Ausgabe 
17.8.1939
 
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Friedericus rex.

Keine Gestalt der deutschen Geschichte hat sich dem putschen Menschen so tief in die Seele geprägt wie her große König, der vor rund hundertfünfzig ;«hren, am 17. August 1786 sein reich bewegtes Men beschloß. Ungeheure Tatsachen sind seit jenen bergen über das deutsche Volk hinweggegangen: Das iirste Reich zerbrach unter der Sturmzeit Napo- .-ons, die junge Saat der Freiheitskriege wurde .«ter dem reaktionären Druck der Aera Metter- üchs niedergetreten. In unendlichen Irrungen und Qirrunyen gebar unter Bismarck ein neuer völki- 'her Einheitswille; das Zweite Reich wurde im Bruderkrieg und im Waffengang mit dem äußeren beiitb geschmiedet. Ein neuer nationaler und wirt- chaftlicher Morgen erhob unser Volk wieder in den (41 anj der Ehre und Weltgeltung. Der Weltkrieg trachte uns die denkwürdigste Heimsuchung unserer Geschichte, der schließliche Zusammenbruch ließ uns cl- Volk fast verbluten, die grauenvolle Nacht der 'tachkriegsjahre sandte uns Not über Not, bis uns ter Retter und Gründer des Großdeutschen Reiches l stand nie aber hat in all dieser Zeit das hohe licht des frtderizianischen Genius zu leuchten aufge- fjört. Ganz im Gegenteil: Die atmosphärische Kraft Friedrichs wuchs von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, im- ner aufs neue weckte sie unseren völkischen Glau- i n, spornte sie unseren politischen Willen, blieb fr uns Sinnbild des unsterblichen Deutschland!

Man ist nur fruchtbar um den Preis, an Ge- «ns ätzen reich zu sein" so charakterisiert Nietzsche Idn Führermenschen. Friedrich ist ganz von dieser trt. Mag die unbekümmerte, lebensfrohe Jugend t dem idealistischen und heiteren Kronprinzen ftiedrich den Gegenstand ihrer Liebe sehen, mag der äthafte Mensch die rastlose Schaffenskraft des Man- v!S nacheifernd bewundern, der Staatsmann die islbstsicheryeit feines königlichen Herrschertums prei- in, der Psychologe Friedrichs Menschenkenntnis mb Menschenbehandlung besonders bewerten, mag \?.t Soldat dem Feldherrn Friedrich die Ehre geben, tetr Friedensfreund mehr dem Kolonisator näher- i»hen, der Philosoph aber die Haltung und Weis- si:it des Königs durch alle Lebensstürme als den ticksten Ausdruck seines Wesens ansprechen olle ssse Vereinzelungen sagen viel und doch zu wenig, los Geheimnis des großen Königs liegt eben in Vr Ganzheit und Rundheit seiner Natur, in dem ^Lsammenklang von Natur und Eharakter, in der geprägten Form, die lebend sich entwickelt", in fixer Einmaligkeit, daß der geschichtliche Beiname l iedrichs, der Einzige, schlechthin selbstverstänD-- Ich ist: Er umgreift die Summe seines Daseins, fines Schaffens und Wirtens.

.Dasein ist Pflicht, und wärs ein Augenblick", fncht Goethe imFaust". Wir wissen, daß er da- ri den großen Preußenkönig im Auge hatte. Und tis wäre uns Deutschen der wundervolle Hymnus

Pflicht, den Kant uns in seinerKritik der prak- tihen Vernunft" als Vermächtnis hinterließ, wenn < nicht an der lebendigen Flamme Friedrichs sich ^zündet hätte?! Hier schlägt uns der Atem des ^zeußenkömgs unmittelbar entgegen, hier gebar sich « Lebens- und Weltgefühl, das sich in der Folge « volksformende und staatsbauende Kraft erwies. I diesem erhabenen Sinnbild hatte der Deutsche D'nsch fortan seinen festen, unverrückbaren Stano- o: gefunden, aus dem er sich volklich und staatlich n den großen Leistungen entwickeln konnte, wie sii später in der Geschichte so glanzvoll in Ersehet- nng traten. Noch etwas anderes machte den König nm erkorenen Volksführer: Das instinktfichere Ge­st! l der Gerechtigkeit. Auch dies ist bei ihm Haltung, TLbstvollzug und Forderung in einem. Er machte vi.hr, was Goethe vom Herrscher überhaupt for- brte:

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Der befehlen soll, muß im Befehlen Seligkeit empfinden.

Ihm ist die Brust von hohem Willen voll;

Doch was er will, es darfs kein Mensch er­gründen.

Was er den Treusten in das Ohr geraunt: Es ist getan und alle Welt erstaunt. .

So wird er stets der Allhöchste sein, der Würdigste.

IDenie ist Fleiß. Diese Wahrheit gilt nickt nur vom lftsmännischen Schaffen, sondern auch von der priftstellerischen Levensarbeit des großen Fried- rch. Er hat mehr gesonnen, durchdacht und ge- s-rieben als irgendein Schriftsteller seines so schreib« il'gen Zeitalters. Ueberschaut man die Gesamtheit rises literarischen Werkes, so enthüllt sich dem Be- Dichter die ganze Dramatik einer leidenschaftlichen kielengeschichte, spürt man die innersten Spannun- M eines Herrscherlichen, mit allem Reiz des Lenschlichen durchzogenen Lebens. Alle Lebens- tttionen sind hier irgendwie Gestalt geworden: Der kristfreudige Prinz, der musische Mensch, der junge ll-rug, der Heros des Siebenjährigen Krieges, der lMlosoph der Einfachheit und Abgeklärtheit, der °Iae Volker und Kabinette in Atem haltende Lmatsmann, der Meister der Verwaltung, der Bnuernfreunb, Der wirklichkeitssichere Menschen- enner. DerAlte Fritz" in seiner unendlichen Ein- irnkeit all dies hat in seinem literarischen Schaf- P feinen wesentlichen Niederschlag gefunden.

Nichts aber hat das Bild Friedrichs mit solch te:rem Glanz umgeben wie derherrliche Sieg von Lruthen' am 5. Dezember 1757. Nach dem Fall der ,j«-tung Schweidnitz sah sich der König den vereiniq- n. österreichischen Armeen gegenüber. 34 000 Mann Sonden einer mehr als doppelten Stärke auf Fein- bi-'seite gegenüber. Es ging um Sein oder Nichtsein. Scannt ist die kurze und zündende Ansprache des Jätigs an die Generale und Stabsoffiziere. Die Truppe war zuversichtlich. Friedrich rief feinen tei.en Ziethen heran und erbat sich einen Offizier fünfzig Mann zur persönlichen Bedeckung.Ich *8 mich heute mehr aussetzen als gewöhnlich. Falle J so bedeckt Er den Körper gleich mit seinem Amtel und sagt keinem ein Wort. Die Schlacht geht fr und der Feind der wird geschlagen!"

M meisterhaftem Geschick benutzte Friedrich die kchaffenheit der Gegend, die ihm völlig vertraut *. Hinter einer Wand niedriger Hügel, geschützt tidties durch aufsteigenden Nebel, zog er unbe- >it den größten Teil der Infanterie zusammen warf sich bann in ber sog.schiefen Schlacht- ckiiung" auf den überraschten linken Flügel der Glorreicher, der aufgerollt wurde. Auch den großen Äiserangriff des Feindes brachte er durch feine [flatterte zum Scheitern. Dann aber erfolgte der Huptschlaa durch Aufrollen auch des rechten Flü- Der Gegner hatte an Toten, Verwundeten und vif mgenen mehr als die Hälfte des Bestandes ver-

Die preußischen Verluste waren dank der un- vrcleichlichen Führung gering zu nennen, lieber ds°Kampfteld tonte durch die winterliche Stille das Dm। einem Grenadier angestimmte, baß) von allen Atnllonen mitgesungene, von ber Feldmusik be- ßtfcete LiedNun danket alle Gott". Noch vor

Die Japaner vor den Toren Hongkongs.

U. T. London, 16. August.

Die in den frühen Morgenstunden des Mittwochs erfolgte Landuna japanischer Trupven bei Namthau auf der Halbinsel vor der britischen Kronkolonie Hongkong hat die Entsendung von zwei Kom­panien der englischen Middlesex. und Rajpurtana- Regimenter an die Grenze von Hongkong zur Folge gehabt. Die Truppenoerschiebung wird damit be­gründet, daß die Kämpfe vor den Grenzen Hong- kongs derartige Vorsichtsmaßnahmen notwendig machten.

Die Landung der japanischen Truppen ist in London nicht ganz überraschend gekom­men. Wie man erfährt, wurde den englischen Mili­tärbehörden von Hongkong bereits vor 48 Stunden ber Bescheid übermittelt, daß Japan seine militä­rischen Aktionen erneut bis an die Grenze von Hongkong vorttagen werde. Man befürchtet, daß auch am anderen Ende der Hongkonggrenze japa­nische Truppen an Land gehen und Hongkong einer scharfen Blockade unterworfen werde. DieTimes" meldet aus Hongkong,, man warte jetzt ab, was die Japaner unternähmen, befürchte aber, daß diese s i ch f ü r bauer nb festsetzen und über Hong­kong eine Blockade als politisches Druckmittel ver­hängen werden. In ber Nähe der Bias Bay seien zahlreiche japanische Schiffe versammelt, was dar­auf schließen lasse, daß weitere japanische Truppenlandung en in Schataukok am an­deren Ende der Hongkonggrenze geplant feien. Der Daily Telegraph" berichtet, daß 2000 Japaner bereits Schurnfchun an der Bahnlinie von Kan­ton nach Hongkong besetzt hätten, um Hongkong völlig vom chinesischen Festland abzuschneiden. Daliy Expreß" meldet, daß jeder, ber nach Hong­kong hinein wolle, durchsucht werde. Zwischen 18 Uhr und 6 Uhr sei kein Verkehr gestattet. Die chinesischen Irregulären hätten vor den Japanern die Flucht ergriffen. Die japanischen Truppen hät­ten 20 Meter von der britischen Grenze ihre Flagge gehißt. Die Lebensmittelpreise seien bereits beträcht­lich gestiegen.

Eraigie hat noch keine neue Weisungen aus London.

Tokio, 17. August. (DNB. Funkspruch.) Der britische Botschafter Lraigie teilte heute dem japanischen Außenministerium mit, daß die weiteren Besprechungen vorläufig nicht stattfinden könn­ten, da die Londoner Beratungen noch nicht beendet sind. Wegen ber schwierigen wirtschaftlichen Fragen

hinsichtlich des Tschungking-Dollars und des Tientfin-Silbers sei London zu längeren Ver­handlungen mit den Dominien und dritten Mächten gezwungen.

Sine stumme, aber bestimmte Warnung"

AuchSchanghai befürchtet eineneueBlockade

Schanghai, 16. August. (Europapreß.) Die neuen japanischen Truppenlandungen an der Grenze ber englischen Kronkolonie Hongkong und die Un­terbindung des Verkehrs zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland wurde am Mittwoch von japanischer Seite in Schanghai als einestu mm e, aber bestimmte Warnung gegen eine heim­liche Unterstützung des Tfchiangkaischek-Regimes durch England" bezeichnet. Seit dem Fall von Swatau wurde der chinesische Nachschub von Süden her über eine längs ber englisch-chinesischen Grenze verlaufende Strecke geleitet. Dabei sind die Chine­sen von den Engländern durch Warenlieferungen aus Hongkong unterstützt worden. Seit Juli waren in dem Gebiet um Hongkong auch aktive chinesische Truppen zur Verstärkung der Freischärler eingesetzt, die die Nachschubstrecke auch durch den Ausbau von Schützengräben und Tankfallen zu sichern versucht haben. Durch die neuen japanischen Operationen, die am Mittwoch auch noch zur Besetzung des Ortes Paoan an der Mündung des Perlflusses führten, sind diese chinesischen Maßnahmen w i r 1 u n g s - l o s geworden.

In der Internationalen Siedlung und der ftan- zöfischen Konzession sind Gerüchte von einer bevor­stehenden Blockade der Fremden ft adt durch die japanischen Militärstreitkräfte im Umlauf. Ein japanischer Sprecher soll auf der Pressekonferenz er­klärt haben, daß eine örtliche Aktion in Schanghai im Bereich der Möglichkeit liege. In der von Sir Robert Craigie in Tokio angenommenen Enigungsformel sei das Recht der japanischen Armee auf Jnteressenschutz anerkannt worden. In Schanghai ließe man ein Entgegenkommen gegenüber den japa­nischen Notwendigkeiten vermissen, so daß die japa­nische Armee unter Umständen neue Maßnah­men ergreifen müsse. Der Sprecher der japanischen Botschaft erklärte, daß weder für die Internationale Niederlassung in Schanghai noch für die französische Konzession die Gefahr bestehe, isoliert zu werden.

Umsätze im ersten Halbjahr 1939 die Ziffer 155,8 gegenüber 137,3 in 1938 und 129,0 in ber ent« sprechenden Zeit von 1937.

Schule und Leistungssteigerung.

InWeltanschauung und Schule" führt Ministe» rialdirektor Professor. Dr. H o l f e ld e r vom Reichs­erziehungsministerium aus, es sei psychologisch ver­ständlich, wenn in einer Zeit berSofortmaß« nahmen" die Bedeutung ber Schule für die ßei- stungsfteigerung nicht überall von vornherein richtig eingeschätzt werde. Was man heute für die Schule tue, mache sich nicht heute und morgen, aber i n einem halben Menschenalter bezahlt, was man ihr heute vorenthalte, räche sich nicht im Augen­blick. Aber wenn sich einmal die Folgen ber Ver­säumnisse zeigten, sei es zu spät, um sie einzu« holen. Eine gute Schule «gehöre zu ben besten und sichersten Investierungen, Die ein Volk sich schaffen könne. Werde einmal die Schule als eine der vor­nehmsten Aufgaben und Einrichtungen des Reiches erkannt, dann werde es auch für den jungen Deut­schen ehrenvoll und ersttebenswert erscheinen, d e n Beruf des Lehrers zu ergreifen.

Es wäre völlig verkehrt, zu meinen, die Aus­richtung der Schule auf die Bedürfnisse des Lebens müsse in der Weise erfolgen, daß die allgemein- bildenden Schulen Aufgaben der spe­ziellen Berufserziehung übernähmen. Das sei nicht Sache der Schule. Der wesent­lichste Beitrag, den die Schule zur Leistungssteige­rung liefern könne, bestehe in einem einfachen, klaren Schulaufbau und in Methoden der M e n s ch e n a u s l e s e und des Unter­richts, die es jeder lebenbiaen Kraft ermöglichten, auf dem kürzesten Wege zuder ihr angemes­senen Betätigung im Dienste der Allgemein­heit ohne Rücksicht auf Herkommen und Besitz zu ge­langen.

In einem weiteren Aufsatz erklärt Oberstudien­direktor Dr. Walther Jantz en, daß der Lei­stungsstand ber deutschen Schule heute durchaus hoch sei. Die Leistungen ber Schule aber könnten noch erheblich gesteigert werben, wenn sich zweierlei erreichen ließe: sie Dürfe nicht von außen gestört werden, und sie müsse allen Leerlauf vermeiden. Die schulfremde Beschäftigung der deutschen Äugend Dürfe grundsätzlich nicht in bie festgesetzte Un- ternchtszeit gelegt werden, mit einer einzigen Ausnahme, ber Beteiligung von Schulklassen an der Ernte arbeit als Nothilfe. Die Urlaubserteilung auch in allen privaten Angelegenheiten müsse mit aller Strenge gehandhabt werden. Leerlauf aber werde vermieden, wenn der -klare Aufbau für jede Unter­richtsstunde gegeben sei.

Jahresschluß war Schlesien wieder in Friedrichs Hand!

Schon die Zeitgenossen bewunderten die Feld- herrnkunst Friedrichs, die er bei Leuthen gezeigt hatte. Wenig bekannt aber ist das Urteil Napo­leons, der auf St. Helena Die Feldzüge Des Kö­nigs zum Gegenstand kriegswissenschaftlicher Be­trachtung aemacht hatte. Nachdem Napoleon aufs genaueste das Operationsfeld beschrieben und die Gefechtslage im einzelnen geschildert hatte, kommt er zu folgendem Schluß:Die Schlacht bei Leuthen ist ein Meisterwerk der Bewegungen und Manöver sowie von Entschlossenheit. Sie allein würde ge­nügen, um Friedrich unsterblich zu machen und ihm einen Rang unter ben größten Feldherren anzu- weifen. Er greift eine Armee, welche stärker als die feinige in Stellung und siegreich ist, mit einer Ar­mee an, welche zum Teil aus eben geschlagenen Truppen besteht, und erringt einen vollständigen Sieg, ohne ihn mit einem zum Resultat außer Ver­hältnis steheriden Verluste zu erkaufen ... Der Kö­nig erwirbt fick unsterblichen Ruhm und stellt alles wieder her, indem er die Schlacht bei Leuthen ge­winnt ..."

Oie Fernost-Frage in den Moskauer Paktverhandlungen

Französische Besorgnisse.

E. F. Paris, 16. August.

Die Pariser Blätter berichten, die Verhandlungs- grunblage ber Militärbesprechungen in Moskau habe sich wegen ber neuen sowjetrussischen Forderungen in unvorhergesehener Weise verschoben. Die Sowjets hätten gefordert, daß die militärische Zu­sammenarbeit auch auf den Fernen Often ausgedehnt werde. In Moskau zeige man sich von Den jüngsten Kämpfen an ber mandschurisch- mongolifchen Grenze stark beeindruckt. Aus Sibirien zurückgekehrte französische Reisende berichteten, daß von ben Sowjets große Truppenverstärkun- g e n im Fernen Osten vorgenommen würben, auf ber transsibirischen Bahn rollten in bichter Folge Truppen und Kriegsmaterial nach dem Osten. Die Entwicklung ber Moskauer Generalstabsbejprechun- gen wirb in Paris mit Verdrossenheit verfolgt. Man glaubt, daß bie sowjetrussischen Forberungen nach einem militärischen Zusammengehen auch in Ost- afien Frankreich, besten Interessen im Fernen Osten bei weitem nicht so lebenswichtig seien wie bie Eng- lanbs, in einen verhängnisvollen Kampf mit Japan hineinziehen könnten. Weiter fürchtet man, baß sich Japan bei einer Annahme ber sowjetrussi­schen Forderungen durch bie Westmächtenoch enger an bie Achsenmächte anschließen werde".

Was wird aus Gyrien?

England spielt

mit einer arabischen Föderation.

E. F. Paris, 16. August.

Die Anwesenheit des französischen Oberkommis-. sars im Mandatsgebiet Syrien, Puaux, lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Frage, welche politische Verfassung künftig Syrien erhalten solle. DerJntransigeant" macht auf das große Inter­esse aufmerksam, bas man auch in England aus naheliegenden Gründen dieser Frage entgegen­bringe. Die Türkei habe beim Abschluß ihres Bündnisses mit England und Frankreich u. a. auch die Bedingung gestellt, daß sowohl das syrische, als auch bas palästinensische Problem enb gül­tig geregelt werde. Daraus gehe also hervor, daß Die Türkei sich mit der Abtretung des Sand­schaks Alexandrette durchaus nicht zufrieden gebe.

Die Lösung für bas syrische Problem soll nach Londoner Wünschen in der Bildung einer syrisch- palästinensisch-arabischen Föderation bestehen, die später auch Transjordanien und den Irak umfassen soll. Man nimmt dafür bie Form einer Monarchie in Aussicht. Es sind zahl­reiche Thronanwärter vorhanden. Der bevorzugte

Kandidat Englands ift Emir Abdullah von Transjordanien. Dieser soll auch die Unter­stützung jüdischer Kreise genießen, doch sind Die Nationalisten Palästinas unter Füh­rung des Großmuftis von Jerusalem durchaus gegen seine Kandidatur, da sie von Ab­dullah eine Bevorzugung der Juden in Palästina befürchten. Auch würde der Herrscker von Saudi- Arabien, Ibn Saud, eine Ausdehnung ber Macht seines Rivalen, der dem von ihm einstmals aus Mekka vertriebenen Königshause angehört, nur sehr ungern sehen.

Oie Förderung der Hochlandsiedlung in Kenya.

London, 16.Aug. (Europapreß.) Die Kolonial­regierung von Kenya (Brittsch-Ostafrika) wird bei Der nächsten Anlecheoergebung vom Kolonialministe­rium 250 000 Pfund (3,1 Millionen RM.) erhalten zur Förderung der englischen Einwan­derung. Ein Ausschuß hatte schon im Jahre 1937 betont, daß Siedler in dem gesunden Hochland von Kenykk ein Anfangskapital von mindestens 1500 Pfund (rund 18 000 RM.) haben müßten. Die eng­lischen Bestrebungen, dieses Hochland zu einem großen weißen Planta gen bezirk zu machen, haben den Widerstand der Einge­borenen gefunden, die große Protestoersamm' hingen abhielten. Aus Nairobi wirb bekannt, daß 30 000 Pfund aus dem Kolonialen Erschließungs­fonds für mineralogische und geologische Forschun­gen in Kenya ausgesetzt worden sino.

Englische Erzgrube

in Jugoslawien stillgelegt.

London, 16. August. (Europapreß.) Die einer englischen Kapitalistengruppe gehören­den Trepca-Erzgruben in Jugoslawien sind auf Anweisung von London geschlossen worden, weil es nicht gelungen war, mit Den feit dem 19. Juni streikenden 2300 Arbeitern eine Einigung über strit­tige Lohnfragen zu erzielen. Von englischer Seite wird behauptet, bie englischen Investitionen in diesen Gruben beliefen sich auf etwa 1,5 Millionen Pfund und seien bie größten, bie von Englanb Überhaupt in Jugoslawien gemacht worden seien. Die Nachricht, das englische Personal ber Trepca-Gruben werbe noch im Laufe bes Mittwochs nach Englanb zurück­kehren, wird in London in Abrede gestellt. Es sollen keine derartigen Beschlüsse gefaßt worden sein.

OieGchweizbetreibtVorratswirtschast.

Bem, 16. Aug. (Europapreß.) Das Volkswirt- schaftsdepartement wurde vom Bundesrat beauf­tragt, Maßnahmen zur Sicherstellung der Ver­sorgung des Landes mit lebenswich­tigen Gütern zu treffen. Vorerst sind die In­haber von Betrieben, die lebenswichtige Güter er­zeugen oder in Verkehr bringen, aufgefordert wor­den, ihre Betriebe so auszustatten, daß Deren Lei­stungsfähigkeit auch im Falle wirtschaftlicher Ab­sperrung oder eines Krieges nach Möglichkeit ge­sichert ift. Zu dieser Maßnahme gehört vor allem die Haltung angemessener Vorräte ein­schließlich Saatgut, Futtermitteln usw. Der Bundes­rat hat ferner in einem Rundschreiben an die Kan­tone und in einem Aufruf an die Waldbesitzer zur Förderung Der Vorratshaltung von Brennholz aufgefordert.

Weitere Steigerung derWerbeumsühe.

Der Werberat der deutschen Wirtschaft gibt bie Entwicklung ber Werbeumsätze im erften Halbjahr 1939 bekannt, die gegenüber dem Vorjahr eine weitere Steigerung um 13,5 v. H. er­fahren habe. Im einzelnen ergibt sich, baß im Berichtshalbjahr bei einem Satz von 100 für 1934 die einzelnen Werbemittel folgende Ziffern er­reichten: Anzeigen in Zeitungen 151,2 (1938: 133,1), in Zeitschriften 160,8 (145,8), in Anschriftenbüchern und Kalendern 199L (152,6), Bogenanschlag: 127,6 (120,3), Verkehrsmittelwer­bung: 116,7 (112,7), Werbefilme und Stehbilder: 261,6 (181,6). Insgesamt erreichten die Werbe­

Mehr als 22 Millionen Beschäftigte.

Vermehrter Einsatz der Frauen zur Deckung des wachsenden Bedarfs an Arbeitskräften.

Berlin, 16. Aug. (DNB.) Im Juli hat im Alt- reich die Zahl der beschäftigten Arbeiter und An­gestellten (einschl. Kranke) erstmals die Grenze von 22 Millionen überschritten (22 050 000). Trotzdem hat sich Die Lage im Arbeitseinsatz da­durch weiter verschärft, daß aus einer Reihe von Wirtschaftszweigen neuer ft ar ter Bedarf an Arbeitskräften angemeldet wurde. Dieser Mehr­bedarf war zum Teil saisonbedingt wie in der Landwirtschaft und in der Konservenindustrie. In einzelnen Bezirken konnte die durch die un­günstige Witterung verspätete Heuernte erst in Der ersten Julihälfte eingebracht werden. Gleichzeitig begann die Getreideernte. Der hierdurch auftretende Bedarf konnte nur durch umfangreichen Einsatz von Erntehelfern einigermaßen gedeckt werden.

Auch der Bergbau, die Eisen- und Metallwirt­schaft, Das Bauaewerbe und Die ExportinDustrie er­hoben erhöhte Ansprüche. Zum Teil konnten bis­her selbständige Handwerker und Einzelhändler, noch arbeitsfähige Kriegsbeschädigte und Renten­empfänger als Arbeiter und Angestellte in Beschäf­tigung gebracht werden. Zahlenmäßig bedeutsamer war jedoch,der zusätzliche Einsatz von Frauen. Von den 175 000 Arbeitern und Ange­stellten, um die sich im Berichtsmonat die Beschäf­tigung erhöhte, waren 95 000 Frauen und nur 80 000 Männer. In den letzten zwei Jahren hat Die Zahl Der beschäftigten Männer Dagegen nur mehr um 10,1 v. H. zugenommen. Von Der Gesamt­zahl Der Beschäftigten sind heute bereits 32,5 v. H., also beinahe ein Drittel, Frauen. Auch Der Halbtagseinsatz der Frauen hat im Juli wei­tere Fortschritte gemacht.

Oie Autobahn Berlin-Rom.

Im Organ Des Generalinspektors für Das deutsche Straßenwesen,Die Straße", führt Dr. Todt, aus, daß Die engen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien einen von Jahr zu Jahr wachsenden wechselseittgen Kraftverkehr bedingen. Um ihm gerecht zu werden, sei auf deutscher Seite im Zuge einer unmittelbaren Verbindung von Ber­lin nach Rom bereits eine Autobahnstrecke von rund 600 km Länge zwischen Berlin und München und weiter bis nach Rosenheim verkchrsbereit. Sie werde in Bälde ergänzt werden durch Die Fort- setzung über Kufstein-Wörgl-Jnns- druck in Richtung Brenner. Darüber hinaus habe sich Deutschland bemüht, auch Die sonstigen nach Italien führenden Straßenverbindungen zu verbes­sern, insbesondere Den Uebergang über Den Refchen-SckeiDeck-Paß sowie Die beiden zu Den Grenzpässen führenden Hauptzufuhrstraßen über Den Fernpaß nach Imst-Landeck und Den Zirlerberg nach Innsbruck. Achnliche Be­mühungen habe Italien unternommen, um gute Anschlüsse an Das deutsche Straßennetz zu schaffen. Neuartige vordere Kennzeichenschilder

für Motorräder.

Bei einer Reihe von Verkehrsunfällen hat sich her- ausgestellt, Daß die vorderen Kennzeichenschilder von Krafträdern Schnittverletzungen hervor- gerufen haben. Wie Der Reichsverkehrsminister be­kanntgibt, werben Die Herstellerfirmen Demnächst dazu übergehen, Den oberen und vorDeren Kanten Der Kennzeichenschilder durch wulstartige V e r d i k - tungen ihre Schneidewirkung zu nehmen. Für Den Uebergang sei Damit zu rechnen. Daß dabei auch aufgezogene runde Gummiwülste ver- wendet werden, Die Dam führen können, daß Die Maße Des senkrechten Abstandes der Beschriftung vom schwarzen Rand nicht eingehalten werden. In Derartigen Fällen sind Beanstandungen nicht zu er­heben.