Ausgabe 
17.3.1939
 
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Körperschaften und Wirtschaslsgruppen, vor allem vom Tschechischen Nationalrat, von zahlreichen Ar- beiterverbänden und geroerbetreibenben Organisatio- nen Zum Zeichen der guten Absicht für die künf­tige Gestaltung der deutsch-tschechischen Beziehun- gen veranlaßte derCesky Narodny Vybor", daß nufdemPragerParlamentzwei große Hakenkreuzsahnen neben der Staats­fahne gehißt werden.

Ruhe in Böhmen und Mhren.

Berlin, 16. März. (D71B.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:3m Laufe des 16. März haben die Truppen der Heeres­gruppe 3 und der Heeresgruppe 5 im wesentlichen die als endgültige Ziele zugewiesenen Räume ohne

Zwischenfätie erreicht. Die Ruhe und S i ch e r h e i t in den Ländern Böhmen und Mahren i st d a m i t h e r g e st e t l t. Mit wetterverbefferung überflogen mehrere Geschwader der deut­schen Luftwaffe die Länder Böhmen und Mähren. Die Verbände berührten nachmittags Prag und Brünn.

Sr. Krick zur Klärung der staats­rechtlichen Kragen nach Prag berufen.

Berlin, 16. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat sich auf Befehl des Führers zur Klärung der staatsrechtlichen Fragen im böhmisch-mährischen Raum am Donnerstag im Flugzeug des Führers nach Prag begeben.

Gulaschkanonen der NGV. verpflegen die notleidende Bevölkerung Oer Einsatz der NS.-Bolkswohlfahrt begleitet die Truppen.

Olmütz, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Ueberall im böhmisch-mährischen Land, dessen Gesamtgebiet die deutsche Wehrmacht nunmehr fest in ihrer Hand hält, zogen mit den Truppen die Hilfs­kolonnen der NSB. Auf allen Landstraßen tauchen ihre großen Lastwagen auf, die auf großen Plakaten die AufschriftNationalsozialistische Volks- wohlsahrt" tragen, Lastwagen, auf denen f a st alle Lebensmittel zu haben sind. Genau so wie beim Einmarsch der deutschen Truppen in den Sudetengau sind in nahezu allen Gebieten innerhalb von 24 Stunden Lebensmittel­läger angelegt worbest, die sich unaufhörlich leeren und wieder aufgefüllt werden. Tausende von not­leidenden Menschen werden verpflegt. In Hunderten von Städten stehen auf den Marktplätzen neben den Panzerwagen, Geschützen und Maschinengewehren friedliche Gulaschkanonen. Die Helfer der NSB haben alle Hände voll zu tun, um die heran­drängenden Menschen zu befriedigen und den Hun­ger der Armen und Arbeitslosen zu stillen.

Die Tschechen stehen vor diesen Werken der tätigen Hilfsbereitschaft wie vor einem Wun­der; sie wissen offenbar nicht, was sie mehr be­staunen sollen, die Schnelligkeit, mit der diese Hilfe einsetzt ober die Selbstverständlichkeit, mit der sie allen, natürlich auch den hllfsbedürftigen Tschechen, dargeboten wird. Dankbar nehmen sie, die zum Teil schon lange arbeitslos lind, und die nie eine solche großzügige Hilfsbereitschaft kennengelernt haben, die Hilfe der Deutschen an.

Allein in Nord- und Ostmähren sind für die Be­

wältigung dieser Arbeit hundert NS.-Schwe- ft e r n und etwa 20 Amtsleiter eingesetzt worden. In allen Städten entstanden im Hanoumdrehen Ausgabe st eilen, wo alles zu finden ist, was zum nötigsten Lebensgebrauch gehört. In Olmütz und in Mährisch-Ostrau allein wurden an einem einzigen Tage 1250 Kilo Fleischkonserven, 3000 Kilo Roggenmehl, 1600 Kilo Zucker, 3000 Kilo Reis, 750 Kilo Nudeln, Tausende von Broten und zahlreiche andere Lebensrnittel zur Verteilung gebracht

Außerdem wurden in mehreren Städten den Bäckereien große Aufträge gegeben, für die von der NSV. d«s Backmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Für Gebiete, in denen teilweise große Armut und viel Arbeitslosigkeit herrscht, bedeutet diese Hilfe ungeheuer viel. Besonders große Freude hat sie bei denjenigen Deutschen ausgelöst, die von den tschechischen Unternehmern wegen ihres. Be­kenntnisses zum Deutschtum entlassen worden waren, und die gar nicht mehr wußten, wovon sie leben sollten. Der tatkräftige Emsatz der NSV. kommt vielleicht am besten dahin zum Ausdruck, daß fast überall in wenigen Stunden nach dem Ein­marsch der Truppen die E f f e n s a u s g a b e er­folgte. Aus Gulaschkanonen, die um 5 Uhr früh in Troppau aus den Güterzügen ausgeladen wurden, wurde schon um 12 Uhr mittags in Olmütz, also 70 Kilometer entfernt, das Esten ausgegeben. In ganz Böhmen und Mähren steht bereits heute die Organisation der Nationalsozialistischen Volkswohl­fahrt in vollster Arbeit.

Die Stadt Brünn begrüßte die deutschen Soldaten mit einer überwältigenden Freude. Die Straßen, durch die die Truppen zogen, waren von der Volksmenge dicht gedrängt, die vielfach Hakenkreuzfähnchen schwenkte und die Hand zum Deutschen Gruß erhob. (Scherl-M.)

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Die Deutschen prass huldialen dem Führer.

Prag, 16. März. (DNB.) Kurz vor 12.30 Uhr begab sich der Führer auf den Balkon der Burg, um die feit den frühen Morgenstunden vor der Burg zu Tausenden versammelten Deut­schen Prags zu grüßen. Als der Führer den Balkon betritt, braust ihm ein tausendstimmiger Ju- belschrei der Deutschen entgegen. Minutenlang dauern die Kundgebungen, die immer wieder von SprechchörenFührer, wir danken dir" unterbro­chen werden. Immer wieder dankt der Führer sicht­lich bewegt.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, erstattete kurz nach 12 Uhr dem Fiihr,er und Obersten Befehlshaber auf der Prager Burg Meldung über den Verlauf der Aktiv n d e s H e eres. Beim Eintreffen des Oberbefehlshabers des Heeres auf der Burg erwies eine Kompanie des JR. 102, das die Burgwache übernommen hat, die Ehrenbezeigungen. General­oberst von Brauchitsch nahm die Meldung des Ober­befehlshabers der Heeresgruppe III, General der Infanterie B l a s k o w i tz , und der Kommandieren­den Generale des IV. Armeekorps, General der In­fanterie von Schwedler, und des XVI. Armee­korps Generalleutnant H ö p n e r, entgegen. Am Nachmittag verließ der Generaloberst Prag und be­gab sich zu weiteren am Einmarsch beteiligten Trup­pen

Der Führer empfing mittags in der Prager 'Burg die Vertreter der Prager Stadtver­waltung und der deutschen Volksgruppe in Prag. Der Primator der Hauptstadt Prag Dr. Klapka begrüßte den Führer im Namen der Stadt Prag und seiner Bevölkerung. Er bat den Führer, die Stadt Prag und das tschechische Volk unter feinen Schutz zu nehmen. Er gab die Versicherung einer loyalen Zusammen­arbeit ab und sprach die Hoffnung aus, daß bi* Zusammenarbeit zum Segen beider Völker gereichen werde. Der Primator-Stellvertreter Pro­fessor P f i tz n e r begrüßte den Führer namens der Deutschen Prags, die auf einem heißurnkämpften Vorposten bis zur Stunde der Befreiung und zum Emzug ihres Retters ausgehalten hätten und heute namenlose Freude über ihre 'Befreiung empfänden. Fritz Pawellek entbot dem Führer den Gruß der deutschen Sprachinseln und gab ebenfalls der übergroßen Freude der deutschen Volksgruppe über ihre Befreiung durch den Führer

Ausdruck. Der Führer dankte in einer kurzen Er­widerung und verhieß der Stadt Prag sowie den Ländern Böhmen und Mähren eine länge Zeit des Friedens und der kulturellen Entwicklung.

Der Führer empfing nachmittags gegen 14.30 Uhr Staatspräsident Dr. Hach a. Vorher hatte der Reichsminister von Ribbentrop Staatspräsident Dr. Hacha ausgesucht und ihm den vom Führer proklamierten Erlaß über die Errichtung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren überreicht

Am frühen Nachmittag des Donnerstag find in dem Vorhof der Prager Burg im weiten Viereck d i e Studenten der deutschen Hoch­schulen aus Prag angetreten, im blaugrauen Hemd und schwarzen Schlips. Eine ganze Anzahl mit verbundenem Kopf, Studenten, die in den letzten Tagen überfallen wurden. Sie führen die Fahne des NS.-studentenbundes aus Prag mit. Seit 1927 führen sie diese Fahne. Dann mußten sie sie nach Deutschland herüberschaffen, als sie im Jahre 1933 aufgelöst und verboten wurden. Erst zu Beginn dieses Jahres haben sie die Fahne von Reichs- studentenführer Scheel wieder verliehen erhalten. Mit den Studenten find angetreten die Poli­tischen Leiter der bisherigen Landesgruppe der NSDAP, in Prag und eine Schar deut­scher Mädel. Eine Ehrenkompanie mit Musik­korps schließt das weite Viereck. Draußen auf dem weiten Vorplatz drängen sich Tausende von deutschen Volksgenossen aus Prag; die Kinder winken mit ihren Fähnchen, und schnell haben sich die Jungen und die Alten zu dem Sprechchor zusammen- gefunden:Wir wollen unseren Führer sehen!" Unentwegt schallt der Sprechchor über den Platz.

Kommandos ertönen:Stillgestanden!" und kurz darauf:Präsentiert das Gewehr!" Der Führer betritt den Vorhof. Der Präfentiermarsch wird über­tönt von dem brausenden Iubelsturm, mit dem die vielen tausend Menschen ihren Führer grüßen. Der Führer nimmt die Meldungen entgegen und schreitet langsam die Fronten ab. Hier drückt er einem ver­wundeten Studenten die Hand, dort klopft er einem anderen auf die Schulter und spricht freundliche Worte mit diesen jungen deutschen Kämpfern. Un­aufhörlich subeln die Deutschen Prags dem Führer zu, als er den Wagen besteigt. Langsam setzt sich die Kolonne in Bewegung, den Hradschin herunter. Der Führer hat Prag verlassen.

Die böhmisch-mährische Mrischast.

Mit dem Zusammenbruch der Tschecho-Slowakei ist auch ein wirtschaftliches Gebilde zur Aufteilung gelangt das in der Zeitspanne feines Bestehens feine Lebensfähigkeit nicht beweisen konnte Durch die Grenzbereinigung im Herbst vorigen Jahres war, wie die ständige wachsende Zahl der Arbeits­losen dort deutlich beweist sie stieg von 62 000 im September 1938 auf über 142 000 am Jahres­ende, so manche Verschiebung entstanden, die Probleme aufwarf, denen der Mosaikstaat längst nicht mehr gewachsen war. Während die K a r patho-Ukraine und die Slowakei Über­wiegend Landwirtschaft treibende Ge­biete sind, sind in Böhmen und Mähren, den unter den Schutz des Reiches genommenen Gebietsteilen, wichtige Industrien zu Haufe. Die wichtigsten Industriestädte sind Prag, Pilsen, Brünn und Mährisch-Ostrau. Prag weist eine ausgedehnte Maschinen- und Glaswarenindustrie mit großen Eisenbahnwagen- und Kraftwagenwerk­stätten, ausgedehnte Webwaren-, Papier- und Leder­industrie und zahlreiche Brauereien auf; in Pil - s e n sind neben den weltbekannten Stahl- und Geschützwerken (Skoda-Werke) und den ebenfalls in der ganzen Welt bekannten Brauereien eine aus­gedehnte Glas- und Tonindustrie ansässig; Brünns wichtigste Industrien sind Tuch-, Leder- und Ma­schinenfabriken; Mährisch-Ostrau und Um­gebung geben weiten Steinkohlenbergwerken, Hoch­ofen, Walzwerken und der chemischen Metall­industrie das wirtschaftliche Gepräge.

An Bodenschätzen befinden sich neben der Stein­kohle vor allem bedeutende Eisenerzvor­

kommen und Silber-, Blei« und Zinks vor komm en. Zwei Drittel der in der Tschecko- Slowakei gewonnenen 110 000 Tonnen Silber, Blei- und Zinkerz fallen hier an. Neben den genannten Industrien und Industriegruppen ist vor allen Bin­gen eine hochentwickelte Textillederindu- fi r i e , in der über 70 000 Menschen beschäftigt sind, eine sehr bedeutende Nahrungs-, Genuß­mittel- und Getränkeindustrie mit über 28 000 Beschäftigten, eine bedeutsame Holzindu - ftr i e mit über 24 000 Beschäftigten und eine gra­phische Industrie mit über 16 000 Beschäftig­ten zu nennen

Trotz der Vormachtstellung der Industrie in Böh­men und Mähren ist auch die Landwirtschaft von erheblicher Bedeutung in diesem Gebiet Denn von der landwirtschaftlichen Nutzfläche von 9,91 Millionen ha lag die Hälfte, nämlich 4,96 Millionen ha, in Böhmen und Mähren-Schlesien, 3,06 Millio­nen ha dieser Fläche sind Ackerboden Wiesen, Gär­ten und Weinländereien. Daneben treffen mir in diesem Gebiet weite Wälder an die nur wenig hinter dem Forstbesitz der Slowakei Zurückbleiben und die rund 40 v. H des gesamten Forstbestandes der früheren Tschecho-Slowakei ausmachten. Zucker­fabriken, Zichorien- und Kartoffeltrocknereien, Stärkeindustrien und Milchindustrien treffen wir hier an. Als sehr bedeutsam sind in der Landwirt­schaft der Obst-, Wein-, Hopfen - und Ta­bakanbau zu nennen. In den letzten Jahren wurde der Weizenanbau sehr vergrößert. Fast ein Sechstel aller Felder dient heute dem Weizen­anbau. Der Roggenanbau ist in den letzten Jahren zurückgegangen, aber immer noch im west­lichen Mähren und in der Pilsener Gegend bedeu­tend, ebenso der Anbau von Zuckerrüben, Gerste und Kartoffeln. Die Obshzucht ist alt, und besonders die böhmischen Zwetschen sind berühmt.

Die Karpacho-Llkraine wird dem ungarischen Giaaisverband eingegliedert Eine Erklärung Telekis. Die militärische Besetzung des Landes.

Herstellung der gemeinsamen Grenze mit Polen. Weitreichende Autonomie in Aussicht genommen.

B u d a p e st, 16. März. (Europavreß.) Unter un­beschreiblicher Begeisterung des gesamten Abgeord­netenhauses, ohne Unterschied der Partein, verkün­dete Ministerpräsident Gras Paul Teleki am Donnerstagmittag den Entschluß der ungarischen Regierung, das gesamte karpatho-ukrai- n i s ch e Gebiet militärisch zu besetzen und unter Gewährung einer weitgehenden Autonomie für das Land einzugliedern. Er wies zunächst auf die in der letzten Zeit vorgekommenen ständigen politischen und militärischen Ausschreitungen der Tschechen in der Karpatho-Ukraine hin. Die Karpatho-Ukrainer haben in ihrer verzweifelten Lage zunächst am Dienstag und dann am Mittwoch d i e ungarische Regierung um Hilfe er­sucht und um die sofortige militärische Besetzung des gesamten karpatho-ukrainischen Gebietes gebeten. Die ungarische Regierung habe die Bitte des kar­patho-ukrainischen Volkes erfüllt, und die ungarische Honved sei nun im Begriff, das gesamte karpatho- ukrainische Gebiet zu besetzen, um Leben und Eigen­tum der ungarischen und karpatho-ukrainischen Be­völkerung dieses Gebietes sicherzustellen.

Die Worte des Ministerpräsidenten lösten einen minutenlang anhaltenden Begeisterungssturm aus. Die Abgeordneten des bereits an Ungarn zurück- gegliederten südlichen Teils der Karpatho-Ukraine sprangen von ihren Sitzen auf und begaben sich zum Ministerpräsidenten, dem sie tief gerührt die Hände schüttelten. Sowohl dem Ministerpräsidenten wie dem Honvedminister Bartha sprachen sie den Dank der befreiten Karpatho-Ukraine aus. Der Mi­nisterpräsident konnte in dem Jubel, der sich in Hochrufen auf den Reichsverweser und die ungarische Honved Luft machte, seine Rede minutenlang nicht fortsetzen. Er teilte sodann unter sich immer wieder erneuernden Begeisterungsausbrüchen des Abgeord­netenhauses mit, der Einzug der ungarischen Trup­pen gehe planmäßig vor sich, und es bestehe die be­rechtigte Hoffnung, daß die Besetzung des gesamten karpatho-ukrainischen Gebietes ohne Blutvergießen vollzogen werden könne. Mit großem Nachdruck be­tonte der Ministerpräsident, Ungarn werde das Gebietderbenachbarten Staaten nicht gefährden. Die ungarischen Truppen hätten strengste Weisung erhalten, auch nur den leisesten Anschein einer solchen Gefährdung zu vermeiden. Durch die Besetzung werde die Karpatho-Ukraine, die seit tausend Jahren zu Ungarn ge° hörte, und an die sich ungarische Lebens- interejfen knüpften, wieder dem alten Mutter­lande zurückgegliedert. Dem Volk der Karpatho- Ukraine werde innerhalb des ungarischen Staats­verbandes eine Selbstregierung gewährt werden. Am Schluß der Rede des Ministerpräsiden­ten kam es erneut zu begeisterten Kundgebungen der Abgeorbrnten

In einer Mitteilung des ungarischen Außenmini­sters Graf Csaky an die Presse heißt es, daß der Vormarsch der ungarischen Honved im karpatho- ukrainischen Gebiet selbstverständlich nicht im gering­sten das Gebiet oder die Grenzen der Nachbar­staaten der ehemaligen Karpatho-Ukraine gefähr­den werde. Der Außenminister hat diese Erklärung gleichzeitig der italienischen Regierung zur Kenntnis gebracht, ferner die polnische Re­gierung informiert und hiervon dem Bu­dapester Gesandten Rumäniens sowie dem in gutnachbarlichen Verhältnis lebenden Jugosla­wien Mitteilung gemacht. Der Preßbur - g e r Regierung wurde die Erklärung durch das dortige ungarische Konsulat übermittelt.

In einem offenbar inspirierten Artikel schreibt derP e st e r Lloyd", es fei der unabänderliche Entschluß Ungarns, die große politische Aufgabe, die es im Interesse des karpatho-ukrainischen Volkes auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes übernom­men habe, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mit­teln auch durchzuführen. Die Neuordnung geschehe im Einverständnis mit allen Freun­den Ungarns. Man könne die berechtigte Hoff­nung haben, daß das Ziel der Herstellung enger freundschaftlicher Beziehungen z u allen Nachbarn reibungslos vor sich gehen werde. An dem Tage, da die Truppen der ungarischen Honved die historische Grenze Unaarns erreichten und die rotweißgrüne Flagge des Stephansreiches auf den Karpathenkämmer hissen würden werde der Augenblick gekommen fein, den festen Entschluß der ungarischen Regierung zu verkünden, alle ©ren­nen der Nachbarländer z u respektie­ren, aber auch die ^'Uercffen der am nächsten betroffenen und mit Len neubefetzten Gebieten am

engsten verbundenen Staaten in allen Belangen sicherzustellen. Aus ungarischer Hand solle dem Volk der Karpatho-Ukraine die Selbstverwaltung im vollsten Maße eingeräumt und sichergestellt wer­den. Ministerpräsident Graf Teleki soll sich Abgeord­neten gegenüber dahin geäußert haben, die Kar­patho-Ukraine werde volle Autonomie in der Ver­walt u n g unb auf kulturellem Gebiet ge­nießen. Außenpolitik, Heerwesen und Finanzen würden dagegen gemeinsame Angelegenheiten der Karpatho-Ukraine und Ungarns bilden.

Der Vormarsch der ungarischen Truppen

B u d a p e st, 16. März. Der ungarische General­stab meldete am Donnerstag um 20 Uhr über die militärischen Operationen in der Karpatho-Ukrame: Die ungarischen Truppen erreichten im Theißtal um 19 Uhr C h u st und bringen zur Zeit weiter nach O st e n vor. Im Borsava-Tal wurde die Ort­schaft B i l k e genommen und der Vormarsch nach Doh fortgesetzt. Die polnische Grenze wurde von der ersten Gruppe der von Munkacs aus vor­dringenden ungarischen Truppen nordöstlich von Volocz um 18 Uhr, von der zweiten motorisierten Truppe bei Verecze um 14.15 Uhr erreicht. Die im Ungtal vordringenden Einheiten erreichten unter schweren Rückzugsgefechten der Tschechen die Ort­schaft Perecseny. Die militärischen Operationen werden durch die Ungunst der Witterung vor allem durch starke Schneefälle und Schnee­stürme stark behindert, wickeln sich aber trotzdem programmäßig ab.

Wie der amtliche ungarische Nachrichtendienst mit­teilt, kam es am Donnerstag vor der picht an der polnischen Grenze gelegenen Ortschaft Niicni W e - r e ck y zu einem heftigen Z u s a ni m e n st o ß zwischen ungarischen Truppen und kar^vatho-ukrai- nischen Abteilungen. Die ungarischen Truppen zer­sprengten eine von Artillerie unterstützte gegnerische Kolonne. Die Ukrainer sollen zahlreiche To.te, 48 Ge­fangene sowie mehrere Geschütze und Ma fchinenge- wehre verloren haben. Weiter wird berichtet, daß sich ukrainische SIC. - Verbände i m Ge­birge verbarrikadiert haben und Wider­stand leisten. Die Lage der Ukrainer wird jed'och als ziemlich hoffnungslos bezeichnet, da sie im Rücken die polnische Grenze und in der rechten Fla nke die slowakische Grenze haben. Die drei a n b e r ( n un­garischen Kolonnen setzten ihren Vormarsc'y noch fort. Die norhlich von Ungoar marschierende K^olonne hat nach einem kurzen Gefecht die zwanzig Kilometer von Unanar liegenbe Ortschaft Perecin besetzt- Die zwischen Munkacs unb Chust vorrückende ö,Ko­lonne hatte am Donnerstagabend die Hälfte iy» rer Marschroute zur polnischen Grenze zurückgelegt /D"ve am rechten Flügel oorrückenbe Kolonne hatte ^Chust am Vormittag hinter sich gelassen unb setzt biiee Be­setzung bes 0 stlichen Teiles ber Kar patho- Ukraine fort. y*

Die gemeinsame Grenze.

Ungarische Truppen werden im polnischen Grenzort begrüßt.

Warschau, 16. März. (DNB.) Donne" rstag- mittag um 13.25 Uhr erschienen die ersten unga­rischen Truppen, eine aus fünf Mann beftts 'hende Kavalleriepatrouille, in b e m polnifl chen Grenzort Beskib. Die ungarischen Truppen würben von polnischer Seite e n 11) u f i a ft tWf d) begrüßt. Der Patrouille folgte eine größÄ« Militärabteilung mit entrollten Fahnen unter b3| Führung eines Obersten. Sie mürbe von bem pol­nischen General 'Boruta Spiechowiecz begrüßt Später traf auf bem Tucholka-Paß der ungarische Felbrnarschalleutnant G e r o b e Nowak ein. Bon ihm unb bem Führer ber polnischen Truppen mürbe in Ansprachen bie erreichte gemeinsame polnisch - ungarische Grenze geroürbigt. Am Nachmittag muri bieses Ereignis in Beskib von ber Bevölkerung M feiert. Donnerstagabenb fanb vor ber ungarisch» Gesanbtschaft in Warschau eine große Freund schastskundgebung statt. Das Lager ber Nationale, Einigung veranstaltet überall besondere Feiern.