Entrümpelt die Gärten!
Unsere Gärten dienen nicht nur wirtschaftlichen Zwecken, sie sollen vor allem auch Stätten der Er- holuna sein. Jeder will deshalb seinen Garten schön Herrichten. Leider bleibt es oft genug beim guten Willen. Wie oft findet man die Wege mit allen möglichen Einfassungen „verschönt". Flaschenhälse, Ze- mentmuscheln, Zackenbänder, oder weißgekalkte Feld- steine werden leider immer wieder dazu verwendet. Wie schön wirkt dagegen eine Wegemfassung aus niedrigen Polsterstauden! Auch im Haus- und Ziergarten gibt es vieles zu bemängeln. Schon von wertem grüßt und oft auf der Rasenfläche eine Anzahl bärtiger Zwerge mit freundlichem Grinsen. Das Wort vom Hähnchen Zwerg" hat hier seine vollste Berechtigung. Auch anderen ^Gartenungeheuern" begegnet man, so dem Rotkäppchen mit dem Wolf, dem Fliegenpilz und dem schokoladenbraunen Reh. Ebenso geschmacklos ist es, die Svitzen von Rosenpfählen mit schreiend bunten Glaskugeln zu „verzieren", gegen die selbst der schönste Blütenschmuck im Sommer verblaßt.
Der StraßeKzaun soll sich schlicht dem Hause an» passen. Wie unschön wirkt ein Garten mit einem schäbigen und verrosteten Drahtzaun. Anderseits findet man schlichte Einfamilienhäuser, deren Gärten durch protzige und grellbunte Zäune verunstaltet werden. Steingärten sind heute beliebt, ia, man kann sogar von einer „Steingartenkrankheit" sprechen. Vrele vergessen aber, daß die Steine nur den Rahmen für Alpen- und Felsstauden darzustellen haben. Die Anlage eines Steingartens sollte man dem ©arten» gestaüer überlassen.
Geschmacklosigkeiten begegnen wir nicht nur in Klein- oder Hausgärten, sie sind leider auch oft genug in den Vorgärten und Parks zu finden. Hier ist es vor allem die öde Einheitlichkeit, die vielen dieser Gärten eigen ist. An den bekannten verschlungenen „Bretzelwegen" stehen hier und da „Kunstwerke". Zu diesen gehört z. B. auch die „romantische" Tuffsteingrotte und die Göttin mit hochgewundenem Haarschopf und „flatternden Gewändern". Dabei sei nichts gegen Plastiken im Garten überhaupt gesagt, nur sollten sie geschmackvoll sein, wie es z. B. Tierkeramiken ober aus Muschelkalk gehauene Platten sind.
•
** Arb eitsjubilaum. Am heutigen Tage kann der bei der städtischen Kläranlage beschäftigte Vorarbeiter Ludwia Bechthold auf eine un- unterdrochene 35jährige Dienstzeit bei der Stadt Gießen zurückblicken. Der Arbeitsjubilar wurde in der üblichen Weise im Kreise seiner Arbeitskameraden geehrt und chm ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters überreicht.
** Kameradschaft. Da dem SA.-Kamevaden Lyncker auf dem Schiffenberg bei einem Brand sämtliche Futtervorräte vernichtet wurden, hat der SA.-Reitersturm 6/147 in seinen Reihen einen Wagen Heu zusammengebracht, der dem Kameraden Lyncker als Ausdruck der kameradschaftlichen Verbundenheit übergeben mürbe.
** „W usterwetter". Wenn es unheimlich stürmt, regnet und schneit, so spricht man im Vogelsberg von „Wusterwetter". Mit einer derartigen Gabe überraschte uns der März im Laufe der letzten Nackt und am heutigen Frühmorgen. Wer etwa zwischen 5 und 6 Uhr durch die Straßen wandern mußte, wurde dabei vom Sturmwind arg gezaust und erlebte außerdem noch Schneetreiben mit Regen. Es war ein Wetter, bei dem man nur allzu gerne wieder die warme Stube aufsuchte. Im Laufe des Vormittags guckte zwar die Sonne wiederholt mit freundllchem Lächeln durch die Wolken, dazwischen fegte aber auch wieder Schnee auf die Landschaft herab, so daß die Dächer der Häuser und die Gärten heute vormittag ein weißes Schneekleid an- gezogen haben. Allerdings wird diese Herrlichkeit wohl nicht lange dauern.
Rundfunkproaramm
Donnerstag, 16. Marz.
6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang ,gur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt pnd spielt mit dem Kind: Ei. ei, ei, ihr Hübnerch-n. 10: Sckulfunk. Dolksliedersingen, Liederblatt 25. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkkonzert aus den ' Rheinischen Blechwarenwerken Weißenthurm. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielen die Tanzkapelle des Reichssenders München und die Münchner Rundfunkschrammeln. 14: Nachrichten. 14.15: Immer so weiter, froh und heiter! Schall- rlattenkonzert. 14.45: Für unsere Kinder. Wir basteln: Lustige Lesezeichen. 16: Nachmittagskonzert. Einlage, 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Ostern in Sicht. 2. Gibt es eine Freiheit der Berufswahl? Li. Wann soll man Urlaub nehmen. 18.30: Zwei Dutzend Mädel gehen fliegen. 19.15: Tagesspiegel. >19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schall- platten und Eiaenaufnahmen). 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. 1. Arbeitsdienstführerin — ein Beruf. 2. Nein, das kann unser Karlchen »ücht mitmachen. 20- Nachrichten. Grenzecko. 20.10: Won München: „Die ungarische Hochzeit" (Ursen- öung), Operette in 3 Akten. 22.10: Nachrichten. 22.25: Zum Tag der Deutschen Wehrmacht: Die Vorführungen in unserem Sendegebiet.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
fL D. — 2L Aus Ihrer Anfrage ist nicht erficht- lich, welche Zuschüsse gemeint sind. Zuschüsse beim Anfängen einer Landwirtschaft werden nicht gewährt. Nach der Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung vom 7. Juli 1938 können gewährt werden, wenn die Ehe nach dem 30.6.1938 geschlos- «en ist: a) Einrichtungsdarlehen, wenn b»eide Ehegatten in den letzten fünf Jahren ununterbrochen in der Land- oder Forstwirtschaft oder als ländliche Handwerker tätig gewesen sind und wei- lerhin tätig zu fein beabsichtigen. Das Einrichtungs- Darlehen beträgt 400 Mark für jeden Ehegatten. 1») Einrichtungszuschuß für Angehörige der Landbevölkerung, die nach dem 31.12.1933 geheiratet haben, wenn mindestens ein Ehegatte in den letzten fünf Jahren nach der Eheschließung ununter- i rochen als Landarbeiter oder als ländlicher Handwerker tätig gewesen ist und erklärt, auch weiterhin cis solcher tätig zu fein. Der Einrichtungszufchuß beträgt 400 Mark, wenn beide Ehegatten die Dor- cussetzung erfüllen, und nur 200 Mark, wenn dies tur bei einem Ehegatten zutrifft. Der Einrichtungs- -uschuß wird in barem Gelbe ausbezahlt. Die An- träge sind beim Finanzamt zu stellen.
C. C. Die geschiedene Ehefrau behält grundsätzlich !«n Namen des Mannes; sie kann aber ihren frühe- isn Namen durch Erklärung gegenüber dem Stan- tesbeamten wieder annehmen. Diese Erklärung betört der öffentlichen Beglaubigung; ebenso auch die Erklärung des gefdyiebenen Mannes auf Unter- Irgung der Führung feines Namen durch die allein ttter überwiegend, schuldig geschiedene Frau. Die K osten sind geringfügig.
Aus der engeren Heimat
Wirtschaft
der Zu-
Die große Vauernkundgebung in Friedberg am 19. März beginnt nicht um 15.30 Uhr, sondern um 15 Uhr. Der Landesbauernführer Dr. Wagner wird dort sprechen.
Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehoersteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 7 Bullen, 32 Kühe, 30 Färsen, 112 Kälber, 127 Schweine, 6 Schafe auf getrieben.
Preise: Ochsen 43,5 bis 45, Bullen 42,5 bis 43,5, Kühe 25 bis 43,5, Färsen 35 bis 44,5, Kälber 25 bis 65, Schafe 45 bis 47 Pf. je Vt kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1.13, i (Attschnei- der 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mk.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft.
Mein-Mainische Börse.
Aktien tm Verlaufe befestigt.
Frankfurt a. M., 14. März. Die Börse hatte am Aktienmarkt einen uneinheitlichen Beginn, da zunächst noch kleine Abgaben erfolgten, die aber nur noch kleine Rückgänge auslösten. Neben dem Erreichen von Limiten zeigte sich aus der Börse heraus Deckungsbedürfnis Im Verlaufe setzte sich, bei lebhafter werdenden Umsätzen eine beachtliche
Die hierzu aüsgearbeiteten Pläne lagen in Versammlung offen und fanden allgemein ftimmung.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Bauerntage find der Ausdruck der untrennbaren Geschlossenheit des Landvolks in einer Heimat. Sie zeigen den Willen, trotz aller Widerwärtiakeiten die Erzeugungsschlacht fortzuführen. Denn Bauer ist, wer trotzdem bleibt!
Die Bauerntage sprechen aber auch von den Vor- aussetzungen, die dem Landvolk gegeben werden müssen, wenn es seine Lebensarbeit weiterhin im Dienste der Gemeinschaft verrichten soll. Schließlich geben die Bauerntage auch die Richtlinien für die praktische Arbeit des kommenden Jahres, die sich eng den örtlichen Verhältnissen anpassen und somit Vorschläge und Hinweise enthalten, die für das Tagewerk aller Schaffenden auf dem Lande unentbehrlich sind.
Unter diesen Gesichtspunkten wird der Bauern- tag in Friedberg verlaufen. Ich bin überzeugt, daß er zu einer Verstärkung unseres harten Willens im bäuerlichen Kampf für das Volk und zu einer weiteren Vervollkommnung unserer praktischen Arbeit führen wird.
Dr. Wagner, Landesbauernführer.
Oer Bauerntag in Friedberg
Geleitwort des Landesbauernführers.
In der Geschichte der Reichsbauerntage wird der 6. Reichsbauerntab 1938 stets einen besonderen Platz einnehmen. Auf chm wies der Reichsbauernführer R. Walther D a r r 6 nicht nur auf die gewaltigen Erfolge hin, die das deutsche Landvolk in seinem Kampf um die Ncchrungsfreiheit der Nation errungen Hat, sondern er Zeigte auch dem deutschen Volke in einer Klarheit, wie dies bisher noch nie geschehen ist, unter welchen Nöten und Sorgen diese Erfolae errungen werden mußten. Auch dem letzten Volksgenossen dürfte es nunmehr klar fein, baß diese Sorgen vom Bauerntum genommen werden müssen, wenn es seine Ausgaben als Erhalter und Ernährer unseres Volkes weiterhin erfüllen soll. Das muß geschehen um der Gesamtheit dieses Volkes willen.
Die Eindrücke des 6. Neicksbauemtages find bis In das entfernteste Dorf gebrungen und von dem deutschen Landvolk als em entscheidender Schritt gewertet worden. Es wird nun die Ausgabe sämtlicher Kreisbauernschaften unserer Landesbauernschaft Hessen-Nassau sein, die Ergebnisse und Erkenntnisse des 6. Reichsbauerntages noch tiefer in die örtlichen Bereiche einbringen zu lassen. Die Reihe der Bauern- tage wird mit dem Bauerntag der Kreis- bauernschaft Oberhessen-West vom 17. bis 21. März 19 3 9 in Friedberg fortgesetzt. Er soll der Generalappell des Jahres 1939 für das gesamte Bauerntum der Wetterau fein.
60 Jahre
Freiwillige Feuerwehr Schotten.
k. Schotten. 12. März. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten ist die älteste Wehr im Kreise Büdingen-Schotten und blickt in diesen Tagen auf ihr 6 0 j ä h r i g e s Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand gestern abend in der Turnhalle ein Feuerwehrabend statt, zu dem auch die Familien der Feuerwehrkameraden erschienen waren. Der Leiter der Wehr, Rausch, konnte als Gäste Kreisleiter Görner, Regierungsrat Kessel vom ßanbratsamt Büdingen und Kreisfeuerwehr. Inspektor Klein begrüßen. Er gab einen interessanten geschichtlichen Rückblick, erwähnte die mancherlei Bränoe, die die Wehr seit Bestehen zu bekämpfen hatte, und erinnerte auch an die vielen schönen Stunden, den Provinzialfeuerwehrtag 1925 und den großen Hessischen Landesfeuerwehrtag, der 1933 hier abgehalten wurde. Er gab das Versprechen ab, daß auch in der kommenden Zeit die Feuerwehr ihren alten Idealen treu bleiben werde. Regierungsrat Kessel überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Kreisverwaltung Bürgermeister Menge! sprach Glückwünsche und Dankesworte namens der Stadt, die immer stolz auf ihre Wehr war und fein kann. Ist es doch alte, gute Familientradition, daß die Bürgerföhne in die Wehr eintreten. Kreisleiter (Börner sprach namens der Partei und wies auf das große Aufbauwerk des Führers hin, bei dem auch die Feuerwehren mithelfen. Die Ansprache klang aus in ein Sieg-Heil auf den Führer. Die Kapelle der $3ehr spielte bann zum Tanz, und mancher humoristische Bortrag verschönte die Feier.
Fünf Schwerverletzte
bei einem Autozusammenfloß.
LPD. Frankfurt a. M., 14. März. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der Auto- urngehungsstraße zwischen Unterliederbach und Zeilsheim, wo zwei aus verschiedener Richtung kommende Personenkraftwagen fast auf der Mitte der schnurgeraden Straße zusammen- st i e ß e n. Der Lenker des aus Frankfurt kommenden Wagens, ein Spielleiter des Reichssenders Frankfurt, wurde schwer verletzt, eine Jüngere Frau und ein zwölfjähriger Knabe, die im gleichen Wagen saßen, erlitten schwere Gesichts- bzw. Kopfverletzungen, während eine ältere Frau ohne Verletzungen daoonkam. Die beiden Insassen des andern Wagens, ein Mann und eine Frau aus Oppenheim,
4 bis 5 Meter breite Betontürme, in die das Grün« futter mittels eines Gebläses hineingeblasen wird. —» Der immer größer werdende Arbeitermangel zwang die hiesige fürstliche Gärtnerei dazu, sich für den großen Gärtnereibetrieb technischer Hilfsmittel zu bedienen. So wurde ein Trat- tor angekauft, den man mittels besonderer Hilfsmittel nicht nur zum Ackern, sondern auch zum Hacken, Mähen uno Baumspritzen verwenden kann. Auch die Stadtverwaltung sah sich dieser Tage AUtn Kauf einer fahrbaren M o t o r b a u m s p r i tz e gezwungen, da mit den wenigen zur Verfügung stehenden Arbeitern ein sorgfältiges Spritzen der über 15 000 Obstbaume nicht gewährleistet werden konnte.
)—( Ruppertsburg, 10. März. Dr. Hahn von der Reichsstelle für Kartoffelkäferabwehrdienst sprach hier in einer gut besuchten Versammlung bei Gastwirt Wagner über den Kartoffelkäfer, fein Auftreten, feinen ungeheuren Schaden und über Mittel und Wege zu seiner Bekämpfung, Zur Veranschaulichung ließ er schöne Filme laufen. An der Aussprache, die sich anschloß, beteiligten sich Ortsbauernsührer W. H o rft und Pächter K. Ne b e.
Kreis Alsfeld.
* Nieder-Ohrnen, 15. März. Am morgigen Donnerstag, 16. März, vollendet der feit 1895 hier ansässige praktische Arzt Dr. August K i ß n e r fein 7 0. Lebensjahr. Weiten Kreisen der Bevölkerung war der Jubilar in dieser langen Zeit stets ein treuer ärztlicher Berater und helfender Freund. Daher wird ihm auch allenthalben große Wertschätzung zuteil. Dem Jubilar, der seit 44 Jahren zu oem treuen Bezieherkreis des Gießener Anzeigers gehört, bringen auch wir unfern herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar.
—.— Sj o m b e r g, 10. März. Für den im Oktober vorigen Jahres freiwillig aus dem Amte geschiedenen Bürgermeister Schweicker wurde Kreis- fchulungsleiter Geißer zum Bürgermeister der Stadt Homberg ernannt, nachdem er bereits über vier Monate Die Geschäfte des Bürgermeisters kommifsarisck versehen hatte. Im geschmückten Rathaussaal erfolgte durch Landrat Dr. S ch ö n- h a l 5 (Alsfeld) die feierliche Einführung. Allent- lj alben bringt man dem neuen Bürgermeister alles Vertrauen entgegen. — In der Nacht zum Donnerstag zog über unsere Gemarkung ein schweres Gewitter dahin, das von heftigem Sturm, Regen und Schneefall begleitet war. Mancher ältere Baum wurde entwurzelt. — Jrn neu hergerichteten Bullenstatt find drei Bullen und flwei Ziegenböcke untergebracht. Sie stehen unter Der Pflege von Buttenwärter Sartorius. Für einen abgängigen Bullen wurden 930 Mark erlöst.
*!* Ruppertenrod, 9. März. Der hiesige Gesangverein .Liederkranz" hielt bei Gastwirt Döll seine Jahreshauptversammlung ab. Nach vorausgegangener Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Otto Geiß Entlastung erteilt. Rudolf Weber wurde für die Einsammlung der Beiträge zum Unterkassierer ernannt. Im Verlaufe der Versammlung wurde beschlosien, der Hundertjahrfeier des Gesangvereins Nidda beizuwohnen. Der Vorstand blieb in der bisherigen Besetzung im Amt. — Die hiesige Jungmädelschar veranstaltete einen wohlgelungenen Dorfgemein- schastsabend. Der Abend brachte eine reichhaltige Vortragsfolge. Die Untergauführerin hielt eine kurze Anspriche. Dann folgten in buntem Wechsel Lieder, Gedichtvorträge und luftige Theater- stückcken. Außerdem fand eine Verlosung statt. Die Preise bestanden zum größten Teil aus Handarbeiten, die die Mädchen selbst gefertigt hatten.
wurden ebenfalls schwer am Kopf und im Gesicht verletzt. Alle fünf Schwerverletzten mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Kraftwagen wurden so zertrümmert, daß sie abgeschleppt werden mußten. Wie sich das Unglück auf dieser geraden Strecke ereignen konnte, ist noch nicht geklärt.
Landkreis Gießen.
00 Beuern, 14. März. Im Saale von Ranft and eine gut besuchte Bauernversammlung tatt. Nach der Begrüßung durch den Ortsbauern- ührer Hermann sprach Oberkontrolleur Kreis über das Thema „Milchkontrolle und Leistungssteigerung der Kühe". Eine rege Aussprache schloß sich an. Sodann sprach Gendarmeriewachtmeister Fritz über das Thema „Vorschriften und Gefahren im Verkehr". Schließlich sprach noch Assessor Nagel vom Tierzuchtamt Gießen über die Verbesserung der Wiesen, über richtige (Brünfütterung und über die Notwendigkeit der Steigerung des Anbaues von eiweißreichen Futtermitteln.
cZ Holzheim, 14. März. Die zweitälteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Anna Elisabethe Reitz, geb. Schimpf, konnte dieser Tage ihren 8 5. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau verbringt ihren Lebensabend im Kreise ihrer Angehörigen. Eine Tochter, sechs Enkel und acht Urenkel überbrachten die Glückwünsche. Der Jubilarin auch unseren herzlichen Glückwunsch.
}) Lich, 14. März. Auch in den hiesigen landwirtschaftlichen Kreisen setzt sich immer mehr der Gedanke der Errichtung von Futtersilos durch. So läßt zur Zeit das Hofgut Lich der fürstlichen Gutsverwaltung in einem Hof in der Schloßgaffe zwei große Grünfuttersilos errichten. Es handelt sich hierbei um zwei etwa 12 Meter hohe und etwa
Erholung durch, so daß gegenüber dem Vortag die meisten Kurse 0,50 bis 1 v. H. durchschnittlich höher ankamen. Von den führenden Papieren stellten sich IG. Farben auf 148,40 bis 149,25 (149), Verein. Stahl auf 108,40 bis 109,50 (108,75), Mannesmann auf 108,40 (107,25), AEG. auf 111,40 bis 112 (112), und Rheinstahl zogen stärker an auf 133,50 (131,75). Höher lagen außerdem u. a. Ges- fürel mit 132 (131), Zement Heidelberg mit 150,50 (150), Westdeutsche Kaufhof mit 102 (101,50), ebenso waren die meisten Maschinenwerte leicht erholt. Weiter fest auf Abschlußerwartungen blieben Feinmechanik Setter mit 100,50 (99). Nach Pause schwächer lagen Licht und Kraft mit 130 (131,75), auch RWE. bröckelten 0,40 v. H. ab auf 114,65.
Jrn Freiverkehr traten bei kleinem Geschäft keine Aenderungen ein. Tagesgeld noch gefragt und unverändert 2,75 v. H.
Abendbörse gut behauptet
Nach dem verhältnismäßig lebhaften Geschäft an der Mittaasbörse entwickelte sich im Abendbörsenverkehr infolge der nur wenig vorliegenden Kundenaufträge nur sehr stilles Geschäft, doch erhielt sich die gebesserte Haltung.
Die Kurse am Aktienmarkt lagen überwiegend gut behauptet oder noch um Prozentbruchteile höher. Verhältnismäßig belebt waren am Montanmarkt Laurahütte mit 12,90 bis 13 (12,40); Rhein« stahl gewannen 0,25 o. H. auf 133,75, Deutsche Erdöl 0,50 v. H. auf 122, Bereinigte Stahl und Mannesmann lagen mit 109,50 bzw. 109 ebenso roid Buderus mit 103 gut gehalten. Don Maschinen- werten stiegen Demag in Angleichung an Berlin um 1.50 v. H. auf 144, ferner MAN. um 0,25 v. H. auf 140,75 und Rheinmetall um 0,25 v. H. auf 129,50, Adlerwerke mit 105,50 und BMW. mit 147 lagen unverändert. IG. Farben notierten bei kleinern Umsatz wie mittags mit 149,75. Im einzelnen kamen u.a. Bemberg mit 131,50 (131), Gesfiirel mit 133 (132,50), Metallgesellschaft mit 114,25 (114) und Westdeutsche Kaufhof mit 102,75 (102) zur Notiz«
Bon Renten bröckelten Reichsaltbesitz 0,13 v. H< ab auf 129,75. Bon Industrie-Obligationen gewannen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 0,25 v. H. auf 88,25, 6 v. H. IG. Farben unverändert 121,25, ebenso 4Vi v. H. Deutsche Eisenwerke mit 95,50, ferner 6 v. H. Großkraft Mannheim mit 103 und Reichs- bahn-Borzugsaktien mit 123,25. Kommunal-Umfchul- düng etwa 93,25.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 14. März. Auftrieb: Kälber 849 (gegen 909 am 7. 3.), Hümmel und Schafe 71 (442), Schweine 3831 (3505). Notiert wurden ie 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 61 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 33 bis 40 (30 bis 40)- Hammel bl) 45 bis 50 (49 bis 50), b2) 42 bis 44
(43 bis 45), c) 30 (35 bis 42). Schafe a) 41 bis 42
(40 bis 42), b) 38 bis 39 (33 bis 39), c) 30 bis 32
(20 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57.50
(57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52.50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel Schafe mittet
Günstige Entwicklung
der Spar- und Oarlehnskaffe Beuern.
00 Beuern, 14.März. Die hiesige Spar• und Darlehenskasse hielt tm Saale von Dietrich ihre Jahreshauptversammlung ab. Direktor Altbürgermeister Linsen st ruth gedachte zunächst der neun im verflossenen Jahre verstorbenen Mttglieder und erstattete dann den Bericht des Bor- stanoes, dem zu entnehmen war, daß die Kasse im verflossenen Jahr ein starke Aufwärtsbewegung zu verzeichnen hatte. Die Zahl der Mitglieder ist von 445 auf 451 gestiegen. Die Gesamthaftsumme betrug Ende 1938 = 225 500 Mark. Der Umsatz hat sich gegenüber dem Borjahr um 1 Million Mark erhöht und betrug im vergangenen Geschäftsjahr 3 791 818 Mark. Diese Entwicklung zeigt deutlich den wirt- schafttichen Aufstieg. Die Gesamteinlagen belaufen sich auf 567 141 Mark; sie sind gegenüber dem Bor- jähr um 64 000 Mark gestiegen und verteilen sich auf 1000 Sparbücher. Dank Des Zuflusses an Mitteln konnte 1938 das Kreditbedürfnis der Mitglieder restlos befriedigt werden. Es wurden 49 Kredite im Gesamtbettag von 52 259 Mark gewährt. Der Wert- papierbestand wurde durch Reichsschatzanweisungen im Betrage von 10 000 Mark auf 42 213 Mark erhöht. Die Geschäftsguthaben sind um 3800 Mark gestiegen und betragen jetzt 15100 Mark. Die Reserven haben sich um 1400 Mark auf 24 400 Mark er» höht. Dem Wertberichtigung Skonto wurden 4500 Mark üb erwiesen, so daß es jetzt 8000 Mark beträgt. Anschließend dankte Direktor Linden st ruth allen Mitarbeitern für ihr Wirken und ermahnte die Mitglieder, der Genossenschaft auch weiterhin die Treue zu hatten. Rechner Stein gab sodann die Bilanz bekannt. Die Bilanzsumme hat sich um 70 000 Mark erhöht und beträgt 621 206 Mark. Der Kassenbestand betrug am Jahresschluß 17 687 Mark. Die Unkosten beliefen sich auf 0,82 v. H. der Bilanzsumme. Die Schulsparkasse verzeichnete 1150 Mark. Die gesamten Einlagen der Schulsparkassen belaufen sich auf 3600 Mark. Die Gewinn- und Berlusttech- nung schließt mit 32 814 Mark ab. Der Reingewinn beträgt 3518 Mark. Dem Winterhilfswerk wurden 50 Mark überwiesen. Für jeden Geschäftsanteil gelangen 5 Mark zur Auszahlung, der Rest wird dem Reservefonds und der Betrtebsrütflage überschrieben. Jahresbericht-und Bilanz wurden von der Berfammhmg gutgeheißen. Den Abschluß des Abends bildete em kameradschaftliches Beisammensein.
Generalversammlung
-es Creditvereins Heuchelheim.
Am vergangenen Samstag hiett der Credit- verein Heuchelheim feine 141. ordentliche Generalversammlung in der Gastwirtschaft „Zum Treppchen" zu Heuchelheim ab. Aus der vorgelegten Jahresrechnung sind folgende Zahlen zu entnehmen: Die Genossenschaft arbeitete zum 31. Dez. 1938 mit 475 Mitgliedern. Der Bestand an Wertpapieren betrug RM. 186 827,00, die sich nach Angabe in neuer Rechnung um weitere RM. 50 000,00 erhöht haben. Die Bankguthaben beliefen sich auf RM. 145 531,00. Die Forderungen in laufender Rechnung sind mit RM. 512 261,00 und die Hypotheken und Grund- schulden mit RM. 955803,00 ausgewiesen. Die Spareinlagen haben sich gegen das Vorjahr um RM. 166 000,00 erhöht und stehen mit RM. 1 518 470,00 in der Bilanz. Die ausgewiesenen Reserven betragen RM. 50 053,00 und erhöhen sich durch Zuschreibung aus dem Reingewinn um RM. 4000,00. Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrug RM. 9 741 598,00. Diese Zahlen geben ein Bild von der Bedeutung dieser sich in steter Aufwärtsentwicklung beftndlichen Genoffenschaft. Die derzeitigen Geschäftsräume der Kasse sind für ihren Geschäftsverkehr schon lange unzureichend. Dieser Mißstand ist in den letzten Generalversammlungen schon öfter erörtert worden und die Verwaltungsorgane wurden schon früher beauftragt, eine Aenderung zu schassen. Es ist nun beabsichtigt, auf einem bereits erworbenen, sehr geeigneten Grundstück einen Neubau zu errichten, der den Erfordernissen der Kasse entspricht.


