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jung nach dem Muster von 1914 auf der ganzen Linie mißlungen ist. Sowjetrußland hat die Fisundschaft Deutschlands derjenigen Großbritan- Wns vorgezogen, weil es nicht noch einmal für Englands Interessen verbluten will. Italien steht in un- Mndelbarer Freundschaft ,311m deutschen Volke. Fast sämtliche Staaten Südosteuropas sind mit uns be- srlundet oder wenigstens durch wirtschaftliche Ab-
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1 <m Schkls rudern Knäkenten; ich höre es an ktrt breiten hohen Ouäh — knäh, das öen Ohren Ipcrfamer als das rasche und wechselvolle Gelarm i-’t großen Wildente erklingt. Es sind scheue Lur- jhm, die auf Abstand halten; pfeilschnell und lautes fliegen sie. Um so mehr Freude macht s, ste tinntal im Mick zu fangen: weiß gestreifl' mit Jaugrauem Schimmer auf bronzenem Kleid. — Turteltauben girren in den Buchen über mir, das v der rechte Segen für die herbstliche Zärtlichkeit teer Knäkenten, die, so heißt es, von allen Wasser- ^eln die eifrigsten Eheleute sind. Nun mohl, die 2irder sind groß urtb flügge, man hat wieder Ruhe W einander und fühlt sich noch jung und sonnen- Wlenen.
Dom See, aus dem Wasser und Land im Glanz -rs-rmmenschmelzen, rudert das dunkle Boot eines Äschers herüber. Mitunter kommt ein Glanz weit k so daß der Kahn von den jenseitigen Hügeln rer er zu fahren scheint. Dann wieder schn erdet er Inseln treibender Blätter und sein Kielweg 51 ohne Fapbe. Möwen folgen dem Boot, sie schie
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Vögel im Herbst.
Von Hans Friedrich Blunck.
! Wer wagte zu entscheiden, welche Jahreszeit die shinste ist? Wer den Herbst nur von Sonntagen, otc den Winter nur vom Schlamm der Fahr- Ümme, wer den Frühling nur aus zarter Jugend- Üifce kennt — wie nM er urteilen?
Es sind nicht nur die Alten, die den Herbst für kti freundlichsten der vier Vettern halten. Mancher seiner Sonntage, die sich zwischen ausbrechen- h Nebeln öffnen, kann das Blut höher treiben is ein längst erwarteter Sommertag. Denn im Herbst tut man selbst noch einmal das Herz aus uti ist bereit zu verweilen, mehr als in anderen Sagen. Niemals ist man so dankbar für Wärme Ükr dem Kronenbraun der Wälder, und niemals J man enttäuscht, wenn sich der schöne Tag zu «hbe neigt.
der See liegt im Widerschein einer fahlen Sonne; ' «nmal in der Woche gehe ich von meinem Haus kn roten Weg zu seinem Ufer, wo norm Fährhof DH einige Tische stehen. Da nehme ich mir Z^it M Abschied von Vögeln und Wasserblumen, horche iw halbem Ohr, was der Herr Wirt an Neuem Deiß, freue mich ebenso, wenn er wieder ins Hous Hufen wird, und blinzele nach heißer Arbeitsuche recht behaglich ins letzte Sommerlicht.
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Die Kriegslage.
Von Major a. D. von Keifer.
Genau einen Monat nach dem Beginn des Fekd- üUges in Polen, am 1. Oktober, sind die deutschen Knippen in Warschau eingerückt und hat sch der letzte Stutzpunkt polnischen Widerstandes Üe Halbinsel Hela, bedingungslos ergeben' Sind auch, rein operativ betrachtet, diese beiden Ereignisse nur von sekundärer Bedeutung, da der Feldzug längst entschieden war, so hat doch die Einnahme der Festung Warschau und die Brechung tes letzten Widerstandes großen Eindruck in der Nett gemacht und der Fiktion von einem noch be- fehenden polnischen Staate ein eindeutiges Ende breitet. Man braucht nicht Soldat zu jein, um die Rückwirkung der blitzschnellen Vernichtung des pol- Ascheu Heeres und der Besetzung Polens weit über Üe Weichsel hinaus auf die allgemeine Kriegslage zu begreifen. Der ungeheure Gewinn diejes Ver- iiichtungssieges im Verein mit dem neuen Pakt irit Sowjetrußland in militärischer, politi- sher und wirtschaftlicher Hinsicht hat das Deutsche Seich und Volk so gewaltig gestärkt, daß die Fort- fttzung des Krieges durch die Westmächte nur als eine Verblendung bezeichnet werden könnte.
ISehr starke deutsche Kräfte sind im O st e n frei ew 0 rden und nun zur Verstärkung anderer entstellen verfügbar. Darüber hinaus stehen Millionen ausgebildeter deutscher tänner zur Verteidigung des Vaterlandes berät; weitere Millionen, die sich in der Aus- b ldung befinden bzw. derselben harren, bilden dir Reserve. Können die Westmächte hoffen, dieses Rutsche Heer militärisch Niederzuringen? Und wenn st mit dieser Hoffnung etwa in den Krieg einge- fteien sind, in der trügerischen Annahme, das junge Kutsche Volksheer sei noch nicht genügend ausgebildet oder materiell ungenügend gerüstet oder es stche nicht fest hinter der nationalsozialistischen Taatsführung, so wird der eine Monat Krieg in Wen solche unsinnigen Gedanken in London oder Aris mit Stumpf und Stiel aus-gerottet haben. 6r hat bewiesen, daß bie deutsche Heeresführung 3u den höchsten Leistungen befähigt ist daß der deutsche Soldat aller drei Wehrmachts- tele an Tapferkeit und Draufgängertum, an Zähig- ktt und Ausdauer, an Disziplin und vor allem auch m taktischer Ausbildung unübertrefflich ist, kurz, daß bis deutsche Heer, wie Marschall Fach es genannt bt, noch immer „bas beste der Welt" ist. Grade auch diejenigen Waffengattungen, in denen urfere' Feinde früher einen gewaltigen Vorsprung hotten, die P a n z e r ro a f f e und die Luftwaffe, denen in England und Frankreich eine schlechthin entscheidende Wirkung zugesprochen wird, haben sich taktisch und technisch auf das äußerste bewährt. Was die Luftwaffe betrifft, so haben sich Engländer und Franzosen ja bereits mehrfach von ter Schlagfertigkeit und Ueberlegenheit der deutschen „Jäger" und „Flaks" überzeugen können. Alles in allem: die bisher im Kampf bewiesene Überlegenheit des deutschen Heeres und der deutschen Luftwaffe, im Verein mit der Stärke des brutschen Westwalls, läßt einen Durchbruchsangriff nuferer Feinde im Westen als völlig aussichtslos erscheinen.
Darüber sind sich anscheinend die Westmächte wch ganz klar, sonst wäre ihre bisherige „Krieg- fibrun-q" schwer verständlich. Aber sie haben offen- iar seit dem Weltkriege nichts zugelernt und glauben noch an die Möglichkeit der politischen Folierung Deutschlands mit ihrer verlogenen Alopaganda und an eine vernichtende Wirkung After Hungerblockade. Und doch weiß heute bie ganze Welt, daß ihnen die heiß erstrebte Einkrei-
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machungen mit uns verbunden. In den übrigen neutralen Staaten der Welt wächst von Tag zu Tag die Erbitterung gegen den Seeräuber Churchill, der skrupellos Handel und Wirtschaft in diesen Staaten zum Erliegen bringt.
Mit der politischen und damit auch wirtschaft- Uchen Abschnürung Deutschlands, um die England schon seit mindestens einem Jahre „mit heißem Bemühen" kämpft, ist es also nichts. Dem Deutschen Reiche, dessen kriegswirtschaftliche Lage schon durch die Wiedergewinnung seiner alten Agrar- prooinzen West preußen und Posen und des lndustriereichen Kohlenlandes Ostoberschlesien entscheidend verbessert worden ist, steht der Weg nach Nord-,, Ost-, Südost- und Südeuropa vollkommen 0 f । e n. Insonderheit das wirtschaftliche Abkommen mit dem an Nahrungsmitteln und allen kriegswichtigen Rohstoffen, vor allem auch an Oel, dem „Blut der Kriegführung", reichen Rußland schließt für England jede Möglichkeit der Aushungerung und Absperrung Deutschlands von notwendigen Kriegsmitteln völlig aus.
Ist somit Deutschland militärisch und wirtschaftlich unbesiegbar, so würde eine Fortsetzung des Krieges, wie ja auch der Führer in seiner Reichstagsrede betont hat, lediglich ein sinnloses Morden unb Blutvergießen bedeuten. England riskiert sehr viel mit diesem Kriege, seine Lage in Ostasien ist wahrlich nicht beneidenswert, in Indien und Palästina hat es mit Schwierigkeiten zu rechnen, im Mittelmeer hat sich die Machtlage sehr zu feinen Ungunften verändert, kurz, der Bestand seines Weltreiches steht auf dem Spiel. Nimmt man dazu die vom Führer betonte Tatsache, daß der Vorteil der Jnsellage im Zeichen des Luftkrieges verlorengegangen ist und daß der deutsche U-Bootkriea dem stolzen Briten, der für seine Ernährung und Kriegführung völlig auf überseeische Zufuhren angewiesen ist, einmal ein ähnliches Schicksal bereiten könnte, wie er es uns zugedacht hat, so ist schwer zu begreifen, welchen Nutzen sich England — und in seinem Gefolge Frankreich — von einer Fortsetzung des Krieges versprechen könnte.
England - Dämmerung.
Von Di-. Eugen Kühnemann, ehem. Professor an der Universität Breslau, Geh. Reaierunasrat.
In der Götterdämmerung versank eine alte Götterwelt in Asche, um einer Welt neuer Götter Platz zu machen mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Der letzte Sinn dieses Krieges ist die England-Dämmerung. Die Welt Englands versinkt und weicht der Welt einer desseren O r d n u n g. Die Welt Englands ist d i e W e l t des englischen Gedankens. Die neueren Jahrhunderte wirken wie eine Verschwörung, um England groß zu machen. Nun besitzen die Engländer nicht nur den vierten Teil aller bewohnbaren Erde. Man müßte nach dem Wort des großen Schweden Rudolf Kjellen auch alle Meere anstreichen mit dem englischen Rot. So umfaßt ihre Herrschaft beinahe vier Fünftel des Erdballs. Jeder vierte Mensch auf Erden ist in irgendeinem Sinne Glied des britischen Weltreichs. Aber es ist nicht diese äußere Größe, die das britische Lebensgefühl bestimmt. Engländer sein heißt einer Religionsgemeinschaft angehören, heißt, einem lebendigen Glauben zugeschworen sein. Der Glaube ist dieser: diese Ausbreitung der englischen Macht über die Erde ist das Glück der Erde, ist das Heil der Völker, bedeutet die Errichtung des Reiches der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit, der Freiheit, bedeutet die Errichtung des Reiches Gottes auf Erden. Wir sind das auserwählte Volk, Gottes größtes Werkzeug für das Gute. Das ist der englische Gedanke. Dieser Gedanke erlebt jetzt seine Götterdämmerung.
Der Gedanke ergibt einen eigentümlichen Begriff von Sittlichkeit. Der oberste Grundsatz der englischen Ethik lautet: Der englische Vorteil i ft bie Sittlichkeit. Denn Gottes Wille mit ber Welt ist ja Englanbs Größe unb Macht. Als bas britische Weltreich in erster Iugenbkraft emporstieg, lag in jenem Grunbsatz eine gewaltige Kraft ber Arbeit für bie „Bürbe des weißen Mannes", eine hohe Verpflichtung für die Förderung zurückgebliebener Völker. Seit das Reich alt unb satt geworben, keimt aus dem englischen Gebanken eine Gesinnung, bie zwischen Vorteil unb Sittlichkeit keinen Unterschieb kennt, bie Gesinnung schrankenloser Selbstsucht, bie Gewinngier bis zur Blutgierigkeit bebeutet unb rücksichtslos Völker verschlingt unb verbirbt.
Der englische Gebanke ist nicht christlich, fonbern jübisch. Was ben Juben nicht gelang, ist ben Eng- länbern gelungen. Die englische Demokratie ist bie Theokratie als Weltherrschaft aufgerichtet. Es ist kein Zufall unb keine bloße Verrücktheit, baß viele Englänber im Emst ber Uederzeugung sinb, bie verlorenen zehn Stämme Israels seien nach Eng- lanb aeroanbert unb bie Engländer also bie wahren Abkommen bes auserwählten Volkes. Es ist noch weniger ein Zufall, baß ber jubifche Einfluß in ber
englischen Plutokratie allmächtig ist, unb baß das internationale Judentum in England seine große Schutzmacht erblickt. Im englischen Denken gibt es keine Sittlichkeit, die in ihrer Heiligkeit unbedingt gebietet. Jedes Gebot ist bedingt im Vorteil des britischen Reichs. Daher die großartige Gabe ber Legenbenbildung, bie bie Welt beftänbig einfängt im Netz einer Erbichtung, nach ber jebesmal die Völker, bie Englanb bienen, gut, bie Völker, bie für Englanb eine Gefahr bilden, schlecht sind. Wer gegen England ist, empört sich gegen Gott und ben göttlichen Willen. Daher quillt aus bem englischen Denken mit Notwenbigkeit ber Strom ber Lüge. Männer, bie man für ehrenhaft hielt, werben Lügner ohne Rücksicht unb Gewissen, fobalb es gegen bie Gegner Englanbs geht. Balbwin hatte bie Stirn, bie ungeheuren Rüstungen Englanbs mit bem öeut= scheu Rüsten zu begrünben. Er verschwieg, baß Deutschlanb allein wehrlos war inmitten ber bis zum Wahnsinn gerüsteten Mächte. Selbst bie Lüge aber wirb unsicher in biefem Englanb bes Niebergangs. Man hat beinahe Mitleib mit ber Hilflosigkeit Chamberlains, ber nicht recht weiß, welche Lüge jetzt wohl noch verfangen mag unb es mit ben allerunwirksamsten versucht. Polen hat von bem beutschen Angebot nichts gewußt, Ribbentrop las zu schnell, ber englische Botschafter konnte nicht folgen, bie „Athe- nia" ist von einem beutschen Unterseeboot versenkt.
Englanb allein trug bie Schulb am Ausbruch bes Welkriege s. Die Weißbücher sprachen eine überbeutliche Sprache. Hätte Englanb auf bas aufbringliche Gerebe von Rußlanb unb Frankreich geantwortet: Wenn ihr in ben Krieg aeht, wir gehen ganz gewiß nicht mit, so blieb Europa ber Friebe erhalten. Darum mußte bie Lüge ber beutschen Schulb am Kriege ber Welt mit allen Mitteln unb jeber Niebertracht aufaeschwatzt werben. Aber damals beherrschte bas englische Nachrichtensystem bie Erbe. Dagegen gab es keine Hilfe. Der Runbfunk hat bas Monopol bes englischen Nach- ricbtensystems gebrochen. Alle Welt sieht sonnenklar, baß Englanb allein bie Schulb an b i e = f e m neuen Kriege trägt unb an allem Elenb, bas er mit sich bringt.
Die Erbe ist reif zur Ueberminbung bes englischen (Bebanfens, ber bie Welt auf bem Stanbpunkt ber silbischen Theokratie festhielt. Sie ist reif für eine neue Drbnung heiliger Sittlichkeit. Englanbs Rolle ijt ausge- spielt. Schiller jprach: „Isbes Volk hat feinen Tag in ber Geschichte. Der Tag bes Deutschen ist bie Ernte ber ganzen Zeit." Der Tag bes Deutschen ist cefommen. Das lügenhafteste ber Staatsgebilbe, bie Versailles schuf, ist bereits zusammengebrochen unter deutschen Schlägen. Versailles ist bie Lüge. Eine Welt ber Wahrheit will werben.
ßen tief darüber hinweg, steigen gegen das Sonnenlicht urtb leuchten auf wie Feuer fliegen.
Auch die Wildtauben haben einander jetzt genug Liebes gesagt, sie schweben sinkend aus ben roten Buchen unb ziehen am Uferrand entlang, bis sie in die Wintersaat eines Seechangs einfallen. Es ist, als hätten sie plötzlich Sorgen gefpürt unb trauten biefer mildwarmen und weißen Luft nicht, müßten sich rasch noch die Kröpfe füllen. Dabei hüllt sich, während ich ihnen nachschaue, jener Acker, der eben lichküberstrahlt balag, wirklich in eine stumpfe blaue Farbe. Das hohe Licht scheint die Erde nicht mehr zu erreichen, nur bie Birkenhänge glänzen rostbraun, als trügen sie einen Heiligenschein.
An ber xßinbe neben meinem Tisch pickt ein Kleiber. Er ist eifrig beschäftigt, so daß er kaum auf mich achtgibt. Zuweilen schielt er mißtrauisch 31U mir herüber, huscht blitzschnell um den Baum herum, kommt, den Kopf nach unten, wieder um bie Ecke, hat einen vertrockneten Kirschkern gefunden stopft ihn in eine Rinne ber Borke und klopft und pocht und hackt darauf los. Mit seinen schwarz- blauen Flügeln, dem fuchsroten Leib und dem graben Pfeilstrich vom Auge zum Hals ist er für mich einer ber schönsten unserer Vögel und ermuntert mit seinem „Kriedewiedewitt" freundlichst zum Gläschen. Denn es ist so, sagt der Wirt, daß der schone Doael Pirol nur immer „Bierhol n, Di erhol n schreit, das „Kriedewiedewitt" der Kleiber aber sei ein alter Lockruf zum Schnäpschen.
Ich muß wohl lachen über bie zarte Einladung. Da sehe ich beim Aufblicken, baß die Sonne nur nach wie eine blasse Scheibe am Himmel steht, daß über die Höhen graue Schleier ziehen und das Licht einhüllen. Ein Wetterumschlag! Man sieht, wie hinterm Vortrupp der Dünste sich ein Wolkew streif im Westen aufhebt. Und bann erblicke ich ein verwunderliches Schauspiel: Durch ben Wald ber Halbinsel, bie schräg vor mir m den See lauft, kommt ein klumpiges Gewölk erbhef gekrochen Es ist so dicht, daß man meint, es könne kein Nebel sein sondern ein Brand fei aus gebrochen und der Oualm dränge wirbelnd und ballend zum See ^nab Aber es ist wirklich nur Wolke, sie hüllt die Füße ber Buchen ein, sie quirlt hoher und loscht den Glanz ber Wipfel, sie wälzt sich über Boot unb See unb mäht das Schilf, das sich noch eben in ber Wärme wiegte. Und sie überbringt verdunkelnd den Garten, so daß Stühle unb Tische fneren. ferner rucken die Tauben, der Kleiber hat den letzten trockenen Kirschkern aufgefpalten, trommelt
mir zum Abschied noch einmal seine Kunst vor und ist, husch, von bannen.
Gerade darauf aber haben bie Meisen gewartet, die sich noch still hielten, solange die Helle herrschte. Jetzt hüpfen sie aus ben Uferroeiben — zwei, brei, nein, sieben schwarzbraune Nonnenmelsen. Sie schnurren ihr „Deckdeckdeck" blitzschnell herunter, flattern aus allen weißen Wickelköpfen der Büsche und überkugeln sich vor Vergnügen über das unsichtige Wetter. Da gibt es nicht Feind, nicht Freund; es ist, als fei in diesem dichten Nebel bie Welt nur für ihr Völkchen geschaffen. Deckdeckdeck — wie das huscht unb flitzt unb alle Rillen absucht und selbst den hohlen Kirschkern wendet und — da kommt der Wirt und macht eine warnende Verbeugung.
Ganz recht! Man schüttelt sich fröstelnd, der Sommer geht zu Ende.
Abendliches Intermezzo.
Von K. H. Waqgerl.
Es wirb Abenb, bie Sonne sinkt in einen Schleier aus lichtem Gewölk. Das ist jetzt ihre Brautzeit, sagen bie Leute, die Sonne zieht ein frisches Hemd an. Vom Tal herauf kommen die Krähen, sie sammeln sich über der Wiese und fallen ins Holz, eine größere düstere Schar.
Krähen sind wunderliche Vögel, sie haben etwas Ungewisses, Drohendes in ihrer Art. Zigeuner sind sie, ein geheimer Orden von kleinen Dieben unb Herumtreibern, unb leben auch für sich nach dunklen Bräuchen und Gesetzen. Jetzt hocken sie in ben kahlen Wipfeln der Bäume, putzen sich unb spreizen die Flügel unb rufen einander zu, unb ber Ahorn sieht wie verwunschen aus, als trüge er plötzlich eine schwarze Last von höllischen Früchten in seiner Krone.
Plötzlich aber kreischt eine von den Krähen laut auf, und bie ganze Schar erhebt sich wieder mit klatschenden Schwingen.
Ich weiß, was das bedeutet. Ich habe den Falken am Himmel längst gesehen, es ist ein ganz kleiner Falk mit lichtem Gefieder, unb bie Krähen sind ihm bitterfeinb. Sie kreisen ihn ein, anbere kommen von ben Wäldern her dazu, aber ber Falk fliegt schneller als bie Krähen, sein heller Bauch zuckt wie ein Funke in ber schwarzen Wolke auf unb nieber. Er wendet, läßt sich fallen unb steigt wieder ohne einen Flügelschlag, manchmal stößt er auch blitzschnell zu, unb bann wirbelt eine von ben Krähen schreiend in bie Tiefe.
Seeschiffahrt und Wirtschaftskrieg.
Von Or. Carl Wellthor.
Als bie ßonboner Regierung unmittelbar nach ber Kriegserklärung an Deutschland bie er» weiterte Konterdanbeliste veröffentlichte, gab man sich nicht überall Rechenschaft von ben Folgen biefes oölkerrechtswibrigen Aktes. Nach- bem fünf Wochen vergangen sinb, haben sich reiche Erfahrungen angesammelt. Sie haben zur Folge gehabt, daß in einem ßanbe, das Großbritannien stets besondere Sympathien entgegenbrachte, i n Norwegen, der Ruf nach Beendigung des nutzlosen Krieges unb nach einer gemeinsamen Initiative der neutralen ßänber lauter ertönt als irgenbwo anbers. Norwegen ist bas norblichste unter den kleineren neutralen ßänbern Europas. Es liegt den Minenfeldern der Nordsee entfernter als die anderen neutralen Staaten Nordeuropas. Aber gerade darum fühlt es sich veranlaßt, trotz ber Minensperre, ber britischen Blockade und ber beutschen Gegenblockabe bie Schiffahrt fortzusetzen. Die norwegische W a l f i s ch f l 0 t t e ist neben ber japanischen bie einzige, bie in biefer Saison auf Fang ausfahren wirb. Die Küstenfischerei längs ber norwegischen Küste ist weniger gefährbet als bie Küstenfischerei etwa ber Niederlande ober Dänemarks. Die Stimme Norwegens ist also bie Stimme eines ßanbes, bas ben Kriegsstörungen zum Trotz bie Schiffahrt unb bie Hochsee-Fischerei fortzusetzen entschlossen ist, bas aber bie Gefahren eines solchen Unternehmens so weit wie möglich zu Derminbern sucht.
Die Hanbesflotte aller norbeuropäischen Neutralen hat in den letzten Wochen durch Aufläufe n von Fahrzeugen auf Minen empfindliche Verluste erlitten. Dauern die Schiffsverluste im bisherigen Tempo Jahre hindurch an, so gefyt die Handelsflotte der Neutralen erheblich geschwächt aus dem Krieg hervor und wird außer Stand ge-
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
setzt, eine etwaige sich dann ergebende Nachkriegskonjunktur auszunutzen. Im Weltkrieg 1914/18 belief sich die internationale Handelsflotte (Dampfer) — abzüglich ber Schiffe der Mittelmächte — auf etwa 39 Millionen Tonnen. Davon machte b i e britis che Flotte — einschließlich der Fahrzeuge ber britischen Besitzungen — etwa 20 Millionen Tonnen — , also etwa bie Hälfte, aus. Im Jahre 1938 hat sich bas Verhältnis merklich verschoben: bie Welthanbelsflotte beträgt wehr als 51 Millionen Tonnen unb Großbritanniens Anteil baran wenig über 16 Millionen Tonnen. Dazu kommt, baß ber Einfuhrbebarf Großbritanniens heute etwa 4 O v. H. g r ö ß e r ist als vor 25 Jahren. Wenn bereits bamals im Weltkrieg in ben neutralen ßänbern bie Neigung sehr groß war, die Zone' der Blockade und Gegenblockabe zu m e i b e n , so wuß heute die Bereiffchaft, sich für Großbritannien in Gefahr zu begeben unb gar zu opfern, unter den oeränberten Verhältnissen noch geringer sein. Anbers als damals ist die Technik ber Minensperre fortgeschritten, die Kontrollpraxis „veredelt", und zur deutschen U-Boot-Blockade bie Gefährdung ber Konterbande-Fahrzeuge durch deutsche Flug-, zeuge hinzugekommen.
Die Seeschiffahrt ist genau so eine kommerzielle Betätigung wie bie Zweige bes engeren Handels. Sie unterliegt also ber Kalkulation urtb wirb eingeschränkt ober aufgegeben, wenn bie Kalkulation negativ aus fällt. Die Folge ber Blockabe unb Gegenblockabe war ein scharfes Anziehen ber Frachtraten. Der Nutzen für bie neutralen Reeder ist aber durch den Sturz des Pfundkurses in erheblichem Umfange illuso-
0, bas ist ein schönes, ein ritterliches Spiel am Abendhimmel, mir klopft bas Blut heiß in ber Kehle. Zuletzt hebt sich ber Falk aus bem Schwarm, und bann schnellt er mit einem mühelosen Schwung weit hinaus in die rauchbraune Ferne.
Ich sehe eine Feber fallen, der Wind treibt sie mir zu. Sie ist schwarz, wie sich denken läßt, ein hübsches Federchen von einer Krähertbrust.
Hübsches Federchen, ich brauche einen Schmuck, etwas Verwegenes für meinen Hut.
Eoldatenium und Innerlichkeit.
„Stunde ber Bewährung" überschreibt Walter Abendroth einen ßeitaufsatz im Oktoberheft ber „Monatsschrift für bas beutsche Geistesleben", dem wir die solgenben Sätze entnehmen: „Allemal noch ist es ber innere Zustand, bie seelijche Kraft der einzelnen Menschen gewesen, was einem Volk im Kampf um das ßetzte, das ßeben, die Existenz ben Sieg verlieh; ben echten nämlich — nicht einen solchen, wie er 1918 unseren Feinden in den Schoß fiel, nachbem eben jener innere Zustanb bes beutschen Volkes zersetzt und verdorben worden war. Darum soll Krieg für den Einzelnen kein Anlaß sein, sich ganz zu veräußern unb bas, was bisher seine Jnnenwell ausmachte, gewissermaßen als Friedensluxus, sozusagen als sein ,Zivill zu betrachten, das er nun abgelegt habe, um es eines Tages vielleicht wieder aus dem Schrank zu holen. Wir Deutsche haben es weder nötig, noch ist es uns im Grunde wirklich möglich, in dieser Weise mit dem Rock das Herz, die Neigung, kurz: das ,Innere^ zu wechseln. So wie wir im Frieden unser seelisches Wollen und geistiges Wirken mit der Haltung soldattscher Zucht vereinigen konnten, so wird und muß es umgekehrt auch im Kriege sein, möge er uns noch soviel an Kraft, Zeit und persönlicher Bewegungsfreiheit abfordern. Das eben macht das eigentliche Geheimnis des deutschen Wesens und seine entscheidende Stärke aus, daß Soldatentum und Innerlichkeit in ihm keine Gegensätze barstellen, deren Gleichzeitigkeit sich ausschließt, sondern daß sie zusammen erst das Ganze bilden unb sogar durcheinander bedingt sind. Deshalb wird trotz der,totalen Mobilisierung* auch jetzt unser geistiges ßeben nicht stillst ehn. Wenn manches Ueberflüssige liegen- bleibt — das kann nur ein Gewinn fein für die echte, um so stärkere Sammlung ber Geister. Dieje selbst aber ist eine Teilaufgabe der Mobilisierung, ber zuversichtlichen Bereitschaftshaltung der ruhigen Arbeft am Bau der »inneren Front*/


