Ausgabe 
18.7.1939
 
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i Sießen.

im Saalbai! nde des Obst- Versammlung >rer Junkei

buches lautet:

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Ge­fahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies nach gesundem Volksempfinden seine Pflicht ist, insbesondere, wer der polizeilichen Auffor­derung zur Hilfeleistung nicht nachkommt, ob­

wohl er der Aufforderung ohne erheblich eigne Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten genügen kann, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe be­straft."

. Schwierig ist die Lage also so oder so. Es wird sich vor allem und immer empfehlen, während

Transport bereitstellen.

Zuweilen entstehen durch die Erfüllung der­artiger Unfallhilfe erhebliche Kosten durch Verun­reinigung des Wagens, vermehrten Benzinver­brauch, versäumte Geschäfte und Inanspruchnahme von Derkehrseinrichtungen und Sanitätspersonal. Diese Unkosten, die man als sog. Aufopfe- rungskoften bezeichnet, sind nicht von dem hilfsbereiten Kraftfahrer zu bestreiten. Ihr Ersatz ist verhältnismäßig leicht zu erlangen, wenn die Polizei den Kraftfahrer zur Unfallhilfe auf­fordert. Dann kann er nämlich nach § 70 des PolizeiverwaltungsgesetzesErsatz des ihm durch die Maßnahmen erwachsenen Schadens verlangen". Die Polizei kann die verauslagten Kosten nachträg­lich von demjenigen einziehen, der den Unfall ver­schuldet und damit die Hilfeleistung nötig gemacht hat.

Nimmt ein Privatmann selbständig die Unfallhilfe vor, so hat er einen Schadensersatzanspruch gegenüber dem Verletzten, seiner Versicherung, seinen Unterhaltsberechtigten oder seinen Erben. Ein Erlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei vom 5.Juli 1937, der di e Er­satzpflicht der Polizei regelt, sagt auch hierzu ausdrücklich:

Falls die Verletzten aus eigenen Mitteln oder auf Grund von Versicherungsverträgen in der Lage sind, die Kasten zu tragen, sind sie von ihnen nach den §§ 677687 BGB. überGeschäftsführung ohne Auftrag"

er gab aber zu. daß er 20 Prozent vom Dersteige- rungserlös erhalten hat, genau so viel, als wenn er selbst als Versteigerer aufgetreten wäre.

Der Vertreter der Anklage beantragte die gleiche Strafe wie im Strafbefehl.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe D o n ,30 Mark verurteilt. In der Urteilsbegrün­dung wurde ausgeführt, daß der Angeklagte tat­sächlich der- Leiter der Versteigerung war und durch die vorgeschobenen Personen das Gesetz umgangen werden sollte.

Aus der engeren Heimat.

Durch einen Oisteldorn gestorben.

* Groß-Rechtenbach (Kr. Wetzlar), 17. Juli. Vor einigen Tagen hatte sich die hiesige Landwirts­frau Marie Spieß beim Dislelstechen einen D i st e l d o r n in die Hand g e st o ß e n. Die an sich kleine Wunde führte zu einer Blutvergif­tung mit schwerer Sepsis, an deren Folgen die bedauernswerte Frau heute in der Klinik in Gießen gestorben ist.

Unfälle auf dem Lande.

wendet; schließlich hatte er einen Betrag von 51 Mark, den er von seinem Arbeitgeber zur Be­zahlung einer Rechnung in Zweibrücken empfangen hatte, für sich behalten und verbraucht. Der ein­schlägig vorbestrafte Angeklagte , war in vollem Umfange geständig.

Der Vertreter der Anklage beantragte eme Ge­samtgefängnisstrafe von sieben Monaten.

Der Angeklagte wurde des Diebstahls, der Unter­schlagung und des Betrugs schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten, abzüglich einen Monat und sechs Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Straf­erschwerend kam in Betracht, daß er seine Tante, eine Kriegerwitwe, die selbst wirtschaftlich schwer zu kämpfen hat und die ihn, als er arbeitslos war,

pflichten und Ansprüche des Auto-Gamariters

Amtsgericht Gießen.

»er H. H. in Mannheim hatte sich wegen Dieb- fto- (5, Unterschlagung und Betrugs zu verant- Di-ten. Er hatte sich im August 1938 in Gießen Ttr seiner Tante den Mietzins für den Monat MMt unter der Angabe aushändigen lassen, er w-de ihn an den Vermieter zahlen, das Geld j-!nch für sich verbraucht; ferner hatte er aus dem L-tiko seiner Tante den Betrag von 40 Mark ent-

in ihre Wohnung ausgenommen hatte, in so unver­schämter Weise schädigte. *

Der L. H. in Gießen war durch Strafbefehl, gegen den er Einspruch einlegte, in eine Geldstrafe von 30 Mark genommen worden. Er hatte am 4. April in Gießen den Nachlaß einer verstorbenen Frau verkauft und den Verkauf in einer Form vermittelt, bei der wirtschaftlich der gleiche oder ähnliche Erfolg erzielt wurde wie bei einer Ver­steigerung, obwohl er keine Erlaubnis zur Aus­übung des Versteigerungsgewerbes hat. Der An­geklagte behauptet, er habe weder die Versteigerung geleitet, noch das Protokoll geführt. Dies sei von anderer Seite geschehen. Er habe lediglich die Gegenstände geschätzt und im übrigen Hilfe geleistet;

Der 79jähriae Landwirt I. G. H ä u s e r in Leih­gestern geriet mit der rechten Hand in einen Ge­treidebinder und verlor dabei teilweise mehrere Finger. Der 55jährige Landwirt Heinrich Scheid in G r o ß e n - B u s e ck , der durch ein Rind umgerannt wurde, erlitt dabei eine linksseitige Schulteroerletzung Die 28jährige Zigarren- macherin Maria Link, ebenfalls in Großen-Buseck, erlitt bei einen Verkehrsunfall einen schweren Un­terschenkelbruch. Der Güterbodenarbeiter Heinrich Heuser in Trohe wurde von stürzendem Stück­gut getroffen und erlitt dabei erhebliche Kopfver- letzungen. Durch einen Sturz von seinem Motor- rat) zog sich der 28jährige Mechaniker Otto Vogel in Alten-Buseck einen Schulterbruch und eine große Wunde am rechten Knie zu. Einen Knie­scheibenbruch, veranlaßt durch einen Sturz von einem Motorrad erlitt die 20jährige Hausangestellte Lina Papst in Burg-Gemünden. Die Schneiderin Marie R e u s ch l i n g in Heuchel­heim zog sich durch einen Sturz vom Fahrrad eine schwere Unterschenkelverletzung zu. Bei seiner Arbeit erlitt der 20jährige Pflasterer Richard Alt in Kinzenbach eine zunächst unbedeutend erscheinende Verletzung. Nach einigen Tagen mußte der bedauernswerte junge Mann mit schweren Starrkrampferscheinungen in ärztliche Behandlung gebracht werden. Sämtliche Verunglückten wurden in die Gießener Chirurgische Klinik ausgenommen.

Landkreis Gießen.

! Großen-Linden, 17. Juli. Der Zweig- vereinHüttenberg" vom DHC. unter­nahm am Sonntag eine ,Fahrt ins Blaue", die bei herrlichstem Wanderwetter ins Kleebachtal führte. Vom Bahnhof Lang-Göns aus ging es durch den Wald nach Niederkleen, von da nach Oberkleen. In beiden Dörfern wurden die alten schönen Fach­werkhäuser mit den Inschriften besichtigt. Durch Kornfelder führte der Weg weiter bergan zum Klee­berger Wald. Vor dem Eintritt in den Wald gab es prächtige Ausblicke bis weit zum Vogelsberg. Beim Abstieg konnte man das schmale, reizende Kleebachtal bewundern. Kleeberg mit seinem alten Turm und seinem Schloß wurde besucht, dann dicht an der Quelle des Kleebaches eine lange Mittagsrast gehalten. Der Rückweg führte durch den westlichen Zipfel des hessischen Staatswaldes, das sog.Boden­hart", das dicht bis vor Kleeberg reicht, hin zu dem Bergwerksteich, der inmitten des Waldes ganz herrlich gelegen ist. Auf schönen, schattigen Wegen ging es dann bis Butzbach, am Schrenzer mit dem römischen Wachtturm, an demWeidig-Stein" und : derAugust-Storch-Hütte" vorüber nach dem Bahn- I Hof, von wo die Bahn die Wanderer nach Hause . brachte.

8. Lang - Göns , 17. Juli. Am gestrigen Sonn­tag unternahm der G e s a n g v e r e i n ,, F_r o h

Hiir zu werden.

'er Redner verstand es, m anschaulicher Weise di! Bedeutung der Schädlingsbekämpfung und die inwiefern Jahre aufgetretenen Schädlinge den Zu- hcTrn näher zu bringen. Seine Ausführungen w"den durch reichen Beifall belohnt.

Anschließend sprach Vereinsführer Junker ülrr die Beschaffung von Siedlungsgärten. Es soll er» Genossenschaft gegründet werden, die von einer Dirk finanziert werden soll. Er sprach weiter ftR über die Behandlung und Beschaffung von ßitbäumen und Sträuchern.

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Nur wenn die Kosten vom Verletzten oder den genannten anderen Stellen nicht beizutreiben sind, muß für die entstandenen Transport-, Kranken- Haus- und Arztkosten ebenso wie für den Schadens­ersatz an den Helfer die öffentliche Fürsorge auf­kommen. Keinesfalls jedoch ist dem freiwilligen Hel- fer die Tragung der aus dem Samariterdienst ent­stehenden Unkosten aufzubürden.

Dr. Bure sch.

Dom Autofahrer wird neben den selbstverftänd- 1 lichcn Voraussetzungen der Fahrsicherheit, der ge­nauen Kenntnis der Straßenverkehrsordnung, der Geistesgegenwart, des Besitzes der untadeligen fünf Sinne noch mancherlei anderes verlangt, u. a. die uneingeschränkte Bereitschaft zu so­fortiger Unsallhilfe bei verschuldeten und unverschuldeten Unfällen.

Kürzlich geschah einem Autofahrer auf der Auto­bahn folgendes: er sah von weitem schon aus seiner Fahrbahn ein Hindernis, das sich beim Näherkom- men als ein scheinbar lebloser menschlicher Körper erwies. Der Fahrer hielt an, parkte am Straßen­rand, untersuchte den scheinbar Leblosen, an dem er nichts Ausfallendes feststellen konnte, außer, daß er nicht tot war, hob ihn auf, trug ihn in seinen Wagen und brachte ihn zu einem der nächsten Ab­fahrt nächstgelegenen Krankenhaus. Er ließ hier den Verunglückten aus dem Wagen und in die Auf­nahme bringen, sagte wahrheitsgemäß aus, daß er ihn in diesem Zustande auf der Reichsautobahn auf- aesunden hätte, gab alles genau an, einschließlich einer Adresse, und wollte sich dann im Vollgefühl einer erfüllten Pflicht entfernen.Moment mal", agte da der aufnehmende Arzt,ich bin verpflichtet, bei Ihnen eine Blutprobe zu machen!" Der Auto­fahrer protestierte. Ihn ginge doch die Sache wei­ter gar nichts an, er habe den Mann doch nicht überfahren.Das wollen wir ja gerade feststellen. Wenn die Probe negativ ausfällt, so schwindet damit sowieso jedes Verdachtsmoment." Sie fiel aber p o - sitiv aus, denn der Autofahrer hatte an der letz­ten Autobahnraststätte zu seinem Mittaabrot Bier getrunken. Der Arzt war nach dieser Feststellung verpflichtet, ihn festzuhalten, und der hilfs­bereite Kraftfahrer kam nun in die höchst peinliche Lage, sich von dem Verdacht zu reinigen, als habe er den Unfall verschuldet.

Was würde mancher Leser in einem ähnlichen Falle tun? Einfach weiterfahren und den Verun­glückten seinem Schicksal überlassen? Davon möch­ten wir dringend abraten! Jedermann, der den Autofahrer bei diesem Tun beobachtet, es anzeigt oder weitererzählt, kann den Fahrer in die schwer­sten Ungelegenheiten bringen. Denn der seit dem 1. «September 1935 geltende § 330 c des Strafgesetz-

3de durch tierische und pflanzliche Schädlinge sichtet. Ein Beweis dafür, wie wichtig es ist, <, Schädlinge zu bekämpfen und damit gleichzeitig Tttuarbeiten, die Ernährungsfreiheit unseres Vater- 'in!es sicherzustellen! Im einzelnen sind diese Schä­den wenig fühlbar. Im Stadkreis Gießen stehen ta. 30 000 Obstbäume. Wenn nun z. B. durch die zchidlingsbekämpfung erreicht würde, daß nur fcr Bäum für eine Mark mehr Ertrag bringt, 1 J ergibt dies allein für dieses verhältnismäßig i eire Gebiet immerhin die stattliche Summe von 1 'o oo Mark. Ein Teil der Schäden ist immer zu l erleiden. Don großer Bedeutung ist beim An­sitzen von Obstbäumen und Sträuchern die Sor- MiIahl. Die Erträge sind stark von der Witterung

. dhüNgig. Man unterscheidet direkte Schäden, wie g z. B. durch den Frost im Frühjahr 1938 ent- i torten sind und zu einer Mißernte im Obstbau efityrt hatten. Jetzt ist es die Trockenheit, die das ldallen der Früchte bewirkt. Dies kann man ivanblicklich an Mirabellen, Kirschen, Pflaumen, Zw ischen und Aprikosen feststellen. Bei zu starker Lcenperiobe während der Blüte kommt es durch ii; geringen Bienenflug zu schlechtem Ansatz. Jn- )ir jfe Schäden sind zum Verspiel durch zu trockenes Dl ier, das starke Auftreten der Blattläuse, durch -u luchtes Wetter die Bildung günstiger Verhalt- E für Pilzerkrankungen. Die Zusammenhänge iltl oft schwer zu erkennen. Als erstes Bild wurde )er Apfelblütenstecher gezeigt, der durch dre starken krihjahrsfröste 1938 stark vermindert wurde und lehr in diesem Jahre kaum Schaden anrichtete. Da n folgte der Apfelblattsauger, den man durch >ie Winterspritzunq in Schach halten kann, ferner amde der Knospenwickler, die Gespmnstmotte^ der Htmelfpinner und Goldafter, die man mit Fraß- ml Berührungsgiften vernichten kann, vorgefuhrt. scann erschien auf der Leinwand der Frost- ipenner, den man durch Anlegen der Leimringe ivl den Bäumen fernhalten kann, da das flugel- inf; Weibchen am Stamm hochkriechen muß und Hd an dem Leimgürtel fängt. Die Obstmade wird L Fanggürteln vernichtet. Es wurden weiterhin aeichiedene Blattlausarten gezeigt. Jede Pflanze ka meist ihre besondere Art von Läusen. Die Be- kärpfung derselben mit Berührungsgiften muß rirftichst oft durchgeführt werden, da man bei ber erj-n Behandlung nicht gleich alle Lause trifft. Dii Blutlaus wurde ebenfalls angeführt. An pilz- i(f n Erkrankungen, die, wie schon erwähnt, durch ita=e Feuchtigkeit (Frühjahrsregen) begünstigt wer- )ei wurden der Mehltau an Apfel und Pfirsich, ^Kräuselkrankheit des Pfirsichs und die Momlia- iäne gezeigt. Zum Schluß wurde noch einmal be­im daß jeder im Kleingarten dafür zu sorgen frte, die Schädlinge zu bekämpfen. Es hat keinen -t wenn ein Gartenfreund Bekämpfungsmaß- naimen durchführt und im Nachbargarten gegen di!> Schädlinge überhaupt nichts unternommen wird. Dc-um müssen alle mithelsen, um der Schädlinge

längerer Autoreifen überhaupt untertags keinen Alkohol zu sich zu nehmen, dann treten Mißverständnisse wie das geschilderte nicht auf. Außerdem ist bei jeglicher Unfallhilfe mit der gebotenen Umsicht vorzugehen. Es empfiehlt sich, den Ort des Unfalles vor dem Abtransport des Verletzten sorgfältig nach Merkmalen, die auf die Art des Unfalles sckließen lassen, auf herum- liegende Indizien oder sonstige Anhaltspunkte ab­zusuchen. Ist der Verletzte nicht in einem Zustand, ber äußerste Eile geboten erscheinen läßt, bann wartet man einige Zeit, bis ein Dritter vorüber­fährt, ben man damit beauftragen kann, die nächste Unfallhilfe herbeizurufen. Ist der Abtransport so­fort notwendig, bann muß man ungeachtet ber voraussichtlichen Beschädigung und Beschmutzung, etwa durch Blut, den eigenen Wagen für den

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Zege war. Sie n. Die Sekre- der eben am alter auf ben ch flüchtig um n hatte, wenn Seitdem ver«

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Schlafen war nicht mehr gewesen, als so ein bißchen Duseln.

Um vier Uhr früh war Neumann gekommen. Unb da war es losgegangen!

Fritz Huckemann lief in ber Garage herum wie em gereizter Löwe. Er rüttelte an ben Schlössern ber Boxen. Es war jetzt acht Uhr, unb die ganze Be­scherung hatte sich herausgestellt: Türen waren mit alschen Schlüsseln geöffnet worben, bie Wagen burch- wühlt. Und wer wußte, was noch alles ans Tages­licht käme?

Hellmuth!" schrie Huckemann. Der Schweiß lief ihm übers Gesicht. Jetzt wurde am meisten getankt; jetzt hatte er nicht mal Zeit, alles genau zu unten uchen. Um neun Uhr kam ber Buchhalter Mühsam, unb um zehn wollte schon ber erste Pachtbewerber ich einfinden, um die Garage zu besichtigen. Es war tum Verrücktwerden.

Hellmuth kam aus der Kammer. Er hatte versucht, den versäumten Schlaf ein bißchen nachzuholen. Eigentlich hatte er jetzt frei, aber Huckemann hatte ihn gebeten, dazubleiben.

Also, nun erzähl noch mal alles ber Reihe nach! Was war mit ber ,@emüfefraff? Wie hat Neumann

Der Wirt ging zu ihm hin.Bitte sehr! Zwei 8sr, ein Kümmel. Danke schön!"

Der ältere Mann ging fort. Als er an dem Tisch jtrbeifam, sah er Krügel nachdenklich an.

Wer war denn das?" fragte Rietzel obenhin.

Ich kenne ihn nicht. Im Block wohnt er nicht.

5- den letzten Tagen ist er häufiger mal dagewesen." ...Sicher mit Herrn Schmal? Ich erinnere mich:

dii: beiden kamen bei uns manchmal zusammen." Nein, mit Schmal war er nicht an einem Tisch.

vorgestern waren beide hier, aber sie saßen nicht Rammen." Der Wirt knobelte.Neun. Na, ich ver- süh's noch mal. Wenn's 'ne Vier wird, bin ich 9- 'raus." r rr ,

:7)as Pärchen, bas in ber Ecke gesessen hatte, oer= M jetzt bas Gastzimer.

:Z)er Wirt erhob sich unb öffnete bie Tur. n &öenb, meine Herrschaften!" ..

Wenn nun Schmal kommt?" Krügel konnte nicht länger an sich halten.

Mietzel wartete, bis sich ber Wirt fernen StM lieber bequem an ben Tisch gezogen hatte. Plötzlich )>»lt er bem Mann seine Marke hin.Kriminal- pÄizei! Mit wem war Otto Schmal in letzter Zeit bei Ihnen?"

Der Wirt schrak zusammen.Der Herr Schmal? Was wollen Sie benn von ihm? Das ist doch ein foüber Mensch! Er spielt nur gern. Aber bas ist boch erlaubt?"

Na, überlegen Sie mal! Mit wem war Schmal hier?"

Angestrengt dachte der Wirt nach.Da war öfters so ein junger Mensch inner Lederjoppe. Ja, ber fragte ein paarmal nach Herrn Schmal."

Können Sie ben Mann beschreiben?'

Der Wirt zuckte mit den Schultern.Gott, es war nichts Besonderes an ihm. Er sah gut aus. Eben ein junger Mensch. Er hat sich auch ganz vernünftig benommen; mal hat er auch mit Herrn Schmal ein Glas Bier getrunken. Ja, da fällt mir ein: der alte Herr, ber eben hier gesessen hat, ber bat auch mit dem Mann in ber Leberjoppe gesproßen. Aber Bier haben sie nicht zusammen getrunken

Danke. Also, Herr Wirt: Schmal erfahrt nichts von biefer Nachfrage!"

Natürlicss nicht! Ich weiß boch!" versicherte ber

/Denn also los, Krügel!" Sie grüßten freunblich unb verließen bie Kneipe.

Der ist gewarnt, der Golbzahn-Otto! sagte

" ..... ' .Der alte Herr hat uns er-

ßltet. Westen

Roman von Harald Baumgarten

topyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35

18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ...Ach, sind Sie bie Herren vom Buchmacherlaben?

t. wirb sich Herr Schmal aber freuen! Er stift m.nchen Abend hier, unb bann studiert er bie Sport­zeitungen. Muß mächtig was loshaben. Er sagt, er gaD-inne fast immer." .. .

Na, na? ,Immer* ist 'n bißchen übertrieben... tarnt Herr Schmal heute noch?"

,,Jch glaube nicht. Wenn er kommt, ist er ge= v! hnlich schon früher ba. Er wohnt drüben bei ipm Zanger."

Der Kriminalassistent hatte geknobelt.

Metzel lachte.Sie haben ben Schnaps! Vierzehn ist auch noch Essig."

Darf ich auch mal ne Runde mitmachen.'' fragte der Wirt.

,Ader gern! Warum nicht?"

Krügel saß wie auf Kohlen. Worum ging denn Hstjel nicht? Womöglich tarn der Golbzahn-Otto je|tt nach Hause?

Der ältere Herr am Nebentisch hatte sein Bier oiEgetrunfen.Ich möchte zahlen!" rief er unb :ri(f)te ein abgerissenes Portemonnaie zum 23or= jfsin. _ .

Rietzel mißgestimmt. a

fannt. Die Burschen ftnb verflixt schlau!

Sie gingen roteber vor bie Tür bes Hauses, m dem Schmal wohnte. Der Kr>minalin,pektor spähte hinausSein Licht vorn. Der Goldzahn-Otto ist nicht zu Hause. Ich kenne die Wohnungen ganz genau." Er zündete seine Pfeise wieder an.Aber das hilft nichts dann werden wir uns mal hier aufbauen. Vielleicht kommt ber Bursche noch. Gehen Sie bie Straße hinunter, Krügel! Dort ist ein Tor­weg, in dem Sie nicht zu sehen stnb Ich werde mir mal 'ne Droschke holen und mich dort m der Ecke £ ihr verstecken ... Kann 'ne ganze nette Weile dauern, bis Schmal erscheint!" setzte er philosophisch

Mann. Klären Sie das auf, Hellmuth!' sagte er nur. Er hatte es eilig."

Und jetzt", fuhr Huckemann fort,jetzt ist der Drücker von der neuen Limousine abgebrochen, von Herrn Zornack seiner Limousine! Ich hab' es eben entdeckt. Und ich schwöre dir, Hellmuth: dabei bleibt es nicht! Ich spür' das in allen Knochen ... Wenn ich bloß Mühsam nicht einweihen müßte! Hast du benn gar nicht gehört? Keinen Ton, Hellmuth?"

Den letzten Wagen fuhr Preetz ein, den ,Star'. Alle anderen waren schon im Stall. Ick sing noch­mals ringsum, und bann bin ick in meine Kammer jejangen."

Wieder hastete Fritz in die Sammelgarage C. Er betrachtete bie Wagen von oben bis unten.Da, Hellmuth, ba ist die Scheibe eingedrückt; So 'ne Gemeinheit ... Und da drüben? Himmeldonner­wetter da fehlt ja schon wieder ein Drücker!"

Guten Morgen, Fritz" rief eine frühe Stimme.

Guten Morgen, Fräulein Sandner!" Huckemann warf Hellmuth einen raschen Blick zu und legt? da­bei, unmerklich für Charly, einen Finger auf bie Lippen.Sie wollen wohl ben Wagen haben?

Ja, es wird Zeit, ins Geschäft zu kommen." Im Gang brummten bie Motoren. Die Geschäfts­leute fuhren bie Wagen aus ihren Boxen.

Gott sei Dank, in bie Boxen hatten die Halun­ken nicht hineingekonnt! Die waren gut gesichert; bis jetzt wenigstens hatte es ba keinen Anstand ge­geben.

Denn man los, FräuleinSandner! Benzin muß noch genügend drauf sein." .

Charly stieg ein. Ihr schmales, junges Gesicht strahlte.

Ihr ganzes Wesen war von solcher Heiterkeit erfüllt, daß es Fritz trotz seiner Erregung auffiel. Wie geht es Frau Preetz? Ist es ein Junge ober ein Mädchen?"

Vorläufig noch zweifelhaft, Herr Huckemann. Die beiden Freundinnen blieben die ganze Nacht da, um gegebenenfalls die Hebamme zu holen. Preetz ist auch gar nid) zu Bett geganaen. Auch ich habe kaum ein Auge zugemacht." Sie lachte. Wie hätte sie auch schlafen können? Es war ja so angenehm gewesen, daß solches Leben m der Wohnung herrschte. Nein, nad) dem gestrigen Abend schlafen? Vallendar war mit ihr ausgegangen! Und morgen war Sonntag, und sie würde ihn treffen, unb--

Der arme Preetz!" scherzte Huckemann,daß er sich noch nicht daran gewöhnt hat? Er hat doch schon Hebung in solchen Sachen."

Charly schaltete bie Zünbung ein und trat auf den Anlasser. Der Wagen rührte sich nicht, gab kei­nen Laut von sich. _ n// ..

Zündung vergessen, Fräulein Sandner? Fritz hatte schon eine unheimliche Ahnung.

Nein die Zündung flt in Ordnung. Aber der : Wagen springt nicht an."

(Fortsetzung folgt.)

das entdeckt?"

Also, er brüllte nach mir rote n Wilder. 'Hell­muth!' schrie er, .Jemüsekraft is aufjebrodjen!' Ick renne hin. Der hat wohl verkehrt jeschlasen? denke ick. Wat will er bloß?"

Da steht er vor seinem Wagen, hat ihn noch jar nid) aus der Sammelgaragerausjefahren und chimpft. ,Jck weiß janz jenau' sagt er .daß meine Zigarrenkiste immer auf dem Vordersitz steht. Und wo ist sie jetzt? Liegt hinten!'- Na, na, denk ick, nu man immer sachte! Vielleicht hat der Herr Neumann jestern nacht 'nen Kleenen jeschnasselt? .Det werden Sie wohl selber jemacht haben, Herr Neumann!' will ick ihn beruhigen. ,Wat?' kol­lert er. .Und bas hier?' Und da is dock tat« ächlich det Polster von seinem Wagen aufjeschnit- ten jenau wie bei bemGarage"! Die Zigarren­kiste liegt auf 'em Hintersitz. «Das tu id! nie! brüllt Neumann. .Meine juten Zijarren! Meine Quarren bie mein jroßtes Vajnüjen sind. Und dann auf den Kopf gestellt, daß die guten Zerren durcheinanderkugeln. Da, die Hälfte ist zerbrochen! Die Kiste hat eener auf den Boden jeschmissen. Ick seh' mir das Polster an. Neumann hatte noch iar nicht alles bemerkt. .Es sind Spitzbuben in ber Garage!, schreit Neumann. Und denn saust er mit die ,Jemüsekrafk ab. Natürlick erst der Deraaser nid) in Ordnung, und ick muhte Benzin aufsullen.

Gut", sagte Huckemann,das war also die ,Ge- müsekrast'. Und was war weiter bis jetzt, bis ich kam?"

Da war ber Wagen von Herrn Kleinschroth, bas rote Kabriolett. Auch aus C. Da hatten sie das Ver­deck aufjeschnitten. Janz vorsichtig, war mch viel zu sehen, aber richtign Schnitt, daß man hinemlangen konnte ... Na, Herr Kleinschroth ts ja n ruhiger

h Der ältere Herr, der vorhin die Kneipe ver­lassen hatte, ging ruhig seines Weges Er schwang dabei seinen derben Stock. Dann wartete er auf eine Elektrische und fuhr die Müllerstraße hinunter. An hör ^riehridtftrahe stieg er aus, nahm eine Droschke Warner Platz. 83t bem Bahnhof blieb er ein Weilchen stehen und sah sich um Dann qinq er gemächlich in den Bahnhof hinein und stieg in einen Zug nach Potsdam.

Mit derGemüsekraft" hatte es angefangen Hellmuth hatte Nachtdienst gehabt. Die Tankstelle war Taa unb Nacht offen. Eine Klingelleltung lie in bie Chauffeurkammer, wo ber diensthabende Tank- mart scklief' manchmal kam er auch nicht da^u. Heute nacht hatte Preetz als letzter denStar" emgefahrem und dann war ipreetz so schnell tme möglich nach Hause gegangen. Konnte ,a sein, daß das Kind ge- '°H7llmuch°«°r um drei Uhr ausgestanden. Das