Nr. 65 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch, 15. März M9
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Aus der Stadt Gießen.
Frohes Lachen.
Die Menschen haben ihre Eigenheiten, ihre Schwächen. lieber viele müssen wir lächeln. Aber aufregen sollte man sich darüber nicht. Einige Absonderlichkeiten können wir freilich uns selber, auch unfern Freunden, vor allem aber unsern Kindern abgewöhnen. Allerdings nicht mit starkem Spott, sondern mit Liebe und freundlicher Zusprache.
Bei erwachsenen Menschen betrachten wir diese empfindlichen Stellen mit gebührender Rücksicht und denken dabei immer an das Wort: Wir sind allzumal i Sünder! Es muß auch Originale geben, sonst wäre es zu langweilig auf der Erde.
Jeder von uns hat schon einmal im Leben eine Dummheit, vielleicht gar eine große Dummheit gemacht. Das kann für viele ein Grund sein, uns etwas zu hänseln. Ich sage, es kann so sein; denn in den meisten Fällen hängt es doch von uns selbst ab. Es gibt einmal keinen größeren Fehler, als den, daß wir eine solche Dummheit, oder auch mehrere, nicht eingestehen. Seien wir doch ganz ehrlich gegen uns und gegen andere! Sagen wir offen: „Ja, es war eine Dummheit. Aber wer von euch hat noch keine gemacht?" Dann ist dem Spott und der späteren Ver- Ulkung schon vorgebeugt.
Eines Tages freilich taucht die Geschichte noch einmal auf, gewissermaßen als Probe für uns. Diese Probe muß von uns bestanden werden. Wir müssen herzlich mit den andern lachen, wir lassen uns sogar einmal richtig auslachen. Die Sache wird dann bald i vergessen sein.
Wenn wir zusammen lachen, dann sind wir Gefährten der Freude. Das Lachen steckt an, vertreibt den Aerger, und neue Kameradschaft blüht auf. Alle Fröhlichkeit ist gesund und aufheiternd wie ein rauschender Bergbach, und kräftigt uns wie das junge Sonnenlicht im Frühling.
Wir lachen zusammen im Theater, bei einem lustigen Vortrag, wir lachen mit guten Freunden, aber auch mit wildfremden Menschen, wie es gerade die Gelegenheit gibt.
Richtig lachen können, das ist eine Gabe, die wir tms erhalten sollten. Noch herrlicher ist die Gabe, andere Menschen zum Lachen zu bringen, Freude in eine Gesellschaft zu tragen.
Jeder Mensch, der tief innerlich mit sich selber Frieden hat, kann auch lachen; denn das rechte Lachen quillt nur aus der Tiefe, aus einem frohen Herzen. Es darf nicht gekünstelt oder gemacht sein. Es muß hervorrauschen hfie der sprudelnde Bach zwischen den Felsen.
Nichts ist aber auch kleinlicher wie die große Empfindlichkeit, die manchen Volksgenossen auszeichnet, wenn einmal über ihn gelacht wird. Beleidigt und voll Aerger stellt er sich dann abseits und stört das Zusammensein.
Ueber andere lachen kann jeder. Aber wir müssen auch ohne jede Empfindlichkeit stillehalten, wenn wir gelegentlich einmal ausgelacht werden. H.
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Ballettabend der Tanzgruppe". — Gloria-Palast (Settersweg): „Nanvn". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Nacht der Entscheidung". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus nm Brand.
Zum letzten Mat ..Ballettgruppe der Tanzgruppe".
Heute abend findet zum letzten Mal der „Ballettabend der Tanzgruppe".statt. Das Programm sieht vor: Des Kaisers neue Kleider, Ballettpantomime oon Jean Franxaix, Tanzphantasie von Julius Weismann und Bunte Tänze. Choreographie Thea Maaß. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 23. Vorstellung Her Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. - ■ — -
Traurige Geschichte vom Nilpferd Huberta.
Das Ende
einer südafrikanischen Berühmtheit.
Huberta war das berühmteste Nllpserd, das Südafrika je hervorgebracht hat. Hubertas wegen gab <s Anfragen im Parlament der Union, und als sie starb, wurde Halbmast geflaggt. Ihre Geschichte und ijr trauriges Ende wird von Bridget Carey in her Zeitschrift „Answers" erzählt, mit der Versiche- mng, daß alles auf Tatsachen beruht.
Huberta lebte mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kinderchen an den Ufern des Flusses Umsolozi. Cie war ruhiger und friedlicher Gemütsart, und niemand hätte gedacht, daß sie je auf Abenteuer aus- -ehen würde. Und doch geschah es. Eines schönen Morgens nach einer kleinen ehelichen Auseinander- stzung mit Hubert, ihrem Gatten, trollte sie sich beleidigt zum Fluß hinunter und schwamm auf und davon. Eine Weile ging ihre Reise friedlich von- flatten. Sie ließ sich in der warmen Mittagssonne an der Oberfläche des Wassers treiben. Die Wanderbst Überkam sie, und sie schwamm weiter und i n«eiter. Aber als die Sonne unterging, wurde es : pvtzlich kühl. Huberta kletterte ans Ufer und setzte ilre Wanderung zu Fuß fort. Das Land dehnte sich m gleichmäßigen Wellenlinien aus, bedeckt mit einem grünen Teppich und Zuckerrohr.
Plötzlich stutzte Huberta. Grade vor ihr war ein Lcht. Der Mond konnte es nicht sein; es stand 31 niedrig, und es hatte auch nicht die richtige Form;
war viereckig. Huberta bahnte sich ihren Weg durch das Zuckerrohr. Das Licht wurde größer, und jegt konnte sie Gestalten sich davor bewegen sehen. Lor dem erleuchteten Fenster des Farmhauses hielt ii; an und starrte und starrte. Sie hatte noch nie ! Nenschen gesehen. Die Gestalten drinnen aßen. Hu- ' btrta fühlte auf einmal, daß sie hungrig war. Eine Veile blieb sie sitzen und blickte durch die Scheibe. & war ein niedriges Fenster und sie konnte ihren Kops grade bequem auf dem Sims ruhen lassen. Ä-er dann bekam sie Lust mitzuessen, und mit tiinem lauten und freundschaftlichen Brüllen ver- juchte sie durchs Fenster zu steigen. Einen Augenblick lang herrschte im Zimmer entsetztes Schweigen. Sknn kreischte eine Frau. Huberta zog sich ein paar Schritte zurück und wartete auf das, was nun kvm- n n würde. Ein paar Minuten später traten zwei Männer mit Gewehren aus dem Hause. Ein Jn- fiift sagte Huberta, daß dies eine schlechte Wendung
Das EHW. im Gau Hessen-Nassau im Ausbau.
NSG. „Wenn alle Volksgenofsen mithelfen und wenn jeder versteht, daß nun einmal heute Deutschland nicht reich genug ist, Abfälle beiseite zu werfen, sondern daß diese Abfälle gesammelt werden müssen, um sie den Mästereien der Städte zuzuführen, bann werdet ihr dafür auch sehen, daß die Fettlage sich bessern wird. Wir sind nun einmal in einer Festung. Deutschland ist ein Volk ohne Raum. Da heißt es „Alles und das Letzte" einzusetzen"-
Diese Worte des Beauftragten für den Vierjahres- plan, Generalfeldmarschall Hermann Göring, anläßlich seiner Rede am 28. Oktober 1936 im Berliner Sportpalast, riefen das ganze deutsche Volk zur Mitarbeit und Teilnahme an dem Ringen um Deutschlands Nahrungsfreiheit auf. Daß dieser Ruf an das deutsche Volk nicht ungehört verhallte, beweist der vorbildliche Stand des Ernährungshilfswerkes.
Schon im Frühjahr 1937 wurde zunächst versuchsweise in Darmstadt mit der Einrichtung von Großmästereianlagen begonnen. Im Spätsommer des gleichen Jahres war bereits in gemeinsamer Arbeit der NS.-Volkswohlfahrt, als der mit der Durchführung des EHW. beauftragten Organisation, und der Stadt Darmstadt der Neubau einer modernen Groß- ntäftereianlage fertiggestellt und in Betrieb genommen. Ende 1937 konnte das Ernährungshilfswerk in unserem Gau schon 13 teils größere und teils kleinere Mastbetriebe mit rund 2000 Schweinen aufweisen. In den Städten Gießen, Hanau, Mainz und Offenbach wurden ebenfalls Neubauten für das EHW. fertiggestellt. Einige weitere größere und kleinere Stadtgemeinden hatten in Pachtstallungen ihre EHW.-Mästereien untergebracht. Außerdem waren verschiedene Mästereien, z. B. in Frankfurt am Main, im Bau.
Für die verhältnismäßig kurze Zeitspanne war Gewaltiges geleistet. Das Erreichte ließ jedoch die NS.-Volkswohlfahrt auf ihren Erfolgen nicht ausruhen. Wenn die zufriedenstellenden Ergebnisse etwas zur Folge hatten, so war es für die NSV. der Ansporn zu weiteren und bedeutenderen Leistungen mit dem Ziele einer möglichst raschen Erfüllung der Forderung des Beauftragten für den Vierjahresplan.
Selbst bei Boraussetzung des stärksten Einsatzes aller verantwortlichen Stellen für das Ernährungshilfswerk ist cs geradezu erstaunlich, daß Ende des Jahres 1938 schon 53 Mästereien in Betrieb waren. Diese 53 Mästereien des Gaues Hessen-Nassau hatten rund 6200 Schweine zur Mast aufgelegt. Der Bestand wurde inzwischen auf 6500 Tiere erhöht, und noch immer ist durch Inbetriebnahme weiterer Mästereien die Aufnahmefähigkeit für Schweine im Ansteigen. Schon Mitte 1939 werden laufend rund 9500 Schweine eingelegt werden können. Es ist deshalb der Zeitpunkt nicht mehr fern, an dem das Ernährungshilfswerk die seinerzeit bei Beginn des Bierjahresplanes der NSB. zur Berpflich- tung gemachte Aufnahmeziffer von jährlich 20000 zusätzlich zu mästenden Schweinen im Gau Hessen-Nassau nicht nur erfüllt, sondern bereits weit übersteigen wird. Da im Jahre im Durchschnitt mit 2% Mastperioden gerechnet wird, bedeutet dies, daß schon im Jahre 1939 etwa 23000 Schweine allein in unserem Gau als zusätzliche Leistung der Fleisch- und Fettversorgung unseres Bolles zugeführt werden können. Bis heute wurden 10000 Schweine aus Beständen des Ernährungshilfswerkes zur Schlachtung gebracht.
Das Ernährungshilfswerk legt im Gau Hessen- Nassau für die NS.-Volkswohlfahrt einen stolzen Rechenschaftsbericht ab. Etwa Mitte des Jahres werden 68 Mästereien in Betrieb sein. 12 neue Mästereien sind noch im Bau. Eine große Anzahl von gepachteten Mästereien steht dem EHW. zrn Verfügung. Das Ernährungshilfswerk im Gau Hessen- Nassau steht neben den Großstadtgauen Berlin und
Hamburg an erster Stelle und wird in unaufhaltsamer Entwicklung weiterschreiten.
Auf Weisung des Beauftragten für den Vierjahres- Plan hat der Reichsminister des Innern die Einrichtung des Ernährungshilsiswerkes in allen Städten und Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern bis zum 31. März 1940 angeordnet. Es besteht kein Zweifel, daß bis zu diesem Zeitpunkt auch die letzte der in Frage kommenden Gemeinden durch das WHW. erfaßt und int Besitze einer größeren oder kleineren Schweinemastanlage ist.
Gauleiter Sprenger, der allen NSV.-Arbeiten ein unermüdlicher Förderer war, schenkte dem Ernährungshilfswerk vom ersten Tage an seine beson
dere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Der Gauleiter hat nie Unklarheit darüber gelassen, daß er dem EHW. größte Bedeutung beimesse und daß er streng darauf achtet, daß von den verantwortlichen Stellen den Forderungen des Vierjahresplanes raschestens entsprochen wird.
Als Generalfeldmarschall Glöring seinerzeit seinen „Ruf an das deutsche Volk" erließ, hat niemand daran gezweifelt, daß die von ihm aufgestellten Forderungen für den Vierjahresplan restlos erfüllt würden. Die NSV. im Hau Hessen-Nassau wird melden können, daß sie den ihr gestellten Auftrag über die ursprünglichen Forderungen hinaus erledigt hat.
Unsere Soldaten im Dienste des WHW.
Mittagessen am »Tag der Wehrmacht", LS.März, aus den Feldküchen.
Im Rahmen der Veranstaltungen unserer Garnison am „Tag der Wehrmacht" am 18. und 19. März, über deren Vorbereitung wir schon mehrfach berichteten, wird am Sonntag, 19. März, auch Gelegenheit sein, aus den Feldküchen unserer Soldaten das Mittagessen einzunehmen. In allen Küchen wird das bekannte gute Eintopfgericht Erbsen mit Speck gekocht. Ab 11 Uhr erfolgt die Ausgabe des Essens an die Besucher in den Kasernen, zugleich auch an zahlreichen Plätzen in der Stadt an diejenigen Volksgenossen, die während der Sonntag-Vormittagstun- den zu Hause bleiben und in ihren Wohnungen das Mittagessen einnehmen wollen. Die Besucher in den Kasernen erhalten das Essen zum Preise von 25 Pf. je Teller, bei der Ausgabe aus den Feldküchen auf den verschiedenen Standortplätzen in der Stadt kostet die Portion (die ebenfalls zwei Tellern entspricht) 50 Pf. Hornisten zeigen durch Signalblasen in der Stadt an, daß die Feldküchen zur Ausgabe des Mittagessens bereitstehen.
Die Standplätze der Feldküchen zur Essenausgabe in der Stadt sind wie folgt festgelegt worden: Vor der Universität in der Ludwigstraße, beim Torhäuschen am Seltersweg, vor dem Hotel Schütz in der Bahnhofstraße, vor dem Liebigbau in der Liebigstraße, Frankfurter Straße / Ecke Klinikstraße, Marktlauben am Brandplatz, Schiffenberger Weg / Ecke Gnauthstraße, Plockstraße, Marktplatz, Marktstraße/Ecke Neustadt, vor der Prooinzial- Pflegeanstalt in der Licher Straße, Moltkestraße/Ecke Kaiserallee, Memeler Straße, Platz der Standarte in der Senckenbergsttaße, in Wieseck, Rodheimer Straße/Ecke Krofdorfer Straße, Wernerwall/Ecke Schillerstraße, Ludwigsplatz, Liebigstraße/Ecke Ebel- sttaße, Werrastraße. Wer nicht mit einem Topf oder dergleichen an der Feldküche erscheinen kann — z. B. Junggesellen — kann dort für 5 Pf. einen Hartpapierkübel zur Aufnahme seines „Schlages" erhalten.
Während der Zeit des Eintopfessens finden in der Stadt Standkonzerte statt. Das Musikkorps II/Kampfgeschwader 15 5 spielt an folgenden Zeiten an den nachstehenden Plätzen: 11 bis 11.20 Uhr vor der Persil-Uhr/Ecke Kaiserallee, 11.30 bis 11.50 Uhr Schiffenberger Weg / Ecke Gnauthstraße, 12 bis 12.20 Uhr vor dem Liebigbau in der Liebigstraße, 12.30 bis 12.50 Uhr in der Frankfurter Straße/Ecke Klinikstraße. Das Musik- korps JR. 116 spielt von 11 bis 11.20 Uhr auf dem Platz der SA.-Standarte in der Senckenbergstraße, von 11.30 bis 11.50 Uhr in den Marktlauben, 12 bis 12.20 Uhr Rodheimer Straße/Ecke Krofdorfer Straße, 12.30 bis 12.50 Uhr in der Werraftraße.
Während der Essenausgabe und der Standkonzerte an den Feldküchen werden Sa m m l e r der DAF., Abteilung Wehrmacht, und des NS.-Reichs- kriegerbundes, sowie des NS.-Fliegerkorps Spenden für*das WHW. entgegennehmen.
Vorführungen der Infanterie.
In den Kasernen unseres I. - R. 116 werden die Besucher bei der Kasernenbesichtigung am Sonntag mancherlei interessante Vorführungen erleben können bzw. werden sie Gelegenheit haben, sich selbst eifrig zu betätigen. U. a. ist folgendes geplant: Vorführung von Reitabteilungen, Aufstellung eines Scherenfernrohrs, Blink- und Nachrichtenverbindung, Jnfanterie-Spähdienft, Funk-Sprechoerkehr, Kleinkaliberschießen, sportliche Vorführungen verschiedener Art, Springen von Remonten, Feueralarm eines Bataillons, Fahrten mit Krümperwagen, Exerzieren eines MG.-Halbzuges und Flug
SPITZENLEISTUNG
OPEL
zeugbeschuß vom Fahrzeug aus, Schießen der Besucher mit MG., Kinderreiten, Kleinkaliberschießen mit Geschütz, Kübelfahren und Panzerwagenfahren, Geschicklichkeitsfahren mit allerlei Vorführungen. Ferner sind Führungen durch die Kasernen vorgesehen, bei denen sich jeder überall umschauen kann. Es ist also ein reichhaltiges Programm, das von unseren Infanteristen vorbereitet ist und an dessen Durchführung die Besucher selbst zum größten Teile als Handelnde beteiligt sein sollen. Alle diese Unterhaltungen werden den Besuchern sicherlich viel Freude bereiten.
lieber die Vorbereitungen der Flieger und der A r t i l l e r i st e n haben wir gestern bereits berichtet.
Monatsappell der ehem. Kavalleristen
Bei dem Monatsappell der Kameradschaft ehem. Kavalleristen im „Bayrischen Hof", an dem sich auch Kameraden des Reiterzuges des JR. 116 beteiligten, gedachte der Kameradschaftsführer Ernst Hartmann des verstorbenen Kameraden Kutschrad, der mit 84 Jahren der Netteste der Kameradschaft war. Die ehemaligen Kavalleristen werden den aktiven Kameraden am „Tag der Wehrmacht" bei der Sammlung für das WHW. helfen. Die Kavalleristen werden, soweit Pferde zur Verfügung stehen, in den alten Friedensuniformen und evtl, zu Pferd den Marsch der aktiven Truppe begleiten bzw. die Straßensammlung durchführen. Am Reichskriegertag in Kassel nimmt eine Abordnung teil. Dem Kameraden Weißmann wurde anläßlich seines 60. Geburtstages und für feine treue Zugehörigkeit zur Kameradschaft ein Präsent überreicht.
sei, obwohl sie noch nie vorher ein Gewehr gesehen hatte, so watschelte sie davon und versteckte sich. Die Suche dauerte nicht lange. Jemand zog einen Vorhang vor das Fenster, und Huberta ging langsam zum Fluß zurück.
Aber am nächsten Morgen wiederholte sie ihren Besuch. Diesmal versuchte sie es an der Küchentür und brachte durch ihr Erscheinen den Koch fast vor Schrecken um. „Baas, Baas!" schrie er gellend, „ein Ungeheuer ist an der Tür! Komm schnell!" Auge in Auge betrachteten der Farmer und Huberta sich gegenseitig. Huberta ließ ihren ganzen Charme spielen. Sie blinzelte ihm mit ihren kleinen Schweinsäuglein zu, sie trat ein paar Schritte zurück und scharrte kokett im Sand. Dann nahte sie sich ihm wieder von seitwärts und öffnete dabei ihren Mund zu einem lauten Begrüßungsbrüllen. Im gleichen Augenblick warf der Farmer feinen Kopf zurück und lachte.
Während der nächsten Monate verbreitete sich Hubertas Ruhm. Ihr Name füllte die Schlagzeilen der Zeitungen. Die Schriftleiter kürzten den neuesten Mordbericht, um ein oder zwei Spalten für sie übrig zu behalten. In wenigen Wochen wurde sie die am meisten photographierte Dame von Südafrika. Doch bewahrte sie eine gewisse Zurückhaltung. Wenn jemand ihr zu nahe kam, kehrte sie ihm den Rücken zu und ging würdevoll davon. Und eines Tages bekam sie Sehnsucht nach Hubert und den Kleinen. Sie wanderte meilenweit. Als sie müde wurde, legte sie sich zum Schlafen in ein Maisfeld. Beim Aufwachen war sie hungrig und begann, von dem Mais zu frühstücken. Zum Unglück für Huberta gehörte das Feld einem neu Zugezogenen. Er kam aus einem Lande, wo Hasen häufiger sind als Nilpferde, und als er ein riesiges Tier feinen Mais ernten sah, bekam er einen großen Schreck. Zeitungen pflegte er nicht zu lesen, und so wußte er nichts von Hubertas volkstümlichen Gewohnheiten. Huberta war weiter gewandert als ihr Ruhm.
Mit einem großen Bündel Maiskolben, das aus einer Ecke ihres Mundes ragte, näherte sich Huberta ihrem Wirt, um ihm für ihr Frühstück zu danken. Als sie ziemlich nahe war, zielte er und schoß. Huberta taumelte, stürzte. Einen Augenblick verlor sie das Bewußtsein; aber sie wußte noch, daß sie zum Fluß müsse. So schleppte sie sich vorwärts. Mit letzter Kraft kam sie bei Hubert an. Er pflegte sie, so gut er konnte, aber sie war zu Tode getroffen, und nach ein paar Stunden starb sie. Jemand hatte gesehen, wie der Mann sie schoß, und die Kunde von ihrem Tode verbreitete sich. Ganz Südafrika trauerten um sie, und chre Freunde, die Farmer, drohten, den Mörder zu lynchen. Obwohl sie nicht
so weit gingen, wurde er doch so unbeliebt, daß er seine Farm verkaufte und das Land verließ. Was aber aus Hubert und den Kleinen geworden ist, weiß niemand. B.
Nie Geburtstagsfeier.
Von Oskar G Koerster.
Es war ein regelrechter Ueberfall. Der Schauspieler Gensicke war der Anstifter. Irgendwie hatte er herausbekommen, daß unser gemeinsamer Freund Theo Ballermann, Vortragskünstler und Humorist, heute seinen 35. Geburtstag feierte. Das heißt — er feierte ihn eben nicht, sondern verschwieg uns allen dieses Ereignis, um sich die Kosten einer netten Feier zu ersparen. Und dafür wollten wir uns rächen.
Um acht Uhr abends standen wir, sechs Mann hoch, vor der Wohnungstür im vierten Stock, Augusta- ftraße 48. Genficke dirigierte, brausend dröhnte unser Ständchen durch den Treppenslur.
Theo Ballermann begrüßte uns mit saurem Gesicht, er war offensichtlich unangenehm oon dem Lärm und unserem Erscheinen berührt. Aber er ertrug geduldig unsere Glückwünsche und hinderte uns nicht daran, in sein Wohnzimmer einzudringen.
„Wo bleibt das Geburtstagsesfen? Wo der Wein?" fragt Gensicke. Mit entsetzter Miene stürzte die alte Wirtschafterin Ballermanns, Frau Hupp, herein.
„Meine Herren!" rief sie beschwörend, „wir sind doch gar nicht auf Gäste vorbereitet. Und die Geschäfte sind doch zu! Und Geld haben wir auch nicht."
Wir lachten schallend und begehrten im Sprechchor zu essen und zu trinken. Ballermann hatte sich gefaßt. Er spräche leise mit Frau Hupp, die nach einer Weile verschwand.
„Ihr sollt sogleich bewirtet werden, meine Freunde!" versprach Ballermann. „Geduldet euch ein wenig. Vielleicht singen wir inzwischen nocy was."
Gut, wir sangen, daß die Wände zitterten. Und auch Ballermanns bittere Miene schwand dahin, als eine halbe Stunde später Frau Hupp erschien und den Tisch deckte. Sie keuchte unter der Last der Speisen und Getränke. Kalte Platten, Braten, Fisch, herrliche warme Würstchen, Salate — Teusel nochmal, dieser Ballermann hatte uns doch wieder zum besten gehalten! Natürlich war er auf unser Kommen vorbereitet gewesen, und seine Ueberraschung war nichts als Heuchelei! So ein Humorist yat es eben stets faustdick hinter den Ohren sitzen.
Eine Batterie von erlesenen Flaschen folgte den Speisen, und unser Wortführer Gensicke feierte in dankbarer, launiger Rede den Jubilar, feinen sonnigen Humor und seine Güte und Freigebigkeit. Dann stießen wir zusammen auf Ballermanns Wohl an. Die Gläser klangen noch oft zusammen, Ballermann rezitierte in glänzender Laune seinen von Tausenden belachten Schwank vom „letzten Droschkenkutscher", und die Stimmung stieg in einem Maße- daß selbst der ernsteste von uns, der Lyriker Kabuschek, eine Reihe äußerst origineller Handstände vorführte.
Gegen 1 Uhr war die letzte Flasche geleert, und wir nahmen Abschied. Gerührt dankten wir unserem Gastgeber für dies unerwartet solenne Festmahl. „Es war für uns eine schöne Ueberraschung!" sagte Gensicke.
Ballermann lächelte geschmeichelt.
„Die schönste Ueberraschung habe ich bis zuletzt für euch aufgespart!" sagte er und führte uns in den Korridor.
„Wwwwo ..., wo ... is denn m .. mein Mantel?" stotterte der ein wenig an gesäuerte Kabuschek und hielt sich an einem der leeren Kleiderhaken fest.
„Mensch, Ballermann!" schrie Gensicke und hiett sich die Seiten, „du hast unsere Mäntel versteckt!"
„Keinesweg!" erklärte Ballermann ruhig. „Ihr könnt sie im .Heidelberger Quell', gleich nebenan, abholen."
Wir sahen ihv starr an. Selbst unserem Gensicke verging die Sprache.
„Na ja!" sagte Ballermann, „ihr wolltet essen und trinken. Geld habe ich Feins, aber der Wirt vom .Heidelberger Quell' nahm eure Mäntel ganz gern in Zahlung. Sechsunddreißig Mark fünfzig kosteten die Platten und die Weine, jeder von euch hat ungefähr sechs Mark zu zahlen. Bis übermorgen will der Wirt die Mäntel aufbewahren ...
Fünf Minuten später lösten wir im „Heidelberger Quell" unsere Mäntel ein. Es war bitter kalt, wir konnten nicht bis übermorgen warten.
So ist Ballermann. Kann man ihm deshalb böse fein?
Hochschulnachrichten.
Der nb. ao. Professor und Lektor für Theaterwissenschaft Dr. Carl N i e ß e n wurde zum beamteten außerordentlichen Professor ernannt und ihm der Lehrstuhl für Theaterwissenschaft an der Universität Köln übertragen. Damit ist der erste planmäßige Lehrstuhl für Theaterwissenschaft an einer deutschen Universität besetzt.


