Ausgabe 
18.3.1939
 
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Das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, dessen Gebiet punktiert ist. (Scherl-M.)

Oie Besetzung der Karpatho-llkraine

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karpatho-ukrainischen Regierung

gierung richtete herzliche tschen Gesandten. Die Red-

Dankesworte an den deutj

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Verwirklichung seiner Ansprüche in der Karpathv- Ukraine zuteil werden ließ. Auch ein Vertreter der

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dortigen tschechischen Gesandtschaft übernommen. Auch der tschechische Gesandte in Moskau hat die Geschäfte seiner bisherigen Gesandtschaft in die Hände des deutschen Botschafters gelegt. In glei­cher Weise wird aus Warschau, Bern und Schanghai berichtet. Ferner ist in Buenos Aires die Uebernahme der tschechischen Gesandt­schaft durch den deutschen Geschäftsträger eingeleitet worden.

ch e n R e i ch für die Tschechen u n u m ... notwendig sei. Zum Schluß forderte er die t chechische Bevölkerung auf, Ruhe und Ordnung zu

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daß Marty Mitglieder der Internationalen Brigade ohne jede Rechtssprechung habe erschieß

Böhmens und Mährens Staatsangehörige des Pro­tektorats werden. Der autonome Charakter des Protektorats kommt zum Ausdruck in der ihm ver­liehenen Selbstverwaltung unter einem eigenen Staatsoberhaupt mit eigenen Organen, eige­nen Behörden und eigenen Beamten, auch das in Böhmen und Mähren zur Zeit geltende Recht bleibt in Kraft, und für die Aufrechterhaltung der inne­ren Sicherheit und Ordnung kann das Protektorat eigene Verbände aufstellen.

Oie ifchechischen nationalen Lebensintereffen sichergestetiti' Eine Bundfunkansprache ör. HachaS. - Bildung einer tschechischen Einheits­partei. Herstellung guter Beziehungen zu den Deutschen.

bewahren. *

Auf der Prager Burg fanden am Freitag Ver­handlungen zwischen Dr. Hacha und dem engeren Präsidium der Tschechischen Ratio­nale »Einheitspartei statt, in denen be- chlossen wurde, das tschechische Volk in einer einzigen Partei zusammenzuschließen. An der

Miaja Iaht kommunistische Widersacher zum Tode verurteilen^.

Paris, 18. März. (Europapreß.) Rach Berichten aus Madrid hat ein Kriegstribunal des Miaja-Aus- schllsses dieOberstleutnante" B a r c e l o und Bueno zum Tode verurteilt, weil sie als die Urheber des kommunistischen Widerstandes gegen

ner wurden immer wieder durch Rufe der beaei- sterten Menge unterbrochen, die den Führer, den Reichsoerweser, das Deutsche Reich und Ungarn hochleben ließen. Der deutsche Gesandte dankte für die Freundschaftskundgebungen und führte aus, er hoffe, daß die treue Kameradschaft des deutschen und des ungarischen Volkes bis in die fernste Zu­kunft andauern werde. Mit dem Absingen der deut­schen und der ungarischen Nationalhymnen schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Aehnliche Kund­gebungen fanden auch vorder italienischen und der polnischen Gesandtschaft statt.

Das Sprachrohr des Außenministeriums, der P e st e r Lloyd", stellt fest, daß sich dieser Akt im Einverständnis mit den Freunden Ungarns als die logische Auswirkung der gemeinsam verfolgten politischen Linie vollziehe. Ungarn habe in den neu zurückgegliederten Gebieten keine anderen Ziele, als die Rolle zu erfüllen, die in all den Jahrhunderten der Vergangenheit in der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung bestanden habe. Ungarn wolle der Karpatho-Ukraine europäische Luft und euro­päische Sitten bringen. Das Blatt der Regierungs­partei,Függetlenseg", spricht den Dank der unga­rischen Nation den großen Freunden Deutschland und Italien aus, deren Führer sich die Sache Un­garns zu eigen gemacht und die ungarische Nation unter Geltendmachung ihrer völkischen und histo- richten Rechte unterstützt hätten. Auch das natio­nalistische BlattUi Magyarsag" betont, das Ungar- tum habe nur mit Unterstützung seiner beiden mäch­tigen Freunde Hitler und Mussolini sein Ziel er­reicht. Reichsoerweser von Horthy hat sich am Freitagabend zur Besichtigung der ungarischen Truppen in das karpatho-ukrainische Gebiet begeben.

Prag, 17. März. (DNB.) Präsident H a ch a hielt am 16. März gegen 23 Uhr im Prager Rundfunk eine Ansprache an die tschechische Be­völkerung, in der er erklärte, daß er mit tiefer Trauer erkennen müsse, daß das, was man 20 Jahre lang als Grundlage für die Lösung an sah, eine kurze Episode der nationalen Geschichte gerne- en sei. Es solle der Zukunft überlassen bleiben, aus dem geschichtlichen Laus ein gerechtes Urteil zu fäl­len, damit geprüft werden könne, wer die Schuld an dem Schicksal, das die Gegenwart brachte, trage. Ich fühle allerdings", fuhr Hacha fort,daß es unsere Pflicht ist, daß wir es mit männlicher Ruhe auf uns nehmen und in diesem ernsten Bewußtsein alles für unsere Zukunft tun, um von künftigen Generationen keinen Vorwurf zu erhalten. Deshalb

lassen, und brandmarkte die sowjetrussischen Metho­den, die in Albacete, Barcelona und Madrid an der Tagesordnung waren.

Als Marty dann die Tribüne bestieg, ertönten Rufe wieSchweinehund",Mörder",Bandit", Verbrecher" usw. Der größte Teil der rechts­gerichteten Abgeordneten verließ den Sitzungssaal. Marty forderte von der Regierung, diejenigen Mit­glieder der Internationalen Brigade aus den Konzentrationslagern z u befreien, in Frankreich aufzunehmen und später sogar zu naturalisieren, die nicht in ihre Heimat zurückkehren könnten. Die Mehrheit der Kammer fand für dieses Ablenkungsmanöver nur verächtliche Zwischenrufe. Der Abgeordnete Tixier-Vigancourt warf Marty vor, ein Fahnenflüchtiger des Weltkrieges und ein Mör­der des spanischen Bürgerkrieges zu sein. Als Marty behauptete, daß die gegen ihn aufgeführten Zeugen, die selbst Mitglieder dieser Brigaden waren, vorbestrafte Verbrecher seien, rief ihm ein Abgeord­neter zu, er, Marty, sei selber ein Verräter und wegen Hochverrates verurteilt und schließlich amnestiert. Es würden sich aber in Frankreich Männer finden, die auch ihn endgültig vernichten würden.

Die Aussprache über den Fall Marty, gegen den die Rechte die Einleitung einer parlamentarischen Untersuchung wegen seiner Tätigkeit als Organisator der Internationalen Brigaden verlangt hat, ist am Freitagoormittag im Sande verlaufen. Es kam wiederum zu stürmischen Auseinandersetzungen. Selbst Kammerpräsident H e r r i o t konnte sich kaum Gehör verschaffen. Da Innenminister Sarraut dem Ministerrat beiwohnen mußte und der Lärm nicht aufhörte, hat Herriot kurz vor 11 Uhr die Sitzung abgebrochen und die Aussprache über die spanischen Flüchtlinge vertagt. Das Haus hatte nicht einmal mehr Zeit gehabt, über den von rechts eingebrachten Antrag auf Einleitung einer Unter­suchung gegen Marty ab3uftirpmen. In den Wandel­gängen der Kammer geriet em französischer Presse­vertreter mit dem ehemaligen Kabinettschef Leon Blums, dem Juden B.l u m e l, in einen Streit, der damit endete, daß der Pressevertreter den Juden zwei Ohrfeigen gab.

Das Ende

der Palästina-Konferenz.

Der englische Vorschlag von beiden Parteien abgelehnt.

London, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die Palästina-Konferenz hat am Donnerstagnachmittag nach sechs Wochen fruchtloser Verhandlungen zwi­schen arabischen, jüdischen und britischen Abordnun­gen plötzlich ein Ende gefunden. Araber und Juden haben die am Donerstaa unterbreiteten endgültigen britischen Lösungsvorschläge" abge- lehnt. Nach einer gewissenUebergangszeit" sollte den Arabern die Autonomie zugestanden wer­den, und zwar sah der britische Plan, wie die Times" mitteilt, eineUebergangszeit" bis zu 10 Jahren Dauer vor, Die in drei Stadie n" eingeteilt werden sollte. In der ersten Zeitstufe sollten Juden und Araber zu den Be- ratungs- und D ol l z i e h u n g s a u s s ch ü s- s e n ernannt werden. In den Beratungsausschüssen sollten die palästinensischen Vertreter die britifajen Vertreter an Zahl übersteigen, während im Doll- ziehungsausschuß britische und palästinensische 93er ireter in gleicher Zahl vorgesehen waren. Dem Oberkommissar wollte man ein Vetorecht einräu- men.

Wenn in der ersten Zeit allesorönungsmäfjig'' verlaufen würde, sollte im zweiten Stadium ein gesetzgebender Rat mit jüdischen und arabi­schen Vertretern geschaffen werden, und zwar im Verhältnis der jüdischen und arabischen Bevölke­rung zueinander. Gewisse Regierungsabteilungen sollten Palästinensern unterstellt werden. Diese Stufe wäre' in etwa zwei Jahren erreicht worden. Im Anschluß daran sollten dann mehr und mehr die Regierungsgeschäfte Palästinensern übertragen werden, bis die Regierung in Palästina schließlich tatsächlich eine Regierung von Palästi­nensern geworden wäre, die auf eigenen Füßen gestanden hätte. Diese Regierung sollte dann so war es schließlich in dem britischen Vorschlag vorge­sehen mit England einen Vertrag zur Sicherstellung ihrer eigenen und der britischen Interessen abschließen, und im letzten Stadium würde dann vielleicht eine Nationalversammlung gewählt, ein föderatives System errichtet und Abkommen über das jüdische National- heim abgeschlossen werden. Die indische Ein- 1 Wanderung soll während der auf fünf Jahre be­messenen Uebergangszeit bis zur Einrichtung eines selbständigen Staates in Palästina auf jährlich 15 00 0, insgesamt also 75 000, beschränkt werden. Die jüdischen Landankäufe sollen sich während dieser Zeit in eng umschriebenen Grenzen halten und nur für bestimmte Gebiete zugelassen werden.

Am Freitagabend hat die arabische 93 er t re* i t u n g Palästinas dem Kolonialminister Mac- 1 Donald mitgeteilt, daß der Palästina-Vorschlag bet englischen Regierung für das Arabertum unan: i nehmbar sei. Der Zionistenführer Waizmann i hat gleichzeitig der englischen Regierung den bereu»

Spitze der Partei wird Dr. Hacha stehen. Auf Grund der Loslösung der Slowakei und der Kar­patho-Ukraine ist das Schicksal des Prager Par­laments besiegelt. Es dürfte noch im Laufe dieses Monats aufgelöst werden. Am Freitag empfing Staatspräsident Dr. Hacha im Beisein des Mi­nisterpräsidenten Beran eine Abordnung des Lesky Narodni Dybor" (tschechischer Ratio- nalausschuß) zur Herstellung guter Beziehungen zwischen Tschechen und Deutschen. Die Abordnung bestand aus dem Vorsitzenden General G a j d a , dem ehemaligen Mi­nister N e c a s sowie Dr. N i m r a , dem Stabschef im Ruhestand Sousetik und dem Ingenieur M a- c a l i k. Staatspräsident Dr. Hacha erklärte der Ab­ordnung, daß er von dem Empfang durch den Füh­rer Großdeutschlands tief beeindruckt und stolz dar­auf sei, dessen Vertrauen zu genießen. Der Vor­sitzende des Ausschusses General © a j u a versicherte dem Staatspräsidenten, daß der tschechische Nauo- nalausschuß treu und gehorsam die Weisungen des Staatspräsidenten erfüllen werde.

Uebernahme

tschechischer Geiandschaften.

Führer mit vollem Vertrauen das Protektorat in die Hand gelegt. Hacha ging dann auf die einzelnen Punkte des Abkommens vom 16. März ein und be»

Mala betrachtet wurden. Weiter berichten Pariser Blätter, derVerteidigungsrat" Miajas scheine sich trotz der Ueberwindung des kommunistischen Wider­standes noch nicht ganz f e st im S a t t e l zu fühlen. Insbesondere gegenüber den Syndika­list en sei et mißtrauisch, lieber diese werde eine strengePolizeiaufsicht" ausgeübt.

Oer Fall Marty.

Französischer Kvmmunistenhäuptling als Mörder in Spanien.

Paris, 16. März. (DNB.) In der Kammer kam es zu Sturmszenen, als der rechtsgerichtete Abgeord­nete H e n r i o t die Aussagen französischer Mitglie­der der International en Brigade verlas, die furchtbare Anklagen gegen den französischen Kommunisten Marty enthielten. Immer wieder ertönten von rechts Zwischenrufe, wieMörder", Bandit". Henriot forderte die Regierung auf, eine gerichtliche Untersuchung vorzunehmen. Abgeordneter Tixier-Vignancourt erklärte, Marty habe trotz eines französischen Gesetzes, das die 9r.rutierung von Freiwilligen in Frankreich für Spanien verbiete, 11500 Mann nach Sowjetspanien gebracht, von denen ein Drittel nicht mehr zurückge­kommen sei. Der Abgeordnete klagte Marty wei­ter an, Franzosen, die mit einem Arbeits- vertrag nach Rotspanien gekommen seien, ge­zwungen zu haben, indenvorderstenLinien für die Roten zu kämpfen. Er behauptete weiter.

Die Uebernahme der Schutzherrschaft hat also ein­mal zur selbstverständlichen Folge, daß das Deutsche Reich die außenpolitischenJnte ressen des Protektorats wahrnimmt, in einer Reihe aus­ländischer Hauptstädte sind die bisherigen tschecho­slowakischen Gesandtschaften bereits den diplomati­schen Vertretern des Reichs übergeben worden. Ebenso selbstverständlich entspricht es dem Charak­ter der Schutzherrschaft, daß das Reich zur Sicher­stellung des militärischen Schutzes im Gebiet des Protektorates Garnisonen und militärische Anlagen unterhält. Jnverpolitisch' mußte für die Durch­führung des Nationalitätenprinzips, das im böh­misch-mährischen Raum so lange schmählich mißachtet worden ist, eine neue Form gefunden werden, die bei den verschwimmenden Volkstumsgrenzen einmal Der Tatsache Rechnung trägt, daß auch nach Ab- tremfting des Sudetenlandes noch aroße deutsche Volksgruppen überall im tschechischen Sied- lungeraum eingesprengt sind, und zum andern sollte dem t s ch e ch i s ch e n V o l k e ein seiner nationalen (Eigenart gemäßes Leben gewährleistet werden. So werden die Volksdeutschen deutsche Staatsangehörige eichsbürger, während die übrigen Bewohner ms und Mährens Staatsangehörige des Pro-

Geschwader der Lustwaffe über Böhmen und Nähren

Berlin, 17. März. (DNB.) Am Freitag zeigten sich die Geschwader der deutschen Luftwaffe mit Hunderten von Flugzeugen über Prag und den anderen böhmisch-mährischen Städten und Dörfern. Sie gaben der Bevölkerung ein eindrucksvolles Bild von der Stärke des Reiches in der Luft. Mehrere Gruppen der deutschen Fliegertruppe wurden auf die Flugplätze im böhmisch-mährischen Raum verlegt und nahmen den Flugdienst von ihren neuen Standorten aus auf. Das RegimentGeneral Goring" und Teile der Fallschirmtruppen trafen ebenfalls ein.

B u d a p e st, 18. März. (Europapreß.) Die unga­rischen Truppen haben im Laufe des Freitags auf fast allen Hauptverkehrsstraßen der Karpatho- Ukraine die polnische Grenze erreicht. Nach über 200 Kilometer Marschleistung in zwei Tagen traf am Freitag eine Radfahrer-Abteilung der ungarischen Honved in der im äußersten Nord­osten der Karpatho-Ukraine liegenden Grenzstadt Jasina ein, wo die Haupteisenbahnstrecke Mar- marosCzernowitz die karpatho-ukrainische Grenze passiert. Auch die beiden mittleren Kolonnen, die von Munkacs abgegangen waren, erreichten die polnische Grenze. In dem an der Westgrenze der Karpatho- Ukraine sich hinziehenden Ung-Tal geht dagegen der Vormarsch etwas langsamer vor sich, weil die Derkehrsoerhältnisse dort am schwierigsten sind und auch der Widerstand noch teilweise anhält.

Der amtliche ungarische Nachrichtendienst berichtet, daß ein Teil der tschechischen Armee in der Karpatho-Ukraine Donnerstag d i e polnische Grenze überschritten habe, um über pol­nisches Gebiet nach Böhmen und Mähren zurück- zukehren. Ein anderer Teil sei aber in der Karpatho- Ukraine verblieben und lasse sich zusammen mit den ukrainischen Terroristen zu erbitterten Abenteuern hinreihen. Außer Angriffen auf die wehrlose Be­völkerung versuchten sie, auch Den ungarischen Trup­pen Wider st and zu lei st en und die Verkehrs­wege unpassierbar zu machen. Jeder Widerstand und alle Hindernisse würden aber, so heißt es in dem Bericht abschließend, durch die siegreichen ungarischen Truppen überwunden.

Große Veaeifieruna inVudapest

Tanttundgebung

vor der deutschen Gesandschaft.

Budapest, 18. März. (DNB.) Dor der deut­schen Gesandtschaft fand Freitag abend unter. Teilnahme von nahezu 3000 Personen eine große' Kundgebung anläßlich der Rückgliederung der Karpatho-Ukraine an Ungarn statt. An der Kund­gebung nahmen teil: Abordnungen der Frontkämp­fer, der Pfadfinderjugend, der Studentenschaft, der Arbeiterschaft und der Reoisionsliga. Im Namen der ungarischen Bevölkerung richtete der Sprecher der Abordnungen an d e n deutschen Gesandten herzliche Dankesworte für die tat­kräftige Unterstützung, die das Deutsche Reich Ungarn bei der Verfechtung und nunmehrigen

Die Interessen des Reiches vertritt der Reichs- Protektor, der seinen Sitz in Prag hat, die Re- gierung des Protektorats bestätigt, von ihr über alle Maßnahmen unterrichtet werden muß, ihr Ratschläge erteilen und gegen Maßnahmen, von denen er eine Schädigung des Reiches befürchtet, ebenso Einspruch erheben kann wie gegen Gesetze, Verordnungen oder rechtskräftige Gerichtsurteile. Das Protektorat sei­nerseits ist beim Reich durch einen Gesandten ver­treten. Diese Beschränkung der Souveränität, die im Charakter des Protektorats liegt, wird reichlich auf- gewogen durch die Vorteile, die den Bewohnern Böhmens und Mährens, Deutschen sowohl wie Tschechen, durch die Einbeziehungdes Pro­tektorats in den großdeutschen Wirt­schaftsraum zuteil werden. Das Protektorat wird dem Zollgebiet des Deutschen Reiches einge- gliedert, das Reich übernimmt die unmittelbare Aufsicht über das Verkehrs-, Post- und Fernmelde­wesen und die Reichsmark wird im Protektorat gesetzliches Zahlungsmittel, neben ihr bleibt bis auf weiteres die Krone bestehen. Diese Zoll- und Wäh­rungsunion und die zentrale Leitung aller Zweige des Verkehrs schaffen eine Wirtschaftseinheit, die die von verheerender Arbeitslosigkeit heimgesuchten Ge­biete Böhmens und Mährens an den Segnungen des beispiellosen wirtschaftlichen Aufstiegs Groß­deutschlands teilnehmen lasten wird.

So kehren Böhmen und Mähren in die natur­gegebene Ordnung zurück, die sich in einer tausend­jährigen Geschichte zwischen Böhmen und dem Reich, zwischen dem deutschen und dem tschechischen Volk bewährt hat. Nur wenige Jahrzehnte haben die Tschechen in dieser langen Zeitspanne aus dieser Ordnung gelöst und stets war es eine Epoche des Niedergangs ähnlich der kurzen Aera des in Ver­sailles unternommenen Experiments eines eigenen Tschechenstaates, der seine Unfähigkeit zur Organi­sierung eines großen, von verschiedenen Völkern besiedelten Raumes schlagend bewiesen hat. In eng­ster Anlehnung an das Deutsche Reich und in ein­trächtiger Zusammenarbeit mit den Deutschen haben aber die Tschechen unter ihren Premysliden-Herr- schern, unter dem Luxemburger Karl IV. und später unter den Habsburgern Glanzzeiten einer kulturel­len und wirtschaftlichen Entwicklung erlebt, die auch ihnen unvergessen geblieben sind. Eine neue Blüte­zeit wird auch für das tschechische Volk unter der nun vom Großdeutschen Reich übernommenen Schutzherrschaft anbrechen. Daß die Tschechen für die Erhaltung ihrer nationalen Eigenart keine Be­fürchtungen zu hegen brauchen, wie mißgünstige Kritiker des Auslandes es prophezeien. Dafür find gerade die rassischen Grundlagen Der nationalsozia­listischen Politik Die sicherste Bürgschaft. Das zeigt die Großzügigkeit, mit Der Der Erlaß Des Führers über das Reichsprotektorat dem tschechischen Volke weitgreifende Möglichkeiten gibt, sein nationales und kulturelles Leben seiner völkischen Eigenart gemäß selbst zu gestalten. Die gleiche Achtung vor den natürlichen Dolkstumsrechten, Die Das national­sozialistische Deutschland für seine jenseits Der Reichsgrenzen wohnenden Dolkstumsangehörigen fordert, bringt es auch fremdem Volkstum ent­gegen, und es wird sich in einer großzügigen Min­derheitenpolitik, wie ste einer feiner Macht, aber auch feiner Verantwortung bewußten großen Na­tion zukommt, auch in Zukunst von niemandem übertreffen lassen. So wird die Schutzherrschaft Des Großdeutschen Reiches im böhmisch-mährischen Raum, ohne das Eigenleben Des tschechischen Volkes anzutasten, eine neue Ordnung schassen, die jede Wiederkehr eines zermürbenden Dolkstumskampfes ebenso verhindern wird wie die Entstehung eines neuen Gefahrenherdes für den europäischen Frieden. Ader diese neue Ordnung wird auch ins Positive gestaltet der Rahmen fein für ein neues Aufblühen dieses alten Kulturlandes, mit dem uns so viele stolze Erinnerungen einer tausendjährigen Geschichte verbinden.

Fr. W. Lange.

Berlin, 17. März. (DNB.) Aus zahlreichen Hauptstädten kommen Meldungen von der lieber- ____________u ....______ gäbe der tschechischen Gesandtschaften an die diplo- t^n!e "erneut^daß dereits nach der Münchener Ent- malischen Vertreter des Reiches. So hat ber br- cheidung von tschechischer Seite erklärt worden sei, herige tschechische Gesandte in Tokio die Geschäfte ) die Zusammenarbeit mit dem Deut- der Gesandtschaft dem deutschen Botschafter uber- che n Re ich für die Tschechen unumgänglich geben. Gleichfalls hat der deutsche Botschafter b e i m notwendig fei. Zum Schluß forderte er die Vatikan das Gebäude und die Geschäfte der

Reichsprotektorat stellt dte staatsrechtlichen Grundsätze auf, nach denen das Deutsche Reich die ihm angetragene Schutzherrschaft ausüben wird. Protektorat, vom lateinischen protegere = schützen abgeleitet, bedeutet im völkerrechtlichen Sprachge­brauch die Schutzherrschaft, die ein Staat einem anbenn gewährt, einmal nach außen, in dem er ihm die Sicherheit seines Gebiets verbürgt, zum andern im Innern, indem er ihm die freie Entfal­tung feines völkischen Lebens ermöglicht und ihn an den Vorteilen eines großen geschlossenen einheit­lichen Wirtschaftsgebietes teilhaben läßt.

habe ich mich im Einvernehmen mit der Regierung entschlossen, in zwölfter Stunde Schutz bei dem Füh­rer und Reichskanzler Hitler zu erbitten."

Hacha schilderte Dann seine Z u s am men» tunft mit dem Führer, der ihn tief beein­druckt habe. Insbesondere betonte er, daß er mit allen Ehren, die einem Staatsoberhaupt gebühren, empfangen worden fei. Nach eingehender Aussprache und Sicher st ellung der tschechischen na­tionalen Lebensinteressen habe er dem

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