Ausgabe 
20.1.1939
 
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Der Führer empfing seine jüngsten Offiziere.

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In Anwesenheit der drei Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile und des Chefs des Ober­kommandos der Wehrmacht empfing der Führer und Oberste Befehlshaber wie schon gemeldet in der Mosaikhalle der neuen Reichskanzlei die Leutnante des Offiziersjahrganges 1938 von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe. Im Anschluß daran waren alle Leutnante Gäste des Führers. (Presse-Jlluftration-Hoffmann-M.)

KreuzerSeydlitz" vom Stapel gelaufen.

Bremen, 19. Jan. (DNB.) In Anwesenheit des Oberbehlshabers der Kriegsmarine, General­admiral Dr. h. c. Raeder, lief auf der Werft der Desckimag-Bremen der auf den Namen Seydlitz" getaufte KreuzerK" vom Stapel. Durch die Namensgebung wird das neue Schiff verpflichtet, die Tradition des ruhmreichen Panzer­kreuzersSeydlitz" fortzuführen. Die Stapellauf­rede hielt Admiral a. D. Förster, Erster Arttl- lerie-Offizier der altenSeydlitz" währen des Well' krieges und späterer Flottenchef in der neuen Kriegsmarine. Der Taufakt wurde von Frau von E g l d y der Gattin des vor zwei Jahren verstor­benen Kriegskommandanten derSeydlitz" voll­zogen. In seiner Rede verwies Admiral a D.F ö r- st e r auf die in großer Zahl erschienenen Männer, die 'm Frieden und im Krieg auf dem Vor- 9 $n 9 er dieses Schiffes D i e n st getan hatten. Zu ihnen gehörten auch der Oberbefehls­haber der Kriegsmarine und er selbst. Sie alle seien dem Führer aus tiefstem Herzen dankbar da­für, daß er für diesen Kreuzerneubau den Namen wres alten geliebten Schlachtkreuzers bestimmt habe. Damit sei auch ein Wunsch erfüllt worden, der sie alle beseelt habe seit dem Sonnwendtage 1919, an dem ihr kriegserprobtes und narbenbedecktes Kren- zerflaggschiff zusammen mit der deutschen Hochsee­flotte durch die entschlossene Tat des Admirals von Reuter den selbstbereiteten Untergang in der Bucht von Scapa Flow gefunden habe. Nach einem kur­zen Rückblick auf den Stapellauf des allen Schlacht­kreuzersSeydlitz" vor 27 Jahren rief Admiral a. D. Förster dem neuen Schiff den Wahlspruch Allen v o r a n" zu, der an dem hintersten Ge­schützturm des alten Schlachtkreuzers gestanden habe. Allen voran", sei dein Wahlspruch in Pflichterfül­lung und Leistung in den Zeiten des Friedens, wenn du als Träger deutschen Wesens und Wollens hinausfährst in die Welt, um das Ansehen Deutsch­lands in der Welt zu stärken und zu schützen; in den Zeiten der Not, wenn es heißt, Leib und Leben einzusetzen für Deutschlands Ehre."

Der neue Kreuzer, für den ursprünglich 15-em- Geschütze vorgesehen waren, wird auf Grund dyr Ende vorigen Jahres mit der britischen Regierung durchgeführten Flottenbesprechungen eine Armie­rung von acht 20L-cw-Geschützen in vier Doppel­türmen erhalten und somit zur Klasse der s ch w e- ren Kreuzer rechnen. Nach den in den beiden Vorjahren vom Stapel gelaufenen schweren Kreu­zernAdmiral Hipper",Blücher" undPrinz Eugen" ist KreuzerSeydlitz" das vierte Schiff Lieser Schiffsklasse.

Ausrüstung der amerikanischen Luftwaffe. Erhebliche Sterrererhöyungen angekündigt.

Washington, 19. Jan. (Europapreß-Funkspr.) Die erste der durch das Riesenaufrüstungsprogramm des Präsidenten Roofevell notwendig gewordenen 14 Aufrüftunasvoklagen wurde am Mittwoch von dem Vorsitzenden des Militärausschusses des Reprä­sentantenhauses, May, eingebracht. Die Vorlage be­antragt die Erhöhung der Luftstreit- kräfte auf 6000 Flugzeuge und 51000 Mann. Ferner werden Maßnahmen für die Be- sckleunigung der Produktion der ame­rikanischen Fluazeugindustrie gefordert. Ferner wurde eine Vorlage eingebracht, die die Regierung ermächtigen soll, zwölf neue Stützpunkte für die Marineluftwaffe im Stillen und Atlanttschen Ozean einzurichten. Die in Frage kom­menden Stützpunkte sind Pearl Harbour aus Ha­waii, die Inseln Wake, Midway, Johnstone, Pal- myria sowie Kodiak auf Alaska, Sitka, San Juan Puerto Rico, Pensacola und Jacksonville sowie die Insel Guam. Dabei läßt man jedoch durch­blicken, daß die Errichtung eines Marinelufthafens auf Guam noch nicht endgültig fei, son­dern noch in Verhandlungen mit Japan mit Bezug auf die Fragen des wefttichen Süllen Ozeans geklärt werden soll. Zur Erleichterung der Finanzierung des Aufrüstungsprogramms plant Präsident Roosevelt eine Reihe von erheb­lichen Steuererhöhungen. In einer Sonderbotschaft an den Kongreß fordert er, daß in Zukunst alles Privateinkommen aus Regierungs- gehältern und künfttgen Regierungsanleihen den allgemeinen Einkommensteuergesetzen der Bundes­regierung und der Regierungen der einzelnen Staa­ten der Union unterworfen werden soll. Das Mchr- einkommen an Steuern, das sich bei dieser Maß­nahme ergeben würde, wird auf 300 Millionen Dol­lar (rund 750 Millionen RM.) im Jahre geschätzt.

Oie Sprengstoffanschläge in England.

Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen in Nordirland.

Dublin, 19. Januar. (Europapreß.) Das Justiz­ministerium hat eine Erklärung über eine Bomben- Explosion in Tralee aus^egeben. Dort war in der Nähe des Hotels, in dem sich gegenwärtig der Sohn des Ministerpräsidenten aufhält, eine Explosion erfolgt. Wie es nun in der Erklärung des Justizministeriums heißt, hat es sich nur um eine kleine Menge Sprengstoff gehandelt, die in einer kleinen Tabakschachtel untergebracht war. Diese Schachtel sei dann in einem Mauerloch, etwa elf Meter von dem Hotel entfernt, zur Explosion ge­bracht worden. Die Explosion sei im Hotel kaum ge­hört worden und habe lediglich einige Fensterscheiben zertrümmert. Das Hotel selbst habe Heinen Schaden genommen. Ministerpräsident de Valero hat sich bei Ministerpräsident Chamberlain durch den irischen Oberkommissar in London, Dulanty, für die Explosion entschuldigen lassen.

Bei Liverp'ool ist auf eine Brücke über den Liverpool-Leeds-Kanal ein Bombenanschlag verübt worden, obwohl die Brücke von mehreren Polizisten Tag und Nacht bewacht wird. Die gesamte Polizei der Umgebung ist aufgeboten worden, da man weitere Anschläge auf die in der Nähe liegen­den Gas- und Elektrizitätswerke befürchtet. Don der Polizei w'rd angenommen, daß die Täter aus Liverpool stammen, da hier die verhältnismäßig stärkste irische Bevölkerung in England lebt Nervo­sität herrsche auch in Glasgow, nachdem an der Clyde-Schiffswerft von Barclay, Curie & Cy zwei , geheimnisvolle Männer gesehen worden sind Man > vermutet in ihnen Attentäter und befürchtet das > Schlimmste für die nicht weit von der Werft ent- jfernt liegende Kraftstation der Clyde-Tal-Elektn- ^zitäts-Gesellfchaft.

Göring 25 Jahre Offizier.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Generalfeldmarschall Hermann Göring begeht am heutigen Tage sein 25jähriges Offiziersjubiläum. Nach der Schulzeit in Ansbach kam er in die Kadettenanstalten Karlsruhe und Lichterfelde. Mit der besten Note besteht er sein Examen. Am 20. Januar 1914 tritt Hermann Göring als Leut­nant in das Infanterie-RegimentPrinz Wilhelm" Nr. 112 in Mühlhausen (Elsaß) ein. Wenige Tage

Der Reichsminister des Innern hat eine Dienst­anweisung für die Standesbeamten erlassen, die auch die für das ganze Reich zum erstenmal einheitlich festgelegten neuen Vor-- ch ritten über die Eheschließung ent- lält. Entsprechend der Anschauung des national» ozialistischen Staates und seiner bevölkerungspoll- ischen Ziele soll die Eheschließung vor dem Stan­desbeamten in besonders feierlicher und würdiger Form vorgenommen werden. In den dazu ergangenen Richtlinien wird empfohlen, das Zimmer, in dem die Ehe geschloffen wird, mit einem Bild oder einer Büste des Führers, mit der Reichs- und Nationalflagge oder den Hoheitszeichen des Reiches und mit Blumen auszuschmücken. Sollte die finanzielle Lage der Gemeinde Ausgaben für Blumenschmuck nicht erlauben, soll den Brautleu­ten gestattet sein, selbst für die Ausschmückung des Zimmers zu sorgen Wenn die Diensträume des Standesbeamten zu diesem Zweck nicht ausreichen, soll die Gemeinde für die Eheschließung einen an­deren würdigen Raum, etwa ein Sitzungszimmer oder das Dienstzimmer des Bürgermeisters zur Verfügung stellen.

Die Feier der Eheschließung (Trauung) vor dem Standesbeamten soll nicht in einer mehr oder we­niger guten Nachahmung kirchlicher Gebräuche be­stehen, sondern eine würdige Gestaltung von besonderer Eigenart erfahren. Eine Verbindung der standesamtlichen Eheschließung mit kultisch-religiösen Feierlichkeiten ist nach den Richt­linien des Reichsinnenministeriums nicht zulässig. Dagegen ist auf Wunsch der Verlobten eine Mit­wirkung von Parteiorganisationen und ihre Teil­nahme oder Spalierbildung vor dem Standesamt durch Parteiorganisationen zulässig. Dem Standes­beamten ist es gestattet, vor oder nach der Ehe­schließung auf die Bedeutung der Ehe und der Fa­milie im nationalsozialistischen Staat kurz hinzu­weisen, falls nicht schon ein Vertreter der Partei dazu gesprochen hat. Das Buch des Führers Mein Kampf" wird gegebenenfalls im An­schluß an die Trauung überreicht werden. Ferner ein Familien st arnrnbuch, soweit dies von den Ehegatten gewünscht wird, das Hausbuch für d i e deutsche Familie, wenn es in der Ge-

Jn Nordirland sind Sicherheitsmaßnahmen ge- ttoffen worden, die außergewöhnlichen Charakter tragen. Nicht nur, daß die gesamte Polizei Nord­irlands unter Sonderalarm steht, ist auch eine 11000 Mann starke R e s e r v e p o l i z e i t r u p p e mobilisiert und zum Teil bewaffnet worden. An allen wichtigen Plätzen der nordirischen Städte stehen Posten, auch die Ueberlandstraßen und vor allem die Grenze werden ständig von Patrouillen überwacht.

Mehr Ehescheidungen in England.

abs. London, 19. Jan. Ein Anwachsen der Ehe­scheidungen innerhalb der ärmeren Bevölkerung Englands auf nahezu das Dreifache wäh­rend des Jahres 1938 ist auf Grund des neuen-eng­lischen Ehescheidungsgesetzes und der Möglichkeit der Inanspruchnahme des Armenrechts eingetreten. Während 1937 im ganzen 2947 Armenrechtsanträge auf Ehescheidung gestellt wurden, wuchs die Zahl im Jahre 1938 auf 6737 Anträge, von denen allerdings nicht alle zur Ehescheidung führten. Nur in etwa einem Drittel der Fälle wurde die Ehe geschieden. Die Vorteile des Armengesetzes liegen darin, daß die Klagen auch am Ort des Klägers durch die örtlichen Gerichte entschieden werden können, während sonst alle Ehescheidungsverfahren nur in London zur Ver­handlung kommen können. Dies bedeutet nicht nur eine Verminderung der Gerichtsspesen, sondern vor allem der Ausgaben, die durch die Bestellung Lon­doner Anwälte, der Vernehmung von Zeugen und dcr Notwendigkeit eines längeren Aufenthaltes in London bis zur Beendigung des Prozesses entstehen.

nach Kriegsausbruch bereits echäU Leutnant Göring als Führer einer schneidig durchgeführten Erkun­dung die Feuertaufe, wenige Wochen darauf trägt er als erster Leutnant des Regiments das E. K. II. Später kommt er zur Fliegerei, nachdem er im Herbst 1915 in Freiburg i. Br. in nur vier Wochen das Pilotenexamen gemacht hat. Bald fügt er einen Luftfieg zum anderen und erhält den Pour le mSrite. Im Juli 1918 wird er Kommandeur des Jagdgeschwaders Richthofen.

meinde zur Ausgabe gelgngt, und ein Gutschein des Reichsverbandes deutscher Zeitungsverleger zum unentgeltlichen Bezug einer von den Ehegatten frei auszuwählenden in dem betreff senden Orte erscheinenden oder stark verbreiteten Zeitung auf die Dauer eines Monats. Auch au; den Ratgeber für Mütter soll empfehlend

Wenn das Essen nicht schmeckt, bei Müdigkeit und Abspannungserscheinungen oder in Genesungszeiten nehmen Erwachsene und Kinder das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin. 3iov

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hingewiesen werden. Andere Bücher, Zeitschriften oder Reklamen dürfen jedoch nicht ausgegeben werden.

Erst auf Grund einer den Eheleuten auf ihren Wunsch sofort auszu stellend en Bescheinigung des Standesbeamten darf der Geistliche die religi­öse Feier der Eheschließung vornehmen. Ehe­leuten, die Ehestandsdarlehen beantragt haben, wird die Eheschließung gebührenfrei be­scheinigt und ferner im Beisein der Ehegatten und der Zeugen ein besonderes Blatt des beim Stan­desbeamten geführten Familienbuchs eröffnet, dessen Eintragungen genehmigt und unterschrieben werden.

Die Dienstanweisung des Reichsministeriums des Innern stellt es den Gemeinden frei, für die Stan­desbeamten eine Amtstracht zu beschaffen, die sich in Schnitt und Farbe von anderen eingeführten staatlichen oder kirchlichen Amtstrachten deutlich unterscheiden muß. Es wird daran gedacht, als ein­heitliche Amtsttacht einen braunen Talar mit braunen Samtbesätzen einzuführen, der durch ein auf der Brust eingesticktes Stadtwappen noch einen be­sonderen Schmuck erhalten kann.

Alle Klagen auf Grund des Armenrechtes werden erst von einem Komitee bearbeitet, das in 94 größe­ren Städten Englands Vertretungen hat.

Rekord-Geburtenüberscfiuh in Italien

Rom, 18. Jan. (Europapreß). Nach einer amt­lichen Mitteilung sind im Jahre 1938 in Italien 1031 193 Lebendgeburten zu verzeichnen gewesen, die h ö chste Ziffer seit 1931. Die Zahl der Todesfälle betrug 606 799. Die Bevölkerungs­ziffer ist damit um 424 394 auf 44 056 000 am 31. De­zember 1938 angewachsen. Der Geburten-Koeffi- zient ist ocn 22,7 je Tausend im Jahre 1937 auf 23,6 je Tausend im Jahre 1938 angeftiegen.

Besserung

der italienischen Außenhandelsbilanz.

Rom, 19. Jan. (Europapreß.) Im technischen Ausschuß des Faschistischen Instituts für Außen­handelt teilte Minister Guarneri mit, die italie­nische Handelsbilanz habe im Jahre 1938 eine be­deutende Besserung durch einen starken Rück­gang des Einfuhr-Ueberschusses aufzu­weisen. Unter Ausschluß des Handelsverkehrs mit den Kolonien habe sich der Fehlbetrag der Bilanz von 5739 Millionen Lire im Jahre 1937 auf 2959 Millionen Lire im vergangenen Jahre ermäßigt. Die Einfuhr fei von 13 592 Millionen Lire auf 10 918 Millionen Lire zurückgegangen, besonders infolge der Verminderung der Getreide-Ein­fuhr. Die Ausfuhr habe sich leicht von 7859 Millionen auf 7959 Millionen Lire erhöht. Guar-

nerie entwickelte dann die Richtlinien, die im Jahre 1939 für die italienische Handelspolitik maßgebend sein werden, um die Ausfuhr zu fördern.

Genfer Sachverständigentagung des Roten Kreuzes.

Genf, 19. Jan. (DNB.) Auf Veranlassung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz haben in Genf Delegierte des Roten Kreuzes aus Deutsch­land, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz und Jugoslawien Empfehlungen ausgearbeitet, die für den Kriegsfall eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz in den neutralen wie in den kriegführenden Ländern sicherstellen sollen. Die Delegierten haben den Wunsch ausgesprochen, daß dem Internatio­nalen Komitee in Genf die unbedingt notwendigen Gelder zur Verfügung gestellt werden, damit seine Tätigkeit in Spanien solange fortgesetzt werden kann, wie es die Umstände erfordern. Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. G r a w i tz, ist in Genf eingetroffen, um mit dem Präsidenten des Internationalen Ko­mitees, Professor Max Huber, Angelegenheiten allgemeiner Art zu erörtern.

Kunst und Wissenschaft.

Die Schweizer Dichterin Maria Wafer f.

3n Zürich ftarb in einem Krankenhause nach längerem Leiden die Schweizer Dichterin Maria Wafer im 61. Lebensjahre.

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Am 15. Oktober v. I. beging Maria Waser ihren 60. Geburtstag. Ihr letztes Buch war der Gedicht­bandDas besinnliche Blumenjahr" mit Aquarellen chrer Schwester Hedwig Krebs. Früher erschienen Sinnbild des Lebens",Begegnung am Abend", bie RomaneLand unter Sternen",Wende" und Die Geschichte der Anna Waser", fernerDer heilige Weg", ein Bekenntnis zu Hellas.

Ailmschauspieler Wosjukiu f.

Der Filmschauspieler Iwan Mosjukin, ein vor den Bolschewisten geflohener Russe, der zur Zeit des Stummfilms auch in Deutschland viel von sich reden machte, ist in einem Pariser Krankenhaus in völliger Armut gestorben. Es war bereits vor einiger Zeit eine Meldung in ausländischen Blattern zu lesen, daß man Mosjukin in eine An­stalt habe bringen müssen. Nun hat der Tod ein Leben beendet, das manchen Wechselfällen unter­worfen, aber auch an Erfolgen reich war. Die alten Freunde des FUms werden sich an die Titelrollen inManolescu" und vor allem inCasanova" erin­nern, die zu den glänzendsten Leistungen des unge­wöhnlich begabten, vielseitigen und temperament­vollen Schauspielers zählten. Mosjukin, der ur­sprünglich Jurist und vor dem Kriege Rechtsanwalt m Moskau war, ist nur 50 Jahre alt geworden. Der russische Akzent, den er nicht ablegen konnte, verbaute ihm später den Uebergang vom stummen Film zum Tonfilm.

Königsberger Lehrgang des Langemarck-Studiums.

In Schloß Bledau bei Cranz fand die feierliche Eröffnung des Königsberger Lehrgangs des Langemarcks-Studiums der Reichs- ftudentenführuna statt. In einer kurzen Feierstunde, an der zahlreiche Vertreter der Partei und chrer Gliederungen, der Universität und der Wehrmacht teilnohmen, sprach Reichsstudentenführer Dr. Scheel und übergab das neue Heim des Lange- marck-Studiums seiner Bestimmung. Am Abend fand eine Kundgebung statt, auf der Reichs- swdentenfiihrer Dr. Scheel wiederum das Wort ergriff.

Aus aller Welt.

Der älteste französische Veteran von 1870 gestorben.

In Cahors in der Normandie ist dieser Tage der älteste unter den überlebenden Teilnehmern am deutsch-französischen Kriege von 1870/71, der frühere Gemeinderat C h a l o n, im hohen Alter von 94 Jahren gestorben. Chalon hatte an den haupt­sächlichsten Schlachten des 70er Krieges teilgenom- men.

Ausgrabungen in Trier.

Gegenwärtig sind in den Trierer Kaiserthermen Ausgrabungsarbeiten im Gange, die eine weitere Freilegung der unterirdischen Kellergänge zum Ziele haben. Diese Kellergänge zeigen das Hei­zungssystem eines anttken Badepalastes. Die Gra­bungsarbeiten in Trier können nur im Winter durchgeführt werden, da die starken Befucherzifiern im Sommer Rücksicht verlangen. Tausende der KdF.-Urlauber lernten bei ihren Führungen auch diese unterirdische Anlage kennen. Die Arbeiten in den Thermen ergänzen die Arbeiten des Winters 1938 im Amphitheater, wo ebenfalls der Keller einer denkmalpflegerischen Arbeit unterzogen wurde.

Grippe-Epidemie in Budapest fordert 200 Todesopfer.

Die Grippe-Epidemie in Budapest hat in ben letzten Wochen gefährliche Ausmaße angenom­men. Fast eine halbe Million Menschen wurde von der Krankheit heimgesucht, die in über 200 Fällen mit dem Tode endete. Aus der Provinz sind dagegen nur vereinzelte Grippefälle bekannt ge­worden.

Wit dem Schrecken davongekommen.

In Bridlingtou in der englischen Grafschaft Yorkshire mußte ein Bombenflugzeug der Luft­waffe, das im dichten Nebel und schwerem Regen die Orientierung verloren hatte, notlanden. Diese Notlandung, die auf einem Golfplatz versucht wurde, mißlang. Das Flugzeug kam auf einem durch den Regen durchweichten Rübenfeld zum Absturz. Die fünfköpfige Besatzung kam mit dem Schrecken davon.

Neues Unwetter in Argentinien.

Die argentinische Provinz Cordoba wurde inner- halb weniger Tage abermals von einem von schweren Wolkenbrüchen begleiteten Unwetter heimgesucht. Mehrere Brücken, Wege und zahl- reiche Telegraphenlinien wurden zerstört. Eine Reihe von Ortschaften ist durch Ueberschwem- m ungen von jeglichem Verkehr abgeschnitten und zahlreiche Häuser zerstört worben. Bis auf einen Fall liegen Berichte über den befürchteten Verlust von Menschenleben noch nicht vor.

Vlattern-Epidemie in Schanghai forderte über 300 Todesopfer.

Die in Schanghai herrschende Blättern- Epidemie ist ttotz allen Vorsichtsmaßnahmen der Gesundheitsbehörden noch nicht zum Stillstand gekommen, breitet sich vielmehr weiter aus Unter den Chinesen sind über tausend Falle festgestellt worden, von denen über dreihundert einen töd­lichen Ausgang nahmen. Don den Gesundheits, behörden wurden verstärkte Abwehrmaßnahmen einaeleitet. Ein großer Teil der Bevölkerung wird kostenlos geimpft.

Die Eheschließung vor dem Standesbeamten.

Würdige Ausgestaltung der Feier. - Amtstracht für den Standesbeamten