Ausgabe 
19.1.1939
 
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Hauswirtschaft, und bei allen Arbeitsämtern des Gaues Hessen-Nassau erteilt.

Kartoffeln gesund und billig!

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merksam gemacht, erschien plötzlich Uebungsfahrt begriffene Groß^Mo-

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Die Schrottsammlung der DAI. schafft Roum für ungehinderte Arbeit!

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die auf einer Uebungsfahrt begriffene Groß^Mo- torspritze der Feuerschutzpolizei Gießen an der Un­fallstelle. Unter dem Kommando des Brandinge­nieurs Lenz von der Feuerschutzpolizei Gießen wurden die Bergungsarbeiten von den Berufs­feuerwehrmännern sofort in Angriff genommen, und mit freudiger Unterstützung der Freiwilligen Feu­erwehrmänner der Gemeinde Roth durchgeführt. Dank der vielseitigen Ausrüstung der Motorspritze konnten die beiden Lastkraftwagen in kürzester Zeit den Fluten entrissen werden und ihre Fahrt nach vierstündiger Verzögerung fortsetzen.

vermeiden, daß die Hauptnährwerte weggeschält oder gekocht werden. Denn die wertvollsten Stoffe sitzen unmittelbar unter der Schale. Deshalb sollte man sie möglichst mitkochen. Also Pellkar­toffeln! , " _

Gibt es Leute, die da ein Gesicht ziehen? Denen sei gesagt: es ist die gesündeste Art der Zubereitung der'Kartoffel, denn alle guten und wertvollen Nähr­stoffe bleiben dabei erhalten. Außerdem ist sie so am sparsamsten und leichtesten zu schälen. Und man­nigfach sind die Derarbeitungsmöglichkeiten der Pell­kartoffel: Kartoffelbrei, Klöße, Auflauf, Salat, Pfan- ncnspeisen usw. eine einigermaßen findige Haus­frau kann da nie in Verlegenheit geraten. Sie wird sich nicht die Sache dadurch erleichtern, daß sie ein­fach Bratkartoffeln daraus bereitet. Sie wird bei der notwendigen Einschränkung unseres hohen Fett­verbrauches gewiß andere und abwechslungsreiche Einfälle hoben und ihre Familie immer wieder mit neuen, schmackhaften Gerichten überraschen.

Muß die Kartoffel aber unbedingt geschält sein dann jedoch nur sehr dünn so sollten wir sie zu Brei verarbeiten, da sich dabei wenigstens das Koch­wasser mit den Nährstoffen verwenden läßt. Man darf auch nie unnötig viel Wasser nehmen eben nur, daß es die Stücke knapp bedeckt. Oder man bereitet ,Lusammengekochtes". Das ist Gemüse und Kartoffeln durcheinander. Da sich auf diese Weise alle Nährwerte im Kochgut erhalten, ist es die emp­fehlenswerteste Form der Zubereitung. Würzt und schmelzt man ein solches Gericht gut und schmackhaft ab, so bedarf es durchaus nicht der Fleischbeilage, um es wohlschmeckend zu finden. Und es ist gesund und billig!

§175 StGB, in vier Fällen eine Gesamtge« fängnis strafe von 3 Monaten. 68 Tage Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten, der noch nicht vorbestraft war, auf seine Strafe an- gerechnet. Der Staatsanwalt hatte gegen ihn ein-e Gefängnisstrafe von 7 Monaten beantragt. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten G. H. wurde eingestellt.

Gießener Studenten fahren nach der Ostmark.

Im Rahmen des 4. Reichsberufswettkampfes der Deutschen Studentenschaft bearbeitet die Theolo­gische Fachschaft der Landesuniversität Gießen das ThemaDie geistigen und religiösen Grundlagen der Los-von-Rom-Bewegung in Oesterreich". Um null einen unmittelbaren Eindruck von den Verhält­nissen in der Ostmark zu bekommen, haben die in Frage kommenden Teilnehmer am Reichsberufs- wcttkampf unter Leitung von Prof. D. Vogel­sang (Gießen), dem Dekan der theologischen Fa­kultät, zu Beginn des Jahres eine Studienfahrt nach der Ostmark angetreten. Die Studenten werden hierbei die Gelegenheit haben, Männer kennenzu­lernen, die damals die Bewegung getragen haben, und persönliche Unterrichtung von ihnen emvfangen.

Gießener Großmotorspritze brachte Hilfe in höchster Not.

Am Dienstag in den Nachmittagsstunden gegen 16 Uhr kamen zwei Lastkraftwagen ier Viehverwer­tungs-Genossenschaft Marburg beim Befahren der durch Hochwasser überfluteten Straße Wenkbach-Roth vom Fahrdamm ab und kippten in den durch Hochwasser morasti ewordenen rechten Straßen-

Oer Führer als Ehrenpate.

Lpd. D i e b u r g, 18. Ian. Der Führer hat bei dem neunten Kind, dem fünften Mädchen, der Familie Adam Menges in Dieburg die Ehren­patenschaft übernommen.

Fahrradmarder

in Sicherungsverwahrung.

Sp§. sm a r b u r g, 18. Ian. Das Landgericht Mar. bürg erkannte am 30. September v. I. gegen den 39 Jahre alten Karl Schütz aus Neustadt wegen Rückfallbetruges und wegen Rückfalldiebstahls auf eine Zuchthausstrafe von vier Jahren. Außerdem ordnete das Gericht gegen den gefähr- lichen Gewohnheitsverbrecher die^ S i ch e r u n g s- Verwahrung an. Sein Tatgenosse, der 52jährige Karl Berk, erhielt wegen fortgesetzter gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei 1V» Jahre Zuchthaus. Dieses Urteil ist nunmehr rechts­kräftig geworden, nachdem das von den Angeklag­ten angerufene Reichsgericht ihre Revisionen als un­begründet verworfen hat.

Der Angeklagte Schütz hatte insgesamt 3 5 Fahrräder g e st o h l e n, die er an Berk weiter veräußerte. Außerdem war eine geschiedene Frau, mit der er verlobt war, durch ihn dadurch geschädigt worden, daß er ihr nach und nach einen Betrag von 400, RM. abschwindelte. Einem Bauer in Erks­dorf bei Kirchhain sandte Schütz einen Brief des Inhalts, daß er bei verbotenem Handel mit Butter und Eiern in Marburg bemerkt worden sei. Zwecks Vermeidung einer Anzeige möge er sofort post­lagernd 130,-r RM. noch Marburg senden. Der Bauer übergab aber das erpresserische Schreiben der Polizei, die alsbald in Schütz den Schreiber der anonymen Zeilen feststellen konnte.

Mit dem Motorrad tödlich verunglückt.

Lpd. Darmstadt, 17. Jan. Zwei junge Leute aus Lindenfels, die mit dem Motorrad nach Rei­chelsheim fuhren, gerieten in einer Kurve bei Groß- Gumpen gegen einen Baum. Dabei wurde der

Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 9, Wirsing, N kg 12 bis 16, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 17 bis 18, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat, Vto 10 bis 15, Tomaten, kg 30 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, H kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf.

Wer kann Lehrfrau sein?

Wie in jedem Beruf, so ist es auch im hau;- wirtschaftlichen Beruf notwendig, daß alle vor­kommenden Arbeiten von Grund auf gelernt wer­den. Jeder Handwerker, Kaufmann oder Bettiebs- führer ist für die Heranbildung seiner Fachkräfte selbst verantwortlich. Er muß sich einen jungen Menschen erst durch die Lehrlingsausbildung zu einer Hilfskraft selbst erziehen. Nur die Hausstau verlangt ausgebildete Kräfte und macht sich keine Gedanken darüber, wer die Ausbildung überneh­men soll. Jede Hausfrau stnuß aber ihren Stolz darein setzen, ein junges Madel in ihren Haus­halt als Lehrling aufzünehmen und ihm von ihrem Können abzugeben.

Das Mädel legt am Schluß der Lehrzeit die Prüfung als staatlich geprüfte Hausgehilfin ab. Hauswirtschaftlich ausgebildete Kräfte sind sehr ge­sucht und haben gute Aussichten. Außerdem ist die hauswirtschaftliche Lehre die Grundlage für viele aussichtsreiche Frauenberufe. Auch wenn das Mä­del heiratet, kommt es ihm sehr zugut, wenn es die Führung eines Einzelhaushalts ober den Wert eines geordneten Familienlebens kennengelernt hat.

Lehrfrau kann jede deutsche Hausfrau fein, die ihren Haushalt gut führt, volkswirtschaftliches Denken gelernt hat und danach, handelt. Sie muß das Mädel in allen vorkommenden Arbeiten an- ternen können. Der Lehrling soll nach der Lehr­zeit die häuslichen Arbeiten, wie Kochen, Flicken, Waschen, Reinemachen usw. so beherrschen, daß er nach zwei Jahren unter Anleitung der Hausstau selbständig arbeitet.

Auskunft über alle Fragen der hauswirtschaft- tichen Lehre wi " des ~

NGLB.. Bezirk Gießen-Land.

Am gestrigen Mittwochnachmittag hielt der Be­zirks-Verein Gießen-Land des NSLB. feine erste Versammlung im Jahre 1939 imBurghof" zu Gießen ab. In seinen Begrüßungsworten gab der Vorsitzende, Rektor Siegfried (Großen-Linden), dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit in der Schule im neuen Jahre von Erfolg begleitet sein und wei­terhin hfr Bedeutung der Schule immer mehr er­kannt und geschätzt werden möge. Er erinnerte da­bei an die auch imGießener Anzeiger" erschienene Nachricht, daß den Behörden und parteiamtlichen Hoheitsträgern der Besuch der Schulen empfohlen wird, um einen Einblick in die Erziehungsarbeit zu erhalten.

Anschließend hielt Pg. Groß (Leihgestern) einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Weltanschauliche Fragen für die Erziehungsarbeit". Der zweite Teil der Tagung war mit vorbereitenden gesanglichen Hebungen für die Feiergestaltung der demnächst stattfindenden Kreisversammlung ausge­füllt. Die Tagung wurde dann wie üblich geschlossen.

Gießener Wochenmorktpreiie.

* Gießen, 19. Jan. Auf dem heutige

LPD. Warnung vor Abmagerungs. Mitteln mit Borsäure. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum^schutze der Volksgesundheit wird von zuständiger Stelle davor gewarnt, Abmagerungsmittel, die Borsäure frei ober gebunden enthalten, ohne ärztliche Heber« wachung anzuwenden. Borsäure und ihre Verbin­dungen, die sich bei wiederholter Zufuhr wegen ihrer langsamen Ausscheidung im Körper anrei­chern, sind, auch in Zubereitungen mit Harnstoff ober Dextrose (Traubenzucker), für den Menschen keineswegs gefahrlos, sofern sie in Mengen von mehr' als einigen Bruchteilen eines Grammes aus­genommen werden.

Große Gtrafkannner Gießen.

Wegen widernatürlicher Hnzucht hatten sich der E. I. und der G. H., beide aus Gießen, vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Die Ange­klagten waren im wesentlichen geständig, sich im Sinne des §175 StGB, vergangen zu haben. Der Angeklagte E. I. erhielt wegen Vergehens gegen

Unser neuer Vornan.

Nachdem wir in der gestrigen Nummer des Gie­ßener Anzeigers den RomanWohin gehst du, Eli­sabeth?" von Hubert Rausse zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder durchschlagenden Erfolg ver- sprechen, dürfen. Die früher erschienenen Romane unserer neuen Autorin, die bisher noch nicht bei uns zu Worte gekommen ist, erfreuen sich allge­meiner Beliebtheit und weiter Verbreitung.

Schuh im Funkhaus" von Maria Cberlin

heißt der neue Roman, mit dessen Veröffentlichung wir in der vorliegenden Nummer beginnen. Die Schilderung führt den Leser in ein neues, bisher kaum behandeltes Gebiet gegenwärtigen Ledens, in den exakt und reibungslos ineinanbergreifenben Ar­beitsbetrieb eines Funkhauses. Die Handlung setzt mit der Aufdeckung eines Mordanschlages sogleich mit einer außergewöhnlichen Spannung ein und hält den Leser bis zur letzten Szene in Atem. Die Untersuchung des rätselhaften Kriminalfalles bringt die merkwürdigsten Begebenheiten und Zusammen­hänge ans Licht und deckt eine Anzahl menschlicher Schicksale auf, an deren Schilderung sich Maria D b e r I i n 5 Phantasie und weiblich feinfühlige Er­zählergabe auf das liebenswürdigste entfalten. So dürfen wir gewiß sein, auch mit diesem neuen Ro­man allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine rechte Freude zu bereiten und ihnen eine genußreiche, ungewöhnlich fesselnde Hnterhal- tung zu bieten.

Lahn: Hochwasser 1,42 Meter über Normal!

Die Lahn hat gegenwärtig einen außerordentlich hohen Wasserstand erreicht. Die Wasser rauschen mächtig dahin, haben längst J5ie Ufer überschritten und weite Flächen überschwemmt. Das Hochwasser hat gestern gegen 17.30 Uhr seinen bisher höchsten Stand erreicht. Der Wosserstand liegt, wie wir auf Anfrage beim Kulturbauamt hören, um 1,42 Meter über dem normalen Wasserstand. Er betrug gestern ® zu der genannten Zeit am Pegel, also an der Meß­stelle, insgesamt 2,04 Meter. Heber Nacht ist das Wasser um 2 cm gefallen. Da aber Marburg in der vergangenen Nacht ein weiteres Steigen des Waffer- standes um 10 cm feststellte, ist damit zu rechnen, daß sich auch der Wasserstand der Lahn in unserem Gebiet weiter erhöhen wird. Der gegenwärtige Was- serstand liegt aber immer noch um 50 cm unter dem Wasserstand, den die Lahn am 12. Januar 1920 er­reichte.

NSG. Sollte man es für möglich halten, daß es Leute gibt, die noch immer nicht hinter den hohen Wert der Kartoffel gekommen sind? Wert in ver­schiedener Hinsicht: wirtschaftlich, ernährungspolitifch und gesundheitlich.

WirtsäMlich, das leuchtet notfalls gerade noch ein denn die Kartoffel ist ja so billig. Aber er­nährungspolitisch ach, darüber hatte man noch gar nicht so recht nachgedacht. Und vollends gesund­heitlich? Derrn wenn man ehrlich sein wollte also, da war man doch früher eigentlich anders belehrt worden. Hieß es da nicht, daß die Kartoffel fast nur aus Wasser bestünde und keinerlei Nährwert habe? Die haben einen Kartoffelbauch", sagte man und der kam natürlich vom Wasser.

Die Kartoffel wurde höchstens demkleinen Mann" als Hauptnahrung zugedacht. Auf densi­tuierten" Mittagstisch kam neben der großen Bra­tenplatte und dem Gemüse wohl nur ein winziges Schüsselchen Kartoffeln dazu. Mehr als kleine Geste und zur Vervollständigung. Etwa so, wie man mit­unter einen Brotkorb auf die Tafel stellt, der dann doch kaum Beachtung findet. Denn wer würde sich, angesichts guter Dinge, den Magen voll Brot stopfen? So war es mit der Kartoffel auch. Es war glücklicherweise so!

Denn heute wissen wohl die meisten Menschen um den großen Nährwert der Kartoffel, dieses für uns hochwichtigen Ernährungsfaktors. Man weiß auch, daß es da unendliche Möglichkeiten der Zu­bereitung gibt. Nicht mehr nur die übliche Salz­kartoffel, der durch das Schälen und durch das Ab­gießen des Kochwassers die besten Stoffe entzogen werden. Gewiß kommt sie auch heute noch auf den Tisch. Aber im allgemeinen versucht man doch, zu

Neigung bis zu den Pritschen im Wasser lagen, konnten sich mit eiaener Krast aus dieser heiklen Lage nicht befreien. Die Hilfe eines dritten Lastkraft­wagens und der Freiwilligen Feuerwehr der Ge­meinde Roth konnte ebenfalls die Wagen dem nassen Element nicht entreißen. Da das Wasser stetig stieg, hatten die Kraftfahrer der eingebroche­nen Wagen bereits auf den Autodächern Zuflucht genommen. Als Retter in höchster Not, durch Straßenpafsanten auf die Notlage der beiden Last­kraftwagen aufmerksam

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