Ser Arbeitereinsatz in der Vauernwirtschast.
Don Or. Auaust Gkalweit, profeflnr der Nationalökonomie an der Universität Frankfurt a.M.
Zum Problem der Landflucht ergreift hier nach Geheimrat Adolf Weber-München (Gieß. Anz. vom 19. Febr.) mit Professor August Sk a l w e i t-Frankfurt ein weiterer führender Nationalökonom das Wort, der während seiner Tätigkeit als Professor an unserer Landesunioersität Gießen in den Jahren 1913 bis 1921 dem oberhessischen Bauer besonders nahegekommen ist.
Da die Landwirtschaft die Güterdes unentbehrlichen Lebensbedarf erzeugt, hat es in der arbeitsteilig gegliederten Volkswirtschaft eine Agrarfrage von jeher gegeben. Sie spielte in den antiken griechischen Stadtstaaten und im Römerreich eine nicht weniger wichtige Rolle wie zur Zeit der westeuropäischen Bauernkriege und der Revolutionen um die Wende zum 19. Jahrhundert oder auch in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart. Was jeweils wechselt, sind die Ursachen und die Begleiterscheinungen, so daß bald dieses, bald jenes agrare Teilproblem im Vordergründe steht. Aber worauf auch die jeweilige Not des Landsmanns in erster Reihe zurückgehen mag, sie wirkt sich, wenn sie einen hohen Grad erreicht, stets in gleicher Weise aus: in Landflucht oder zumindest in einer Flucht aus der Landarbeit, deren Wirkung, von der Produktionsseite aus gesehen, die gleiche bleibt. Aus der Landarbeit läßt sich fliehen. Während die Erfahrung lehrt, daß der städtische gewerbliche Arbeiter wie festgebannt Tn seinem Wirkungskreis verharrt, und selbst bann, wenn er vom Lande stammt, selten dorthin zurückkehrt, pflegt sich der Landarbeiter jedem Drucke durch die Landflucht zu entziehen. So kann sich die paradoxe Erscheinung ergeben, dqß die Landbevölkerung ständig eine industrielle Reservearmee auffüllt, während es auf dem Lande an Händen fehlt, um die Arbeit zu bewältigen.
Dank der beiden großen GeseKgebungswerke, des Erbhofrechts und der Marktordnung, ist es der nationalsozialistischen Agrarpolitik gelungen, schlimme Krankheitsherde zu beseitigen. Doch scheinen wir — die letzten Darstellungen auf dem Reichsbauerntag und der Grünen Wochen haben es bezeugt — in eine unmittelbar auf dem Gebiete der Arbeiter- b e f ch a f f u n g liegende Agrarnot geraten zu sein. Daß diese gerade jetzt in Erscheinung tritt, hat ihre leicht erkennbaren Ursachen: auf der einen Seite haben Erzeugungsschlacht und Vierjahresplan die Arbeitsintensität beträchtlich gesteigert, auf der anderen Seite haben Militär- und Arbeitsdienst so- ti)ie der gewaltige Arbeitsbedarf der Wehr- und gewerblichen Wirtschaft das Arbeiterangebot zusarn.- menschrumpfen lassen.
Doch hat sich der Landarbeitermangel bereits seit langem angebahnt. Was war es anderes als ein Zeichen scharfen Landarbeitermangels, wenn man vor dem Kriege alljährlich über eine halbe Million ausländischer Wanderarbeiter zur Bestellung und- Aberntung der deutschen Felder zur Hilfe rufen mußte? Doch hielt man damals die Landarbeiterfrage für ein Problem, das eigentlich nur den Großbetrieb anginge, und dem man durch die Aktion der sog. „Seßhaftmachung der Landarbeiter" oder auch wohl durch die Aufteilung großer Güter Herr werden könne. Es soll nicht bestritten werden, daß der Großbetrieb, ganz auf fremde Arbeitskräfte angewiesen, durch Arbeitermangel unmittelbar an seinem Lebensnerv getroffen wird. Doch ist es vollkommen falsch, die Bedeutung des Arbeitseinsatzes für die Bauernwirtschaft so zu unterschätzen, wie es damals geschah, und wie es auch wohl gegenwärtig nod) — selbst in ganz neuen Lehrbüchern — hin
und wieder geschieht. Verleitet wird man zu solcher Vorstellung durch Ergebnisse der Betriebsstatistik, aus denen zu entnehmen ist, daß die Arbeit in den Kleinbetrieben in der Hauptsache durch Familienangehörige besorgt wird, z. B. in der Betriebsgrößenklasse von 2 bis 5 Hektar zu 94 v. H. Zwar verdoppelt sich bereits in der nächsten Be- triebsgrößenklasse von 5 bis 20 Hektar der A n - teil der fremden Arbeitskräfte und bei den Großbauern steigt er bis auf 58 v. H., — aber die erstgenannte Zahl hat für manchen Beschauer eine so große Eindruckskraft, daß er über die folgenden Zahlen hinwegliest.
Indes liegt dieser ganzen Auffassung ein Grundfehler zugrunde. Für einen Betrieb, der nicht überhaupt ^.fremder Arbeitshilfe entraten kann, ist der Tatbestand des Arbeitermangels gegeben, yleichbiil- tig, ob es nun mehr oder weniger Arbeitskräfte sind, die ihm fehlen. Entscheidend bleibt, daß die Arbeitsspitze — auch hier gibt es ein Gesetz des letzten Aufwands — ihre Deckung findet. Gewiß, der kleine Betrieb ist in der für ihn so überaus glücklichen Lage, auf die eigenen Arbeitskräfte zurückgreifen zu können. Das hat ihm über manche Nöte hinweggeholfen. Aber sollte nicht die von Betriebszählung zu Betriebszählung zunehmende Beschäftigung von Familienangehörigen ein Symptom des auch in der Bauernwirtschaft verspürten Arbeitermanges sein? Der Kausalzusammenhang ist doch wohl der, daß die Zunahme der Arbeit der Familienangehörigen nicht deshalb erfolgt ist, weil sie der der Bauernwirtschaft in jedem Falle adäquate Arbeitseinsatz wäre, sondern weil es ihr an fremden Arbeitskräften fehlt. Gerade jene zwei Gruppen der Landarbeiterschaft, die sich von jeher als die vorzüglichsten Helfer in der Bauernwirtschaft erwiesen, die des Gesindes und der freien Land arbeiter, haben von Zählung zu Zählung am stärksten abgenommen.
Man glaube aber nicht, daß die Arbeitsreserve, die die Bauern in ihren Familienangehörigen haben, unerschöpflich sei. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß dieses Reservoir zu versiegen beginnt. Auch die Familienangehörigen hat die Flucht aus der Landarbeit in wachsendem Ausmaße erfaßt. Wenn, bei der Rekrutenaushebung die früher beobachtete physische Ueberlegenheit der Landbevölkerung nicht mehr festgestellt werden kann, so mag sich das auch daraus erklären, daß viele kräftige Bauernsöhne a b - gewandert sind. Und wie soll man sich darüber wundern, daß Bauerntöchter die Landarbeit fliehen, wenn sie erfahren, daß der durchschnittliche Arbeitstag der besonders schwer belasteten Bauersfrau neuerdings auf 13 bis 14 Stunden geschätzt worden ist? Kann man ihr verargen, daß ihre Geburtenfreudigkeit abgenommen hat? Gerade hieraus, daß jetzt auch für die Bauernwirtschaften die Lage kritisch geworden ist, kann man d i e ganze Größe der Gefahr ermessen, die gegenwärtig die deutsche Landwirtschaft und mit ihr das ganze deutsche Volk bedroht.
Der Bauernwirtschaft ist immer wieder nachgerühmt worden, daß sie krisenfest sei. Wirtschaftliche Erschütterungen könnten ihr nicht viel anhaben. Der Bauer sei nicht umzubringen. Könnte er nicht gerade stehen, dann lege er sich krumm. Sicherlich ist es richtig, daß sich der Bauer nicht von jeder Wechsellage umwerfen läßt. Aber mit dem „Sichkrumm- legen", das sich in einer Zeit geringen Wirtschaftsaufwandes vielleicht üben ließ, hat es eine vollkommen andere Bewandtnis bekommen, feit auch der Bauer kapitalintensiv zu wirtschafte n b e g o n n e n hat uind mit Sozialauf- wendungen, St euern, Beiträgen,
Zinsleistungen belastet ist. denen er sich auch durch die krümmste Lage nicht entziehen kann. Im übrigen ist der Glaube an die unerschütterliche Widerstandskraft des Bauern keineswegs verbürgt. Die Geschichte lehrt das Gegenteil. Die deutsche „Wüstungsforschung" hat in fast allen deutschen Landen die Stätten ehemaliger Bauerndörfer festgestellt und nachgewiesen, daß es zu solchen Verödungen nicht erst des 30jährigen Krieges bedurfte, sondern daß dazu der im 15. Jahrhundert auf den Bauern ausgeübte schwere wirtschaftliche Druck genügte.
Mögen wir auch gegenwärtig vor einer solchen Gefahr bewahrt sein, so hat der Bauer doch noch eine andere Möglichkeit, auf eine Erschwerung seiner Arbeit zu reagieren, — eine Möglichkeit, deren Auswirkung gerade gegenwärtig verhängnisvoll werden würde: d. i. die Verminderung seinerPro- duktionsleistung. Um das zu erweisen, bedarf es nicht erst historischer Belege. Auf dem Reichs- bauerntag und jüngst auf der Grünen Woche ist auf die unmittelbar drohende, ja, vielleicht schon Wirklichkeit gewordene Gefahr des Rückgangs arbeitsintensiver Produktionszweige hingewiesen worden.
Auf diesen Veranstaltungen ist auch darüber gesprochen worden, wie. der Landflucht zu begegnen sei. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man diesen aus berufenem Munde getanen Ausführungen noch ein Wort hinzufllgen. Ein sofort wirkendes Allheilmittel gibt es nicht, wohl aber eine Reihe von Mitteln, dick nebeneinander angewandt werden müssen. Mit im Vordergrund steht gerade auch für die Bauernwirtschaften die weiter
Berlin, 14. April. (DNB.) Der Führer hat eine Dienstauszeichnung der NSDAP, gestiftet, um allen Parteigenossen, ganz gleich ob sie als Politische Leiter oder als Angehörige einer Gliederung, oder aktiv in den angeschlossenen Verbänden tätig sind, ob sie hauptamtlich oder ehrenamt- l i ch arbeiten, eine Anerkennung für treue Pflichterfüllung zuteil werden zu lassen. Die Dienstauszeichnung der NSDAP, wird in drei Ausführungen für zehn, fünfzehn bzw. fünfundzwanzig Jahre aktiver Dienstzeit in der NSDAP, verliehen. Sie stellt ein Ordenskreuz dar und wird nach zehn Jahren in Bronze an einem braunen Bande, nach 15 Jahren in Silber an einem blauen Bande, nach fünfundzwanzig Jahren in Gold an einem roten Bande verliehen. Unter besonderen Umständen wird die Dienstzeit in einer Gliederung oder in einem angeschlossenen Verbände auch bann angerechnet werben, wenn bie Mitgliedschaft zur NSDAP, später als die zur Gliederung bzw. zu dem angeschlossenen Verbände erworben worden ist. Diese Dienstauszeichnung wird nicht nur denen, die bisher schon in treuer Pflichterfüllung ihre Freizeit und Kraft in den Dienst der Partei gestellt haben, eine große Anerkennung bedeuten, sondern auch einen Ansporn für die barstellen, bie dem Dolksganzen in aktiver Tätigkeit im Rahmen ber Partei dienen.
Eine zweiteDerordnungbes Führers geht von ber Tatsache aus, büß bisher aus den Ab- z e i ch e n d e s Politischen Leiters nur feine Rangstellung erkennbar war. Es war nicht zu erkennen, ob ber einzelne Politische Leiter z. B. ein Ortsgruppenleiter, eine Ortsgruppe mit verhältnismäßig leichten oder besonbers schwierigen Verhältnissen führte, ob seine Arbeitsleistung habet burch- schnittlich ist ober ob er befonbere Leistungen vollbringt, ob er erst ein halbes Jahr sein Amt inne hat ober bereits zehn Jahre. Um nun künftig bem Po
fortschreitenbe Mechanisierung und bie Rationalisierung ber Arbeitsvorgänge. Deren Bebeutung beruht ja nicht allein auf ber absoluten Arbeitsersparnis, sonbern mehr noch auf ber günstigen Auswirkung auf bie Arbeit selbst. Auch ber Bauer muß sich eiserne Sklaven bienstbar machen. Auch ber Bauer muß sich mit ber Freube an ber Maschine bie Freube an ber Arbeit erhöhen. Die Maschine schafft aufrechte unb intelligente Menschen unb bringt auf feste Arbeitszeiten. Richtig an- gewanbt, kann sie auch ben Reinertrag steigern und zugleich mit der höheren Leistung für die Landwirtschaft als ganzes einen erhöhtes Anteil am Sozialeinkommen unb für ben einzelnen einen erhöhten I Reallohn ermöglichen. Aber natürlich ist es allein bamit nicht getan. Kein Mittel, bas bazu geeignet ist, ben materiellen unb kulturellen Lebens st anbar b auf bem Lanbe zu heben, barf unangemanbt bleiben.
Zum allgemeinen Erkenntnis^ aber muß es werben, baß mit solchen Forberungen nicht bas Interesse eines einzelnen Erwerbszweiges vertreten, sonbern bas Wohl bes Volksganzen wahrgenommen wirb. Der Einsatz muß bem entsprechen. Der Reichsbauernführer traf ins Schwarze, wenn er jüngst sagte: „Man kann bie Lanbflucht nur bann überroinben, wenn bei allem, was in Deutschland geschieht, sei es auf politischem, kulturellem, wirtschaftlichem ober sonstigem Gebiete, bie Rückwirkung a u f b a 5 Lanbvolk beachtet unb ber Wille zur Ueberroinbung ber Lanbflucht zur maß- gebenben Richtlinie gemacht wirb."
litischen Leiter, ber seit vielen Jahren mit zähem Fleiß ober wachsenber Leistung ein politisches Amt in ber Partei inne hat, auch in seiner Dienststellung als langjährig unb mit guten Leistun - g en in berselben Dienststellung tätig erkennbar zu machen, hat ber Führer bie Trennung von Dien st rang unb Dienststellung für bie Politischen Leiter verfügt. Künftig wird z. B ein Ortsgruppeyleiter bei entsprechender Leistung vier ober fünf verschiebens Dienstgrabe nacheinanber erreichen können. Dasselbe trifft auf alle anberen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Politischen Leiter zu. Während bie Dienstgrababzeichen wie bisher sich auf bem Spiegel befinden, werden die Dienststellungsabzeichen künftig auf ber Armbinbe angebracht. Die neuen Abzeichen sind einfach, schön und übersichtlich. Der Termin ihrer Einführung steht noch nicht fest.
Auf die Einführung neuer Uniformen für di e Politischen Leiter ist bereits in ber Presse hingewiesen worben. Der Führer hat in feiner Anordnung festgelegt, welche Uniformarten es für die Politischen Leiter künftig geben wirb. Den Ausführungsbestimmungen wird es Vorbehalten bleiben zu bestimmen, zu welchen Gelegenheiten die verschiedenen Uniformen getragen werben. Außerdem wird noch geregelt werben, von welchem Dienstgrad ab bie Anschaffung der verschiedenen Uniformarten erlaubt ober zur Pflicht gemacht wirb. Die braune Farbe wirb für die Uniform beibehalten. Der Schnitt ändert sich nur in Kleinigkeiten, die den Eindruck ber Uniform verbessern. Die heute in Gebrauch befinblichen Uniformstücke können aufgetragen werden. Im übrigen wird Rücksicht darauf genommen werden, daß insbesondere die ehrenamtlichen Politischen Leiter finanziell durch Neuanschaffungen nicht belastet werben.
Oienflauszeichnung der NSDAP.
Neue Rangabzeichen und Uniformen für die politischen Leiter.
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Zwölf' Stück $O Pfennig
Das Aroma einer Vollreifen Frucht, Öle wir uns In heißer MittagsftunÖe lelbft vom Baume pflückten, hat uns alle schon einmal öle oereöetnöe unö auf» bauenöe Kraft öer Sonne „schmecken" lallen. Jeöer Sonnentag mehr Ift ein Geroinn für alles, was im Garten öer Natur zur Reife örängt. So oeröankt auch öer Tabak, öer auf Öen Felöern Mazedoniens wächst, feine Feinheit öem Gluthauch einer Sonne,uon Öeren Kraft wir uns hier kaum eine Verkeilung machen können. Ihren Abglanz aber fpüren wir beim Genuß feöer OVER STOLZ? öenn öle Mlfchungsgrunö» läge besteht bei ölefer Zigarette aus Mazeöonen-Ta» bähen,öle mit Sonnenfchein geraöezu gefättigt lind.


