Umfangreiche Molkerei-Erweiterungen
vor £>em will» onuurmenveH ajvuwijiuturc*. LT™17 ----------' . . ,. '
gerettet und befördert den Ball 50 Meter weit ins Billmann genommen wird, macht nicht di« geringste
yKicuKi uuy vc|u«.vt.i ____ utr Offimofir itrrh -fn erreicht Las Leder
Feld zurück, wo der lange Dresdener auf der Lauer
Die Ergebnisse der Wball-Rvndenspiele
zu
(Nachdruck verboten.)
16. Fortsetzung.
schwerem Schuß auf das jugoslawische Tor feuert. Jugoslawien läßt sich aber nicht einschüchtern. In der 33. Minute eilt Conen nach einem Fehler des jugoslawischen Mittelläufers Jazbinschek mit dem Ball davon, hat aber das Pech, Glaser anzuschießen. Acht Minuten später schießt Conen, der überall dort auftaucht, wo sich eine Torgelegenheit bietet, knapp am Tor vorbei. Das deutsche Stürmerspiel wird immer zügiger. Hin und wieder erscheinen aber auch die Jugoslawen im deutschen Strafraum.
Bier Tore in 15 Minuten!
Nicht wieder zu erkennen nach den Leistungen von Budapest war das Spiel der deutschen Mann-- chast am Sonntag in Agram, wo ihr ein überaus eindrucksvoller und jederzeit sicherer 5:1= (1:0) Sieg über Jugoslawiens Fußballelf gelang. Wie sehr man in Agram von den Leistungen der deutschen Auswahl begeistert war, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß mit dem Schlußpfiff Tausende auf den Platz stürmten, unsere Spieler umringten und Szepan als Spielführer der deutschen Mannschaft schließlich auf den Schultern vom Platz trugen.
Mehr als 20 000 Zuschauer füllten den Concordia- Platz in Agram. Beste Stimmung herrschte im Stadion, als Barlassina den zweiten deutsch-jugoslawischen Fußball-Länderkampf anpfiff, den folgende Spieler bestritten:
Die Mannschaften.
Deutschland: Tor: Klodt; Verteidigung: Janes, Dillmann; Läuferreihe: Kupfer, Sold, Kitzin- ger; Sturm: Lehner, Schön, Conen, Szepan, Urban.
Jugoslawien: Tor: Glaser: Verteidigung: Belosevic, Matosic; Läuferreihe: Manola, Jazbinschek, Lechner: Sturm: Medaric, Hittec, Lecnik, An-
Deutschlands Fußballelf gewinnt 5:1
MDliMöerDlnöe
Roman dos Walther kloepstr lloMlgh! öy Carl vumker Verlag <■ Berlin w sr
wartet. Der DfB.-Reichsbahn hatte schwer „ kämpfen. Hart war der Kampf in Lollar. Leihgestern führte sich durch einen BoMbensieg in die Rundenspiele ein.
Die ersten Minuten nach der Pause gehören wieder den Jugoslawen, die noch einmal versuchen, durch stürmische Angriffe dem Spiel eine Wendung zu geben. Aber die deutsche Hintermannschaft ist äußerst sicher. In der 47. Minute schießt Szepan knapp über die Latte. Innerhalb von zwei Minuten erzielen dann die Jugoslawen drei Eckbälle. Alle bleiben ohne Erfolg. Dann ist das Spiel innerhalb einer Viertelstunde entschieden. Deutschland erkämpft sich in dieser knappen Zeitspanne vier Treffer, und zwar zwei durch Szepan und zwei durch Schön. Drei Minuten vor Schluß kommen die Jugoslawen dann doch zu ihrem längst verdienten Ehrentreffer. Kitzinger hat etwas leichtfertig den Ball im Mittelfeld verspielt. Der jugoslawische Halblinke Antol- kovic ist sofort zur Stelle und schießt beherzt aufs deutsche Tor. Klodt, dem die Sicht von Sold und
Bestellscheine der neuen Lebensmittelkarten sofort anmelden. NSG. Vom 16. bis 21. Oktober werden die Le- , bensmittelkarten für den neuen Versorgungsabschmtt j ausgegeben. Sie tragen mit Ausnahme der Nähr- mittelkarte (die bisher Lebensmittelkarte hieß) und , der Brotkarte wieder Bestellscheine, die den Versor- . gungsberechtigten für die Dauer der Gültigkeit der Karte an einen bestimmten Kleinverteiler binden. Das Landesernährungsamt weist darauf hin, daß 1 diese Bestellscheine umgehend bei den Ladengeschäften usw. zur Anmeldung zu bringen sind, da diese auf Grund der Bestellscheine ihre Waren zugeteilt erhalten. Wenn die Anmeldung erst in der ersten Woche der Gültigkeit der neuen Karten oder gar am Ende dieses Zeitabschnittes erfolgt, können dadurch Stockungen in der Belieferung eintreten, die sich selbstverständlich für die verspäteten Anmelder der Bestellscheine unangenehm bemerkbar machen müssen.
Der Zeitpunkt der Kartenausgabe in der Stadt Gießen wird vom Gießener Ernährungsamt in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Den Erlaß dieser Bekanntmachung warte man ab.
*
** Ein Dreiundachtzigjähriger. In aller körperlichen und geistigen Rüstigkeit kann am heutigen Montag, 16. Oktober, der Schmiedemeister Ernst D ö l l, Liebigstraße 57, seinen 83. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstage.
** Die Zentrale des Ernährungs- amts Gießen, die sich jetzt im Liebigbau befindet, ist mit zwei.Rufnummern an das Fernsprechnetz angeschlossen.
*♦ Unfall. Der Spediteur Reinhard Lang aus Gießen-Kl ein-Linden wurde beim Einladen von Frachtgut von einem stürzenden Bündel Eisen- stcrngen getroffen und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, sowie Platzwunden am Kopf.
Landkreis Gießen
<£ Leihgestern, 16. Ott. Seinen 82. G e - burtstag kann am morgigen Dienstag, 17. Oktober, der Schuhmachermeister Johannes Dietz in guter Gesundheit begehen.
* Steinbach, 16. Oktober. Der hiesige 27sah- rige Zimmermann Ludwig R e i n s ch m i d t erlitt einen schweren Unfall. Bei seiner Arbeit stürzte ihm ein Stück Kantholz in den Rücken. Der bedauernswerte Mann erlitt eine Lendenwirbelverletzung und eine Gehirnerschütterung. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. _
Z Steinbach, 16. Okt. Am 17. d. M. feiert Karl Nikolaus Wagner II. in guter Gesundheit seinen 7 4. Geburtstag. Am gleichen Tage feiert Frau Katharine Margarete Nicolaus Wwe., geb. Roth, ihren 7 6. Geburtstag, ebenfalls in guter Gesundheit. Den beiden Geburtstagskindern unsere Glückwünsche. Am 18. d. M. wird Ludwig Becker 7 4 Jahre alt. Auch er erfreut sich noch guter Gesundheit: auch ihm unsere Glückwünsche.
Z Alb ach, 16.Okt. Am 18. b. Tt. kann Ludwig Neeb seinen 70. Geburtstag feiern. Der Ge- sundheitszustand des alten Herrn ist erträglich. Wir gratulieren zum Geburtstag.
Kreis Alsfeld.
< D e ck e n b a ch, 16. Okt. Am morgigen Dienstag, 17. Oktober, kann unser Mitbürger Johannes Reiß II. im Kreise feiner 5 Kinder und 10 Enkelkinder seinen 81. Geburtstag feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch!
Kreis Dehlar.
tolkovic, Perlic.
Die Südländer haben Anstoß und warten sofort mit stürmischen Angriffen auf. In der 9. Minute fällt das erste Tor durch Schön. Klodt hat gerade vor dem wild anstürmenden Mittelstürmer ßesnic
„Ein großer Mist", murmelt Weinzierl unzufrieden.
„Zünftig, was?" sagt Herr Muggenthaler halblaut. Das Stück, der dicke Herr Silberhorn, die gut aufgezogene Fabri, alles findet feine Anerkennung.
Severin beschaut nachdenklich diese neue Maria, die auf der Leinwand tollen Unsinn treibt und mit schiefgerollten Augen Verwirrung unter den Männern stiftet. In Wirklichkeit ist sie ganz anders, tröstet er sich: und das fit halt so ihre Rolle, und übrigens hat das nun ein Ende. Und daneben ist er ein wenig stolz auf sie und sehr, sehr verliebt.
Dann ist der Film aus, und schwarze Menschenklumpen drängen sich aus den Türen. Es ist fast acht Uhr. Dr. Severin wirft seinen Zigarrenstummel weg und macht sich auf den Heimweg. Schön war es. Heller hat eine ehrende kleine Rede auf ihn als Kolonnenarzt gehalten, wer hätte das von Heller gedacht? Auch die andern waren vollzählig da bis auf den Pfarrer und Friedrich. Weinzierl, die andern Lehrer, Utz, der Kommissar, der Stadtsekrejär, ja sogar Herr von Depenau. Und die Arbeiter waren reizend. Honold, der den Stier verkauft hat, hat heute früh seine Rechnung bezahlt. Desgleichen die dürre Silberhorn. Es sind keine erschütternden Beträge, aber immerhin ein Anfang uno ein Erfolg von Fräulein Ferbers Finanzfeldzug. Ein helles Köpfchen hat die! Wer die einmal angelt, ist nicht angeschmiert. Der Strebhannes hat eine Schlachtschüssel geschickt. Es ist, als ob ganz Eschel- brunn sich zum Nettsein verschworen hätte. Jetzt, wo er fortgeht.
Dr. Severin stolpert über einen herausstehenden Katzenkopf, das Straßenpflaster stammt noch aus der Schwedenzeit. Nun ist er angelangt.
„Guten Abend, Fräulein Ferber. Was los? Nichts? Das ist ja großartig; denn heute will ich meine Ruhe. Was gibt’s denn zu essen?"
„Etwas Aufgewärmtes vom Mittag. Ich habe in der Laube gedeckt. Hoffentlich ist es nicht zu kühl. Die Kinder wollten durchaus ihre Lampions aufhängen: da hab' ich nachgegeben."
„So verpimpelt sind wir nicht. Ich habe heute mal wieder zuviel geraucht; da tut frische Luft ganz gut."
Nach dem Abendbrot meint er aufgeräumt: „Wie wär's mit einer Flasche Wein? Haben Sie Lust, Fräulein Ferber?"
„Immer. Ich bin doch vom Rheins
Im Keller liegen seit vielen Jahren vier Flaschen. Zwei Dürkheimer, zwei Deidesheimer, die Spende einer dankbaren Patientin. Severin entscheidet sich für Deidesheimer und setzt große Hoffnungen in die verstaubten Flaschen. Aber der Wein entpuppt
1900 — Großen-Linden 2:2, Großen-Vuseck — VfV.-Reichsbahn 3:3, Lollar — Steinbach 1:2, Leihgestern — Londorf 10:1.
Die Spiele, die unter ttostlosen Platzverhältnissen zum Austtag kamen, brachten keinerlei Ueber- raschung, lediglich das Unentschieden der Blau- Weißen gegen Großen-Linden hatte man nicht er-
1900 — Großen-Linden 2:2.
Waren die seitherigen hohen Torunterschiede und zweistelligen Torergebnisse die Überraschungen der Rundenspiele, so dürste diesmal das Unentschieden
Trotz schlechter Wetterverhältnisse konnte man gestern einen spannenden Kampf der beiden Gegner miterleben. Don Anfang an ging Regen nieder. Der glitschige Boden machte den Spielern viel zu schaffen. Die Lollarer Elf hatte eine Verhältnis- mäßig gute Besetzung in der Aufstellung: K. Ziegler; Rudolf, Reich; Jung, Will, Diez; Hch. Ziegler, Anthes, Haas, Sommer, Zaubert. Die beiden Jugendspieler, die schon vorher in ihrer Mannschaft einen Kampf bestritten, hielten sehr gut durch.
Lollar spielte zunächst etwas überlegen und konnte nach zehn Minuten durch Haas den Führungstreffer erzielen. Nun gingen auch die Gäste mehr aus sich heraus und antworteten mit heftigen Angriffen. Die Aufmerksamkeit der Lollarer Hintermannschaft ließ aber vorerst keine Erfolge zu. So wogte der Kamps äußerst temperamentvoll auf und ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang den Gästen der Ausgleich.
Das Spiel ging ohne Pause weiter. Beide Mann» schäften waren beftrebt, den Sieg an sich zu bringen Aber vorerst glückte es auf keiner Seite. Die Gäste ermüdeten aber anscheinend weniger und konnten immer wieder durchbrechen. Doch zu Erfolgen reichte es durch die gute Abwehr immer noch nicht. Erst nachdem ein Lollarer Spieler zwanzig Minuten vor Schluß verletzt ausschied und ein weiterer den Platz verließ, bekamen die Steinbacher die Oberhand. Aber die Lollarer Elf kämpfte ebenfalls zäh und verbissen. Der «Siegestreffer der Gäste fiel fast: mit dem Schlußpfiff, zusammen.
9:7 für Deutschlands
Ungarn im Vox-Länderkamps besiegt.
Im 9. Länderkampf standen sich am Samstagabend' die Amateurboxstaffeln von Deutschland und Ungarn: in Budapest gegenüber. Mit 9:7 Punkten eroberten, die Deutschen im voll besetzten Zirkus der ungarischen: Hauptstadt einen knappen Sieg, der dber durchaus: verdient war. Der deutsche Amateurboxsport kann: auf diesen Erfolg um so stolzer fein, weil er mit einer fast durchweg aus Nachwuchskämvfern bestehenden Mannschaft über Ungarns erprobte Natio- nalboxer errungen wurde. Neben drei deutschen Siegen gab es drei Unentschieden und zwei Niederlagen: unserer Vertreter. Besonders erfreulich waren di« beiden entscheidenden Erfolge durch Pepper und« ten Hoff, \
durchweg im Auftrag der jeweiligen ländlichen Molkerei-Genossenschaften umgebaut bzw. erweitert, erfahren aber auch eine starke Förderung durch die Bäuerlichen Kreditgenossenschaften, darüber hinaus durch das Reichsernährungsministerium in der Form von Bauzuschüssen. .
Bei der architektonischen und bettiebstechmschen Gestaltung der Molkerei-Erweiterungen wird von vornherein berücksichtigt, daß alle Voraussetzungen geschaffen werden, um den neugestalteten Molkerei- betrieben ein hohes Verarbeitungsvermögen zu sichern. Besonders stattlich wird die Molkerei D ft« heim-Niederweisel erstehen. Die bisherigen Gebäude (an der Bahnlinie Butzbach—Bad-Nau- Heim) werden niedergelegt und an der gleichen Stelle ein Neubau errichtet. Da der Milchanfall dort tn der Umgebung ziemlich stark ist, wird die Molkerei auf ein Verarbeitungsvermögen von etwa 30 000 Liter täglich eingerichtet. Die Molkerei Schotten, die anschließend an das bisherige Molkereigebaude (an der Haarnadelkurve der Rennstrecke) erstehen wird, soll ein Verarbeitungsvermögen von 15 000 Liter erhalten. Die übrigen neu zu schaffenden bzw. zu erweiternden Molkereien sollen auf ein Leistungsvermögen von 20 — 30 000 Liter täglich eingerichtet werden. Die Molkerei Mornshausen a. d. Dautphe (bei Biedenkopf) ist bereits im Bau.
Der Architekt, der mit der Gestaltung der Neubauten beauftragt worden ist, ist bestrebt, die Neubauten dem jeweiligen örtlichen Charakter angu« passen. N-
der Blau-Weißen gegen den Turnverein Großen- Linden das auffälligste Resultat sein.
Der Verlauf gab es den Platzbesitzern mehr als einmal in die Hand, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, denn fast über die ganze Strecke hatten die Blau-Weißen ein kleines Uebergewicht, das sich mitunter in einer deutlichen Feldüberlegenheit aus- drückte, liebertriebene Kombination oder der große Eifer der Gäste, hauptsächlich aber der schwere Boden hemmten den Lauf des Balles derart, daß die noch so klaren Torchancen ergebnislos verliefen. Die beiden Treffer entsprangen unbedingt zwingenden Tor« fituationen, während die der Gäste aus kraftvollem Einsatz resultieren.
Bei Großen-Linden war es der Elser, der zu dem Resultat beitrug, während es bei den Blau-Weißen das übertriebene auf Kombination abgestellte Spiel war, das es nicht mehr als zu dem Remis kommen ließ.
Großen-Vuseck — VfV.-Reichsbahn 3:3 (0:1).
Die Grün-Weißen gaben in der ersten Spielhälfte den Ton an. Der Gegner, dessen Veneidi. gung stark beschäftigt wurde, setzte sich verzweifelt zur Wehr. Erst in der 30. Minute gelang den Grün. Weißen der erste Erfolg. Köppers verwandelte eine Vorlage von links zum Führungstreffer. Das war der Auftakt für stürmisch vorgetragene Angriffe der Platzherren, die vorerst aber nichts erreichen konnten. Nach dem Wechsel sah man Großen-Buseck in Front, das aber erst in der 60. Minute durch einen Freistoß ausgleichen konnte. Kurz daraus fiel die abermalige Führung in Form eines Handels, meters an die Grün-Weißen, der von Leutheuser glatt verwandelt wurde. Die Freude sollte nicht lange dauern, dann glich der Halblinke von Großen. Buseck aus. Einen Handelfmeter verursachte Kraft, der in der 80. Minute die abermalige Führung für die Platzherren ergab. Das war den Grün-Weißen zuviel und die Angriffe wurden in der Schluß- minute durch ein Kopftor von Godglück belohnt, der von Fröhlich gut bedient wurde.
Lollar — Steinbach 1:2 (1:1).
-s- Krumbach, 16. Okt. Am vergangenen Samstag, 14. Oktober, konnte unser Mitbürger Georg Weber VI. in geistiger und körperlicher Frische feinen 9 2. Geburtstag feiern. Noch bis vor kurzem war es ihm möglich, in der Landwirtschaft seiner Tochter prakttsch tätig zu sein. Er ist der älteste Einwohner unserer Gemeinde und gleichzeitig auch der älteste Veteran des Krieges 1870/71 in der engeren Umgebung. In lebhaftem Bewußtsein erinnert er sich der Kriege, die in seine Lebenszeit fielen. Noch heute verfolgt er die Ereignisse unserer Zeit mit großer Aufmerksamkeit. Nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Zur Sicherung der Dolksernährung, insbesondere der Fettversorgung, steht auch unsere heimische Molkereiwirtschaft vor besonders großen Aufgaben. Es gilt, die anfallende Milch so zu verwerten, daß sich für die Volksgemeinschaft der denkbar größte Nutzen ergibt, die Milch wirtschaftlich bis zum äußersten für die menschliche Ernährung heranzu- ziehen, sei es in Form der Frischmilch, in der Bitt- tergeroinnung, in der Verarbeitung zu Käse usw. Die Notwendigkeit dieser Ausnützung setzt voraus, daß die technischen Einrichtungen dementsprechend sind. v ,.. . , ..
Die verantwortlichen Stellen und Behörden lassen es sich deshalb besonders angelegen sein, die Molkereibetriebe unserer engeren Heimat auf einen Stand zu bringen, der sie den großen Aufaaben der Gegenwart gerecht werden läßt. Im Zuge dieser Bemühungen liegt auch die Schaffung neuer Molkereien, die Erweiterungvon Molkereibetrieben und die Ausstattung dieser Betriebe mit den besten technischen Hilfsmitteln. In diesem Zusammenhang ist heute zu berichten, daß demnächst eine stattliche Anzahl Molkereien neu gebaut wird bzw. bereits im Bau befindlich fit. So werden die Molkereien in Nieder-Gemünden, Schot- ten, Ostheim-Nieder-Weisel, Mornshausen (bei Biedenkopf), Ufingen, Weilmünster und Gelnhausen neugebaut und zum Teil erheblich erweitert.
Die Pläne für diese Molkereien, die in allen Ein- zelhetten bereits festliegen und auch in Modellen anschaulich dargestellt sind, stammen von Architekt Schwan (Gießen). Die Molkereien werden fast
sich als mäßig, schmeckt säuerlich und nach Stöpsel. Nikotine versucht sich zu enfiinnen, wann sie das letztemal Wein getrunken hat. Wein ist ganz fd)önw aber er gehört nicht zu ihren „drei Wünschen", dis sie als heftige, aber in weite Ferne gerückte Träume mit sich herumträgt: Mohrenköpfe schnabuliere^ bis sie nicht mehr kann — eine Schlangenhauttasche mit Lippenstift — und Autofahren mit Dr. Severin. Dieser schenkt bereits zum zweitenmal die Gläst« voll, hohe, unpraktische Stengel, und summt vergnügt: „Fein, fein schmeckt uns der Wein..."
„Warum so luftig heute?"
„Es sind einige Gründe da, Fräulein Ferber. Nicht so hastig trinken, Luis, sonst kriegst du einem Schwips! Herrgott noch einmal, säuft das Mädel!! Jetzt Abmarsch. Gute Nacht (Sternpfeie! (Damit P Alto gemeint, aber er hört es nicht gern, er will! nicht dick fein.) Gute Nacht, Zigeunerin!"
Zwei nicht sehr reinliche Küsse, und die Kinde« toben ins Haus.
„Magisch, diese Lampions", sagte Severin M Nikotine. Er fit heute wunderbar aufgelegt, unö sie findet das herrlich. Sie mag das, wenn er Jo aus sich heraus geht und plaudert und fröhlich ifc während er früher nur immer halb bei jedem Gespräch war und rücksichtslos an unverstäiMchm Problemen herumkaute. Nikotine hat ein hübsches Zierschürzchen um, noch aus ihrer guten Zeit, un® zupft emsig daran herum. Sie sieht famos aus, Ihr dünkt alles vergnüglich, dies ZufammeNsenu, die Laube, der ganze Abend.
„Dars ich nochmal eingießen?" fragt sie.
,Liber Sie müssen mitfyatien", erwidert er um legt seine Hand auf ihren bloßen Arm. „Und tw beschummeln. Brüderlich teilen."
„9a", lacht sie glücklich! eigentlich ist diese Laut'! noch schöner als Autofahren.
Er stößt mit ihr an und schaut ihr in die Augen blanke, strahlende Augen von der Farbe braunn Kastanien mit spitzbübischen Brauen darüber. ,,»M Ihr Wohl, Hausmütterchen. Ich muß Ihnen seM ein Geständnis machen, ein wenig Feierlichkeit bitt1* ich mir aus."
Nikotine hat Herzklopfen und versucht, feietliÄ auszusehen. Wie nett er sein kann! Noch nie hat < ■ diesen aufgeschlossenen, warmen Ton in der Stimm gehabt. Ihre Gedanken machen Sprünge. Was Vla jetzt kommen?
„Ich ziehe fort von Eschelbronn. Nach Münchem Ich habe Mich nämlich mit Fräulein Fabri verlor» Sie sind die erste die es erfährt."
(Fortsetzung folgt)
Hinterher hält Leinfelder den Atem an und bereut. Zehn Sekunden lang ist es mäuschenstill im Saal. Severin macht sich Vorwürfe, Leinfelder ist verblüfft und schielt unschlüssig zu Parsunke hinüber, und Parsunke nickt unmerklich mit Kops und Augen.
„Na schön, also fünfzehnhundert. Ein bißchen viel. Ich schreibe Ihnen einen Scheck. Auf die Quittung setze ich: für ein altes Oelgemälde, darstellend Frau mit Bohnenblüte, Meister unbefannt. Darf ich bitten, zu unterschreiben. Das Bild nehme ich gleich im Wagen Mit; packen Sie an, Parsunke."
Dr. Severin sagt zu allem ja, noch immer verstört von dem ganz unfaßbaren Dufet. „Sie sammeln Wider, Herr Leinfelder?"
„Was heißt sammeln? Man tapeziert eben so seine Zimmer. Mal hat man Glück, mal Pech. Von dieser Dame wollen wir das erstere hoffen. Ich empfehle mich, Herr Dotier."
„Gut Fahrt, Herr Leinfelder. Sie entschuldigen mich, ich habe zu tun."
Draußen vor dem Wagen holt LeinfeDer seine Brieftasche hervor. Er überreicht Parsunke einen Hundertmarkschein
,Lsch denke, so ist es recht. Ich will keine Schulden haben. Wir sind quitt."
„Sie sind ein ausgekochter Teufelsbraten, Herr Leinfelder", grinst Parsunke respektlos.
Der Architekt überhört diese Frechheit und das Auto rollt vornehm davon. Der zurückgelassene Parsunke kratzt seine Vogelnase und vertiert sich in Betrachtungen: „Verrückt is die Welt! Da hat dieser Severin sowas Piekfeines im Haus — und weiß es nicht. Das ist die Strafe für's Raus schmeißen. Und der andere? Das ist ’n schofler Hund. Hundert Märker sind schofel für so ’nen Tip. Und wie schnell er mir wegbezahlt hat, der Schuft!"
9. Kapitel.
eine goldene Schlange auf den Achselstücken und unterhält sich mit Oberlehrer Weinzierl und Bürgermeister Heller.
Die Reden sind vorüber, es ist gut gegangen, und nur der Schmied Schladerer ist einmal stecken geblieben. Die Verlosung ist vorbei, und Dr. Severin hat eine Wichsbürste und einen Farbendruck ,Kriegers Abschied" gewonnen. Hörmanns ßma, ein blonder, üppiger Flederwisch, macht dem Doktor verliebte Augen, aber der bemerkt das gar nicht. Der ist wie'die andern alle gespannt auf den Höhepunkt der Veranstaltung, den Film.
In diesen Film setzen vor allem zwei Herren große Erwartungen, Dr. Severin und Oberlehrer Weinzierl. Der eine, weil Maria Fabri sich dann präsentieren wird, der andere, weil das Arrangement mit dem Film sein Verdienst ist. Am Saal- ausgang zapft Herr Schühlein, einer von den drei- zehn Wirten Eschelbrunns, ein frisches Faß an, was nicht ohne Lärm und Gepolter von statten geht. Im Hintergrund schraubt der fremde Herr an dem Vorführungsapparat herum und ersucht den Gendarm Hä'berlein, er soll jetzt das Rauchen verbieten. Eine Kellnerin zwängt sich zu Dr. Severin durch; denn draußen fit eine Frau in gesegneten Umständen ohnmächtig geworden.
Severin seufzt, flucht im Stillen, weil das gerade jetzt passieren muß, und schiebt sich dann an Herrn Muggenthalers Bauch vorbei zum Ausgang. Er horcht ein wenig an der Patientin herum, die schon wieder mobil ist, und läßt sie nach Hause schaffen. Dann bohrt er sich wieder zu seinem Platz durch. Der Meßnerpeter steht ehrerbietig auf, um Severin vorbeizulassen, und der Landwirt Hahn, schon leicht angeschneit, lobt des Doktors Kunsffertigkeit mit lauter Stimme. Die Hörmann Lina verdreht sich den Hals, und der Bürgermeister prostet ihm zu — einfach nett sind die Leute zu ihm, man kann es nicht anders sagen. Und dann wird es dunkel.
Der Film spielt in Wien, hat einen wehmütigen Titel und viele Kassenerfolge hinter sich. Er ist einer von den ausrangierten, flimmert abscheulich und zuweilen reißt der Zelluloidstreifen. Fräulein Maria Fabri rangiert in der Darstellerankündigung nicht als Star, zum Verdruß von Oberlehrer Weinzierl, sondern unter „Ferner wirken mit". Sie fä)rt als muntere Bardame einen beleibten, älteren Herrn, der zum Gaudium der Eschelbrunner Burschen große Aehnlichkeit mit Bäckermeister Silber- Horn yctt, zwei Akte lang an der Nase herum — sie macht das sehr drastisch — und dann fit ihre Bedeutung für das Stück erschöpft. Der Dichter hatte es so beschlossen. Die jungen Leute lachen un-
,TCIU dulua, „u -------Bewegung zur Abwehr, und so erreicht ->o- Leder
steht, den Ball annimmt und sofort mit unheimlich unbehindert das Siel.
Die Freiwillige Sanitätskolonne von Efchelbrunn feiert Gründungsfest. Der große Poffiaal, gerappelt voll, ist mit Tannengrün und Fähnchen geschmückt. Durch eine dicke Lust von Tabaksrauch und Mer- dunst schallt Lärm, Ausgelassenheit und das Klappern von Bierdeckeln. Dr. Severin, heute in Uni- , .....
form, sitzt am Ehrentisch dicht vor der Bühne, hat geniert und prusten heraus.


