Ausgabe 
17.4.1939
 
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MTV.Barbara" unterliegt der Tg. Hanau 4:11 (2:6).

Im ersten Aufstiegspiel trafen die Artilleristen auf den Sieger der Bezirksklasse Hanau. In der Hanauer Turngemeinde stellte sich den zahlreichen Zuschauern eine Mannschaft erster Klasse vor. Zuerst sah es gar nicht nach einem hohen Sieg der Gäste aus. Das Spiel war ausgeglichen und nach einer schönen Kombination gelang es dem MSV. in Führung zu gehen. Die Hanauar ant­worteten mit blitzschnellen Angriffen und hatten bald den Ausgleich erhielt. Da sie auch mit dem Wind spielten, wurden* nun überlegen. Die flin­ken Stürmer waren nicht zu halten, und immer stand einer frei. In regelmäßigen Abständen fie­len noch 5 Tore für die Turngemeinde. Erst kurz vor der Pause konnten die Gießener durch einen Strafwurf ein zweites Tor zu schießen.

Hatte man gedacht, die Soldaten würden in der zweiten Hälfte' mit dem Wind als Bundesgenossen aufholen, dann sah man sich in dieser Annahme getäuscht. Die Gäste gestalteten das Spiel weiter­hin überlegen. Angriff auf Angriff wurde vorge- Lragen, und die"' schwarzweiße Verteidigung hatte alle Hände voll zu tun, um sich ihrer einiger­maßen zu erwehren. Einige schöne Durchbrüche des MSV. wurden mit wuchtigen, placierten Schüssen abgeschlossen, aber da erwies sich der Torhüter der Turner als ein Meister seines Fachs. Blitzschnell hechtete er durch die Luft und holte die schönsten und bestgemeintesten Bälle aus den Ecken. Dagegen stand auf der anderen Seite Frese den Schüssen der Hanauar oft machtlos gegenüber. Denn meist stand einer der wieselflinken Stürmer ungedeckt und schoß frei vom Schußkreis. 5 Tore waren die Ausbeute der Gäste in der zweiten Halb­zeit. Denen konnten die Artilleristen nur zwei ent­gegensetzen, die jeweils der Halbrechte nach gutem Zusammenspiel erzielte. Das Tempo des Spiels

wär bis zum Schluß erstaunlich schnell und der auf­merksame und sichere Schiedsrichter Becker hatte alle Mühe, dem Kampf zu folgen. Das Spiel wurde hart, aber fair durchgeführt und die Zuschauer konnten ihre Freude an den Spielern haben.

Der MSV. konnte leider das Spiel nicht in stärk­ster Aufstellung bestreiten. Eckrich fehlte, wurde aber durch den neuen Läufer Illmann gut ersetzt. Sonst trat die Mannschaft in gewohnter Besetzung an. Die Elf tat, was sie konnte, aber der Gegner war zu stark. Die Hanauer waren den Gießern im Laufvermögen weit überlegen, und das gab den Ausschlag. Der schußgewaltige Sturm der Soldaten wurde von der flinken Gästeverteidigung schachmatt gesetzt. Dagegen war die Hintermannjchaft der Gastgeber zu langsam, um den schnellen Sturm der Turngemeinde stoppen zu können. Torwart Frese tat seine Schuldigkeit, er konnte die Erfolge der Turner nicht verhindern. Der beste Mann des MSV. war noch Mittelläufer Ollhoff, der ein un­geheures Pensum erledigte. Die Hanauer hatten in ihrem Torwart, ihrem linken Verteidiger und in ihrem Mittelstürmer ihre besten Leute.

Um die deutsche Handballmeisterschast.

Ergebnisse der Gruppcnspiele.

Gruppe 1:

MSV. IR. 49 Carlowitz Elektro Berlin 5:7 (3:5) Polizei Stettin Hindenburg Bischofsbg. 6:6 (3:1)

Gruppe 2:

MSV. Lüneburg MSV. Weißenfels . 5:5 (3:3)

Hindenburg Minden Oberalster Hambg. 5:4 (3:2)

Gruppe 3:

TSG. 61 Ludwigshafen Lintforter SV. 3:6 (3:2)

--Arolsen VfB. 08 Aachen.......13:6(7:2)

Gruppe 4:

Wiener AC. Poft SV. München < . .. 5:6 (3:2)

Fußball-Favoriten in schweren Kämpfen.

SiebenEin-Tor-Siege" in der Fußball-Meisterschast.

Mit acht Begegnungen wurden am Sonntag die Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeister­schaft fortgesetzt. Sie zeichneten sich durch überaus knappe Ergebnisse aus. In sieben von den acht Spielen wiesen die Sieger jeweils nur einen Tref­fer mehr auf als die Unterlegenen, allein der Nord­markmeister Hamburger SV. machte mit seinem 5:1-Sieg über den VfL. Osnabrück eine Ausnahme. Die Favoriten hatten es diesmal sehr schwer. Ad- mira Wien und VfR. Mannheim wurden geschla­gen und Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 waren einem Punktverlust recht nahe. Ein Blick auf die Tabellen besagt, daß noch lange nichts entschieden rst. Klar in Front liegen lediglich Fortuna Düssel­dorf und 1. FC. 05 Schweinfurt in der unterteilten zweiten Gruppe, doch ist der schärfste Widersacher der Schweinfurter, der Dresdner SC., nur vorläu­fig etwas ins Hintertreffen geraten. In der Gruppe 1 liegen HSV. und Blauweiß Berlin Kopf an Kopf. In der Gruppe 3 sind alle vier Mann­schaften auf gleicher Höhe und in der Gruppe 4 macht der Schlesienmeister den SchalterKnappen" Konkurrenz.

Die Kämpfe des Sonntags waren wieder durch­weg recht gut besucht. In der Gruppe 1 sahen 18 000 Hamburger den HSV. in der zweiten Hälfte seines Kampfes gegen den VfL. Osnabrück un­widerstehlich, so daß nach einem Pausenstand von 1:1 noch ein 5:1 für den Nordmarkmeister wurde. Brandenburgs Meister Blauweiß Berlin siegte in Allenstein knapp und glücklich 2:1 (1:1).

In Gruppe 2a hätte der heiße Favorit For­tuna Düsseldorf gegen den tapferen Pommern­meister Viktoria Stolp beinahe einen Punkt einge­büßt. Erst in der allerletzten Minute siegte For­tuna mit 1:0 (0:0).

Ebenfalls mit 1:0 (1:0) behauptete sich in G r u p p e 2d der 1. FC. 05 Schweinfurt gegen den

Dresdner SC. Der Bayernmeister verdankte diesen glücklichen Erfolg seinem großen Kampfgeist, der über die bessere Technik des DSC. triumphierte.

Die G r u p p e 3 hatte ihre Sensation in der 0:1- (0:l)-Niederlage der Wiener Admira gegen den großartig kämpfenden Mittemcister, die vor 30 000 Zuschauern in Halle zustande kam. Die gleiche Be­sucherzahl gab es in Stuttgart, wo die Stuttgarter Kickers gegen den VfR. Mannheim einen 0:2-Rück- ftand gutmachten und noch mit 3:2 siegreich blieben.

In der Gruppe 4 leistete der Südwestmeister Wormatia Worms den SchalterKnappen" im Frankfurter Sportfeld erbitterten Widerstand. Zwar waren die Westfalen besser, aber auch sie mußten sich mit einem einzigen Tor begnügen, das in der Schlußphase des Kampfes fiel. Hessens Meister Kassel 03 hatte gegen Vorwärts-Rasensport Glei- witz eine gute erste Halbzeit, führte auch bei der Pause mit 1:0, konnte aber diesen Vorsprung nicht halten und verlor schließlich mit 1:2 Toren.

Die nächsten Kämpfe.

Am kommenden Sonntag, 23. April, sollen nach dem vorläufigen Spielplan nur vier Gruppen-End- spiele um die deutsche Fußball-Meisterschaft statt­finden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß jetzt, nach der Absage des Länderkampfes Frankreich- Deutschland, auch in den Gruppen 3 und 4, die ur­sprünglich pausieren sollten, einige Kämpfe angesetzt werden. Folgende vier Begegnungen stehen bis­her fest:

Gruppe 1: In Königsberg: Hindenburg Allen­stein Hamburger SV.; in Berlin: Blauweiß Berlin VfL. Osnabrück.

G r u p p e 2a: In Köln: Spvgg. Sülz 07 Vik­toria Stolp.

Gruppe 2b: In Warnsdorf: Warnsdorfer FK- gegen Dresdner SC.

Heiner Fleischmann - Eilenriedemeister.

Deutsche Siege vor 400 000 Zuschauern.

prächtiger Nachwuchs am Start.

Der 250er- und 350er-Klasse der Ausweisfahrer war der erste Tag des Eilenriede-Rennens im Stadtwald von Hannover vorbehalten. Dabei zeigte der Nachwuchs ganz prächtige Leistungen. Die Fahrer, die schon beim Training die besten Zeiten erzielt hatten, setzten sich am Samstag auch bei den Rennen durch. Besonderes Pech hatte der Magdeburger Mund los, ein Obergefolgschafts­führer der Motor-HI., der kurz vor der Hälfte des Rennens mit seiner 350-ccm-NSU. stürzte. Doch gab Mundlos den Kampf noch nicht auf. Zäh arbeitete er sich wieder vor und kam bis zum Ziel auf wenige Sekunden an den Sieger, Dräger (Ber­lin) auf Rudge, heran. Dräger gewann auf der 57,6 Kilometer langen Strecke in 31:27,2 Minuten mit einem Durchschnitt von 109,6 km/st. Nur um Bruchteile langsamer war der Beste der 250-ccm- Klasse, der Karlsruher Burg auf DKW., der in 31:30,4 Minuten einen Durchschnitt von 109,6 km/st erzielte.

*

Vor 100 000 Zuschauern leitete das 16. inter­nationale Eilenriede-Rennen im Stadtwald von Han­nover die Motorsportzeit 1939 ein. Fahrer aus sechs Nationen befanden sich in den stattlichen Teil­nehmerfeldern und dennoch gab es in allen Klassen klare deutsche Siege.

Korpsführer Hühnlein gab bei der Siegerehrung seiner Freude über diesen stolzen Erfolg mit den Worten Ausdruck:Das ist das schönste Geburts­tagsgeschenk für unseren Führer, das ihm der deut­sche Motorsport überreichen kann." Nachdem unser Europameister Ewäld Kluge aus Auto Union/ DKW. in der 250er-Klasse gewonnen hatte, fetzte ein leichter Regen ein, der Rekordzeiten unterband.

Heiner Fleischmann feierte bei seinem Erst­lingsstart auf der Kompressormaschine von Auto Union/DKW. einen großen Erfolg. Er gewann nicht nur in der 350er-Klasse, sondern erzielte gleich­zeitig die Tagesbestzeit und erhielt für seine 115,6 km/std den Ehrenpreis des Korpsführers als neuer Eilenriedemeister. In der Halbliterklasse war Ludwig Kraus (BMW.) mit 113,7 km/std und der schnellsten Runde des Tages mit 119,3 km/std sicherer Sieger.

Die siegreichen deutschen Werke konnten mit ihren Werkfshrern in sämtlichen Klassen auch die nächsten Plätze belegen. Großen Beifall gab cs bei der Ehrenrunde der im Wüstenrennen siegreichen

NSKK.-Mannschaft auf BMW. und dem Hanomag- Diesel-Rekordwagen.

Kluge vor Winkler.

Die Auto-Union setzte in der 250er-Klasse das vorjährige Drehschiebermodell ein. Kluge und Wink­ler waren die Fahrer. Da die neue NSU. in letzter Stunde wieder zurückgezogen worden war, machten diese beiden Fahrer das Rennen unter sich aus. Rundenlang rasten die beiden Rad an Rad Über die Strecke. Das Übrige Feld war schon bald nicht mehr zusehen". Kluge konnte seinen Kameraden schließlich abschütteln und zum Siege kommen. Hart war der Kampf der Privatfahrer. Der Mar­burger Lottes (DKW.) setzte sich als Dritter erfolg­reich durch.

Fleischmann allen überlegen.

Wie sich der frühere deutsche Meister Heiner Fleischmann auf dem Zweitakter der Auto Union/ DKW. bewähren würde das war die Frage vor dem Kampf. Nun, Fleischmann bewies, daß sein Können keineswegs an eine bestimmte Masck)ine ge­bunden ist. In bestechendem Stil meisterte er die Maschine und steuerte sie zu einem überlegenen Siege. Nur sein Kamerad P e t r u s ch k e konnte mit ihm Schritt halten, die übrigen waren schon bald vergessen". NSU. hatte Pech! White blieb am Start stehen, bis das ganze Feld enteilt war. Der Engländer errang mit zwei Runden Rückstand immerhin noch den vierten Platz. Bodmer hielt sich zunächst in der Spitzengruppe, fiel aber später zurück.

Kraus vor Gall.

Karl Gall und Ludwig Kraus galten auf ihren BMW. in der Halbliterklasse als Favoriten. Beide zeigten auch ihr überragendes Talent. Den Ausschlag gab schließlich das mutigere Herz von Kraus. Gall litt doch noch unter feinem schweren Sturz auf der Insel Man. Kraus zog gleich in Front. Die erste Runde durchfuhr er'mit einem Mittel von 106,2 km/std. Gall blieb dicht hinter ihm. Ja, er übernahm in der 13. Runde sogar vor­übergehend die Spitze, die er allerdings nach zwei Stürzen wieder an seinen Markengefährten ab­treten mußte.

Stürze auf nasser Strecke.

Die 4,5 Kilometer lange Strecke, auf der in jeder Klasse 30 Runden zurückzulegen waren, wurde im­

mer glitschiger Und' tzefährlicher. Trotz aller Verr­icht kamen verschiedene Fahrer um einen Sturz nicht herum. Glücklicherweise kamen sie alle mit dem Schrecken davon. Gall erwischte es gleich zweimal, aber er fuhr fein Rennen weiter. Der Belgier Dick­well stürzte mit seiner 250-ccrn-Benelli vor den Tri­bünen. Der dichtauf folgende Karlsruher Privatfah­rer Gablenz fuhr gegen die Maschine. Die Folge war, daß beide Fahrer die Weiterfahrt einstellen mußten.

Ergebnisse.

Klasse bis 2 50 c c m : 1. Ewald Kluge (Auto- Union/DKW.) 1:16:19,2 = 113,3 km/st; 2. W. Winkler (Auto-Union/DKW.) 1:16:44,4 = 112,6 km/st; zwei Runden zurück: 3. Lottes (Marburg) auf DKW.; 4. Kohfink (Bietigheim) auf DKW.; 5. Pätzold (Schnellwalde) auf DKW.; drei Runden zurück; 6. Häusler ( Kottdus) auf DKW., 20 gestar­tet, 13 gewertet.

Klaffe bis 350 ccm: 1. Heiner Fleischmann auf Auto-Union/DKW. 1:14:47,2 = 115,6 km/st, beste Zeit des Tages; 2. Petrufchke (Auto-Union/ DKW. 1:16:46,2 = 112,6 km/st; zwei Runden zu­rück: 3. Hamel eh le (Sindelfingen) auf Auto-Union/ DKW.; 4. White (England) auf NSU.; 5. Nitzschky (Karlsruhe) auf Norton; 6. Knees (Königsberg) auf NSU., 28 gestartet, 23 gewertet.

Klasse 6 ts 500 ccm 1. Kraus (BMW.) 1:15:58,4 = 113,7 km/st; 2. Gall (BMW.) 1:17:14,1 111,9 km/st; eine Runde zurück: 3. Ziemer (Danzig) auf NSU.; 4. Anderson (England) auf Norton; 5. Karl Nührschneck (Nürnberg) auf Nor­ton; 6. Lohmann (Hamburg) auf BMW.

Stand der deutschen Meisterschaft.

Klasse bis 2 5 0 ccm: 1. E. Kluge 5 P.; 2. W. Winkler 3; 3. Lottes IP. Klasfebis 3 5 0 ccm: 1. Fleischmann 5 P.; 2. Petruschke 3; 3. Hamelehle 1 P. Klasse bis 500 ccm: 1. Kraus 5 P.; 2. Gall 3 P.; 3. Ziemer (Danzig) 1 P. Ausweisfahrer, Klasse bis 500 ccm: 1. Grimme (Bremen) auf Norton.

Kahrmonn fährt im Sportwagen.

Europameister Kahrmann (Fulda) hatte sich vom Nennsport verabschiedet, als in Deutschland die Seitenwagen-Rennen aufgegeben wurden. Nun er­scheint er wieder im Sportwagen. Kahrmann steuert zusammen mit von Haustein einen 2,5 Liter Adler im 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das am 17./18. Juni ausgetragen wird. Adler meldete noch einen 1,5 Liter, an dessen Steuer sich Paul v o ü Guilleaume und Otto L o e h r ablösen werden.

Auschießeu und Jernwettkamps der Gießener Schützen.

Der Schützenvereün Gießen hielt gestern auf seinen Ständen sein Anschießen ab, das für den Verein der Beginn seiner sommerlichen Sporttätig- teit bedeutete. Wenn auch das Wetter durch die Behinderung von starkem Seitenwind zur Er­reichung von Höchstleistungen nicht günstig war, wurden dennoch sehr gute Resultate erzielt. Es wurde geschossen auf die Wehrmannscheibe, Entfer­nung 175 Meter, liegend freihändig. Jeder Schütze hatte drei Serien zu drei Schuß abzugeben auf die 20er Ringbrustscheibe (Wehrmannscheibe). Die beste Serie zählte.

Folgende Schützen errangen Preise: 1. Joses Krumpen 54 Ringe, 2. Hans Schmoll 51 R., 3. W» Georg 50 R., 4. W. Scheid 50 R., 5. Heinrich Appel 49 R., 6. Julius Funk 46 R., 7. Ernst Wag­ner 42 R., 8. Ougo Theiß 41 R., 9. Richard Koch 41 R., 10. Hans Mangelsdorf 37 R., 11. Karl Nonnenbroich 37 R., 12. Willi Otto 36 R. und 13. Otto Schönau 35 Ringe.

Legler-Plakette (Wanderpreis): 3 Schuß liegend freihändig auf Wehrmannscheibe, keine Wie­derholung: Sieger Hck). Appel mit 51 Ringe.

E h r e n s ch e i d >e: 2 Schüsse auf die 40er Ring- cheibe mit Wehrmanngewehr, der beste Treffer zählt: Sieger Willi Burkhardt mit 34 Ringen.

Dem Anschießen war am Vormittag ein Städte- Fernwettkampf vorausgegangen. Die Mannschaft wurde vom Schützenverein Gießen e. D. und der Schützengesellschaft 1926 gemeinschaftlich gestellt. Die Leitung hatte Unterkreisschützenführer Eduard Gondner. Das Schießen war ebenfalls durch starken Seitenwind beeinträchtigt. Trotzdem wurden gute Durchschnittsleistungen erzielt. Jeder Schütze hatte 10 Schuß liegend freihändig kniend und stehend freihändig in militärischer Anschlagsform auf die Kleinkaliberscheibe (12 Ringe) abzugeben. Entfer­nung war 50 Meter. Die Mannschaft bestand aus 10 Schützen.

Es erzielten: 1. Heinrich Appel, Schützenverein, 299 R., 2. Josef Krumpen, Schützenverein, 297 R 3. Willi Schilling, Schützenverein, 288 R., 4. Willi Becker, Schützengesellschaft, 283 R., 5. Willi Georg, Schützenverein, 282 R., 6. Karl Meißenbach, Schut- zenverein, 282 R., 7. Richard Koch, Schützenverein, 274 R., 8. Walter König, Wettkampfgemeinschaft der Firma Poppe, 273 R. 9. Heinrich Balser, Schüt­zengesellschaft, 272 R 10. Emil Otto Müller, Schützenverein, 270 Ringe.

Im ganzen wurden 282(k Ringe erzielt. Es ist damit zu rechnen, daß Gießen hiermit einen guten Platz belegt. Das endgültige Ergebnis ist erst später zu erwarten.

Leunas Turner deutsche Vereinsmeister.

München 1860 entthront....

In dem bis auf den letzten Platz besetztenDeut- chen Haus" in Flensburg fand am Sonntag vor 2000 Zuschauern die Deutsche Vereinsmeisterschaft im Gerätturnen der Männer statt, die sich zu einem äußerst spannenden und mitreißenden Kampf zwi- chen dem Titelverteidiger TSV. 1860 München, TSV. Leuna, DD. Villingen und Polizei-SV. Stuttgart gestaltete, aus dem der TSV. Leuna als Sieger und neuer Meister hervorging.

Die große Ueberraschung bildeten die Dillinger Turner, die sich als eine Mannschaft von großem Format entpuppten und den hervorragenden und gefürchteten Mannschaften aus Leuna und München einen, völlig ebenbürtigen Kampf lieferten.

Der Kampf begann am Sonntagvormittag mit Pflichtübungen am Barren und in der Boden- Übung und brachte dem TV. Villingen sofort eine knappe Führung vor München 1860 und Leuna, die bis zum Schluß der Pflichtübungen erhalten blieb. Am Reck fiel München durch Versager von Friedrich auf den letzten Platz zurück, während Leuna auf den zweiten Platz vorrückte. Der Pferd-Kürsprung brachte insofern eine Ueberraschung, als Villingen durch schwache Sprung- leistungen die Führung an Leuna abgeben mußte und nun auch München mit nur noch vier Punkten Rückstand wieder Anschluß erhielt.

Eine neue Umgruppierung erbrachten die Kür­übungen, die von je zwei Turnern aus jeder Mann­schaft noch am Vormittag erledigt wurden. Villingen setzte sich mit 817,6 Punkten wieder an die Spitze

vor München mit 816 Punkten, da Leuna durch Otto und Frcyer zwei Versager hatte und nur auf insgesamt 814 Punkte kam. Mit diesem Stande begann nachmittags dar Endkampf mit den restlichen Kürübungen. Villingen hielt auch am Barren den Vorsprung, wurde aber von München und Leuna.hart bedrängt. Leuna hatte sich nach dem Pferd turnen wieder auf den zweiten Platz geschoben. Bis auf vier Zehntelpunkte kam die Mannschaft an den Ringen an die führenden Dil­linger heran und konnte sie in der Boden­übung durch eine hervorragede20" von Krötzsch überholen.

Beim Stande 1. Leuna 1048,3 Punkte, 2. Vil­lingen 1046,8 Punkte, 3. München 1046,2 Punkte gingen die Turner in den Endkampf am Reck, in dem Leuna fick) als wahrer Meister zeigte. Mit der letzten Ucbung von Krötzsch, die 19,6 Punkte er­brachte, stellte Leuna den Endsieg sicher, während der Titelverteidiger wenigstens noch den zweiten Platz vor Villingen retten konnte.

Die Ergebnisse:

Deutsche Meisterschaft im Mann­schaft s t u r n e n : 1. TSV. Leuna 1144,8 P., 2. TSV. München 1860 1143,2 P., 3. TV. Villingen 1142 P., 4. Polizei-SV. Stuttgart 1119 Punkte.

B e st e Einzelturner: 1. Krötzsch (Leuna) 236,2 Punkte, 2. Göggel (Stuttgart) 235,5 Punkte, 3. Stangl (München) 234,2 Punkte, 4. Pludra (Dil- lingen) 233,2 Punkte, 5. Kleine (Leuna) 231,1 Punkte.

Ringer-Länderkamps Deutschland-Ungarn 3:1

Mit efner unerwarteten deutschen Niederlage endete der dritte Ringer-Länderkampf Deutschland Ungarn im klassischen Stil am Samstag in Wels. Die Ungarn, die wir 1935 in Ludwigshafen noch mit 6:1 besiegen konnten, gewannen mit 4:3 Siegen. Die Entscheidung fiel erst im Sck)wergewicht, wo der Ostmärker Sterrer den Nürnberger Kurt Hornfischer trotz tapferer Gegenwehr doch nicht vollwertig ver­treten konnte und gegen den Ungarn Bobis mit 1 : 2 Richterstimmen unterlag. Von erheblichem Ein­fluß auf das Ergebnis war auch das Pech unseres Mittelgewichtlers Uffz. Schweickert (Berlin), der, gegen Kovacs in Führung liegend, sich bei einem verunglückten Ausreißer selbst auf die Schultern legte. Die deutschen Punkte sammelten die Kölner Pulheim und Nettesheim sowie unser Europa­meister Schäfer (Ludwigshafen) mit entscheidenden Siegen.

Die ringsportliche Großveranstaltung hatte in Wels mit 2000 Zuschauern einen beachtlichen Besuch gefunden. Nach dem üblichen feierlichen Auftakt traten der Kölner Pulheim und der im letzten Augenblick für L. Bencze eingesetzte ungarische Alt­meister Jmrei zum Bantamgewichtskampf an. Nach unentschiedenem Stand- und Bodenkampf siegte Pulheim in der 17. Minute durch einen Arm­schulterschwung mit Eindrücken der Brücke.

Einen bewegten und mitreißenden Kampf gab es im Federgewicht zwischen dem ungarischen Freistil- Europameister Toth und dem jungen Kölner Schmitz. Schließlich siegte der Ungar einstimmig nach Punkten. Entscheidend für seinen Erfolg waren die letzten fünf Minuten Standkampf.

Im Leichtgewicht beendete der Kölner Nettes­heim den Kamps gegen Ferencz (Ungarn) bereits in der 7. Minute durch eine Souplesse nach rückwärts und brachte damit Deutschland 2:1 in Führung.

Europameister Schäfer (Ludwigshafen) war

seinem alten Widersacher Sovari im Welter­gewicht eindeutig überlegen und kam in der elften Minute durch einen Ausheber zum entscheidenden Schultersieg. Nur durch wiederholte Mattenflucht vermochte der Ungar dem früheren Ende zu ent­gehen.

Im Mittelgewicht ereignete sich der eingangs er­wähnte Zwischenfall. Uffz. Schweickert (Berlin- beherrschte den sehr kräftigen, baumlangen Ungarn Kovacs durch seine fabelhafte Technik. Bei einem etwas unglücklich angesetzten Ausreißer mußte der Berliner aber selbst zu Boden. Der deutsche Vor­sprung verringerte sich auf 3:2.

Ungarns Halbschwergewichtler Riheczky fand bei Feldwebel Ehret lange Zeit eine wirkungs­volle Gegenwehr. In den letzten fünf Minuten kam der Ungar aber immer mehr auf und erhielt den einstimmigen Punktsieg zugesprochen.

Die Entscheidung mußte nun der Schwergewichts­kampf zwischen Sterrer (Wels) und Bobis bringen. Der Welser hielt sich über alles Erwarten tapfer und vermochte seinen erfahrenen Gegner sogar einige Male in gefährliche Lagen zu bringen, lieber die Zeit mar Bobis aber doch der Stärkere. Sein 2:1 - Punktsieg war knapp, aber doch verdient.

Deutsche Tennissieger in Taormina.

Nachdem sich beim internationalen Tennisturnier in Taormina der Berliner Werner B e u t h n e r im Männereinzel bis zum Endspiel durchgekämpft hatte, werden jetzt weitere deutsche Siege von dem italie­nischen Turnier gemeldet. Im Fraueneinzel schlug Rosl Kraus die'Italienerin Castelli 6:3, 6:1, und zusammen mit Vido bezwang sie Garbutt-dÄlcon« tres mit 6:1, 6:0. Ebenso tarnen Mimi Hein* Müller und T a r o n i im Gemischen Doppel eine Runde weiter, und auch Göpfert-Beuthner waren im Männerdoppel wieder siegreich.