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18.9.1939
 
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Montag, 18. September 1939

189. Zahrgang

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Paris warten..

teilen, die Grenze zu überschreiten und das Leben und Eigentum der Bevölkerung der westlichen Ukraine und des westlichen Weißrußlands unter ihren Schuh zu nehmen. Gleichzeitig beabsichtigt die Sowjetregierung alle Maßnahmen zu treffen, um das polnische Volk aus dem unglückseligen Krieg herauszusühren. In den es durch seine unvernünftigen Führer gestürzt wurde, und

polens Zusammenbruch

Der Entschluß der Sowjetregierung, zur Wahrung der Interessen der Sowjetunion und zum Schutze von Leben und Eigentum der blutsverwandten weißrussischen und ukrainischen Minderheiten in Ostpolen die Rote Armee über die polnische Grenze marschieren zu lassen, dieser Entschluß kommt nicht von ungefähr. Während der letzten Woche hatte die Sowjetregierung bereits erhebliche Truppenkonzen­trationen längs der russischen Westgrenze vor­genommen und mehrere Jahrgänge von Reservisten unter die Waffen gerufen. Auch die am Freitag getroffene Abmachung mit Japan über einen Waf- enstillstand an der mongolisch - mandschurischen Zrenze, von dem man in beiden Ländern eine end­gültige Beilegung des Grenzkonflikts und in weite­rer Zukunft eine umfassende Verständigung über die Interessenbereiche beider Mächte in Ostasien erhofft, darf als diplomatische Vorbereitung Rußlands für seine militärische Aktion in Ostpolen gelten. Es hat ich damit den Rücken freigemacht und englische Hoffnungen auf eine stärkere Bindung sowjetrussi­scher Kräfte im Fernen Osten durch den Gegensatz zu Japan enttäuscht. Moskau hat von seiner Hand­lungsfreiheit weisen Gebrauch gemacht. Ohne seine Stellung grundsätzlicher Neutralität im gegenwärti­gen Konflikt preiszugeben, hat es alles getan, was seine Interessen ihm zu tun geboten. Und wenn die Sowjetunion ihr Vorgehen in Ostpolen darauf be­gründet, daß der polnische Staat aufgehört habe zu

3m Westen keine? nennenswerten Kampfhandlungen. Bei Saarbrücken wurde ein französisches Flugzeug von einem deutschen 3 äger abgeschossen.

Luftangriffe auf deutsches Hoheitsgebiet haben am 17. September nicht stattgefunden. Kuino und Oeblin genommen.

Der Heeresbericht vom Sonntag.

Berlin, 17. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Säuberung Ostgaliziens schritt am 16.9. weiter fort. Lemberg ist von drei Seiten umstellt, polnischen Kräften zwischen Lemberg und Przernysl der Rückzug nach Südosten verlegt. Nörd­lich der San-Wündung dringen unsere Truppen in Richtung Lublin weiter vor. D e b l i n wurde genommen. 100 unzerstörte Flugzeuge fielen dort in unsere Hand. Bei Wlodawa süd­lich Brest haben sich die vordersten Aufklärungs- lruppen der aus Ostpreußen und der aus Ober­schlesien und der Slowakei angesehten Armeen d i e Hand gereicht.

Die Schlacht von Kutno nimmt ihren plan­mäßigen verlauf, von Westen her wurde kutno ge­nommen, die Bzura nach Norden überschritten.

Warschau ist eng umschlossen. Ilm die Bevölke­rung der polnischen Hauptstadt vor schwerstem Leid und Schrecken zu bewahren, hat die deutsche Wehr­macht den Versuch unternommen, durch einen Offi­zier den polnischen Militärbefehlshaber von War- schau zur Ausgabe seines zwecklosen Wider st andes in einer offenen Millionenstadt 5u veranlassen. Der polnische Militärbesehlshaber in Warschau hatesabgelehnt.den deutschen Ofsi-

Oer größte Teil Polens besetzt.

Oie stärkste polnische Gruppe bei Wyszogrod vor der Auslösung. Lublin eingenommen. Warschau schickte noch keinen Parlamentär. Aufgabe der Lufiwaffe im Osten im wesent­lichen erfüllt, große Teile zu anderweitiger Verwendung bereit.

Der seit neun Tagen in der Bukowina als mili­tärischer Befehlshaber weilende Unterstaatssekretar für Polizei, Gendarmeriegeneral M a r i n e s c u überwacht persönlich die Uebernahme und Registrie­rung der Flüchtlinge in Crisciatec. Gegen Abend trafen an der rumänischen Grenze einzelne pol­nische Militärabteilungen ein, die ent­waffnet wurden, lieber die Gesamtzahl der pol­nischen Flüchtlinge steht bis jetzt noch nichts fest. Der bei S n i a t y n eindringende Flüchtlingsstrom ist schwächer, dagegen wieder sehr stark der Strom, der b e i K u t y über die Grenze kommt. Hier haben etwa 400 Kraftwagen die Grenze überschritten. Zum überwiegenden Teil waren sie mit den Negierungs­mitgliedern, deren Angehörigen und ihrem Gepäck besetzt. -Auf allen Straßen der Nord- und West­bukowina bewegen sich lange Züge von K r a f t w a g e n und Autobussen in das In­nere des Landes. Um 16.30 Uhr OEZ. haben die sowjetrussischen Truppen Zalesz- c z y k i besetzt. Vorher beschossen sie den Ort mit Artillerie. Der Bahnhof von Sniatyn wurde von rus­sischen Fliegern in Trümmer gelegt. Auch die Stadt Kuty wurde bombardiert. Wie die Flüchtlinge er­zählen, herrscht in Ostgalizien .größte Panik und Kopflosigkeit. Drei Flucht- lingszüae. die in der Nähe von Kolomea zusam­mengestellt wurden, haben nicht mehr die Grenze erreicht und sind unterwegs steckengeblieben.

Der Einmarsch der Sowjetarmee in Ostpolen

Oer Zerfall des polnischen Staates zwingt Moskau zum Handeln. Schutz der weißrussischen und ukrainischen Minderheiten.

Schneller Vormarsch der Ruffen. Molodeczrw, Baranowicze, Tarnopol, Kolomea bereits besetzt.

Moskau, 17. Sept (DNB.) Die erste sowjet- amtliche Verlautbarung über die Operationen der Hofen Armee in Ostpolen wird soeben bekannt- gegeben. Darin heißt es, daß am Morgen des 17. September die sowjetischen Truppen die sowje- tisch-polnische Grenze in deren gesamten Verlauf von der Düna im Norden bis zum Dnjesir im Süden überschritten haben. Nach Ueberroättigung des schwachen Widerstandes polnischer Vorposten rauften im Norden die Orf- chaften Glebockie, Molodeczno u. a. beseht 3n Richtung auf Baranowicze wurde der Njemen überschritten und die Ortschaften Mir und Snora sowie der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Baranowicze beseht. 3n der Westukraine wurde der Vormarsch der Sowjetarmee in bemer­kenswertem Tempo durchgeführt: die Städte Rowno.Dubno.Tarnopol und kolomea sind bereits in russischer Hand. Durch den Vorstoß auf kolomea ist d i e G r e n z e z ra i s ch e n Polen und Rumänien von den Sowjettruppen bereits zum größten Teil abgefchnit- t e n. Von den sowjetischen Luftstreitkräften wurden ferner sieben polnische 3agdslieger und drei polnische Bombenflugzeuge abgeschossen.

Begeisterte Zustimmung im ganzen Volke.

Moskau, 17. Sept. (DNB.) 3n der Nacht vorn I Samstag auf Sonntag ist dem polnischen < Botschafter in Moskau, Grzybowski, eine Note der Sowjetregierung überreicht worden, in der ungeteilt wird, die Sorojetregierung sehe sich ge- ' iroungen, zur Wahrung ihrer eigenen Interessen und zum Schuh der weiß- russischen und ukrainischen Minder­heiten in Ostpolen ihren Truppen den Befehl zu erteilen, am Sonntagmorgen um 6 Uhr Moskauer Zeit (4 Uhr MEZ.) die s o wj etisch- Po l- «ische Grenze zu überschreiten. Der Vormarsch der sowjetischen Armee wird a u f b e r ganzen Linie der Grenze, von Polozk im Norden bis kamenezPodolsk im Süden gleich­zeitig erfolgen.

Die Note der Sowjetregierung, die auch den aus- önbijcheu Regierungen gleichlautend über alle aus­ländischen Missionen in Moskau zugegangen ist, hat iolgenden Wortlaut:

Herr Botschafter! Der p o ln i s ch - d e u t s ch e Krieg hat die innere Unhaltbarkeit des polnischen Staates erwiesen. 3m Laufe der eintägigen Operationen hat Polen alle fei n e Industriegebiete und kulturellen Zentren verloren. Warschau als Residenz- ßadt Polens besteht nicht mehr. Die polnische Regierung ist zerfallen und bekundet tei- lerlei Lebenszeichen. Das bedeutet, daß der polnische Staat und seine Regierung tatsächlich üus geh ö r t haben, zu existieren. Dadurch Haben die Verträge ihre Gültigkeit verloren, die zwischen der Sowjetunion und Voten bestanden. Sich selbst überlassen und ohne Führung geblieben, hat sich Polen in ein bequemes Feld für jegliche Zufälle und Ueberraschungen ver­handelt, die eine Bedrohung für die Sowjetunion «Haffen können. 3nfolgebeffen kann die Sorojef- ' egierung, die bisher neutral war, sich nicht weiter leutral zu diesen Tatsachen verhalten. Die Sonref- egierung kann sich auch nicht gleichgültig dazu ver- ,alten, daß die mit ihr blutmähig ver­wandten Ukrainer und Weißrussen, »ie auf dem Territorium Polens leben und der Willkür des Schicksals ausgeliefert sind, schuhlos »leiben.

Angesichts dieser Sachlage hat die Sowjetregie- !ung das Oberkommando der Roten Ar­mee angewiesen, den Truppen den Befehl zu er-

Die pMcheReKermg nach Rumänien geflohen

Oer Flüchtlingsstrom durch die Bukowina nimmt kein Ende.

ihm die Möglichkeit zu geben, ein friedliches Leben wieder aufzunehmen.

Empfangen Sie, Herr Botschafter, die Versiche­rung ufro.

3n dem Begleitschreiben des Außenkommifsars Molotow an die hiesigen Missionen wird daran hingewiesen, daß die Sowjetunion eine Politik der Neutralität in den Beziehungen zu den betreffenden Staaten durchführen werde.

zier zu empfangen. Der Versuch abgefprengter pol­nischer Truppen, über Sieblce nach Südosten zu entkommen, endete mit der Gefangennahme vonl2000Mann. 80 Geschütze, 6 Panzerwagen und 11 Flugzeuge wurden außerdem erbeutet.

Bei weiter ungünstiger Wetterlage nahm die Luftwaffe ostwärts der Weichsel durch wieder­holte Angriffe auf Iruppenanfammlungen und Marschkolonnen dem zurückflutenden Gegner die Möglichkeit, seine Verbände zu ordnen. Die Rund­funksender Wilna und Baranowicze wurden durch Luftangriffe zerstört.

3m Westen erlitt der Feind bei einigen Stoß- truppunternehmungen in der Gegend von Zwei­brücken erhebliche Verluste. Ein feindlicher Fessel­ballon wurde abgeschossen.

Luftangriffe auf bas Reichsgebiet fanden nicht statt.

Der Warschauer Hölle entronnen

Juden und Sträflinge plünderten gemeinsam.

Amsterdam,'18. Sept. (DNB.) In der hollän­dischen Presse werden zahlreiche Berichte polnischer Flüchtlinge, die sich aus Warschau hatten retten können, wiederge­geben. Sie enthalten furchtbare Einzelheiten über den Terror, der dort in den letzten Tagen geherrscht hat. In der Sloto-Straße wurde eitte ganze deutsche.Familie ermordet, nachdem zu­vor die Frau und zwei Töchter geschändet worden waren. Zwei kleine Kinder seien aus dem vier­ten Stock auf die Straße geworfen worden. Weiter wurde berichtet, daß Banden von Juden und S t r ä f l.i n g e n die deutschen Wohnungen plünderten und die Deutschen nach fürchterlichen Mißhandlungen.

Nischen Republik, M o s c i ck i, und des Generalissi- mus Rydz-Smigly sowie die Witwe des Mar­schalls Pilsudskl mit ihren Töchtern einaetrof- fen. Ferner kam in Bukarest Kardinal H l o n d , der Primas von Polen an, der nach Rom weiterreist. Auf der Durchreise kamen nach Bukarest Minister Koc, der Generaldirektor der Polnischen National­bank, Karpinski, sowie verschiedene höhere Beamte des Finanzministeriums, die nach Paris Weiterreisen wollen.

Berlin, 18. Sept. (DNV.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Feldzug in Polen geht feinem Ende ent­gegen. Nach der völligen Umschließung Cember g s und der Einnahme von Lub- lin steht ein Teil des deutschen Ostheeres in der illgemeinen Linie L e mb er gw lod- ,imierz Brest Bialystok und hat da­mit den größten Teil Polens beseht. U erfolgte an mehreren Stellen die Vernich- lung und Gefangennahme einzelner terfprengter Resie der ehemaligen polni- ichen Armee. Die st ä r k st e umschlossene polnische Kampfgruppe, und zwar ein Ziertet des polnischen Heeres ist f ü d w e st l i ch Dyfzogrod zwischen Bzura und Weich- iel auf engstem Raum zusammengepreßt und geht ieit gestern der Auflösung entgegen.

Aus dem umschlossenen Warschau wurde am 17. September durch polnischen Sender die Bitte L das Oberkommando der Wehrmacht gerichtet, einen polnischen Parlamentär zu emp­fangen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat feine Bereitwilligkeit dazu erklärt. Bis jutn 17. September um Mitternacht hat sich kein Parlamentär bei unseren Truppen einge- itiunben.

Die Luftwaffe griff die südwestlich Dyfzogrod eingeschlossenen polnischen Kräfte vicksam an. Polnische Fttegerkräfte traten an der ganzen Front nicht mehr in Erscheinung. Die deutsche Luftwaffe hat damit die ihr im Osten ge­lt eilte Aufgabe im wesentlichen er­füllt. Zahlreiche Einheiten der Fliegertruppe und Flakartillerie sind zusammengezogen und stehen f ü r möerroeife Verwendung bereit

Bukarest, 17. Sept. (DNB.) Sonntag um 19.30 Rhr osteuropäischer Zeit sind der polnische Staatspräsident Moscicki und die ge- famte polnische Regierung, soweit sie sich noch in Polen befand, aus dem polnischen Grenzort Kull) über die die Grenze bildende Brücke über den -Fluh Ezeremos auf rumänisches Gebiet über ne tret en. Sie halten s-'Ä vorläüfig in Wischnih, dem gegenüber von Kuty am rechten Ufer oes ezeremos uegenben rumünijchen Gren^ocl ^Bukarest. 17. Sept. (DNB.» Auf dem Flug­hafen von Czernowitz find am S°nntagvormit- taq bis 13 Uhr etwa 6 0 polnische fluazeuge gelandet. Um 17 Uhr trafen auch Zahlreiche Militärflugzeuge em. Augen­blicklich liegen auf dem Flughafen von Czernowitz etwa 2 00 polnische Flugzeuge von denen etwa die Hälfte militärische Apparate sind Von den polnischen Militärpiloten sind viele verletzt Auf dem Czernowitzer Flughafen führt eine rumänische Mili- tärmission die Uebernahme und Entwaffnung der volnischen Flugzeuge durch.

Von dem am Dnjester gelegenen polnischen Grenz­ort R a l e s z c z y k i, der in den letzten Tagen der p o l n i s ch e n R e g i e r u n g als Aufenthalt diente, ermeßt sich seit Sonntagmorgen ein unge- b^urer Flüchtlingsstrom über die Grenze nach dem rumänischen Ort Crisciatec.

will beute mehr als 1 0 0 0 K r a f t w a g e n gezählt haben. Es handelt sich fast ai^schließlich um Privatwagen, mit denen die polnischen polttiIchen Bankrotteure herüberkommen. Unter den Flucht- Ungen befinden sich u.a. zahlreiche diploma- t i i cb e Missionen, wie das Personal der Bot- EI'SZ ^ankreicks und Japans, der Gesandtschaf- L Len- Snd-, Schwedens und Bulgariens. In Bukarest find außer der Gatttn des Obersten Beck auch die Gattinnen des Präsidenten der pob

Moskau, 17. September (DNB.) Der Ein- marsch russischer Truppen in Polen hält die ganze Bevölkerung ir<Bann. Der gesamte russische Rund­funk sendet He7te ein Reichsprogramm, das über alle Sender einheitlich verbreitet wird. Die Hin­weise in der Molotow-Rede, daß es um den Schutz der weißrussischen und ukrainischen Bruder und um ihre Befreiung vom polnischen Joch geht, hat weit und breit Wellen der Begeisterung geweckt. Unzählig sind die Zusttmmungserklärungen und be­geisterten Kundgebungen, die aus dem ganzen Lande vorliegen. Versammlungen, in denen die Be­schlüsse der Sowjetregierung besprochen werden, finden im ganzen Lande statt. In allen ländlichen und industriellen Betrieben wird der Regierung und der Armee einmütig die Zustimmung ausge­sprochen. In diesen Zustimmungskundgebungen heißt es: Rußland konnte auf die Dauer nicht qleichgülttg zusehen, wie die Brüdervolker der Weißrussen und Ukrainer unter einem Kriege lei­den, der chnen von einer unfähigen Regierung auf- gezwun-gen wurde. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden die Ereignisse in Weißrußland und der Ukraine verfolgt. Molotow habe die Wünsche des ganzen Volkes ausgesprochen

Die Stimmung in Moskau ist absolut zuver­sichtlich. Die Menschen gehen ihrer gewohnten Arbeit nach, so daß die Hauptstadt n i ch t d i e l e i - festen Anzeichen einer Beunruhigung bietet. Es läßt sich sogar feststellen, daß die Klä­rung der sowjettschen Haltung gegenüber dem Kon­flikt in Osteuropa eine allgemeine E n t f p a n - nung bewirkt hat, da nunmehr die militäri­schen Maßnahmen der letzten Tage ihre na­türliche Begründung gefunden haben. Im Rundfunk werden bereits Kundgebungen aus allen Kreisen der Bevölkerung, aus Fabriken und Betrie­ben, Truppenteilen der Armee usw. übertragen, worin die Aktion der Sowjetregierung in Ostpolen stürmisch begrüßt und die unverzügliche Befreiung der stammverwandten ukrainischen und weißrussi­schen Bevölkerung Polens gefordert wird. Die diplomatischen Vertreter Englands u n d F r a n k r e i ch s , für die die Aktion der Sow- jetregierung völlig überraschend kam, haben sich bis jetzt noch nicht enschlossen, eine Demarche kni der Regierung vorzunehmen. Es heißt, daß sie noch aufÄnstruktionen aus London v - >