Ausgabe 
16.12.1939
 
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einem Schiff berührt wirb. Die Minentechniker der verfchiedenen Länder sind natürlich bemüht gewesen, die Zündvorrichtungen der Minen so zu verfeinern, Satz die Treffergebnisse möglichst erhöht werden. So entwickelten Zhe Amerikaner im Weltkriege eine so- genannteA n t e n n e n m i n e", bei der durch ein Drahtseil an einer unter Wasser schwimmenden Boje r-* l!L£c l(^roc.te Mine gegen vorbeisahrende schisse erweitert werden sollte. Die Engländer war- sen in FlandernG r u n d m i n e n", oie auf dem Meeresgrund blieben und mit Hilfe der Ablenkung einer Kompaßnadel durch die Eisenmasse eines darubersahrenden Schiffes magnetisch gezün- wurden. Als sehr fähige Minentechniker ermiß- len sich damals auch die Russen. Wir brauchen mcht besonders zu betonen, daß das deutsche Minenwesen sich im Weltkriege als sehr hoch ent­wickelt erwiesen und den Gegnern schwere Verluste beigebracht hat.

Die Minensperren dienen entweder dem Schutze der eigenen Gewässer vor der Annäherung vl ®e,Snr.?' oder sie werden offensiv in die feind- uchen Gewässer getragen. Für das Legen der Mi­nensperren, die im Weltkrieg insgesamt Hundert­tausende von Minen umfaßt haben, wurden Kriegs­schiffe der verschiedensten Klassen verwendet. Es gab besondere Minenleger, aber auch durch Kreuzer und Hilfskreuzer, durch Zerstörer und dann auch durch U-Boote wurden Minen geworfen. Don 1914 bis 1918 hatten die Minenverluste einen sehr hohen Anteil an den Kriegsverlusten aller krieg- Ährenden Länder. Bei den Schlachtschiffen und Kreuzern war ein Viertel der Verluste den Minen zuzuschreiben, bei den U-Booten noch etwas mehr, bei den Zerstörern und Minensuchbooten mehr als die Hälfte aller Verluste. An Handelsschiffen gingen während des Weltkrieges weit mehr als eine Mil­lion Tonnen durch Minen unter.

Natürlich wuchs mit der Vervollkommnung der Mine auch die Abwehr. 3m Weltkriege wurden Me Minensuchgeräte immer mehr verbessert. Auch die einzelnen Schiffe erhielten gewisse Schutz­vorrichtungen zur Abweisung von Minen. Diele hundert Minensuchfahrzeuge und Minenräumboote waren auf beiden Seiten im Weltkrieg eingesetzt. Allein die Verluste betrugen in England während des Weltkrieges über 200 Fahrzeuge. Der Weltkrieg hat aber der technischen Fortentwicklung der See­minen auch angesichts der gesteigerten Abwehr noch kein Ende bereitet. In dem Seekrieg, den England und Frankreich 1939 gegen Deutschland vom Zaun gebrochen haben, hat sich die Seemine bereits wie­der als eine scharfe Waffe erwiesen.

Die Seemine, eine scharfe Waffe des Seekrieges

Auffab über die Ä-mln° macht.

jP bie Seemine bas einzig Kampfmittel, das 2 Meeresteile auf längere Dauer sperren kann nh«» d°ß stch »"t ständig Kriegsschiffe aufhalten Die Seeminen find Dor rund 150 Jahren erfunden worben. 3m narb am e r i! a n i [ dj e n Bur" g"kr,eg vor 75 Jahren wurden ie zum erften- mal "> größerem Umfange verwendet und spielten dann 1904 im russisch, apaniscken Ar in Aasten eine erhebliche Rolle. Aber die techn sch? Entwicklung der Seemine zu einem scharfen Kampf- mittel tft erst wahrend des Weltkrieges richtig er- ^as ist eigentlich eine ©eemine? 6ie bestellt aus einem kugelahnlichen Behälter, der in einer bestimmten Tiefe unter Wasser verankert ist Er enthüll eine wirksame Sprengladung und eine Zünd­vorrichtung. Wenn eine Mine sich vor ihrer Ver­ankerung losreißt, dann soll sich nach den inter- nationalen Regeln die Zündung entschärfen so daß eine treibende Mine keine Gefahr für die SMahrt bildet Trotzdem haben die Engländer un,Weltkriege verschiedentlich Tr e i b m i n e n v e r - wendet, die von den Meeresströmungen fort- getragen mürben. Wenn in dem jetzigen Seekrieg verschiedentlich von Schlffsuntergängen durch Treib­minen gesprochen worden ist, so können es keine deutschen gewesen sein, denn die deutschen Mnen werden entsprechend der internationalen Ueberein- funft felbfttätig entschärft, falls sie sich von ihrer Verankerung loslösen. Dagegen hat sich bei englischen Minen, die an den Küsten neutraler Staaten angetrieben waren, mehrfach erwiesen, daß sie nicht entschärft waren.

Im Weltkriege haben die verankerten Mi- nen das Feld des Seeminenkrieges beherrscht. Da­bei handelte es sich zum kleineren Teil um .Be­obachtungsminen", zumeist aber umKon- taktminen". Die Beobachtungsminen wurden vor den Küsten ausgelegt. Sie sind durch elektrische Kabel mll Beobachtungsstellen an Land verbunden, so daß sie von dort bei der Annäherung eines feind- licken Schiffes gezündet werden können. Die Kon­taktminen, die im Weltkriege hauptsächlich aufge­legt wurden, betonieren selbsttätig, wobei im allgemeinen für die Zündung der Stoß aus­genutzt wird, den die Mine erhält, wenn sie von

Der Verpflegungsnachschub unseres Feldheeres.

Unterredung mit dem Chef des Berpflegungswefens der Wehrmacht.

Einer unserer Mitarbeiter wurde von dem Chef des Verpflegungswesens der Wehrmacht, Heeres- intendant Geheimrat P i e f z c z e k, über das außer­ordentlich wichtige Nachschubproblem bei der Verpfle. gung unseres Feldheeres unterrichtet. Geheimrat Pieszczek führte aus, daß es weder im Altertum noch im Mittelalter einen Nachschub der Verpflegung gegeben habe. Die Heere konnten bei ihrer geringen Stärke und ihren verschiedenen Ansprüchen aus dem Lande leben ober marschierten in für bie Verpflegung günstigere Gebiete. Friedrich der Große richtete Magazine ein, um bie sich seine Kriege abspielten. Napoleon traf für feinen Marsch nach Moskau nicht ausreichenbe Vorberei­tungen und verlor den Krieg. Dann kam die Zeit der Landlieferungen, erst der Weltkrieg mit seinen Millionen-Heeren brachte ein neuzeitliches, wenn auch dem Aufmarsch zu sehr angepaßtes und daher zu starres Nachschubsystem.

Unter dem Nachschub der Verpflegung zu den Feldheeren wird die Bereitstellung der erforder­lichen Lebensrnittel in der Heimat und ihre Beför­derung zu den Feldküchen verstanden. Es handelt sich also um ein Beschasfungs-, Lager- und Trans­portproblem. Bedingung ist größte Beweg­lichkeit und Unabhängigsein der Heeresleitung in ihren Entschlüssen. Die Heeresverwaltung hat daher Deutsckland mit einer großen Zahl von Verpfle­gungslagern mit Gleis- und teilweise auch Wasser­anschlüssen überzogen, in denen die nachzuschieben­den Verpflegungsmittel eingelagert und von denen aus sie versandt werden. Wir haben so große Vor­räte und eine derartige Zahl von Lagern mit Gleis- unb auch Wasseranschlüssen, daß nach jeder Rich­tung, selbst bei zahlreichen und erheblichen Störun­gen ausreichende Versendungen vorgenommen wer­den können. Die Lager sind insbesondere so einge­richtet, daß eine größere Zahl von Eisenbahnwag­gons ober einzelne größere Kähne in kürzester Zeit ordnungsmäßig belaben werden können.

3m allgemeinen werden E i se n b a h nz ü g e ab= gesandt. Dabei wird zwischen Typenzügen und Zügen, die nach dem jeweiligen Bedarf beladen werden, miterschieden. Bei den Typenzügen gibt es wieder Verpflegungszüge Normal; mit Backmaterial, Mundverpflegung und Pferdefut- tar, Derpflegungszüge: Mundoerpflegung ohne Mehl, also ohne Mehl und ohne Pferde futter, und reine Futterzüge. Die Züge sind so beladen, daß Re geteilt werden können und in den Teilen täe verschiedenen Lebens- und Futtermittel enthal- len. Der Beladung mit Mundoerpflegung werden eftimmtc Speisezettel zu Grunde gelegt

urtb bei diesen wieder für Abwechslung gesorgt. Die Züge werden bann unter bestimmten Fahrt-Num­mern über eine Verteilungsstelle oder unmittelbar der Armee oder einer Division zugeführt. Die Fahrt- Nummer ist bie Bezeichnung des Zuges, unter der er von der empfangenden Stelle verfolgt wird, um ihn jederzeit richtig leiten und über ihn verfügen zu können.

Auf feiner Endstation werden die Bestände des Zuges von den Organen der Armee oder der Divi­sion übernommen und auf Kolonnen oder Ver­pflegungstrossen vorgeführt: Backmaterial unmittel­bar oder über Armeeoerpflegungslager zu den Bäckerei-Kompanien, Mundoerpflegung unmittelbar oder über Armeeverpflegungslager zu den Ausgabe­stellen. Die Bäckereikompanien backen aus dem Backmaterial Brot und schieben es mit ihren Kraftwagen zu den Ausgabestellen vor. Es kann Vor­kommen, daß die Bäckereikompanien nicht imstande find, den ganzen Bedarf zu decken, dann wird Brot von der Heimat oder aus Reservebeständen der Armee in Form von Zwieback, Dauer- oder frischem Brot nachgeschoben. Fleisch wird als Konserven­oder Rauchfleisch in den Verpflegungszügen oder ge­frorenes Fleisch in besonderen Kühl-Kraftwagen oder Schlachtvieh, sofern es nicht dem Operationsgebiet entnommen werden kann, in besonderen Viehzügen zu den Schlächtereizügen nachgeschoben. Die Schläch­terzüge schlachten das Vieh und schieben das frische Fleisch mit ihren Kraftwagen zu den Ausgabestellen vor. Sofern es die militärische Lage zuläßt, stellen sie unter Mitverwertung der Innereien auch frische Wurst her und liefern sie bei den Ausgabestellen ab.

Von den Ausgabestellen wird die Verpflegung mit den Verpflegungstrossen z u den Feld­küchen vorgebracht. Die den Nachschub leitenden Organe dürfen niemals nach einem bestimmten Schema handeln. Auf allen Kriegsschauplätzen sind die Verhüttnisse verschieden, oft sogar auf demselben Kriegsschauplatz an feinen verschiedenen Stellen. Bei der starren Front liegen die Verhältnisse am einfachsten. Hier genügen teilweise stationäre Ein­richtungen. Schwieriger sind die Derhältnisie schon bei einem langsamen Bewegungskrieg. Der Krieg i n P o l e n hat infolge des sehr schnellen Vor­dringens der Truppen besondere im Verpflegungs­nachschub noch nie dagewesene Verhältnisse gezeitigt. Die getroffenen Maßnahmen konnten häufig nicht zu Ende geführt werden und mußten durch neue im Heimatgebiet beginnende ersetzt werden. Oft kamen die Bäckereikompanien und Schlächtereizüge bei der Schnelligkeit des Vormarsches nicht zum Backen ober Schlachten, so daß Brot und Fleisch unmittel­

bar aus der Heimat nachgeführt werden mußte. Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Trup­pen in Polen ausreichend und gut mit Verpflegung versorgt worden. Anläßlich des Weihnachts- f e ft e s sind besondere Vorbereitungen für die Ver­ausgabung von Pfeffernüssen, Keks', Schokolade und frischen Aepfeln getroffen worden.

Verpflichtung der Hitler-Jugend.

Lod sch, 14. Dezember. (DNB.) Aus seiner Ost. reise traf der Reichsjugendführer von Krakau kommend in Lodsch ein, um die deutschen Jun- gen und Mädel in die Gemeinschaft der Jugend des Großdeutschen Reiches xu übernehmen, lieber 5000 Jungen und Mädel bereiteten Baldur von Schirach in der Sporthalle einen begeisterten Emp­fang. In der Stadt Lodsch mit ihren über 300 000

Juden, so sagte der Reichsfugendführer, habe lhnl die deutsche Jugend den Glauben an den Wieder­aufbau des Reiches und die Auferstehung des Deutschtums im Osten gegeben, die Jugend, die hier einen ungeheuer schweren Kampf zu führen hatte und trotz der Juden- und Polenherrschaft die Fahne des Führers im Herzen trug und ihr Deutschtum zäh und treu bewahrte. Das danke ihr heute die Jugend Großdeutschlands. Anschließend nahm Bal­dur von Schirach einen Vorbeimarsch der Hit­ler-Jugend und des Jungvolkes ab. Es marschier­ten außerdem zehn Lodscher Gefolgschaften und Fähnlein, eine größere Formatton aus Pabianice, die Führerschaft der umliegenden Städte und Dorf­gemeinschaften, der erste Führerlehrgang der Lod­scher Hauptbannschule sowie ein Spielmannszug der Hitler-Jugend und der Fansarenzug des Jung­volkes.

Die AusstellungFrau und Mutter".

»Lebensquell des deutschen Volkes."

Berlin, 15. Dez. (DNB.) Am Freitagvormittag wurde im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin die AusstellungFrau und Mutter Lebens- quell des deutschen Volkes" unter der Schirmherrschaft des 6teÜbertreters des Führers, des Reichsministers Rudolf Heß, in dessen An­wesenheit eröffnet. Die Festfolge wurde eingeleitet mit einem alten Volkslied aus der Mitte des 16. Jahrhunderts an die deutsche Nation. Der Chor der HI. leitete dann zu den Festansprachen über. Reichs- organifationsleiter Dr. Ley betonte die Berechti­gung und Notwendigkeit dieser Schau und fuhr fort:Die deutsche Frau stellt sich in dem Ringen um das Schicksal unseres Volkes würdig an die Seite des deutschen Mannes. Wir haben Mangel an Arbeitskräften, wir haben Mangel an Menschen, um all das zu vollbringen, was diese große Zeit von uns verlangt. Da stellt sich die deutsche Frau in die Lücke, die das Schicksal gerissen hat. Es wird unsere vordringlichste Sorge fein, immer wieder zu prüfen, ob die physische Kraft der deutschen Frau aushält, deshalb werden wir alle Fürsorge dieser schaffenden deutschen Frau angedeihen lassen, die sie benötigt.

Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholz-Klink, sagte, diese Ausstellung sei ein Geschenk bes Mannes und zeige, daß gerade im nationalsozia­listischen Deutschland dieses der Frau die ebenbürtige Stellung einräume. Es handele sich nicht um eine öde Gleichmacherei wie in der liberalen Zeit, son­dern es sei ein Ausdruck der Anerkennung der weib­lichen Besonderheit. Die Frauen leben das Leben an der Seite des Mannes, und in diesem täglichen Geben läge der tiefe Sinn und die tiefste Beloh­nung ihres Wirkens.

Da Reichsleiter Rosenberg durch Krankheit verhindert mar,^an der Eröffnung der Ausstellung teilzunehmen, verlas Reichsamtsleiter Hagemeier eine Ansprache. Diese Ausstellung über Arbeit und Leben des deutschen Frauentums soll eine positive

nationalsozialistische Antwort darstellen auf all jene Angriffe, denen unsere Bewegung ausgesetzt geroe- fen ist. Es ist wahr, wir haben in der Kampfzeit gegen viele Persönlichkeiten urtb Anschauungen der vielgestaltigen fo genannten Frauenbewegung ge­kämpft und inmitten dieses Streites sind manche scharfen Worte gefallen. Unser Kampf galt der gesamten demokratischen Lebensform des 19. Jahrhunderts, und es ist dabei selbstver­ständlich, daß auch die Frauenbewegung dieser Zeit einer kritischen Untersuchung unter­zogen werben mußte. Es ist aber nicht s o, als ob wir nun tiefere, unveräußerliche Rechte der Frau an sich angegriffen hätten, sondern wir haben gerabe auch die angeblich männlichen Ideen und Lebensweise der gleichen Epoche scharf bekämpft. Wie immer haben wir uns dabei ehrlich bemüht, in die Tiefe der Probleme hinabzudringen und sind, wie auf anderen Gebieten so auch hier, zu den Gesetzmäßigkeiten der Natur gelangt. Es liegt im Wesen der Frau, der Natur und dem Leben ge­genüber pflegend, hütend und bewahrend und von dieser Seite her einsatzbereit in schweren Tagen 3U sein. Diese Aufgabe muß getragen sein jedoch von den gleichen Werten, die den Mann kämpfe­risch vorwärtstteiben. Im Zeichen dieser alle ver- pflichtenden einmütigen Haltung und in gemein­samer Anerkennung der höchsten Volkswerte von Ehre und Freiheit steht bann bie Arbeitsteilung, welche die Natur beiden Geschlechtern als ihr Ge­bot auferlegt hat. Diese Ausstellung soll einen Dank der nationalsozialistischen Semegung an die deutsche Frau in Vergangenheit und Gegenwart darstellen und ihre Leistung im Verlauf der deutschen Ge­schichte in faßbaren Bildern und in sie begleiten­den Worten und Urkunden aufzeigen. Darauf erklärte der Stellvertreter des Führers Rudvlf Heß, die Ausstellung für eröffnet.

Aus aller Well.

Todesurteil vollstreckt.

Am 15. Dezember 1939 wurde der am 10. April 1903 in Bonn geborene Oskar Schmidt hinge- richtet, der vom Besonderen Senat des Reichsgerichtes wegen eines Verbrechens nach 8 "2 der Verordnung geg$n Dolksschäblinge vom 5. September 1939 zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt wor­den ist. Der bereits vorbestrafte Oskar Schmidt hatte in Köln unter Ausnutzung der Verdunkelung und unter Bedrohung mit einer Waffe an einem noch Jugendlichen ein schweres Sittlich­keitsverbrechen nach 8 175 des Strafgesetz­buches begangen.

Gattenmörder zum Tode verurteilt.

Arn 18. November hat der 55jährige Konrad Sperling feine Ehefrau durch drei Messerstiche in die Lunge tödlich verletzt. Er wurde von der Großen Strafkammer des Landgerichts Gera zum Tode verurteilt.

Auto stürzt in den Main.

In Marktheidenfeld geriet ein Auto am Ufer des Mains ins Rutschen und überschlug s i ch. Dabei stürzte das Fahrzeug in den Main. Der Fahrer sowie ein Mitfahrer ertranken, während weitere Insassen des Kraftwagens sich durch Ab­springen in Sicherheit bringen konnten.

Felsrulsch im Ardennengebirge.

Än der Nähe von Rochefort (Belgien) sind große Gesteinsmassen ins Rutschen gekommen, so daß die Straße von Rochefort nach Jemelle gesperrt werden mußte und mehrere Häuser gefährdet sind, man nimmt an, daß die starken Regenfälle, die in Bel­gien schon seit einigen Wochen anbauern, den Fels­rutsch veranlaßt haben. Die Brüchigkeit des Ge­steins in den Arbennen macht die Besteigung der harmlos aussehenden Felsen besonders gefährlich. Erst in diesem Jahr ereignete sich wieder ein schwe­rer Unfall, bei dem mehrere junge Leute den Tod fanden. Auch König Albert, der ein geübter Bergsteiger war, stürzte infolge dieser tückischen Eigenschaft des Gesteins der Ardennenfelsen seiner­zeit tödlich ab.

Die Welt-Goethe-Ausgabe wird fortgesetzt.

Die Arbeit an der Welt-Goethe-Ausgabe, eine Sammlung des gesamten Lebenswerks Goethes, geht unvermindert weiter. Soeben ist der 7. Band er­schienen. Die bedeutendsten Spezialisten und Fach­gelehrten arbeiten an dem Werk mit, das an Voll­ständigkeit und Wortechtheit alle bisherigen Goethe- Ausgaben übertreffen wird. Das Werk ist eine Ge-

meinfchaftsleistung des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar und der Gutenbergstadt Mainz. Als Herausgeber zeichnen Anton Kippenberg, Julius Petersen und Hans Wahl, gedruckt wird es auf der Mainzer Presse. Die ganze Ausgabe umfaßt 50 Text- und Registerbände. Bisher erschienen sieben Bände. Es sollen jährlich fünf Bände oorliegen, so daß die Ausgabe 1949 vollständig abgeschlossen sein wird.

Ein Aeffchen so groß wie ein Daumen.

Im Frankfurter Tiergarten ist ein kks^ nes Wunder auf die Welt gekommen: ein Silber­äffchen hat ein Junaes bekommen. Das Silber- äffchen, auch Krallenäffchen genannt, weil es statt Nägel Krallen hat, gehört zur Familie der Zwerg­äffchen, von denen der Frankfurter Tiergarten eine besonders reiche Sammlung hat. Die Zwergäffchen unterscheiden sich noch durch eine besonders nette Eigenschaft von den großen Affen, sie brüllen nicht, sondern zwitschern wie Vogel. Nun hat ein Silber- öffchen, zum erstenmal wohl überhaupt in Gefan­genschaft, ein Junges zur Welt gebracht. Der Mut- terinftinkt war bei dieser ersten Geburt offenbar noch wenig entwickelt. Jedenfalls wußte die Mut­ter mit ihrem Affenkind nichts anzufangen, ließ es auf den Boden fallen und kümmerte sich nicht darum. Das winzig kleine Aeffchen war glücklicher­weise nicht verletzt, so daß es vom Wärter geborgen werden konnte. Mit einem kleinen Milchfläschcyen wird das Affenbaby aufgezogen. Bei der Geburt wog es 26 Gramm, jetzt nach einigen Tagen be­trägt sein Gewicht schon 41 Gramm. Da es nor­malerweise im zottigen Fell der Mutter getragen wird, hat man ihm einen Fuchsschwanz gegeben, in dessen buschiges Haarkleid das Affenkrnd sich nun hineinkuschelt. Nach 27 Tagen ist das winzige Afsenkind selbständig und wird dann im Frankfur­ter Tiergarten zu sehen sein.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum-

schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Pro­vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig.

Kattaeiner A««?

Nicht nur überbrühen, fondern richtig kochen, Sjilinuten lang/