Nr. 189 (Elftes Blatt
189. Jahrgang
Dienstag. 15. August 1939
Gichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Prüft und Verlag: vrühlsche Unioerfitätrdruckerei B. tauge in Sieben. Lchristieitung und Seschäftsftelle: Schulftrahe 1
Werlebt?-Portugal!
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Serfiihrt? Salazar!
Auch zwischen verschiedenartigenWirtschastssystemen
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Don unserem A. V.-Korrespondenien.
Interpress Copyright*Serid)f.
l tiutigen Aufständen führten. Im Zuge dieser tticflimg fyat Salazar eingesehen, daß seine par= finanzielle Vollmacht nur Stückwerk sein ML, wollte er die politische und wirtschaftliche fisllidierung Portugals wirklich durchführen, so 1V- er „Diktator wider Willen", wie man ihn
London, 15.Aug. (Europapreß.) Der Londoner Presse ist zu entnehmen, daß auch die Besprechungen der nach Moskau entsandten Militärabordnungen auf Schwierigkeiten stoßen. Der „Daily Telegraph" berichtet, am Montag sei ein Bericht über den Verlauf der Verhandlungen im englischen Außenamt eingegangen. Aus diesem Bericht gehe hervor, daß die Sowjetunion ihre Ansprüche Häher schraube und den Wunsch habe, zu Vereinbarungen für den Fall eines sowjetrussisch-japanischen Konfliktes zu kommen. Die sowjetrussischen Forderungen machten eine größere Derhandlungsfreiheit für die in Moskau verhandelnden Offiziere notwendig. Don gut unterrichteter Seite will der „Daily Telegraph" erfahren haben, daß die militärischen Unterhändler in Moskau umgehend neue Weisungen erhalten würden, damit die Gespräche einen „befriedigenden Verlauf" nehmen könnten.
Auch „Paris Dttdi" meldet, Sowjetrußlaüd stelle die Forderung, die vorgesehene Hilfeleistung solle einen völlig automatischen Charakter erhalten. Auch rechne Sowjetrußland in bezug auf den Fernen Osten gegebenenfalls auf Unterstützung Großbritanniens und Frankreichs, wenn auch der Kreml nicht unbedingt darauf bestehe, daß die geplante Militärkonventton auch für den Fernen Osten ausgearbeitet werde. Sowjetrußland for-
Englands, selbst über die geheimsten Fragen der Landesverteidigung und trete für eine enge militärische Zusammenarbeit auch mit den Oberkommandos Rumäniens, Polens und der Türkei ein.
[r.:. Salazar trat am 27. April 1928 in die kiP-erung Portugals als Finanzminister ein — pU! ist er Premierminister, Finanzminister .a «ü--. ßen- und Kriegsmini- r.. Die Sammlung dieser Aemter in einer Hand ez daß aus dem Finanzreformator P o r t u -
Das nationalsozialistische Deutschland muß die Handelspolitik betreiben, die ihm die gegebenen
Finanzminister mit Zubilligung unum- qnnfter Vollmachten zu berufen.
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Große Manöver in LlGA.
Neuyork erlebt ein ungewohntes militärisches Schauspiel.
Neuyork, 14. Aug. (DNB.) In der Nähe von Plattsburg im oberen Teil des Staates Neuyork begannen heute die größten Manöver in der Geschichte der USA. Das Pflaster der Straßen der Stadt Neuyork erdröhnte den ganzen Sonntagmorgen unter dem Schritt von abmarschierenden Truppen der Nationalgarde. An den Manövern nehmen über50000 Mann teil, davon ist etwa die Hälfte Nationalgarde, der Rest reguläre Armee. Das gesamte Straßennetz in der Nähe des Champ- lainsees und des Adirondackgebirges ist gesperrt. Gleichzeitig bezogen 27 000 Mann Truppen Manöverstellungen in Virginia. Presse und Rundfunk suchen durch seitenlange Schilderungen und zahlreiche Rundfunkmeldungen über alle Sender aus den Manövergebieten das Interesse der Zivilbevölkerung an dem Militär, das sonst in Amerika wenig in Erscheinung tritt, wachzurufen.
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Oie Verhandlungen in Moskau
Auch die Militärs stoßen auf Schwierigkeiten.
Klare Entscheidung.
Don unserer berliner Schriftleitung.
Die deutsch-italienischen Besprechungen in Salzburg, die ihren Höhepunkt in dem Empfang des italienischen Außenministers Graf Ciano durch den Führer auf dem Obersalzberg fanden, haben im Ausland größtes Interesse ausgelöst. Man hat sie mit Kommentaren begleitet, die zwar erkennen ließen, mit welcher Aufmerksamkeit man diese Besprechungen verfolgt, die aber ebenso stark jedes Verständnis für das deutsch-italienische Verhältnis und die für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens sich ergebenden Notwendigkeiten vermissen ließen. Ja, im Anschluß an Berchtesgaden hat in der ausländischen Presse ein Rätselraten eingesetzt, wie man es seit langem nicht mehr bei den gewiß nicht phantasielosen Zeitungen der westlichen Demokratien erlebt hat. Aber auch diesmal zeigte sich wieder, daß man draußen noch immer nicht den wahren Charakter des deutsch-italienischen Verhältnisses erkannt hat, dos mit dem 22. Mai 1939 auf die feste Grundlage eines Freundschafts- und Bündnispaktes gestellt wurde. Zur politischen Zusammenarbeit trat die militärische. Sie bildete die Antwort der Achsenmächte auf die englischen Einkreisungsbestrebungen, die bereits am 5. April durch die Aufnahme von Verhandlungen mit Moskau jenen Charakter annehmen, den die Briten und Franzosen anstrebten und schnell zu fördern gedachten. Aber ihr Werk ist bisher über die russische Klippe des Mißtrauens nicht hinausgekommen.
Die Entwicklung der gesamteuropäischen Verhältnisse, nicht zuletzt die Ereignisse im Osten machten es nötig, eine Aussprache der maßgebenden Männer Deutschlands und Italiens herbeizuführen. Das Ergebnis dieser Aussprache läßt sich dahin zusammenfassen, daß klare Entscheidungen getroffen sind, allerdings nicht im Sinne unserer Gegenspieler, die von uns geradezu groteske Torheiten erwarten. Die Entscheidungen liegen in der Richtung der Untermauerung des europäischen
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wir recht beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Wir können und wollen daher auch keine andere Wirtschaftspolitik einschlagen, aber wir haben jederzeit unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftssystemen betont. Auf dieser Grundlage wird die Frage der „ F o r m " nur noch eine Angelegenheit der Organisation.Das ewige Verharren auf dogmatischer Orientierung wird auf die Dauer die gesamte zwischenstaatliche Entwicklung unterbinden.
Funk betonte besonders, daß die amerikanische Kritik der deutschen Handelsmethoden leider vollkommen gewisse amerikanische Maßnahmen außer Acht ließe, die das deutsche Geschäft zu den Vereinigten Staaten erheblich beeinträchtigt hätten. Als die amerikanischen Prohibitivzölle ein« geführt wurden, war der Dollar noch nicht abgewertet. Die Vereinigten Staaten hatten sich noch nicht entschlossen, den Goldstandard aufzugeben. Die Prohibitivzölle blieben indessen auch na ch der Abwertung in Kraft. Strafzölle wurden sogar auf die Einfuhrwaren aus dem Protektorat gelegt. Das sind die wirklichen „Steinmauern", die Amerika errichtet hat, um den Handel mit Deutschland abzuwürgen.
Funk lehnte nachdrücklich die Folgerung ab, daß die verschiedenartigen Wirtschaftssysteme für den
m nennt, fein. Die enge persönliche Freund- Ist die ihn mit dem Präsidenten General Car - na verbindet, erleichtert die reibungslose Durch- fiNiuirg seines großen Programmes.
ds Alleinherrscher geworden ist. Wer ni Persönlichkeit Salazars und den Gang der Ent- dkung in Portugal in den letzten Jahren kennt, »'s daß diese Sammlung der Machtfülle in seiner M nicht von vornherein Salazars Absicht war, Ich Mann ist ausgesprochen „r e v o l u t i o n ä r", ::reignisse nötigten ihn zu diesen Maßnahmen, ch nach der nationalen Revolution folgten fom= st svA stische Unruhen, die besonders im Jahre 1931
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uch eine kleine Dorf-Gastwirtschaft betrieb. Für En armen begabten Bauernjungen gab es im Portugal um die Iahrhunderwende nur eine einzige st.iale Aufstiegmöglichkeit: er bekam das Stipen- stum für das Printer-Seminar in Vizeu, aber der l-llge Salazar fühlte bald, daß chm zum Priester d eigentliche Berufung fehlte.
Die große Leidenschaft Salazars galt von frühe- ft'7 Jugend der konstruktiven Volkswirschaft - mit 27 Jahren bereits übertrug man ihm den Lorstuhl für Nationalökonomie an der berühmten Mversttät Coimbra. Während des Krieges gehörte n.zu den Gründern einer katholischen Zentrums- pctei, 1921 wurde er ins Parlament gewählt — bin er, wohl Rekord in der parlamentarischen Gesuchte, nur einen Tag angehörte. Die Frak- ti-nsverhandlungen dieses einen Tages genügten nämlich diesem Manne, der sich selbst gegenüber Irne Kompromisse kennt, ihn von der praktischen rnnlosigkeit einer parlamentarischen Tätigkeit im bmatigen Portugal zu überzeugen.
<0n seinem Studierzimmer in Coimbra erlebte er ir Mai 1926 den Ausbruch der erften nationa - i m Revolution, die aber eigentlich eher ein sc echt durchdachter militärischer Putsch war. Der Trneral Gomez da C o st a, der ihn durchführte, mr zwar ein ausgezeichneter Soldat, aber zur krchführung einer wirklichen Reorganisation fehlte lkii bas staatsmännische Format und vor allem, rr • er selbst zu gab, die wirtschaftliche Uebersicht. klshalb berief er Salazar, der bereits durch einige inlvnalökonomische Zettungsartikel auf sich auf« idrffam gemacht hatte, zum F i n a n z m i n l st e r. Idr sehr widerstrebend sagte Salazar Ja, aber er bcnte nicht daran, fein überragendes Können in ji:rr hoffnungslosen Position sinnlos zu verschleu- lein: er forderte die Stellung eines uneingeschränk- iii „Finanz-Diktators"auf allen staatlichen ßciieten, als man sie ihm nicht einräumen wollte, ^missionierte er nach wenigen Tagen und ver- K1"c^SrrtD*e^er ?Ehr freudig die politische Arena v: Lissabon mit feinem Katheder in Coimbra.
. .Skepsis Salazars erwies sich als nur allzu be- ucüigt: der General da Costa war wohl ein Mann, fen eine unfähige Regierung stürzen konnte, aber leiabung und Kräfte reichten nicht für den Wie- ferufbau des Landes Ein blutiger Kommunisten- Sr-tanb erschütterte Portugal, bis schließlich der kräftige kluge und kulttvierte General Car- i'ttcm a das Amt des Staatspräsidenten von Por- W, das er noch heute innehat, übernahm. Eine Nr ersten Handlungen in dem schicksalsschweren BprH 1928 wat es, nunmehr seinerseits Salazar
Berlin, 14. August. (DNB.) Zu dem Rückschlag in den deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen erklärte dem Berliner Korrespondenten der „New Jork Times" Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk in einem Interview: „Das Dogma ist der Feind der Wirtschaft", in Deutschland betreiben wir die Wirtschaftspolitik des gesunden Menschenver- standes. Wir tun das, was notwendig ist. Dann tut man auch däs, was richtig ist, und was richtig ist, ist auch g u t."
Die politischen Spannungen der vergangenen Monate haben das deutsche Wirtschaftsleben in keiner Weise in seinem starken Rhythmus zu beeinträchtigen vermocht. Auch Boykottmaßnahmen haben unseren Export bisher nicht irgendwie nennenswert getroffen. Unsere Ausfuhr zeigt in den letzten Monaten eine durchaus günstige Entwicklung, ausgenommen allerdings der Han- del mit den Vereinigten Staaten. Der Einfuhrrückgang an amerikanischer Baumwolle und Fett ist ziemlich offensichtlich, Deutschland ist durch die verschiedenen amerikanischen Einfuhrerschwerungen jetzt gezwungen, seinen Baumwoll- und Fettbedarf anderswo zu decken. Man muß sich daran erinnern, daß Deutschland früher mehr als 30 v. H. der amerikanischen Fettausfuhr auf, genommen hat. Heute ist Deutschlands Anteil wenig mehr als 1 v. H. Diese Sage, muß beide Länder immer weiter auseinanderbringen. Deutschland war immer ein besonders gewichtiger Käufer amerikanischer Waren, aber heute kann es nicht mehr einkaufen, als ihm zu exportieren möglich ist."
Zu oen Erklärungen des amerikanischen Ministerialdirektor- Grady über den Gegensatz der wirtschaftlichen Prinzipien der liberalen und totalitären Staaten und deren Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen sagte Funk: „Wenn je- man diese Ansicht auf das private Geschäfts- leben anwenden würde, so entstünde daraus ein vollkommener Zusammenbruch der wirt- chaftlichen Betätigung, well der eine Kaufmann auf der Anwendung des Pardmaßes besteht, während fein Kunde das Metermaß verlangt. Die abweichenden Gewichtseinheiten und Maße haben b i s heute noch niemals Käufer und Verkäufer getrennt. In gleicher Weise dürften auch die sog. Gegensätze in den liberalistischen und totalitären Wirtschaftssystemen niemals eine unüberbrückbare Schranke für den Warenaustausch bilden. Deutschland unterhätt zur Zeit nutzbringende und zufriedenstellende Handelsbeziehungen mit vielen Staaten, die von seinem System abweichende Wirtschaftssysteme haben. Sogenannte S y st e m e können niemals für die Beeinflussung der Handelsbeziehungen verantwortlich gemacht werden, denn diese Systeme können so gehandhabt und so organisiert werden, daß sie die Aufrechterhaltung und die Ausdehnung der Handelsbeziehungen ermöglichen.
Denn ein großes, ein gewaltiges Programm war es was in seinem „Estado Novo" allmählich Gestalt gewann. Die eigentliche Grundidee der Ver- fassung von 1933 ist in § 5 zu sehen, in dem der portugiesische Staat als eine „korporative" Republik bezeichnet wird. Die absolute Absage an den Parlamentarismus ist ferner ein wesent- "cher Grundzua der Verfassung Salazars. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der direkt vom Volk jeweils für sieben Jahre gewählt wird, aber beliebig oft wiedergewählt werden kann. So wurde z. B. der jetzige Staatspräsident Carmona im Jahre 1935 zum zweiten Mal für weitere sieben Jahre gewählt. Der Präsident ist nur seinen Wählern gegenüber verantwortlich und unabhängig von allen Beschlüssen oder Abstimmungen des Parlaments. Er ernennt den Premierminister und das übrige Kabinett und kann das Parlament beliebig oft auflösen. Diese Machtvollkommenheit ist allerdings nur theoretisch, da alle Maßnahmen des Präsidenten zur Rechtsgültigkeit die Gegenzeichnung des Pre - mierminifters erfordern, so daß sich in dieser Stellung praktisch die Macht konzentriert — und das ist also Dr. Salazar.
Parteien kennt Portugal so wenig wie andere autoritäre Staaten. Für die Parlamentswahlen wird von der Regierung nur eine Liste auf- gestellt, die die Namen von 90 Deputierten umfaßt. Dem Namen nach ist das Parlament eine gesetzgebende Versammlung, in Wirklichkeit eine beratende Kammer, da nach der Verfassung seine Beschlüsse die sonst üblichen parlamentarischen Konsequenzen nicht haben. Die Schwerkraft verlagert sich immer mehr auf die korporative Kammer. Das ,Lvrpvrationsstatut" regelt das Wirtschaftsleben, die Beziehungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in
muß her Warenaustausch gepflegt werden.
Reichswirischasisminister Funk über den Rückgang des deutsch-amerikanischen Handels.
Salazar und das Wunder seines „Estado Novo".
Lissabon, Juni 1939.
Portugal steht im Zeichen der Fesllichkeiten des Duplo Centenario", der 200 Jahrfeier seines iJibernen Staates. Während drei große Ausstellun- ttn von den Pioniertaten portugiesischer Koloniltoren, portugiesischem Kulturschaffen und portugie- chem Volkstum künden, wird eine vierte mit be üchttgtem Stolz dem großen Werke des „Estado o v o", des „Neuen Staates" gewidmet sein, das .ortugals Premierminister Antonio de Oliveira i a l a z a r im letzten Jahrzehnt geschaffen hat. Als i^llazar im Jahre 1928, zunächst als Finanzmini- s:r, berufen vom neuen Präsidenten General Car- vona, die .choffnungsloseste Konkursmasse Euro- ps", wie sie die „Times" bezeichnete, übernahm, fitrug die schwebende Schuld Portugals 93 Millio- n n Dollars. Diese Schuld ist heute getilgt, der p rtugiesische Staatshaushalt verzeichnet einen be berschuß von über 51 Millionen Dollar.
-Wer ist dieser merkwürdige Mann, dem Portu- sil das phantastische Wunder seiner politischen und iirtschastlichen Wiedergeburt — gegen alle Voraus- 'jgen der Fachleute — zu danken hat? Antonio de !.iioeira Salazar (Salazar ist nach portugiesischer ittte der Name seiner Mutter) wurde 1889 in Alta ’ira, dem bergreichen Mittel-Portugal, als Sohn cimfter Bauern geboren. Die Mutter mußte das f ine Feld bestellen, während der Vater daneben
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Rückgang des deutsch-amerikanischen Handels verantwortlich sind. Das Reich pflegt ausgezeichnete Handelsbeziehungen mit vielen Ländern, die feine Devisenbewirtschaftung haben. Ader die amerikanische Regierung hat jeden vernünftigen Vorschlag für eine Verbesseruna der Beziehungen abge- l e h n t. Unter solchen Bedingungen muß der deutsch- amerikanische Handel noch weiter a b f i n f e n. Wir können nicht nach Amerika liefern und sind auch behindert, von dort zu kaufen. Sogar noch im vergangenen Jahr verzeichneten wir eine sehr beträchtliche Einfuhr aus den Vereinigten Staaten. Damals bezahlten wir in Devisen. Inzwischen ist es uns gelungen, unseren Bedarf in Ländern zu decken, die die Vorteile aus nutzbringenden Handelsbeziehungen höher schätzen, als dogmatischen Phantomen nachzujagen.
Funk glaubt, daß eine neue Organisation des zwischenstaatlichen Handels sich entwickeln muß in der Form, daß die verschiedenen Systeme aufeinander abgestimmt werden. Ein solches Vorgehen hält er auch zwischen den Dereinia- t e n Staaten und Deutschland für durchaus möglich, denn es gibt keine Schwierigkeiten, die der Menschenverstand und der gute Wille nicht überwinden könnten.
der Landwirtschaft, in der Industrie und im Gewerbe. Das Grundprinzip dieses Statutes bestimmt, daß die gesamte Produktion nur dem Vorteil des ganzen Staates dienen darf. Der Artikel 9 des Statutes hat den Arbeitsfrieden garantiert, er verbietet ebenso Streik wie Aussperrung. Im ganzen Land, bis zum kleinsten Dorf hinunter, hat man bie fogenannten Casas do povo (Dolkshäuser) eingerichtet, in denen die Gemeinschaftsinteressen der verschiedenen Berufsschichten wahrgenommen werden.
Die treibende Kraft in dieser ganzen Entwicklung war zum großen Teile die „Uniao Nacional", die Nationale Union, die Salazar im Juni 1930 schuf und die alle umfassen sollte, denen die Sache des Estado Novo am Herzen liegt. Lange hat Salazar gezögert, seiner nationalen Bewegung Sturmtrupps und Milizen nach Art des Nattonalsozialis- mus oder des Faschismus beizugeben. Erst die Ereignisse des spanischen Bürgerkrieges, dessen Wellen in das benachbarte Portugal natürlich hinüber- schlugen, sowie die Arbeit der Komintern in den Jahren 1936 und 1937, die sich bemühte, die kommunistischen Ideen zu neuem .Leben zu erwecken, haben ihn dazu genötigt. Die Salazar - Anhänger sind jetzt zusammengefaßt in der „Portugiesischen Legion". — Von größerer Bedeutung für die Zukunft Portugals ist aber wohl die „Salazar-Iugend", die organisiert ist in der sogenannten „Mocidade Portuguesa". Jeder Junge zwischen 7 und 14 Jahren muß ihr angehören, die Jungen tragen Uniform und mit besonderem <^tolz einen Dolch. Der offizielle Gruß der „Salazar- Iugend" lautet:
„Wer soll leben?"
„Portugal — Portugal — Portugal!" „Wer soll führen?"
„Salazar — Salpzar — Salazar!"
Ausgabe dieser Jugend wird es einst sein, das große Wunder, das die Führerpersönlichkeit eines Salazar dem portugiesischen Volke in dem Estado Novo schuf, lebendig zu halten.
, ______r______ __________, o-ö_______t dere weiterhin eine enge und ständige Fühlung
Berhältnisse vorschreiben. Mit dieser Politik haben! mit den General stöben Frankreichs und


