»en Revolver in der Toilette eines P a - 7i s e r Caf 6 s, das er häufig besuchte, geladen yat.
Mllionenschar der Gärtner.
In Stuttgart hat eben der Dritte Reichs- i,artenbautag stattgefunden, auf der für den Reichsnährstand Reichsobmann Behrens die Hauptprobleme des privaten und gewerblichen Gar- Dnbaubetriebs besprach. Wir wollen hier nur ein iber zwei Zahlen erwähnen. Im Altreich gab es !933 Kleingärten und landwirtschaftliche Kleinbe- rißbß bis zur Größß von zwei Morgen nicht weniger als: 5 378 463. Wenn auch ein sehr erheblicher '^ßil dieser Betriebe sich sicher als „kleinlandwirt- chaftlich' empfindet, so spielt doch der Gartenbau n allen seinen Zweigen, wie Gemüsebau, Obstzucht, Beerenkultur, eine sehr erhebliche Rolle, und Hon daraus geht das volksweite Interesse an allen iragen der Gärtnerei klar hervor. Es ist auch
heute nicht mehr so, wie ehedem, daß in dem Garten „aus dem Vollen gewirtschaftet" würde. Es gibt dafür ein sehr eindrucksvolles Beispiel: Vor Jahrzehnten kam der größte Teil des Fallobstes auf den Misthaufen oder wurde, ungern genug, als Schweinefutter benutzt. Heute ist die Kenntnis weitverbreitet, daß aus abgefallenen Aepfeln ein ausgezeichnetes Gelee gemacht werden kann, daß reichlich tragende Obstbäume durch Pflük- ken nicht ganz reifen Obstes, das sich zum Einmachen ausgezeichnet eignet, mit Nutzen entlastet werden und daß der Rest von Fallobst bei Wurmstichigkeit mit Kalk bestreut wird. Sicherlich gibt es noch viele Sünder, die sich um madiges Obst nicht kümmern und daher an der bösen Schädlingsplage mitschuldig werden. Abxr die Fortschritte infolge einer regen Aufklärung sind doch unverkennbar und gerade auch in den Kleingärten zu beobachten. In diesen 'scheinbaren Kleinigkeiten spie- gelt sich dos vertiefte Volksbewußtsein von der Wichtigkeit des Gartenbaus für unsere gesamte Er- nahrungswirtschaft.
Der Wert -er Gieuergutscheine.
In der Deutschen Steuer-Zeitung betont Staats- lilretär Reinhardt noch einmal, daß keinerlei Zweifel über den Zeitpunkt der Einlösbarkeit der llteuergutscheine und über die Höhe des Betrages lchehen können, zu dem sie eingelöst werden. Es sei ncht beabsichtigt, weitere „juristische Personen oder rmliche Gebilde" zu Steuergutscheinpflichtigen zu äklären und auf diese Weise den Umfang der aus- ^gebenden Steuergutscheine zu vergrößern. Es sei üid) nicht etwa beabsichtigt, den Hundertsatz von • i v. H. der Rechnungen zu erhöhen. Wohl aber sei l:iran gedacht, den Hundertsatz von 40 nach Maß- cibe der finanziellen Möglichkeiten h e r a b z u - ^tzen. Die erste Herabsetzung werde spätestens im qpril 1940 geschehen. Im Zusammenhang damit :xrbß die Ausgabe der Steuergutscheine II einge - sse llt werden; es würden dann nur noch Steuergut- :Qßinß I ausgegeben werden.
Der Staatssekretär beschäftigte sich dann ein« -Ihend mit den Steuergutscheinen II, der Umfang, dem sie insgesamt ausgegeben werden, stehe be- riits so gut wie fest. Dieser Gesamtbetrag werde r den Rechnungsjahren 1942 und 1943 bei der Entrichtung von Reichssteuern in Zahlung genorn- t$n werden, und zwar in Monatsbeträgen, begin
nend im Juli 1942. Der Preis, der heute beim Verkauf von Steuergutscheinen II erzielt werde, stehe außer Verhältnis zum Wert der Steuergutscheine. Daß die Steuergutscheine II in dem vorgesehenen Monat zu 112 v. H. eingelöst werden, und daß das Aufgeld von 12 v. H. nur dem ermäßigten Einkommensteuersatz von 10 v. H. unterliegt, ständen außer Zweifel. Es sei also durchaus unbegründet, wenn für Steuergutscheine II nicht wesentlich mehr als 95 v. H. geboten werde. Jeder Steuerpflichtige, der mehr als 10 v. H. Einkommensteuer zahlen müsse, auch z. B. der Angestellte und Arbeiter könne Steuergutscheine II erwerben, um in den Genuß der niedrigeren Einkommensteuer zu gelangen.
Steuergutscheine I werden so lange ausgegeben, wie der Finanzbedarf des Reiches es erfordert. Ihr Gesamtbetrag werde so klein sein, daß nur für einen Bruchteil der Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens, die im gewerblichen Sektor der deutschen Volkswirtschaft vorhanden seien, die Bewertungsfreiheit werde in Anspruch genommen werden können. Ihr Kurs werde sich also ständig wegen der Nachfrage in Pari-Nähe halten. Die Nachfrage werde sogar fortgesetzt größer werden und das Angebot wesentlich übersteigen.
Nürnberg rüstet zum Neichsparteitag des Friedens.
Gewaltige Ausmaße der Bauten auf dem Parteitag-Gelände.
Wom 2. bis ll.September wird der Reichs- Parteitag des Friedens die Augen der pnzen Welt auf sich ziehen. Jahr um Jahr ist der Mrorn der Teilnehmer des Reichsparteitages ge- mchsen, im gleichen Umfange steigerte sich die Zahl h Gäste aus dem In- und Auslande, so daß die branstalter mit Millionenzahlen rechnen chssen, wenn sie in monatelanger Vorbereitungs- Lveit bestrebt sind, Unterbringung und Verpflegung ftiierzustellen, Anfahrt und Abfahrt zu organisieren uid. Dabei fällt neben der Parteitagsleitung eine b.i'eutungsvolle Aufgabe der Stadtverwaltung von Arnberg zu. Sie wird auch in diesem Jahre wieder u ß r 1000 Straßenbahner aus Berlin, hmiburg, Wien, München, Stuttgart und anderen Tnßstädten nach Nürnberg kommen lassen, um den Wattigen Anforderungen des Verkehrs zu genügen. Lirnfo werden zahlreiche Autobusse her- Ljgezogen. Das Bild der Stadt ist durch Umbauten iuo Straßenverbreiterungen verschönert worden: in bc historischen Altstadt wurden die Fassaden der - m Bürgerhäuser aufgefrischt. Die Ausschmückung Rimbergs wird ein Bild der Farbenpracht zeigen, tos alle vorhergegangenen Parteitage übertrifft. Lsrsentlich sind auch die Aufgaben der Stadt zur l rsorgung der zahlreichen Lager mit Wasser und Mrischem Strom.,
Das Gelände des Reichsparteitages tilgt das gewaltige Bild des Schaffens, das man lf fahren auf ihm gewohnt ist und doch immer B--ber durch die Fortschritte überrascht. Das gilt eLsa von der Kongreßhalle, deren Bauten snweit fortgeschritten sind, daß 1943 mit der Voll- ewmg gerechnet werden kann. Der Bau wird 5!000 Menschen fassen können, seine Länge beträgt
275, seine Breite 265 Meter. Dazu treten noch zwei andere Hallen mit Nebenräumen des Parteikongres- ses. Die freigespannte Dachkonstruktion hat eine Weite von 160 Meter und in ihrem Scheitelpunkt eine Höhe von 70 Meter.
Das Deutsche Stadion wird einer der großartigsten Bauten der Welt sein. Die Baustelle allein übertrifft den Bauplatz der Kongreßhalle um das sechsfache. Eine Reihe von Baggern sind tätig, zahlreiche Feldbahnzüge durchfahren das Gelände, das zu diesem Zweck ein Schienennetz von 30 Kilometer Länge erhalten hat. Der Bau in der Form eines Hufeisens wird'817 Meter lang sein. Die Baugruben sind bis zu 17 Meter tief, sie werden durch besondere Pumpanlagen entwässert. Inmitten steht ein Kommandoturm aus Beton, 17 Meter hoch, von wo aus der Verlauf der Arbeiten dirigiert wird. Baracken und Kantinen sind für die Belegschaften vorhanden, wie überhaupt für die auf dem Parteitagsgelände tätigen 7000 Arbeiters und Angestellten in mustergültiger Weise aesorgt ist.
Auf dem M ä r z f e l d, dem Aufmarschgelände der Wehrmacht, sind neun der vorgesehenen vierundzwanzig Türme aus Travertinstein fast fertiggestellt. Jeder von ihnen ist 40 Meter hoch. Besondere Gerüste für das Hochwinden der schweren Steinblöcke sind aufgerichtet worden. Die Lager zur Unterbringung der Gliederungen der NSDAP, wurden wieder vergrößert. Das Lager der Wehrmacht soll in diesem Jahre für 20 000 Mann und 2400 Pferde ausreichen. Daraus ergeben sich weitere Straßenbauten, Lagerbahnhöfe usw.; kurz ein so unermüdliches und zielbewußtes Schaffen, wie es wohl an keiner anderen Stelle der Welt anzu- tteffen sein wird.
Hessen-Nassau aus dem Reichsparteitag
4000 politische Leiter aus dem Gau marschieren in Nürnberg auf.
!7'vG. Seit Wochen bereits sind im Gau Hessen- !:ssau die umfangreichen Vorarbeiten für !<m R e i ch s p a rte i t a g vom 2. bis 11. Sep- mber im Gange. Wie in jedem Jahr, entsendet k: Gau eins große Zahl Politische Leiter, ikUdas große Geschehen in Nürnberg als Dank für st unermüdliche Aufopferung im Dienste des Dol-
während des vergangenen Jahres erleben bür« in Die besten und tüchtigsten aktiven Männer 4 ber Partei würben ausgesucht. 4000 Politische tor fahren als Marschteilnehmer nach Nürnberg. Sperbern nehmen aus bem Gau 1000 Zuschauer u\ 500 Frauen am Reichsparteitag teil. Den Dchschteilnehmern aus bem (Bau werden 9 5 0 : Hoch neu voranwehen, deren Träger erstmalig mit ihtbelier, Brustschild und Stulphandschuhen an die Öffentlichkeit treten. Zum ersten Mal weilt auch d-l > G a u m u s i k z u g mit Spielmannszug unter Lii^lng von Gaumusiklnspizient C u j 6 mit den Mu- sö iino Spielmannszügen aus den Kreisen Wies- bdin und W e t t e r a u in Nürnberg.
Nährend die Frauen wie in den Vorjahren wie- bt in Privatquartieren untergebracht werden, be- Schin die 4000 Marschteilnehmer und 1000 Zu- fcer abermals das Lager Moorenbrunn. A Zelte für je 170 Mann wurden für sie vom Jiijsarbeit&bienft erbaut. Die Einrichtungen ber vV haben in biefem Jahr eine wesentlich bessere 2it:i|eftaltung erfahren. Jeder Politische Leiter er» hstreinen Strohsack mit Kopfkeil. Die Wascheinrich- hio?n wurden überdacht. Weiter wurden die sani-
Anlagen verbessert. Die Verpflegung erfolgt : tyi mehr vom Hilfszug Bayern, sondern aus einer 19tn Gau neu angsschafften Großk ü ch e. 1öie Zubereitung des Essens sorgen Berufsköche.
frn den Transport der Nürnbergteilnehmer c n; imferem (Bau sind sechs Sonderzüge ein« jW-i. Die ersten zwei verlassen am 1. September h & (4auhauptftabt. Mit ihnen fahren die Kongreß- t rstchmer, die Musik- und Spielmannszüge sowie,
die Fahnenträger mit Fahnen und Begleitern. Später fährt ab Frankfurt a. M. ein weiterer Sonderzug. Die drei übrigen Sonderzüge gehen ab Mainz, Limburg und Wiesbaden. Alle sechs Sonderzüge, die in Nürnberg bis zum Bahnhof Fischbach verkehren, so daß nach der Fahrt die Teilnehmer nur eine kurze Anmarschstrecke bis zum Lager Moorenbrunn zurückzulegen haben, fahren am 13. September wieder in die Heimat zurück.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer besuchte am Montagabend im Salzburger Stadttheater die Festspielaufführung der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail".
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Der Führer hat zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt: den Regierungspräsidenten Dr. S e b e k o v f k i, den NS.-Stcmbar- tenführer Somme Lin Reichenberg, den SA.-Gruv- penführer M a y in Reichenberg, den Major Mielke in Leitrneritz, den NSKK.-Gruppenführer Schäfer- H a n f e n in Breslau. *
Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister hat der Reichshandwerksmeister angeordnet, daß die kommissarische Tätigkeit des Bezirksinnungsmeisters Friedrich als Reichsinnungs- m e i st e r des B a u g e w e r k e s mit dem 31. August 1939 beendet ist und Reichsinnungsmeister E h l e r 5 ab 1. Septembßr 1939 biß Gßschäftß wiebßr übßrnimmt.
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Dßr portugiesische Staatspräsibent General Carmona traf in Pretoria, ber Hauptstabt ber Sübafrikanischen Union, ein, wo er von General
Das neue Frankfurter Institut zur Erforschung -er Iu-enfrage. Oie größte jüdische Bibliothek der Welt wird Grundlage der Arbeit des neuen Instituts.
Wie wir schon gemelbet haben, ist von Reichsleiter Rosenberg in Frankfurt ein zentrales „Institut ber NSDAP, zur Erforschung der Iudenfrage" errichtet worden, für bas biß Stabt Frankfurt biß im Besitz ihrer Stabtdibliothek befinbliche Iubaica- und Hebraica-Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Das neue Institut erhält von der Stadt ein eigenes großes Haus, in dem die beiden Sammlungen neben anderen Forschungsstellen untergebracht werden.
Die in der Stadtbibliothek aufbewahrten, seit vielen Jahrzehnten immer wieder ergänzte Judaica- und Hebraica-Sammlungen sind die größten dieser Art, über die eine Bibliothek in der Welt verfügt. Der 1932 gedruckte Katalog der Judaica-Sammlung weist allein rund 20000 Bände auf. In dieser Sammlung sind alle Werke zusammengetragen, die in einer abendländischen Sprache ab gefaßt, sich mit Juden und dem Judentum beschäftigen. Es überwiegen hier bei weitem die jüdischen Verfasser.
Den Grundstock zu dieser Sammlung legte eine Stiftung des 1704 in Frankfurt gestorbenen Sprachforschers Ludolf, eines der ersten deutschen Erforscher der aethiopischen Sprache. Ihre nächste Bereicherung erfuhr dann die Sammlung 1822 durch den Uebergang der Bibliotheken der aufgelösten Frankfurter Klöster an die Stadtbibliothek. Unter ihnen befanden sich auch viele in hebräischer Sprache verfaßten Ausgaben des Talmud, der Milchna und — als besondere Seltenheit — von Geoetssammlungen, die wohl in früheren Jahrhunderten durch Konfiskationen in den Besitz ber Klöster gekommen waren. In den nächsten Jahrzehnten wurden der Stadtbibliothek von zahlreichen Juden bettächtliche Schenkungen und Stiftungen zugewiesen.
Die rund 20 000 Bände der Judaica-Sammlung, in der auch die Veröffentlichungen der Rabbiner- Seminare Europas und Amerikas, die' gesamte
synogale Musikliteratur usw. enthalten sind, sind natürlich fast ausnahmslos projüdifches Schrifttum. Trotzdem finden sich aber auch in dieser Sammlung interessante Aufschlüsse über bas Schrifttum, bas schon vor Jahrhunberten bie Gefahr bes Judentums für bie beutsche Kultur und das beutsche Volksleben erkannt hatte. Als früheste Schrift, bie sich gegen bie Verheerungen bes Juben« tums wenbet, ist eine Flugschrift zu bezeichnen, bie um 1475 unter bem Titel „Tractatus contra perfides Judeos" (Gegen bie treulosen Juben) gebrückt würbe. Aus bem Jahre 1507 stammt ber von bem getauften Juben Jakob Pfefferkorn verfaßte „Jubenspiegel".
Das Gegenstück zu ber Jubaica-Sammlung hübet bie Hebraica-Sammlung, die auch etwa 20 000 einzelne Werke umfaßt. In dieser Sammlung sind ausschließlich in hebräischer Sprache gedruckte Werke zusammengefaßt, und zwar nicht nur Werke, die sich mit dem jüdischen Problem als solchem beschäftigen, sondern überhaupt alles, was in hebräischer Sprache gedruckt wurde. Für bie Forschung wertvoll werben vor allem bie zahlreichen Ausgaben jübischer Gesetzbücher sein, bie mit eingehenben Kommentaren ber Rabbiner unb ber Rabbinatsschulen versehen finb. Gebrückte Familienaufzeichnungen in hebräischer Sprache werben ben Forschern einen interessanten Einblick in bie Entwicklung bes Jubentums wöhrenb ber letzten breihunbert bis fünfhunbert Jahre geben. Die Hanbschriftensammlung enthält u. a. ein um 1400 in Oberitalien auf feibenpapierbünnem Pergament geschriebenes Gebetbuch unb ein 1501 in Süb- srankreich hanbgeschriebenes Gebetbuch mit ausführlichen Kommentaren, das zudem noch einen reichen Bilderfchmuck aufweist. Von den Früherzeug- niffen der Buchdruckerkunst, den sogenannten Wiegendrucken, besitzt die Sammlung über fünfzig Exemplare, die zu einem guten Teil aus Spanien, Italien und Portugal stammen.
Hertz o g und dem gesamten Kabinett begrüßt wurde. Ein Diplomatenempfang, eine Kranzniederlegung sowie ein Staatsbankett General Hertzogs find vorgesehen.
Am 15. August zieht als Staatspräsident von Paraguay der Volksheld des Chacokrieges, General (Bftigarribia, in ben Regierungspalaft der Hauptstadt Asuncion ein. Der seit August 1937 amtierende Präsident Paiva legt mit seiner Regierung am gleichen Zeitpunkt die Geschäfte nieder. Sämtliche neuen Minister gehören der Liberalen Partei an ober stehen ihr nahe.
Aus aller Wett.
Oer Historiker der Kriegsmarine.
Vizeadmiral a. D. Dr. h. c. Eberhard von Mantey, ber durch seine kriegswisfenschaftlichen Arbeiten in der Öffentlichkeit stark heroorgetteten ist, begeht am 15. August seinen 70. Geburtstag. Er entstammt einer alten preußischen Offizierssamilie und trat im Jahre 1897 nach Absolvierung des Kadettenkorps in die Kaiserliche Marine ein. Nachdem er mehrere Jahre auf Torpedobooten, auf der „Hohenzollern" und als Admiralstabsoffizier Dienst getan hatte, war er während des Baues der ersten Unterseeboote Adjutant der Torpedoinspektion. Als erster Flottillenchef führte er dann die Unterseeboote „Ul — U 2". Später wurde er Lehrer an der Marineakademie für Seekriegsgeschichte. Bei Ausbruch des Krieges war Mantey Kommandant der „Wittelsbach, 1916 wurde er Abteilungschef im Admiralstab. Nach Auflösung des Admiralstabes übernahm er 1918 das Marinearchiv, bas er auch nach feiner im Jahre 1919 erfolgten Verabschiedung bis 1933 leitete. Unter feiner Verantwortung find in dieser Zeit d i e ersten 13 Bände des Admiral st abswerkes erschienen. Vizeadmiral a. D. h. c. von Mantey hat durch die Herausgabe einer Reihe von Marinebüchern den Gedanken deut- fcherSeegeltung in einen großen Leserkreis hinein- getragen. Seine Lebensarbeit ist der Pflege der Uebertieferung der alten Kriegsmarine gewidmet.
Neue Glanzleistung unserer Gebirgsjäger.
Drei Mann der 9. Kompanie des Berchtesgadener Bataillons des Gebirgsjägerregiments 100, der Gefreite Ruppert, der Oberschütze Ruprecht und der Jäger Goll haben in pflichtmäßiger Ausrüstung mit einem schweren Granatwerfer über die Göll-Westwand den Göll-Gipfel bezwungen. Es ist dies die schwierigste Kletterpartie des gefamten Göll-Gebietes. Die Gebirgsjäger mußten oen 400 Meter hohen, fast völlig senkrechten Riß, der mit der Ueberdachung abschließt, überwinden. Dyn dort aus zieht sich die Route zum höchsten Punkt des Göllgipfels. Der schwere Granatwerfer mit Munition — ein Gewicht von 91 Kilogramm — und das ungewöhnlich schlechte Wetter mit Nebel unb heftigen Regengüssen bildeten nahezu unüberwindliche Hindernisse und zwangen bie Soldaten zum dreimaligen Bivakieren in der Wand. Nach zähem Ringen war schließlich ber Göllgipfel erreicht. Der Granatwerfer wurde in Feuerstellung gebracht, und neun Schüsse kündettn den Erfolg einer militärisch-alpinen Glanzleistung, die sich roürbig anreiht an bie kürzliche Begehung ber Palavicini-Rinne, ber Fleischbank-Ostwand und der Dachl-Norbwand durch unsere Gebirgsjäger.
Flugzeugunglück in Rio de Janeiro fordert 14 Todesopfer.
Ein Flugzeug der Panamerican Airways, das ben Dienst Neuyork — Rio de Saniere versah, stieß bei der Landung in der Bucht von Rio mit einer Flügelspitze gegen eine Kaimauer. Es fing sofort Feuer und stürzte in Wasser. Don den 16 Jn- assen kamen 14 ums Leden. Unter den Toten befinden sich der amerikanische Finanzmann James Harwey Roggers und Professor Pale, ein Freund Roosevelts, der im Auftrage des amerikanischen Präsidenten viele Reisen in Südamerika unternommen hat. Der Flugzeugführer Pearson, der ebenfalls getötet wurde, gehörte zu den Luft- millionären der Panamerican Airways, bei der er chon zehn Jahre Dienst tat.
Sechs Tote bei einem Autobus-Unglück in Polen.
Ein schweres Verkehrsunglück ereignete ich in ber Nähe von Lobz. Ein Autobus mit Angestellten des städtischen Gaswerks kam durch
plötzliches Bremsen ins Schleudern unb überschlug si ch. Sechs Fahrgäste waren auf. ber Stelle tot; breißig würben verletzt. Der größte Teil ber Verletzten würbe in bebenklichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Der Fahrer wurde verhaftet.
Das Eisenbahn-Attentat in Amerika fordert 24 Zote und 114 Verletze.
Reno (Nevada), 14. Aug. (DNB.) Die Zahl der Todesopfer des Attentats auf den Luxuszug San Franzisko—Los Angeles hat sich auf 24 erhöht. 114 Personen wurden verletzt. Insgesamt stürzten zwölf Wagen von einer Brücke in die 20 Meter tiefe Schlucht. Infolge der Abgelegenheit der Humboldtflüß-Schlucht, einer der wildesten und ödesten Gegenden ber Rocky Mountains, erreichte ber erste Hilfszug bie Unglücksstelle erst sechs Stunben nach ber Katastrophe. Der verunglückte Zug, einer der modernsten unb schnellsten Amerikas, dessen Anschaffungskosten über eine Million Dollar betragen hatten, überfuhr die Stelle, an der die Sabotage verübt worden war, mit 150 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Nur der Stahlkonstruktion der Pullman-Wagen ist es zu verdanken, daß das Unglück nicht mehr Menschenleben forderte. Augenzeugen berichten von bem aufopfernben Einsatz eines Arztes, ber — selbst schwer verwunbet — die ganze Nacht bei Fackelschein den vielen Verletzten Verbände anlegte unb so zahlreichen Menschen bas Leben rettete.
In mehreren Weststaaten suchten die Behörden nach einem Mann ohne Ohren, in dem man ben Saboteur vermutet, ber burch Entfernung von Schienennägeln bie Entgleisung verursachte.' Wie inzwischen endgültig festgestellt würbe, hanbelt es sich tatsächlich um einen Sabotageakt. Ein Mann ohne Ohren würbe kurz nach bem Unglück beobachtet, als er von einer Felswanb in bie Schlucht hinabsah, wo bie Toten unb Verletzten lagen. Als Polizeibeamte ihn anriefen, ergriff er bie Flucht.
Die Polizei verhaftete, einem Funkspruch aus Reno zufolge, sechs Personen, bie ber Mittäterschaft an bem Attentat oerbächtig finb. Darunter befinbet sich auch der gesuchte Mann ohne Ohren. Dieser Mann namens La Douceur verlor vor zwei Jahren bei einem Eisenbahnunfall einen Fuß unb soll feitbem allen Eisenbahnen Rache geschworen haben. Die Gesellschaft gibt bekannt, baß ber verunglückte Luxuszug zwei Millionen Dollar gekostet hat.
®dferberid)t
Währenb bei uns im Bereich absteigender Luftbewegung das meist heitere unb trockene Wetter noch anhält, herrscht östlich ber Elbe unbestänbiges Wetter. Dabei sind vor allem in der Ostmark und im Odergebiet wieder sehr erhebliche Niederschläge ein» getreten. Für den Westen und Süden des Reiches bleibt der Hochdruckeinfluß voraussichtlich wetter- bestimmend.
Voraussage für Mittwoch: Morgens vielfach diesig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts frisch, mittags warm, meist nördliche und östliche Winde.
Voraussage für Donnerstag: Im wesentlichen noch freundliches Wetter.
Lufttemperaturen am 14. August: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 14,3 Grad; am 15. August: morgens 11,1 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum heute nacht 8,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. August: abends 19,9 Grad, am 15. August: morgens 14,8 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 10,3 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stelloertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts» druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- Verkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.


