Ausgabe 
15.8.1939
 
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werben.

DHL. Gießen.

sehr

Richtiger Einkauf spart Geld

Wo die Hochzeit kein Vergnügen ist.

fünf Tage lang im Busch oe Kameraden müssen ihn suchen.

Tages war dem Aufenthalt im Schwimmbad günstig.

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vermindert? Werfen mir einen o»u ui die Speise- nur ^^m eigenen Geldbeutel ö^ügt, son ern kammer. Eine Speisekammer oder ein Vorrats-Iwelche Nahrungsmittelssie-da^

gibt es genug andere Sakalawas!

Eine der seltsamsten Heiratssitten ist die des Munda-Stammes in Bengalen. Dort werden W > und Bräutigam vor der Hochzeit symbolisch m - Bäumen verheiratet, die Braut mit einem Mang -> der Mann mit einem Mahwa-Baum. Jeder ihnen muh den Baum umarmen, und währeno i - dies tun, binden ihre Freunde sie an den Stam fest. Sich zu befreien ist ihre Sache. Offenbar 8 . lingt dies immer, denn sonst würde es schon uw keine Mundas mehr geben! Auch die Hmdus a dem Pandschab heiraten unter gewissen Umjtmw Bäume. Und zwar hat es bei ihnen damit folgen Bewandtnis: ihr Gesetz verbietet ihnen, PuM. dritten Male zu verheiraten, erlaubt es aber viertes Mal. Sie helfen sich, indem sie als Rum Drei einen Bablah-Baum heiraten und si») v ihm auch wieder scheiden lassen.

Dor wenigen Jahren wurde einmal errechnet, daß jährlich für 1,5 Milliarden RM. Lebensrnittel verderben. Das ist eine kaum vorstellbare «Summe. Industrie und Handel Haden genau so wie die Land­wirtschaft inzwischen manche technischen Einrich­tungen sich angeschafst, die den Verderb unter» binden man denke nur an die mannigfachen Kühlanlagen sie haben aber auch sonst durch Organisation der Lagerung, der Beförderung der Verarbeitung und des Absatzes Vorsorge getroffen, die Verluste auf ein Mindestmaß herabzusetzen.

Auf die Haushaltung kommt bei der erwähn­ten Rechnung ein Derlustbetrag von 750 Millionen Reichsmark. Hat sich dieser inzwischen wesentlich vermindert? Werfen wir einen Blick in d-

raum muß immer aufgeräumt fein. Wahllos herum­stehende Tüten, nicht ausgewickelte Nahrungsmittel, unordentlich herumstehende Speisereste, zu allem Ueberfluß ein Eimer mit Scheuerlappe und Schrub­ber ein solches Bild darf eine Speisekammer nie bieten. Und wie sieht es in der Küche selbst aus? Hart gewordene Brotkanten, Tüten zwischen Tellern und Milchtöpfen im Schrank, auf dem Fensterbrett in der Sonne stehende Speisen: ein trauriges, aber leider noch immer wieder anzu­treffendes Stilleben.

Man fragt sich mit Recht, ob sich die Hausfrau, deren Speisekammer und Küche so aussehen, keine Gedanken darüber macht, welche Verluste sie nicht i Geldbeutel zufügt, sondern

Hochzeit ist «bei uns im allgemeinen ein Fest, das von den Familien der beiden Hauptpersonen freudig gefeiert wird. Auch da, wo tags zuvor, am Polterabend, Braut oder Bräutigam in scherzhaften Versen und kleinen Aufführungen ein wenigdurch den Kakao gezogen" werden, pflegt es doch gut» mütig und wohlwollend herzugehen. Aber es gibt Länder, wo das Heiraten unter Gebräuchen ge> fchieht, die uns schauerlich vorkommen. Bei vielen primitiven Völkerstämmen gehört es zumguten Ton", daß der Bräutigam vor der Hochzeit den Widerstrebenden spielt. In Kamtschatka zum Beispiel wird er mit Fischnetzen und Riemen festgebunden, während die Freundinnen der Braut ihn beißen, kratzen und an den Haaren ziehen, bis er aus vielen Wunden blutet. Wenn seine Wunden geheilt find' fängt das Spiel von vorn an. Das dauert monate­lang, manchmal ein Jahr, und die ganze Zeit mutz der junge Mann es mit stoischer Ruhe ertragen und so tun, als wünschte er nicht zu heiraten.

Im Bismarck-Archipel muß der Bräutigam M fünf Tage lang im Busch verstecken, und seine Kameraden müssen ihn suchen. Dann folgt eine Zeremonie, bei der Muscheln nach seinem Kopf V* warfen werden, während er zu entfliehen sE Gelingt es ihm, so bringen seine Freunde ihn rück, und das wiederholt sich im ganzen brenn»- Die Skalawas auf Madagaskar werfen nicht " mit Muscheln, sondern mit Speeren nach oe Bräutigam. Durch die Geschicklichkeit, mit der den Geschossen ausweicht, muß er seine für die Ehe erweisen. Wenn er so ungeschickt m sich von einem Speer treffen zu lassen nun, 1

syrts-Mühle. Bei herrlichem Sommerwetter hatte man gute Fernsicht nach den Gladenbacher Bergen. Dann wurde da» Wiesental enger, und am Wald­rand entlang gings zur Miltagsrast nach der Schmelz. Dor dem Weitermarsch wurden die bis jetzt freigelegten Mauern einer im Bergwald ge­legenen, hier das Salzbödetal beherrschenden Burg aus der Karolingerzeit besichtigt. Durch den Kros- dorfer Forst, am Waldhaus vorbei, führte der Weg zum Dünsberg, der auf halber Höhe überschritten wurde, zur Kaffee- und Schlußrast nach Bieber. Aber dieBiewerlies" hatte wieder einmalBruch gemacht". Daher mußten auch noch die 8 Kilometer bis Gießen auf Schusters Rappen zuruckgelegt

noß. Am Hang des Webersbergs her wurde Weil­burg wieder erreicht und unter kundiger Führung durchwandert. Nachdem man noch die Schlohge- bäude und den Schloßplatz besichtigt hatte, wurde im Schloßkaffee mit dem reichen Blumenflor seiner prächtigen Gartenanlage die erste Rast gemacht. Der Weitermarsch führte wieder in die Höhe zum sog. Kanapee und hierauf durch eine alte Lindenallee zur Hausley. Immer boten sich entzückende Blicke auf die Stadt mit ihrem Schloß und den umliegen­den Höhenkranz. Nunmehr wurde der Lahnhoyen- rneq beschritten, der die Wanderer durch Odersbach und sodann in einen ausgedehnten Walddistrikt führte. Stets hach über der Lahn, deren ruhig flie­ßendes Wasser durch die Bäume schimmerte, folgte der Weg in vielfachen Windungen dem Laufe des Flusses, vorbei an einigen tief eingeschnittenen Waldschluchten, bis das Endziel Gräveneck erreicht war, wo Schlußrast bis zur Heimfahrt gehalten

Die Ehefrau A. E. in Lich hatte im April einen anonymen Brief an den Inhaber der Brauerei in Lich geschrieben, in dem sie einen Bierfahrer der Unterschlagung und einen Angestellten der einen Vertrauensposten innehat, der Mitwisserschaft an diesen Unterschlagungen und anderen Betrüge, reien zum Nachteil des Arbeitgebers bezichtigte

Nach dem seitherigen hartnäckigen Leugnen legte die Angeklagte in der gestrigen Hauptverhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Durch das Sachver» ständigengutachten war sie auch überführt.

Der Anklagevertreter beantragte eine Geldstrafe von 80 RM. Er betonte, das Geständnis sei als völlig wertlos anzusehen und nur erfolgt, weil sich die Angeklagte als überführt gehalten habe

Die Angeklgate wurde der üblen Nachrede m zwei Fällen schuldig erkannt und zu einer Ge­sa m tg e f ä n g n i s st r a f e von 10 Tagen verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde aus- geführt, daß anonyme Schreiben eine Gefahr für die Allgemeinheit seien und im vorliegenden Falle mit einer Geldstrafe der Strafzweck nicht erreicht würde.

*

Der G. B. aus Langen, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, hatte sich im Juni in verschiedenen Wirt, fdiaften in Gießen in sieben Fällen des Zechbe. trugs und in einem Falle des Mietbetrugs schuldig gemacht. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte war geständig.

Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtge- fängnisftrafe von 6 Wochen.

Der Angeklagte wurde zu einer G e sämige, fängnisftrafe von 5 Wochen, abzüglich 3 Wochen und 4 Tage Untersuchungshaft, ver­urteilt. Strafmildernd wirkte fein Geständnis. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er im Wieder- holungsfalle als rückfälliger Betrüger Mit Zucht- Hausstrafe zu rechnen habe.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 16. August.

5 Uhr: Frühmusik. Das Rundfunkorchester. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Das Her- mann-Hagestedt-Orchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gym. nastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpaufe. Das kleine Un­terhaltungsorchester. 9.30: Gcmnachrichten. 10: Schul, fünf:Alles das erblüht freudig aus dem Lied". Eine Sendung um Haydn, Mozack und das Volkslied. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbin­dung mit der NS.-GemeinschaftKraft burd) Freude". 13: Nachrichten. 13.15: MittagskonzerZ. Dos kleine Orchester des Neichsfenders Stuttgart. 14: Nachrichten. 14.10: 50 bunte Minuten. (Industrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmit- tagskonzert. Das Leipziger Sinfonieorchester 17 bis 17 10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Das Recht im Alltag. Baden verboten? Die Polizeiverwaltung. 18.15: Aul gut deutsch. 18.30: Frauen der Bergan- genheit: Gabriele von Bülow. Eine Hörfolge. 19: Fliegendes Deutschland. Nachts über Tarragona. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Zwei Stunden wie ge- funben. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnah­men.) 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze.

Marscheinheit der H3 -Westfalen unterwegs durch Oberhessen.

Tagesetappe Rodheim - Gießen - Lich.

der Stadt entlang.

Wir kommen allmählich in den Hafen, nachdem der Lotse an Bord gekommen ist; zunächst in den Vorhafen, der für Kriegsschiffe bestimmt ist, dann in den neuen Hafen, welcher durch lange Molen und Kais künstlich gebildet wurde, und schließlich in den alten, der eine tiefe Bucht darstellt. Es herrscht dort stets ein reges Leben. Mit feiner roinb- geschützten Sage ist Genua der bebeutenbfte Hafen des ganzen Mittelmeeres. An fast allen Kais sieht man Schiffe ihre Ladung löschen und neue Waren an Bord nehmen. Es ist kein Wunder, baß jährlich 11000 Schiffe ein« und ausfahren. Hier legen bie großen italienischen Atlantikbampfer an ober haben in Genua ihren Ausgangspunkt. Ebenso sieht man dort viele beutsche Vergnügungsbampfer unb unend- lich viele Hanbelsschiffe aller Nationen ihre Reise unterbrechen. Einen sympathischen Eindruck bekommt man sofort, wenn man m das riesige moderne Ha- fenzollgebäube kommt.

Dann steht man in dieser aufblühenden Stadt, eie auf eine lange und stolze Geschichte zurückblicken kann. Schon 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung pflegte der dort wohnende Volksstamm der Ligurer

zeit von 25 Jahren bei der Stadt Gießen zuruck- blicken. Der Arbeitsjubilar wurde im Kreise feiner Arbeitskameraden in der üblichen Weife geehrt und ihm ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters überreicht. . , . s

** Treubien st ehrenzeichen in her Wirtschaft. Dem bei ber Firma von Munchow- sche-Unioersitätsdruckerei Otto Kindt G. m. b. H. be­schäftigten Obermaschinenmeister Karl Leib wurde für 50jährige treue Dienstleistung vom Führer das Treudienstehrenzeichen für Angestellte und Arbeiter in ber freien Wirtschaft unb die dazugehörige Be- itzurkunde verliehen und ausgehändigt.

** Eine Dreiundachtzigjahnge. Am kommenden Donnerstag, 17. August, kann Frau Franziska Hammel, Wwe., Wetzsteinstraße 12, m

aller geistigen und körperlichen Frische ihren 83. Ge­burtstag begehen. Die hochbetagte Frau, die sieben Kindern bas Leben gegeben hat, die ferner 16 Enkel- unb 18 Urentelfinber um sich sieht, ist ^^erm des Goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Seit 50 Jahren gehört sie zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. (Auch mir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag.)

** 72 Jahre alt. Am heutigen Dienstag, 15 August, kann unser Mitbürger Heinrich Wei - mer, Wetzlarer Weg 37, in geistiger und körperlicher Frische seinen 72. Geburtstag feiern. Der betagte Mann gehört seit Jahrzehnten zu den treuen Be­ziehern des Gießener Anzeigers. Wir beglückwün­schen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag.

herzliche Begrüßung in Lich.

Gegen 18.30 Uhr traf der Musik- und Spiel- mannszug der Gefolgschaft 2ich der HI. am Rast­platz ein, um bie westfälischen Gaste mit Marsch­musik in die mit Fahnen reich geschmückte «tabt Lich zu begleiten. In mustergültiger Marsch- bisziplin marschierte ber Marschblock auf bem zlbler« platz auf, wo bie offizielle Begrüßung stattfand.

Nach bem feierlichen Abstellen der Fahnen m die bereitgestellten Fahnenständer und nach dem LiedEin junges Volk steht auf" hieß Ortsgruppen; leitet Kuhn die Gäste im Namen ber Partei unb ber Stabt aufs herzlichste willkommen und gab der spende Ausdruck, daß es auch der Einwohnerschaft von Lch einmal vergönnt sei, einer Marscheinheit des Adolf-Hitler-Marsches Gastfreundschaft entgegen­zubringen. Nach dem Ortsgruppenleiter richtete im Namen des Bannführers des Bannes 116 (Wet- terau) Gefolgfchaftsführer Krefchberger Worte der Begrüßung an die Jungens. Welch em Unter­schied zwischen den Staaten ber Ordnung, so sagte der Redner u. a., und den sogenannten Demokratien! Während in letzteren seit Monaten von Krieg ge­redet wird, marschiert bei uns bie deutsche Jugend in Ordnung unb Disziplin zum Reichsparteitag des Friedens. Im Namen berWestfälinger dankte Bannführer Kassel (Iserlohn) für den freund­lichen Empfang. Wenn wir uns fragen, so sagte er, welche Bedeutung hat nun ber Adolf-Hitler-Marsch, so müssen wir sagen, es geht nicht nur barum, als erster Marschblock am Führer vorbeizumarschie­ren, nein, mir rnollen durch unseren Marsch zu Werbern unb Trommlern ber nationalsozialistischen Jbee werden. Wir wollen zeigen, daß eine gestählte Jugend heranwächst, die jederzeit bereit ist, für Führer unb Volk alles einzufetzen.

Anschließenb begaben sich bie Jungen in ihre Quartiere. Dienstagmorgen fetzen bie Gäste ihren Marsch bis Nidda fort, um bann in Nibba einen Ruhetag einzulegen.

Handel mit den Griechen, Etruskern und Kelten. Noch 200 Jahre blieben sie unabhängig gegenüber ber anwachsenden Weltmacht Rom. Dann teilten sie bas Schicksal vieler anderer Städte und nahmen bie römische Verwaltungsverfassung an, bie bis ins frühe Mittelalter in Kraft blieb. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums kamen im 10. Jahrhun- bert bie Sarazenen, Räuber aus Tunis, verwüste­ten bas Lanb unb plünderten bie Stadt. Genua er­holte sich jedoch schnell unb hatte bald eine Vor­machtstellung über die ganze ligurische Küste erlangt. Im Zeichen emporftrebenber Handelsstädte bildeten Pisa unb Venedig die stärkste Konkurrenz. In Ita­lien erleben wir in dieser Zeitepoche des Mittel­alters das geschichtliche Gegenstück zu Deutschland, nachdem das beide Staaten umspannende Stauser- reich stärkeren Universalmächten zum Opfer gefal­len mar. Ueberall finden mir den Auflösungsprozeß. Städte und Fürsten bekämpften sich gegenseitig. Alle buhlten sie um Handelsniederlassungen im er­wachenden Nahen Orient. Bestärkt wurde dieser Handel mit dem Orient durch die Kreuzzuge Die Kämpfe zwischen den gibellinischen und welfischen Adelsgeschlechtern wurden auch in Genau ausgetra­gen. Abwechselnd geriet Genua bann unter bie Herrschaft der französischen und neapolitanischen Könige. Die Verschwörung des Luigi F i e s ch i Schillers Fiesco mar einer der letzten Versuche, in die alten Bahnen zurückzukehren. Mit dem Vor­dringen der Türkei auf europäischen Boden im 16. Jahrhundert versank die Handelsstellung dieser mächtigen Hafenstadt immer mehr. 1746 besetzten die Kaiserlichen die Stadt, wurden jedoch sofort wieder vertrieben durch einen Dvlksaufstand, der von dem 17jährigen B a l i 11 a ausgelöst wurde. Nach ihm . nannte ber Faschismus seine Pimpfe. Nachdem Na- | poleon eine Ligurische Republick gebildet hatte und diese dann zu Sardinien-Piemont geschlagen wurde, t erlebte der italienische Nationalstaat von hier aus V durch ©arib albi seine Auferstehung. Besonders t stolz ist die Stadt auch darauf, daß Kolumbus . in ihren Mauern geboren wurde.

entzieht. Aus Pfennigbeträgen werden schnell Mark, stücke und schließlich aroße Summen. J^e Haus, frau sollte heute wissen, mit welcher Muhe die Landwirtschaft, ber die notwendigen Arbeitskräfte fehlen die Aecker bestellt und das Vieh aufzieht. Immer wieder muß man vor allem feststellen, daß mit dem Brot, unserem wertvollsten Nahrungs­mittel, nicht so sorgsam umgegangen mirö mie es selbstverständlich sein mußte. Dabei erfordert es weder große Kosten, noch Arbeit, Nahrungsmittel vor Verderb zu schützen. Ordnung, richtige Haus­haltsführung, Sauberkeit und Luft sind bie allem unablässigen Vorbedingungen zur Verhütung des Verderbs. Eine Speisekammer muß stets ordentlich aussehen, gut durchlüftet und zweckmäßig eingench. tet (ein.

Vor allem beachte man folgende Grundsätze: Nie zuviel einkaufen, empfindliche Waren sofort ver­arbeiten ober verzehren, aber auch bie haltbaren Lebensmittel von Zeit zu Zeit prüfen.

Amtsgericht Gießen.

geblühten Hanbel seit ber Einigung bes italienischen Volkes nicht nur wesentlich vergrößert, sondern auch verschönert hat. Imponierende Straßen wie die Via Roma und bie Dia Venti Settembre machen ; auf jeben Besucher einen vorbildlichen Einbruck. Ga­lerien unb wunderschöne Geschäfte mit ben mobern- , ften und geschmackvollften Sachen befinden sich zu beiden Seiten. Zumal wenn man von dem so heftia mitgenommenen Spanien kommt, glaubt man sich in einer Stadt mit allen nur ^-mkbaren Vorzügen zu befinden. Trotz der heißen Sonne herrscht ein reges Leben auf den Straßen. Man sieht gepflegte Frauen, peinlich saubere Straßenbahnen und Om­nibusse fahren durch breite und enge Straßen, man könnte glauben, bereits in Deutschland zu fein, wenn bas einzigartige Blau bes Mittelmeeres uns nicht an den Süden erinnern würde. Auch die Altstadt mit ihren engen Gassen, bem frohen Gesang unb ben spielenden Kindern kann ben gewonnenen Ein­druck nicht beeinträchtigen. In den letzten Jahren sind riesige Plätze mit großen Rasenflächen angelegt worben. Ueberall sieht man, wie mit einer gerabezu fieberhaften Energie gebaut wird. Man kann fchon sagen, in Genua wird viel geschaffen und zur Ver­schönerung des Stadtbildes getan. Das Großartigste aber ist ber unendlich lange Korso am Ufer, wo man eine herrliche Aussicht auf bas Meer, die Stadt unb die Berge hat.

In wenigen Jahren werden auch dort die letzten Bauplätze vergeben sein und darauf geschmackvolle Dillen entstehen. Von Leuten, die nur den weltbe­rühmten Kunstschätzen nachjagen, ist schon oft be­hauptet worden, in Genua gebe es nicht viel zu sehen außer bem Friedhof Campo Santo. Vielleicht muß man aber gerade sagen: diese Totenstätte ent­hält zwar sehr viel wertvollen Marmor, aber das Schönste ist sicher auch wieder bie großartige Laae im Bisagno-Tal, eine halbe Stunde von ber Stadt entfernt. Am Bergabhang ziehen sich reich ge­schmückte Familiengruften hinauf. Aus einiger Ent­fernung gesehen, ist es eine ideale Ruhestätte, wenn im Schein der Sonne der Marmor hell erglänzt. Einen unvergleichlichen Blick auf bas gesamte Tal unb den Friedhof, auf den die Genuesen so stolz : sind, hat man vom Righi, auf dem sich das alte Forte Castellaccio befindet. Nach ber anberen Seite . blickt man auf bie an ber Küste ausgebehnte Stabt : mit bem riesigen Hafen. Bei klarem Wetter sieht i man sogar ein gewaltiges Stück ber Levante-Riviera - bis Portofino. Don dort oben nimmt man ben > besten Einbruck von Genua mit unb wirb sich im- fener wieder nach bieser entzückenb gelegenen Stadt am Meer unb am Ranbe der Berge sehnen.

Rund um Weilburg" lautete wie man uns berichtet am Sonntag die Parole des VHC. Gießen anläßlich seiner planmäßigen Augustwande- runq Unb so brachte ber Frühzug 55 Teilnehmer nach der unvergleichlich schön gelegenen Stadt, Die nicht mit UnrechtP-rl- der Lahn" genannt werd. Nachdem vom Bahnhof aus die Cisenbahnbrucke über bie Lahn überschritten war, fetzte ber Aufftzeg gleich kräftig ein, um bie Wanderer auf die Hohe bes Karlsberges zu bringen, von wo man pracht­volle Blicke auf die zu Füßen liegende Stadt ge­noß. Am Hang des Webersbergs her wurde Weil-

Heute erinnern an bie glanzvolle Vergangenheit ber Stabt noch bie zahlreichen Abeispaläste, ber Dogenpalast, in dem gegenwärtig ber Gerichtshof untergebracht ist, bie vielen Kirchen unb Gemälde­sammlungen, welche sich aüerbings nicht mit denen anderer italienischer Städte messen können. Die regen Handelsbeziehungen führten auch bedeutende Künstler nach ®enua. So waren im 17. Jahr­hundert Rubens unb van Dyck vorübergehenb hier tätig.

Genua wirkt auf uns heute aber in erster Linie als moderne Stadt, die sich durch den wiederauf-

Aufblühendes Genua.

Don Or. Inh Zessel.

Der Hauptreiz Genuas liegt in feiner einzigarti­gen Lage begründet. Kommt man mit ber Bahn, so wird jeber Reifende zunächst enttäuscht fein, denn man fährt zuletzt durch einen langen Tunckel und befindet sich plötzlich auf dem Bahnhof, ohne vorher von der Stadt etwas gesehen zu haben. Un­vergeßlich dagegen ist der erste Eindruck, den man vom Meer aus erhält. Schon aus weiter Entfernung gewahrt man ben Kranz ber Berge. Immer beut- licher zeichnen sich bie ersten Hochhäuser, von denen es eine ganze Anzahl gibt. An den Abhängen liegen entzückende Dillen. Der 70 Meter hohe Leuchtturm, der fein Licht 27 Seemeilen weit ausstrahlt, rückt immer näher. Je weiter man herankommt, um fo besser kann man beobachten, wie günstig Genuas Hasen gelegen ist. Durch die Berge, welche ganz dicht an bas Meer herantreten, blieb ben Bewoh­nern wenig Sieblungsraum. Als bie Stabt sich ausdehnte, bestand nur bie Möglichkeit, nach Osten auszubauen ober bie Häuser auf bie Abhänge zu setzen. Aehnlich wie in Lissabon mußten viele Auf­züge gebaut werden, um die Höhenunterschiebe zu überwinden. Arn schwierigsten war es für die Eisenbahn, da viele Tunnels nötig waren. So führt die Bahnstrecke nach Pisa unter einem großen Teil

Die Marscheinheit Westfalen (Gebiet 9) der $jit= ler-Jugend, die sich gegenwärtig auf dem Marsch nach Nürnberg befindet, kam am gestrigen Montag in unser engeres Heimatgebiet. .

Am Sonntagabend rückA die Marschelnheit in Rodheim an der Bieber ein und erfuhr dort eine überaus herzliche Begrüßung. Nachdem man in Gemeinschaft mit der Bevölkerung des Ortes einen unterhaltsamen kameradschaft ichen Abend (mit Musik, sogar mit Tanz) erlebt ha te, ging es in die Quartiere. Die Gäste aus Westfalen waren durchweg in Privatquartieren untergebracht und fühlten sich fehr wohl. Ein Teil der Jungen bezog in Vetzberg Quartier und versäumte auch nicht, der Ruine Vetzberg einen Besuch abzustatten, um von dort den herrlichen Ausblick in unsere Landschaft zu genießen. .

Gestern vormittag um V2IO Uhr wurde in R 0 d - heim aufgebrochen und der Marsch fortgesetzt. Ohne Aufenthalt marschierte die stattliche Einheit, die aus 125 Hitlerjungen besteht und 33 Fahnen mit sich führte, über Gießen m der Richtung nach Lich. Bereits kurz nach 13 Uhr war das Licher Waldschwimmbad und damit der Mittagsrastplatz erreicht. Im schonen Wiesental am Albacher Teich wurden die Fahnen zufamrnenge- stellt, die Fahnenwache zog auf, unb bann lagerte man sich in Erwartung eines kräftigen Mittag­essens. Der Koch stand denn auch schon..m seinem schneeweißen Dreß unb ber hohen Mutze bereit unb schwang für bie nächste halbe Stunde uner« müblich den Kochlöffel, um die Eßgeschirre zu fül­len, die ihm pausenlos entgegengehalten wurden. Und während aus dem großen Kessel das Essen, eine vorzügliche Linsensuppe mit Speck, ausgegeben wurde, füllten sich andere die Feldflasche mit duf­tendem Tee. . , .

Nach einer Ruhepause von einer guten Stunde wurde durch den begleitenden Arzt das Schwimm­bad freigegeben, und nun füllten die stämmigen westfälischen Hitlerjungen in den Nachmittagsstun- ben bas idyllische Waldschwimmbad mit ihrer Be­triebsamkeit. Das herrliche Wetter des gestrigen

wurde. ,

Äießen-Klem-Lmden.

Seit dem gestrigen Montag brummt am Weiher die Dreschmaschine. Die kleinen Landwirte fahren ihre Frucht dorthin, lassen sie ausdreschen und fahren dann bas Stroh in bie Scheunen. Größere Bauern breschen erst im Herbst, wenn bie Dresch­maschine auf die Hose der Bauern gefahren wird. Wegen Mangels an Arbeitskräften bedient man sich in diesem Jahre beim Drusch noch mehr der Ver­wandten- und Nachbarnhilfe als in früheren fah­ren. Die Frucht hat trotz der letzten Regenwochen an Güte nicht gelitten. Die Ergebnisse smd rech gut. Hoffentlich bleibt bas Wetter bie nächste Zeit noch gut, bamit bie letzte Frucht abgemacht und eingefahren werben kann.

Gießener Dochenmorktpreise.

* G i e ß e n, 15. Aug. Auf bem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, kg 1'60 NM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, bas Stuck 4 bis 10 Wirsing, kg 6 bis 9, Weißkraut 4 bis 9, Rotkraut 8 bis 9, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen grün 13 bis 25, gelb 15 bis 30, Erbsen 15 bis 25, Tomaten, deutsche 20 bis 28, italienische 20 bis 25 Zwiebeln 12 bis 13, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 4p, Kartoffeln, neue, % kg 5 bis 6 Rpf,, 5 kg 50 bis 58 Rpf., 50 kg 4,50 bis 5 RM., Frühapfel, kg 15 bis 30 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 32, Brombeeren 35 bis 40, Preiselbeeren 41, Kirschen 15 bis 35, Heidelbeeren 38, Stachelbeeren 10 bis 20, Johannis­beeren 15, Pflaumen 15 bis 27, Zwetschen 30, Mira­bellen 24 bis 38, Renekloden 20 bis 30, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 6, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. *

** D ienstj ub iläum. Am heutigen 15. August kann der beim hiesigen Schlachthof tätige Maschinist Heinrich Nifpel auf eine ununterbrochene Dienst-