Ausgabe 
18.9.1939
 
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Montag, 18.5eptembeN9ZY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

llr. 218 Zweites Blatt

Die Lebensmittel vom 17. bis 23. September

öeutfches Srauenroerfc

sie sich! So besuche jede Hausfraü, ehe sie ihre Markt- ? anae- einkäufe tätigt, die Beratungsstelle des Deutschen sie sich Frauenwerkes. Ots.

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halten.

(Nachdruck verboten!)

35 Fortsetzung.

30.

teile bestimmt sind, müssen daher die volle An­schrift (d.h. Namen, Standort und Marineteil) er-

DNB. Wie den deutschen Rundfunkhörern bereits bekannt ist, mutz aus militärisch-technischen Gründen ein Teil der deutschen Rundfunksender seinen Be­trieb im Laufe des Abends und bei unsichtigem Wetter einschränken. Zur Herbeiführung einer kla-

umsonst mit ihrem Wochenküchenzettel abgekämpft hat; sie fand für einen Tag selbst keinen Rat mehr und sie begibt sich einen Augenblick auf die Be­ratungsstelle. Es wird ihr hier gesagt: diese und jene Lebensmittel sind eben in Hülle und Fülle vorhanden, sie sind preiswert, und man kann vor­zügliche Gerichte davon anfertigen. Bei diesem Ge­spräch bekommt sie auch gleich die dazugehörigen Rezepte überreicht. Alle bezugsscheinfreien Lebens­mittel und diejenigen, die gerade am jeweiligen Markttag günstig abgegeben werden, werden de­

in verschiedenen Sprachen Deutschlandsender und dir und Danzig, ferner bis zu Reichssender Leipzig und dieser Zeit ihr normales

treten an die Hausfrauen täglich neue Aufgaben heran, und wie gut wird es für die Hausfrauen sein, wenn sie einmal nicht alles ganz allein durchdenken müssen, sondern andere es für sie rn gründlichster und Überlegtester Weise getan haben und s'" nun Rat und Anregung holen können. Wie nehm wird es für eine Hausfrau sein, wenn sie sich

Die Veralungsstimden des Deutschen Frauenwerkes für alle Hausfrauen

NSG. Wie das Landesernährungsamt verbindlich für die Verbraucher und Verteilerorganisationen mit­teilt, werden in der Woche vom 17. bis 23. September auf die Abschnitte der Ausweiskarten folgende Men­gen verabfolgt:

Mehl: Roggen- oder Weizenmehl auf Abschnitt 2 250 Gramm die Woche.

Milch: auf Abschnitt 4 1,5 Liter je Woche bzw. 0,20 Liter pro Tag. Der Zusatzbezug für Kinder unter 6 Jahren ist mit 0,5 Liter Frischmilch je Tag, für werdende Mütter mit 0,3 Liter je Tag gegen Zusatzkarten festgelegt.

M i l ch e r z e u g n i s s e , Oele und Fette: a) Butter auf Abschnitt 7 90 Gramm je Woche, b) Margarine, Fette und Oele auf Abschnitt 8 250 Gramm je Wochtz, c) Käse auf AbschnittEier" 4 80 Gramm je Woche oder Quarg 160 Gramm je Woche.

Fleisch und Fleischwaren (auch in Konserven) 500 Gramm die Woche. Auf Ab­schnitt 10 und 11 je 200 Gramm; auf Abschnitt 12 100 Gramm. In der Vorwoche konnten diese Mengen teilweise nicht überall ausgegeben werden, da für die Versorgung des Heeres aus den für die Zivil­bevölkerung bestimmten Mengen gewisse Anteile herausgenommen werden mutzten. Es wird damit gerechnet, daß in dieser Woche solche Umstände nicht auftreten. Für Schwer- und Schwerstarbeiter ist eine Zusatzmenge von 70 Gramm je Kopf und Tag fest­gelegt.

Zucker und Marmelade: Auf Abschnitt 4 Zucker 335 Gramm je Woche oder 280 Gramm Zucker je Woche und 110 Gramm Marmelade je

der Dunkelheit zu unregelmäßigen Zeiten fenüet. Wenn die Wetterlage es gestattet, werden einige der

sender Danzig, 10. Sender Prag der Protektorats» regierung, 11. Sender Warschau I (Welle 1339 m, 224 kHz), der in polnischer Sprache sendet.

Zur S e n d e g r u p p e 2, die u n r e g e l m a tz i g sendet, gehören folgende Reichssender: 1. Rerchs- sender Berlin, 2. Reichssender Hamburg mit den norddeutschen Gleichwellensendern Stettin, Stolp, Magdeburg, Hannover, Bremen und Flensburg, 3. Reichssender Köln, 4. Reichssender Frankfurt mit den westdeutschen Gleichwellensendern Kassel, Koblenz und Trier, 5. Reichssender Saarrücken mit dem Sender Kaiserslautern, 6. Reichssender Stutt­gart mit den Sendern Freiburg i. B. und Bregenz, 7. Reichssender Leipzig mit dem Nebensender Dres­den, 8. Reichssender München mit dem Sender Nürnberg.

Die Sendegruppe 1 und 2 senden deutsche Nachrichten zu folgenden Zeiten: 7.00 Uhr, 12.30 Uhr, 14.00 Uhr, 17.00 Uhr, 20.00 Uhr, 22.00 Uhr, die Sendegruppe 1 außerdem um 24 00 Uhr.

Der Sender Warschau I gibt deutsche Nachrichten um 8.00 Uhr, 13.00 Uhr, 19.00 Uhr und um 21.30 Uhr, der Sender Prag der Protektoratsregierung

Woche. Auf Kartoffelabschnitte 1, 2, 3 je 500 Gramm Zucker.

Nährmittel: auf Abschnitt 4 150 Gramm je Woche Graupen, Grütze, Grieß, Haferflocken, Reis, Teigwaren u. ä.

Kaffee-Ersatz und -Zusatz: auf Ab­schnitt 4 100 Gramm je Woche.

Tee : auf Abschnitt A 1 20 Gramm für den Mo­nat September.

Verbrauchsregelung für Seife.

FWD. Zur Vermeidung von Unklarheiten bei Handel und Verbraucherschast wird amtlich darauf hingewiesen, daß die TeilabschnitteSeife 3" und ,Seife 4" in der Zeit bis zum 25. 9.1939 keine Ver­wendung finden. Es ist daher dem Handel untersagt, gegen diese Teilabschnitte Seifen aller Art zu ver­äußern.

Einzelkarten statt Bezugsscheine.

Ausgabe ab 25. September.

Um die praktische Durchführung der Bezugsrege­lung für den Verbraucher bei den wichtigen Lebens­mitteln wesentlich zu erleichtern, wird ab 25. Sep­tember für die verschiedenen Lebensmittel nicht mehr ein einheitlicher Bezugsschein ausgegeben, son­dern für die wichtigsten Nahrungsmittel bzw. Näh- rungsmittelgruppen Einzelkarten, z. B. eine Reichs- fettkarte, eine Reichsfleischkarte Usw. Die Karten werden von den bekannten Ausgabestellen recht­zeitig an die einzelnen Verbraucher ausgegeben werden. Nähere Einzelheiten werden noch in der Presse veröffentlicht werden.

Keine Wiederholungsübung für das EA.-Wehrabzeichen.

Von zuständiger Stelle wird bekanntgegeben, daß die zweite Wiederholungsübung für das SA.-Wehr- abzeichen des Jahres 1939 ausfällt. Die in den Richtlinien für die Wiederholungsübungen 1939 fest­gelegten Termine für die Einsendung der Teilneh­merkarten werden daher aufgehoben. Bereits aus­gestellte Teilnehmerkarten der ersten Wieder­holungsübung 1939 find bei den Einheiten für spätere Verwendung sorgfältig aufzubewahren.

Die ersten Briefträgerinnen in Gießen.

Jetzt hat auch unsere Stadt die ersten Briefträge­rinnen. Bereits am Sonntag konnte man sie be­obachten, wie sie von ihren männlichen Kameraden in ihren neuen Pflichtenkreis eingeführt wurden. Bisher wurden nur einige Briefträgerinnen in den Dienst der Reichspost eingestellt. Einige von ihnen waren schon während des Weltkrieges bei der Post

Berlin senden während

Programm ohne fremdsprachige Nachrichten.

Wiederaufnahme

des regelmäßigen Bauernfunks.

Funksendungen zur Ernährungslage.

NSG. Ab Montag, 18. September, werden vom Reichssender Frankfurt die in dieser Zeit für Stadt und Land gleich interessanten Sendungen des Bauernfunks wieder aufgenommen. Es werden täg­lich von 6 bis 6.10 Uhr unter dem TitelLandvolk, merk auf" vornehmlich praktische Ratschläge für die Landwirtschaft gesendet. Dann folgen täglich von 12 bis 12.10 Uhr SendungenStadt und Land Hand in Hand", die in aufgelockerter Form wichtige Hinweise über die Dersorgungs- und Er­nährungslage vermitteln. Dienstags und Freitags von 18'bis 18.15 Uhr werden in Form von Zwie­gesprächen oder Übertragungen aus der Praxis die neuen Maßnahmen und Wege gezeigt, die das Landvolk zur Sicherung der Ernährung der Stadt­bevölkerung jetzt einschlägt. Sonntags von 15 bis 15.20 Uhr sollen Hörberichte von bäuerlicher Art und Arbeit gesendet werden.

Zu Beginn der neuen Sendereihen sprechen am Montag, 18. September, von 12 bis 12.10 Uhr der Leiter des Landesernährungsamtes Hessen-Nassau, Landesbauernführer Dr. Wagner, und der Lei­ter des Reichspropagandaamtes Hessen-Nassau, Gaupropagandaleiter S t ö h r und der Intendant des Reichssenders Frankfurt, Werber.

um 22.30 Uhr.

Hörer der Sendegruppe 2 werden aufgefordert, wenn sie einmal ihren gewohnten Sender nicht mehr empfangen können, sofort einen der Sender der Sendegruppe 1 einzustellen.

Die deutschen Hörer werden ferner darauf auf­merksam gemacht, daß mehrere Rundfunksender zur Befriedigung des großen Bedürfnisses nach Berichten aus Deutschland täglich Nachrichten senden. Der Sender Böhmen, Brünn ihrem Sendeschluß die

Ich danke Ihnen, Vater Morell", sagt sie lang­sam und schaut ihn herzlich an.Sie haben mir eine große Freude bereitet. Ich spüre es aus Ihren Dorten, wie sehr Sie an Doktor Hellmers hangen!

Das soll wohl'sein! So 'nen Mann können Sie mit der Laterne suchen. Danken sollte man ^hm kniefällig, statt dessen... sperrt man ihn ein!

Mr werden ihn wieder heraushauen! Das klingt so hell und zuversichtlich, daß Morell stutzt.

Haben Sie schon etwas gehört?"

Ich war heute morgen auf der Polizei.

Sie? Sie waren auf der Polizei?'

Ja. Und ich habe das gleiche getan, was Sie jetzt hier tun: Ich habe dem Inspektor zum dritten­mal erklärt, daß der Verdacht gegen Doktor Hell­mers unsinnig ist, daß hier eine Verwechslung, em Irrtum vorliegen muß ... irgendein furchtbares Versehen!"

Und was hat der Herr gesagt?"

Er hat gelächelt." .,,

Das verstehe ich nicht. Beim besten Willen nicht. Was gibt es denn dabei zu lachen, wenn s einem Mann an den Kragen geht? Das ist 'ne verdammt

Der Junge schweigt und sieht schräg von unten auf zu den beiden Beamten hin, ein lebendes schlechtes Gewissen. Linkerton kann ein schnelles Grinsen nicht unterdrücken. . , ,

Und da hast du Lausebengel den Bries einfach in "der Tasche behalten?" _ .

Ich habe mir einfach gedacht, der olle Schwede wird schon noch mal schreiben, wenn er's mit dem Expreßbrief so brandeilig gehabt hat."

So. Und daß du da vielleicht etwas sehr Wich- tiges unterschlagen hast, das ist dir dabei gar nicht klar geworden, was?"

Doch'" druckst Bobby und dreht die Mutze in den Händen.Ich habe schon gar nicht mehr schla­fen können, und die Marke habe ich auch schon in meinem Album gehabt ... ja, und nun werde ich wohl gleich eingesperrt? Ich habe Mir ledensalls gleich 'n Nachthemd mitgebracht!"

Linkerton schielt unter seinen gewaltigen buschigen Brauen streng zu dem Burschen hin, ruft etwas Unverständliches und öffnet dann den Brief

Mal sehen!" knurrt er.Verdient hast du Bursche ja mindestens drei Monate ... wenn ou ... stockt, fliegt mit den Augen über den Text und erhebt sich erregt.Ja, zum Teufel, Pembroke ... komm doch mal her!" . ...

Linkerkon steht mit gerötetem Gesicht da auf beide Arme gestützt, den Brief hat er vor sich auf dem Schreibtisch liegen. , .

Ueberraschung und Genugtuung wechseln an seinen Zügen. Indes Pembroke sich neugierig über den Brief beugt, packt er den armen Bobby Hart, der nicht weiß, wie ihm geschieht, und schüttelt ihn aus Leibeskräften.

Du Lausebengel, du infamer! Hast du ein un­glaubliches Schwein! Ich könnte dich glatt zerguet- schen vor Freude! frier hast du 'n Schilling!

Er knallt ihm ein Geldstück auf den Tisch. "Kauf dirn Kintoppbillet oder meinetwegen Zigaretten dafür! Du hast uns mehr geholfen als hundert Be­amte, die Tag und Nacht auf den Beinen waren. Was'sagst du nun, Pembroke?"

Langsam legte er den Brief beiseite.

Nun sehen mir erst ganz klar! Wurdest du die Güte haben, Linkerton, mir ein Flugzeug zu be­sorgen?"

Ein Flugzeug? Jetzt?

(Fortsetzung folgt)

Am Donnerstag dieser Woche wird die Be­ratungsstelle des Deutschen Frauenwerks für alle Hausfrauen eröffnet Es sei hier ausdrücklich betont: für alle Hausfrauen! Gerade in der heutigen Zeit

Das Oberkommando der Kriegsmarine teilt mit: Besatzungsangehörige von Kriegsschiffen^ sowie die Besatzungen von Küstenbatterien der Kriegsmarine haben die gleiche Feldpostregelung wie das Feld­heer. Bei diesen Marineangehörigen genügt jebod) die Angabe der fünfstelligen Feldpostnummer (also ohne Angabe der Postleitstelle). -'Feldpostsendungen an Besatzungsangehörige von Kriegsfahrzeugen oder Küstenbatterien können nur aufgegeben wer­den, wenn der Empfänger den Angehörigen seine Feldpostnummer mitgeteilt hat. Die Soldaten der genannten Einheiten haben Anweisung erhalten, die diesbezüglichen Feldpostnummern unverzüglich

Zwei Seudegruppen des deutschen Rundfunks Ausschneiden und aufbeVahren!

laubte! Und daß Sie das getan haben, daß Sie von sich allein hingegangen sind und den Leuten Bescheid gesagt haben... nein, wenn ich das meiner Alten erzähle!"

Ist dabei so Seltsames?

, Nu, ich meine man ..." er stockt verlegen, ruert feinen Schlips und kann nicht recht weiter, so das; ihm Vivian zu Hilse kommen muß

Sie meinen, weil ich die Frau des erschossenen Sängers bin?" Zwei harte Striche graben sich um ihre Mundwinkel.Nein, Morell, Sie sind kerne Plaudertasche und kennen mich von klein auf. Sie können ruhig wissen: Ich hieß zwar noch M . Holgerson, aber ich war es schon langst nicht mehr. Ja, sehen sie mich nur entsetzt an, das ändert nichts an den Tatsachen. Ach, schweigen nur davon, er hat seine Schuld härter gesühnt als es notig wav Aber wer will von mir erwarten, daß ich nun in Sack und Asche herumlaufe?* Ich mußte lugen, wenn ich trauern sollte. Ein Mes Bedang em wenig Mitleid ... mehr bringe ich nicht für ihn aUkn mann j-doch. d-r da unschuldig im G°f°ng- nis sitzt, den achte und schätze ich sehr hoch. Und da sollte mich das dumme Gerede der Leute ab- halten das einzige Rechte zu tun, ihm zu helfen- Nein, Morell! Oder hätten Sie das von mir er- ^Fest'quetscht ihr der grauhaarige Werkmeister die

Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, weröau L Sa.

sprachen.

Wie oft steht man in den Lebensmittelgeschäf­ten, sieht die über das Maß beanspruchten Verkäufer und Verkäuferinnen, die noch dauernd mit Fragen überhaupt werden; was bekomme ich für diese und jene Marken. Auch das übernimmt nun die Beratungsstelle, jeder Hausfrau zu sagen, was sie in der Woche für ihre Marken bekommt. Welche Erleichterungen der Denkarbeit für Hausfrau und Geschäftsmann! Wieviele oft schädigende Fehler können vermieden werden. Und vor allen Dingen wird immer wieder auf den Kampf gegen das Ver­derben der Lebensrnittel hinaewiefen werden.

So besuche jede Hausfraü, ehe sie ihre

ernste Geschichte!" .«

Ich glaube, die Gefahr ist vorüber, Morell.

Der Inspektor gab mir nämlich so gut wie kerne Antwort, sondern meinte nur, es wurde altes leinen Gang gehen. Der rechte Mörder wurde mit Sicherheit gefunden. Daraus schließe ich, daß m dort bereits eine bestimmte Spur verfolgt, man «schweigt nur, um nicht den wahren Täter vorzei g ^u warnen. Aber aus dem ganzen Verhalten o- Beamten habe ich deutlich gemerkt, daß sur H

i mers keine Gefahr mehr besteht."

Donnerwetter... das ist ja... ich konn ।zu Freude meine Jacke zerreißen, wenns Mutter er ch

^°Si- sind 'ne seine Frau! Der alle Morell ver- aißt Ihnen das nicht, und die andern drüben tn he? Fabrik auch nicht. Aber nun haben nie wohl n ckts dagegen wenn ich auch mal aus die Polizei rücke. Die9 Herren sollen jedenfalls auch von unserer Seite merken, was an unferm Doktor dran ist.

Aus der Stadl Gießen.

(Stm ife aus dem Blumenbeet.

Genau so wie der Erwerbsgärtner seinen Betrieb auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft umstellt und die Erzeugung von Blumen und Zierpflanzen auf das unbedingt notwendige Mindestmaß be­schränkt, so müssen auch die Millionen Kleingärtner im weitesten Sinne dieses Wortes, also die Besitzer von Haus-, Klein- und Siedlergärten, aus ihren Ländereien mehr Gemüse und Obst als bis­her herauswirtschaften.

Welche Bedeutung der Selbstversorgergartenbau hat, wird erst klar, wenn man weiß, daß in Deutschland (Altreich) rund 5,5 Mill. Haushaltun­gen einen Garten bewirtschaften und daß die Fläche dieser Gärten die des Erwerbsgartenbaues um mehr als das Doppelte übersteigt. Der Selbstver­sorgergartenbau hat also eine große volkswirt­schaftliche und ernährungspolitische Bedeutung, denn die im eigenen Garten erzeugten Obst- und Ge­müseanlagen entlasten den Markt und die Ver­kehrs- und Transportmittel. In Kriegszeiten muß diese Bedeutung des Selbstversorgergartenbaues selbstverständlich noch steigen. Ein Beweis dafür ist das starke Anwachsen der Kleingärten in den Weltkriegsjahren 1914/18.

Aus den damals gemachten Erfahrungen können wir für die heutige Zett die notwendigen Folge­rungen ziehen. Die Ausweitung der kleingärtne- rjfch genutzten Flächen und die Intensivierung der vorhandenen Gärten muß richtig gelenkt und vor allem zur rechten Zeit erfolgen. Vorsorgen ist besser als Nachsehen! Deshalb steigern wir heute schon zu Beginn des Kampfes die Erzeugung von Ge­müse und Obst aus unseren Gärten. Ohne die Blume als Symbol der Schönheit ganz aus dem Garten verweisen zu wollen, muß der Anteil der Zierflächen in den Gärten soweit als möglich ver­ringert werden. Sind besonders in großen Haus­gärten mit landschaftlichem Charakter die weiten Rasenflächen heute noch berechtigt? Können nicht auf ihnen die zur Eigenversorgung des Haushaltes erforderlichen Mengen von Gemüse erzeugt wer­den? Können nicht darauf Obstgehölze angepflanzt werden, Buschbäume, Spindelbüsche und Schnur­bäume, die früher als Hochstämme einen Ertrag liefern?

Selbst für den Kleingärtner ergeben sich noch Möglichkeiten, das zusätzliche Einkommen aus sei­nem Garten durch den Mehranbau von Gemüse zu steigern und neben der Sicherstellung des Frisch­verbrauchs Vorräte für den Winter zu gewinnen. Wer in seinem Garten ein Staudenbeet hat, kann auf die Sommerblumen verzichten. Und der schone Zierrasen kann ebenfalls umgestochen werden und dem Gemüseanbau ober der Futtererzeugung für Kleintiere dienen. Notwendig ist allerdings, daß mir bald mit der Umstellung beginnen.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Sensationsprozeß Tasilla".

Feldposiregelung bei der Kriegsmarine.

Bobby und die Schwedenmarke * Wenn das so weitergeht, kannst du 'ne Besuchs-

Ka/ÄÄ zwe? AW-N.-N, fcann die Ar- beil±W?Ubrüat' Sinterten, denn das Klopfen fi* beim besten Willen nicht mehr überhören. l'L-lst denn los? fiabe ich nicht gejagt, SnUth, I ich bin nicht zu sprechen?.

Sender der Gruppe 2 ihr Programm auch abends zeitweise fortsetzen.

Zur Sendegruppe 1, die regelmäßig sendet, gehören folgende Sender: 1. Deutschland­sender 2. Reichssender Breslau mit den Sendern Görlitz und Gleiwitz, 3. Sender Kattowitz mit den Sendern Troppau, Krakau und Lodz, 4. Relchssen- der Königsberg mit den Sendern Königsberg!! und Memel, 5. Reichssender Böhmen mit dem Sender Brünn, 6. Reichssender Wien mit dem Sender Linz, 7 Reichs ender Graz mit dem Sender Klagenfurt, 8. die Sender Salzburg und Innsbruck, 9. Relchs-

Der unglückliche Sergeant versucht vergeblich ein halbwüchsiges Bürschchen zurückzuhalten, das sich mie ein Wiesel gewandt zwischen seinem massiven Körper und der Türfüllung ins Zimmer drängt.

Du haben Sie's, Herr Inspektor!" zuckt er ent- sagungsvoll die Achseln.Kein Respekt vor Rang und Alter. Der Bursche läßt sich Nicht zurUckhalten. Ist wie 'n Aal. Er behauptet, er hätte ne wichtige Aussage zu machen." .

fiabe ich auch!" trumpft der Junge beleidigt auf und reckt sich im Bollgesühl feiner Bedeichung, Mister Morell hat gefagt, ich soll mich nicht ab-

*denn' in Gottes Namen!" stöhnt Linkerton. Es ist gut, Smith. Beim nächsten, der. sich durch- moqelt, werden Sie abgesägt!"

,Jawohl, Herr Inspektor, werde ich abgesagt! wiederholte Swith II mit steinernem Gesicht, legt die Hand an die Mütze und geht.

In der Mitte des Zimmers steht der !Junge und blickt halb trotzig, halb verlegen um sich. Er steckt in einer schmucken blauen Uniform, an seiner blauen Mütze glänzt das silberneP"

Also auch aus dem Werk! denkt Pembroke und kann kaum das Lachen verbeißen. Wenn die ahn­ten, daß Hellmers längst in feinem Bett schlaft.

Linkerton, der ihm die Gedanken offenbar von der Stirn ablieft, schießt einen wütenden Blick hin­über räuspert sich dann und herrscht den Jungen an er solle endlich seine Zähne auseinander tun und von sich geben, was er hier eigentlich wolle.

Ich heiße Bobby Hart und will mich anzeigen. Ich habe einen Brief unterschlagen!" stoßt er end­lich hervor.Mister Morell bringt mich um wenn ich. den nicht schleunigst bei Ihnen abgebe. Er sagt jetzt muß alle Post erst recht nach Scotland-Yard! Da is er!" . m .____

Mit hörbarem Aufatmen legt er einen Brief auf den Tisch, der noch im Umschlag steckt. Ungeöffnet. *Er ist schon vorige Woche gekommen ...

der ist doch für Mister William Pe.rkms be­stimmt? Wie kommst du denn zu dem Bries-'

Och ... der ist expreß gekommen und ich sollte ihn 'raufbringen, und bann war Mister Perkms nickst da ... und dann habe ich mir gedacht. Die , Schwebenmarke wachste ab! Und bann sah bas , aber nachher so aus, daß es Wister Perkms ^doch gewerkt hätte, daß einer dran geknabbert hat!