Ausgabe 
13.9.1939
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 214 Erstes Blaff

189. Jahrgang

Mittwoch. 13. September 1939

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle

Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . ..25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Fernsprechanschlüffe

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

Franlfurl am Main 11686

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche UniversttStsdruckerei «.Lange in Siehe«. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen. Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B

Oie stürmische Verfolgung der Polen gehl weiter.

Wahnsinn mit englischer Methode.

ge­

letzten Tagen im Raume zwischen Warschau und

den Karpathen eingesetzt waren. Lr danktesei-Iwaffe. n e n Fliegern auf verschiedenen Linsahhäfen |

n«ch d-m M«rg°ng über die Weichsel reis gemacht hatten.

befaßt gegen

n o - <£> a n o f befindet sich der Feind in st ä n d i ° gern Rückzug. Der Flugplatz in Kroswo steht in Flammen. Die slowakische Luftwaffe entwickelt weiter eine rege Tätigkeit und hat jeden Ak­tionsversuch der polnischen Flieger unterbunden. Mit besonderer Genugtuung stellt der slowakische Heeresbericht abschließend die vorbildliche Zu­sammenarbeit mit den Einheiten der deut­schen Wehrmacht fest.

für die gewaltigen Leistungen, die seine (Ermat­tungen und auch die des deutschen Volkes voll ge­rechtfertigt hätten, und zeichnete im Hamen des Führers eine Reihe von Besatzungen, die besonders schneidige Taten vollbracht haben, mit dem Eisernen Kreuz aus. Auf den Anfahrtswegen mürbe der Feldmarschall von der in Städten und Dörfern dichtes Spalier bildenden Bevölkerung mit Hel­lem Jubel begrüßt. Es mar der Dank der Grenzbevölkerung für die Einsatzbereitschaft, die Kampfesfreudigkeit und die Erfolge seiner Luft-

Auch Iarorow genommen. Mit vorgeworfenen Abteilungen Lemberg erreicht polnische Gruppe bei Radom vernichtet. 14 polnische Flugzeuge zerstört.

....... 12. Sept. (DHB.) Generalfeldmarschall Göring suchte Dienstagvormittag den Füh­rerin seinem Hauptquartier auf und erstattete ihm in einem zrneistündigen Vortrag Bericht über den melieren Einsatz der Luftrnaffe und über die Maß­nahmen, die er als Vorsitzender des Ministerrates für die Reichsverteidigung bisher getroffen hat.

Im Anschluß daran begab sich der Generalfeld- marschall in seinem Flugzeug zu den Front- verbänden der Luftrnaffe, die in den

Führerhauptquartier, 13. Sept. (DHB. Funkspruch.) In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen polnische Regierungs- und Armeestellen d i e Bevölkerung offener Städte auffor­dern, eindringenden deutschen Trup­pen im Weichbild der Städte, Märkte und Dörfer wider st and zu lei st en. In Warschau rnurde durch Flugblätter, durch den polnischen Rundfunk und durch sonstige Aufrufe die Bevölke­rung aufgefordert, zum Franktireurkrieg überzugehen. Die Stadt selbst rnurde von pol­nischer Artillerie beschossen.

Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht gibt dazu folgendes bekannt:

Die übergroße Rücksichtnahme der deutschen Artillerie und der deutschen Flieger auf offene Städte, Märkte oder Dörfer ist an eine Vor­

aussetzung geknüpft, daß diese vom Geg­ner selbst nicht zum Kampfgebiet er- k l ärt und gemacht werden. Da der Pole ohne Rücksicht auf seine eigene Bevölke­rung diesen Grundsatz ablehnt, rnird die deutsche Wehrmacht von jetzt ab mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Wider st and in solchen Orten brechen. Die deutsche Luftrnaffe rnird im Verein mit schwerer Artillerie jene militärischen Maßnahmen durchfüh­ren, die geeignet sind, in kürzester Zeit solchen Orten die Zwecklosigkeit ihres Widerstandes klar zu machen. Die Folgen, die daraus der schwer geprüf­ten Bevölkeung entstehen, fallen ausschließlich zurVerantwortung derpolnischen Re­gierung und ihrer ebenso unfähigen wie gewis­senlosen Heerführer.

im Korridorraum w e i ch s e l a u f w ä r t s den Feind zu verfolgen und einen großen Teil der polnischen Armee, die von anderen Truppenteilen in den Raum ostwärts von Warschau gedrückt worden ist, von Nordosten her einzuschließen. Hierzu sind gewaltige Marschleistungen erforderlich, die in hervorragendem Maße von der vornehmlich aus Märkern und O st pommern zusammen­gesetzten Infanterie dieser Armee bewältigt wurden. Ein Vorrücken der Front um nur 25 Kilometer bedeutet, daß Märsche von nahezu 50 Kilo- meter zurückgelegt werden müssen, weil eine Sicherung in der Breite unerläßlich ist. Seit Wo­chen leisten die Märker und Ostpommern diese An­strengungen, die sie mit Humor und Freude auf sich nehmen. Mit Gewehren, Maschinengewehren und leichten Granatwerfern bepackt, mit Stahlhelm, Gasmaske, Gasschutzmantel, Brotbeutel, Feld­flaschen und Spaten, mit Sturmgepäck und Taschen­lampe unablässig über die staubigen polnischen Straßen und Feldwege. Die Leistungen der mo­torisierten Truppen, insbesondere der Panzerverbände und der Luftwaffe, sind bei den polnischen Kampfhandlungen überragend gewesen, aber was die deutsche Infanterie an physischen und moralischen Leistungen in diesem Feldzug vollbringt, bringt den nachhaltigen Beweis dafür, daß die deutsche Armee die beste der Welt ist. Man soll in England und Frankreich nicht etwa der Auffassung sein, daß es die technischen bzw. motorisierten Trup­penteile gewesen sind, die die überraschenden Er­folge in Polen alle erstritten haben, vielmehr In­fanteristen, deutsche Bauern, die gewohnt sind, hmter dem Pfluge herzuschreiten, haben besetzt und erobert, was Ponzer und Flugzeuge vorher sturm-

ch e n und den Feind in einem Frontalangriff zwungen, 20 Kilometer weit zurückzuweichen. Da­durch haben sich die slowakischen Truppen in ihrem Frontabschnitt eine günstige Operations­stellung gesichert. Auch aufderLinieKros-

Generalseldmarschall Göring an der Front

Zur Berichterstattung beim Führer. Dank an die Lustwaffe.

Oer deutsche Infanterist siegt in polen

Oie tieferen llrsachen der polnischen Niederlage.

. Lom JX ^.-Sonderberichterstatter des DNS.

werden. A

Ebenjq MsjiHtslos ijt nad) Gaydas AuMuWg

auch die Wirtschaftsblockade, mit der Großbritannien nach Chamberlains Drohung Deutschland drei Jahre lang bekriegen wolle. Das Reich sei nicht mehr das Deutschland von 1914. Es habe seine Wirtschaft seit sechs Jahren mit allen Mitteln zur Selb st genüg samkeit erzogen. Ueberdi.es sei Deutschland heute nicht wie 1914 von den großen Roh st off- markten abgeschnitten.

Der slowakische Heeresbericht.

Preß burg, 12. Sept. (DNB.) Die slowakischen Truppen haben, wie aus dem slowakischen Heeres­bericht hervorgeht, t m Ostabschnitt der Front starke feindliche Widerstände gebro-

R o m, 12. Sept. 'Europapreß). Gayda sich mit derOffensive Großbritanniens Deutschland". England suche vor allem die mo­ralische und politische Isolierung Deutschlands in Europa und m- der Welt herbei- zuführen. Außerdem wolle es das deutsche Voll gegen Hitler und den Nationalsozialismus aus­wiegeln. Die Aussichtslosigkeit dieser Aufwieglungs- Versuche sei offensichtlich. Denn das geeinigte, diizl- plimerte nationalsozialistische Deutschland könne nicht von innen heraus g e s ch w a cy i

Polens Regierung und Heerführer machen offene Städte und Dörfer zum Kampfgebiet

Scharfe deutsche militärische Gegenmaßnahmen angekündigt.

, 12. Sept. (DNB.) Im Speisesaal des Schlos­ses eines geflüchteten polnischen Grafen stehen die Offiziere eines Armeeoberkomman­dos über die Generalstabskarten gebeugt, die die ganze Brette des großen Tisches bedecken. Ordon­nanzen bringen Fernschreibmeldungen, Feldtelephone rasseln, und immer wieder, zeichnen die Kohlenstifte die Fortschritte der Truppenbewegungen m die Karten ein. Draußen braust der Dieselmotor, der das Schloß mit Licht versorgt. Sein Geräusch wird nur übertönt vom Knattern der Motorräder der Kraftmelüer, die staubbedeckt und schmutzüberkrustet unaufhörlich kommen und gehen.

Hier fitzt das Herz jener deutschen Organisation, die elbst den Militärs anderer Nationen so unheim­lich vorkommt. Wann und welche Punkte erreicht werden müssen, welche Nachschubkolonnen möglich sind wann die Straßen wieder freigemacht werden müssen, wie hinter der gewaltigen Heeresmaschinene die Aufräumungs- und Straßenbaukolonnen des Arbeitsdienstes, die Techniker der Technischen Wob Hilfe die Derwaltungsbeamten in den besetzten Ge­bieten eingesetzt werden, wird hier erdacht und befohlen. Hier auch erkennt man welche ungeheuren Leistungen von den verichiedenen Truppenteilen und insbesondere der deut­schen Infanterie vollbracht wurden. Die Frontlinien verschieben sich Tag für Tag um mindestens 2 5 bis 30 Kilometer hinter dem auf dem Rückzug befindlichen Feinde her, und an irgendeiner Stelle angesetzte schnelle Truppen­teile verwandeln den Rückzug des Gegners oftmals in Flucht, Panik und Auflösung. /

Zu den konzentrisch auf Warschau oorstoßenden deutschen Armeen gehört eine Armee, die die Aus-

Die blutige Saat der auf England bauenden pol­nischen Oberstenclique trägt entsetzliche Früchte. Im eingekesselten Warschau beherrscht der Wahn­sinn die Straßen, er baut Barrikaden und Ta n k f a l l e n. Die Träger dieses Vergehens gegen das Völkerrecht, der Mob und die entlasse­nen Zuchthäusler, beherrschen zusammen mit den rund 300 000 Juden den Rest der Stadt. Pol­nische Rundfunksendungen haben die Heckenschützen amtlich aufgefordert, Warschau zuverteidigen" und Denzinflaschen gegen deutsche Tanks zu werfen. Diese barbarische Methode konnte um so strafloser empfohlen werden, als sich die polnische R e g i e - r u n g hinterwärts .Lublin in Sicherheit ge­bracht hat. Die Leidtragenden aber werden die Verhetzten sein, die schon jetzt aus polnischen Ge­schützen ihren Segen vom Hause Ryds-Smigly empfangen.

Die Verantwortung für alle Folgen ist ganz klar. Am Montagmittag um 12 Uhr gab der pol­nische Sender in Wilna einen -Aufruf des polnischen Zivilkommissars Kostet Dirnack wieder. Dieser Aufruf ist aus der Stadt Baranowice über­nommen worden, wohin sich der Tapfere wohl ge­flüchtet hatte. Er forderte die polnische Zivil­bevölkerung auf, gegen die Deutschenh in­te r d e r F r o n t" zu kämpfen, also sich als Hecken- schützen und Bestien zu benehmen. Der Aufruf die­ser polnischen Amtsperson schließt:Jeder schlage mit dem zu, was er gerade in der Hand hat, und niemand fürchte die Folgen für solche vaterländische Tat." Dieser Held schlägt nur, fern vom Schuß, mit Worten, aber die Polen, die ihm folgen, wer­den schon erkennen, daß das deutsche Schwert hart und erbarmungslos nach den Vorschriften des Völ­kerrechts die Verkommenen straft, die als Zivilisten mit t>er Waffe in der Hand deutsche Soldaten rück­lings zu überfallen trachten. Für solche Bestiali­täten gibt es, zumal nach Bromberg und zahllosen anderen Fällen, nur eine Antwort.

Das Widerwärtigste für einen ehrliebenden Sol­daten ist dieser Kampf gegen das Ge­sindel, das aus dem Hinterhalt meu­chelt. Es hat mit anständigem Menschentum nichts zu tun und muß daher vernichtet werden. Die zum Fanatismus aufgestachelten unwissenden Polen aber sterben für die kalt rechnenden E n g l ä n d e r , die in ihren Blättern und Sendern wohlgefällig jede Hetze zum Massenmord, jede Proklamierung der Unmenschlichkeit unterstützen, sie verbreiten und dazu aufrufen, während sie selbst sich damit begnügten, die Hilfe für Polen in Form von Flugblättern abzustottern. Das ist die Art, in der England von ihm gekaufte Regierungen dazu bewegt, ihre Völker für englischen Profit auf den Opfertisch zu legen, das ist die Art, in der Herr Chamberlain sich für das angeblich ritterliche Polen so nachdrücklichst bis zum letzten englischen Pfund einsetzt! Der eigent­lich Schuldige sitzt in London, und die Lon­doner Verherrlichung dieser Meuchelmorde zeigt, wie man dort eigentlich denkt. Niemals vorher hat eine moraltriefende Regierung ihre Hände stärker mit dem Blut fremder Volksangehöriger befleckt als die Regierung des höchst ehrenwerten Mister Cham­berlain, niemals vorher ist der Zynismus so weit getrieben worden wie vom Kabinett der Kriegshetzer Chamberlain, Lord Halifax, Eden und Churchill. Aber diese ©entfernen mit der Gesinnung eines Tigers werden schon erfahren, daß die Weltgeschichte auch das Weltgericht ist. E. S.

Berlin, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 1

Am 12. September fetzte das deutsche Ostheer mit feinen Süb- bzrn. Horbflügeln bie stürmische Verfolgung bes Jeinbes fort.

Beiberfeits Przemysl vorstoßenb, mürben ( Sambor unb 3 ar o r o ro genommen unb mit oorgeroorfenen Abteilungen Lemberg erreicht, i

Die süblich Rabom eingeschlossene polnische Truppe hat aufgehört zu existieren. Die gewaltige Beute an Gefangenen, Ges chüt- zen unb Kampfgerät aller Art roirb noch gesichtet unb gezählt. Alle versuche ber u m K u t n o umstellten fünf polnischen Divisionen unb zwei Kavallerie-Brigaden, nach Süden durchzubrechen, sind gescheitert. Der konzen­trische Gegenangriff unserer Divisionen ist im Gange.

Oftroärts und füboffroärts von Warschau sind Straße und Bahnlinie Warschau Siede m i t starken Kräften überschritten. Am äußersten Ostflügel stehen motorisierte Truppen 4 0 km nördlich Brest.

Weit hinter der Front ist die zu spät aus Lom- za nach Süden meichende 18. polnische Divi­sion nördlich des Bug umstellt.

Die Luftrnaffe griff auch gestern erfolgreich Straßen, Brücken und Eisenbahnen ostmärts der Weichsel an. 3m Bahnhof Krystynopol bren­nen drei Züge.

Der Flugplatz Luck rnurde schmer beschädigt, die Flugzeugfabrik Biala-Podlask in Brand ge­schossen. 14 feindliche Flugzeuge murden zerstört, da­von zmei im Luftkampf. Die Luftaufklärung brachte ausgezeichnete unb für bie Führung wert­volle Ergebnisse.

3m W e ft e n mürbe ber 23 i r n b e r g, etroa 6 km füboftroärts Saarbrücken, auf bem sich ber Feinb mit zmei Kompanien festgesetzt hatte, im Gegenangriff burch unsere Vorposten mieb er ge­nommen. Sonst nur geringe Vorposienkämpfe.

Luftangriffe auf beutsches Reichsgebiet fan­den nicht statt.

Die Luftwaffe in der VernichtungsschlaM um Kuttio

Berlin, 12. Sept. (DNB.) Schlachtflieger und Sturzkampfgruppen unserer Luftwaffe wurden auch heute in der großen Schlacht in Polen i m Raum um Kutno gegen den eingeschlossenen Gegner eingesetzt und erleichterten durch ihre An­griffe das Vorgehen des Heeres. Kampfverbände haben durch Bombenabwürfe die Bahn ft r e ck e n SamborLemberg, StryjLemberg, KrasnikLub­lin, WarschauLuckow und BilskCzeremcha mehr­fach unterbrochen. Auf den von Warschau nach Osten und Südosten führenden Straßen wurden Marsch- und Wagenkolonnen wirksam bekämpft. Die Gegenwehr der polnischen Fliegertruppe wird immer schwächer. Um ihr aber auch die letzten Möglichkeiten zum Eingreifen zu nehmen, wurde die Luftwaffe auch gegen die Reste der Bodenorga­nisation eingesetzt. Bei den Angriffen auf die Flug­plätze Rodek, Deblin, Luck und Lemberg wurden 3 4 p o l n i s ch e F l u g z e u a e auf den Rollfeldern zerstört, zwei'Flugzeuge im Luftkampf abgeschojsen.

Heber der Luftverteidigungszone West wurden d r e i f r a n z ö s i s ch e A u s k l ä r e r a b g e, ch o 1 - s e n, und zwar zwei von der Flak-Artillerie und einer von den Jagdfliegern, wobei ein ^lieger- kapitän in Gefangenschaft geriet.

In Posen und Wesipreußen zahlreiche

Städte besetzt.

B er lin, 12. Sept. (DHB.) Das Oberkommando ber Wehrmacht gibt bekannt:

Durch bas Vorgehen unserer Truppen in b e n Provinzen Posen unb West preußen mürben in ben letzten Tagen Posen, Thorn, Gnesen, hohenfalza unb zahlreiche an- bere Stäbte beseht. Damit ist auch in biefer Gegenb bas ehemals deutsche Gebiet nahezu restlos in deutscher Hand.

Englands aussichtsloser Kampf.

Hierin liegt das wesentliche Plus des deutschen Heeres gegenüber der polnischen Armee. Nicht daß der polnische Soldat oder aar der polnische Offizier nicht mutig gewesen sind, im Gegenteil, das polnische Offizierkorps hat sich als besonders mutig erwiesen, was schon aus den überaus gro­ßen Verlusten an polnischen Offizieren hervorgeht. Aber einmal wurde die polnische Niederlage be­dingt durch eine mangelhafte Truppen- führung und ein anderes Mal durch gewisse psychische Eigenschaften, die dem polnischen Sol­daten anhaften. Der deutsche Soldat siegt und kämpft auch dann, wenn er drei Tage lang nichts zu essen und zu trinken hatte. Der polnische Soldat jedoch, von dem sogar behauptet wird, daß er im Ertragen von Strapazen an sich etwas härter sei als der deutsche Soldat, wird moralisch müde, wenn er keine Verpflegung bekommt. Der Kampswert des polnischen SoDaten hängt weit­gehend von dem Vorhandensein der Gulaschkanone ab, während der deutsche Soldat mehr Wert auf wirkliche Kanonen legt.

Was nun die polnische Truppenführung anlangt, so mangelt ihr jede Tradition und jede Er­fahrung, was bei einer Armee, die im Grunde ge­nommen aus Aufständischen hervorgegangen ist und gerade erst 20 Jahr? steht, kaum verwunderlich erscheint. Mangel an Befehl und Orga» nisationsmaßnahmen kann aber der pol­nische Soldat noch viel weniger ertragen als den Mangel an warmen Mahlzeiten. Hierin liegen die tieferen Ursachen der polnischen Niederlage, die in diesem Ausmaße wohl selbst von den westlichen Scharfmachern nicht vermutet worden ist.

Immer weiter rücken die Infanteristen durch die Wälder und Felder jenseits der Weichsel vor. Die Kilometerzahlen an den Wegweisern nach Warschau werden immer kleiner, und das Dorrücken nimmt so lebhafte Formen an, daß die deutschen Späh­trupps noch auf den Feldern arbeitende Bauern antreffen, die ursprünglich vor hatten, vor den deut­schen Truppen zu flüchten. Tausende und aber TaujssM oon FMMngA tperten von den deutschen