Ausgabe 
19.6.1939
 
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ihr das wohl auch tun werdet, diese polnischen Großsprechereien nicht ernst. Sie sind gewissermaßen politische Pubertätserscheinungen, die nach einer gewissen Zeit wieder von selbst verschwinden.

tonhon will, wie der englische Außenminister Lord Halifax vor einigen Tagen noch vor dem Unterhaus erklärte, die Danziger Frage in freundschaftlichen Verhandlungen belgelegl wis­sen. Darum hat auch England Warschau einen Blankowechsel zur Verfügung gestellt und macht augenblicklich den Versuch, dos Reich und Italien einzukreisen, um die Politik von 1914 aufs neue aufznnehmen. Aber man irrt dort, wenn man glaubt, ein schwaches, ohn­mächtiges, bürgerliches Deutschland vor sich zu haben. Das nationalsozialistische Reich ist nicht schwach, sondern stark. Es ist nicht ohnmächtig, es besitzt vielmehr augenblicklich die impo­nier e n b ff e Wehrmacht der Welt. Und es wird auch nicht von feigen Bourgeois regiert, sondern von Adolf Hitler. Des­halb halten wir die Redensarten in Warschau und in London für lauter K l o p f f e ch t e - reien, die mit vielen Worten den Mangel an Macht und an Entschlossenheit verbergen sollen.

Und was bekümmert das euch? Ihr Danziger wollt heim zum Reich! Aus der spontanen Begeisterung, die ihr mir, als dem Abgesandten des Führers, entgegenbringt, spricht die blutsmäßige Verbundenheit des Danziger Volkes mit unserem Großdeutschen Reich, mit unserer deutschen Heimat, spricht aber auch die Entschlossenheit, komme was mag, dem gemeinsamen Vaterland unverbrüchlich die Treue zu halten. Es ist nicht das erste Mol, daß ich euch so vor mir sehe. Vor meiner Erinnerung ziehen vorbei die großen Reichspartei­tage. das Sängerbundes- und das Deutsche Turn- und'Sportfest in Breslau und nicht zuletzt mein vorjähriger Besuch bei euch. Ich will damit nur sagen, daß euer Gefühl der Zusammengehörigkeit mit dem Reich nicht neueren Datums ist, wie das die englische oder französische Presse euch

zu unterstellen beliebt, sondern seit dem Tage ?n euch lebendig ist, an dem euch das schwere Unrecht der Trennung vom Reich angetan wurde. Seid nun überzeugt, daß jeder in Deutschland eure Wünsche kennt, diese Wünsche im tiefsten Herzen teilt und mit der gleichen unbedingten Treue zu euch steht, mit der ihr dem Großdeutschen Reich anhängt.

Das wir also im Reiche wollen, das ist eben­so klar, wie das, was ihr wollt. Der Führer Hal es in feiner letzten Reichstagsrede gänz un­mißverständlich zum Ausdruck gebracht, als er sagte: Danzig ist eine deutsche Stadt u n d 's i e w i l l z u D e u t s ch l a n d. Das sollte die Welt doch, wie man meinen möchte, ver­standen haben. Und die Welt müßte auch aus vergangenen Erfahrungen wissen, daß der Füh­rer keine leeren Worte spricht. Sie befindet sich jedenfalls in einem sehr gefährlichen Irrtum, wenn sie glaubt, daß er vor Drohungen zurück- fchreckt oder vor Erpressungen kapituliert. Da­von kann überhaupt keine Rede fein. Darum dürft ihr, deutsche Männer und Frauen von Danzig, getrost in die Zukunft schauen. Das nationalsozialistische Reich steht an eurer Seite, wieihrzuihm fteht.

Die ganze Welt schaut nun voll Spannung auf diese nächtliche Dolkskundgebung, die ihr auf diesem weiten Platz veranstaltet. Es gibt in Pans und London eine kriegshetzerische Lügenpresse, die be­hauptet, ihr wolltet gar nicht heim zum Reich. Ihr habt ihr am heutigen Abend die richtige Antwort gegeben. Ich nehme sie als Vertreter des Reiches mit tiefem Dank entgegen. Ich bin gekommen, um euch in eurer Entschlossenheit zu bestärken, und nun habt ihr mich gestärkt. Und so fordere ich euch denn auf, auch in Zukunft mutig, tapfer und aufrecht zu bleiben.

Deutschland ist überall da, wo Deutsche stehen, also auch bei euch. So laßt uns denn in dieser fest­lichen Stunde aus übervollem Herzen rufen: Es lebe unser Führer! Es lebe unser deutsches Danzig! Es lebe unser Großdeutsches Reich!

Danzig, pslegeWe deutscher Kultur.

Or. Goebbels unterstreicht die deutsche Kultursendung der Stadt Danzig.

Reichsbevölkerung.

um mehr als 4 v. H. zugenommen.

80 Millionen

Durch Geburtenüberschuß

Berlin, 17. Mai. (DNB.) Nach dem soeben im Statistischen Reichsamt zusammengestellten ersten vorläufigen Ergebnissen der Volks- Zahlung vom 17. Mai 1939 beträgt d i e orts- anwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches ohne M e m e l l a n d , wo die Zählung nicht durchgeführt wurde, 79,6 Millionen Einwoh­ner. Zusammen mit den rund 153000 Einwoh­nern des Memellandes, in dem die Zählung demnächst nachgeholt wird, beziffert sich die Reichs- bevölkerung auf 79,8 Millionen Einwohner. Rech­net man hierzu die rund 6,8 Millionen Einwohner des Protektorats Böhmen und Mähren, so ergibt sich, daß auf dem Gebiet des Großdeutschen Reiches rund 86,6 Millionen Einwohner leben. Gegenüber den letzten Zählungen (Altreich ohne Saarland: 16. 6.1933; Saarland: 25.6.1935; ehemaliges Oesterreich: 22.3.1934; sudetendeutsche Gebiete: 1.12.1930) hat die Reichsbevölkerung (ohne Memelland und das Protektorat Böhmen und Mähren) um rund 3,2 Millionen oder mehr als 4 v. H. zugenommen. Diese Zunahme ist haupt­sächlich auf den Geburtenüberschuß im alten Reichsgebiet zurückzuführen.

Bon'der Gesamtbeoölkerung des Reiches entfallen 38,8 Millionen auf das männliche und 40,8 Millio­nen auf das weibliche Geschlecht. Der Frauen­überschuß ist, wie bei allen Zählungen nach dem Weltkrieg zu beobachten, weiter zurückgegan-

g e n. 1939 fopimen auf je 1000 Männer noch 1050 Frauen gegenüber 1060 im Jahre 1933, 1073 im Jahre 1925 und 1101 im Jahre 1919. Die Bevöl­kerungsdichte ist von 131,0 Einwohnern je Quadratkilometer auf Grund der letzten Zählungen auf 136,4 Einwohner je Quadratkilometer 1939 g e - fliegen. Von den europäischen Staaten weisen lediglich Belgien, die Niederlande, England und Ita­lien eine höhere Bevölkerungsdichte auf. Der abso­luten Bevölkerungszahl nach ist das Reich nach Sowjetrußland der volkreichste Staat Eu­ropas.

Bei feiner Neugründung im Jahre 1871 hatte das Deutsche Reich rund 41 Millionen Einwohner. Nach den Ergebnissen der letzten Dorkriegs- zählung 19 10 betrug die Bevölkerungszahl im damaligen Reich 64,9 Millionen und stieg bis Mitte 1914 auf 67,8 Millionen. Bei der ersten größeren Nachkriegszählung 1 925 wurden auf dem durch das Diktat von Versailles erheblich verkleinerten Reichsgebiet 62,4 Millionen Einwoh­ner ermittelt, bis 1 93 3 stieg die Zahl wieder auf 65,2 Millionen. Durch die Wiedereingliede­rung uralter deutscher Gebiete unter der Führung Adolf Hitlers ist die Bevölkerung des Reiches (ohne Protektorat Böhmen und Mähren) nunmehr auf fast 80 Millionen angewachsen, mit dem Protektorat Böhmen und Mähren auf fast 86,6 Millionen.

Ironlgeneralion und deutsche Jugend.

Alfred Rosenberg sprach auf der Northeimer Tagung der NSKOL.

Danzig, 18. Juni. (DNB.) Am Sonntag sprach Reichsminister Dr. Goebbels auf der die Danziger Kulturwoche abschließenden Kundgebung im Staats- theater. Unter dem stürmischen Beifall der Kund­gebungsteilnehmer dankte Gauleiter F o r ft e r Dr. Goebbels für die am Vorabend gehaltene Ansprache, in der er die unzertrennliche Verbundenheit des Reiches mit Danzig deutlicher, als es jemals ge­schehen sei, zum Ausdruck gebracht und neue Kraft und Zuversicht in die Herzen der Danziger gesenkt habe. Auch für die vielfältige und reichhaltige Unter­stützung der kulturellen Bestrebungen Danzigs, die auf fruchtbaren Boden gefallen sei, brachte er dem Minister den Dank der Kulturschaffenden seines Gaues zum Ausdruck. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte er Dr. Goebbels eine von einem Danziger Künstler angefertigte Uhr aus Bernstein. Der Gauleiter verkündete sodann die Preis­träger des Kunstpreises des Gaues Danzig der NSDAP. Den Preis für Dicht­kunst erhielt der Danziger Ehrenbürger Max Halbe, den Reichsminister Dr. Goebbels noch per­sönlich beglückwünschte, den Preis für Malkunst der Leiter des Städtischen Museums in Danzig, Prof. Drost (für ein kunstgeschichtliches Werk über Dan­zig), den Musikpreis die Komponisten Johannes Hannemann und Alfred P a e t s ch, den Preis für Malerei Prof. Pfuhle und schließlich den Preis für Kunsthandwerk Dr. Bruno Fendrich. Dann nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort.

Es könne wahrhaftig nicht allzu schwer fein, so führte er aus, auch dieses Mal von der innigen Verbundenheit Danzigs mit dem deutschen Vater­lande im Kulturellen zu zeugen. Denn wenn auch politische Grenzen sich zeitweilig verschöben: ewig und unverrückbar seien die Grenzen, dke von Sprache, Rasse und Blut gezogen würden. Stürmi­scher Beifall begleitete jedes Wort des Ministers, als er dann feststellte, daß er sich selbstverständlich hier in Danzig von Deutschland umgeben fühle, daß er mitten im deutschen Volksraum und da­mit nach seiner Auffassung nicht jenseits der deutschen Grenzen weile. Dieser unverrück­baren und unleugbaren Tatsache gegenüber könn­ten beispielsweise wirtschaftliche Erwägungen doch nur eine ganz untergeordnete Bedeutung haben. Hier, inmitten dieser Stadt, erscheine es wie Narre­tei und Wahnwitz, wenn jemand den Versuch machen wollte, den rein deutschen Charakter Dan­zigs abzuleugnen. Die Kultur müsse aufstehen, um vor aller Welt gegen Unverstand und Lüge zu zeugen. Denn die Kultur könne in ihrer durch die Jahrzehnte hindurch stets gleich jugendlichen, ungebrochenen Kraft am ehesten und leichtesten die kurzsichtige Politik des Tages widerlegen.

Im neuen nationalsozialistischen Deutschland gehe der Aufbau der Macht mit dem Aufbau der Kultur Hand in Hand. Buch und Schwert als die Symbole von Geist und Kraft bildeten in unserem Volke eine wunderbare Einheit. Als eine geizige Nation in Waffen träten wir, die neue junge Weltmacht, vor das Gesicht der anderen Völker. Der nationalsozialistische Staat selbst habe die Aufgabe übernommen, über der kulturellen Entwicklung in Deutschland zu wachen. Durch großzügige Förde­rungsmaßnahmen wolle er der Kultur ein freies Entwicklungsleben gewährleisten. Der Staat habe sich gewissermaßen wie der Gärtner betätigt, der das Unkraut ausjäten müsse, damit die echte Frucht wachsen, reifen und gedeihen könne. Die Entwicklung selbst freilich werde auch auf kulturellem Gebiete durch die gesunde Kraft des Volkstums bestimmt. Dieser Entwicklungsprozeß, der sich organisch in Jahren und Jahrzehnten vollziehe, müsse möglichst ungestört bleiben. Nur da, wo eine wahre Dolks- gefahr zu entstehen drohe, müsse man sofort ein« greifen.

Auf dem weiten Feld der Kunst harrten unser eine Fülle von Aufgaben, die Fanatis­mus und Arbeit erforderten. Deshalb appelliere er auch immer wieder an den Fleiß, an die Disziplin, an die reine und ungebrochene Schaffensfreude und die schöpferische Selbstsucht insbesondere des jungen künstlerischen Nachwuchses. Kunst werde nicht geschaffen durch Theorien, das Leben müsse die letzte, entscheidende Auslese vornehmen, die durch keine Schule und durch keine Prüfung ersetzt werden könne. Dem Staate falle deshalb dem Nachwuchs gegenüber nur die Aufgabe zu, dem wirklichen Talent die Möglichkeit zu geben, mit (einen Werken vor die Oeffentlichkeit zu

treten. Dort müßten sich dann die wirklichen Könner und echten Künstler herauskristallisieren und an die Spitze des künstlerischen Schaffens Überhaupt stellen. Die Kunst könne aber auch nicht aus dem Nichts schaffen, deshalb müsse der Staat als Mäzen und Auftraggeber ihr warmherziger Förderer sein.

Wie töricht wirke es, wenn die Demokratien gegenüber unseren kulturellen Leistungen die Behauptung aufstellten, in den autoritären Staaten werde die Freiheit des Gei st es unterdrückt. Gewiß habe diese Freiheit des Geistes bei uns da eine Begrenzung ge­funden, wo sie sich mit den nationalen Interessen stoße. Was aber sei denn für den geistigen Arbeiter angenehmer und ehren­voller: seine geistige Arbeit dem natio­nalen Wohl eines ganzen Volkes oder den anonymen kapitalistischen Interessen einer kleinen Geld­clique unterzuordnen? Jedenfalls könnten wir mit Fug und Recht behaupten, daß der deutsche Geist kaum je eine breitere Entwick- lungsmöglichkeit gefunden habe, als im Zeit­alter des Rationalsozialismus. Es träfe auch keineswegs zu, daß der einzelne, die die indi­viduell bestimmte künstlerische Persön­lichkeit in Deutschland aller Freiheiten und Rechte beraubt wäre, wie die Demokratien der Wett weismachen wollten. Persönlichkeit und Volk ständen sich in Deutschland nicht etwa in diametralem Gegensatz gegenüber, sie bedingten sich vielmehr auf das Sinnvollste. So sei der Künstler die kraftvollste Repräsentation des Kulturbewuhtseins unseres Volkes.

Im übrigen bewiese der Erfolg stets am besten die Richtigkeit eines eingeschlagenen Weges. Unsere kulturellen Leistungen aber brauchten sich vor den Demokratien nicht nut nicht zu verstecken, sondern wir hätten ihnen gegenüber einen Vor­sprung errungen, der gar nicht mehr eingeholt werden könne. Dr. Goebbels erinnerte an die soeben beendete Reichstheaterfe st woche inWien, die den Beweis erbracht habe, daß wir dem großen Ziel des deutschen Volks - und National­theaters wieder einen wesentlichen Schritt näher gekommen seien.

Den Film, der früher das typische Gesicht eines anomymen Geschäftsunternehmens hatte, habe der Nationalsozialismus als ein besonders wichtiges und in der Wirkung tiefgreifendes Erziehungs­instrument des Volkes seiner Führung unterordnen müssen. Er sei davon überzeugt, daß gerade wir Deutschen aber auch den letzten entscheidenden Vor­stoß zuili künstlerischen Film machen würden. Der Rundfunk fei ein charakteristischer Ausdruck des 20. Jahrhunderts, und bei seinem Einfluß auf die öffentliche Meinung und Bildung verlange er ge­bieterisch nach der Führung durch den Staat selbst. Gr. Goebbels gedachte dann der Reichsmusik- f e st t a g e in Düsseldorf, die aufs neue vor Augen geführt hätten, daß fein Land und kein Volk der Welt einen solchen Schatz an wirklich großen musi­kalischen Meistern aufzuweisen habe wie gerade wir Deutschen. In jeder Beziehung- habe Deutschland seinen Rang als erstes Musikland der Welt gewahrt und behauptet.

Im guten Buch habe der Nationalsozialismus von seinem Anfang an eine starke Waffe für die neue Volksgestaltung und eine Quelle der geistigen Kraft der Nation gesehen. Außerordentlich groß sei die ständig wachsende Anteilnahme des deutschen Arbeiters am guten, und zwar gerade am politischen Buch. Das zeige sich vor allem in dem rapiden Auf­schwung der deutschen Werkbüchereien. Auch das deutsche Buch sei längst über den Bezirk einer klei­nen, literarisch interessierten Gemeinschaft heraus- gehoben und zur Sache der ganze nNation gemacht worden. Ein Volk aber, das feine Bücher hebe, beweise damit, daß es seine geistige Existenz in der Welt behaupten wolle. Mit dem Bekenntnis zum guten Buch verband Dr. Goebbels ein Bekennt­nis zur deutschen Sprache als zu einem nationa­len Heiligtum. Man müsse sorgfältig und liebevoll mit ihr umgehen, und erster Grundsatz des Sprach­gebrauchs müsse stets die Forderung nach Klarheit sein.

Ha n n o o e r, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Bei der Eröffnung der Reichsarbeitstagung der NSKOV. in Northeim gab Reichskriegsopferführer Oberlindober einen Rückblick auf die erfolg­reiche Arbeit der Organisation für die Versorgung und Betreuung der im Kriege Verletzten und der Hinterbliebenen der Toten. Heute erlebe der kriegs- beschädigte Soldat von einst die Genugtuung, Kin­der und Eltern unserer Toten wirtschaftlich gesichert zu sehen. Mit der NSDAP, zusammen­zuarbeiten und ihre Weltanschauung durch Taten in den eigenen Reihen zu erhärten, sei für die NSKOV. nicht ein Entschluß aus Gründen der or­ganisatorischen Zweckmäßigkeit gewesen, sondern ein Befehl des Gewissens. Das Braunhemd, das die marschierenden Kolonnen der NSKOV. feit einigen Wochen an le gen, trügen sie darum als Ehrenkleid mit gleichem Stolz wie einst den feldgrauen Rock.

Als Vertreter des Reichsarbeitsminist^ums hob Ministerialdirektor Dr. Engel die bedeutenden Fortschritte hervor, die in den letzten Jahren in der Versorgung erreicht worden sind. U. a. nannte er die AusdehnungdereinfachenAusgleichs- Zulage auf alle Beschädigten und Hinterbliebenen, die Erhöhung der Einkommensgrenze bei Anwen­dung der Ruhensvorschriften sowie die Beseitigung der Notverordnungen von 1930 und 1932. Durch die am 1. Juli 1939 in Kraft tretende Krankenver­sicherung der Kriegshinterbliebenen sei die Heilbehandlung in weitgehendem Umfange durch besonders günstige Bedingungen sichergestellt. Dadurch seien die Witwen, Waisen und Krieger­eltern von einer schweren Sorge befreit worden. Aber noch seien mannigfache Fragen der Verbesse-

Die Leistungen auf dem Gebiet der A r ch i t e k - t u r schließlich zeigten eine ungeheure Viel­gestaltigkeit, die aber doch immer von einem be­herrschenden Geist getragen werde. Der Füh­rer s e l b st, auch in feiner staatsmännischen Schaffensweise den deutschen Künstlern nahe verwandt, gebe der gesamten deutschen Architek­tur die zusammenfassende Planung. In seiner Person sei das gewährleistet, was der Ver­gangenheit überall gefehlt habe: die Einheitlich- keik, die Konzentration der Wittel und die durch­schlagende Kraft der Projekte. So erhalte die aufstrebende Weltmacht des Reiches ihr monu­mentales architektonisches Gesicht, und das deut­sche Volk nehme in seiner Gesamtheit daran Anteil.

Doll Stolz könnten wir auf die Fülle sichtbarer Zeichen eines kulturellen Aufbauwerkes schauen, das einzigartig in der Welt des 20. Jahrhunderts fei. Das deutsche Volk stehe inmitten internatiönaler Hetze und Kriegshysterie sicher und fest in seiner eigenen Kraft, und im Schutze feiner Waffen fei auch unsere deutsche Kultur wieder blühend und groß geworden. Wir seien stolz darauf, daß über dem Reich, feiner Wirt­schaft, feiner Politik und auch seiner Kultur wieder eine starke Wehrmacht stehe, und daß ein starkes Schwert über Deutschland wache.

Als Vertreter dieses starken, mächtigen Reiches, so schloß Dr. Goebbels, sei er nun hierher nach Danzig gekommen, als deutscher Minister in eine in ihrem tiefsten Kern und Wesen deutsche Stadt. Ergriffen lauschten die Massen, als Dr. Goebbels erklärte, daß das gesamte deutsche Volk im Geiste bei den Men­schen dieser Stadt und bei ihrem Schicksal stehe. Beifallsstürme begleiteten jeden seiner Sätze, als er die feierliche Versicherung abgab, daß derFiihrer fe I b ft über der gemeinsamen Zukunft wache. Ihm könnten wir alle in unbeirrbarem Glauben vertrauen, in feiner Hand fei Großdeutschland wahrhaft in guter Hut. Keine Macht der Welt brauchten wir zu fürch­ten, denn vor uns stehe groß, stark und mächtig das Reich, hinter uns stehe das Volk und über uns der Führer.

Der Abschluß der Gaukulturwoche.

Bekenntnis der Jugend - Fest der Künstler

Die Gaukulturwoche in Danzig klang am Sonn­tagnachmittag aus mit einem Aufmarsch der Hitler-Jugend auf dem Langen Markt. Der Führer der Hitler-Jugend in Danzig, Hauptbann­führer Goepfert, gab - für die Danziger Hitler- Jugend die Versicherung, daß sie sich in ihrer Treue zum Führer und zum deutschen Volkstum von nie­mandem übertreffen lassen werde. Vizepräsident Huth wies die Jungen und Mädel auf die Heilig­keit des von Danzig geführten Kampfes um feine deutsche Freiheit hin.

Nach Abschluß der Gaukulturwoche fand im Zoppoter Kurgarten das ,, F e ft der Künstler " statt. Gegen 21 Uhr erschien Reichs-

rung der Versorgung offen. Der selbst schwerkriegs­beschädigte Reichsarbeitsminister Seldte werde sich daher, wie bisher, unermüdlich für den weiteren Ausbau der Versorgung einsetzen.

Den Höhepunkt der Tagung bildete die Kund­gebung am Sonntagvormittag auf dem Kühlen- anger, zu der 30 000 Volksgenossen zusammen» geströmt waren. Reichskriegsopferführer Ober» l i n d o b e r hieß insbesondere Reichsleiter R'o f e n - berg und Stabsführer Hartmann Lauter­bacher willkommen. Die Anwesenheit so vieler junger Kameraden sei ein weiterer Schritt zur Ver­bindung der Frontgeneration des großen Krieges mit' der zum Kampf um Deutschlands Zukunft stets bereiten Jugend. Reichsleiter Alfred Rosenberg ging in seiner Ansprache von dem großen Ringen des'deutschen Volkes im Weltkriege aus. Internatio­nale Finanzmächte hätten die. letzten in Europa vor­handenen Widerstände niederschlagen wollen, um die ganze Welt in einen einzigen Profittrust zu ver­wandeln. Dieses große Ringen fei 1918 nicht zu Ende gegangen, sondern habe sich über den ganzen Erdball verbreitet. Der Wille zu einer ver­tieften Volksgemeinschaft sei das große Vermächtnis, das die Jahr 1914 bis 1918 der deut­schen Nation überlieferten, und wie hier in Nort­heim sich die Kameraden des Weltkrieges mit der deutschen Jugend vereinten, so stehe die ganze Volksgemeinschaft in einer Front, die heute schon umwittert fei von vielen Kämpfen und Opfern. Die große Prüfung unseres Volkes habe uns so als würdig erwiesen. Wir seien stolz darauf, Bannerträger' einer neuen Zeit zu fein.

Minister Dr. Goebbels. Er wurde von den Tau­senden jubelnd begrüßt. Gauleiter Forster hatte Sonntagmittag zu Ehren von Reichsminister Dr. Goebbels im neugeschaffenen Festsaal im Haus der Deutschen Arbeitsfront ein Essen gegeben. Im An­schluß unternahm der Minister eine Hafenrundfahrt. Nach feiner Rückkehr nach Zoppot ließ sich Dr. Goebbels die Anlagen der Zoppoter Waldoper zei­gen. In Danzig trafen unter Führung von Ober» regierungsrat Dr. Hesse vom Propagandaministerium zwölf Auslandsjournalisten aus Berlin ein, die an den beiden erhebenden Tagen in Danzig teilnahmen. Gauleiter Forster gab den ausländischen Journalisten ein Essen.

Herrschen oder führen.

Eine Rede Gauleiter Bürckels.

Wien, 18.Juni. (DNB.) Bei einer Kundgebung der Politischen Leiter des Gaues sprach Gauleiter Bürckel über den Begriff des H e r r s ch e n s an dem Beispiel vergangener deutscher Geschichte. Dem Herrschen stellte er das Führen gegenüber.Wer herrscht, steht außerhalb der Gemeinschaft und will der Gemeinschaft in guter oder schlechter Absicht einen fremden Willen aufzwingen. Wer führt, steht in der Gemeinschaft und muß sich als bester Erponem der Ge­meinschaft verpflichtet fühlen. Führung ohne Zwang ist bei der menschlichen Unzulänglichkeit und dem Wesen des Staates nicht möglich. Wenn dieser Zwang gegen die asozialen Elemente des Volkes und gegen jene Elemente angewendet wird, die das Volk und den Staat in seinen gesunden Grundlagen bedrohten, dann ist die Anwendung des Zwanges eine gesunde Gemeinschaftsfunktion und schützt somit die Gemeiurschaft in ihrem Bestand. Wer wirklich im Sinne der gesunden Gemeinschafts­funktionen führt, wird sich seiner Aufgabe mit letz­ter Treue hingeben, denn er kämpft für d i e Sache seines Volkes, mit dem er durch seine Führungsfunktion innig verbunden ist. Wer von seiner Führungsverpflichtung in der ganze Schwere erfüllt ist, der wird die Gemeinschaft seines Volkes immer stärker bejahen und immer stärker mit dieser Gemeinschaft verwachsen. In dieser Verwurzelung liegt die Kraft zur Führung!

Beisetzung der Blutzeugen des Gaues Essen im Gauehrenmal.

Essen, 18. Juni. (DNB.) In einer erhebenden nächtlichen Feier wurden die Toten der Be­wegung des Gaues Essen in der Ehren­gruft des Ehrenmals beigesetzt, das der Gau nach den Plänen von Professor Fahrenkamp und Professor E n s e l i n g seinen im Kampf für Volk, Führer und Reich gefallenen Helden errichtet hat. Vom Adolf-Hitler-Platz inmitten der Stadt wurden die mit Hakenkreuzbanner und Lorbeerkranz ge­schmückten Särge auf Geschützlafetten der Wehrmacht in feierlicher Trauerparade zum Ehrenfriedhof am südwestlichen Rande Essens übergeführt. Am Ehren­mal würdigte Reichsführer ff Himmler in einer kurzen Ansprache Leben und Sterben der gefallenen Helden. Nqch dem feierlichen Namensauftuf der