das Schicksal der Nation so entscheidende Bauvorhaben die P f l i ch t a r b e i t einzuführen und aus vielen Betrieben Arbeiter herauszuziehen. Die Zurückbleibenden aber, die nun durch Mehrleistung den Ausfall der zur Arbeit am Westwall einberufenen Gefolgschaftsmitglieder ausgleichen mußten, auch sie haben dazu beigetraaen, daß die Grenzen Großdeutschlands im Westen nun gesichert sind. Und wenn auch der vertraute Postomnibus hier und da nicht mehr so häufig verkehrte oder durch ein Fahrzeug eines privaten Unternehmens ersetzt wurde, weil viele Autobusse der Reichspost zum Westen für den Transport der Arbeiter abgegeben waren, wenn auf manchen Strecken Einschränkungen des Eisenbahnverkehrs nötig waren, um die Transporte für den Westausbau zu sichern, wenn Privataufträge zugunsten der Fertigstellung des für den Westwall benötigten Materials Berzögerungen erlitten — jeder sah die Notwendigkeit ein. Ging es doch um die Sicherung des Reiches nach dem Willen des Führers. Und hatte nicht die Bevölkerung des Grenzlandes infolge der vielen Einquartierungen, durch den starken Straßenverkehr im Ausbaugebiet und durch die Abgaben von Land für den Bau der Befestigungswerke im besonderen Maße Opfer zu bringen? Ueberall zeigte sich vorbildlicher nationalsozialistischer Gemeinschaftssinn in freudigem Einsatz für Volk und Reich. So kann jeder deutsche Volksgenosse, der mittelbar oder unmittelbar am großen Werke mitgeschafft hat, stolz sein, auf seinem Posten seine Pflicht zum Wohle der Volksgemeinschaft getan zu haben.
Ungeheuer war der Einsatz an Material und Arbeitskraft für die Ende Mai vorigen Jahres begonnene Errichtung dieser das Reich gegen jeden Angriff im Westen schützenden Be- festiaungszone. Ein Drittel aller in der deutscken Bauindustrie und im Baugewerbe vorhandenen Betonmaschinen war für den Ausbau des Westwalls herangezogen. In ihnen wurden insgesamt rund 6 Millionen Tonnen Zement verarbeitet. Das ist über ein Drittel der gesamten deutschen Zementproduktion. Der Bedarf an Holz betrug rund 695000 Kubikmeter. Für die Panzerfertigung wurden die Werke der deutschen Schwerindustrie erheblich erweitert. Von der deutschen Reichsbahn wurde sofort nach Beginn des Ausbaus der Antransport der benötigten Baustoffe in großem Umfange ausgenommen. Die anfängliche Höchstleistung von 6000 täglich nach dem Westen beförderten Waggons mit Baustoffen wurde nach kurzer Zeit auf weit üb er 8000 Waggons täg- I i ch gesteigert. Außerdem waren die Binnenschifffahrt und das Kraftverkehrswesen sowie Feld- und Förderbahnen im weitesten Umfange für die Bewältigung der Transporte eingesetzt. Die Zahl der für Baustofftransporte im Westen aus dem ganzen Reich zusammengezogenen Lastkraftwagen betrug weit über 15 000. Als Ergänzung zur Eisenbahn und zum Schiffsverkehr hat der Lastkraftwagen auch hier die besten Dienste geleistet und war als Transportmittel zur Baustelle selbst unentbehrlich.
Nach Anlieferung der für die Betonbauten erforderlichen Baustoffe nahm der Umfang der Transporte nicht etwa ab. Denn nun mußten die Maschinen und Geräte für die Innenausstattung der Westwallbauten, die Waffen-, Munitions- und Verpflegungsreserven, die in den Werken eingelagert sind, die Anlagen für den Gasschutz, die sanitäre Versorgung, kurz alles das, was der Besatzung auch im Großkampf ein Durchhalten auf lange Zeit ermöglicht, herangeschafft und eingelagert werden. Für die Herstellung der in mehreren breiten Streifen hintereinander verlaufenden Jnsanteriehinder- nisse wurden nahezu rund 3 Millionen Rollen Draht angeliefert. Unter Einsatz von aus ganz Deutschland zusammengezogenen Großbaggergeräten wurden viele Kilometer unüberschreit- bare Kampfwagengräben geschaffen, teils künstlich, teils durch Verbreiterung und Vertiefung natürlicher Hindernisse. In anderen Abschnitten wieder wird durch Steilhänge sowie durch oft in mehreren Linien hintereinander verlausenden Höckerhindernisse jeder Kampfwagenangriff aufgehalten.
Dieser riesige Ausbau erforderte gewaltigen Einsatz von Arbeitskräften. Nachdem am 28. Mai 1938 vom Führer der Befehl zum Bau gegeben war, stieg die Zahl der beschäftigten Arbeiter von Woche zu Woche. Bei der Organisation Todt allein waren beschäftigt: Am 20. Juli 35 000 Mann, am 27. Juli 45 000 Mann, am 3. August 77 000 Mann, am 10. August 93 000 Mann, am 17. August 121000 Mann, am 24. August 145 000 Mann, am 31. August 170 000 Mann, am 7. September 191 000 Mann, am 14. September 213 000 Mann, am 21. September 241 000 Mann, am 28. September 278 000 Mann, am 6. Oktober 342 000 Mann. Dazu kamen rund 90 000 Arbeiter in den Bereichen der Fest-Pi-Stabe sowie 100 000 Mann Reichsarbeits- dienst.
Während diese Arbeiter für die Herstellung der reinen Betonbauten eingesetzt waren, deren Bau vielfache Vorbereitungen erforderte, und wie aus den oben angegebenen Arbeiterzahlen ersichtlich ist, erst nach und nach anlief, wurden auf Befehl des Führers sofort nach Einleitung des Ausbaus zahlreiche Infanteriedivisionen und Pionierbataillone im Westen zusammengezogen. Im Rahmen größerer Geländeübungen unter kriegsmäßigen Voraussetzungen wurden durch den Einsatz dieser Divisionen die bereits vorliegenden Erkundungen überprüft und ergänzt. Die Truppe war jedoch nicht nur hierdurch an der Vorbereitung des ständigen Ausbaues beteiligt, sondern in erheblichem Umfange auch für den Ausbau selbst eingesetzt. Neben der Herstellung von Hindernissen aller Art und Sperren wurde der Bau der Nachrichtenverbindungen, der Wegebau und die Tarnung fertiggestellter Anlagen zu einem großen Teil durch die eingesetzte Truppe ausgeführt. Die Truppenteile waren immer nur eine gewisse Zeitlang eingesetzt und wurden dann durch andere Einheiten ausgetauscht. Durch diesen Einsatz wurde ein doppelter Zweck erreicht: für die Truppe eine Schulung im Einsatz und in der Herstellung von Befestigungsanlagen unter kriegsmäßigen Voraussetzungen, für den Westwall eine erhebliche Beschleunigung seines Ausbaus und gleichzeitig eine beträchtliche Verstärkung feiner Verteidigungsfähigkeit. Die Truppe hat sich diesem unerwarteten Einsatz in jeder Beziehung gewachsen gezeigt, sie löste ihre Aufgabe in vorbildlicher Weise und bewies auch hier ihre vorzügliche Ausbildung.
Die Unterbringung aller am Ausbau des Westwalls Beteiligten in den Ortschaften, vor allem im dünner besiedelten Bergland der Eifel, machte anfänglich Schwierigkeiten. Durch Errichtung von über 200 großen Arbeiterlagern konnte jedoch bald Abhilfe geschaffen werden. Die eingesetzten Reichsarbeitsdienstabteilungen waren ausnahmslos in eigenen Lagern untergebracht. Um Zeitverluste für An- und Abmarsch zur Arbeitsstelle zu sparen und die Kräfte zu schonen, waren
weit über 5000 Kraftomnibusse bereit- gestellt, die täglich rund 186 000 Arbeiter von den weiter abseits von ihren Arbeitsstellen gelegenen Quartieren zu den Baustellen beförderten. Hierzu hatte die Deutsche Reichspost rund 68 v. H. ihres Bestandes an Kraftomnibussen nach dem Westen abgegeben. Neben den oben angegebenen Arbeiterzahlen können selbstverständlich diejenigen Arbeitskräfte, die in den verschiedensten Industrien ausschließlich mit Fertigungsarbeiten für den Westwall beschäftigt waren, zahlenmäßig ebensowenig angegeben werden, wie der Arbeitereinsatz für die Heranschaffung der Baumaterialien und des Armierungsgerates.
Der W e st w a l l steht. Als Bollwerk von Stahl und Beton verläuft seine bis zu 50 Kilometer tiefe Befestigungszone von der Ebene des Niederrheins durch die Eifel.und das Saargebiet bis zum Rhein und am Oberrhein entlang bis zur Schweizer Grenze. Die zunächst vom Führer vorgesehenen 1 7 000 Betonwerke, die dann durch seinen ergänzenden Befehl für den weiteren Ausbau auf über 22 000 erhöht worden sind, umfassen zahllose schwere P a n z e r w e r k e , und sind mit allem ausgestattet, was die kampfgeschulte Besatzung braucht, um jeden auch mit den stärksten Mitteln und größtem Einsatz durchgeführten Angriff erfolgreich abwehren zu können. Für Sicherung der Nachrichtenverbindungen, die eine erfolgreiche Führung auch im schwersten Kampf ermöglichen, ist ebenso Vorsorge getroffen wie für Abwehr jeder G a s g e f a h r. In den tief in der Erde unter starken, gegen jeden Beschuß sicheren Betondecke liegenden Ruheräume finden die abgelösten Teile der Besätzung, dem Kampflärm entzogen, wirkliche Ruhe und dank der vorbild
lichen sanitären Einrichtungen schnelle Erholung von den zermürbenden Einflüssen eines modernen Großkampfes. Außer Munition sind naturgemäß auch Verpflegung und Wasserversorgung im reichsten Maße für eine lange Kampfdauer gesichert.
Ausgabe der Festungspionierdienststellen wird es sein, ständig an der Verbesserung des Westwalls zu arbeiten und dafür zu sorgen, daß die jetzt vorhandene Ueberlegenheit des Ausbaus gegenüber jedem Angriff auch für die Zukunft allezeit erhalten bleibt. Stahl und Beton find an sich tote Dinge. Träger der Abwehrkraft ist die stets einsatzbereite und ständig wachsame Pesatzung. Ihren Geist kennzeichnete die eingangs bereits erwähnte Meldung des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe 2 an den Führer. Gewiß hat dieses ungeheure Werk auch große Kosten verursacht. Aber schon dadurch, daß der Westwall bereits im ersten Ausbau im September des vergangenen Jahres dem Führer die Möglichkeit gab, unter Vermeidung eines Krieg rs wertvolles deutsches Land mit 3,5 Millionen deutscher Einwohner ins Reich heimzu holen, haben sich diese Aufwendungen um ein Vielfaches bezahlt gemacht. Und wer will daran zweifeln, daß eine einzige Kriegswache, ganz abgesehen von den Verlusten an Menschenleben, weit, mehr an Kosten verursacht hätte? Der schönste Dank für alle, die an dieser Sicherung des Reiches im Westen mitgearbeitet haben, waren d i e Worte des Führers in seinem nach Abschluß seiner Besichtigungsreise erlassenen Tagesbefehl: „Die Besichtigung des Westwalls hat mich von seiner Unbezwingbarkeit überzeug t".
Deutschlands erstes musisches Gymnasium.
Reichsminister 2Rufl spricht bei -er Eröffnung in Frankfurt.
Lpd. Frankfurt a. M.,< 12. Juli. Im Kaisersaal des Römers fand die Eröffnung des ersten Musischen Gymnasiums durch den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht sowie des Kultur- und Musiklebens statt. Als Vertreter des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger dankte Ministerialrat Ringsh aufen dem Minister, daß das Musische Gymnasium — die erste Schule dieser Art — in Frankfurt errichtet wurde. Auch Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs sprach dem Minister seinen Dank aus für die Förderung der Universität, des Städelschen Kunstinstituts und der Musikhochschule und überreichte ihm die Silberne Goethe-Plakette.
Reichsminister R u ft dankte für die hohe Auszeichnung und entwickelte die Grundgedanken, die für die Errichtung dieses ersten Musischen Gymnasiums richtunggebend gewesen sind. In unserer Zeit sei keine Feierstunde denkbar, die nicht wesentlich mit den Mitteln der Musik gestaltet würde. Die Künstler, die uns diesen Genuß vermittelten, hätten sich in der Vergangenheit diese „brotlose Kunst der Musik" auf eigenes Risiko zu eigen machen müssen. Ihnen werde nun ein neuer Weg z u ihrem Beruf erschlossen. Das Musische Gymnasium sei keine technische Kombination, indem etwa dem Gymnasium alten Stils einfach vermehrter Unterricht hinzugefügt wurde. Die heutige nationalsozialistische Schule entfalte nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten, sondern gehe vom Leben aus, ergreife die Seele und forme den Charakter. Sie stehe so dem hellenischen Gymnasium näher als das
Aus dem Reich.
Vereinheiilichung im Behördenaufbau.
Behörden der Länder zugleich Behörden des Reiches.
Durch ein „Gesetz über die Vereinheitlichung im Behördenaufbau" werden die Behörden der Länder zugleich Behörden des Reiches. Die in ihnen tätigen Beamten werden u n - mittelbare Reichsbeamte. Wenn auch die zuständige Reichszentrale schon bisher in der Lage war, Beamtenversetzungen von Land zu Land, von Land zum Reich und vom Reich zum Land vorzunehmen, so war diese Versetzungsmöglichkeit doch durch haushaltsrechtliche .Bestimmungen erschwert. Diese Erschwerung ist nunmehr beseitigt. Unterhaltsträger sämtlicher Landesbehörden, die nunmehr zugleich Reichsbehörden sind, bleiben die Länder. Die Organisation der Länder und die Stellung ihrer obersten Organe wird nicht berührt. Doch ist für alle Beamten außer den Gemeindebeamten und Beamten der sonstigen Körperschaften Dienstherr nicht nur das Land, sondern nur noch das Reich. Die dienstaufsichtlichen Befugnisse werden auch weiterhin von den obersten Landesbehörden als oberste Dienst- bchörden wahrgenommen.
Don Bedeutung ist für die zukünftige Entwicklung im öffentlichen Verwaltungsaufbau die Bestimmung, daß neue Aufgaben des Reiches und der Länder, die in der Mittel- und Unter- stufe durch die staatliche Verwaltung wahrgenommen weroen sollen, den Behörden der allgemeinen Verwaltung zu übertragen sind, sofern die neuen Aufgaben nicht wegen ihrer Wesensverwandtschaft in den Aufgabenkreis bereits bestehender Sonderverwaltungs- b e Hörden fallen. Selbständige Behörden für neue Äerwaltungsaufgaben dürfen nur bürd) Führererla'ß oder durch Gesetz eingerichtet werden. Damit wird einem Nebeneinander von Verwaltungsstellen vorgebeugt und dem wichtigen Grundsatz der „Einheit der Verwaltung" weitgehend Rechnung getragen. Schließlich ermöglicht das Gesetz die Schasfung brauchbarer Verwaltungsräume für bestimmte Sachgebiete.
Das neue Reichsbahnqesetz.
Berlin, 12. Juli. (DRB.) Im Reichsgesetzblatt wird das neue Reichsbahngesetz verkündet. Auf Grund der Erklärung des Führers in der Reichstagssitzung vom 30. Januar 1937 war durch das Gesetz vom 10. Februar 1937 die Reichsbahn in die unmittelbare Verwaltung des Reiches zurückgeführt. Das neue Reichsbahngesetz regelt namentlich audj die finanziellen Be-
humanistische Gymnasium von einst, das keine echte Brücke von Hellas in unsere Zeit gebildet habe.
Der Minister setzte sich bann mit dem geistigen Inhalt der hellenischen Welt auseinander und kam zu dem Ergebnis, daß im Zeitalter der Renaissance der hellenische Geist sich im Abendland deshalb sich nicht durchsetzen konnte, weil die reine Diesseits- Auffassung des Hellenismus auf eine Jen- seits-Religion gefloßen fei, die vom Germanentum Besitz ergriffen hatte. Der Hellenismus kenne keine geheimnisvollen Ienseitsgesetze, um so mehr aber die ungeschriebenen Gesetze der Natur und seiner Rasse. So wurde das alte humanistische Gymnasium des christlichen Abendlandes nicht zu einer Erziehungsstätte des Hellenismus, sondern zu einer Lehrstätte von den Erscheinungen griechischen Lebens. Erst die Zeit Adolf Hitlers, die in der körperlichen Erziehung des Menschen den gottgewollten Ausdruck unseres inneren Wesens erblicke, vermochte die Bilder hellenischer Kunst als heimische Gäste bei sich aufzunehmen. So erleben wir jetzt die germanische Renaissance, in der das Leben wieder zur Einheit wird. Das erfordere aöer auch für die Schulen neue Formen, wie sich auch neue Prinzipien des Unterrichts und der Schulorganisation ergäben. Vielleicht sei es unser besonderes Schicksal, das uns i n der Musik unser Letztes und unsere besondere Art aussprechen läßt. Der Minister trat der Meinung entgegen, als ob das künstlerische Genie sich aus sich selber entfalte. Auch das Genie bedürfe des Lebens in der Gemeinschaft. Die Begabten-Erfassung müsse so früh wie möglich ein» setzen. In diesem Sinne gesehen sei das neue Musische Gymnasium eine reine deutsche Neuschöpfung und nationalsozialistische Bildungseinrichtung.
Ziehungen zwischen Reichsbahn und Reich. Die Reichsbahn leistet alljährlich an die aU» gemeine Reichskasse eine Abgabe, die sich nach der Höhe der Verkehrseinnahmen richtet, bei Verkehrseinnahmen von 4,6 Milliarden RM. im Jahr 3 v. H. Sind die Verkehrseinnahmen in einem Geschäftsjahr höher ober niedriger als 4,6 Milliarden RM., so erhöht ober ermäßigt sich die Abgabe um 10 v. H. des von 4,6 Milliarden RM. abweichenden Betra- ges; sie beläuft sich aber mindestens auf 100 Millionen Reichsmark. Zu dieser Abgabe kommt noch die von der Reichsbahn zu entrichtende Beförderungssteuer hinzu, die in den Fahrpreisen und Frachten der Eisenbahn mit enthalten ist und die z. B. im Jahre 1938 287 Millionen RM. erreicht hat.
Die bewährte Einrichtung des Beirates, der den Reichsverkehrsminister in wichtigen Fragen der Reichsbahn zu beraten hat, bleibt erhalten; die Zahl der Mitglieder, bisher 18, beträgt künftig 14. Besonders betont ist, daß die Reichsbahn keine Gewerbebetrieb, sondern daß die Erftillung ihrer Aufgaben öffentlicher Dienst ist. Daraus hellt ohne weiteres, daß die Dienststellen der Reichsbahn Behörden und daß die Reichsbahnbeamten unmittelbare Neichsbeamte sind, für die das Deutsche Beamtengesetz gilt.
Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen.
Beseitigung von Unfallgefahren.
Die ständig steigende Entwicklung der Verkehrsdichte und Verkehrsgeschwindigkeit auf Eisenbahnen und Straßen erforderte durchgreifende Maßnahmen zu einer modernen Ausgestaltung der vorhandenen Kreuzungen. Zur Erreichung dieses Zieles mußte vor allem die Möglichkeit geschaffen werden, die Veränderung bestehender Kreuzungen, notfalls gegen den Willen eines oder beider Beteiligten zu erzwingen. Ein soeben erlassenes Gesetz sieht hinsichtlich der Herstellung neuer Kreuzungen zwischen Eisenbahnen und Straßen grundsätzliche Schienenfreiheit vor. Das Gesetz gibt jedoch die Möglichkeit, den Grundsatz der Schienenfreiheit je nach der Verkehrsbedeutung einzudämmen. Um Härten zu vermeiden bei bestehenden Kreuzungen kann zur Verbesserung des Eisenbahn- oder Straßenverkehrs angeordnet werden, daß die beteiligten Eisenbahnunternehmer und Träger der Stratzen- baulast höhengleiche Kreuzungen durch schienenfreie Kreuzungen ändern, an höhengleichen Kreuzungen bis zu ihrer schienenfreien Umgestaltung Eisenbahn- oder Straßenanlagen ändern oder ergänzen, höhengleiche Kreuzungen durch Wegeverlegungen beseitigen oder sonstige bauliche Maßnahmen treffen. Bei der Aendcrung höhengleicher Kreuzungen ohne schienenfreie Umgestaltung ist besonders an die Ausgestaltung des
Soziale Politik.
Wenn der nationalsozialistische Staat auf der einen Seite von allen Volksgenossen die beste L e i st u n g und den h ö ch st e n Einsatz fordert, so ist er auf der anderen Seite entschlossen, die Leistung sowohl wie den Einsatz nicht nur zum Wohl der Volksgemeinschaft, sondern auch zum Wohl des einzelnen anzuerkennen. Es hat Härten gegeben wie z. B. bei der Verpflichtung von Arbeitskräften für staats- politifche Aufgaben, insofern der Verpflichtete an seinem neuen Arbeitsplatz geringer entlohnt wurde, als dies an seinem alten Arbeitsplatz der Fall war. Schon bei der Einführung dieser Maßnahme hatte der Beauftragte für den Vierjahresplan, Feldmarschall Göring, die Anordnung getroffen, daß in solchen Fällen eine Ausgleich- zulage gezahlt werde. Diese Anordnung hat nunmehr eine zeitlich unbegrenzte Wirksamkeit erhalten, so daß künftig in jedem Fall die Zulage gezahlt werden muß. Erst dann, wenn die Verpflichtung aufgehoben wird, hört diese Zulage auf. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines besonderen Härteausgleichs geschaffen worden, der dann einzugreifen hat, wenn durch den Wegfall der Zulage besondere wirtschaflliche Nachteile entstanden find.
Der nationalsozialistische Staat hebt damit die staatspolitisch wichtigen Ausgaben ausdrücklich hervor, denn diese sind es, die mit allen Mitteln gefördert werden müssen. Im Sinne dieser Ausgaben sind aewisse Härten nicht zu vermeiden, denn es läßt sich z. B. nicht umgehen, daß Volksgenossen von einer Arbeitsstelle auf eine andere Arbeitsstelle um» geleitet werden, ohne daß der einzelne Volksgenosse dies beantragt hat. Die persönlichen Rechte und Freiheiten des Volksgenossen finden ihre Grenzen an den Interessen des Staates und der Volksgemeinschaft. Der einzelne kann nur leben, wenn ein starker Staat vorhanden ist, der Lebensrecht und Lebensraum gewährleistet. Wohin das Gegenteil führen muß, das Uebergewicht liberalistisch-demo- kratischer Freiheiten des Einzelnen, haben wir ein- drucksooll in der Systemzeit erlebt, wo der einzelne zwar das Recht und die Freiheit hatte, sich seinen Arbeitsplatz zu suchen wo er wollte, aber diesen Arbeitsplatz in der Regel nicht finden konnte.
Es ist ohne weiteres klar, daß eine staatlich geleitete Wirtschaft auch die Sorge dafür zu tragen hat, daß die der Wirtschaft/ gestellte Gesamtausgabe gelöst werden muß. Diese Gesamtaufgabe besteht vor allem darin, die Güter und Dienste sicherzustellen, die zu gegebener Zeit staatspolitisch wichtig sind. Das kann heute der Steinkohlenbergbau sein, weil die Steinkohle heute nicht mehr Brennstoff allein, sondern ein ungemein wichtiger industrieller Rohstoff ist, der für sehr unterschiedliche Zwecke gebraucht wird. Stellen wir uns einmal vor, daß die staatlich geleitete Wirtschaft eine bestimmte Steinkohlenmenge gebraucht, so versteht es sich von selbst, daß der Staat im Interesse der Volksgemeinschaft nichts unterlassen darf, was die Förderung dieser Steinkohlenmenge sichert. Das kann Veranlassung sein, den Arbeitsplatzwechsel einzuschränken, wie das durch die Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 11. Juli 1939 geschehen ist. Darin liegt keine soziale Härte, denn abgesehen davon, daß die schwere Arbeit des Bergmannes ihrer Natur nach schon immer örtlich gebunden war, hat ein Arbeitsplatzwechsel gerade im Kohlenbergbau manche Nachteile, die mit der Betriebssicherheit Zusammenhängen. Die Tatsache, daß die Nachfrage nad) Arbeitskräften allgemein ist, bringt es mit sich, daß das Angebot sich da steigert, wo ein höherer Lohn oder andere soziale Porteile in Aussicht stehen. Aber wir können die gewaltigen Aufgaben, die im Rahmen des Dierjah- resplans zu leisten sind, zu keiner Zeit und an keiner Stelle als Aufgaben zweiten oder dritten Ranges bewerten lassen. Wo der Einsatz von Arbeitskräften aus staatspolitischen Gründen vor sich gehen muß, sorgt die Anordnung des Beauftragten dafür, daß kein Verpflichteter wirtschaftlich schlechter g e st e 111 wird.
Der nationalsozialistische Staat will ein Staat der Arbeit und der Leistung sein. Daß er dies wirklich ist, hat er seit der Machtergreifung bewiesen, denn es hat auf allen Gebieten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens ein freuoig aufgenommener Wettkampf um die beste Seift ung eingesetzt. Dieser Wettkampf mit seinem Leistungsergebnis ist nicht ein Vorgang an sich, er bildet vielmehr d ie Grundlage für den sozialen Ausleseprozeß. Wer in seinem Fach besonders Tüchtiges leistet, ganz einerlei um welche Disziplin es sich handelt, wird den Weg nach vorwärts frei finden. Der nationalsozialistische Staat hat bisher schon ein System für die Auslese ausgeprobt, das nunmehr über das Großdeutsche Reich hinweg zur Anwendung kommen soll. Das Förderungswerk für die Begabten, das von Dr. Robert Ley und dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach unter der Schirmherrschaft des Generalfeldmarschalls Göring organisiert ist, ist eine soziale Tat, die nur ein Staat wagen kann, für den das Wohl der Volksgemeinschaft und damit des einzelnen die höchste Aufgabe ist Ey.
der Überschneidung des Straßen- und Eisenbahnverkehrs dienenden Kernstücks, bei der Ergänzung solcher Kreuzungen an die Errichtung von Straßenverkehrszeichen (Baken) oder von Warnlichtanlagen und Schranken ge-> dacht.
Die Befugnis zur Anordnung aller dieser Aende- tun gen steht dem Reichsverkehrsminister im Einvernehmen mit dem Generalinspektor für das deut-, sche Straßenwesen zu. Das Gesetz legt die Kosten zu gleichen Teilen auf beide Beteiligte, ohne Rücksicht darauf, wer im Einzelfall den Anlaß zu der Veränderung gegeben hat und welcher Verkehrsweg zuerst hergestellt worden ist.
Eine Reichsstelle gegen die Alkohol- nnd Tabakgefahren.
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Reichsgesundheits- führer Staatsrat Dr. Conti hat zur Vereinheitlichung und Erweiterung der Arbeit gegen die Alkohol- und Tabakgefahren eine Anordnung erlassen, in der es beißt: „3m Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern wird die ^Reichs- ftelle gegen d i e Alkohol» und Tabakgefahren" in Berlin-Dahlem errichtet, die die Aufgaben der „Reichsarbeitsge- meinfcbaft für R a u f ch g i f t b e k ä rn p- fung" sowie der ihr angeschlossenen „Reichsfachgemeinschaft zur Bekämpfung des Alkoholismus" und des unter der Bezeichnung „Reichsstelle gegen den Alkoholmißbrauch" 'bekannten „Deutschen Vereins gegen den Alkoholismus" übernimmt. Die Leitung übernehme ick) selbst. Zu meinem Stellvertreter als Leiter der Reichsstelle


