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nschwoll". Man „kolonisierte", indem man Stra» e n und Städte baute, und jede Stadt, die i-e Römer gründeten, war ein Ableger von Rom. n den eroberten Provinzen setzten sie keine freien dauern an, sondern sie schufen höchstens Heirnsttit- in für entlassene Krieger als Zubehöre zu befestig- in Lagern an großen Vertehrsstraßen. „Die rörni- hen Kolonien", heißt cs bei Adam Smith, „ent- onben alle in eroberten Provinzen, die in den meisten Fällen vorher voll bevölkert waren; das römische Imperium war ein Sphäre der Herrschaft, nicht der Siedlung."
Man versteht nun, warum die alten Sachsen im Grunde nur deshalb 30 Jahre Krieg gegen Karl den Troßen führten, um nicht in „coloni“ verwandelt Vi werden. Mochten später weltliche oder geistliche roße Herren auch aus altgermanischem Boden das fränkische „Colonat" einführen, das es gestattete, Anechte zu „Coloni" oder „Colonen" zu befördern, tonen man gegen Zinsvflicht Höfe anvertraute: für bc Inhaber freier „Siedelhöfe" war der neue Stand höherer Hörigkeit nicht nur Gegenstand der Gering- s)ätzung, wie das alte Litentum, sondern auch o'immiger Verachtung. Der alte Stand der Un- fieren hatte als etwas schicksalhaft Bestimmtes ge- f>lten; die verhältnismäßige Unabhängigkeit der ent- chenden neuen Zwisckenklafse der Colonen strömte in Geruch freiheitswrdriaen Strebertums aus.
Es würde zu weit führen, hier ausführlich zu schildern, wie auch im abendländischen Kulturkreise bie Begriffe „Kolonisation" und „Siedlung" (englisch sdtlement) immer weiter von einander abwichen. »»Ionisation wurde zur Umschreibung machtpolitischer Ausweitung des Lebensrau- ip e s eines Volkes ober daran irgendwie beteiligter Psrsonenkreise und Gruppen; Siedlung ist und bleibt Verbindung des Menschlichen mit bem Boden innerhalb eines gegebenen Macht- spelraums. Don „Kolonisten" würde man folgerichtig zum Unterschied von „Siedlern" zu sprechen hoben, wenn es sich um Auswanderer handelt, die sch nicht nur auf fremder Erde festsetzen, sondern bodurch zugleich den Machtspielraum des Staats- vesens, dem sie ursprünglich angehören, ausweiten helfen, also irgendwie als „Eroberer" wirksam sein wetten.
In diesem Sinne können wohl noch die Träger bc mittelalterlichen deutschen O st - vonderung als „Kolonisten" angesprochen roer- bei, nicht aber ihre Nachfolger in der Neuzeit. Spa- lrjlens nach dem Dreißigjährigen Kriege horten brutsche Auswanderer, die über die östlichen Grenzen in fremdes Staatsgebiet zogen, auf, Träger deutscher Machtansprüche zu sein. Soweit es dort schon stich er zur Bildung deutscher „Kolonien" gekommen war, verloren sie jeden politischen Charakter, und wnn sie nach wie vor als solche bezeichnet wurden Ukd auch spätere deutsche bäuerliche Einwanderer bin stolzen Titel „Kolonisten" beibehielten, so waren sie doch in Wirklichkeit Gegenstand kolonisatorischer Wirksamkeit fremder Staatswesen geworden und tonnten im allgemeinen froh sein, wenn sie in bescheidenen Umfange ihren k u l t u r d e u t s ch e n $<irafter behalten und erhalten dursten. Um so Berliner brauchen sich diese nach Millionen zählenden Deutschen Kolonisten" ihre siedlerischen Leistungen dadurch schmälern zu lassen, daß man ihnen post- tishe Absichten unterschiebt, die ihnen von icher jttnlogen. „ „ . .. o ,,
Man schätzte vor dem großen Kriege die Zahl bit deutschen Ansiedler in Rußland (mit Polen utiD Bessarabien) auf weit über zwei Millionen. Da- 10« tarnen auf die polnisch-wolhym ehe Gruppe 3011OOO, die Petersburger und innerrusslsche Gruppe 100 000, die Wolgagruppe 500 OOO, die fubruf|ifd>e gtren 600 000. Der Rest verteilte sich aus verschie- ier.e Teile des europäischen Rußland, Srbinen und Mtelasien. Selbst vor dem Stillen Ozean machten bi6 immer weiter nach Osten ausschwärmenden Zuge bischer Siedler nicht halt. Sie standen mit m erster Aei he, als die Prärien des fernen Westens der D e r- Uni g ten Staaten und später West kana- los aufgeschlossen wurden. Nordamerikanische und
„Deutsche Kolonisten."
-oon Otto Vordach.
Eine sprachliche Unklarheit drohte zu einem ver- jängnisDotten Mittel deutschfeindlicher Propaganda ;u werden. Man spricht von „deutschen Kolonisten" md meint damit deutsche Siedler auf fremder Erde, die oder deren Vorfahren nie etwas mit deutscher Politik, geschweige deutscher Kolonial- Politik zu tun hatten. Da diese über den ganzen Erdball verstreuten deutschstämmigen Siedler sich ober selbst mit Stolz „deutsche Kolonisten" nennen, Io ist es leicht, sie zu verdächtigen, daß sie bewußte fertiger irgendwelcher gegenwärtigen ober noch zu ceroärtigenben reichsdeutschen Ansprüche pien. So konnte es erst kürzlich geschehen, daß ein ßroßes argentinisches Blatt jene von Wa hington aus geflissentlich verbreiteten Verleumdungen, als träumten maßgebende Kreise im Dritten Reich so- ßyr von kolonialpolitischer Betätigung auf üdame- rikanischer Erde, damit entschuldigen zu dürfen glaubte, daß sich deutsche Siedlungen in Argentinien lind anderwärts als „Kolonien" bezeichneten und von reichsdeutschen Blättern so bezeichnet würden. Das müsse aufhören! Es gebe keine „deutschen Koloristen" in Argentinien, sondern nur Einwanderer deutscher Herkunft.
Nun hört sich ein solcher Rat leichter an, als daß <r sich befolgen läßt. Sprachgewohnheiten lassen sich chwer ausrotten, und für viele Millionen deutsch- lämmiger Flüchtlinge aus osteuropäischen Sied- imgsräumen, die heute im paneuropäischen Raum mherirren und nichts sehnlicher wünschen, als daß lan sie irgendwo als harmlose Siedler dulde, be- eutet das Wort „deutscher Kolonist" einen fd)Ied)= erbings unentbehrlichen Beftandteil ihres, oft zu tnem kläglichen Rest zusammengeschrumpften an» eftammten Sprachguts. Man würbe sie vergebens u überzeugen suchen, daß sie dieses Wort zu staats- esährlicken Elementen stemple, und daß sie auf» orten, für solche zu gelten, wenn sie sich anders ezeichneten und anders bezeichnen ließen. Im übri. en kann auch nichts als böser Wille deutsch- lämmige Einwanderer aus mittel- oder osteuroptii- chen Siedlungsrtiumen, um die es sich gewöhnlich lanbelt, deswegen für politisch verdächtig nehmen, jeil sie fick fstr „Kolonisten" geben.
Daß es sich um eine Sprachunklarheit handelt und me reinliche Unterscheidung zwischen den Begriffen. Kolonisation" und „S i e b I u n g" im deut- chen Sprachgebrauch erstrebenswert wäre, soll nicht icpritten werden. Die Wörter .Kolonie" und Kolo- ist" stammen aus dem Lateinischen. Wenn cplonus“ auch ursprünglich „Baue r" hieß, so »ar die Kolomsation der alten Römer doch macht-- olitisch entartet, als sie mit den Germanen in Berührung kamen. Ihr Bauerntum war fast restlos ufgelöst. Sklaven und fremde unfreie ober halb- reie Siedler bestellten für sie den Boden. Die Ent- ittung Roms als Weltmacht bedeutete nach Gibbon
kanadische Bürger „rußlanddeutscher" Her» tun ft zahlten schon vor dem großen Kriege nach Hunderttausenden. Seitdem soll sich nach einer Schätzung der „Deutschen Post aus dem Osten" die Zahl der auf der gesamten westlichen Erdhälste lebenden „Rußlanddeutschen" fast verdoppelt haben, während es in der Sowjetunion kaum noch 900 000 ehemalige „deutsche Kolonisten" geben mag, die, früher meist stolze Herren auf eigenem Boden, heute großenteils in Arbeitslagern ein kärgliches Leben fristen.
Vom Stammlande aus wurde diese neuzeitliche Volksdeutsche Ost-Wanderung und «Siedlung in keiner Weise begünstigt ober geförbert. Es handelte ich im Anfang immer um russische Äoloni- ation mit deutschen Menschen, hernach um Ausnützung jedes sich bietenden Bewegungsspiel, raums, der sich den in ein fremdes Land ‘gerufenen deutschen Ansiedlern bot. Während Russen und Angelsachsen miteinander wetteiferten im Stil der alten Römer „Kolonisation" zu treiben, wurde deutsche Dolkskraft in den von ihnen eroberten Gebieten eingesetzt, die besten Getreideböden der Erbe ür den Weltverkehr aufzuschließen. Das hatte frei» lieh zur Folge, daß große Teile des besten Landes der verschiedensten Gegenden innerhalb des abendländischen Kulturkreises in die Hägbe von deutschen Menschen gerieten, die ihre Eigentumsrechte durch ehrliche Arbeit erworben hatten.
Das ging solange gut, wie die deutsche Heimat nicht wieder zum Schauplatz einer in die große weite Welt hinausgreifenden Machtgestaltung werben konnte. Das Gedeihen ber deutschen „Kolonien" in Südrußland hatte viel damit zu tun, daß England nach den napoleonischen Kriegen im europäischen Raume eine Kornkammer brauchte, bevor der Vormarsch nordamerikanischer Siedler über die Alleghanies hinaus weit genug vorgedrungen war. Für die Organe der Zarenregierung waren die von ihnen selbst gerufenen deutschen Bauern willkommene Pioniere, die die altansässigen Bauern zur Nacheiferung anspornten.
Weder in England noch in Rußland machte man sich irgendwelche Gedanken, daß das Anwachsen der Zahl und des Wohlstandes deutscher Siedlungen in osteuropäischen Ländern einen politisch bedrohlichen Charakter annehmen könnte. Während eines jahrhundertelangen politischen Schwächezustandes der deutschen Stammlande hatte sich das Deutschtum auf fremder Erde als ordnungs- und ruheliebendes Element bewährt, das sich überall damit begnügte, nach feinen Arbeitsleistungen bewertet zu werden. Es neigte selbst bann nicht zu aufrührerischen Hanblungen, wenn es ungerechten Bedrückungen durch die fremde Staatsgewalt ausgesetzt mar. Dennoch wurde es von dem Augenblick an zum Gegenstände einer weltumspannenden politischen Verschwörer umgelogen. Gegen ihn gerichtete „Liquidationsgesetze" waren der Schwanengesang des sterbenden Zarismus; der Bolschewismus setzte in dieser Hinsicht ein vom alten Regime begonnenes Werk nach einer Pause nur mit gründlicheren Der- fahrungsweisen fort. In den angelsächsischen Reichen wird die aus den Jahren des großen Krieges sattsam bekannte Greuelpropaganda in dem Maße wieder ausgenommen, wie es nicht gelingen will, bem wie ein Phönix aus ber Asche des alten Deutschland aufgestiegenen Dritten Reich die Flügel zu stutzen. Es ist aber gewiß nicht die Schuld „deutscher Kolonisten", wenn sie üeberatt auf ihrer Wanderung um die Erde zu dem Bewußtsein erwachen, daß ihnen nur mehr eine wieder mächtige Heimat dazu verhelfen kann, auf fremdem Boden die Früchte ehrlicher Arbeit zu genießen.
„3eber hilft hei der Betriebsgestaltung."
Eine neue Aktion der TAF.
Berlin, 18. Febr. (DNB.) Auf einem Appell im Berliner Sportpalast wurde eine -neue Aktion der Deutschen Arbeitsfront eröffnet: „Jeder hilft bei ber Betriebsgestaltung", Der Leiter des Amtes für Berufserziehung in ber DAF., Professor Dr. Arn- hold, und der Gauobmann der DAF;, Span- g e n b e r g , entwickelten die Grundsätze einer Be- triebsgeftaltung, die bei gering ft em Kraftaufwand bie höchstmöglicheLeistung verbürgt. Professor Arnhold befaßte sich mit bem Problem des Arbeitseinsatzes. Er wies darauf hin, daß durch die Heranführung des rechten Mannes an den rechten Arbeitsplatz die Leistung zahlreicher betriebe um fünf Prozent, durch eine zusätzliche Schulung sogar um zehn Prozent gestiegen ist. Dazu fomrrte die Steigerung der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen durch besondere Schulung, so daß mit dem Ansteigen ber Einzelleistungen gleichzeitig ein Wachsen ber Gesamtleistung zu verzeichnen ist. Professor Arnhold betonte die Wichtigkeit der Lehrwerkstätten, in denen der beste Facharbeiter der Welt heranwachse. Eine neue Betriebsordnung werde die technischen und seelischen Hemmnisse im Betriebe beseitigen helfen, um die Höchstleistung mit geringstem Kraftaufwand zu erreichen. Der deutsche Betriebsführer müsse dabei Vorbild und zugleich Kamerad sein.
Wiesbaden senkt Steuern und Gebühren.
LPD. Wiesbaden, 17. Febr. In der Sitzung der Ratsherren am Freitag wurde die Senkung von Steuern und Gebühren mitgeteilt. Durch eine sparsame Bewirtschaftung war es bei der M u l l - abfuhr möglich, nicht nur die erforderlichen Rückstellungen für die Erneuerung und die Verbesserung der Einrichtungen und Geräte zu machen, sondern auch noch einen Betrag von 24000 RM. zu erübrigen, ber nun für bie Herabsetzung der Gebühren verwandt wird. So ist u. a. ber feste Satz von jährlich 27 RM. auf 24 RM. ermäßigt worden, desgleichen die dementsprechenden Sätze für Siedlung und Kleinhtiu|er. Eine weitere Verbesserung wurde bei der D e r • qnügungsfteucr vorgenommen. Der hierdurch für die Stadtkasse entstehende Ausfall beträgt etwa 15 ÖOÖ RM. ober rund ein Zehntel des Jahressolls. Weitere für die Förderung der Kurinteresien bedeutsame Vorlagen wie die Verschönerung der Wilhelmstraße durch Anlage eines Grünstreifen.s anstelle des seitherigen Parkplatzes, die Errichtung einer massiven Tribüne auf dem Turnierplatz unter den Eichen und die Schaffung einer ^chank- stelle für Faulbrunnenwasser m der Brunnenko- lonnabe, fanden die Zustimmung ber Ratsherren.
Der Gtief der rotspanischen
Truppenführung zurückgetreten.
«Baris, 18. Febr. (DNB. Funkipruch.) Nach einer Meldung ber Agentur Radio aus Perpignan hat der Chef der rotspanischen Truppenführung, R djo , der nach bem Zusammenbruch der katalanischen
Front tn Frankreich Zuflucht gesucht hatte und auch in den letzten Tagen mit Azana und anderen rotspanischen Regierungsmitgliedern Besprechunaen gehabt haben soll, nach seiner Rückkehr nach Perpignan den rotspanischen Kommunistenhäuptlingen seinen Rücktritt eingereicht. Rojo soll überzeugt sein, daß jeder weitere Kampf unnütz sei und daß neues Blutvergießen unter Spaniern vermieden werde müsse. Rojo hat sich nach Dernet-Les-Bains (Ostpyrentien) zu seiner Familie begeben.
Aus aller Welt.
Grippe Epidemie in Leningrad.
In Leningrad, bas mit 2 740 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Sowjetunion ist, find schätzungsweise 10 v. H. ber Bevölkerung an Grippe erkrankt. Ein großer Teil ber Fälle ist ernster Natur. Die Krankenhäuser sinb nicht in ber Lage, alle Franken aufzunehmen. Auch hat sich erwiesen, daß die pharmazeutische Inbustrie nicht in ber Lage ist, ausreichende Mengen von Arzneimitteln zu liefern.
Unglücklicher Ausgang einer Flugveranslallung in Polen.
Bei einer flugsportlichen Veranstaltung in Lublin mußten 26 Maschinen, bie sich auf einen Streckenflug begeben hatten, kurz nach dem Start infolge
dichten Nebel? entweder wieder zurvckfNegen obe? unterwegs notlanden. Drei Flugzeuge werden vermißt, und alle Bemühungen, sie aufzufinden, blieben bisher erfolglos. Ein Flugzeug des Bereitschaftsdienstes, das sich an der Suchaktion beteiligte, stieß gegen einen Baum und ging in Trümmer. Die drei Insassen wurden lebensgefährlich verletzt.
Sühne für einen Mord.
Berlin, 17. Febr. (DNB.) Am 17. Februar 1939 wurde der am 2. Januar 1897 in Ober-Nassau bei Thorn geborene Wilhelm Stechert hingerichtet, der vom Schwurgericht in Neustrelitz wegen Mordes zum Tode oerurteilt worden ist.
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Wilhelm Stechert hat auf ber Landstraße zwischen Wokuhl und Fürstensee den auf einer Bestellfahrt befindlichen Posthelfer Bemme heimtückisch erschossen.
Bauernarbeit, Va« Fundament unserer Volkswirtschaft. Don Geheimrat Dr. Adolf Weber, Professor der Nationalökonomie an der Universität München
Wer, wie Verfasser dieser Zeilen, in einer Bauernfamilie herangewalhsen ist, dann in die Stadt kam und nun die Arbeitsleistungen hier und dort miteinander vergleichen konnte, weiß, daß der Bäuerin unter den schaffenden Menschen ber erste Platz, der Königsplatz sozusagen, gebührt. Was sie tagaus, tagein wirkt, ist eine Hanb- und auch — was ber Stäbter meist nicht weiß — Kopfarbeit, die so umfangreich und mannigfaltig ist, daß sie schwer ihresgleichen findet, lieber die Wichtigkeit wird jedermann Bescheid wissen, wenn er sich einmal klar macht, was Brot und Milch für uns bedeuten. Und dazu schenkt diese Bäuerin ihrem Volke auch noch zahlreiche gerftig und körperliche gesunde Menschen und sorgt für ihren Aufwuchs! Wir nannten das Menschenalter vor bem Kriege die „Zeit des sozialen Fortschritts" und dachten dabei an all das, was im Interesse des Arbeiterschutzes geschehen war. Um bie Bäuerin hat sich in biefer Zeit kaum jemanb bemüht. Einen Achtstunbentag hat sie nie für sich beansprucht. Auch für die Zeit vor 1933 gibt es keine groteskere Stellung, als daß die Bäuerin mit ihren Arbeitskameradinnen in gemeinsamen Kundgebungen etwa für Arbeitszeitverkürzunaen ein- getreten märe. Dabei empfand und empfindet sie bei ihrer Arbeit viel mehr Freude als Leid und Mühe, weil sie für ihren Hof und ihre Leute tätig ist. Sie las vielleicht auch bie oft zitierten Worte Macauleys: „Einige Stunben Muße, an jebem Tage wieberkehrenb, müssen bert ganzen Menschen physisch, moralisch, geistig verbessern, und bie Verbesserung des Menschen wirb alles verbessern, was ber Mensch erzeugt." Das mußte ber Bäuerin wie ein Märchen klingen: Einige Stunden Muße an jedem Tage wiederkehrend! Die Leutenot auf bem Lande, bie heutzutage gerade den Bauernhof heimfucht, hat nun bas Maß zum Ueberlaufen voll gemacht. So geht es nicht weiter! Wir dürfen in unserer Volkswirtschaft, die d i e Arbeit al s ihr Fundament betrachtet, das wertvollste Stück dieses Fundaments durch e i n Uebermaß der Inanspruchnahme nicht noch mehr gefährden.
Auch vor dem Kriege gab es eine „Seutenot" auf bem Lande. Sie war aber damals vorzugsweise ein Problem des Großbetriebes. Die Enkel unserer Großagrarier hatten für die Schuld der Väter zu büßen. Einst wollte der Freiherr vom Stein weitblickend auf ber Grundlage des Edikts vom 14. September 1811 eine „schätzenswerte Klasse fleißiger Eigentümer" auf dem Lande sichern und durch das „Stteben, solche zu werden" mehren. Der ostelbische Großgrundbesitz zertrümmerte das Werk Steins durch die dem König abgepreßte Defloration vom Jahre 1816, bie es den Großgrundbesitzern zwar erlaubte, Bauernland in Herrenland zu verwandeln, die aber bie Zahl ber „fleißigen Hänbe" auf bem ßanbe rasch verminderte, weil sie bem Zug in die Stadt zur Industrie Vorschub leistete. Heute wird die Knappheit an Arbeitskräften im Großbetrieb weniger stark gespürt als im Kleinbetrieb. Technische und organisatorische Behelfe machen es dem Großbetrieb möglich, mit einem wesentlich g e -
r i n g e r e n Arbeitsstamm auszukommen als einst. Aber auch in manchem Großbetrieb ist der erforderlich gewordene Einsatz ausländischer Arbeitskräfte ein bedrohliches Menetekel. Was nützt uns die in erfolgreicher Erzeugungsschlacht errungene Nahrungsfreiheit, wenn zwar auf heimischem Boden mehr heimische Produkte erzeugt werden, wenn dafür aber wichtigste Produktionsmittel, bie menschliche Arbeitskraft, in zunehmendem Maße vom Ausland geliefert werden muß?
Mit bloß gelegentlichen Aushilfen ist namentlich dem Bauernhof nichtentscheidendgedient. Bauernarbeit ist keine ungelernte, sondern gelernte Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes, die von Kindesbeinen an mitgeleistet werden muß, wenn sie die bodenständige Arbeit fein soll, die wir brauchen. Die Maschine kann zwar manche Arbeit auf dem Bauernhof erleichtern, aber gerade dann, wenn es sich um veredelte Erzeugnisse der Landwirtschaft handelt, kann die menschliche Arbeitsleistung nur in bescheidenem Maße durch eine noch so klug ausgedachte Maschine ersetzt werden. Abgesehen davon, daß bei dem derzeitigen Verhältnis von Kosten und Ertrag die Mittel für A n - schaffung wertvoller Geräte nicht erübrigt werden können, ist es eine volkswirtschaftliche Selbstverständlichkeit, wenn davon gesprochen wird, daß zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe vor der Entscheidung stchen, ob sie /*ur extensiven Bewirtschaftung übergehen sollen; denn dadurch kann der Aufwand an laufenden Betriebsmitteln und an persönlicher Arbeit ver- mindert werden, freilich aus Ko st en des Ertrages, und zwar insbesondere auf Kosten des Teiles des Ertrages, der an den Markt kommt. Das würde bedeuten, daß wertvolles Terrain, das in der Erzeugungsschlacht gewonnen wurde, wieder preisgegeben werden mußte.
Gewiß ist das Problem in erster Linie eine Frage ber Erziehung, eine Frage der psychologischen Beeinflussung des Volkes. Aber dadurch kann man aus Menschen noch nicht Engel machen, bie auf ben gerechten irdischen Lohn verzichten. Wir lehnen heute grundsätzlich den freien Konkurrenzkampf zwecks Bewertung der wirtschaftlichen Leistungen und Gegenleistungen ab. Wir wollen an dessen Stelle den „wirtschaftlichen Leistungszusam- menhang^ setzen, tut man bas aber, bann muß man zum Ergebnis kommen, daß die bäuerliche Arbeit verhältnismäßig unterbewertet wird. Zieht man daraus nicht die richtige Folgerung, bann wird alles das, was zur Lösung des Problems ber Leutenot getan und vorgeschlagen wird — so schön und so gut es auch im einzelnen fein mag —, doch Stückwerk bleiben. Würde freilich die materielle Besserstellung der Bauernfamil'e dadurch erreicht, daß die lebensnotwendigen Bedürfnisse der breiten Masse verteuert werden, dann hieße das, den Teufel durch Beelzebub austreiben; benn mit dem so verteuerten realen Einkommen müßte bie Kaufkraft und damit bie Aufnahmefähigkeit gerade für die veredelten Erzeugnisse, die der Bauernbettieb in erster Linie liefert, herabgesetzt werden.
Geschichten ans aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wetterausfichten für Helsinki.
A. S. Helsinki.
Der Zeitpunkt der Olympischen Spiele 1940 ist in die allgemeine Schönwetterperiode gelegt worden, so daß aller Voraussicht nach der Wettergott keinen Strich durch die Rechnung machen wird. Nach langjährigen Feststellungen betragen die Temperaturen im Juli durchschnittlich 18 Grad Celsius. Während der finnischen Leichtathletikmeisterschaften, die im Jahre 1938 im selben Zeitpunkt durchgeführt wurden, hat man sogar Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius gemessen. Dazu kommt noch, daß die Temperaturen auch in ben Abenbstunden noch sehr hoch sind, denn Helsinki ist fast ringsum von Wasser umgeben, bas sich tagsüber sehr stark erwärmt. Die Sonne scheint selbst noch Anfang August täglich 16 Stunden lang und die Dämmerung geht nur sehr langsam in Dunkelheit über. Die Olympischen Spiele fallen noch in die Zeit der hellen Nächte, in denen es überhaupt kaum dunkel wird.
Ein Denkmal für das letzte Kamel.
C. K. N e u y o r k.
In der Nähe von Marquahala in Arizona erhebt sich eine Pyramide aus versteinertemHolz, die von vier gewaltigen Säulen flankiert wird. Auf dem Gipfel zeichnet sich gegen den Himmel die Silhouette eines großen Kamels in Bronze ab. Dieses seltsame, wenig bekannte Bauwerk ist das Grabmal von Hi Jolly und seinem letzten Kamel. Es wissen auch nur wenige, daß bis vor etwa einem Dutzend Jahren Ka- mele in wildem Zustand in den Ebenen von West- Texas und Arizona umherstreisten. Wie diese Ka- mele nach Amerika gekommen sind? Das ist eine
merkwürdige Geschichte. Im Icrhre 1856 machte das amerikanische Heer den Versuch, eine Kompanie von Kamelreitern aufzustellen und lies zu diesem Zweck aus Afrika 75 Laufkamele kommen. Der Kameltreiber Hadji Ali, ein Syrier, begleitete sie; ba sein Name ben Amerikanern etwas umständlich schien, nannten sie ihn bald einfacher Hi Jolly. Der Versuch hatte keinen Erfolg. Die empfindlichen Hufe der Kamele konnten sich nicht an bie Härten ber amerikanischen Straßen gewöhnen. Dazu kam, baß ber seltsame Anblick dieser Tiere die Pferde erschreckte, so daß sie scheuten, ebenso die Maulesel, und sogar bei ben Fußsolbaten des amerikanischen Heeres und bei ben Pionieren, die nach dem Westen zogen, entstand eine Art Panik. Auf Grund dieser Erfahrungen verzichtete man auf ben Gedanken, Kamelreiterkorps aufzustellen. Die einmal gcholten Kamele ließ man einfach frei, und, sich selbst überlassen, hielten sie sich in Wild-West noch eine ganze Zeit, starben aber schließlich völlig aus.
Tie schwarze Katze war dran schuld.
Ndz. Kopenhagen.
„Die schwarze Katze war schuld" So verteidigten sich vor dem Rathausgericht in Helsingör vier des Einbruchsdiebstahls überführte junge Burschen. Sie woll. ten nach ihrer Verteidigungsrede vor Gericht in bem — noch nicht bezahlten —Auto des einen Fahrtteilnehmers einen Ausflug unternehmen. Plötzlich jprang eine große schwarze Katze über ihren Weg. Der abergläubische Kraftwagenlenker entschloß sich daher zum Wenden und fuhr in einen stillen Seitenweg. Nach wenigen huiidert Metern erschien wieder eine schwarze Katze auf der Straßemnitte. Angesicht» des zwetten Unglücksboten brachte matt den Wagen zum Halten und suchte Schutz in einer nahegelegenen einsamen Villa. Zufällig war die


