NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost.
Zu der heule um 20.30 Ilhr im Cafe Leib, Walllorstraße 38, slaltflndenden Feierstunde aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Rückgliederung der Ostmark laden wir alle Volksgenossen ein. Für Parteigenossen und Parteigenossinnen und die Mitglieder der RS.-Frauenschafl und des Deutschen Frauenwerks ist die Teilnahme Pflicht. — Die Mitglieder der DAF. und der RSV. werden zur Teil- nähme aufgefordert.
Ladenschluß in ländlichen Gebieten.
gfoif Die vom Reichsarbeitsminister den höheren Verwaltungsbehörden erteilte Ermächtigung, in ©e- bieten mit überwiegend ländlicher Bevölkerung während der Zeit der Feldbestellung und der Ernte den Ladenschluß der offenen Verkaufsstellen nach besonderen Richtlinien festzusetzen, ist, da sie bis zum ZI. März 1939 befristet war, jetzt erneuert worden. Es bleibt demnach dabei, daß offene Verkaufsstellen in Orten mit weniger als 3000 Einwohnern und
überwiegend ländlicher Bevölkerung in den Monaten April bis einschließlich September bis 21 Uhr geöffnet fein dürfen.
BOM.-tlntergau 116 Gießen.
In der Woche der Jungmädel und Pimpfe vom 14. bis 21. 3. tragen alle Jungmädel Uniform.
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Alle Mädel der.M.- Gruppe 1/116 Gießen- Süd herhören! Am Montag, 13.3.1939, wird die Gruppe durch den Obergau besichtigt. Zu diesem Gruppenappell muß jedes Mädel in tadelloser Kluft um 20 Uhr am „Hessischen Hof" antreten. Alle Beurlaubungen sind für diesen Tag aufgehoben. Entschuldigungen gehen nur an die Gruppenführerin.
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** D ie Schnepfen sind dal Am 6. März wurde im Gießener Bergwerkswald die (vermutlich) erste Schnepfe dieses Jahres im Jagdkreis Gießen ge, schossen. Im gleichen Jagdbezirk hatte am 11. März ein anderer Jäger sogar das in unseren Gegenden recht seltene Weidmannsheil, an einem Abend vier Langschnäbel zur Strecke zu bringen!
Ausruf zur Freiplatzspen-e.
NSG. Der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Nassau, Gauamtsleiter Haug, richtet nachstehend an die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau den eindringlichen Appell, durch Freiplatzspenden an der Verwirklichung der Großdeutschen Schicksalsgemeinschaft mitzuhelfen.
Das Lrholungswerk der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt stellt auch in diesem Zahr uns wieder vor besondere Aufgaben. Außer der Sorge für die verdienten SA.- und Männer steht vor uns die
Verpflichtung der Betreuung unserer Volksgenossen aus dem Grohdeutschen Reich.
wir wissen alle, daß den Brüdern und Schwestern der Ostmark und des Sudetenlandes ausreichende Hilfe zukommen muh, und wir erblicken in dem Lrholungswerk der RSV. einen Teil dieser Hilfe.
Ich rufe daher die Bevölkerung des Gaues Hessen- Rassau zur Spende von Freiplähen auf und erwarte, dah jeder, der kann, mithilft an der Verwirklichung der Grohdeutschen Schicksalsgemeinschaft.
BdM.-Kührerinnen-Tagung in Gießen.
Die große Führerinnen-Tagung des Bundes Deutscher Mädel i. d. HI., Untergau 116 (Gießen), wurde eingeleitet mit einer Ansprache des Kreisleiters B a ck h a u s , der den Mädchen sagte, welche Aufgaben sie noch im Kreise Wetterau zu erfüllen haben. Er sagte ihnen bereitwilligste Unterstützung zu, wie sie durch die Förderung der Heimbeschaffung bereits in die Wege geleitet sei. In diesem Jahre sind, wie der Kreisleiter hervorhob, weitere acht Grundsteinlegungen für HJ.-Heime vorgesehen, so daß es, wenn dieses Tempo beibehalten werden kann, in fünf bis zehn Jahren keine Gemeinde geben dürfte, in der die HI. kein geeignetes Heim besitzt. Gleichzeitig soll der Bau von Schwimmbädern, Sportplätzen, aber auch von NSV.-Kindergärten gefördert werden, damit die Jugend frühzeitig in die Bahnen geleitet wird, die ihr vorgezeichnet sind. Der Kreisleiter hob die Bedeutung einer g e f e ft i g t e n Volksgemeinschaft als Grundlage für die Aufgaben der großen außen- und innenpolitischen Aufgaben hervor, die der Führer noch zu lösen gewillt ist, auf daß Deutschland ewig lebe. Hierauf sprach die Obergauärztin Dr. Ria P i tz e n über das Thema „1939, dos Jahr der Gesundheit". In leichtoevständlicher Art schilderte sie die Aufgaben der BDM.-Aerztin und des HJ.- Arztes im Gesundheitsdienst und unterstrich die Notwendigkeit der wachsenden Erkenntnis, daß jeder einzelne nicht nur sich, sondern auch dem Volke gegenüber verpflichtet sei, gesund zu fein und damit seine Leistungsfähigkeit zu Erhalten. In diesem Bestreben fallen dem Mädel als der werdenden Frau bsfondere Aufgaben zu, weil nur eine gesunde und lebensfrohe Frau in der Lage ist, nach der harten Tagesarbeit Entspannung und Erholung im Kreise der Familie zu verschaffen. Das Mädel müsse daher frühzeitig Schäden an der Gesundheit verhüten und sich durch Selbstdisziplin zu einer natürlichen und gesunden Lebensführung durchringen. Wie das im wesentlichen durch eine vernünftige Organisation der Tagesarbeit durch Körperpflege, vernunftgemäße Kleidung und Ernährung zu geschehen hat, dazu gab die Aerztin reichliche An- regungen.
Abend der Kameradinnen.
Der Samstagabend brachte einen unterhaltsamen Kameradschaftsabend, der ganz im Zeichen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" stand. Zahlreich nahmen die Kameradinnen teil. Der Saal des Studentenheims war dis auf den letzten Platz besetzt.
Zunächst wurden einige Lieder gelernt und gemeinsam gesungen. Dann folgten in buntem Wechsel Darbietungen der verschiedenen Arbeitsgruppen des BDM.-Werkes. Die Volkstanzgruppe trat mehrmals in schmucken Kleidern zu Volkstänzen an, die mit großer Freude aufgenommen wurden.
Der Gesundheitsdienst wartete mit einem originellen Rätsel auf, bei dem jedes der Mädchen mit einem selbstgereimten Spruch auswartete, dessen Kernwort mit Buchstaben begann, die zum Schluß das Wort „Gesundheitspflicht" ergaben. Die Lösung des Rätsels wurde allen Kameradinnen klar, als sich die Mädchen vom Gesundheitsdienst plötzlich umdrehten und dabei in klaren Buchstaben das Wort lesbar wurde.
Die Gruppe „Gymnastik" trat mit geradezu einzigartig schönen Darbietungen hervor. Die Kameradinnen traten in schneeweißen, kurzen Kleidtrikots auf und zeigten im Keulenschwingen, im Seilspringen und in der Ballgymnastik, was sie bisher gelernt hatten.
Den Abschluß des Abends bildete eine Kleiderschau, zu der viele Kameradinnen zum größten Teil selbstgefertigte Kleider mitbrachten, die nun einer eingeyenden Betrachtung und einer wohlmeinenden kritischen Würdigung durch die Obergauführerin Else Riese unterzogen wurden. Manches Mädchen hat dabei wertvolle Anregungen für eigene und an die Persönlichkeit gebundeye Arbeit in der Gestaltung der Kleidung erhalten. Mit großer Begeisterung waren die vielen Zuschauerinnen dabei und folgten dankbar den Worten der Obergauführerin, die auf feine Art den Weg zu zweckmäßiger und schöner Kleidung für das junge Mädchen wies. । Mit einem der neugelernten Lieder wurde der I Abend beschlossen.
SJ.-iport
Veremsmannschastslämpfe der Turner
Die Vereinsmannschaftskämpfe der Kreisklasse in Gießen standen unter der Leitung von Kreis- männerturnwart Reuter, der in seiner Begrüßung seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß 13 Mannschaften angetreten waren. Kreisfachwart Daupert erinnerte daran, daß der Tag dem Gedenken unserer Helden galt, und ermahnte die Turner, im Sinne der Helden ihre Pflicht zu tun.
Der Wettkampf hatte folgendes Ergebnis: 1. Turnverein Waldgirmes mit 463 Punkten, 2. VfL. Lollar mit 445 Punkten, 3. Turn- u. Sportgem. Rod- heim Bieber mit 437 Punkten, 4. Turnverein Wieseck mit 436% Punkten, 5. Turnverein 1846 Gießen 432% P., 6. Turnverein Ewersbach 431 P., 7. Turnverein Sinn und Turnverein Dlllenburg 419% P., 8. Turnverein Mudersbach 409 P., 9. Turnverein Heuchelheim 408% P., 10. Turnverein Waldgirmes II 408 P., 11. Turnverein Watzenborn-Steinberg 407 P., 12. Turnverein Jahn Hermannstein 406 P.
Bei der Siegerehrung gab Fachwort Daupert bekannt, daß der 1. Sieger am 26. März den Kreis gegen die Kreisbesten der Kreise 7 bis 12 zu vertreten hat. Der Wettkampf findet auch in der Turnhalle von 1846 in Gießen statt.
Gießener Ringer ohne Sieg.
VfK. Alsfeld besiegt Gießen 93 mit 4:3 Punkten.
Die Hoffnung der Gießener Ringer auf einen Mannschaftssieg wären beinahe, trotz des Fehlens von Becker und R i ch t e r, in Erfüllung gegangen, denn der Gießener Mittelgewichtler Weber hatte Albert (Alsfeld) durch Untergriff in schwere Gefahr gebracht. Jedoch ließ sich Weber durch ver- frühten Beifall des Publikums irritieren und ließ Albert los. Diesen Moment nutzte der erfahrene Alsfelder geschickt aus und drehte Weber auf die Schultern.
Die Ergebnisse:
Bantamgewicht: Guckes (Gießen) hat Uebergewicht. Den Freundschaftskampf gewann der Alsfelder Wagner durch Hüftschwung.
Federgewicht: Fritz Funk lerftete dem mehr- fachen Gaumeister Schuchmann (Alsfeld) herzhaften Widerstand, konnte jedoch eine Schulterniederlage idurch Schulterfchwung nicht vermeiden.
Leichtgewicht: Alois Funk liefert dem bekannten Alsfelder Otto Schott, der vorige Woche ün dec Gaumannschaft gegen den Gau Mittelrhein
kämpfte, einen großen Kampf. Funk bringt Schott mehrmals in gefährliche Logen und siegt schließlich durch Abfangen eines Rückreißers.
Weltergewicht: Klotz (Gießen) setzt dem immer noch sehr guten Schwalm (Alsfeld) durch Ueberstürzer und Schulterschwünge schwer zu und siegt nach fünf Minuten durch einen blitzschnellen Untergriff.
Mittelgewicht: Dieser Kampf wurde eingangs bereits geschildert.
Halbschwergewicht: Schmidt (Gießen) ist gegen Kister (Alsfeld) körperlich stark benachteiligt. Immer wieder entwindet sich Schmidt den schweren Angriffen des Alsfelders, doch nach sechs Minuten gab es kein Entrinnen mehr.
Schwergewicht: Belloff siegt kampflos.
Mehrere Einlagekämpfe vervollständigten das Programm. Kampfrichter Kräcker (Hanau 1860) war sehr korrekt.
Hessens Amateurboxmeister 1939.
Im großen Kasseler Stadtparksaal wurden am Sonntagvormittag vor ausgezeichnetem Besuch die Gaumeister 1939 der Amateurboxer ermittelt. Kampf- los kamen der Heeresmeister Krüger (Kassel) im Fliegengewicht und der frühere Deutsche Meister im Bantamgewicht S t a s ch (Kassel) zum Titel, da in diesen Gewichtsklassen keine Gegner arstraten. Im übrigen gab es eine Reihe großartiger Kämpfe. Entscheidend siegten Petry, Thormann I und Schettgen, mährenb Thormann II, Lehrmoser und Thill große Mühe hatten, sich durchzusehen und knapp nach Punkten gewannen.
Weltrekorde der deutschen Schützen.
Aus den Schießständen in Berlin-Wannsee wurde nm Sonntag ein Ausscheidungsschießen der deutschen Schützen für den Länderkampf gegen Italien in Rom durchgeführt. Dabei gab es ganz ausgezeichnete Leistungen, obwohl dos Wetter nicht besonders günstig war. Gefreiter Steigelmann (16. AR. 53) übertraf im Kleinkaliberschießen bet 120 Schüssen mit 1159 Ringen bei 1200 möglichen den Weltrekord mit einem Ring. Bei 40 Schuß kniend freihändig war er mit 392 Ringen sogar um drei Ringe besser als der Weltrekord. Der Freisinger Siegel stellte schließlich im KK.-Schießen stehend freihändig mit 382 Ringen ebenfalls eine neue Weltbestleistung aus. Im ScheibZnpistolenschießen war Krempel (Hannover) mit 1065 Ringen der Beste, im Schnellfeuer- schiehen v. O y e n (Berlin) mit 1-32 Treffern.
Handball: TV. Lützellinden geschlagen!
Trotzdem mit Rücksicht auf den Heldengedenktag bereits eine Anzahl Spiele abgesetzt werden mußte, war es nicht zu umgehen, auch am Samstag noch Verlegungen vorzunehmen. Dadurch kamen nur wenige Treffen zum Austrag, die aber restlos mit Überraschungen endeten. Oder bedeutet der Sieg des To. Garbenheim über den Altmeister Lützellinden bzw. die Niederlage, die Atzbach auf eigenem Platz gegen Dutenhofen einstecken mußte, feine Ueberraschung? — Das Ergebnis 1860 Marburg gegen Luftwaffe liegt noch nicht vor. Es ist aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß die Platzbesitzer auch ein drittesmal nicht angetreten und somit ausgeschieden sind. Das wäre um so bedauerlicher, als dann neben Ockershausen auch noch Marburg und damit beide Vertreter des Kreises 7 absteigen müßten.
Tv. Garbenheim — Io. Lützellinden 9:5 (4:2).
Lützellinden hätte dieses Spiel niemals verlieren dürfen. Denn damit hat es die Führung in der Tabelle an seinen „Nachfolger", den Tv. 'Hörnsheim, abgeben. Es fragt sich jetzt nur, welchen Ausgang die weiteren Spiele nehmen werden und ob es Lützellinden gelingt, das Lokalderby zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Garbenheim, daß in letzter Zeit recht gute Fortschritte gemacht hat, ging auch diesmal mit einem Eiker und — das muß zum Leidwesen des Meisters gesagt werden — auch mit einer unverkennbaren
technischen Ueberlegenheit zu Werke, die es ihm ermöglichten, die reichlich zerfahren spielenden Gäste vollkommen durcheinander zu bringen und einen sicheren Sieg zu erringen. Wohl selten hat Lützellinden so zusammenhanglos gespielt, wie diesmal', abgesehen von einigen recht netten Einzelleistungen Die Gastgeber hatten die Schwächen des Gegners bald erkannt, spielten wie sie wollten und machten durch ihre sichere — aber oft reichlich hart spielende Hintermannschaft — auch die bestgemeintesten Angriffe zunichte.
Tv. Atzbach — To. Dutenhofen 5:9 (3:9).
Dutenhofen hat in dem bekannten Tormann des Tv. Münchholzhausen eine sehr wertvolle Stütze erhalten. Das machte sich bereits bei dem Lokalderby in Atzbach bemerkbar, das Dutenhofen entgegen allen Erwartungen überlegen für sich entscheiden konnte. Der Formanstieg der Mannschaft ist unverkennbar, es ist nur schade, daß er etwas verspätet kommt. Er hätte sonst zweifellos auch dem neuen Kreismeister gefährlich werden können. — Gespannt darf man sein, wie Dutenhofen das Rückspiel in Holzheim bestehen wird.
Luftwaffe Gießen — Krofdorf 19:2 (8:2).
Die Reservemannschaft der Flieger zeigte eine ansprechende Leistung. Allerdings kam ihr zugute, daß die Gäste nur unvollständig antraten und so ihr wirkliches Können nicht in die Waagschale werfen konnten.
Watzenborn-Steinberg und 1900 siegreich!
Das vorgesehene Programm in der Bezirksklasse Gießen konnte gestern nicht vollständig durchgeführt werden. Die Spiele VfB.-R. — Naunheim und Bifsenberg — Ehringshausen fielen aus. In den restlichen Begegnungen gab es die erwarteten Erfolge.
Wetzlar — Steinberg 1:2
Sinn — 1900 1:2
Frohnhausen — Burg 3:1.
Die Teutonen bewiesen in Wetzlar ihre Meisterschaftsform, denn obwohl die Domstädter alles daran- setzten, um dem Meister einen Erfolg abzuringen, blieben die Steinberger verdienter Sieger.
Sinn mußte seine Hoffnungen gegen 1900 ebenfalls zurückstellen und den Blau-Weißen einen knappen Erfolg überlassen.
Der Ausgang des Spieles Frohnhausen — Burg überrascht etwas, denn man hatte den Draniern einen höheren Sieg zugetraut.
Die Tabelle zeigt folgenden Stand:
Sinn-1900 1:2 (0:1).
Spiele
Gew.
Unentsch.
Verl.
Pkte.
Steinberg
17
14
2
1
30:4
VfB.-R. ’
14
10
0
4
20:8
1900
15
8
4
3
20:10
Naunheim
14
8
1
5
17:11
Wetzlar
16
7
3
6
17:15
Frohnhausen
16
7
2
7
16:16
Sinn
16
4
4
8
12:20
Bifsenberg
16
4
4
8
12:20
Ehringshausen
. 16
3
0
13
6:26
Burg
16
1
4
11
6:26
Das Fehlen von Quick, Löbsack, Heuser und Seiler, der sich einer Blinddarmoperation unterziehen mußte, ließ die Hoffnungen der Blauweißen stark abgleiten. Und doch wurde der erwartete Erfolg zustande gebracht!
Der Vorteil der Platzwahl, der 1900 den Wind als Bundesgenossen zuteilt, verschafft den Blau- weißen einige aussichtsreiche Momente. Die Hintermannschaft der Platzbesitzer, insbesondere der Tormann Betz, ließ keine Ueberraschung zu. Aus der Gegenseite war dies ebenso der Fall, als die ©inner ihr Glück versuchten. So wickelte sich das Spiel mit abwechselnden Angriffen ab, bis in der 30. Minute ein Bombenschuß von Hormel dem Spiel eine Wendung gab. So blieb es auch bis zur Pause. Kurz nach dem Wechsel erhöhten die Blauweißen auf 2:0. Eine Flanke von rechts erreichte Jäger früher als der aus dem Tor eilende Betz, und seine Vorlage verwandelte Koch II. Das war den Platzbesitzern zu viel, denn es sollte doch umgekehrt lauten. Also mar spielerisch nichts zu erreichen, so mußte das Spiel eben auf Kampf eingestellt werden. Dies brachte den Sinnern eine klare Feldüberlegenheit, aber nicht dir gewünschten Tore. Bei dieser Gangart war es bedauerlich, daß Betz II. sich auch noch in sichtlicher Form an Herbst verging, was das Ausscheiden desselben zur Folge hatte. Bei Pankok brauchte man aber auch nicht ungeduldig zu werden. Er war ein würdiger Vertreter. Kurz vor Schluß kamen die Platzbesitzer zu dem Gegentreffer. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.
Sinn ist eine Mannschaft, die an und für sich geschlossen wirkt, beim Ausbleiben der Torerfolge jedoch sehr schnell Nerven und Zusammenhang verliert. Bei den Blauweißen (in der Aufstellung Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Rensing, Schäfer, Rost (2/116), Schellhaas (2/116), Jäger, Hormel (2/116), Koch II.) war die
gesamte Hintermannschaft in bester Farm. Der Sturm konnte ebenfalls befriedigen.
Sinn II. — 1900 II. 1 :4.
Die Reserve der Blauweißen kam in einem abgekürzt durchgeführten Gesellschaftsspiel zu einem klaren Erfolg.
Wehlar - Steinberg 1:2 (0:1).
In Wetzlar kam es zu dem erwarteten spannen-" den Kampf. Ungefähr 900 Zuschauer waren Zeugen eines interessanten Spieles, das die Meistermann, schäft verdient gewann, und alles Rechnen, daß den Teutonen vielleicht doch noch im letzten Augenblick die Meisterschaft entrissen werden könne, hat nun ein Ende. In vorbildlüher Haltung und eiserner Energie schafften die Steinberger die Meisterschaft nach Hause. Genau wie in früheren Spielen war die Elf auch gestern wieder ganz bei der Sache. Jeder Spieler setzte sein ganz bestes Können und dadurch wurde denn auch dieser Sieg errungen. Wetzlar stellte eine Mannschaft, die ebenfalls in allen Teilen gut besetzt war. Hervorzuheben ist die fabelhafte Arbeit des Tormannes, der gar oft Retter im letzten Augenblick war.
letzte» Augenblick war. Dem Schiedsrichter stellten sich die Mannschaften in folgenden Aufstellungen:
Wetzlar: Dormann, Meinhardt, Droome, Blech I, Didlapp, Teske, Zambedri, Berger, Baumann, Zi- torn, Zehner.
Steinberg: Happel, K. Schmandt, Fett, H. Schmandt, Hederich, Schäfer, Lang, Däublin, Schmitt, Haas, Buß.
Schon vom Anstoß weg kam Wetzlar gleich sehr gefährlich durch, jedoch klärte Happel. Wetzlar versuchte, die Entscheidung von Anfang an herbeizuführen, aber alle Arbeit war vergebens. Nach ungefähr 7 Minuten fand sich die Mannschaft der Teutonen. Das Spiel wurde offener, ja, allmählich erzielten die Teutonen einige Feldüberlegenheit. Einmal wurde der Ball Buß wunderbar zugespielt, aber aus sicherer Stellung heraus verpaßte er diese Ge legenheit. Der Steinberger Sturm war nun in feinem Element, und Wetzlar kann froh fein, daß in diesem Zeitabschnitt die Torzahl nicht erhöht wurde. Bis dann Otto Haas in der 30". Minute durch einen tadellosen Schuß das Führungstor erzielte. Blitzschnell und unhaltbar zischte das Leder in die Ecke. Steinberg führte 1:0. An diesem Stand änderte sich bis zur Pause nichts mehr.
Nach Wiederanpfiff sah man zuerst noch das gleiche Spiel. Aber dann kam eine große Zeit für Wetzlar. In diesem Zeitabschnitt — die Deckung war nicht gerade richtig; denn sonst wäre dieser Trester nicht gefallen — erreichte Baumann das Leder auf der 16-Meter-Linie und schon war Happel mit einem scharfen Schuß geschlagen. Unentmutigt kämpften die Teutonen weiter und wenige Zeit danach erzielte Lang das Siegestor. Die Wetzlarer konnten dabei von Glück sprechen, daß gerade jetzt nicht mehr Tore fielen; denn die Teutonen waren nun klar die bessere (Sief. Mancher schöne Schuß verfehlte fein Ziel. Wetzlar versuchte es mit einzelnen Vorstößen, aber zu Erfolgen reichte es nicht mehr, so daß schließlich die Steinberger als verdienter Sieger und Meister der Bezirksklasse den Platz verließen.
Wehlar II — Steinberg II 2:3 (1:3).
Bewundernswert war in diesem Spiel die Kombination der Teutonen, so daß auch sie es verstanden, die Punkte aus der Domstadt mitzunehmen.
inlersporlzeil 1938/39 vor dem Ende.
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Weltmeister Bradl siegt in planica.
Eine überaus herzliche Aufnahme fanden die deutschen Springer, die sich am Sonntag in Ratege- Planica an der jugoslawischen Staatsmeisterschaft im Schispringen beteiligten. Auch dieser internationale Wettbewerb endete mit einem großartgen deutschen Erfolg. Weltmester Joses Bradl stand auf der Schande, die Weiten bis zu 60 Meter gestattet, in vorbildlichem Stil 59 Meter, 58,50 Meter und 57,50 Meter und kam mit der überragenden Note von 347,4 zum Sieg vor dem neuen jugoslawischen Meister Novsak (Note 316,4). Dritter wurde Rudolf Köhler (Deutschland) mit Note 314. Gregor Höll hatte nach seinem ersten Sprung von 57 Meter das Pech zu stürzen, so daß er ausscheiden mußte.
Schifliegen abgesagt.
Die geplante Flugwoche auf der Schanze bei Pla- nica wurde abgesagt, da nicht genügend Schnee vorhanden ist. Vorläufig wurden die Versuche im Schi- fing auf den 26. März verlegt, falls bis dahin Re- schnee gefallen ist.
Preiseilbahn-Aennen in Sestriöres.
Die Dreiseilbahn-Schirennen in Seltneres beweisen in diesem Jahr sehr deutlich, welche großen Fort- schritte die italienischen Abfahrtsläufer gemacht haben. Nachdem schon am ersten Tag in Sestrieres ein junger Italiener gesiegt hatte, holte sich am Samstag mit dem ausgezeichneten C. A l v e r a abermals ein Sohn des gastgebenden Landes den
Sieg. Er gewann den schwersten Abfahrtslauf der Veranstaltung, der bei einem Höhenunterschied von rund .1000 Meter über vier Kilometer führte, in 3:25,2 Minuten gegen den Vortagssieger Marcelli und den Schweizer Kurt Molitor. Bester Deutscher war wieder der Vorjahrssieger Joses Pertsch, der mit 3:36,3 Minuten auf den vierten Platz kam.
Mit der weitaus schwierigsten Abfahrtsstrecke wurden die Dreiseilbahnrennen bei Sestrieres am Sonntag abgeschlossen. Wiederum waren 800 Meter- Höhenunterschied zu durchfahren, dabei aber nur die kurze Strecke von etwa 1,8 Kilometer zurück- zulegen. Am Ziel "vor dem Gebirgsdörfchen Bor- gata standen Tausende von Zuschauern, die gespannt die Schußfahrten der Läufer verfolgten.
Von den Deustchen zeichneten sich Josef Senne- wein und Pertsch besonders aus. Aber auch Kneißl und Feix gaben ihr Bestes. Lange Zeit schien der Sieg unseres Weltmeisters Jennewem sicher- gestellt, als der Italiener Lacedelli in rasender Fahrt über die Strecke jagte und nm vier Zehntelsekunden schneller war. Der Schweizer Molitor, der in der Kombinationswertung kaum noch zu schlagen schien, ließ ein Tor aus, so daß er disMalifiziert werden muhte und damit auch für di» Gesamtwertung vollkommen ausfiel.
Bei den Frauen war die Norwegerin Jesper- s e n die beste Läuferin.
Die Errechnung der Schlußwertung nach den drei Abfahrtsrennen nahm einige Zeit in Anspruch.
Unsere deutsche Mannschaft hat sich bei den Drei«


