Ausgabe 
13.10.1939
 
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Objekt, als daß es Schläge gegen sie lange er­tragen könnte. 3m modernen Seekrieg, so stellt kraffny Flöt" abschließend fest, könnten die Angriffe gegen den Ueberseehandel England, auf See und in den Häfen verbunden mit gleichzeitigen wiederholten Luftangriffen gegen seine Industriezentren zu entscheidenden und schnellen Ergebnissen führen.

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der Kanal nur 190 Seemeilen. Auf diese Weise liege fast ganz England in er­reichbaren Grenzen für die deutschen Vomber.

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen glüh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: weil das so ist, Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilüeren Und lustig pfeifen 'wie zuvor: Der Vogel, scheint mir, hat Humor ...

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Arzt Eurer Majestät ist nur für Unsterbliche!" hag.

Robert und Bertram."

Der Film hat sich nun auch der bekannten Pch

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langen. Englische Kriegsschiffe brachten den neu« traten Dampfer jedoch in einen un genau n« ten englischeNHafen, wo die Schiffspapien und Passagierliste geprüft wurden. Diese Unk« suchung dauerte nahezu einen ganzen M s> n a t. Die Reisenden berichten, daß im gleichen

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Robert und Bertram" (von Gustav R a e d e r) genommen, in der das Vagabundentum in eirtt hübschen romantischen Verbrämung unsere heile« Anteilnahme herausfordert. Zwar, mit der Romanti! des Vagabundentums ist es heute ja vorbei; es vt nicht mehr so, wie es in der Biedermeierzeit, in idel guten alten Zeit" gewesen sein mag, aber inM bert und Bertram" sind bei aller Wirklichkeitsfern!

brilanniens auszuführen. Die Seeverbindungs- L ter wege feien aber für England ein zu wichtige« L

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Es durften auch keine Nachrichten an die Angr« i * hörigen in Dänemark gelangen.Schlimme lagt |tin 31c folgten nun", schildert ein Däne dieses Erlebnis, Wir wußten nicht, was geschehen war, seitd«kM; wir angehalten worden waren, und konnten (N |: nichts von den Engländerh erfahren. Zu allem l> glück kam noch, daß ein großer norwegischer lauf'

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Büchertisch.

Marie Luise Sange: Drei Mädel und ein Paddelboot. Mit Bildern von Her­bert Rothgaengel. Preis gebunden 2. RM Glo­bus-Verlag, Berlin. (269) Das Buch erzählt wie drei berufstätige junge Mädchen der Rot ge­horchend den Entschluß fassen, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, und wie sich dadurch aus ober­flächlicher Bekanntschaft eine wirkliche und tiefe Freundschaft entwickelt. Drei verschiedene Tempera­mente zeigen sich in den Mädchen. Alle drei Cha­raktere ergänzen sich in glücklicher Weise und ein durch Unbedachtsamkeit heroorgerufener Unfall läßt sie erkennen, daß Ernsthaftigkeit nicht immer Pedan­terie zu sein braucht. Ein Buch, das den Mädchen von heute sicher gefallen wird.

Wenn die Tragik den Menschen bis auf den Grund erschüttert, so rüttelt der Humor den Menschen zu höherer Erkenntnis und Lebenssicherheit wach und erzieht ihn zur Lebenstunst. Der deutsche Humor kennt nicht Grille und Willkür, nicht schneidende Schärfe oder beißenden hohn: er ist vielmehr Bild aus höherer Schau, gegründet in dem unversieg- lichen Glauben: das Leben, wie es auch sei, es ist gut! Dieser Grundhaltung des deutschen Humors steht eine außerordentliche Vielfalt im einzelnen gegenüber denn auch die Geschichte unseres Volks- Humors zeigt den Reichtum unseres kulturellen und geistigen Lebens.

Da ist Hans Sachs. Sein Humor ist wie ein Dichter unserer Tage sagtherb und rot­bäckig! er knallt und klatscht, rumort und lacht aus vollen Backen". Ihm verwandt ist der Humor des Schöpfers des unsterblichenSimplicissimus", Grimmelshausen: in den Röten des Dreißig- jähriaen Krieges läßt uns der abenteuernde Soldat aus Hellen glaubensfrohen Augen einen Blick tun in die Morgenröte einer aus dem Chaos neu durch­brechenden Innerlichkeit. Schalkhaft kichert der Hu­mor des Matthias Claudius in seinem volks­tümlichen ,Lartoffel-Lied", das die Zeitgenossen entzückte. Lessing schenkt uns in seinerMinna von Barnhelm^ in künstlerischer Mischung von Ernst und Heiterkeit einen Schatz humoriger Erquickung. Als ein Magier des Gefühlshumors erweist sich Jean Paul. In seinemSchulmeisterlein Wuz" lebt das warme Gefühl für die Kleinen, die sich er­bauen und erheben in ihrem füllen Winkel der Selbstsgenügsamkeit und Selbstoergnüglichkeit. Eine Gestalt für sich ist der Wiener Johann R e st r o y. Bemerkenswert ist der soziale Unterton bei ihm, mit dem er die politischen und mensch­lichen Zustände der österreichischen Metternich-Zeit geißelte. Seine berühmt gewordenenSpaßettel" sind getränkt mit wirklichkeitssicherer Volksweisheit. Köstlich und herzerfrischend schlägt uns die sieghafte Heiterkeit Joseph von Eichendorffs ent­gegen. Es hat tiefen Sinn, wenn der deutsche Sol­dat im Weltkrieg neben demFaust" und dem Zarathustra" EichendorffsTauaenichts" im Tor­nister trug. Und wem bricht nicht ein Lächeln auf bei Nennung Fritz Reuters? In feinemOnkel Bräsig" ist der vollsaftige Humor Till Eulenspiegels wedererstanden, jener Schalkgeist, der jedem Deutschen irgendwie im Blute liegt. Wen endlich packt nicht die schwermutdurchzogene humorige Melodie des Altmeisters Wilhelm Busch? Dramaüsch und gelöst pfeift er uns fein Lied vom Wesen des deut­schen Humors:

den, was die wahnwitzigste Phantasie sich ausdenken könne. Wenn er aber den Frieden vorziehe, dann solle er schnellstens eine internationale Konferenz einberufen, um auf den Diskussionstisch die Klagen Englands und jener kleinen Staaten niederzulegen, die von Eng­land selb st vernichtet worden seien.

Der Labour-Abgeordnete P o n s o n b y , so be­richten die römischen Morgenzeitungen weiter, er­klärte in einer Rede, so schwierig auch die Ver­handlungen mit hitler sein könnten, so sei doch dadurch allein ein langer, mörderi­sch e r K r i e g mit seinen Zerstörungen und Ruinen zu vermeiden, der überdies keines der schwebenden Probleme lösen würde. Auch im Weltkriege habe es eine Minderheit zu­gunsten der Friedensverhandlungen im Jahre 1916 gegeben, und die Ansicht dieser Minder­heit sei richtig gewesen, denn tatsächlich sei Deutsch­land niemals besiegt worden. Auch heute zeige die kriegsfeindliche Minderheit, daß sie aus wahrhaft patriotischen Männern zusammengesetzt sei.

Die Kriegshetzer haben die Oberhand gewonnen.

Das Echo der Chamberlain-Rede in Moskau.

Moskau, 13. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die Rebe Chamberlains im Unterhaus wird in hiesigen politischen Kreisen absolut negativ beurteilt. Zwar hatte man von Anfang an damit gerechnet, daß Chamberlain das Friedensprogramm und die Warnungen Deutschlands und der Sowjetunion in den Wind schlagen würde; die fadenscheinigen

doch so viele menschliche Züge und Schwächen DM Allgemeingültigkeit ausgezeichnet, daß sich auch hrs noch über diese alte Posse ganz von innen Heroin lachen läßt. Schon die unerschütterliche Frechheit M Titelhelden bei ihrem Ausbruch aus dem Gefängri!. bei ihrem großen Auftritt bei einer Spreewald bauernhochzeit und schließlich im Hause des jübiscku Bankiers wirkt von Grund auf erheiternd. M Schmunzeln verfolgt man ferner den Diensteifer W biedermeierischen Beamten spitzwegscher Präger bei der Versolguna der Diebe und Vagabunden, w diesmal bei ihren Lumpereien nichts anderes wollt«, als einem Liebespaar zur Hochzeit zu verhelfen. 2» Berufenen des Films haben die Posse ganz auf ti« Art ausgebaut, viel Kleinstadtromanlik, aber an der gegebenen Stelle viel Prunk entfaltet, so iffl niemand in die Verlegenheit kommt, Schein Wirklichkeit zu halten. In den Uebertreibungen IW diesmal die Stärke des Films. Regie für vier Tobis-Film führte Hans H. Zerlett. Rudi G-»d' den und Kurt Seifert ließen als die bei« Vagabunden alle Minen der Frechheit und der tuationskomik springen, die sie jeweils geschickt <rJ" gelegt hatten. Fritz Kämpers verkörperte gerate^ ideal den weinseligen Gefängniswärter Stramb«cL und für die protzige Bankiersfamilie Ipelmeyo brachten Herbert Hübner, Inge v. d. S t r a a H* und Tatjana Sais alle darstellerischen Quality aber auch den teilweise notwendigen leiblichen fang mit. Carla R u st als Lenchen war ganz lichkeit, und Heinz Schorlemmer bemühte darum, den Wandel vom verträumten Michel zum schneidigen Korporal glaubhaft zu machen. I schöne Belebung erfuhr der Film durch die geslh^I eingeftreuten Lieder im Volkston. (Eine überrasche «kW Fülle guter Kostüme, heitere musikalische Un'H malung alles Geschehens und eine untadelige 1 graphie rundeten den guten Gesamteindruck.

Heinrich Ludwig Neuner I

legenheit erheblich entwertet durch die Un­möglichkeit einer Operation gegen wichtige deutsche Objekte.

Die deutsche Flotte dagegen bewahre, obwohl sie schwächer sei, in vollem Umfange ihre Handlungsfreiheit und ihre Bedeutung zur Erzielung von Schlägen gegen die englischen See- zusuhren, gegen die Ostküste und die Häfen Eng­lands, wie auch der Schläge gegen die englischen Seestreitkräfte in ihren Stützpunkten und auf offe­ner See. Ungeachtet ihrer zahlenmäßigen Ueber- legenheit werde die englische Flotte kaum instande sein, einen effektiven Kampf mit den U-Booten ihres Gegners zu führen, da ihre Auffindung und Vernichtung auf offener See wenig erfolgreich, die Blockade der deutschen Stützpunkte aber zu gefähr­lich für die englische Ueberseeflotte sei.

Die Bombardierung der e n g li s ch e n Flotte durch deutsche Flugzeuge im Zentralgebiet der Nordsee am 27. Sep­tember, die zu schweren Bombentreffern auf einem englischen Flugzeugträger und einem Linien­schiff führten, sei ein ausreichendes Beispiel hier­für.

(Eine nicht geringere Bedrohung für das englische Territorium", so heißt es dann»weiter,sind die deutschen Luft­streitkräfte". Auch Deutschland sei eng­lischen Luftangriffen ausgesetzt, aber diese An­griffe könnten feine mehr oder we­niger entscheidende Rolle im Kriege spielen. England hingegen fei viel ver­wundbarer. Luftangriffe könnten ihm un­zählige Verluste beibringen. Scapa Flow z. V. befindet sich nur 500 Seemeilen von dem näch sten deutschen Flug st üh- punkt entfernt, London 250 Seemeilen und

Günstige strategische Lage Deutschlands im Nordseeraum.

Fast ganz England in der Gefahrenzone deutscher Bomber.

Ein interessantes russisches Urteil.

Moskau, 12. Oft. (DNB.) Das Blatt der sow­jetischen Kriegsmarine,K r a s s n y Flöt", be- schäftigt sich mit den Aussichten des Krie­ges in der Nordsee. Trotz des zahlenmäßigen Uebergewichtes der englisch-französischen Seestreit­kräfte habe sich die strategische Lage Deutschlands im Nordseeraum in der letzten Zeit grundsätzlich zu seinem Vorteil ver­ändert. Im jetzigen Krieg sei Deutschland auf dem Festland nicht eingekreist, und es bestehe nur eine Kampffront. Der Freund­schafts- und Wirtschaftsvertrag mit der Sowjet­union, die Sicherung der Ostseehandelswege und die gemeinsame Jnteressengrenze mit der Sowjetunion machten Deutschland unabhängig von seinen See- und Ozeanzufuhren, die über die Nordsee laufen. Dies allein sei von enormer Wich­tigkeit. Nicht nur vergrößere sich die Widerstands­fähigkeit Deutschlands, sondern es entfielen auch Angriffsobjekte für die englisch-französische Flotte.

Die englische Flotte könne wohl eine Han­delsblockade durch Abschneidung der deut­schen Rordseezufuhren versuchen, aber das werde den Ausgang des Krieges nie­mals entscheiden. Die englische Kriegs­flotte dürfte trotz dreifacher Aeberlegenheit über die deutsche Flotte eine entscheidende Rolle in diesem Kriege nicht spielen. Die Operationen englischer Kriegsschiffe wür­den möglicherweise nebensächlich werden und sich auf die Verteidigung des Hei­matlandes und feiner Verbindungs­wege beschränken. Auf diese Weise werde die Rolle der englischen Flotte und ihre Ueber-

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Hasen noch dreißig andere neutral! Dampfer lagen, die das gleiche Los getroffen hatte. Alle Funkanlagen wurden durch bi« Engländer versiegelt. Tommys mit aufge« pflanztem Bajonett besetzten den dänischen Damp« fer. Niemand durfte von Bord gehen.

Weltanschauung und Humor.

Von Theodor Gtiefenhofer.

Auch der Humor ist volksbedingt, auch er drückt die Seele eines Volkes aus. Der Humor des Eng­länders hat die handfeste, überlegen-spöttische Ding­lichkeit: Bernhard Shaw etwa ist von dieser Alst. Shakespeare bedeutet die aroße Aus­nahme; sein Humor fließt aus den tiefsten Quellen der germanischen Seele, ist gesättigt mit abgründi- ger Lebens schau und Weisheit. Bei dem Franzosen kann man nicht von Humor sprechen. Er hat sich denEsprit" geschaffen, die haarscharfe Klinge, mit der das stumpfe Alltagsdenken in kleine Stücke zer­legt wird; Witz und Geist ist hier alles, Herz und Gemüt werden nicht angesprochen.

Der deutsche Humor ist aus dem Weltanschau­lichen geboren und hat so viel Farben und Möglich­keiten wie der Regenbogen. Jean Paul sagt: Der Humor, als bas umgekehrte Erhabene, ver­nichtet nicht das Einzelne, Umbern das Endliche durch den Kontrast mit der Idee. (Es gibt für ihn keine einzelne Torheit, keine Toren, sondern nur Tor­heit und eine tolle Welt. Er hebt keine einzelne Narrheit heraus, sondern er erniedrigt bas Große, um ihm bas Kleine, unb erhöht das Kleine, um ihm bas Große an die Seite zu setzen und so beide zu vernichten, weil vor der Unendlichkeit alles gleich rst unb nichts ... wenn ber Mensch aus ber Über­irdischen Welt auf die irdische hinunterschaut, so zieht diese klein und eitel dahin. Wenn er mit der kleinen Welt die unendliche ausmißt und verknüpft, so entsteht jenes Lachen, worin noch ein Schmerz und eine Größe ist. Um alles zu lieben, langt ein frohes Dasein schon zu. Aber um alles zu sehen: die Menschen, bas Leben und noch mehr sich selbst, dazu gehört Schmerz."

Diese Lebenslust der schöpferischen Heiterkeit ist es, die bas Wesen und Schaffen unserer großen deutschen Humoristen auszeichnet. Mit Leichtsinn ober oberflächlicher Lebensvergoldung hat echter Humor freilich nichts zu tun. Das befreienbe Lachen wie bas weit- und menschenüberlegene Lächeln hat das tiefste Wissen um die Abgründe des Daseins zur Voraussetzung. So durfte Gottfried Keller bekennen.

Ich kenne dich, o Unglück, ganz und gar Und sehe jedes Glied an deiner Kette!

Du bist vernünftig, zum Bewundern klar, Als ob ein Denker dich geordnet hätte Den herbsten Kelch des Leidens will ich kosten: Halt mir das Glas, o Seelentrost Humorl

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dem Vorschlag des Duce zugestirnmt hatten und er lediglich an einer völligen Intransigenz ber eng­lischen Regierung gescheitert ist.

Nicht anbers sieht es mit ben fadenscheinigen Gründen aus, die Chamberlain vorbringt, um den ebenso genialen wie großzügigen unb konstruktiven Friebensplan bes Führers abzulehnen, ohne sich überhaupt bie Mühe zu machen, im einzelnen zu ben weitschauenben Vorschlägen bes Führers Stellung zu nehmen. Sache bes englischen Volkes ist es, barüber zu befinben, ob es seinem leitenden Staatsmann ge­stattet, Vorschläge mit einer Hanbbewegung abzu­tun, die auch nach ber Auffassung politisch bentenber (Englänber, wie Lloyb George, Ponsonby unb Ver­narb Shaw, sehr wohl geeignet gewesen wären, ber Welt einen gerechten unb bauerhaften Frieben zu sichern. Aber Chamberlain glaubte es seinen Freun- ben in ber kleinen Clique übler Kriegshetzer schulbig zu sein, sie an Sturheit unb Arroganz womöglich noch zu übertreffen, gleichgültig, ob er bamit einen ganzen (Erbteil in Brand steckt.

Denn nach bieser Rebe bes britischen Minister­präsidenten besteht im deutschen Volk nicht ber ge­ringste Zweifel mehr, baß, ganz gleich, was wir tun und lassen mögen, ganz gleich, was wir vorschlagen und anbieten mögen, bie britischen Kriegshetzer und an ihrer Spitze der Premierminister Chamberlain, den Krieg gegen Deutschland predigen und als ein­ziges Ziel ihrer verbrecherischen Politik bie Aus­rottung des b e u t f d) e n Volkes vor Augen haben. Daß bies so ist, dafür gibt es fein beweiskräftigeres Zeugnis als bie Tatsache, daß bie Juben bes englischen Runbfunks bereits vorher wußten, welche Antwort der abgrundtiefe Haß ber Kriegsclique auf bie Friebensgeste des Führers be- reithielt. In einer zuerst gegebenen Kurzfassung über bie Unterhaus-Rebe Chamberlains stellten bie englischen Rundfunkjuben bereits mit zynischer Offenheit den wahren Sinn der Antwort an Deutsch­land heraus, er lautet: Krieg gegen das deutsche Volk und sein Reich bis zur Vernichtung.

Aber man wird sich in London täuschen, wenn man glaubt, bas beutsche Volk noch einmal mit ben gleichen niedrigen Mitteln gemeiner Lüge und niederträchtigen Hasses unter ein zweites Joch von Versailles bringen zu können. Das durch ben ^Nationalsozialismus und in ber nationalsozialisti­schen Weltanschauung geeinte deutsche Volk stecht wie ein Mann hinter feinem Führer, dem es dankt, daß er in einzigartiger Großzügig- feit auch bie letzten Möglichfeiten ausgeschöpst hat, um auf friedlichem Wege zu einer dauerhaften und gerechten Neuordnung Europas zu gelangen, die Deutschland sowohl wie den Völkern des osteuro­päischen Raumes eine glückliche und gesicherte Zu­kunft gewährleistet hätte. Nun aber, wo die Kriegs- Hetzer in London dies nicht verstehen wollen, wird das deutsche Volk ihnen zeigen, daß, wie der Füh- rer in seiner Rede zuri Eröffnung des Kriegs-Win­terhilf swerkes sagte, keine Macht der Welt dieses Deutschland noch einmal niederzwin­gen wird.Vor uns steht ein ewiges Leben un­seres Volkes, wie lange die Zeit auch währen mag, um diesem Leben zum Durchbruch zu verhelfen: nichts kann uns erschüttern, nichts kann uns bestür­zen und schon garnicht zur Verzweiflung bringen. Im Gegenteil, was die andere Welt wählt, mag sie erhalten!" Chamberlain hat ge­wählt. Das deutsche Volk wird seine Antwort nicht schuldig bleiben. Fr. W. Lange.

Shaw fordert den Frieden.

Rom, 12. Ott. (Europapreß.) Die römischen Blätter verzeichnen die äußerst rege Tätigkeit, bie im Lager der englischen Vorkämpfer für den Frie­den fortdauert. An erster Stelle wird ein neuer Vorstoß des Schriftstellers Bernard Shaw er­wähnt, der in einem vomManchester Guardian" veröffentlichten Artikel die Politik Deutschlands gegenüber Sowjetrußland mit der Feststellung recht­fertigt, daß Hitler lediglich das getan habe, was Chamberlain vergeblich ver­sucht habe. Shaw fordert bann Chamberlain auf, sich zu entscheiden. Wenn er wirklich den Krieg wolle, bann solle er die Reichshauptstadt mit Fliegerbomben belegen lassen unb sich barauf vor­bereiten, d i e Folgen dieser Tat au tragen, die weit über all bas hinausgehen wür­

ben breihiger Jahren bes vorigen Jahrhun­derts hielt sich der Wiener Humorist Merkel längere Zeit in München auf unb würbe dort lebensgefähr­lich krank. Als König Ludwig I., ber ben witzigen Mann protegierte, von ber Gefahr vernahm, fanbte er dem ßeibenben feinen Leibarzt zur Hilfeleistung. Merkel ließ aber den Hofarzt gar nicht vor und wies auf bas bestimmteste ein für allemal feine Verordnungen zurück. Als Merkel wieber gefunb geworden war, traf König Ludwig den Rekon­valeszenten einmal auf der Straße, eilte auf ihn zu und fragte in seiner hastigen, aber babei gemüt­lichen Rebeweise:Merkel, Merkel! Warum haben Sie meinen Leibarzt nicht angenommen?" Merkel, ber von Hofärzten nichts hielt, erwiderte:Der

Argumente des englischen Regierungschefs werben aber als endgültiger Beweis bafür angesehen, daß in ber Politik der Westmächte das verantwor­tungslose Spiel der Kriegshetzer und die verbrecherischen Pläne bes Finanzka­pitals, das an der Fortsetzung bes Krieges interessiert sei, nunmehr endgültig die Ober­hand gewonnen haben.

Im übrigen beurteilt man die für England nun­mehr geschaffene Lage afs sehr e r n ft und rechnet damit, daß die Völker Englands und Frankreichs bald die Folgen ber intransigenten Kriegspoli­tik der Regierungen zu spüren bekommen können. Wie England ChilesNautrölität achtete

Mailand, 11. Okt. (Europapreß.) Aus San­tiago meldet derCorriere della Sera" . einen schweren Uebergriff eines britischen Kriegsschiffes. Entgegen ben Vorschriften ber chilenischen Neutrali­tät, die für den Besuch von K r i e a s s ch i f f e n der Kriegführenden eine Voranmeldung von 24 Stunden vorschreiben, fei der englische Kreu­zerAchilles" im Hafen von Coquimbo einge­laufen und habe eine Nachprüfung ber dort verankerten Schiffe vorgenommen unb sich bann sofort wieder entfernt. Auf den Protest der chilenischen Regierung habe der englische Botschaf­ter im Namen des Kommandanten des englischen Geschwaders in den südamerikanischen Gewässern sich entschuldigen müssen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Sprecher des japanischen Außenministeriums teilte mit, bie englisch-japanischen Verhanblungen für bie Lösung ber Tientsin-Frage hätten keinerlei Fortschritte gemacht.i

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Kopenhagen, 12. Oktober. (Europapreß.) ®n Dutzend erschöpfter und müber Dänen hat soeben eine erlebnisreiche Seereise auf einem dänisch!» Dampfer beenbet. Vor drei Monaten hatten sit. eine Mittelmeerfahrt begonnen, die n«ch BW zwei Monaten zu einer Flucht durch tnpJRJf tische Minenfelber unb Unterseeboot;« @en sperren würbe. Der Dampfer mürbe in MarsM R" telegraphisch vom deutsch-polnischen Konflikt in FJ1 z Kenntnis gesetzt. Daraufhin wurde der Besuch in mehreren italienischen Häfen abgefagt. Mit knapp» sRDer Not kam ber Dampfer noch burch bie Straße non pn Gibraltar. Das Schiff lag bann 10 Tage larg ll in Lissabon, bis man sich entschloß, n ö r bllq!||r, an England vorbei nach Dänemark zu mF lmr -' - - * *wN*

Alle Industriezentren Englands, in! erster Linie die Häfen der D ft t ü ft e, wohin eine enorme Menge von Frachten gehe, seien Ob. | j e f t e für zerstörende Luftangriffe. Die ' Zerstörung ober auch nur Störung der Arbeit btr Häfen der Ostküste Englands aber werde erheblich« Verwirrung in der englischen Schiffahrt hervor. ' anit rufen. Die Ergebnisse solcher Schläge würden sog,r - *:- die hohen Verluste durch U-Boote übertreffen. De r Lbi Hauptstützpunkte der englischen Flotte in der Norte see würden nicht mehr wie im Weltkrieg eine ge. F'Tr! fahrlose Zuflucht für die Heimatflotte bilden. 3m- l'.Lg mer wiederholte Luftangriffe würden die Besatzm- gen ber Schiffe zermürben. Die Seefliegerei werte Ei­serner die Tätigkeit ber englischen Flotte auf te. Del erschweren, vor allem bie ber Blockabestreitkräie K uhb ber Streitkräfte ber U-Bootabwehr im Kami.»e Außer U-Booten unb Luftstreitkräften könne Deutsh. P'J/'u lanb auch seine Ueberroafferftreitträfte zu Sdjla. MA gen gegen bie englischen Zufuhren ansetzen.

So fei die deutsche Flotte gegenüber England |j[v. t Im vollen Wahe in der Lage, vernichtende

5 f ö 6 e gegen die verläßlichsten Objekte Groh- i-^sch