Ausgabe 
18.2.1939
 
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ht der Zukunst allein geeignet fein konnten, diesen Verkehr zu bewältigen. Was das Reich auf diesem Gebiet geleistet hat, übertrifft alles Gewesene der Vergangenheit und Vorhandene der Gegenwart. Ehe noch ein Jahr vergangen sein wird, stehen dem deut- schen Kraftwagenverkehr schon 4000 Kilome­ter Autobahn zur Verfügung und Zehntau­send- Kilometer verbesserter und in Ordnung ge­brachter sonstiger Straßen. Gerade dieses Straßen- netz wird aber auch, nationalpolitisch gesehen, mit- helfen, das Gefühl der deutschen Volks- und Reichseinheit zu verstärken. Es sind dies nicht nur Wege des Verkehrs der Gegenwart, son- dern im wahrsten Sinne Straßen in die große deutsche Zukunft.

5. Um diese Motorisierung von außerhalb Deutsch­lands gelegenen Faktoren unabhängig zu machen, wurde imRahmendesDierjahresplanes darangegangen, eine eigene, vom Ausland u n abhängige Rohstoffbasis zu schaffen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind schon heute nach we­nigen Jahren wahrhaft gewaltige. Sie führten zum Teil auch zu umwälzenden neuen Erfin­dung e n , deren überlegener Wert eine weitere Verwendung früherer Rohstoffe selbst dann aus­schließen werde, wenn sie uns in Zukunft wieder unbegrenzt zur Verfügung stünden.

Beim Ueberbtlrfen dieser Tatsachen, die eben- so große Erfolge einhatten, finden wir als schlagendste Bestätigung die gewaltig ge­stiegene produktionsziffer, den außerordentlich gehobenen Export, die Verbilligung zahlreicher wagen und Mo­torräder und ihre ausgezeichnete technische Durcharbeitung. Die Ausstellung, die ich heute eröffne, wird Ihnen eine glanzende Bestätigung des Vorgebrachten erbringen. Dennoch bleiben uns neben vielen kleineren oder miNaufenden Aufgaben einige große noch zu erfüllen.

Es ist verständlich, daß in der Zeit des schweren Ringens um den Absatz die einzelnen Fabriken in einer mehr oder weniger nervösen Unruhe den Markt und seine Bedürfnisse abzutasten versuchten und sich wie ich es schon in meiner letzten Rede erwähnte auf jedes erfolgver­sprechende Modell stürzten, ohne Rück­sicht auf die Zahl der mit der gleichen Type be­schäftigten Fabriken und damit ohne Beachtung der dadurch letzten Endes für die einzelne Fabrik noch möglichen Größe der Serien. So wurde die an sich in bestimmten Typen liegende denkbare Ver­billigung durch die gegenseitige Konkurrenz wieder aufgehoben. Es war unter diesen Umständen weiter begreiflich, wenn in dem rück­sichtslosen Kampf um den Kunden eine fort­gesetzte Ueberspitzung der konstruk- tiven Entwicklung stattfand, die nur zu oft selbst den unwesentlichsten Neuerungen nachgab, ein­fach unter dem Druck des vermeintlichen Zwanges, durch ein solches besonderes Entgegenkommen sich den wählerischen Kunden empfehlen zu müssen.

Die Bedingungen, die nun zu dieser technisch und kaufmännisch unerwünschten Zeiterscheinung führten, gibt es heute nicht mehr. D'e Aufgabe der deutschen Automobilindustrie ist es heute weniger Kunden zu suchen, als vielmehr die vorhan­denen Käufer zu befriedigen. Der Be­darf an Kraftwagen ist ungeheuer. Die Befriedigung dieses Bedarfs erfordert aber:

a) eine billige Preisgestaltung. Man kann dieser Bedingung auf die Dauer aber in er- forderlichem Ausmaß nur dann genügen, wenn d i e Typenproduktion geordnet wird, d. h. wenn die einzelnen Firmen sich auf ganz wenige Typen einigen und beschran­ken, ja, wenn im Gesamten überhaupt eine Ver­einfachung unseres Typenprogramms vorgenommen wird. Es ist wichtiger, die Gesamtzahl unserer Kraftwagenproduktion zu erhöhen, als das Typen­programm im einzelnen bis ins Unbegrenzte aufzu­splittern und damit zwangsläufig die Gesamtproduk­tion zu erschweren ober gar zu senken:

b) man wird diesem Erfordernis einer erträg­lichen Preisgestaltung aber weiter auch nur dann gerecht werden können, wenn die Gewichte der einzelnen, besonders in Massenserien herzustellenden Wagen wesentliche Senkungen erfahren Jedes Kilogramm Stahl, das unnotwendigerweise an einem Automobil mitgeschleppt wird, verteu- e r t nicht nur die Entstehung und damit A n - s ch a f f u n g s k o st e n des Wagens, sondern auch die Kosten seiner Erhaltung. Es führt zum vermehrten Benzinverbrauch, zur verstärkten Ab- -Nutzung der Reifen und zur erhöhten Inanspruch­nahme der Straßen. Darüber hinaus b e l a st e t ein Kraftwagen, der 3000 Kilogramm wiegt und nur Das schafft, was mit 2000 Kilogramm ebenfalls ge- Leistet werden könnte, unsere Rohstoffbasis Zwei solche Wagen nehmen einem möglichen dritten Die materielle Voraussetzung einfach weg.

Ich habe Verständnis dafür, daß am Ende die Industrie aus Eigenem zu einer solchen Ordnung ihrer Produktion nicht kommen konnte. Ich habe mich deshalb entschlossen, für die Durchführung die­ser Gesamtausgaben in Oberst von Schell einen cGeneralbeauftragten einzusetzen, der nun­mehr im Rahmen des Dierjahresplanes die für alle Stellen bindenden Anordnungen gibt. Seine Tätig­keit hat schon jetzt zu außerordentlichen und erfolg­versprechenden Ergebnissen geführt. Die daraus zwangsläufig kommende weitere Verbilli­gung unserer Kraftwagenproduktion wird sich auch im Auslandsgeschäft nur günstig auswirken.

2. Als gewaltigstes reales Bekenntnis zu diesen Auffassungen hat der neue Volkswagen zu gelten. Den Bau seines Werkes mit höchster Ener­gie vorwärts zu treiben, ist die Aufgabe der Be­rufenen. Es ist für mich nunmehr aber eine auf­richtige Freude, in dieser Ausstellung zum ersten­mal den Wagen selbst zeigen zu können. Sein genialer Chefkonstrukteur hat mit ihm dem deutschen Volk und auch der deutschen Wirtschaft einen außerordentlichen Wert geschenkt. Es wird runmehr unsere Sorge fein, olle Bemühungen zu jördern, um in kürzester Zeit in die Massen­produktion eintreten zu können.

3. Die nunmehr, und gerade durch den Volks- vagen und die kommenden billigen Last- l r a f t w a g e n eintretende außerordentliche Der- Achtung unseres motoristischen Verkehrs zwingt zu len umfassendsten Vorkehrungen gegen die Äerkehrsunsicherheit.

Das deutsche Volk bringt zur Zeit in je 6 Jahren $ enau so viel Tote dem Verkehr als f er wie der deutsch-französische Krieg 1870/71 in gesamten an Gefallenen gefordert hat. Dies> ist ein unerträglicher Zu st and. So sehr schon lüsher gewisse wohltuende Wirkungen aus der Zu- fnmmenarbeit von staatlichen, Parteibehörden und tem Einsatz der Verkehrspolizei und NSKK-Pa« oulllen feststellbar sind» so wenig können die Re- jEate füs die Zukunft ÄS befriedigend odLx such

nur als tragbar angesehen werden. Es sind vor allem einige grundsätzliche Erkenntnisse und Pflich- ten dem gesamten deutschen Verkehr einzuprägen:

Denn heute, sei es durch einen Lokomotiv­führer ober einen Weichensteller der Eisenbahn ein Anglück verschuldet worden ist. dann wird der verantwortliche als gewissenloser, das Le­ben seiner Mitmenschen mißachtender Verbrecher angesehen und bestraft, wer im Kraftwagen fährt, tragt die gleiche Verantwor­tung nicht nur für sein eigenes Leben, denn bas kann ihm vielleicht gleichgültig oder wert- los sein, sondern vor allem für das Leben seiner Mitmenschen, wer damit aber leichtfertig umgeht, handelt verbreche- !Lb gewissenlos. Die Menschen, «e die Twton jährlich um rund 7000 Tote, um 3040 000 verletzte bringen, sind Schäd- Hnge am Volk. Ihre Handlungsweise ist eine verantwortungslose, ihre Be- ffrafung ist daher eine selbstverständliche, soweit He nicht durch ihren eigenen Tob ber Vergel- fung durch die Volksgemeinschaft entzogen wor­ben finb.

ist überhaupt keine Kunst, schnell 3U lehren und dabei auch noch das Leben ande- rer Menschen zu bedrohen, sondern es ist eine Kunst, N ch e r, d. h. vorsichtig zu fahren. Unvorsichtig- keit und zu große Schnelligkeit sind meist identische Ursachen von Verkehrsunfällen. Es ist dabei nur traurig zu wissen, daß ein großer Teil all derer, ?Le Kraftwagen benutzen, ohne weiteres die 10, 20 oder 30 Minuten Zeit zugeben könnten, die durch ihre Wahnsinnsraserei im glücklichsten Falle selbst auf weiten Strecken einzusparen vermögen.

Es ist hier eine Aufgabe gestellt für die sämtlichen mit der Erziehung des Kraftfahrers beauftragten Faktoren. Es ist darauf hinzuweisen, daß die neuen deutschen Straßen, und besonders die Reichsauto­bahnen ihren Wert gerade darin besitzen, daß sie es dem Autofahrer ermöglichen, selbst bei geringen Spit- zenschnelliqkeiten einen hohen Durchschnitt zu erzielen. Die Reichsautobahnen sind nicht, wie viele zu denken glauben, für 120 oder 140 Kilometer Spitzenschnelligkeit' gebaut, sondern für sagen wir 80 Kilometer Durchschnitt. Dieser wird aber schon möglich beim Einhalten von fast der gleichen Spitzenschnelligkeit. Das Ergebnis liegt dann auf groften Strecken heute noch immer wesentlich über der Fahrzeit unserer allerschnellsten Züge.

Grundsätzlich aber ist es überhaupt un- nationalsozialistisch, seinen anderen Volks- genossen gegenüber rücksichtslos zu sein. Ich

will daher heute an dieser Stelle die Erwartung aussprechen, daß besonders die Vertreter national­sozialistischer Institutionen auch auf diesem Gebiet das sonst bloße Lippenbekenntnis zur Volksgemein­schaft in eine selbstverständliche Handlungsweise umsetzen.

Davon aber abgesehen ist es auch v o m S t a n d- punkt unserer nationalen Roh st off- wirtschaft sinnlos, mit einem Tempo zu fahren, das zum doppelten, ja drei, und vierfachen Reifen­konsum führt, und selbstverständlich auch den Brennstoff nur ungenügend ausnützen läßt.

Vie Höchstleistungen und Schnelligkeiten unserer wagen werden im allgemeinen ohnehin durch unsere Rennwagen und ihre Fahrer und durch die für die Motorisierung Berufenen nachge­wiesen und benötigen nicht der Bestätigung durch mehr ober wenioer dilettantische Fahr- künstler. Für biefe unb überhaupt alle übrigen Straßenbenuher hat ber Grundsatz ber Rücksichtnah rne auf bie Mitmenschen be­stimmend zu sein, andernfalls die Volksgemein­schaft und ber Staat auch ihnen gegen­über keinerlei Rücksicht kennen wird. Es muß unser aller Ziel sein, unser Land nicht nur zu einem Land des dichtesten, sondern vor allem auch des sichersten Verkehrs zu ma­chen» 3m Sinne der Erhaltung dieser Verkehrs­sicherheit ist der Staat auch entschlossen, ver­brecherische Elemente, Autofallen st eller, Droschkenräuber und Mörder, unbarmher­zig zu vernichten und auszurotten.

Ich möchte nun den heutigen Tag wieder wahr­nehmen, um all denen zu danken, die, sei es durch ihre Tüchtigkeit als Kaufleute, sei es durch ihre Genialität als Erfinder, Ingenieure und Techniker oder durch ihre hervorragenden Lei­stungen als Mei st er und Arbeiter beige­tragen hoben, unserer deutschen Automobil- und Mo- torradindustrie nicht nur die innere Bedeutung, son­dern auch ihren Weltruf zu erringen. Das deutsche Volk kann heute wahrhaft stolz sein auf die Wun­derwerke einer Industrie, die in diesem Lande einst ihre ersten praktischen Versuche unternahm. Mit diesen gleichen Gefühlen erkläre ich die Internatio- nole Automobil- und Motorrad-Ausstellung 1939 in Berlin für eröffnet.

Korpsführer Hühnlein gab dem Danke aller Ausdruck. Machtvoll hallte der Gesang der National­hymnen durch die Halle. Nach dem Fahnenausmarsch trat der Führer mit seiner Begleitung einen länge­ren Rundgang durch die Ausstellung an.

Ein erster Rnndgam des Führers.

Auf einem fast dreistündigen Rund-gang durch die Autoschau begrüßte der Führer an jedem von ihm besuchten Stand den Betriebsführer und ließ sich über die Sonderleistungen feiner Fabrikation berichten. Er versäumte es auch nicht, sich die Stände der ausländischen Firmen an- zuschen, wo er von dem jeweiligen Missionschef begrüßt wurde. Nach über einstündiger Besichtigung der Halle der Personenwagen und Personenwagen- farofferien ließ sich ber Führer die Motorräder und anschließend in der Halle II die Nutzlastfahr- zeuge zeigen. In der Halle VIII wurde er vom Leiter der Fachgruppe Nutzwagenaufbauten und Anhänger, Direktor Rahm, begrüßt. In der Ma­urenhalle besichtigte der Führer eingehend im Oft- kugel die Sonderfahrzeuge für das Deutsche Rote Kreuz. Im hohen Ehrenraum der Halle IX wurde der Führer von Reichsleiter Dr. L e y begrüßt. Der Konstrukteur des KdF.-Wagens, Dr. Porsche, zeigte dem Führer das Gestell des Volks­wagens. Korpsfüherer Hühnlein übernahm die Führung durch den Teil der Halle, der die Rekordmotorräder, die Rennwagen und die Welt­rekordmaschinen birgt. Der Rennfahrer Carac - c i o l a , der Europameister 1938, gab einige Schil­derungen über seine Rekordfahrt auf der Dessauer Rekordstrecke der Reichsautobahn.

Im Westflügel der Masurenhalle wurde der Füh­rer im Stand des NSKK von Obergruppen­führer Kraus begrüßt, der ihm einen Werkstatt- Lehrwasten, eine Derkehrserziehungsfchule mit einer Klasse Hitlerjungen unb verschiedene Prüfstände und Modelle vorführte. Ein Hitlerjunge, ber an einem Prüfstand besonders gut feine Reaktionsprüfung ablegen konnte, wurde vom Führer gelobt. Am Stand des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC.) gab Präsident Iunghans Erklärungen über den technischen Dienst des DDAC. Die in­teressanten Objekte der Deutschen Reichsbahn auf Schienen und Straßen erklärten Reichsver- kehrsminister Dorpmüller und Staatssekretär Dr. Kleinmann. Hier erregten Spezialmaschinen und der Dieselmotor eines modernen Schnelltriebwa­gens das besondere Interesse des Führers. Am Stand der Wehrmacht meldete Oberstleut­nant Fichtner, Chef ber Abteilung Prüfwesen VI des Heereswaffenamtes, dem Führer die ausge- teilten Fahrzeuge. Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ließ sich bie neuesten Modelle, darunter

szwei der Ostmark, erklären. Auf dem Stand der Reichspost gab Reichspostminister NSKK.-Ober- | gruppenfuhrer Ohnesorge die Erklärungen. Don den Ständen der deutschen Kraftfahrforschung, die vom Reichsverkehrsministerium geführt werden unb bei denen Ministerialdirektor Brandenburg und

Zwischen krank und gesund

gibt es einen Zustand ber Schwäche und Erschöpfung, ber keine rechte Lebensfreude aufkommen läßt. Appetitlosigkeit, blasies Aussehen unb Ermübbarkeit finb bie deutlichen Merkmale.

Erwachsene und Kinder sollten bei diesen Erschei­nungen Bioferrin nehmen, welches eine vorzügliche Wirkung auf den Allgemeinzustand hat.

Bioferrin enthält sämtliche Nährstoffe des Blutes.

< A ) BAYER

Professor Kamm (Stuttgart) bie Führung hatten, begab sich ber Führer zu dem Stand des Kraft- fahrzeughandwerks, wo er vom Reichs- innungsmeiftcr, NSKK.-Obersturmführer Stupp, die Meldung entgegennahm. Jubelnde Heilrufe be­gleiteten den Führer, als er um 15.15 Uhr das Aus- stellungsgelände verläßt.

Für den Nachmittag hatte Reichsminister Dr. Goebbels im Namen des Führers 400 Ar­beiter der A u t o m o b i l i n d u st ri e, der Reichsautobahnen, Männer des NSKK. und der motorisierten Teile der deutschen Wehr­macht sowie eine kleine Zahl von Betriebs- f ü h r e r n zu einem Empfang in den Kaiserhof ge­laden. Mit den Abordnungen nahmen Reichsleiter NSKK.-Führer Hühnlein und der Generalinspek­tor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, an dem Empfang teil. Den Höhepunkt dieses kame­radschaftlichen Beisammenseins der Stabsführung und der Arbeitsmänner der Front der Motorisierung brachte das Erscheinen des Führers, der längere Zeit unter seinen Gästen weilte unb zu ihrer großen Freude auch das Wort an sie richtete.

Englische Beirachlungen zur Lage im Fernen Osten.

London, 17. Febr. (Europapreß).Daily Te­legraph" unbTimes" befassen sich in ausführlichen Artikeln mit der gegenwärtigen Lage im Fernen Osten unb den Möglichkeiten der künfttgen politi­schen unb wirtschaftlichen Entwicklung in China. Ein Mitarbeiter desDaily Telegraph", ber aus eigener Anschauung bie Derhältnisie in Japan und China kennt, stellt fest, in Japan sei man sich her­über klar, daß die Voraussetzung für den Frieden in China b e r <51 e g aufberganjenßinie sei. Nach ben wiederholten japanischen Erklärungen, baß Japan mit Tschiangkaischek nicht verhandeln könne, müsse der Krieg schon aus diesem Grunde weitergehen. Die bisher auf ben chinesischen Kriegsschauplatz abge­gangenen japanischen Streitkräfte schätzt der eng­lische Korrespondent auf über eine Million Mann.

Der Korrespondent wendet sich gegen die in be» timmten ausländischen Kreisen vertretene Auffas- ung, daß Japan moralisch und wirtschaftlich seine Bestrebungen in China yjcht werde durchhalten kön­nen. Die Währung Japans stehe auf gesunder Grundlage Es müsse festgestellt werden, daß Japan den Krieg ganz aus eigenen Kräften heraus finanziere. Die von Japan ange- l iebte Ordnung ür gerssC Ä üoch LnM

des Korrespondenten so auszulegen, daß Japan zwar dieoffene Tür" nicht zuschlagen, sich aber eine gewisse v o r b e r e ch t i g t e Einfluß­nahme in China vorbehalten wolle.

Der Tokioter Korrespondent derTime s". ber sich ebenfalls ausführlich mit ber Rolle Japans im Fernen Osten befaßt, sucht den japanischen Bestre­bungen nach größerer wirtschaftlicher Bewegungs­freiheit gerecht zu werden. Gleichzeitig stellt der De- richt jedoch fest, diedemokratischen Mächte" hielten die wirtschaftlichen und finanziellen Trümpfe bei ber gegenwärtigen Wirtschaftslage Japans noch in der Hand. Ohne Auslandswährung könne Japan keine Rohstoffe einkaufen. Japan müsse sein Programm derneuen Ordnung" so ge­stalten, daß China seine Selbständigkeit behalte.

Die Zufuhr durch Tongking.

Tokio, 17. Febr. (DNB.) Nach japanischen Pressemeldungen aus Hanoi wird bie Durchfuhr von Lastkraftwagen durch ben Hafen von Hai- v h o n g (Franz.-Tongking) nach China noch immer in starkem Maße fortgesetzt. 7 00 Lastkraftwagen wurden im Januar durch Hunderte von Kulis, die Tag und Nacht arbeiteten, aus ben ankommenden LswLftrü gelöM Am 1L gdixuoi ging ein Jw

port von 104 Lastwagen von Haiphong nach China ab. Die chinesische Staatsbank hat in Haiphona eine Filiale errichtet, bie bie Rechnun­gen für die chinesischen Ankäufe von Waffen und Munition, die vom Ausland her durch Haiphong kommen, verrechnen soll.

Ein amerikanischer Schritt in Tokio.

Tokio, 17. Febr. (DNB.) Der amerikanische Bot- schafter besuchte ben Außenminister, um im Auf­trage Washingtons dieselben Fragen bezüglich der Besetzung derJnsel Hainan zu stellen, wie sie bereits England und Frankreich schon gestellt haben. Der Botschafter wies auf die b e sonderen Interessen Amerikas" mit Rücksicht auf die in Hainan ansässigen Amerikaner und ihre Missionsschulen hin.

Außenminister Arita erklärte ebenso wie früher den Vertretern Englands und Frankreichs, daß die Besetzung militärisch begründet sei und lediglich militärischen Zwecken diene. In japanischen Kreisen wird auf die besonders auffallend dürftige Begründung des amerikanischen Schrittes hinge- wiesen, weil sich auf der Insel Hainan nur 39 Amerikaner aufhalten, die dort drei Mis­sionsschulen leiten.

Mrd Trinidad amerikanischer Flottenff iihvnntt?

London, 17. Febr. (Europapreß.) Die An- Wesenheit mehrerer amerikanischer Kriegs­schiffe und Militärflugzeuge im Hasen von Port o f Spain, der Hauptstadt der britischen Kron­kolonie Trinidad, einer feit 1802 englischen Insel im Karibischen Meer, hat die Frage nach der un­genügenden Befestigung der britischen Inseln in Westindien erneut aufgeworfen. In gut unterrich­teten Kreisen wird angenommen, daß die ameri­kanischen Flottenübungen im Karibischen Raum ein Anzeichen für ein bevorstehendes englisch- amerikanisches Abkommen über den Ausbau Trinidads zu einem ameri­kanischen Militärstützpunkt seien Da­durch würden die Vereinigten Staaten 5 0 0 Wei­len näher an bas s übamerikanische Festland heranrücken. Die territorialen Erwerbungen der Vereinigten Staaten in dem Raum des Karibischen Meeres seit dem Kriege mit Spanien (1889 bis 1899), vor allem die Insel Porto Rico, sowie das neue Luftverkehrsnetz der Pan- American Airways in Westindien und Mittelamerika zeigten deutlich die Tendenz Amerikas, dieses Meer zu umklammern und in einamerikanisches Mi11elmeer " zu verwandeln.

Fronzösich« Kriegsschiffe vor Hainan.

Paris, 17. Februar. (Europapreß.) Die Pariser Blätter veröffentlichen eine Meldung aus Hongkong, wonach drei französische Kriegsschiffe vor dem Hafen von Hoihau auf derJnsel Hainan ein« getroffen sind. Die französischen Kriegsschiffe sollen nicht in ben Hafen selbst eingelaufen sein. Es ist nicht bekannt, welchen Auftrag sie haben. In der Um­gebung des Quai d'Orsay ist vor einigen Tagen an­läßlich der japanischen Truppenlandungen auf der Insel Hainan erklärt worden, eine Entsendung fran­zösischer Kriegsschiffe solle nicht bedeuten, daß Frank­reich die japanischen Truppenlandungen gewaltsam verhindern wolle.

falsche Gerüchte über ein angebliches Attentat auf Mussolini.

Rom, 17. Febr. (DNB.) Die Gerüchte über ein angebliches. Attentat, das in den letzten Tagen auf Mussolini versucht worden fein soll, wer­den von zuständiger italienischer Seite als völlig falsch zurückgewiesen. Die Gerüchte gehen, wie hinzugefügt wird, auf einen Zwischenfall zurück, bei dem ein von der Polizei sofort in Gewahrlam genommener Geisteskranker in der Dia No­mentana, an der auch der italienische Regierungs­chef wohnt, einige Schüsse abgegeben hat. Mussolini befand sich zur Zeit dieses Zwischenfalls n i ch t in der Via Nomentana. Der 38jährige Täter, nach einer amtlichen Mittteilung ein gewisser Bru­no Scironi, von Beruf Mechaniker, wurde so­fort verhaftet. Er war bereits zweimal im Irrenhaus untergebracht, zuerst in Neapel und bann tn Rom, von wo er im vergangenen Jahr wieder entlassen worben war.

Wetterbericht

Die das Wetter Europas beherrschende West- ftrömung hat eine erhebliche Verstärkung erfahren, so daß nach ben anhaltenden Niederschlägen am Freitag bereits ein neues Niederschlagsgebiet West­deutschland erreicht hat. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt kommt es dabei teilweise auch in Niederungen zu Schneefall. Anschließend werden sich unter auffrischenden Winden schnell wechselnde Schauer einstellen, im ganzen bleibt noch vorüber­gehende Aufheiterung und unbeständiges Wetter er­halten.

Vorhersage für Sonntag: Wechselnd be­wölkt mit einzelen Schauern, im Gebirge Schnee, Temperaturen wenig geändert, lebhafte westliche Winde.

Vorhersage für Montag: Im ganzen Fortdauer der unbeständigen Witterung mit» Nie­derschlägen unb Temperaturen um Null Grad.

Lufttemperaturen am 17. Februar, mittags 3,5 Grab Celsius, abends 0,5 Grad: am 18. Februar: morgens 0 Grad. Maximum 4,3 Grad, Minimum heute nacht1,4 Grab. Erdtemperaturen in 10 cm Tief am 17. Februar: abends 3,9 Grad: am 18. Februar: morgens 3,0 Grab. Nieberschläge 0,1 mm.

Wlnlersporf-Vekterberichl.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Schneefall,2 Grad, Gesamtschneehöhe 5 cm, Neuschnee 2 cm, -usy-rj un inu pqo^ qun ichZ '»au^jidajn^ weise.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Länge Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein Verantwortlich für Politik unb für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K -G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 güUiö-