Ausgabe 
19.4.1939
 
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llt.91 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Mittwoch, 19. April (939

bis 1910 als Dozent für Germanische Philosophie am Bryn Mawr-College in den Vereinigten Staa­ten, habilitierte sich danach in Leipzig für Englische Philosophie und wurde 1920 als Professor nach Halle berufen. Seine Arbeiten betreffen hauptsäch­lich sprachwissenschaftliche Themen.

Von den amtlichen Verpflichtungen wurden ent­bunden: Professor Dr. Ludwig E r h a r d t, Ordi­narius für Landmaschinenbau an der Technischen Hochschule Breslau, wegen Erreichung der Altersgrenze: Professor Dr. Max P a g e n ft e ch e r. Ordinarius für Bürgerliches Recht an der Univer­sität Hamburg, auf feinen Antrag.

Zeitschriften.

Zum 50. Geburtstag des Führers bringtdie neue linie" in ihrem April-Heft (Verlag Otto Beyer in Leipzig. Preis RM. 1,) ein zehnseitiges Thema über die engsten Ärchitekten-Mitarbeiter des Füh­rers. Diese Veröffentlichung unter dem Titel:Der Führer und seine Architekten" würdigt die wichtig­sten Bauten, die im Auftrag des Führers für Par­tei und Staat geschaffen wurden und stellt ihre Architekten als künstlerische Persönlichkeiten der Oeffentlichkeit vor. Ebenfalls zur rechten Stunde erscheint ein Landschaftsaufsatz über Kärnten. Allen denen, die in der kommenden Reisezeit dort Halt machen wollen, gibt dieneue ünie" in entzücken­den farbigen Zeichnungen Hinweise, wo man gut aufeghoben ist. Ueberraschende Neuentdeckungen sind auch die Runge-Zeichnungen, von denen eine in Faksimile ähnlichem Farbdruck die ganze Schön­heit und Tiefe einer Romantiker-Zeichnung offen­bart. Am Ende der Spielzeit hält dieneue ünie" eine Rückschau auf die vergangene Theater­saison im Reich. An anderer Stelle wird mit Witz und Ironie ein Kolleg betiteltDer stumme Filmstar" oder über den Glasstöpsel und andere Requisiten gelesen.

Dem Lande Chile, das erst kürzlich durch die Erdbebenkatastrophe und vor wenigen Tagen wie­der durch den Anschlag aus die Deutsche Botschaft im Vordergründe des Weltinteresses stand, wid­met dieIllustrirte Zeitung Leipzig" einen Beitrag in ihrer jüngsten Ausgabe. Es gibt einen aufschlußreichen Querschnitt durch die ^land­schaftliche, volkstümliche und wirtschaftliche Struk­tur des Landes. Eine Bildseite zeigt die vorbild­lichen Luftschutzmaßnahmen in Japan Im Mittel­punkt der Nummer steht unter dem TitelTanz aus Berufung" eine Würdigung Mary Wigmans und ihrer weltberühmten Tanzschule.

20.20

21.40

22.00

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SPITZENLEISTUNG

OPEL

9.00

10.30

20.00

Oie militärische Feier in Gießen

Ecker-

Ab 20 Uhr: Studentenheim und Tanz.

der Truppenteile. Die Parade nimmt der Kommandeur des JR. 116, Oberst Herrlein, als Vertreter des zur Zeit von Gießen abwesenden Standortältesten ab. Bis 10.45 Uhr müssen die Truppen, die-Ehrengäste und die Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen sowie aller Ver­bände ihre Plätze eingenommen haben. Die An­sprache an die Truppen hält Oberst H e r r I e i n. Nach der Parade folgt der Vorbeimarsch der Trup­pen, den Oberst Herrlein abnimmt.

Zugangsweg für die Zuschauer zum Paradefeld ist der Alte Rödgener Weg, an der Liebigshöhe vor­bei hinter der Bleidorn-Kaserne entlang. Dort kön­nen auch Kraftwagen fahren und zum Aussteigen kurz halten, jedoch dürfen dadurch bie Truppen nicht behindert werden. Parkplatz für Kraftfahrzeuge ist der Platz vor dem Spielplatz der Spielvereini­gung 1900, also westlich der Bleidorn-Kaserne.

Oessentliche Tanzveranstaltungen im und Cafe Leib, bei freiem Eintritt

Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Hinden- burgwall, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Kreuzplatz, Mäusburg, Marktplatz, Kir­chenplatz, Walltorstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee in Richtung Volkshalle zur Kaserne zu­rück.

11 Uhr auf dem hinteren Trieb nördlich der Bleidorn-(Artillerie-)Kaserne Parade-Aufstel­lung m i t a nschließendem Vorbeimarsch

daß kein Mensch in der Welt mir dafür Ersatz geben könnte!"

Der Doktor Eckermann, in solchen Zwiespalt ge­stellt, war nicht glücklich. Aber er diente einer höheren Idee, er wußte, daß er sich einem ewigen Werke verschrieben hatte und daß ein Schimmer davon einst auch auf sein Haupt fallen würde.Süß verlockt" war er,so ganz in dem zu leben, was er (Goethe) Göttliches denkt und sinnt." Das füllte ihn aus und mahnte fein Herz zur Geduld, obwohl er sich oft über dasHundeleben" beklagte, so un­beweibt daherleben zu müssen, denn auchNapoleon tat das Beste, als er von Josephine geleitet wurde, und Schiller schrieb seine besten Werke, als er geheiratet hatte

Armer, treuer Eckermann. Er wollte schon, allein

scher Männerchor: Bahnhof st raße/Hor st - Wessel-Wall (Weg zum Volksbad) Gesangver­einLiederkranz".

Retchssendungen des Rundfunks zum Geburtstag des Führers.

DNB. Der Großdeutsche Rundfunk veranstaltet zum Führergeburtstag folgende Reichssendungen:

19. April:

17.00 bis* 17.30 Uhr: Vom Reichssender Königs­berg: Aus dem Remter der Marienburg: Aufnahme des Jahrganges 1929 in die Hitler-Jugend. Es spricht der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Sch'rach.

18.30 Uhr: Vom Reichssender Berlin: Ansprache des Neichspropagandaleiters der NSDAP.,

Die Feier des 50. Geburtstages des Führers in Gießen.

Anläßlich des 50. Geburtstages des Führers wer­den in der Stadt Gießen in Verbindung mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" folgende Veranstaltungen durchgeführt:

6.30 Uhr: Großes wecken, durchgeführt von den Musikzügen JR. 116 und SA.-Slandorte 116.

9 bis 10 Uhr: Singen der Gießener Gesangver­eine auf folgenden Plätzen: Selterstor, Walltor- Afterweg, Kreuzplah, Horft-Weffel-Wall (Eingang Volksbad) und vor der Aula.

14 bis 15 Uhr: Singen und Volkstanz: Kreuzplah und Selterstor. Es fingen die Singschar der Jung­mädel,Die Goldkehlchen". Es tanzen: Tanzgruppe Ober-Rosbach der KdF.

15 bis 16 Uhr: Platzkonzerte: Ludwigsplatz und Anlage gegenüber dem Hotel Schütz. Es spielen die Mnsikzüge der Kreisleitung und der SA.-Standarte 116.

17 Uhr: Antreten zum Propagandamarsch, Spitze Ludwigstrahe-Ecke Vleichslrahe. 17.15 Uhr: Abmarsch über Vleichstraße, hindenburgwall, Reuen Baue, Sonnenstrahe, Seltersweg, horst-weffel-wall, Bahn­hofstraße, Marktstraße, Marktplatz, Kirchenplah, Lindenplah, walltorstrahe, zur Kundgebung auf dem Brandplah.

18 Uhr: Kundgebung auf dem Brandplah. Es spricht Oberstudiendirektor Pg. Jung (Frankfurt am Main).

20 Uhr: Vereidigung der Politischen Leiter in der Aula der Universität.

Keine Schulfeierstunde am 20. April.

DNB. Mit Rücksicht darauf, daß der 20. April 1939 auf Grund des im Reichsgesetzblatt veröffent­lichten Gesetzes über einmalige Sonderfeiertage zum gesetzlichen Feiertag erhoben worden ist, hat der Reichserziehungsminister angeordnet, daß die vor­gesehene Schulfeierstunde am 2 0. April von 9 bis 9.30 Uhr mit Übertragung durch den Rundfunk entfällt.

Die Reichsbahn am Geburtstag des Führers.

Lpd. Die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main macht darauf aufmerksam, daß am Geburtstag des Führers, Donnerstag, 20. April, die Reisezüge wie an Sonntagen, und am Vortag, 19. April, wie an gewöhnlichen Werktagen verkehren. Es werden Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben' die zur Hin­fahrt ab Mittwoch 12 Uhr und zur Rückfahr bis Freitag 24 Uhr Gültigkeit haben.

er durfte nicht.

Goethe redete ihm das Heiraten in mehr oder minder verhüllten Worten aus, indem er ihn er­mahnte, doch auch ja feiner Stellung und feines Ansehens in Weimar zu gedenken. Als Eckermann daran dachte, sich um eine Stellung am Archiv zu Hannover zu bewerben, entschied Goethe, daß diesunter feiner Würde" sei... Von allem erfuhr Johanne, die allein in Goethe, dem mächtigen Zau­berer, das entscheidende Hemmnis ihrer Jahr um Jahr verschobenen Eheschließung sah.

Aber einmal kam auch ihr großer Tag: und am 9. November 1831, wenige Monate vor Goethes Tode, feierte sie in Weimar mit ihrem Johann Peter Hochzeit. Sie hatte ihn erobert, ohne ihn doch ganz zu besitzen: Eckermann ging wie bisher bei der Erzellenz ein und aus. Und erst, als der erlauchte Greis hinüberschlummerte, nach jener denk­würdigen' Stunde, da die Hand des Jungen auf dem Herzen des großen Toten ruhte und er sich wenden mußte,um den verhaltenen Tränen freien Lauf zu lassen", entschattete sich ihr Liebesbündnis vollends. Ahnte sie, daß ihr kleiner Sohn, den sie nicht mehr heranwachsen sah, bei den Goethes ein-- und ausgehen würde? Das Schicksal der C-cr manns war mit Goethe unlöslich verknüpft.

Aufruf

an die Gießener Bevölkerung!

Der 50. Geburtstag unseres Führers muh im voll­sten Umfange des Wortes als Feiertag der Ration begangen werden. Die Gießener Bevölkerung gibt dem Ausdruck durch Beflaggung und Schmücken der Häuser über den üblichen Rahmen hinaus. Gießen wird am 20. 4. ein Fahnenmeer fein. Wir bekunden hiermit dem Führer, daß wir wissen, was wir ihm zu danken haben und beteiligen uns restlos an den Veranstaltungen, die von der RSDAP. durchgeführt werden,

RSDAP. Kreisleitung wetterau.

Kreispropagandaleitung.

Di. Konzertplätze unserer Sänger.

Bei dem Singen der Gießener Gesangvereine am morgigen 50. Geburtstag des Führers werden die einzelnen Vereine an folgenden Plätzen fingen: Auf dem Kreuzplatz der Bauerfche Gesangver­ein- am Selterstor der GesangvereinHeiter- eit"; Asterweg / Ecke W a l l t o r st r a ßeFroh­sinn-Quartettverein": Dor ber Unioerf ität Groß-

Tageskalender für Mittwoch.

NSLB. Kreis Gießen: 15.30 Uhr in der Neuen Pestalozzifchule Arbeitsgemeinsck)aft, Dortrag von NSRL.-Fachlehrer Sottong. - Gloria-Palast Se - tersmeg):Menschen vom Variete . Lichtspiel- Daus CBaDnDofftraW:Drei Untero tjtet» . - Oberhessischer Kunstoerem: 17 bis 18 Uhr Ausstel­lung hiesiger Künstler im Turmhäus^am^Brand^^

Reichsminister Dr. Goebbels.

Uhr: Vom Reichssender Berlin: Unterhal­tungskonzert mit Berichten von der Fahrt des Führers über die OsttWest-Achse.

Uhr: Vom Neichssender Berlin: Nachrichten des drahtlosen Dienstes.

Uhr: Vom Reichssender Berlin: Unterhal­tungskonzert mit Berichten vom Großen Zapfenstreich der Wehrmacht, vom Vorbei­marsch der Wehrmacht an dem Führer und vom Fackelzug der NSDAP, und ihrer Gliederungen.

bis 0.15 Uhr: Dom Deutschlandsender: Deutschlands Jugend grüßt den Führer." Reichsringsendung. e

20. April:

bis 10.30 Uhr: Vom Reichssender Berlin: Blasmusik.

bis 15.00 Uhr: Vom Deutschlandsender: Unter­haltungskonzert mit Berichten von her großen Parade der Wehrmacht.

bis 21.00 Uhr: Vom Deutschlandsender: Ver­eidigung der Politischen Leiter.

die Zwecke, die Ziele und die bisher geleistete Ar­beit des BDM.-Werkes schilderte. Sie sprach ferner von dem Ernst, der die Arbeit der Werkgruppen bestimmt, und bat, die Darbietungen mit gleichem Ernst aufzunehmen.

Der Verlauf des Abends brachte eine bunte Reihe von Darbietungen der verschiedenen Werk-Gruppen. Die Musikgruppe zeigte ihr Können und sand da­mit freundliche Aufnahme. Ein Volkstanzgruppe zeigte einige gut erarbeitete und schön aufgeführte Volkstänze, während die Gymnastikgruppe mit rhythmischen Hebungen hervortrat, die einen guten Eindruck vermittelten. Der Gesundheitsdienst im BDM.-Werk stellte die Besucher mit einer Scharade vor eine nicht allzu schwere Aufgabe und brachte dann auch gleich die Auflösung. Jedes der Mäd­chen hatte dabei einen kurzen Vers herzusagen, der aus der Arbeit im Gesundheitsdienst gewonnen war und sich durch lakonische Fassung auszeichnete.

Während einer Pause konnte eine kleine Aus­stellung von Bastel- und Handarbeiten besichtigt wer­den. Den Abschluß des Abends bildeten ein Mär­chenspiel (Rumpelstilzchen"), das mit großem Eifer aufgeführt wurde, und das LiedAde, zur guten Nacht".

Hitler-Jugend Vann 116.

wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaft.

Die Teilnehmer an der Arbeitsgemeinschaft er­scheinen am Freitag, 21. April, um 20.30 Uhr im Sitzungssaal des Arbeitsamtes Gießen, Bahnhof­straße 90.

Verwaltungsstelle des Vannes und llntergaues 116.

Die für Mittwoch, 19. b. TL, vorgesehene Schu­lung der Geldverwalter und Geldverwalterinnen findet nicht statt. Ein neuer Termin wird noch befanntgegeben.

Elternabend beim BDM.-Werk

Glaube und Schönheit".

Zum ersten Male trat am gestrigen Dienstagabend das BDM.-WerkGlaube und Schönheit" in um serer Stadt an die Oeffentlichkeit. Diele Eltern hat­ten sich dazu eingefunden und wurden zwei Stunden lang gut unterhalten. Der Saal des Studentenhauses war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, wie auch Ober­bürgermeister Ritter, bewiesen durch ihre An­wesenheit ihre Anteilnahme am BDM.-Werk.

Nach einem einleitenden Lied mit Musikbegleitung und einem Dorspruch (Kolbenheyer) hielt die Beach, tragte des BDM.-Werkes in Gießen, Hilde Adolph, eine kurze Ansprache, in der sie die zahlreichen Be­sucher zunächst herzlich willkommen hieß und dann

Aus der Stadl Gießen.

Quäle nie ein Tier zum Scherz'

Früher machte sich nur der strafbar, der Tiere osstntlich" ober inAergemis erregender Weise" quälte ober roh mißhandelte. Man schützte nicht bas

Iein£r selbst willen, fonbern man suchte nur 1 w'j t 1 Empfinden des Menschen vor dem An- ' blick der Tierquälerei zu bewahren. Heute wirb mit ' (Scjangms bis zu zwei Jahren ober mit Gelbstrafe i xQ !' em, $ier unnötig quält ober roh miß- .

^un,,hr sielst also das Tier als fühlendes Geschöpf um feiner selbst willen unter weitgehendem Rechtsschutz. Obwohl wir Deutschen für uns die Tatsache in Anspruch nehmen dürfen, in Gesetz­gebung und Durchführung des Tierschutzes allen anderen Dblkern voraus zu fein, fehlt doch noch viel Kleinarbeit und Aufklärung bis zur restlosen Erfül­lung der Worte unseres Führers Adolf Hitler: Im Dritten Reich darf es keine Tierquä­lerei mehr geben!"

Oft begegnet man ausgesprochenen Tierquälereien die von Kindern verübt werden. Man weiß, daß das wohl in den seltensten Fällen böse Absicht ist: die Kinder denken nicht darüber nach, daß sie den Tieren Leid zufügen. Es ist wohl immer der Un­verstand des Kindes, das in solcher Betätigung seinem Spieltrieb freien Lauf läßt. In der Regel ist der Hofhund bas Opfer solcherKinderbelästi­gungen". Es gibt Hunde, die von klein auf von Kindern verdorben wurden, die sich eine Freude daraus machten, den Hund zu necken und ihn so­gar zu Fertigkeiten abrichteten, die dem Zweck des Hofhundes zuwiderlaufen. Aber hier fetzt die Pflicht der Eltern und Erwachsenen ein. Es wird in der Regel genügen, ein Kind auf seine Fehler aufmerk­sam zu machen, damit es für alle Zeit derartige Scherze" unterläßt.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch des Ket­tenhundes besonders gedenken. Leider finden wir die Unsitte der Kettenhund-Haltung noch immer in einem Umfange, der den wahren Tierfreund zutiefst erschrecken läßt. Dabei ist es in 95 von 100 Fällen nichts weiter als Gleichgültigkeit und Ge­dankenlosigkeit, die es zulassen, den an un­zulänglicher Kette angebrachten Hund furchtbar zu vernachlässigen. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, die anordnet ober gestattet, einen Hund, sei er auch noch so scharf und bissig, auf dauernd anzuketten. Im Gegenteil, das Reichstierschutzgesetz gibt endlich volle Handhabe, solche Fälle als eine unnötige Tierquälerei festzu­stellen.

Aber der Unbedachtsamkeit der Kinder entspringt auch oft unsachgemäße Behandlung anderer Tiere. Katzen, Vogel usw. dürfen keineswegs von ihnen ge­quält werden. Mancher Junge (vielleicht auch man­cher Erwachsene) weiß sicher nicht, daß er einem Kaninchen, wenn er das Tier an den Ohren trägt, erhebliche Schmerzen bereitet. Wüßte er, daß man ein Kaninchen mit der einen Hand am Fell im Nacken trägt und gleichzeitig mit der anderen Hand den Bauch unterstützt, bann wirb er sicher sein Lebtag daran denken und darauf achten, das Tier nicht zu quälen.

Niemand verwende ein Tier unnötig zu Arbeits­leistungen, die offensichtlich seine Kräfte überfteigen ober ihm erhebliche Schmerzen bereiten. Keiner ver­nachlässige ein Tier in Haltung, Pflege und Unter­bringung! Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz! M- L.

Vornotizen.

Hochschulnacbrichten.

Professor Dr. Fritz C u r s ch m a n n , Ordinarius für Geschichte, Historische Hilfswissenschaft und Historische Geographie an der Universität Greifs­wald, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden.

Professor Dr. Hans Weyhe, Ordinarius für Englische Sprache und Literatur an der Universität Halle-Wittenberg, wurde 7 0 Jahre alt. Er promovierte 1903 in Leipzig, wirkte von 1907

Die Deranstattungen der Wehrmacht des Stand­orts Gießen am morgigen 50. Geburtstag des Füh­rers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht seien nachstehend noch einmal in der Zeitfolge mit- gdeilt: /v. ...

6.30 Uhr: Großes Wecken (die Musik wird vom Musikkorps des JR. 116 und dem Musik­zug der SA.-Standarte 116 gestellt). Marschweg: Von der Bergkaserne aus durch die Licher Straße, Eckermann war offenbar ohne bestimmten Eigen­willen, ohne Mut zur Selbstbehauptung gegenüber dem Dichter, und immer unmutiger, ja zorniger grollte es in Johannens Briefen.

Vor einer Stunde erhielt ich Deinen Brief, mein Herz ist davon so schwer, daß es sich einigermaßen Luft zu machen versucht... In Weimar jedoch ist mir in jeder Hinsicht alle Hoffnung verschwunden, verlasse es deshalb... Goethe wollte Dir doch auch behilflich fein und Ihr wolltet nicht eher aufhören, bis Ihr das Werk vollendet, warum bleibt Ihr nicht dabei? Ich verliere wahrhaftig alles Zutrauen, weil Du mir bald so, bald so schreibst. Du wünschest , erinnert sie ihn an seine großen literarischen Ambi­tionen die er schon in Hannover und dann in Göttingen heqte,Dich durch Deine Sachen be­rühmt'zu machen und hoffst damit eine Wendung Deines Schicksals, und tust doch nichts dazu. Gott Ich weiß nicht mehr, was ich darüber denken soll Ju Deinen Geschäften hast Du keine Ruhe, wohl aber zu Goethes Geschäften! Hier versprachst Du mit Gewißheit, nichts wieder für ihn zu tun, son­dern nur allein für Dich, hast aber leider schlecht Wort gehalten!"

Aus Herzensgründe verwünschte sie dasunglück­liche Weimar", diesengauneren Staat", mo er, Johann Peter, nichts für seine Zukunft zu erbosen habeSage Goethe", so wies sie den Wankel­mütigen strikte an,daß Du an Demen Konver­sationen arbeiten möchtest, Du wünschtest heraus- wqeben damit Du ordentlich Geld verdientest, das übrige wäre nur Plagerei." Und ein andermal: Goethe zahlt Dir für Deine Gute gegen ihn nichts weiter als Ehre, an mich oder an Dem künftiges bürgerliches Glück denkt er nicht. Er laßt sich Deine Güte höchlich gefallen und ist Dir dennoch nicht ein­mal dankbar dafür." Er möge es ifjr, menn sie so von seinemgroßen Goethe' spreche, nicht verübeln, ich spreche nur so, wie ich darüber denke.. -

Sie fühlte sich verlassen und enttäuscht in ihren hohen Erwartungen, das treue und bei aller Liebe resolute und zielklare Mädchen, sie war eine 5rau, die die Jahre sich in ihr einst schönes Gesicht araben sah. Und wir müssen es ihr, deren Eltern inzwischen gestorben waren, schon nachsehen, wenn sie mit unverhohlener Bitterkeit gegen den Olym­pier, um den Mann ihres Herzens rang Was ainaen sie,- in ihrem einfachen Gemüt schließlich die Kunst' und der Segen tätiger Hilfe für ein Genie an? Wie hätte sie diesen wunderbaren Men toen begreifen können, zu dem der Geliebte schwär­mend auf ah:Das Glück, das ich durch mein immer innigeres Verhältnis zu Goethe genieße, ist so groß,

73nTed?otten des Genies.

Von Werner Schumann.

Johann Peter Eckermann, Schriftsteller und Pri­vatsekretär des berühmten Geheimrats Goethe, hatte eine Braut: Johanne Bertram in Hannover^ Sie mar ein hübsches, blondes Mädchen, das nach jahrelanger Brautzeit von dem nur zu begreiflichen Wun che^es^sen mar, endlich geheiratet zu werden TOarum der Doktor Eckermann er hatte sich 1918 mit Johanne in Hannover verlobt volle dreizehn Jahre die endgültige Verbindung immer wieder

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