weltkrieg also als Knabe. In die em Kriege nahm sein Vater einen märchenhaften Aus­stieg aus einer bescheidenen Stellung. Im Novem­ber 1917 führte Costanzo Ciano mit Mas-Schnell- booten einen tollkühnen Handstreich auf die k. u. k. KreuzerWien" undBudapest" aus, der diese zwang ihre Stellung bei Cortellazzo aufzugeben. Diese Tat brachte ihm den erbliche n G ras en - titel dei Conti di Cortellazzo em Am 1,0. Fe­bruar 1918 unternahm er wiederum mit drei Mas- Booten den nicht minder kühnen Angriff aus den österreichischen Hafen Buccari. Und seither heißt Costanzo Ciano, der zum Admiral befördert wurde, im Volksmundder Held von Buccari . Es ist nicht verwunderlich, daß Galeazzo Ciano als Mitglied einer Familie, deren Ansehen sich auf kriegerischem Ruhm gründet, nach dem Kriege sich der polillschen Gruppe zuwandte, die Italiens nationale Große auf ihre Fahnen geschrieben hatte: be m Fa­schismus. Siebzehnjährig trat er m die faschlsti scheu Reihen ein, und als Zwanzig;ahnger nahm er am Marsch auf Rom teil. Diese politische Aktivi­tät Galeazzo Cianos ist heute beinahe vergessen,

Chamberlain bemäntelt seine Mreisungspolilik

tnus darüber hat Chamberlain sogar anscheinend die Türkei an die Grenzen Deutschlands verlegt. Wenn Chamberlain allerdings die türkisch-englische Abrede als Sicherheitsfaktor auch für den Balkan preist, so dürfte er zu dieser Ansicht ebenso ohne Konsultation mit den zuständigen Balkanstaaten ge­kommen sein wie die Türkei zu ihrem Bündnis.

Moskau besteht auf den Dreimächte-Pakt.

Die Londoner Morgenpresse im Zeichen der verworrenen Lage. Eine zweite Aus­sprache Maistys mit Bansittard.

London, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie die Londoner Morgenpresse meldet, ist der sowjetrussische Botschafter M a i s k y Freitag abend überraschender­weise nochmals ins Außenamt gerufen worden, wo

ficherungen an Polen, Rumänien, Griechen­land ufw. gegeben habe.Wir hatten uns selbst und noch andere davon zu überzeugen, daß wir in der Lage sind, sie d u r ch z u f ü h r e n." Groß­britannien sei daher bestrebt gewesen, die Z u st i ffi= mung anderer Länder zu diesen Zusicherun­gen zu erhalten, die demUnruheherd" näher ge­legen seien als Großbritannien. So sei denn Groß­britannien in Besprechungen mit der Türkei und der Sowjetunion eingetreten. Der Sow­jetunion habe man vorgeschlagen, daß sie gegen­über Polen und Rumänien eine ähnliche Erklärung ab geb en solle wie diejenige, die England selbst und Frankreich abgegeben hätten. Die Sowjetunion habe offensichtlich geglaubt, daß dieses Angebot nicht gegenseitig sei. Er wünsche daher zu erklären, daß die britische Regierung niemals den Wunsch ge­habt habe, yon der Sowjetregierung etwas zu ver­langen, was sie (die britische Regierung) auch nicht selbst zu tun bereit gewesen wäre. Er wolle das Haus daran erinnern, daß Großbritannien nicht den Versuch mache, eine Allianz zwischen sich und anderen Ländern zu schaffen, sondern vielmehr eine Friedensfront gegen die Aggression" (!). In dieser Angelegenheit, diesehr diffizil und sehr delikat" sei, sei ein gewisses Maß von Vorsicht erforderlich.

Die britische Regierung habe gedacht, vielleicht würde die Sowjetregierung bereit sein, ihre Über­einstimmung mit Großbritannien in den Fragen be- kanntzugeben, in denen man habe übereinstimmen können, und daß sie vielleicht bereit sein würde, die weiterreichenden Fragen zu erörtern. Er könne es nur bedauern, daß Potemkin nicht nach Genf gehe. Das fei einer der Fälle, bei denen man empfinde, daß eine Art von Schleier zwischen den beiden Regierungen sei, der äußerst schwierig zu durchdringen sei. Das Abkommen mit der Türkei gehe über das Mittelmeer hinaus und erstrecke sich auch auf die. S i ch e r h e i t auf dem Balkan. Er lege großen Wert auf den gegenseitigen Charakter dieses Abkommens. Es sei befriedigend, wenn man daran denke, daß sich an der Grenze Deutschlands eine große wehrhafte Nation befinde, die gemäß diesem Abkommen verpflichtet sei, Großbritannien Hilfe zu gewähren.

Auf eine Bemerkung Attlees zur Kolonial­frage sagte Chamberlain, daß Großbritannien nicht bereit sei, den Frieden um den Preis von Konzessionen zu erkaufen. Das heiße aber bestimmt nicht, daß Großbritannien sich weigern würde, eine Methode zu erörtern, durch die vernünftige Aspirationen anderer Völker befrie­digt werden konnten, selbst wenn der gegenwärtige Zustand der Dinge in gewissem Umfange berich­tigt werden müsse. Es gebe viele Konzessionen, die sich ohne große Schwierigkeiten machen ließen, wenn man ganz sicher wäre, daß sie nicht dazu ver­wendet würden, um ein strategisches Ziel zu stär­ken, das sich gegen die Freiheiten anderer richte. Die deutsche Regierung habe erklärt, daß sie keiner­lei derartige Absichten habe. Die Schwierigkeit liege aber darin, daß Attlee nicht mit seiner Ansicht allem stehe, wenn er daran nicht glaube. Durch die Eingliederung Böhmens und Mährens in das Deut­sche Reich sei weithin das Gefühl geschaffen worden, daß die Unabhängigkeit keines kleinen Staates sicher sei, wenn dieser dem deutschen Ehrgeiz im Wege stehe.

Der zur Regierung in Opposition stehende konser- vative Abgeordnete Winston Churchill war mit der von Chamberlain gegebenen Auskunft nicht zu­frieden und fand den fowjetrussischen Vorschlag zur Bildung eines dreiseitigen Militär­bündnisses durchaus annehmbar. Die Lage im Osten Europas sieht er so, als ob alle osteuropäi­schen Staaten von einem solchen Militärbündnis entzückt sein müßten. Der frühere Außenminister Eden hielt sich im Tonfall stark zuruck, wünschte aber ebenfalls eine umfassendere Aufklärung über die Sachlage. Für die Regierung wies der Parla­mentarische Unterstaatssekretär Butler Churchills Angriffe zurück. Das Unterhaus vertagte sich dar­auf, nachdem ein Antrag der Opposition den Haushalt des Außenamtes um hundert Pfund herabzufetzen, mit 220 gegen 96 Stimmen abge­lehnt worden war. Der Antrag kam einem ver­kappten Mißtrauensantrag gleich.

Die Ausführungen des englischen Premiers zei­gen sichtlich das Bestreben, seine Politik als kon­struktiv hinzustellen und zu versuchen etwas von dem Porzellan wieder zu arnmenzuflickendas die englische Politik, namentlich in den J naten zerschlagen hat. Dabei wirft er, deutsches Wohlverhalten vorausgesetzt nach °"er englischer Methode einige Koder aus darunter auch die Ko­lonial frage. Woraus sich fchonvon vornherein ergibt, daß wieder einmal die Weiche falsch gestellt wird, weil wieder die alte englische Anmaßung als Sittenrichter anderen erwachsenen Molkern gegen- über auftreten zu können, zutage tritt und Eng­land nicht Benefizien zu verteilen hat, wenn: es sich um längst überfällige englische Leistungenhandelt.

Chamberlain spricht von Staaten die d e m b u - scheu Ehrgeiz zum Opfer gefallen seien. Vor ihm hätte sich selbst ein Benesch ZU fachten brauchen wenn er seinen Staat zum antideutschen Bollwerk' für raumfrembe

unb barnit der Natur und der Geschichte seines Landes Mwtdergehandelt hätte. Wenn die -ngl'sch- Polittk durch ihre Garantieantrage.gewiss- Staaten tn diese'fcj. ^rledenssront" hinemgeholt

$1 m S W 'r'rsS aber unentwegt fortsetzt. Es mag für England be- friedigend fein, an Deutschlands Grenzen em neues Hilfsvolk gewonnen zu haben. In seinem C h

Li. London, 19. Mai.

Die Unterhausaussprache über die außenpolitische Lage wurde am Freitagmorgen eingeleitet durch eine Rede des früheren Ministerpräsidenten Lloyd George. Sie zeichnete sich durch einen besonders scharfmacherischen Ton gegen die autoritären Staa­ten aus, den der Redner für angebracht hielt, um die auf vollen Touren laufende englische Aufrüstung begründen zu können. Lloyd George befaßte sich auch mit den englisch-sowjetrussischen Bündnisver­handlungen und machte der Regierung Vorwürfe.

Ministerpräsident Chamberlain erklärte dann, daß die gegenwärtig von der britischen Re­gierung verfolgte Politik begonnen worden sei, seit­dem Böhmen und Mähren in das Deutsche Reich eingegliedert worden seien. Sie seinicht die Poli­tik der Aufstellung gegnerischer Blocks von Mäch­ten in Europa, die feindselige Absichten hätten". Eine Politik geanerischer Blocks erscheine ihm als völlig unsicher und dahergrundsätzlich gefähr­lich". Es sei aber nicht genug damit, daß man Z u -

er vor seiner Abreise nach Paris mit dem diploma­tischen Hauptberater der Regierung V a n s i t t a r d eine zweite Aussprache gehabt hat.Times" be­richtet, daß Maisky wiederum betont habe, daß seine Regierung auf einem Dreimächtepakt be­standen habe.Daily Telegraph" will wissen, daß der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts am Fei­tag den französischen Kompromihplan erwogen habe. Dieser unterscheide sich von den Sowjetforderungen dadurch, daß der Wunsch der baltischen Staaten geachtet würde, sie nicht durch eine Ga­rantie in das Rampenlicht zu ziehen.

Nach demDaily Herald" sollen- Chamberlain und Lord Halifax jetzt zu der Ueberzeugung gelangt sein, daß die Sowjetvorschläge eines Dreierpaktes sehr ernsthaft als diebestmögliche und auch als die einzige Basis einer Friedensfront" erörtert werden müssen.News Chronicle" meint, daß kein Land Deutschland vor den Kopf stoßen wolle, in dem es zu offen den Wunsch nach Sow­jethilfe ausdrücke. Diese Befürchtung habe anschei­nend auch die englische Regierung beeinflußt. Aber England und Frankreich könnten es sich nicht lei­sten, die Verhandlungen zusammenbrechen zu lassen, daher könnte Sowjetrußland halsstarrig bleiben.

Wir werden morgen und immer siegen!"

Der Duce spricht in Aosta zur italienischen Grenzbevölkerung.

Mailand, 19. Mai. (DNB.) Der vorletzte Tag der Fahrt Mussolinis nach Piemont galt einem Be­such des dicht besiedelten und schon zu Zeiten der Römer als militärischer Stützpunkt bedeutungs­vollen A o st a t a l e s , das Piemont im äußersten Nordwesten mit dem gewaltigen Stock des Mont Blanc verbindet. An der Grenze der Provinz er­wartete ihn eine Abordnung der Bauernschaft mit ihren festlich geschmückten Arbeitswagen, auf denen sie Pflüge, Eggen und andere landwirtschaftliche Maschinen zur Schau gestellt hatten. Auch Kühe und Ochsen hatten die Bauern herbeigetrieben, um sie mit Stolz dem Duce vorzuführen. Mussolini be­sichtigte die Militärschule für Alpinismus. Dann geht es mit nach dem 1500 Meter hoch gelegenen Porta ßittorio, den letzten Ort vor der italienisch- französischen Grenze.

In Aosta besichtige Mussolini dann die Reste der römischen Bauten und begab sich in das Rathaus, von dessen Balkon er zu der versammelten Menge eine Ansprache hielt. Die Piemontesen und die Bewohner des Aostatales verstünden sich daraus, so sagte Mussolini in seiner Rede u. a., ihr Vaterland zu verteidigen. Was viele, ja zu viele Jahrhunderte lang das Privilegium Piemonts allein gewesen sei, das sei jetzt die Aufgabe des ganzen italienischen Volkes. Deshalb blicke Italien ruhig in die Zu­kunft. Es gebe Millionen von Männern, die bereit feien, die.Waffen in die Hand zu neh­men, und es gebe genügend Waffen f ü r diese Männer. Unter Anspielung auf feine Rede in Turin erklärte Mussolini weiter:Ich weiß nicht, welchen der beiden Auswege aus dem Dilemma die Demokratien ergreifen werden, aber man kann annehmen, daß die demokratischen Völ­ker bereits ihre Wahl getroffen haben. Wir warten ruhig ab, wir bereiten uns vor. Vor allem vergessen wir nicht: Wir haben in 16 Jahren die unwiderstehliche Kraft unterer Waf- f e n und unseres Willens bewiesen. Alle, die bis jetzt von den Demokratien beschützt wurden, sind gescheitert." Dann ging Mussolini kurz auf die Siegesparade in Madrid ein und schloß: Ich glaube,

Europas jüngster Außenminister.

daß ihr euch auch meinen tiefen Glauben zu eigen macht: Wir haben heute gesiegt, wir werden mor­gen und immer siegen.

Der Berliner Staatsbesuch Graf Cianos.

Berlin, 19. Mai (DNB.) Der italienische Außenminister, Graf Ciano, trifft, wie bereits gemeldet, am Sonntagvormittag um 11 Uhr zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Berlin ein. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal stattet Gras Ciano dem Reichsaußenminister von Ribbentrop im Auswärtigen Amt einen Besuch ab. Um 14 Uhr gibt der Reichsaußenminister ein Frühstück im Hotel Kaiserhos. Um 20.30 Uhr findet eine Abend­tafel beim Führer in der alten Reichskanzlei statt. Für Montag vormittag ist eine Fahrt zum Berliner Rathaus vorgesehen, wo sich Graf Ciano in das Goldene Buch der Stadt Berlin einträgt.

Um 11 Uhr findet dann der feierliche Unter­zeichnungsakt des deutsch-italienischen Bünd­nispattes in dör Neuen Reichskanzlei statt. Im An­schluß daran verkünden Reichsaußenminister von Ribbentrop und Außenminister Graf Ciano den Abschluß über alle deutschen und ita­lienischen Sender. Gegen 11.30 Uhr emp­fängt der Führer den italienischen Außenmini­ster und den italienischen Botschafter in Berlin in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen in seinem Arbeitszimmer. Um 13 Uhr empfangen die beiden Außenminister die Presse. Mittags gibt Bot­schafter Attolico ein Frühstück. Nach dem um 17 Uhr der italienische Gast Generalfeldmarschall Goring in seiner Wohnung am Leipziger Platz einen Be­such abgestattet hat, werden die Besprechungen im Auswärtigen Amt fortgesetzt. Um 20.30 Uhr gibt Reichsaußenminister von Ribbentrop in seinem Haus in Dahlem ein Abendessen. Graf Ciano wird am Dienstagvormittag vom Anhalter Bahnhof aus Berlin im Sonderzug' wieder verlassen.