Ausgabe 
12.1.1939
 
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Wilhelm Rossmann.

Aus -er Stadt Gießen

am

; ßegen spröde Haut -

Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wet-

lofc Wanderer gefährlich, ebenso wie die meist mit Zwei schweren Pfeilen armierten Selbstschüsse. Schlag- und aus Baumstämmen gefertigte Kasten­sallen, namentlich zum Fang von Leopar­den, findet man häufig in der Nähe von Dörfern. Erstaunlich groß ist die Zahl der von den Negern verwandten Schlingenarten: von der Ratte bis zur Großantilope wird jedes Lebewesen damit erbeutet.

Werkzeuge aus Iagdtierknochen.

Wenden wir uns einmal kurz der Jagd in der Vorzeit zu. Aufschluß über die prähistorische Jagd vermitteln uns dieMosbacher Sande" bei Mainz. Sie sind Ablagerungen vom Rhein und Main aus der Altdiluvialzeit und haben ein Alter von 650 000 Jahren find also ebenso alt wie die Sande der Elsenz bei Mauer, in denen der Unterkiefer des ältesten bekannten Menschen, des Homo Heidel- bergensis, gefunden worden ist. Dieser Mensch war wohl nomadisierender Jäger und ist auf seinen Jagdzügen, die für ihn Lebensexistenz waren, auch

Volksgesundheit und Hygiene. Es will damit das Wissen um die Grundlagen der Volksgesundheit ver­tiefen und allgemeine Kenntnis der hauptsächlichsten und gefährlichsten Krankheiten verbreiten, die oft bet rechtzeitigem Erkennen noch geheilt werden können. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß erfahrene Aerzte, die vom Amt für Volksgesundheit zur Ver­fügung gestellt werden, Aufklärung über die Ent­stehung und Bekämpfung der Krankheiten geben.

Der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Spren­ger, hat dem Leiter des Landkreises Gießen, Land- rat Dr. Lotz, das ihm vom Führer und Reichs- kanzler für 25jährige treue Dienstzeit verliehene Treudienst-Ehrenzeichen persönlich überreicht.

Ferner wurden verschiedene Beamte des Kultur­bauamtes Gießen mit dem Treudienst-Ehrenzeichen bedacht. Ausgezeichnet wurden die Bauräte Man­gold und Brusius, Kulturbau-Oberinspektor Alt, die Kulturbauinspektoren Vogt, Krapp und B i e d e n k a p p , der technische Sekretär Heß, der Verwaltungssekretär M e u b , der Verwaltungs­assistent Euler, der Techniker Brand und der Aufseher W e n z. Die Treudienst-Ebrenzeichen wur­den den Beamten in feierlicher Weise durch den Amtsvorstand überreicht. Dem Amtsvorstand, Baurat Mangold, wurde die Auszeichnung durch den Landesbauernführer Dr. Wagner in Darmstadt ausgehändigt.

Geschäftsführer Dr. Fröhlich f.

Am gestrigen Mittwoch verstarb infolge Herz­schlags der Geschäftsführer der Industrie- und Han­delskammer Gießen, Dr. Hans Fröhlich, im 50. Lebensjahre.

Der Heimgegangene war am 18. September 1889 als Sohn eines Pfarrers in Anholt (Kreis Borken, Westfalen) geboren. Nach dem Besuch des humani- stifchen Gvmnafiums in Traben-Trarbach von 1902 bis 1910 studierte er an den Universitäten Straß­burg (Elsaß) und Bonn Rechts- und Staatswissen- schaften. Im Juli 1914 bestand er bei dem Ober- landesgericht in Köln das Referendarexamen. Am 2. Mobilmachungstag im August 1914 rückte er als Offizierstellvertreter ins Feld, im Dezember 1914 wurde er Offizier. Dann war er bis Januar 1917 Kompanieführer in den Infanterie-Regimentern 160 und 68, hierauf Bataillons- und Regiments-Adsu- tant im Infanterie-Regiment 460 bis zum 23. No- oerhber 1918. Er wurde viermal verwundet und er- hielt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse, sowie an-

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(Sonnenuntergang und Kieshaufen.

Anekdoten um Alfred Lichtwark.

3m Dienste der Volksgesundheit.

NSG. Das Deutsche Volksbildungswerk beginnt im neuen Jahr einen großen Feldzug im Dienste der

denen jährlich viele Tausende von Menschen zum Opfer fallen. Zunächst sind sechs Themen aufgestellt, die sich mit der Gesundheitsführung, der Ernährung, der Bekämpfung von Krebs und Tuberkulose, der Lösung der bevölkerungspolitischen Frage sowie der neuen deutschen Heilkunde und Naturheilkunde be­schäftigen. Diese Vorträge, die durch Lichtbilder er­läutert werden, werden in erster Linie in den Be- trieben und auf den Dörfern gehalten, weil hier ein vordringliches Bedürfnis besteht.

Mit dem Treudienst-Ehrenzeichen ausgezeichnet.

bere Kriegsauszeichnungen.

Von Ende 1918 bis Juni 1921 war er Referen­dar. Im September 1921 promovierte er in Bres­lau zum Doktor der Staatswissenschaften. Von 1922 bis 1934 war er als Syndikus verschiedener Wirtschaftsverbände und wirtschaftlicher Organisa­tionen in Berlin tätig. Dort kam er auch mit un­serem Wirtschaftsbezirk in Berührung, und zwar durch seine Tätigkeit bei der Rhein-Mainischen Auf-

Oer möblierte Herr.

Am Anfang steht gewöhnlich die Zeitungs-An­zeige. Es ist unausdenkbar, was der möblierte Herr anftellen sollte, wenn es keine Zeitungs-An­zeigen geben würde. Er wäre direkt aufgeschmis­sen, ein Anwärter der Obdachlosigkeit sozusagen, dem sich kein rettender Lichtblick zeigt. Aber zum Glück gibt es die täglich erscheinende Zeitung mit ihrem Anzeigenteil, der zum erlösenden Wegweiser wird:Freundlich möbliertes Zimmer zu ver­mieten." Und damit erfüllt sich häufig schon ein Schicksal.^Denn der Mann, der eine solche Anzeige mit Interesse liest, hat gewissermaßen bereits den Schlüssel in der Hand.

Hochschulnachrichten.

Der planmäßige ao. Professor Dr. Philipp Schneider, der früher in Göttingen wirkte, wurde zum Ordinarius für Gerichtliche Medizin an der Universität Wien ernannt.

Dem nb. ao. Professor Dr. Joachim D e u 11 ck e wurde der Lehrstuhl für physiologische Chemie an der Universität Bonn übertragen.

Der o. Professor für deutsche Rechtsgeschichte, Deutsches Privatrecht, Bürgerliches Recht, Handels­und Wechselrecht an der Universität München, Dr. Rudolf Müller-Erzbach, 'st wegen Er- reichung der Altersgrenze in den Ruhestand ge­treten.

^Der^Flußadler ist ein starker und gefährlicher Fijchräuber; schon ein einzelnes Paar vermag bm-

dermöblierte Herr" eines Tages sich kurzerhand zu einer Veränderung in seinem Dasein ent- < schließt. Diese Veränderung beginnt mit dem Gang zum Standesamt, wobei er von einem weiblichen Wesen begleitet wird, das manchmal ' auch aus der möblierten Umwelt stammt. Ja, es soll vorkommen, daß es sich dabei um die Tochter der Wirtin oder gar um die Wirtin selber handelt. Auf alle Fälle landet dermöblierte Herr" ge­wöhnlich im Hafen der Ehe, und nur die Unent­wegten beharren in einem Zustande, der, für die Dauer gesehen, wenig Verlockendes an sich hat.

H. W.

Lornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Stadttheater: 20 bis 22 Uhr GastspielHarald Kreutzberg tanzt". Gloria-Palast, Seltersweg: Ziel in den Wolken". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Die weiße Schwadron". Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr Neue Aula, Lichtbildervortrag der Kunstfliegerin Liefe! Bach Zehn Jahre Kunftflug". Oberhessischer Kunst­verein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.

Sladllhealer Gießen.

Heute abend tanzt Harald Kreutberg im Stadttheater. Kreutzberg, der gerade von einer er­folgreichen Amerikatournee zurückgekehrt ist, befin­det sich augenblicklich auf einer einmaligen Gast­spielreise durch Deutschland. Seit drei Jahren gibt der Künstler erfolgreiche Solo-Abende in Europa, Amerika, Japan und China. In diesem Jahr bringt

Harald Kreutzberg ein vollkommen neues Programm. Am Flügel: Friedrich Wilckens. Dieses einmalige : Gastspiel findet außer Miete statt. Ende 22 Uhr.

BDM.-ftntergau 116 Gießen.

BDIN. IVerkgruppe 4/116, Schar 2 und Schar 1.

eine reichere Tierwelt lebte. Sein damaliges Vor­handensein an dieser Stelle konnte festgestellt wer­den durch Werkzeuge aus Knochen, die jüngst in diesen Schichten gefunden wurden.

Diese Werkzeuge sind die ältesten Werkzeuge aus Knochen, die man kennt: ja, es sind die ältesten Kulturdokumente des Menschen überhaupt. Die Jäger schlugen die Röhrenknochen ihrer Jagdtiere auf, wohl um das Mark herauszuholen, das sie anscheinend besonders gern verspeisten und das sie außerdem zur Bearbeitung der Felle benutzten. Bei der gewaltsamen Zertrümmerung entstanden Kno­chensplitter, die durch kleine Verbesserungen leicht zu Werkzeugen hergerichtet werden konnten. Die gefundenen Werkzeuge zeigen die primitive Arbeit dieses ältesten Menschen, zeigen aber auch deutlich seine Gebrauchsspuren und beweisen, daß die damals lebenden Tiere Jagdtiere des Menschen waren, zumal bei jedem Werkzeug festgestellt werden kann, von welchem Tier es stammt: vom Wisent, vom Breitstirnelch, vom Riesenelefanten und vom Rot­hirsch.

Diese Beispiele sind einem Buch entnommen, das der ReichsbundDeutsche Jägerschaft" als Erinne­rungswert an die Jagdausstellung in Berlin 1937 herausgegeben hat und das jetzt' unter dem Titel Waidwerk der Welt" erschienen ist.

Elefantenjagd mit blanker Waffe

Aus den Jagdgründen des Schwarzen Erdteils.

Allerdings kann es Vorkommen, daß dieser Schlüssel dann doch nicht paßt. Zum Beispiel, wenn ein anderer möblierter Herr schon vorher dagewesen ist und vom Zimmer Besitz ergriffen hat. Oder wenn die Vorzüge des freundlichen Zim­mers fo verborgen liegen, daß eine innere Stimme sich warnend erhebt. Oder wenn die süß flötende Stimme der Vermieterin allerlei Bedenken weckt. Indessen: es braucht keineswegs so zu sein, und außerdem findet der Suchende eines Tages doch jenen Raum, der für die nächste Zeit seine Bleibe wird. Daß handgestickte Deckchen in erstaunlicher Zahl das Zimmer zieren und gerade immer dort liegen, wo man sie nicht gebrauchen kann, stört ihn genau so wie der altbackene Segensspruch an der Wand nur in der ersten Zeit. Denn daran gewohnt man sich: wozu wäre man auch sonst em möblierter Herr?

Einmöblierter Herr" ist nämlich von einer anderen Art wie gewöhnliche Zeitgenossen. Er zeichnet sich dadurch aus, daß er immer nach der Zu­friedenheit strebt. Denn das Dasein, das das Schicksal für ihn bereithält, läßt ihn nicht so ohne weiteres zu­frieden fein. Schon das mangelhaft geheizte Zimmer kann ein Stein des Anstoßes fern. Das Abendessen allein hat auch seine Mängel, und wenn man abends mal vusgeb-n will, springt bestimmt und mit Boshasi tigkeit der Mantelknopf ab. Doch das sind nur Die kleinen Tücken, mit denen der ,möblierte Herr fertig werden muß. Schlimmer kann es kommen, wenn die Wirtin mit gutgemeinten, aber schlecht angebrachten Maßnahmen den Aufenthalt vergällt. Dann kann das wackere Streben zur Zufrieden­heit schon einen bedenklichen Stoß erhalten.

Weshalb auch in den weitaus meisten Fallen

Mit blanker Waffe greifen auch heute noch, wenn aud) verbotenerweise, die Baggara im Sudan Nas­hörner und Elefanten an: Während em berittener Jäger die Aufmerksamkeit des schweren Wildes auf sich lenkt, schleichen sich seine Jagdgefährten von hinten heran und hauen dem Elefanten mit dem Schwert die Sehnen der beiden Hinterbeine durch. Das riesige Tier knickt zusammen, sitzt hilflos auf hen Keulen wie ein Hund und sucht sich der es umschwärmenden, mit Speeren bewaffneten Jager zu erwehren. Durch einen geschickten Hieb mit der «roßen breitblätterigen Speerspitze schlagt ihm Dann plötzlich einer der Reiter den Greifer des Rüssels ab. Nun ist der Elefant wehrlos: mit wildem Ge­brüll umtanzen die Baggara ihr Opfer und bringen das unglückliche Tier mit unzähligen Speerstichen um. ,

Am oberen Nil erbeuten die Eingeborenen das Nilpferd mit der Harpune. Sie nähern sich den Tieren entweder im leichten Boot oder schwimmen, hinter einem kleinen Busch gedeckt, an die ruhenden Tiere heran und werfen die Harpune. Da gerade in dieser Gegend die Flußpferde infolge der ewigen Verfolgung ungemein angriffslustig sind, gehört ziemlich viel Schneid zu einer solchen Jagdart.

Eine der heimtückischsten Waffen ist der Fall­speer, den schon die alten Aegypter kannten. Die Eingeborenen hängen in Baumhohe über einen Elefanten-, Büffel- oder Nilpferdwechsel einen schweren Fallklotz auf. Berührt nun em Tier Den Strick, mit Dem der Fallklotz befestigt ist, so stürzt dieser herab, und die in dem Klotz eingefugte Klinge bohrt sich dem Opfer ins Genick oder zwischen Die Schulterblätter. Diese Waffe ist auch für ahnungs-

Am Freitag, 13. Januar, treten Die Mädel der Schar 2 und Schar 1 um 20.15 Uyr an Der Alice- schule in der Steinstraße an. Mitzubringen sind: ein fester Zeichenbogen, ein Farbkasten mit Pmiel, ein einfarbiges Stück Stoff, ein Lineal, Bleistift, ein sehr scharfes Messer, ein Stück Pappe.

nen Jahresfrist auch einen größeren See empfindlich zu zehnten: darum ist er der Gilde Petri tief ver­haßt. Die Fischereivereine setzten hohe Preise auf seinen Abschuß aus; die Folge war, daß er in' Mit­teleuropa saft ausgerottet ist. Nur im Gebiet Der oberbayerischen Gebirgsseen stehen noch einige we­nige Horste, an der mecklenburgischen und pommer- scheu Seenplatte kommt er noch etwas häufiger vor.

Oben an der Hügellehne, wo die Feldmark an das Hochholz grenzt, steht in einem alten Steinloch eine Lauerhütte. Gestrüpp und Fohrenkusseln schließen den verwitterten Pfahlbau ein, vor dem auf niedri­gem Trittholz der Uhu fußt, die Schreckgestalt der gefieberten Welt, auf den alle Tagraubvögel stoßen und Haffen. In der Hütte hockt tagelang der Jagd­pächter, und was ihm vor Das Rohr kommt, muß Daran glauben.

Ein schöner Herbstmorgen blaut über Der wel­kenden Flur, es herrscht gute Sicht. Schon in der Frühe hat ein Schwarm Saatkrähen Der Hütte einen Besuch gemacht; zwei der schwarzgrauen Gesel­len liegen im Heidekraut vor der Schießscharte. Nicht lange, und ein Lerchenfalke streicht vorüber; auf dem kahlen Ast DesFallbaums" hakt er aus und äugt verwundert nach Dem Auf schon stürzt Der schmucke kleine Räuber zwischen Das Geröll. Dann war es lange Zeit still geblieben. Aber gegen Mittag sieht Der Hüttenmann von Dem fernen Höhenrücken einen Raubvogel heranziehen, großer als er ihn je zuvor erblickte. Im Blau schwimmend, streift der mächtige Vogel eine Weile über Dem Teich im Grunde, Dann nähert er sich und nimmt Den Uhu wahr. Der wirft sich auf Den Rücken und spreizt Die Fänge, Denn Der FischaDler stößt wie em Keil auf ihn herab. Feuer aus Der Hütte ... In einigen Wochen wirD Der ausgestopfte Edelrauber als stolze Trophäe Das Jagdzimmer Des tüchtigen NimroDs schmücken ...

Um 1900 macht Lichtwark als 5)ire£ht°rJ fherfuna Bürger Kunsthalle Die aufsehenerregende En deckung verschiedener Altäre Des vergessenen ^ttelatterlichen Meisters Bertram. Sie hingen in verschiedenen Kirchen und Museen, und es kostete manchen Kampf, um die inständigen Behörden zu überzeugen, daß Diese Kunstwerke in Hamburg am besten aufgehoben feien Auf dem Dachboden des Rathauses von Burtehude fand sich o ein Altar, und Lichtwark We auch hier einen harten Kamps mit Dem preu- krilchen Generalkonservator um Das Werk.

Dio Unterredung rourDe so dramatisch , ^ahh er'sväter daß ich?nich nachher wunderte, noch alle Knöv^e am Rock zu haben. Ob der Generalkonser­vator sie behielt, vermag ich nicht sicher zu1

(Finiae Jahre Darauf brannte übrigens bas Buxte- bub«Ä" ab, und Lichtwark war gtuckt.ch, den Altar rechtzeitig erworben zu haben.

*

Gin iinb wieder legten Mütter ihm stolz die von

fernen? eV gi'bt »iele schlechte Künstlerinnen, aber nur wenig gute Köchinnen!

Fischadler.

Von Karl Scherer.

Hoch oben auf Dem Grat des Gebirges von wo der Blick bis zu Den Eishornern Der Hochalpen schweift, Die blau umDuftet im Sonnenglanz hegen stehen uralte famtgrüne Zirben zwischen massigen Granitblöcken. Gemsen äsen auf Den Gras bändern Der Steilwände, im Herbst rohren dier dw starken Berghirsche, sonst unterbricht nur bas Pfeifen Der Murmeltiere Die Stille. Vom Kamm steigt das stun- Denweite steile Gehänge in breiten Stufen zwischen Felsrippen und latschengrunen Karen zu den sich- tendunklen Borbergen des Gebirges hinabStein- qries und rotes Geröll mit sich führend, schäumen gischtweiße Gießbäche zu Tal, blitzen nms Silbe: aus dem schwarzen Nadelgeholz und ergießen sich in Der Tiefe in bas weite Becken des streichen Sees.

Wo Der HochwalD beginnt, zeigt über den W p- fein Der Rottannen Die breite Krone einer Eiche auf Die wulstige Borke zeigt zollttese Schrunden Der mächtige Stamm, astrein bis hoch hinauf, hat mehr als zwei Jahrhunderte hinter sich. Und mejw Die Wivielzweige sich im WinDe wiegen, und der B g {teiger van den tiefer liegenden ^men zur Höbe aufblickt, erkennt er einen grauen Strich zrv schen dem schwankenden Grün der Aeste Das ifi oer horst Des FischaDlers, Der von hier fein weites Reich ^De? Horst ist viele Generationen alt, schon der Großvater hat von ihm erzählt. Frei ^D Jturm i| thront er über Dem WälDermeer Der Grund und SWZ-MM- Schwingen den freien Aether und kreist hoch u

bis in die Gegend des heutigen Mainz gekommen, weil hier am geschützten Süd ab Hang des Taunus

dem grünen See. Unweit Der dicht verwachsenen Weidenbülte inmitten des glatten Wasserspiegels , blitzt eine Welle auf: ein Saibling, sonst nur in Der Tiefe Der Berggewässer hausend, hat sich an Die Oberfläche verirrt und sich Durch einen schnellenden Sprung vor Dem Rachen eines Hechtes zu retten qesucht. Der gefräßige Räuber schießt nach, Das Was­ser schäumt in wildem Aufruhr und wie em Stern fällt der Fischadler im Sturzflug herab. Stoh- tauchend greift er Den Raubfisch. Der trifft mit tjar» ten Schwanzschlägen Den Jäger und entwindet sich den Fängen, um im nassen Element unterzutauchen. Doch noch im Sturz packt ihn Der ADler von neuem unD trägt Den Zappelnden einer turmhohen Klippe zu, wo er Den Zählebigen mit wuchtigen Schnabel- Hieben abtut und kröpft ...

Kein Raubvogel zeigt ein fchoneres Gelege als Der Fischadler: ein edel geschwungenes Oval von lichtweißer Grundfarbe mit kastanienbraunen Tup- f.n und Bändern, oder ein sattes, hellbraun mar­moriertes Mineralgelb, Die Flecken und Punkte in Der Mitte oder am unteren Pol in feiner Zeichnung mfammengeDrängt. Gegen Sonnenbrand, Sturm und Regen unempfindlich, brütet Die Henne drei Wochen, nur selten Den Horst verlassenD, um Die Schwingen zu lüften, sorglich verpflegt, vom Gatten, Der als Wächter währenD Der Nächte über Dem Horste blockt. Am Horizont taucht ein schwarzer Punkt aus Den Wolken, nähert sich windschnell, wird

größer unD größer, schon leuchtet Das ^glanzende Weiß Der Brust zwischen Den dunklen -schwingen der Adler! Mit einem gewichtigen Karpfen in den Fängen. Nun eine jähe Schwenkung, ftugelschla- gend steht er auf dem Horstrand und zerhackt die Beute für Das Weibchen ...

Doch nicht immer gehen Die Raubzüge für Den beschwingten Jäger gut aus. Die Fange des F- aDlers sind lange unh spitz; er treibt sie mit Wucht durch Die Schuppen Des Fisches, Denn Die Wege zum Horst von Den Seen unD Strömen sind ost weit unD Die Last schwer - man hat erlebt. Daß Hechte unD anDere starke Fische, Deren Gewicht Die Tragkraft Des Adlers überstieg, diesen tauchend m die Liefe zogen, ohne daß Der Räuber Die eingeschla­genen Klauen zu losen vermochte. Dann ertrankt Der Beutefisch Den Adler, dessen Körper im Wasser rasch verfällt; Die Dolche haften zwar im Fleisch Des Fisches, Doch Die WunDen heilen aus unD Die abgefaulten Krallen verwachsen nut Dem Gewebe Des Kaltblütlers; roieDerbolt sinD bemooste mehr- pfünDige Karpfen unD Hechte gefangen worden, welche die scharfen Waffen Des Feindes noch In

Alfred Lichtwark, geboren m Hamburg . 14. November 1852, geftnrben m seiner Vaterstadt vor 25 Jahren, am 15. Januar 1914 hat sich als Kunftforfcher und Kunsterzieher, vor allem m feiner Eigenschaft als Direktor Der Hamburger Kunsthalle, feie ihm hervorragende Teile ihrer Sammlungen ver­dankt große Verdienste erworben.

Es'gibt kaum eine Anekdote, Die Llchtwarks Art feer Natur- und Kunstbetrachtung und deren Ab­weichung von jeder süßlichen Sentimentalität tref­fender kennzeichnet als Diese, die von seiner Schüle­rin Anna von Zero m s k i berichtet wird

Lichtwark fragt eine Hörerin:Was finden Sie dm schönsten in her Natur?'

L: gsö w~« WM* * billigend den Kopf.Das ist etwas brutales. Sehen Cie sich mal einen Kieshaufen nach hem Regen an -Linien Si° Schönheit,> zartesten Tone und Abstufungen der Farbe ...

*

In Paris präsentierte sich ihm die Archäologin Mademoiselle Dieulafoy, Die nach ihren persi­schen Ausgrabungen die polizeiliche Erlaubnis er­halten hatte, auch in Paris Männerkleidung zu tragen.Sehr schon!" rief Lichtwark.Aber Ihr Mann mochte ich nicht sein!"

*

Lichtwark war auch Mitglied des Aufsichtsrates des Germanischen Museums in Nürnberg. Ginmdl ollte ein Nachtwächter für das Museum angestellt werden. Der Direktor der Münchener Staatsbiblio­thek äußerte sich gegen den Antrag. Lichtwark gab ^G-Än Hunde statt eines Nachtwächters ist nichts einzuwenden. Denn sie laufen mcht mit vifenem Licht herum und sind außerdem blerslcher! foe.

Kein Erdteil ist so reich an Wild wie Afrika. 1 Zwar ist im Laufe der Jahrhunderte ein Rück- , lang eingetreten, aber dank der in den letzten Jahr- ieljnten von allen Kolonialmächten eingeführten Jagdgesetze ist einer weiteren Abnahme des Wildes Mrgebeugt worden, das, solange die Schwarzen alleinige Herren des Landes waren, überhaupt keine Verminderung erkennen ließ. Fast unglaub­lich erscheinen die Berichte von Reisenden Des vori- atn Jahrhunderts hinsichtlich der Mengen von Elefanten, Büffeln, Nashörnern und Antilopen, die sie auf her Steppe antrafen. Die Jagdart der Schwarzen ist, wie wir aus uralten Steinzeichnungen wissen, i°h^ustnbelang säst un­verändert geblieben. Als Massen bienen ihnen Wurs- und'Stotzlpeer sowie namentlich Pseil und Bogen.

Mit Tiermaöken und Giftpfeilen.

Die eingeborenen pirschen sich ans kürzeste Cnt- iiernuna an bas Wild heran. Hierzu benutzen sie Lch Tie^asken: sie ziehen sich einen notdürftig «usgestopften Straubenbalg über ober setzen sich Den durch einen Ring befestigten Hals und Kops -ines Aomroben auf und markieren, ,m hohen <Srale triedjenb, diesen Vogel. Das zu erlegende Wild zeigt sich diesen Verkleidungen gegenüber enia scheu. Vielfach verwenden die Schwarzen zur ^aad auch Sistp seile, deren locker ausgesetzte Srntzen die in der Wunde steckenbleiben, jedesmal vor Gebrauch Mit einem siruparttgen Gift bestrichen werden Dieses Pfeilgift stellen die Eingeborenen aus Pflanzen, vor allem aus Strychnusarten oder Euvborbien, her; daneben wird aber auch Gift von Raupen, her Puppe eines Käfers ober von Schlan­gen verwandt. Besonders tückisch wenden hie Busch­männer hen Giftpfeil an: sie stecken ihn mit der Spitze nach oben, zwischen die Eier eines Straußen- oeleaes Läßt sich der schwere Vogel dann zum Brüten nieder, so stößt er sich die mit Widerhaken versehene Spitze in den Leib und ist rettungslos verloren.

Mit Schwert, Speer und Harpune.