abschreckendes Beispiel für andere staatsfeindliche Elemente verhängt. Die sämtlichen Vorräte wurden beschlagnahmt.
Gesicherte Kriegsfinanzierung
Staatssekretär Reinhardt über Steuern und Währung.
Berlin, 13. Sept. Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium äußert sich in der „Deutschen Steuerzeitung" über die Finanzierung des Krieges. Das Steueraufkommen des Reiches, das 1933 6,8 Milliarden RM. betragen habe, fei im Jahre 1939 auf 17,7 Milliarden RM. gestiegen. Es sprächen alle Anzeichen dafür, daß es im gegenwärtigen Rechnungsjahr, das bis 31. März 1940 gehe, 2 4 Milliarden erreichen werde. In dieser Entwicklung komme in aller Eindeutigkeit die Wucht zum Ausdruck, um die die Finan^kraft des Reiches unter nationalsozialistischer Führung des Reiches stärker geworden sei. Wir würden auch die Finanzierung des uns aufgezwungenen Krieges meistern, wie lange er gegen den Willen Deutschlands auch etwa dauern sollte. Der Finanzbedarf, der sich aus der Kriegsführung zusätzlich ergebe, werde im wesentlichen durch die Maßnahmen der Kriegswirtschaftsverordnung gedeckt, also die Kriegszuschläge zur Einkommensteuer usw.
Staatssekretär Reinhardt hebt hervor, daß der Kriegszuschlag nur zur Einkommensteuer, zur Bürgersteuer, zur Kirchensteuer oder zur Gewerbe
steuer erhoben werde. Die steuerlichen Maßnahmen und die Maßnahmen auf dem Gebiet der Löhne seien, gemessen an der Größe der Leistungen, die die Männer in den vordersten Linien der militärischen Verteidigungssront für die Nation vollbrächten, als kleine zu bezeichnen. Der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer und auf Bier, Tabakwaren und Branntwein und die Neuregelung bestimmter Löhne würden nicht sehr fühlbar sein. Ein Kriegszuschlag auf die V e r m ö g e n s st e u e r werde nicht erhoben werden. Es werde nur an das Einkommen und an den Verbrauch von Tabak, Bier, Schaumwein und Branntwein ongeknüpft. Das Mehr- e i n k o m m e n werde auch im Kriege durch die bestehende Mehreinkommensteuer erfaßt werden. Die Mehreinkommensteuer werde während des Krieges eine Art „Kriegsgewinnsteuer" sein. Eine Erhöhung der Körperschafts st euer sei nicht vorgesehen. Die Kapitalgesellschaften sollten die erforderlichen Instandsetzungen, Umstellungen und Erweiterungen ihrer Betriebsanlagen grundsätzlich aus eigenen Mitteln finanzieren.
Die Steuergutscheine würden, so schließt der Staatssekretär, wenn der Krieg längere Zeit dauern sollte, wahrscheinlich abgelöst werden durch ein Finanzierungsverfahren, das mehr noch als das Steuergutscheinverfahren der Liquidität der Unternehmer angepaßt sein werden Der Wert der ausgegebenen Steuergutscheine werde dann wahrscheinlich sehr bedeutend steigen. Die Finanzierung des Krieges sei gesichert. Maßnahmen, die geeignet sein könnten, den Wert des Geldes zu vermindern, würden nicht getroffen werden.
über das Land Posen, und immer wieder lodert neuer Flammenschein durch das Dunkel. Endlich graut der Morgen, die kühle Stunde vor Sonnenaufgang macht uns frisch. Erste FNeger von hüben und drüben patrouillieren durch den Dunst der Frühe, und schon sind die Schrappnellwolken unserer Flak zu erkennen.
Der Tag ist erwacht, und die Lage klärt sich. Dort vorn liegt unsere Infanterie und hat den Angriff der Polen aufgefangen. Es scheint, als hätte hier der Gegner seine Hauptmasse. Seine Artillerie marschiert, um in verzweifeltem Angriff die Waffenehre zu retten.
Heute kommen Reserven heran. Aus nassen Gäulen und mit verschwitzten Gesichtern, über und über staubbedeckt, trabt ein R e iter zug der Infanterie voraus. Eilig klappern die Hufe über das Pflaster. Scharfe Reiteraugen spähen das Gelände ab. Wo steht der Feind?
Inzwischen ist auch die Infanterie heran. Die Maschinengewehre sind schon freigemacht. In Reihen ziehen die Feldgrauen durch die Stadt. An einer Straßenecke springt aus einem Hause ein Zivilist mit einer Pistole in der Hand heraus. Ein Schuß fällt von der anderen Seite, und der Heckenschütze ist nicht mehr.
Immer tiefer schieben sich die Reihen der Infanterie in die Landschaft hinein. Der Gegner läßt einen Wirbel von Einschlägen Niedergehen. Ein Volltreffer schlägt in unsere eigenen Reihen, eine Fontäne aus Stahl und Erde, und zwei unserer Kameraden bleiben liegen. Ihnen ist Nicht mehr zu helfen.
Noch immer drückt der Pole mit aller Kraft aus die Front. — Hier will er um jeden Preis durchbrechen. Aber die Reserven haben bereits in den Kampf eingegriffen. Sie setzen der Angriffswelle einen festen, unübersteigbaren Damm entgegen. Und im Krachen der Abschüsse, im Bersten der Einschläge senkt sich der Abend auf die untkämpfte Erde niedrer.
Bald ist der neue Tag angebrochen. Jetzt erst fällt uns ein, daß gestern Sonntag war. Unsere Front hat sich immer mehr verstärkt. Neue Batterien sind vorgefahren. Infanteriekolonnen wälzen sich nach vorn. Im Walde herrscht lebhaftes Treiben. FeiNdwäts find schwere Langrohrgeschütze auf gebaut, die ihre eisernen Grüße herübersenden.
Nachdem der Pole zum Stillstand gekommen ist, gehen die Deutschen zum Gegenangriff vor. Immer enger schnürt sich der Ring um die Eingeschlossenen. Der Pole wehrt sich — er nimmt seine letzte Artilleriemunition, er greift sogar zu Gasgranaten — aber all dies wird ihm nichts nützen. Er hat sich hartnäckig gezeigt, das erkennen wir an, aber er hat sein Ziel^nicht erreichen können. Wo
Deutschlands Infanterie steht, wo unsere Batterien Schuß auf Schuß aus den heißen Rohren jagen, da gibt es kein Zurückweichen. In eiserner Klammer halten wir den Gegner umfaßt — entweder ergibt er sich, oder es wird von diesen polnischen Truppenteilen bald kein Rest mehr übrig- bleiben.
Aus alter Wett.
An der italienischen Weltausstellung wird weitergearbeitet.
Mussolini hat den Generalkommissar der rön. - scheu Weltausstellung 1942 empfangen, der ihm über die Lage Bericht erstattete, die durch die internationalen Ereignisse für die Weltausstellung 1942 entstanden ist. Mussolini gab Weisung, die im Bau befindlichen Anlagen in normaler Weise fortzusetzen und zur vorgesehenen Frist die Vollendung des ursprünglichen Programms sowohl für die Ausdehnung der Hauptstadt nach dem Meere, als auch der Ausstellung selbst zu sichern.
Große Gewitterschäden in Tlorditalien.
Nach der hochsommerlichen Hitze, die in den letzten Wochen noch über Norditalien lagerte, gingen am Dienstag urrt) Mittwoch in der Po-Ebene und amHang der Südalpen schwere Gewitter nieder, die bedeutende Schäden anrichteten und auch mehrere Todesopfer forderten. So wurde in Brescia durch Hochwasser eine Transformatorenanlage schwer beschädigt. Mehrere Brük- ken riß das Wildwasser ein. Im Trompiatale erreichte das Wasser eines Wildbaches den ersten Stock der azn Ufer liegenden Häuser. D i e Fluten rissen drei Kinder mit. Zwei von ihnen wurden in großer Entfernung des Wohn. Hauses ertrunken aufgefunden, vom dritten fehlt noch jede Spur. In Vaprio in der Gegend von Novara tötete ein Blitz zwei Personen. Bei Vicenza kam es zu starken Erdrutsch e n , die die Eisenbahnlinie Mestre—Trient und die Straße des Suganatales sperren.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gitzßen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig
Mit dem Kopf gegen die Wand.
Verzweifelte Ourchbruchsversuche der eingeschloffenen polen brechen zusammen.
..., 14. Sept. (DNB. Funkspruch). PK. (Sonder- bericht). Es ist eine unheimliche Nacht, durch die wir fahren. Vor dem Wegekreuz werden wir durch Posten aufgehalten. Am nächtlichen Horizont hellt roter Feuerschein das Dunkel auf. Unser Weg führt uns aber rechts ab nach Osten.
Bleich schimmern die Birkenstämme durch die Nacht. Dunkel und düster duckten sich die niedrigen Häuser der Dörfer in den Schatten des Waldes. Ab und zu leuchtet im Schein unserer abgeblendeten Lichter ein Fensterauge auf. In dieser Gegend treiben Mordschützen ihr heimtückisches Handwerk, und es ist ratsam, Gewehre und Pistolen schußbereit zu halten.
Die Straße ist fast leer, nur hin und wieder knattert ein Kraftrad eilig herbei, und erst im Städtchen selbst stoßen wir auf größere Kolonnen,
die ihre Wagen auf dem Markt zusammengefahren haben. Tiefes Schweigen liegt über dem Platz. Es liegt ein dumpfer Druck über den niedrigen Dächern — es liegt etwas in der Lust. Wir marschieren zum jenseitigen Ortsausgang, der der Front zugewendet ist. Wir kennen die Lage. Hier vor uns ist der Pole in einem großen Ring
n g e f <e f f e 11. Er hat unsere Linien abgetastet und glaubt nun, ausgerechnet hier eine schwache Stelle entdeckt zu haben.
Kaum haben wir uns auf das Strohlager gestreckt, da scheucht uns Alarm den Schlaf von den Lidern. Die Gewehre in der Hand, beziehen wir Stellung und spähen mit windheißen Augen in die dunkle Nacht. Dort vorn steht u n s er e .Insa n t e r i e in hartem Kampf. Die Artillerien beider Seiten lassen ein Schlachtengewitter
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Gießen, den 12. September 1939.
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Gießen (Liebigstraße 78), Salmünster, Langsdorf, den 12. September 1939.
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lonöem nur Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unvBewerbungsunter- ^gen müssen zur Vermeidung von Verlusteu auf der Rückseite 'Rumen und Anschrift De8 Bewerbers ttooenl
In tiefer Trauer:
Gustav Bausch
Anna Bausch, geb. Hofmann
Dr. med. Wilhelm Bausch und Familie.
Ab heute bis einschließl. Sonntag
Heinrich George
Vorgebildet für das höhere Schulwesen, hat er sich mit seltenem Eifer in die besonderen Belange unserer Fachschule eingearbeitet und über drei Jahre die ihm anvertraute Jugend mit großem Erfolg gelehrt und geführt. Uns war er stets ein lieber Kollege, seinen Schülern ein väterlicher Freund und Berater.
Sein ehernes Pflichtgefühl, seine unwandelbare Treue und herzliche Kameradschaft, sein Mut und seine Entschlossenheit sollen uns und seinen Schülern stets ein leuchtendes Mahnmal sein. Ehre seinem Namen!
Im Auftrag des Kollegiums
der Kaufmännischen Berufsschule zu Gießen:
Dr. Wendel, Handels-Studiendirektor.
Nach schwerer Verwundung starb für sein liebes Vaterland am 5. September 1939 im Krankenhaus zu Groß- Strehlitz unser treuer, dankbarer Sohn, Bruder, Enkel, Schwager, Onkel und Neffe
Studienassessor Ernst Bausch
Gefreiter d. Res. in einem Kavallerie-Schützen-Regiment
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sorgfältig ausgefüllt abzugeben, sonst ist nicht die Gewähr geleistet, daß die Lebensmittelkarten rechtzeitig vor dem 25. d. M. verabfolgt werden können. Hat ein Haushalt ein Formblatt nicht erhalten, so ist solches alsbald bei der zuständigen Geschäftsstelle abzuholen. 5938C
Die Personalausweise werden gleichzeitig mit den neuen Lebensmittelkarten ausgegeben. Der Zeitpunkt der Ausgabe wird noch bekanntgemacht.
Gießen, den 14. September 1939.
Der Oberbürgermeister der Stadt »Gießen.
I. V.: gez.: Nicolaus.
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im Physiologischen Institut, Friedrichstraße für den Bezirk der NSV. Süd, für den Bezirk Gießen-Klein-Linden bei Verwaltungsstelle Giehen-Kk^l-Linden,
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Berlin-Lichterfelde
Den Tod fürs Vaterland starb in den Kämpfen in Polen am 5. September d. J. unser lieber Berufskamerad
Herr Studienassessor Ernst Bausch.
Bekanntmachung.
Sämtliche Grenzlandbewoh^er. die seit Ende August ihre Heimatorte verlassen haben und sich noch in Gießen aufhalten, müssen sich sofort im Studentenheim (Einquartierungsamt) melden. Wer sich nicht meldet, verliert den Anspruch auf jegliche Betreuung (Quartier, Verpflegung, Unterstützung).
Die Quartiergeber haben die bei ihnen untergebrachten Grenzlandbewohner auf die Meldepflicht hinzuweisen. 5931C
Gießen, den 13 September 1939.
Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen.
I. D.: Nicolaus.
Anfertigung von Damen- und Kindergarderobe Svez.: „Neues aus Altem".
Adresse in der Geschäftsstelle zu erfragen. 04259
Bekanntmachung.
Betr.: Ausgabe von Lebensmittelkarten.
Den Haushaltungen sind heute Formblätter für Anträge auf Ausstellung von Personalausweisen für die Zuteilung von Lebensmittelkarten durch die Post zugestellt worden. Diese Anträge sind bis spätestens 16. d. 7N. bei den zuständigen Bezirksgeschäftsstellen:
1. im Universitätsgebäude Ludwigstraße für den Bezirk der NSV. Mitte,
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§ 1.
Alle Einsparungen, die auf Grund des Abschnittes III der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939 durch Nichtzahlung der Zuschläge für Mehrarbeit, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (§ 18, Abs. 3) und durch den Wegfall des Urlaubs (§ 19) eingetreten sind, werden von den einzelnen Bettieben auf ein Sonderkonto bei der Reichsbank überwiesen, bis über diese Beträge vom Reich verfügt wird. 59350
Das gleiche gilt für Einsparungen, die die einzelnen Betriebe auf Grund njeiner Anordnung über Kriegslöhne vom 7. September 1939 und auf Grund der von mir in Zukunft zu erwartenden Kriegs- Tarifordnungen erzielen.
Die ersparte Summe ist mir am 10. jeden Monats durch Einreichung der Buchungsauszüge anzuzeigen. Die Lohnabrechnung in jedem Einzelfalle erfolgt jeDoch nür nach Maßgabe der tatsächlich gezahlten Löhne.
Frankfurt a. M., den 10. September 1939.
Der Reichstteuhänder
der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Dr. Schmetter.
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Auf Grund des ^uftfchutzgesetzes unterbleibt bis auf weiteres das Lauten der Kirchenglocken. £üv fere Sonntags-Gottesdienste beginnen wie seither regelmäßig um 9.30 ühr ohne Läuten.
_____ 5929D
Zweite Anordnung des Neichstreuhänders von Hessen über Kriegslöhne.
Da nach Befehl des Führers am Kriege keiner verdienen soll uni) Me Verwaltungsmaßnahmen zur Preisherabsetzung nicht von heute auf morgen getroffen werden können, sind die Lohn- und Ge- Haltseinsparungen unverzüglich zu erfassen. Die eingesparten Beträge müssen der Allgemeinheit zugute kommen. Ich ordne daher auf Grund des Abschnittes III § 18 Absatz 1 der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939 (Reichsgesetzblatt I, S. 1609), in Verbindung mit § 1 der Verordnung über die Lohngestaltung vom 25. Juni 1938 (Reichsgesetzblatt I S. 691), in Ergänzung meiner Anordnung vom 7. September 1939 bis auf weiteres folgendes an:
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