Ausgabe 
15.4.1939
 
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Zweites Blatt

15./16.2IpriI1939

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Junge deutsche Nation

SPITZENLEISTUNG

Der neue Jahrgang der pimpse

schiedenes

(Aufnahme: Herbert Philipps.)

es kaum für möglich gehalten, wie

rem Fähnlein dafür ausgestellt. Ergebnis: 90 Punkte fürs Fähnlein und ein schöner Preis für mich.

Nächster Dienst: Ein Kamerad kommt angezittert und fragt:Wie machst du das bloß?"

Was?" frage ich ahnungslos.

Na, das Erzählen?" fragte er.

Ich bin erschlagen:So 'ne Frage", erwiderte ich. Ich hole Luft, mache den Mund auf und bewege die Zunge."

Das weiß ich", meint der Kamerad,ich meine, wie du es fertig bringst, so flüssig zu erzählen?"

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Das ist Geheimnis!" betone ich. Nach einigen ver­geblichen Versuchen, es zu erfahren, zog er wieder ab.

Aber immer neue Fragesteller tauchten auf, und immer mehr höre ich die Frage:Wie machst du das bloß?" Weil ich diese Frage nun aber bald fingen kann und befürchten muß, daß mir eine Zei- tung deswegen ihre Reporter auf den Hals schickt, will ich diese Frage heute mal beantworten.

dürfen nicht versagen. Das insbesondere will ich herausarbeiten. Ich bleibe dabei dem dramatur­gischen Stil treu, auf dem ich die FilmeUrlaub auf Ehrenwort" und Pour le m6 rite" aufgebaut hatte. Es gibt keine Hauptrollen oder viele, wenn man so will. Die Mannschaft spielt die Hauptrolle.

Auf der ersten Seite von Felix Lützkendorfs Drehbuch stehen Wilhelm, Fritz, Heinz und so die Namen und die Charakteristiken der Jungen. Es ist ein schlauer Dicker dabei, der gern ißt und sich des öfteren fürchtet, ein kleiner Ironiker, der einzige Reiter der Schar, der das Leben kühl und ein wenig verächtlich anfieht, ein Lyriker, der auch in widerborstigen Situationen ein Stück Romantik finbet, und eine an der Härte der Tatsachen sich entwickelnde Führernatur. Aber es ist keiner dabei, der unanständig und feige wäre oder der ausfiele. Als Gegenspieler zu dieser Gruppe agiert haupt­sächlich der Hauptmann Zülow. Er fühlte sich nach der Schlacht bei Kunersdorf von seinem König un­gerecht behandelt und ging der ehemals preu­ßische Offizier in russische Dienste. Doll Haß, Verbitterung und ungezügelter Wut ging er gegen alles Preußische an, bis die zweihundert Kadetten ihm in die Hände fielen. Die Klarheit und Tapfer­keit der Jungen berührt ihn zutiefst, er findet zu sich selbst zurück, er wird zum Anführer der Jungen gegen die Russen und stirbt einen Opfertod. Diese Rolle wird Mathias Wieman spielen.

Während meiner Abwesenheit hot Wieman schon einen Trupp von Jungen ausgesucht mit hochstehenden blonden Wirbelhaaren, verträumten Augen, ironischem Mund, gepolsteter Zufriedenheit (und so fort, der psychologischen Skizzierung im Drehbuch entsprechend), die ich sicher endgültig ins Atelier holen werde, wenn sie sich vor der Kamera bewähren. Sie sind alle aus der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Potsdam, die die Tradition des alten Kadettenkorps übernommen hat.

Dieser Tage wird, um es filmgerecht zu sagen, die erste Klappe geschlagen. Die Dreharbeit beginnt. Im Gelände hinter der Nordhalle der Ufa-Stadt bei Berlin haben die Architekten bereits das alte Berlin auf neue Grundsteine gestellt. Der Film Kadetten" wird zur guten Hälfte aus Außenauf­nahmen bestehen. Ich freue mich auf die Arbeit mit den Pimpfen, die bis auf den kleinen Sierck allesamt' noch nie etwas mit dem Film zu tun hatten. Es wird manchmal schwierig sein, und viele Einstellungen werden doppelt und dreifach soviel Zeit beanspruchen wie sonst. Aber die Natürlichkeit der Kinder wird dem Film einen Stil geben, der sich mit Schauspielern so klar und einfach und echt kaum erreichen läßt.

Neulich war innerhalb der Jungstammwettkämpfe auch Erzählerwett st reit. Ich war von unse-

Wentt man im Erzählen Erfolg haben will, muh man vorsichtig mit dem Thema umgehen. Am besten eignen sich Geschichten mit wenig Inhalt, die aber in luftiger Form geschrieben sind. Ein wichtiges Ka­pitel ist die Beherrschung der Sprache. Die deutsche Sprache ist so reichhaltig, daß man für ein häufig vorkommendes Wort mindestens zehn andere Wörter mit gleichem Sinn setzen kann.Sagen" ist so ein Wort. Beobachte sich jeder mal selbst, wenn er das Wortsagen" bringt. Könnte er dafür nicht ebensogutsprechen",meinen",bemerken",be­tonen" und bei Fragen sogarfragen" einfetzen? Aber vor allzu häufigem Gebrauch vonbann" muß gewarnt werden. Auch dasund" ist ein Kapitel für sich. Wenn man einmal nicht mehr weiß, wie es weitergeht, fetzt man gewöhnlich einVerlegenheits­und". Kommt dies allzuoft vor, bekommen die Zu­hörer Lachkrämpfe. Man fetze auch dasund" nicht zu oft als Bindewort, sondern bemühe sich, einfache Sätze herauszubringen. Es klingt auch scheußlich, wenn man beim ErzählenPakete" macht oder sich allzuoft verspricht. Bevor einer einen Satz ausspricht, muß er im Kopse vollkommen fertig sein. Wo ein Komma steht, macht ihr eine Pause, während der man bequem eins zählen kann, beim Strichpunkt wird eine Pause eingelegt, daß der Zuhörer eins, zwei zählen kann, beim Punkt muß man bis drei zählen können. Während der Pause zwischen den Sätzen kann man sich schon den nächsten Satz über­legen.

Dann zur Betonung. Was für die Handlung wichtig ist, wird auf jeden Fall betont. Als Sprech­weise gewöhne sich jeder ein klares Hochdeutsch an. Der Erzähler bleibe auf feinem Platz stehen und schwanke nicht hin und her wie ein Schiff im Orkan. Auch richte er feine Augen nicht unentwegt blöde an die Decke ober Erbe ober in bie Ecken, fonbern sehe feine Zuhörer an. Wenn einer biefe Regeln befolgt unb sich ein bißchen übt, wirb er halb ein guter Er­zähler sein. S. Albrecht.

und erlaubte sich zu faulenzen. Aber er war lange nicht mehr querfeldein durch einen Wald gegangen. Marschkompaß, dachte der Vater verächtlich. Was diese Jungen von einem Marschkompaß verstehen!

Wir besuchen einmal das Schlachtfeld!" sagte der Vater zu Hans. Sie gingen hinaus in den Wald, schlichen sich durch Gebüschdickichte.

Dort drüben, Vater, vorsichtig, da geht ein Spähtrupp vor!"

Wo?" fragte der Vater unb wunderte sich über bie scharfen Augen feines Sohnes. Ja, bas war ja plötzlich ein ganz anberer geworben. Er schlich lautlos durch das Laub, er war offensichtlich in seinem Element, er schien Augen zu haben wie ein Luchs und gut zu hören.

Wir schleichen uns ran!" übernahm der Pimpf nun die Führung. Der Vater war einverstanden. Es war ihm peinlich, daß er so viel Geräusche machte: er spürte die mißbilligenden Blicke seines Jungen. Aber er war voll Jagdeifer. Nun kauerten sie hinter einem dichten Gebüsch. Auf dem Wege davor waren die Pimpfentruppen ins Gefecht ge­raten, und nun schoß Hans aus dem Gebüsch und war mittendrin. Der Vater lehnte atemlos und erschöpft an einem Baum.

Sie gingen 'nach Hause und waren tief befriedigt. Wie Kampfgenossen waren sie nun. 2)ie_ Mutter musterte entsetzt ihren Mann, der voller Erde war und dem kleine Käfer über den Kragen liefen.

Ach", sagte der Vater,wir haben uns etwas ins Gras gelegt, das Wetter war zu schön."

jetzt endlich still. Rrrrrrhh!---pitschebüüh ...!

kommt es aus den Zelten.Sie pennen", sagt Willi. Kr.

machte Bilanzen, kaufte und verkaufte. Er diktierte!I Ein Erzählpimpf plaudert aus

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Da steckten nun Pimpf unb Vater die Köpfe zu­sammen, es wäre doch gelacht, wenn sie den Wecker nicht wiederherstellen könnten.

Dann kam die Mutter herein. Sie war eine gute, geistvolle Frau. Sie sagte erstaunt:Aber Mann, was machst du denn da!" Da stand der Vater auf. Er zog sich etwas verlegen die Jacke an.

Nachts fuhr die ganze Familie aus dem Schlaf. Ein Wecker schrillte durchdringend. Hans fuhr auf und lächelte, der Vater faß aufrecht unb murmelte befriedigt:Er geht!"

Hans, der Pimpf, durfte nicht mit zum Gelände­spiel. Der Vater sagte:Ich will nicht, daß du in jeder freien Minute in den Wäldern liegst. Nein, ich will vielmehr mit dir einen Spaziergang machen."

So gingen sie spazieren. Sie gingen in den Stadt­park. Der Vater war lange nicht so gegangen. Er atmete tief und fand es schön, mit seinem Sohn bie Wege entlang zu schlenbern. Eine Welle von herzlicher Nachgiebigkeit erfüllte plötzlich ben Vater. Er sagte:Was macht ihr benn eigentlich bei solch einem Geländespiel?"

Ach", erwiderte Hans,das ist verschieden, es kommt darauf an, was uns für eine gelänbekund- liche Aufgabe gestellt wird."

Geländekundliche Aufgabe?"

Der Vater war etwas überrascht.

Ja, wir arbeiten mit dem Marschkompaß, wir schreiben Meldungen aus, wir fertigen Gelände­skizzen an, wir machen Erkundungen."

Kannst du denn mit dem Marschkompaß um­gehen?" fragte der Vater.

Der Vater fühlte sich in einer anderen Welt. Er war zwar im Krieg gewesen, ja, er wußte was ein Marschkompaß war und traute sich auch zu, damit

lang so ein Stacheldrahtzaun fein kann. Erst er­wogen wir, ob wir bie Räder nicht darüber heben sollten. Unser Jungenschaftsführer verbot es. Der Zaun fei doch nicht umsonst da.

Aber die Lücke da? Was?! Natürlich durften wir da durchfahren. Jenseits der Weide mußte der Land­weg fein. Wir fausten freudig mit vollem Tempo hindurch und den Hügel hinauf. Plötzlich zischte es rings um uns. Wir horchten und merkten, daß un­sere Räder niedriger wurden und zu rattern be­gannen. H

Plattfuß! Bei zwölf Mann hatten die Reifen dis Puste verloren. Wütend stellten mir die Fahrräder köpf und kramten die Reparaturkästchen aus den Satteltaschen. Unser Flickzeug reichte knapp aus, um den Schaden zu beheben.

Wie mochte das wohl so plötzlich gekommen sein? Einer von uns ging den Weg zurück unb meinte, baß jemand Reißnägel gestreut haben müsse. Doch fand er unversehens in der Zaunlücke im Gras verborgen den Stacheldraht, der gerissen war.

Da waren wir ja nett hereingeschliddert! Als wir unsere Räder endlich wieder fertig hatten, machten wir uns daran, die Lücke zu versperren. Bald war sie wieder dicht.

Nun kann bas nicht wieder vor kommen!" sagte unser Jungenschaftsführer, bevor wir wieder star­teten. Ob er nun ben Zaun meinte, ober baß mir nicht wieder ein Stück Weg abschneiden würden, war nicht genau zu sagen. Jedenfalls mieden wir seitdem alle Lücken und Zäune, zumal wenn sie mit Stacheldraht bespannt waren. Kb.

Sei Aacht unterwegs.

Rrrrrrrrr---Wwumm! fegt ein Auto

in mörderischem Tempo an uns vorbei. Der Licht­strahl blendet uns, nachdem wir schon stundenlang in der Dunkelheit marschiert sind. Unwillkürlich fahren wir zur Seite.

Dreckschwein!" schreit Hans unb mischt sich einen Dreckspritzer ab.80 Sachen", meint Georg sach­verständig.

Wir marschieren meiter. Die Straße führt durch einen Wald. Zu beiden Seiten stehen dunkle hohe Tannen. Manchmal rauschen sie im Winde, dann blickt Heinz, der Hase, so komisch in das Dunkel und hält sich enger an seinen Nebenmann. Der lächelt. Heinz ist zum erstenmal mit bei einem Nachtmarsch.

Vom erzählt Willi seine faulen Witze. Man lacht darüber, mir lachen mit. Hans zieht seinen Schnau­zenhobel aus der Tasche und spielt ein zackiges Lied. Wir fingen oder pfeifen mit...

Vorsicht!" ruft der Scharführer. Wir gehen quer durch den Wald. Verdammt! Beinahe hätte ich einen Tannenzmeig ins Gesicht gekriegt.

Wie schön gespenstisch es so durch die Bäume blinkt. Es knackt und knistert von Zmeigen.

Fehlt nur noch Mondenschein und ein rauschen­der Bach", sagt Willi, das Lästermaul,dann mär' das Idyll fertig." Hinten blitzt eine Taschenlampe auf.Laß bie Funzel weg", sagt einer,bu ver- birbft uns bie Stimmung!"

Mein Nebenmann stolpert über einen Ast. Bruch! liegt er. Doch gleich steht er mieber.

Au, mas ist benn bas", schreit Heinz. \,Das ist ein Tannenzmeig, du Säugling", sagt Willi trocken,der ist dazu da, dein doofes Gesicht zu kitzeln, roenn bu es nicht meghältst."

Jetzt roirb ber Weg steil, aber mir kommen aus dem dichten Gestrüpp heraus. Wir klettern eine kleine Waldschneise hinauf. Der Affe drückt mords­mäßig. Immer schmieriger roirb der Berg.

Meine Mütze", schreit jemand von oben. All­gemeines Suchen.Hier ist sie", kommt es von unten.Du mußt deine Mütze mit einem Gummi­band am Anzug festmachen, rote bei einem Som­merstrohhut", meint Willi.

Nun sind mir aber oben.Und hier pennen wir", sagt der Scharführer.

Da hast du recht", sagt Willi herablassend.

Wir bauen die Zelte auf, das geht rasch, denn müde sind wir schon. Dann raus aus der Uniform und rein in den Trainingsanzug und in eine warme Decke gewickelt.

Willi und ich haben Wache. Sein Lästermaul ist

Der verflixte Zaun.

Es kommt einem oft fo vor, als ob die Welt mit Brettern vernagelt wäre. Meistens handelt es sich jedoch nur um Zäune. Plötzlich tauchen sie auf und sperren einen Feldweg ab, der nur ein Zufahrts- weg zu einem Acker gewesen ist.

So erging es unserer Jugenschaft. Wir machten eine Radstreife ins Gelände und sollten dabei ler­nen, wie man sich ohne Karte und Kompaß zurecht­findet. Kreuz und quer ging die Fahrt, unb bald hatten wir die Richtung, in ber die Stabt liegen mußte, verloren. Nach der Taschenuhr stellten mir die Himmelsrichtung fest und trugen die Fahrräder über einen Graben, da wir auf der anderen Seite einen schmalen Rain entdeckt hatten. Der führte ge» nau auf einen Zaun zu und bann an diesem ent­

So sind Pimpfenväter.

Eine Jungengeschichte von Herbert Reineckcr.

Hans war ein Pimpf. Er war wie alle Pimpfe neugierig unb unternehmungslustig unb ruhte nicht eher, als bis er hinter alle Geheimnisse kam. Der alte, rostige Wecker, an dem Hans herumbastelte, machte es ihm jeboch nicht schwer. Fiel er doch fast von selbst auseinander, so mitgenommen und aus­gedient war er. Hans hatte ihn gefunden, hatte ihn ausgenommen mit der pimpfenhaften Vorliebe für alles Unansehnliche und Technische. Er hatte gemurmelt: Was die Leute alles roegroerfen! Nun faß Hans vor seinen Schulheften. Aber er mochte machen, was er wollte, dieser alte, verrostete und Ündurchsichtige Mechanismus reizte Hans mehr als feine französische Übersetzung. Ach, ihr Großen müßt das verstehen. Seht, wie er seine geschickten Finger ansetzt, wie .er ein wenig atemlos vor Be­gierde die Rädchen anstößt, daß sie sich drehen mögen, wie er sich bemüht, die Arbeit der Feder zu verstehen. Uhren hatte es im Leben unseres Pimpfen schon oft gegeben, laute und leise, protzige und bescheidene, ärgerliche und fröhliche, nun aber tastete er sich in das Geheimnis der Uhr hinein. Nie ist ihm eine Stunde etwas Technisches gewesen, nein, immer war es ein lebendiger Zeitraum, von dem Hans nie gedacht hatte, daß man ihn mit Rädchen und Federn zustande bringen könnte.

Eine Tür klappte. Der Vater trat ins Zimmer. Er sah aus wie viele Väter, die ei«7 Geschäft unb wenig Zeit haben. Er sagte kühl und sachlich:Was hast du denn da?"

Einen Wecker", sagte Hans etwas träumerisch, er ist nicht schlecht, nein, ich will sehen, daß ich ihn wieder in Ordnung bringen kann."

Der Vater spürte gar nicht, was für einen atem­beraubenden Entschluß Hans damit gefaßt hatte. Ein kleiner Junge greift mit seinen Fingern in den Mechanismus ber Zeit. Der Vater brummte:Was ihr alles so macht. Wenn bu eine Uhr brauchst, so will ich bir gern Geld geben, baß bu dir eine kaufst."

Ach nein", sagte Hans und nahm vorsichtig ein Schräubchen heraus, .,ich brauche gar keine Uhr."

Ja", sagte der Vater, der Geschäftsmann war und sich unbehaglich fühlte, wenn er etwas nicht verstand. Er hatte ein günstiges Angebot gemacht, unb man war nicht bar auf eingegangen.Ja, warum bastelst du dann an deinem Wecker herum?"

Ganz plötzlich wurde ber Vater ärgerlich. Er sah bie aufgeschlagenen Schulhefte unb sagte: Solltest bu nicht lieber Schularbeiten machen! Ich finde es überhaupt merkwürdig, wie wenig bu bich um deine Zukunft kümmerst. Ja", fuhr der Vater nunmehr wuchtig fort,fo jung bu noch bist, fo ist es boch gut, schon jetzt an bein zukünf­tiges Leben zu benken. Nimm bir etwas vor unb arbeite darauf hin. Statt dessen sitzt du hier und bastelst an einer alten Uhr."

Vorwurfsvoll sah der Vater auf ben Wecker.

Was ist bas überhaupt für ein Ding", fragte er mit einem leisen Anflug von Interesse.

Es ist eine ganz gewöhnliche Küchenuhr", sagte Hans bebächtig,es fehlt mir nur eine neue Feber, dann läuft sie roieber."

Eine Feder?" sagte der Vater und beugte sich über bas Werk,nein, bie Feber ist gut, sie klemmt nur etwas. Richtig, sie klemmt etwas. Aber hier muß noch ein Rädchen hin."

Das habe ich ja gerade herausgenommen.

Ach, aber bie Feber ist es nicht", meinte ber Vater. Er setzte sich unb klemmte seine Brille auf. Ja, schließlich zog er sich ben Rock aus, saß in ber Weste ba unb bastelte an einer Uhr.

Pimpfe drehen einen Film.

Spielleiter Karl Ritter erzählt von seinenKadetten".

Es ist die Geschichte ber zweihunbert Jungen, die man 1760 bei der Besetzung Berlins durch bie Russen zurückließ, um ihnen den weiten Weg nach Spandau zu ersparen. Sie setzten sich zur Wehr. Sie wurden gefangengenommen unb von Kosaken- horben nach Schlesien verschleppt. Dreizehn von ihnen im Alter zwischen neun unb vierzehn Jahren, dreizehn, die wie Ablenunge in b.e Frei­heit zurückdrängten, versuchten auszubrechen Das Schicksal dieser Gruppe tragt ben Film. Er roirb Kadetten heißen. .

Dies wird mein Pimpfenfilm, so sagt Karl R 11 - ter, mm dem ich fo oft gefprodjen habe.J3« bin nun von Außenstehenden au bie geschilderte Epi­sode' in ArchenholzGeschichte die Siebenjährigen Krieges" aufmerksam gemacht, °"f dem Umweg über Friedrich den Großen zu diesem Film ge­kommen. Im Grunde ist die zeitliche Umordnung wohl gleichgültig. Jungen sind damals nicht-anders gewesen als heute. Haltung und Erlebnis der zwei­hundert Kadetten bilden eines der großartigsten Beispiele. Ich will es mit jungen von heute den. Jungen von heute zeigen- Sie sollen vor der Leinwand fitzen und das Gefühl haben, die fin genauso wie wir! Der Film soll trotz seiner historischen Umkleidung zeigen, wie em Pimps ZU fein hat.

Das Heldentum dieser Dreizehn besteht nickst aus Brust raus unb Bauch rein, aus dramatisch ge­fundenen Hymnen und narkotisierenden Phrasen. Ich^war, bevor ich mit dieser neuen Arbeit begann, mehrere Wochen zur Luftwaffe eingezogen. Ich habe vom frühen, noch dunklen Morgen bis zum 'Raofenftreidi unter Jagd- und Bombenfliegern ge­lebt und habe dort wieder die alte Erkenntnis be­stätigt bekommen, daß Heldentum frstch. und froh- ick au sein hat. Man muß kameradschaftlichen Hu­mor haben- denn es gibt feinen Menschen, der die dickste Luft mit ungetrübter Heiterkeit ertrüge. Wich- xÄärtsÄJ&at Ich will nun Jungen Mgen denen diese Haltung instinktiv als Richtmaß ihres Handelns wurde als sie vor Entschlüssen standen, die sic nicht übersehen konnten, und als ihnen nur eines klar war. wir

Briese, er lehnte ab, er druckte Preise .er war Eine komische Ueberschrist, nicht wahr? Aber war ä°Tfl und heiter bei mißglückten und bei -yalg- b ( hot. oll sofort klar werden.

reichen Ge cha ten. Ab und zu ging er (posieren | Neulicki mar innerhalb del Junaltammivettkanwie

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