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führt. Nach dem Durchzug einer ersten Störung am Freitagmorgen wird sich vorübergehend zwar wie­der Aufheiterung einstellen, doch ist dann wieder mit stärkerer Niederschlagstätigkeit und Temperatur­anstieg zu rechnen.

Vorhersage für Samstag: Wechselnd bewölkt, vereinzelt noch kürzere Schauer, Tempera­turen wenig geändert, westliche Windes

Vorhersage für Sonntag : Zunehmende Unbeständigkeit mit Niederschlägen und Temperatur­anstieg.

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Betr.: Schädlingsbekämpfung im Obstbau.

Auf die Verordnung des Reichsstatthalters in Hes­sen Landesregierung vom 24.1.1938 zur Be­kämpfung von Blattsaugern, Schildläusen und ande­ren Schädlingen während der Winterruhe mache ich hiermit wiederholt aufmerksam. Die Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Obstbäumen und Obst­sträuchern sind verpflichtet, alle Obstbäume und Obst­sträucher während der Winterruhe mit Obstbaum- karbolineum oder Teerölemulsion (Baumspritzmittel), die den Normen der biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft entsprechen, sachgemäß zu bespritzen. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwider handelt, wird nach § 13 des Gesetzes zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen be­straft. H43C

Gießen, den 15. Februar 1939.

Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus.

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statt. Alle ledigen Volksgenossen, die ihre Militärpflicht abgeleistet haben und die an einer Berufsumschulung Interesse haben, sind zu diesem Dortrag eingeladen. Die Teilnahme ist unverbindlich und kostenfrei. Land­wirtschaftliche Kräfte jeder Art können an diesem Vortrag und an der

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viel verschmitzt-lustigem Getu und spitzbübisch- schlagener Geheimniskrämerei zur Narren - F nacht. Gleich nach dem Dreikönigstag hat der Narr, der nach einem jahrhundertealten, ungeschriebenen Gesetz in denhistorischen Narrenstädten" jeder ehr­same Bauer, Handwerker und Bürger sein kann, an sein im Urväterschrank seit Generationen wohlver­wahrtesGschel l" gerührt, an fein schweres, oft mit fünfzig handgeschmiedeten oder auch bron­zenen Glocken behangenes Lederzeug, das er in abenteuerlicher Kostümierung beim grotesk-wilden Narrentanz zur tollen Fastnachtszeit tragen wird. Denn nichts, kein Knöpfchen und kein Glöckchen, fein Federchen und kein Bändchen darf fehlen, wie auch nichts -Neues hinzu gefügt werden darf zu dem alt­überkommenen Narrengewand, das in der gleichen Art schon die Väter trugen. Der alemannische Narr trägt Jahr für Jahr dasselbeHäs", dasselbe Nar­renkleid ... ganz im Gegensatz zu den bei städtischen karnevalistischen Faschingsveranstaltungen sich tum- melnbm L-ruten, die sich ja oft in einer einzigen Ballsaison allein in ein halbes Dutzend der verschie­densten Kostüme stecken.

So ist denn die alemannische Volksfastnacht auch etwas durchaus anderes als etwa ein Maskenball oder Faschingsfest, wie es anderswo Vereine und großstädtische Vergnügungslokale veranstalten. Heid­nische, frühchristliche und mittelalterliche, m Ge­spensterangst, Dämonenfurcht und Zauberglauben lief wurzelnde Riten und Kulte sind es, die heute noch, wenn auch in abgewanüelter, verdeckter Form, den alemannischen Menschen zur Fastnachtszeit seinen wilden, wirbelnden Mummenschanz treiben lassen. Wie seine Ahnen in grauer Vorzeit von den erstty Tagen der Wintersonnwende bis an Ostern heran bei ihren kultischen Zusammenkünften maskiert in wilden Tänzen die im Kampfe zwischen Winter und Frühling tobenden Naturgewalten zu beschwören, zu schrecken und zu ängstigen suchten, so begeht der Alemanne dann, wenn der scheidende Winter mit dem gärenden Lenz ringt, die große Volksfeier der Fastnacht das Siegesfest.

Das Herrschaftsabzeichen des Ueberlinger Hänsele aber ist die Karbatsche, eine vier Meter lange, kunst­voll geflochtene Peitsche mit sehr kurzem, dickem Stiel, mit der er knatternd und zischend um sich schnellt.

Trotz aller vornehmen Distanziertheit aber hat der Ueberlinger Hänsele, in dessen Gewand auch vielfach unternehmungslustige junge Mädel schlüpfen, eine gefürchtete, spitzig-witzige Zunge. Was er bei Umzug und Narrentanz in der zunftmäßigen Aus­übung althergebrachter Narrenfreiheit lieben Nach­barn und Nächsten, die im letzten Jahr irgendwie unangenehm auffielen, an Spott und Hohn, an Spaß und Ulk derb und freimütig und mit Witz und Geist ins Ohr flüstert, ist nicht ohne.

Die Ueberlinger Hänsele sind allerdings nicht so wild und ungestüm wie hie Oberndorfer Schantl e", die beim närrischen Dolksgericht den inkriminierten Nächsten in den Wirtsstuben und auf den Straßen mit großem Redeschwall ihre Stand­pauke halten und alles Böse und Dumme, Verkehrte und Falsche, das diese Armen von der letzten bis zu dieser Fastnacht taten (was oft in einem eigenen Narrenbuch verzeichnet steht!), tüchtig abkanzeln. Und wehe dem, der etwas übel nimmt zur Fast­nacht er ist geächtet und lächerlich gemacht für alle Zeit.

So viele Städte so viele Narren! Riedlin - gen hat seine unheimlich kostümiertenSoles", die Goliath-Narren, Bonndorf die putzigen Pflaumen- schlucker, Offenburg feine grotesk herausgeputz­ten, befenreitenben Hexen, Meersburg, die ur­alte Droste-Stadt, feine Schnabelgyris, die vogel- köpfigen, storchschnäbligen Dominos und Kasperle, und Laufenburg am Rhein die Fischer-Narros und jedes alte, liebe Nestchen hat feine ureigen­tümlichen, nur dort geübten Bräuche. Der Rott­weiler Gfchellnarr federt beim Narrentanz auf den Zehen mit langsamem Hupf im Zweioiertel- taft, die Haslacher Hemdglunkergarde, der derGullenreiter" voranmarfchiert, ein mit gi­gantischen Köpfen als Storch und Elefant verklei­detes Ehepaar, hat einen Schritt mit wieder ande­rem Rhythmus beim Maskenlauf.

Das ausgelassene närrische Treiben währt bis zum Aschermittwoch. Dann wäscht man in Gehrock und Zylinder am Stadtbrunnen die leeren Gekd- beutel, oder man geht, wie in Wolfach und Elzach, ins Wirtshaus zurElfimeß", um frischen Schwarte­magen zu essen, indes man anderswo fromm die Kirche besucht und sich, zerknirscht büßend füt alle Narretei der Fastnacht, regelrecht Asche aufs Haupt streuen laßt und also dem Aschermittwoch mit sym­bolhafter Geste den schuldigen Tribut zollt.

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11.11., 11 Uhr 11, das heißt am 11. November, um 11 Uhr 11 Minuten, zusammen, um den Narren­rat zu konstituieren und zum erstenmal über die fest­liche Ausgestaltung der bevorstehenden Fastnacht zu beraten. Die eigentliche Fastnach beginnt dann mit demschmutzigen Dunschtig", dem Donnerstag vor dem Fastnachtsdienstag, der feinen Namen von den schmalzgebackenen Fastnachtsküchele hat, Schmalz heißt im Alemannischen Schmatz. Dann wird über­all auf den Dorfangern und den Marktplätzen der Narrenbaum gefetzt, zumeist eine riesige, geschälte Tanne mit einer bunt herausgeputzten Krone, deren Stamm oft eingeseift ist, damit es die Kinder, der Narrensamen", nicht allzu leicht haben beim Her­unterholen der hoch oben aufgehängten Brezeln und Süßigkeiten. Das Ausrichten des Baumes geschieht im Beisein der ganzen Bevölkerung und unter sehr spaßigen Verrichtungen von Zimmerleuten, die meistens keine sind und Darum so viel an Ueberge- scheitheit und neunmalkluger Geschicklichkeit an den Tag legen, daß sich der Zuschauer den Bauch vor Lachen hält.

Berühmt gerade für dieses Narrenbaumsetzen sind die Stockacher, deren hohes, grobgünstiges Narren­gericht der Erzherzog Leopold von Oesterreich seinem alten Hofnarren Hans Kuony von Stocken im 14. Jahrhundert privilegierte und das seither alljährlich zur Fastnachtszeit in närrischem Zeremo­niell mit Gerichtsnarren und Narrenbütteln streng und gnädig zugleich regiert.

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lieBerlingen zum Beispiel, die hübsche alter­tümliche, ehemals freie Reichsstadt am Bodensee, die eine der ältesten Narrenstädte überhaupt ist (seit 1496 schon ist seine Fastnacht urkundlich belegt), hat als närrische Spezialität denHänsele". Seine Tracht sticht rundum von den in anderen Städten üblichen Narren- und Hänselegewändern durch ihren charaktervollen, fast vornehm düsteren Schnitt ab. Wohl trägt auch der Ueberlinger Hänsele das ty­pische, aus Flicken, Flitter und Glöckchen zusammen­gesetzte Narrengewandt, aber in all dem Bunt herrscht doch das ernste Schwarz vor. Wie ein schwarzer Ritter sieht der Hänsele aus; die dicht über den Kopf und das Gesicht gezogene, gleichfalls vorwiegend schwarzgehaltene Kapuzen-Maske ver­stärkt diesen Eindruck noch. Die ganze Narretei do­kumentiert sich aber in dem schwarzsamtenen, ele- fantenartigen Rüssel, den der Hänsele neckisch aus- und niederwippen läßt. Vom Scheitel herab fällt in ----- _,------------ . »

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Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich^für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig.

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31739-1

320737

348851

354185

354814

364350

364398

370138

387875 388451

Außerdem wurden

394803

4668 Gewinne zu je

150 RM.

gezogen.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer

auf die Lose gleicher Nummer in den beiden

Abteilungen I und II

Stadttheater