Ausgabe 
11.12.1939
 
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Buchhandlungen in die Hände von ihm unbe-

Kunst und Wissenschaft

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Mb en und sein Amt nidergelegt hatte, vereidig »er Präsident des Kongresses Dr. Manuel Prado.

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In Limo übernahm der neu gewählte Präsi­dent von Peru, Dr. Manuel Prado, die S-entschast. Nachdem das scheidende Staatsober- General Oscar Benavides, einen Rechen-

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Schirach sprach dann über die bedeutende volks­erzieherische und wissenschaftliche Aufgabe unserer öffentlichen Bibliotheken. Ihre ständige Erweite« ning und Förderung liege der nationalsozialistisch'dn Bewegung sehr am Herzen. Mehr noch als bisher müßten aber in Zukunft die privaten Buch­sammlungen, die Hausbibliotheken, sich ent­wickeln, es sei nicht wahr, daß Bücher Luxus­artikel seien. Auch das zeitgenössische Schrifttum solle und müsse von den Mitlebenden erworben werden. Es sei kein schöner Brauch, erst dann das Werk eines zeitgenössischen Dichters zu erwerben, wenn man durch den Nachruf im Mor­genblatt darauf aufmerksam geworden sei. Die Kraft der Jugend sei doch wohl das Schönste im Leben und in der Kunst. Dem jungen Dichter aber machten die ersten 500 Exemplare seines Buches, die aus den Buchhandlungen in die Hände von ihm unbe-

Lugend und Buch".

Die Mobilisierung der seelischen Reserven der deutschen Aaiion.

161 Dezember. (DNB.) In der Feierstunde .Tugend und Buch", die am Sonntag sprach nach dem Leiter der Llvteuung Schrifttum im ReichspropagandamiNiste- c-lYm'nWßrialbirigent Haegert, der Reichsjuaend- fuhrer Baldur von Schi rach. Mitten im Kriege, io erklärte er, eine Feierstunde zur Werbung für öas Buch zu veranstalten und die Jugend hierzu ausMrufen, könne nur dem befremdlich erscheinen, der den tieferen Sinne dieses Krieges nicht begreife. Nach dieser einleiteirden Feststellung rechnete der uieichsiugendführer mit den Engländern ab, die er als ein Volk der klassischen Mittelmäßigkeit bezeich- rechtfertigten ihren Herrschaftsanspruch auf die Welt mit einem heuchlerischen Gottesgna- dentum und fühlten sich als auserwähltes Volk, das die Tradition des jüdischen Volkes übernom- men habe und weiterführe. Im Lande John Bulls Irrt man re*alfe Güter und mangels einer Weltanschauung begnüge man sich mit der Geldanschauung. Geld und Gold und was man dafür kaufen könne, das mache die Sehnsucht der immer wieder durch Juden neu ergänzten so­genannten Führerschicht Englands aus, die zu über­winden eine Kulturaufgabe der Menschheit sei. Der Haß Englands gegen uns sei der Haß des Mittelmäßigen gegen das Geniale. England kämpfe aus dem Bewußtsein feiner Min­derwertigkeit heraus nicht nur gegen die physische Macht, die das nationalsozialistische Deutschland durch feine Einigkeit sich geschaffen habe, sondern auch gegen die sittliche, geistige und kulturelle Macht des siegenden Reiches.

schast in systematischer, vergleichender Forschung zu ihren Ergebnissen kommt.

Der Abend bedeutete für alle Zuhörer eine Quelle reiner Freude. Dankbarer Beifall belohnte den Vor­tragenden. Professor Dr. Rauch beschloß den Abend mit Worten der Ausschau auf die zukünf­tige Arbeit unserer Universität.

Eine deutsche Buchschau in Belgrad.

Eine große deutsche Buchausstellung wurde von Prinzregent Paul feierlich eröffnet. Zur Feier im Prinz-Paul-Museum waren u. a. erschienen der Königliche Mtregent Dr. S t a n k o w i t s ch, Mini- sterpräsident Zwetkowitsch mit sämtlichen in Belgrad anwesenden Ministern und die Würdenträ­ger des Hofes. Prinzregent Paul wurde vom deut­schen Gesandten von Heeren begrüßt, der ihm fiir sein besonderes Interesse an dieser Ausstellung seinen tiefen Dank aussprach. Als Aufgabe der Ausstellung bezeichnete der Gesandte, daß sie ein Bild von der geistigen Arbeit des neuen Deutsch­land vermitteln solle. Dem Buch komme dabet eine besondere Rolle zu. Der Gesandte teilte dann noch mit, daß der dieses Jahr zum ersten Mal vergebene Preis der deutschen Akadernie in München für wis­senschaftliche Förderung der völkisch-geistigen Be­ziehungen der in Belgrad lebenden jugoslawischen Schriftstellerin Katharina Jowanowitsch für ihre deutsche Uebersetzung eines der schönsten Werke der jugostawischen Dichtkunst, desBergkranz" von Njegosch, verlüchen worden sei. Danach schilderte der Slawist der Prager KarlsUniversität und Er­forscher -des jugostawischen Volkstums Professor Dr. Gerhard G e s e m a n n die geistigen Grundlagen der deutsch-jugostawischen kulturellen Zusammenar­beit in serbo-krvatischer Sprache. Der jugoslawische Kultursminister Maksimowitsch unterstrich ebenfalls die Rolle des Buches als ein Mittel zur Annäherung zwischen zwei Nachbarvölkern, welche auch in Zukunft segensreich zusammenarbeiten woll­ten. Darauf erklärte Prinzregent Paul die Aus­stellung für eröffnet. In Begleitung des deutschen Gesandten besichtigte Prinzregent Paul die 4000 Bände umfassende Schau.

Deutsche Operngastsplele in Barcelona.

ImGran Teatro del Liceo" in Barcelona fin­den vom 14. bis 19. Dezember deutsche Gastspiele der beiden MozartopernFigaros Hochzeit" undEntführungaus dem Serail" statt. Die künstlerische Gesamtleitung hat Generalinten­dant Hans Meißner, die musikalische Leitung Operndirektor Franz Konwitschny, beide von den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. Die übrigen Svlistenrollen werden von Mitgliedern der Frankfurter Oper bestritten. Die Gastsoiele füh­ren die frühere Tradition des deutsch-spanischen Kulturaustausches weiter.

Winckelmann-Feier in Gießen.

Das Archäologische Institut unserer NniversiM hielt am Samstagabend die traditionelle Winckel- mann-Feier ab, zu der sich mit dem Hoheitsträger des Kreises Wetterau, Kreisleiter Backhaus, eine stattliche Zahl von Teilnehmern im großen Hörsaal der Universität einsand.

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Der Direktor des Archäologischen Jnstttuts, Professor Dr. Zschie tzs chma n n, der im feld­grauen Ehrenkletd erschien, hieß die Teilnehmer der Feier willkommen und dankte für die Aufmerk­samkeit, die trotz der Kriegszeit auch der Archäologi­schen Wissenschaft entgegengebracht wird. Nachdem er einige Worte der Würdigung dem Begründer der Kunstwissenschaft, dem die Feier galt, gewidmet und auch ein Bild Winckelmanns gezeigt hatte, wandte er sich dem Thema des Abends zu, das in klarer Begrenzung einem ganz wissenschaftlichen Stoff gewidmet

ichastsbericht über seine Derwaltungsperiobe, die er «m 30.. April 1933 nach dem tragischen Tod seines Vorgängers, Sanchez C e r r o , an getr eten hatte, Mb en und sein Amt nidergelegt hatte, vereidigte

Oer dritte Opfersonntag.

Rekordergebnis in der Reichshauptstadt.

Berlin 10. Dez. (DNB.) Zum dritten Mal in diesem Winter amg das Heer der ehrenamtlichen Sammler von Tür zu Tür, um Spenden für das Knegswmterhilfswerk zu erbitten. Der Opserfonn- tag, der diesmal zugleich auch kupferner Sonntag war, stand hiermit schon im Zeichen vorweihnacht- licher Freude. Duftende Tannenzweige und Ad­ventskerzen, die das bevorstehende Fest ahnen ließen mahnten zugleich, derer ganz besonders zu gedenken die jetzt draußen an der Front die deutsche Heimat schützen. Durch nichts kann ja die Heimatfront ihre Dankbarkeit sichtbarer zum Ausdruck bringen als durch das freiwillige Opfer, das dazu beitragen soll und wird, die großen Aufgaben, die der uns auf- gezwungene Krieg an alle Deutschen stellt, zu er-

Von diesem Gedanken war auch die Bevölkerung getragen, die ihrer Opferbereitschaft durch besonders reichliche Spenden Ausdruck verlieh und hiermit zeigte, daß es für alle nur ein Ziel gibt, die Not zu lindern und in höchster Einsatzbereitschaft hinter den Männern an der Front zu stehen.

Auch an diesem dritten Opfersonntag fanden wie­der an verschiedenen Stellen der Reichshauptstadt Platzkonzerte statt, die hauptsächlich von Musik- züaen der Parteigliederungen ausgeführt wurden und wie stets zahlreiche Zuhörer anzogen. Die Eintopf, und Opfersonntagsammlung ergab in der Reichshaupt st adt erneut in der vorläufigen Zählung ein Rekordergebnis von 1130 000 Reichsmark. Das sind über 100 000 Mark mehr als im November dieses Jahres und fast doppelt so viel wie im gleichen Monat des Vorjahres.

Ordnungsstrafrecht der Neichstreuhänder der Arbeit.

Berlin, 10. Dez. (DNB.) Die Kriegswirtschafts- Verordnung hat für den Fall einer Zuwider­handlung gegen Vorschriften über Kriegslöhne den Reichstreuhändern der Arbeit das Recht gegeben, Ordnungsstrafen in unbegrenzter bähe zu verhängen. Die hierzu erforderlichen Er- ftänzungs- und Durchführungsbestimmungen sind jetzt veröffentlicht worden. Es ist habet neben der Regelung des Verfahrens eine Ausdehnung des Orb- nungsftrafrechts auf Zuwiderhandlungen gegen schriftliche Anordnungen der Reichstreuhänder und der Sondertreuhänder der Mrbett vorgesehen, die diese auf Grund des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20.1.1934, der Lohngestaltungsverordnung vom 25. 6.1938 oder sonstiger Gesetze und Verordnungen erlassen.

Anfragen über Gefallene nicht an die Gräberoffiziere.

Berlin, 9. Dez. (DNB.) Die Hauvtaufgabe der in Ost und West eingesetzten Weyrmachts- Gräberoffiziere besteht augenblicklich in der krfassung und Sicher st ellung aller Gräber unserer Gefallenen. Diese wegen des bevorstehenden Winters schnell, bei den pol- mischen Wegverhältnissen jedoch nicht leicht zu lösende Aufgabe erfordert es, daß die Gräberoffiziere vor Eonderwünschen, Ueberführungsanträgen und Gesuchen zum Begleiten zu den Grabstätten b e - wahrt bleiben. Das Oberkommando der Wehrmacht bittet daher, alle Anfragen bezüglich Grablage, Nachlaßgegenständen usw. nicht an die Gräberoffi­ziere, sondern an folgende Adresse zu richten: W e h r° Machtauskunftsstelle fiir Kriegsverluste und Kriegsgefangene, Berlin W 30, Hohenftaufenstraße Nr. 47/48.

Kleine politische Nachrichten.

Der Stellvertteter des Führers, Rudolf Heß, stattete am Sonntagvormittag in der Reichs- füh re rinnenschule Potsdam den Ober­gauführerinnen des BDM., die dort zu einer Ar- beitstagung versammelt waren, einen Besuch ab und nahm mit den BDM.-Führerinnen an einem Konzert teil, das die Pianistin Elly Ney gab.

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Dem Herrn Generalfeldmarschall von N a cf e n f e n ist zu seinem 90. Geburtstag eine so große Fülle von Glückwünschen zugegangen, daß es ihm unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken. Er hat sich über die vielen Beweise treuer Gesinnung aufrichtig gefreut und läßt allen, die seiner gedach- kn, auf diesem Wege seinen wärmsten Dank aussprechen.

Der Reichskriegerführer hat den Generalmajor V D. SA.^Brigadeführer Minister Dr. h. c. Edmund 8laise von Horstenau in Würdigung seiner Verdienste bei der Zusammenfassung der ostmärki- Ichen Frontkämpfer und gedienten Soldaten und [einer Mitarbeit beim Durchbruch des National- (ozialismus in der Ostmark zum Ehrenmit­glied des N S. - R e i ch s kri e ge rb un d e s ernannt.

TitelPolyklet von Argos" beschäfttgte sich der Redner mit einigen Werken dieses bedeutenden Bild­hauers des klassischen Altertums, brachte feinen Zuhörern einige dieser Werke durch klare und über- zugende Ausdeutung nahe und wies damit auf die Schönheit und Großartigkeit hin, die diesen Bild­werken innewohnt. So sah man zunächst im Licht­bild die Gestalt des Polykletischen Doryphoros (des Speerwerfers) in der wahrhaft klassischen und allgemeingültigen Ausprägung des idealen männ­lichen Körpers, sah unter anderem die feinen Züge des Diadumenos, jenes Jünglings, der sich mit graziöser Geste die Locken bindet, sah klassi­sche Ausdrucksformen kämpferischen Geistes im männlichen Gesicht, schließlich aber und im Wesent­lichen beschäftigte sich der Vortragende mit den Darstellungen der Amazonen, wie sie von verschie­denen Künstlern (Kresilas, Phydias, Polyklet) ge­schaffen wurden. Und hier nun stellte der Redner besonders zwei Amazonendarstellungen einander gegenüber: dieBerliner" Amazone und dieKa­pitolinische" Amazone. Da es an exakter geschicht­licher Ueberlieserung mangelt, da ohne weiteres nicht zu sagen oder zu bestimmen wäre, welche der beiden Amazonendarstellungen dem einen ober an­deren Künstler zuzuschreiben sei, wies Professor Dr. Zschietzschmann an Hand von Dergleichsmate- rial und in schlüssiger Beweisführung nach, daß die Berliner Amazone die des Polyklet und die kapitolinische Amazone die des Kresilas sein müsse. Er zeigte auf, wie es Polyklet fast ausschließlich darum ging, in seinen Werken zu einer Allgemein- gülttgkeit der Formen zu gelangen, während in den Werken des Kresilas immer wieder das Er­zählerische, das Episodische, vorherrsche.

In seinen Darlegungen führte der Vortragende nicht nur nahe heran an Geist und Wesender klassi­schen Kunst, sondern gab gleichzeitig auch für die­jenigen Zuhörer, die nichtvom Fach" waren ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Kunstwissen-

Mu s s o l i n i hat auf Vorschlag des Parteisekre- lirs die ersten Maßnahmen zu der vom Großen Rat des Faschismus beschlossenen Dezentrali- [ierung der verwaltungsmäßigen Funktionen dir Partei vorgenommen. Hiernach wurde V. Capoferri zum Präsidenten der Organisation für Freizeitgestaltung (Dopolavoro) ernannt.

Aus aller Wett.

Englisches Flugzeug auf belgischem Gebiet abgestürzt.

Brüssel, 11. Dez. (Europapreß.) Am Samstag- nachmittag stürzte ein englisches Militär-Jagdflug­zeug in Eslepchin bei Tournay, etwa 250 Meter von der französischen Grenze entfernt, auf belgischem Hoheitsgebiet zu Boden. Das Flugzeug wurde be­schädigt. lieber den Verbleib des Piloten ist nichts verlautet.

Sechs Toke bei einem Kraftwagen Unglück der britischen Luftwaffe in Frankreich.

Der bei der britischen Luftwaffe in Frankreich weilende Reuterkorrespondent meldet, daß e i n Lastkraftwagen mit britischen Nach­richtentruppen an einem Bahnübergang mit einem Expreßzug zusammenstieß, wobei fünf Sol­daten auf der Stelle getötet wurden. Gin weiterer starb später, sieben andere wurden schwer verletzt kaum einer dürfte mit dem Leben davonkommen. Dies sind die ersten Verluste, von denen die briti­schen Truppen in Frankreich betroffen worden sind.

^-Wachtposten im Konzentrationslager niedergeschlagen. Die beiden Verbrecher erhängt.

Der Reichsführer und Chef der Deut­schen Polizei teilt mit: Arn 25. November überfielen die vorbestraften Schutzhäftlinge Franz B r ö n n e r und Anton Kropf in einem Konzentrationslager nach einem vorgefaßten Plan einen ^-Wachtposten und schlugen ihn nieder. Sie ergriffen darauf die Flucht, wurden jedoch nach kurzer Zeit wieder gestellt und fest genommen. Die beiden Verbrecher wurden am 9. Dezember im Konzentra­tionslager gehängt.

Nach drei Worden erschossen.

Freitagabend hielt der Zollassistent der Grenz» aufsichtsstelle S u l m b a ch , Johann Leiner, i n der Nähe der jugoslawischen Grenze südlich von Graz einen unbekannten Mann zur Ausweisleistuna an, plötzlich zog dieser eine Pistole und streckte Leiner nieder. Hierauf flüchtete der Täter. Kurze Zeit nach dieser Mordtat wurde in der benachbarten Grenzaufsichtsstelle Langegg der Grenzhilfsangestellte Anton Maß. ner durch einen Pistolenschuß aus dem Hinterhalt K""et. In der Nacht zum Sonntag hat der selbe recher noch einen dritten Mann erschossen. Sofort nach den Untaten wurde die Verfolgung des Mörders durch Streifen der Kriminalpolizei, der Gendarmerie, der Schutzpolizei sowie von Zoll­beamten auf genommen und der Täter eingekreist. Als sich der 22jährige Verbrecher umstellt sah, flüch­tete er mit seiner Begleiterin, einem 15jährigen Mädchen, in ein Stallgebäude in PeHuitz, hart an ber Grenze, wo er sich im Heu verschanzte. Die Beamten umstellten das Gebäude, und es kam zu einem heftiaen Feuergefecht, in dessen Derlauf der Mörder erschossen wurde.

Zuchthaus für Verbreitung feindlicher Rundfunklügen.

Das hanseatische Sondergericht hatte sich am Freitag und Samstag in Bremen mit einem Angeklagten zu beschäftigen, der entgegen den selbst­verständlichen Pflichten eines deutschen Mannes Lügen weitergetragen hgt, die der Straß­burger Sender verbreitete. Am 7. September hörte der Angeklagte den Straßburger Sender ab, der damals das Lügenmärchen verbreitete, daß der Westwall durchstoßen sei und französische Truppen sich bereits am Rhein und der Mosel befänden. Der Angeklagte erzählte diese Schauergeschichten am nächsten Tage in seinem Betriebe, wo sie, zumal mehrere Rheinländer dort beschäftiat waren, Unruhe auslösten. Nun war das Gesetz, welches das Abhören ausländischer Sender verbietet, am 7. September, also dem Tage, an dem der Angeklagte Sttaßburg abhörte, verkündet worden. Er wurde deswegen auch nicht wegen des Abhörens verurteilt, wohl aber wegen der Verbreitung dieser gefährlichen Lügen, und zwar wurde gegen ihn eine Zuchthaus- strafe von einem Jahr und sechs Monaten erkannt. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung

LPD. M a r b u r g, 9. Dez. Vor einiger Zeit machte sich in Oberweidbach ein Dieb in unangeneh­mer Weise dadurch bemerkbar, daß er hintereinander in verschiedenen Häusern Besuche abstattete und sich in der Hauptsache Eßwaren aneignete. Als der Dieb festgenommen wurde, stellte sich heraus, daß man einen guten Fang gemacht hatte; handelte es sich doch um einen Mann, der, obwohl er noch keine 40 Jahre zählt, schon etwa 16 zum Teil recht er­hebliche Vorstrafen verzeichnen kann. Das Land- O, vor dem sich der Unterbesserliche wegen reichere! und der Diebereien zu verantworten hatte, verurteilte ihn zu fünf Jahren Zucht­haus und Sicherungsverwahrung.

Elftähriger Junge im Waschkessel verbrüht.

Der elfjährige Junge des Eisenbahrrers Karl Meißner in E i s erf e ld fiel abends in einen in der Waschküche stehenden Waschkessel, der mit kochendem Wasser gefüllt war. Der Junge trug am ganzen Körper Verbrühungen davon. Er starb nach qualvollen Schmerzen am nächsten Morgen im Stadtkrankenh aus.

Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Longe. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Derantworllich für Politik, Feuilleton und dis Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Pro­vinz und Wirtschaft: Ernst Dlumschein; für Spork Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han» Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit, ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

helfen unrts

TTlit wenig Veit und Siern, ja sogar beides können Sie danach nahrhafte

kannten Volksgenossen und Dolksgenossinnen wan­derten, mehr Freude als die späteren 100 000. Aber nicht nur der Käufer entscheidet, die wichtigste ent- cheidende Stellung habe der Buchhändler elbst, es gebe wohl keinen Staat mit einem so um­fassend gebildeten Buchhändlerstand wie Deutschland. Im Dienst am deutschen Schrifttum habe jeder deutsche Volksgenosse feine besondere Aufgabe zu erfüllen. Jeder kleinste Buchkauf fei nichts Zu­fälliges, sondern eine Handlung in diesem Dienste. Was wir unseren Feldgrauen an die Front schicken ober unseren Familien auf den Gabentisch legen, hat seine Bedeutung für die Empfangenden wie für uns selbst. Denen, die draußen ein heldisches Leben führen, brauchen wir keine Bücher über Heldentum zu senden. Ihnen wollen wir vor allem aus den gemütstiefen Schätzen des deutschen Humors spenden und sie aus dem Füllhorn der erzählenden Kunst beschenken, ihnen so das friedliche Leben der Heimat schildern, der Heimat, die sie verteidigen. Der Ju- a e n d aber gehört dasheldische.das kämp­ferische Buch, das sie befähigt, sich so einzu­setzen, wie die älteren Kameraden draußen. Die Jugend soll sich in diesem Kriege Bücher wünschen und soll anderen mit Büchern Freude machen. Mit unseren Büchern mobilisieren wir die seelischen Re­serven unserer Nation. In diesem Kampf tritt alles an. Jeder dort, wo der Führer den Einsatz befahl, die äußere Frontwand die innere, und jeder kämpft mit seiner Waffe.

Kriegsbücherei der deutschen Jugend'"

Im Auftrage des Jugendführers des Deutschen Reiches und im Einvernehmen mit dem Oberkom­mando des Heeres und der Kriegsmarine und dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe erscheinen in diesen Tagen die ersten Hefte derKriegsbücherei der deut­schen Jugend". Diese sorgfältig ausgewählten Front­berichte, die von den Heldentaten deutscher Soldaten im Polenfeldzug, am Westwall und vor den Küsten Englands erzählen, sollen die Verbundenheit der Jugend mit der kämpfenden Front noch vertiefen. Die Hefte der Kriegsbücherei, die von nun an wöchentlich erscheinen werden, kommen zu dem volkstümlichen Preis von 0,20 RM. zum Ver­kauf, so daß sie sich jeder Junge anschaffen kann. DieKriegsbücherei der deutschen Jugend" ist das Geschenk der Front an die wehrbegei- sierte Jugend in der Heimat.

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