Ausgabe 
16.2.1939
 
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Nr. 40 Erstes Blatt

189. Mrgang

Donnerstag, W.Zebruar 1959

Gießener Anzeiger

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' scheu Friedens wäre es sehr zu wünschen, wenn

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Ber- den : die

Frankreich die italienischen Forderungen realpoli- tisch überdenken wollte, um nach einem Verhand­lungsweg zu suchen. Aber dazu wäre notwendig, daß manche, man kann wohl fagen,. alle französi­schen Politiker in ihrem Denken umlernen und

größerung des ursprünglichen Programms und erforderlichen Verteidigungsmaßnahmen gegen Gefahr von Luftangriffen.

'Im einzelnen geht aus dem Weißbuch noch

Verbindungen Frankreichs mit seinem nordafrika­nischen Kolonialreich. Diese Stellung hat Minorca schon seit dem Altertum, seit den Kämpfen Roms mit Karthago, zu einem begehrten Objekt gemacht, und der Hafen Port Mahon verdankt seinen Namen dem römischen Flottenkommandanten Mago. Im spanischen Erbfolgekrieg erobert England die Insel im Jahre 1708; der Admiral Byng, der sie 1756 verliert, muß dafür mit seinem Köpf büßen. Ein

Franco in dürren Worten, daß seine Hauptsorge die Erhaltung guter Beziehungen zu den (West-) Mächten sein müsse, die nicht daran dächten, ihre lebenswichigen Interessen und Stellungen in West­europa, im Mittelmeer und in Nordafrike aufzu­geben.

So liegen die Dinge gegenwärtig. Eine erste Enttäuschung haben alle diese Berechnungen durch die Ankündigung erfahren, daß N e g r i n von Madrid und Valencia aus seinen Kampf gegen Franco fortsetzen will. Paris hat es jetzt anschei­nend sehr eilig, Negrin von sich abzuschütteln. Aber es bleibt deswegen doch eine Tatsache, daß Jta-

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Berlin, 15. Febr. (DNB.) Die Entwicklung des Verkehrs auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal und die gesteigerte Bedeutung einer l e i st u n g s f ä h i - gen Verbindung zwischen Ostsee und Nordsee haben den Plan einer großzügigen Erweiterung des Kaiser-Wilhelm- Kanals und einer Verbesserung der Fahrwasser- vLrhältnisse der Unterelbe unterhalb Lrunsbüttel-

gaben für die Beschaffung von Lebens­rnittel-, Düngemittel; und Petroleum- Vorräten beliefen sich 1938 auf 8V2 Millionen Pfund; für 1939 sind vorläufig weitere fünf Mil­lionen Pfund für diesen Zweck vorgesehen. Die ge­samten Derteidigungsausgaben für 1939 einschließ­lich der sogenannten zivilen Verteidigung werden ungefähr 580 Millionen Pfund (rund 7V-, Milliar­den Mark) betragen. Die Notwendigkeit großer An­leiheoperationen im neuen Jahr wird klar, wenn man berücksichtigt, daß der Gesamtbetrag von 580 Millionen Pfund den aus Ste ue rmi 11e I n gedeckten Teil der Derteidigungsausgaben des ab­laufenden Jahres um 307 Millionen Pfund (rund 3,8 Milliarden Mark) übersteigt. Der Hauptgrund

gendes hervor: Der Voranschlag der Luftwaffe für das kommende Jahr übersteigt 200 Millionen Pfund (2,5 Milliarden Mark). Bei der Marine ist für das kommende Finanzjahr der Bau von zwei weiteren Großkampf schiffen in Aussicht genommen, wodurch sich die Zahl der im Bau befindlichen Großkampfschiffe auf neun erhöht. Ferner werden in das neue Programm zwei Zerstörer-Flottillen und zwan­zig schnelle Geleitschiffe eines neuen Typs einbezogen, der für den Schutz der Handels- fchiffahrt gegen Unterseeboot- und Luftangriffe be­stimmt sind.'Ferner ist ein neues Flugzeug­mutterschiff vorgesehen, sodaß von diesen Schiffen dann sechs im Bau sein werden. Drei der vorhandenen Großkampfschiffe werden zurzeit einer Moderniesierung unterworfen.

Ferner heißt es in dem Weißbuch, daß für das Heer die Ausrüstung mit zeitgemäßen Waffen eine hohe Stufe erreicht hat. In der Luftwaffe ist die Monatsrate der Fertigstellung von Flugzeu­

gen während des laufenden Finanzjahres mehr als verdoppelt worden.

In einem besonderen Abschnitt des Weißbuches, der sich mit der Personalfrage befaßt, wird erklärt, daß die Mobilmachung der Flotte und Teilmobil­machung der Luftabwehrorganisalionen während der Septemberkrise eine sehr befriedigende praktische Er­probung der Maschinerie für die Einberufung der Reserven und des Hilfspersonals der Wehrmacht dargeboten habe. Das G e s a m t p e r f o n a l der Marine ist von 89000 Mann im Jahre 1932/33 auf 119 000 im Jahre 1938 erhöht worden. Die Luftwaffe erreichte im laufenden Jahr die Höchstzahl von neu eintretenden Rekruten feit 1918 mit einem Stand von 35 ÖOO. Mit Bezug aus den Luftschutz teilt das Weißbuch mit, daß eine große Zahl stählerner Schutzhütten für die Bewoh­ner kleiner Häuser vor Ende März geliefert werde. Ferner wird die Verstärkung geeigneter Kelleräume und die Fortsetzung des Baues von Schutzgräben an geeigneten Stellen angekündigt. Dann geht das Weißbuch noch auf die Einrichtung für Kranken- und Verwundeten-Fürforge im Kriegsfälle ein und schließt mit einem Appell an die Bevölkerung, die erforderlichen Opfer für die Rüstungen, die rein defensiver Natur seien, auf sich zu nehmen.

Italiens militärische Stärke in Libyen.

London, 15. Febr. (DNB.) Jrn Rahmen des italienisch-englischen Abkommens zwecks Austausch von Informationen über den Stand der Rüstungen im Mittelmeer hat eine Unterredung zwischen dem britischen Botschafter in Rom, Lord Perth, und dem italienischen Außenminister Graf Ciano stattgefun­den. Bei dieser Gelegenheit hat Graf Eiano dem bri­tischen Botschafter erklärt, daß die italienische Re- gierung die Zahl ihrer Truppen auf das vereinbarte Mindestmaß herabgesetzt habe, daß in der letzten Zeit jedoch die italienischen Truppen in Libyen wieder oerftärft worden feien, da nach italienischen Informationen die französische Regierung eine Verstärkung der französischen Truppen in Tunis vorgenom­men habe. Graf Ciano hat jedoch hierbei die Ab­sicht der italienischen Regierung zum Ausdruck ge­bracht, den Stand der italienischen Truppen auf das vertraglich vereinbarte Maß wieder herab- z u s e tz e n , so bald die Lage in Nordafrika wie­der normal geworden sei.

WieEuropa preß" dazu aus Rom be­richtet, hatten England und Italien in dem Oster- abfommen des vergangenen Jahres vereinbart, sich regelmäßig über den Stand ihrer Streitkräfte im Mittelmeer zu unterrichten. Im Augenblick der Ratifizierung des Ofterabkommens betrug die Zahl der in Libyen stehenden Eingeborenen- und weißen Truppen zusammen 30 000. Sie soll heute bedeutend höher sein und scheint noch weiter erhöht werden zu sollen unter dem Druck der immer mehr an- wachsenden Zahl der französischen Streit­kräfte in Tunis, die auf 100000 Mann ge­schätzt wird. So ist die Anfrage des Botschafters Lord Perth zu verstehen. Auf italienischer Seite ist nicht unbeachtet geblieben, was in der letzten Zeit durch maßgebliche französische Persönlichkeiten in bedeutenden Zeitschriften über das Thema der mili­tärischen Besatzung in Nordafrika veröffentlicht wurde. Darunter befand sich vor allem der Artikel eines militärischen Fachmannes, der für die Not­wendigkeit des Baues schnellerer Trans­portschiffe und großer Transportflug­zeuge für Militärtransporte zwischen Frankreich und seinen nordafrikanischen Kolonien sich einsetzt und eindeutig offensiven Charakter trägt.

' koog reifen lassen, dem der Führer seine Zustim­mung erteilt hat.

Damit hat der Führer den Großbauten des Rei­ches ein weiteres gewaltiges Vorhaben hinzugefügt, das für die Schiffahrt aller seefahrenden Nationen von außerordentlicher Bedeutung werden wird.

Der Kaiser-Wilhelm-Kanal ist in den Jahren 1887 bis 1895 gebaut worden. 1907 bis 1914 ist er bann erstmalig erweitert und durch zwei Dop­pelschleusen in Holtenau und Brunsbüttelkoog er­gänzt worden, die seinerzeit mit 330 Meter Länge, 45 Meter Breite und 14 Meter Tiefe die größten der Welt waren. Die Entwicklung des Ver­kehrs durch den Kanal ist weit über die ursprüng­liche Erwartung hinausgegangen. Bei der ersten Planung rechnete man mit einem Jahresverkehr von 18 000 Schiffen mit fünfeinhalb Millionen Nettoregiftertonnen. 1913 fuhren bereits 53 300 Schiffe mit 10,3 Millionen NRT. durch den Kanal. Die Zeit des Weltkrieges und die Verfallszeit des Zwischenreiches brachten naturgemäß einen erheb­lichen Rückgang, aber feit 1933 ist dank der im Reiche Adolf Hitlers ständig weiter aufblühenden Wirtschaft eine fortschreitende Verkehrs- Zunahme zu verzeichnen. 1937 benutzten 53 400 Schiffe mit rund 24 Millionen NRT. den Kanal. Der Tonnageverkehr nähert sich damit-der Derkehrs- größe der beiden anderen Hochstraßen des Weltver­kehrs, des Panama- und des Sue^kanals, übersteigt diese aber auf fast das Zehnfache hinsichtlich der Schiffszahl.

Von ausschlaggebender Bedeutung ist jedoch das ständige Anwachsen der Größe der den Kanal benutzenden Schiffe. Je größer die Schiffe werden, in desto häufigeren Fällen kann der Kanal in seiner heutigen Gestalt nur eingleisig befahren werden. Mehr und mehr treten große Schiffe transatlantischen Ausmaßes in

für die Steigerung der Ausgaben liegt in den Kosten, die notwendig geworden sind durch die rv'

Ein englisches Weißbuch.

abs. London, 15. Februar.

Schatzkanzler Sir John Simon kündigte im Unterhaus einen neuen Gesetzentwurf an, durch den die Regierung ermächtigt wird, die zu Rü­st u n g s z w e ck e n aufzünehmenden Anleihen von 400 Millionen Pfund (fünf Milliarden Mark) auf 8 00 Millionen. Pfund (zehn Milliar­den Mark) zu erhöhen. Das Ermächtigungsgesetz vom Jah^e 1937 erteilte der Regierung die Anleihe- Ermächtigung für 400 Millionen Pfund mit der Maßgabe, daß dieser Betrag innerhalb von fünf Jahren begeben werden dürfte. Bereits damals wurde von der Regierung erklärt, die Anleihe müsse nötigenfalls erhöht werden. Bisher find von den 400 Millionen Pfund nicht ganz 200 Millionen auf dem Anleihemarkt untergebracht worden, fo daß die Regierung nach Annahme des neuen Gesetzes in der Lage sein wird, weitere Anleihen bis zur Höhe von 600 Millionen Pfund (7V- Milliarden Mark) auf- zulegen.

Ein Weißbuch über die Derteidigungsaus­gaben zeigt, daß die Ausgaben der drei Wehr- minifterien im Regierungsjahr 1937/38 262 Mil­lionen Pfund (3275 Millionen Mark), im laufenden Finanzjahr 1938/39 388 Millionen Pfund (4850 Millionen Mark) betragen haben, während für das am 1. April 1939 beginnende Regierungsjahr Vor­anschläge für die drei Wehrministerien in Höhe von ungefähr 523 Millionen Pfund (mehr als 6V2 Milliarden Mark) vorgesehen find. Der Gesamt­aufwand für die Landesverteidigung beläuft sich auf 1173 Millionen Pfund (fast fünfzehn Milliar­den Mark). Die Ausgaben für den Luft­schutz sind in der entsprechenden Periode von SVs Millionen Pfund im Jahre 1937/38 auf 9V< Mil­lionen Pfund im Jahre 1938/39 gestiegen. Für das kommende Regierungsjahr find sie auf 42 Millio­nen Pfund veranschlagt, wozu noch Zuschüsse für besondere Feuerwehr-Vorkehrungen in Höhe von ungefähr neun Millionen Pfund treten. Die Aus-

Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals

Auf das Doppelte seines jetzigen Querschnitts.

Beschleunigtes Tempo der englischen Ausrüstung

Verdoppelung der Rüstungsanleihen aus zehn Milliarden Mark.

Frankreich und Italien

Von unserem E. I.-Korrespondenien.

Paris, 14. Februar 1939.

Seit bald einem Vierteljahr ist Frankreich jetzt wieder durch einen Botschafter, Francois- Phncet, in Rom vertreten, und feit der gleichen Zeit hat Italien feine Pariser Botschaft durch den aus Südamerika berufenen Botschafter Guari - glia wieder hauptamtlich besetzt. Einen Augenblick lang hatten manche Kreise in Frankreich zu Ende des vorigen Jal>res geglaubt, man könne die Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern, die durch die Sanktionspolitik hoffnungslos vergiftet waren, durch eine höfliche Geste ohne große Kosten wieder in normale Bahnen bringen, ja vielleicht noch mehr: Italiens Stellung in der Achse BerlinRom lockern. Daß das letztere nicht in Frage kommt, davon hat man sich bal.d überzeugen mässen. Aber man mußte sich vor allen Dingen dar­über klar werden, daß ohne ein Eingehen auf die berechtigten Wünsche Italiens, ohne eine Befriedi­gung des italienischen Dynamismus, die Normali­sierung der Beziehungen zwischen den beiden Völ­kern nicht denkbar ist.

Ein Blick auf die Geschichte der italienisch-franzö­sischen Beziehungen in den letzten Jahren läßt Dies ohne weiteres klar werden. Der Ansatz zur Verstän­digung zwischen den beiden Ländern, der im Januar 1935 durch das Mussolini-Laval-Abkom- m e n unternommen worden war, ist durch die P 0 - litik der Sanktionen während des Abessi­nien-Feldzuges zunichte gemacht worden. Die Volks­front-Regierung Blum hat einen Hauptanteil an dieser Politik gehabt, die versuchte, Italien die Früchte feines Sieges in Abessinien vorzuenthalten. Die französische Diplomatie, die völlig unter dem Einfluß der Volksfront-Ideologien stand, konnte sich auch nach der Proklamierung des italienischen Im­periums zwei Jahre lang nicht entschließen, dieses Imperium anzuerkennen. Als der Quai d'Orsay nach dem Zustandekommen des Kabinetts Daladier- Bonnet im April 1938 langsam versuchte, andere Wege einzuschlagen, mußte man erkennen, daß man kostbare Zeit verloren hatte. In Rom mußte der französische Geschäftsträger Blondes, der den Auftrag hatte, die Anerkennung des italienischen Imperiums vorzubereiten, wochenlang auf feine Audienzen warten, und Mussolinis Genueser Rede verschob unter dem Einfluß der Ui'.terstätzung, die Frankreich den Sowjetspaniern gewährte, den gan­zen Fragenkomplex auf später.

Erst unter dem großen Eindruck des Erlebnisses von München kam dieNormalisierung" der Beziehungen wenigstens in der äußerlichen Form durch die gegenseitigen Botschafterernennungen, die von der französischen Seite die Anerkennung des italienischen Imperiums in sich einschlossen, zustande. Der Quai d'Orsay mar wieder­um ein Tempo hinter den Ereignissen zurück. Italien hatte fein Mittelmeer-Abkommen mit England abgeschlossen, und vor allem senkte sich jetzt die Waage der militärischen Entscheidungen in Spanien endgültig zu Gunsten Francos. Im Augenblick, als die 'deutsch - französische Erklärung vom 6. Dezember 1938 zustande kam, gewann das Pro­blem der italienischen Forderungen gegenüber 'Frankreich greifbare Gestalt. Die Rufe, die zuerst in der italienischen Kammer laut wurden, haben 'sich immer mehr verstärkt und ihren Ausdruck in iber italienischen Presse, in derJnformazione Diplv- rmatica" und denRelazioni Jnternazionast", ge- isunden. Man hat in Frankreich versucht, alle diese Kundgebungen zu verkleinern, aber man ist sich am scheinend nicht der Gefahr bewußt, die darin besteht, »daß man das Land in eine sture Abwehrposition M>ineinmanöoriert, die jedes spätere Verhandeln erschweren, wenn nicht unmöglich machen muß. Keinen Fußbreit Bodens",keinen Zoll", haben Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bon- met in der Kammer und im Senat ausgerufen, und Daladier hat diese Bekundungen auf seiner Nord- □frifareife Anfang Januar noch verschärft.

Die Entwicklung der Dinge in Spanien hat nüe diese Fragen auf den großen weltgeschichtli­chen Hintergrund des Machtkampfes im Mittelmeer verlagert. Seit dem Zusammen- jerud) der roten Milizen in Katalonien und ihrer ichmählichen Flucht nach Frankreich hat der eng - lifch-sranzöfische Wettlauf nach Bur­gos begonnen. Spanien wird zur Schlässelstel- Inmg, in der sich der Machtkampf vielleicht ent- Icheiden wird. Man schein sich in Paris und Lon­don in der Vorstellung zu wiegen, daß die Anerkennung der Regierung Franco und das Ver­brechen von Krediten genüge, damit Franco die­jenigen, die ihm erst feinen Sieg ermöglicht haben, sollen lasse. Rom ist die Antwort nicht schuldig geblieben. Mit dem politischen Machtkampf geht sttzt schon das Ringen um strategische Son - ! ervorteile im Mittelmeer Hand in Hand. Cine Pariser Zeitung, dieJusttce", hat klar aus- kDsprochen, daß England einem französischen 3 erlangen gefolgt ist, als es den Kreuzer .Deoonshire" nach den Balearen-Inseln entsandte, damit General Franco durch einerein iranische" Besatzung von der Insel Mmorca Be- sitz ergreifen könne. Man zeigt sich sehr befriedigt h Paris und glaubt, daß ein Schachzug gegen fallen gelungen sei.

Minorca ist die einzige der Balearen-Inseln, die iber einen Hafen Port Mahon verfügt, der gunze Kriegsflotten aufnehmen kann. Unter Primo d Rivera waren seine ^Befestigungen zu einem ge- ntätigen Bollwerk ausgebaut worden, dessen schwere beschütze in die Richtung gegen Frankreich wiesen. Uer Herr über Minorca ist, beherrscht die Verbm- bnngen im westlichen Mittelmeer, vox allem die

verliert, muß dafür mit seinem Kopf büßen. Ein liens Anwesenheit in Spanien für absehbare Zeit kompliziertes Tauschgeschäft bringt die Insel wieder | schon rein militärisch notwendig ist, und dadurch in den Besitz der Engländer, und erst nach wechsel-j wird sich automatisch manches in den aufgeftelltcn vollen weiteren Schicksalen, bei denen die Insel vor Kalkulationen ändern. Im Interesse des europäi- allem in den napoleonischen Kriegen Englands als ~ Stützpunkt dient, wird sie wieder'spanisch.

Wenn Frankreich jetzt bei der Anerkennung der Franco-Regierung als Vorbedingung die Prokla­mierung einesfreien und unabhängigen" Spa­niens nennt, so ist das alles mehr oder weniger Attrappe, denn im Hintergrund steht doch nur der

den unmittelbaren Verkehr zwischen Ost- und Nord­see ein, für die der Kanal bereits zu klein geworden ist. Um nun auch solchen Großschiffen feine Be­nutzung überhaupt und für die Mehrzahl aller Schiffe einen ungehinderten zweigleisi­ge n Verkehr zu ermöglichen, soll der Kaiser- Wilhelm-Kanal auf etwa das Doppelte sei­nes jetzigen Querschnittes gebracht wer­den. Er steht heute in seinen Größenabmessungen ohnehin erheblich zurück gegen den P a - na matanal, den Suezkanal und den hol­ländischen Nordseekanal von Amsterdam nach Pmuiden. Die alten Schleusen des ersten Ka­nalbaues sollen durch je eine Großschleuse e r f e tz t werden, die den größten in absehbarer Zeit für die Kanalbefahrung in Frage kommenden Schiffen seine Benutzung erlauben. Die Brücken über den Kanal müssen zum Teil Neubauten Platz machen. Die Unterelbe soll durch zwei je 9 Kilometer lange gewaltige Stromleitwerke in feiner Führung soweit verbessert werden, daß das nach seiner Natur überhaupt erreichbare §) ö ch st - maß an Fahrwassertiefe und -breite sowie an Selbsträumungsvermögen erreicht wird.

DieBremen"

durchfährt den Panamakanal.

N e u t; 0 r t, 15. Febr. (DNB.) Aus Cristobal (Kanalzone) wird gemeldet, daß der deutsche Dampfer Bremen" auf einer Serienreife nach CallaoinPeruzurnerstenmalalsgröß- tc s Schiff, das jemals den Kanal durchfuhr, den Panamakanal passiert habe. In der Gatun-Schleuse blieben zwischen dem Oberdeck und der Schleusen­mauer auf beiden Seiten nur 25 cm und zwischen Heck und Bug und den Schleusentoren jeweils nur 125 cm Abstank

.......iwy«. uv«; «r dem BegriffSicherheit der imperialen Verbin-

Kampf gegen Italien, der Kampf um Mi-,dungswege" nicht eine Auslegung geben, der die norca, denn die französischen Offiziösen sagen Diskussion ausschließt.

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