„Tag der deutschen Kunst 1939."
Glanzvolles Programm der Münchener Festtage.
steWare Bremse. Mit fiiffe dieser Sturzflugbremse ist es möglich, nahe genug an das Ziel heranzu- kommen, ohne daß die Besatzung in ihrer Zielsicherheit beeinträchtigt wird.
Danzig
sicher in der Hand des Führers
Bereit, sein Deutschtum gegen jeden
Polnischen Angriff zu verteidigen.
Danzig, 9. Juli. (DNB.) Gauleiter F o r st e r sprach am Sonntag vor Zehntausenden auf den Abschlußkundgebungen der Kreistage der NSDAP, in Oliva und in Neufahrwasser. Der Gauleiter forderte die Auflösung des widerrechtlich von Polen auf Danziger Boden, an der Hafeneinfahrt, der Westernplatte, unterhaltenen Munitions- b ecke ns, das eine ständige Bedrohung für den Hafen und die Stadt Danzig sei. Polen habe kein Recht, ausgerechnet in Danzig ein Munitionslager zu unterhalten, während es den Danzigern selbst verboten sei, Kriegsmaterial in Danzig zu lagern. Durch diese unberechtigten Privilegien Polens sei in Danzig ein Zustand geschaffen, der unhaltbar sei. — Danzig sei heute deutscher denn je, fuhr der Gauleiter fort. Die Danziger Bevölkerung wisse, daß es ihr i n Deutschland besser gehen werde. Aber selbst wenn es Danzig schlechter gehen würde, gäbe es keinen Danziger, der sich nicht mit jeder Faser seines Herzens ' i n s Reich zurück wünsche. Die Danziger aber seien vollkommen ruhig und fühlten sich sicher in der Hand des Führers, der durch Dr. Goebbels den Danzigern habe sagen lassen, daß 80 Millionen Deutsche für Danzig eintreten würden. Aber darüber hinaus seien die Danziger selbst bereit, ihr Deutschtum gegen jeden polnischen Angriff zu verteidigen.
Auslese deutscher Lungmannschast.
Das Sommerlager der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten am Faaker See.
Die ersten Tage des gemeinsamen Sommerlagers der nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Groß- deutschlands am Faaker See (Kärnten) waren mit sportlichen Wettkämpfen aller Art ausgefüllt. Hieran schlossen sich Ansprachen und Dorträge von Persönlichkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Inspekteur der nationalpolitischen Erziehungsanstalten, H - Obergruppenführer Heißmeyer, Reichsminister ^-Gruppenführer Seyß-Jn- q u a r t sowie der deutsche Volksgruppenführer der Slowakei, Staatssekretär Karmasin, besuchten das Lager. Die anstaltsweise angetretenen Erzieher und Junmannen wurden von Obergruppenführer Heißmeyer besichtigt, wobei er sich in vielen Fällen nach der Herkunft und den Berufswünschen einzelner Jungmannen erkundigte. Die Antworten bewiesen, daß'ein großer Teil der Jungen aus kleinsten Verhältnissen stammt, vielfach aus Kreisen der Arbeiterschaft und daß die hier und da noch vorhandene Annahme, daß die Anstalten nichts anderes als eine Vorschule für die Wehrmacht seien, durchaus unberechtigt ist. Natürlich beabsichtigt ein Teil der Jungmannen, zur Wehrmacht zu gehen oder sich anderen soldatischen Berufen zuzuwenden, aber mindestens ebenso viele Jungmannen wollen Techniker, Naturwissenschaftler oder Erzieher werden.
Eindringlich führte Obergruppenführer Heißmeyer den Erziehern in einer Schlußansprache vor Augen, daß von ihrem Einsatz und von ihrem vorbildlichen Beispiel das Gelingen des Versuches obhänge, in den nationalpolitischen Erziehungsanstalten eine Bestenauslese deutscher Jungmannschaft heranzubilden. Für die Erzieher selbst stellte er folgende Grundsätze auf: Jeder soll verheiratet und Reserveoffizier sein oder die Möglichkeit haben, es zu werden. Er soll i n einer Formation der Bewegung aktiv Mitarbeiten soll das Reichssportabzeichen erwerben, mehrere Auslandsfahrten und einen Bergwerkseinsatz mitgemacht haben. Die Jungmannen ihrerseits sollten stolz darauf sein, daß sie einer Anstalt angehören, in der die chnen vom Schicksal verliehenen Gaben und Anlagen harmonisch entwickelt und vervollkommnet werden. Als Gegenleistung dafür sollen sie in der Hitler-Jugend sich durch ihre Leistungen zum Vortrupp der nationalsozialistischen Jugend hinaufdienen.
Zum Abschluß des Zeltlagers traf auch Reichsminister R u st am Faakersee ein. Nachdem er die angetretene Lagerjugend begrüßt hatte, wurden die Kampfspiele der einzelnen Anstalten ausgetragen. Am Nachmittag sprach der Reichsminister nach der Aufführung des „Frankenberger Würfelspiels" zu den Jungmannen im Lager. Am sinkenden Abend wurden von Reichsminister Rust und ^-Obergruppenführer Heißmeyer die Siegermannschaften vor dem brennenden Holzstoß ausgezeichnet.
Das Haus des Fremdenverkehrs in Berlin.
Von den repräsentativen Bauten an der künftigen Nord-Süd-Achse in Berlin geht als erster am späteren Runden Platz das Haus des Fremdenverkehrs seiner Vollendung entgegen. Es wird vielfach angenommen, daß es sich bei diesem Bau um ein Riesenhotel handelt. Tatsächlich ist es der Sitz der Sp'itzenorganisationen des deutschen Fremdenverkehrs unter Leitung des Staatssekretärs Hermann Esser. 15000 Quadratmeter reine Bürofläche dienen im 2., 3. und 4. Obergeschoß der Unterbringung des R e i ch s a u s - schusses für Fremdenverkehr des Reichsfremdenverkehrsoerbandes, der Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr, der deutschen Kongreßzentrale, der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- ünd Beherbergungsgewerbe, der P o st r e i s e a u s k u n f t und anderer Stellen mehr.
Im Erdgeschoß wird eine große R e i s e w e r b e - zentrale, verbunden mit einer ständig wechselnden A u s st e ll u n g der deutschen Reisegebiete und einem Reisebüro, die Schönheiten unseres Vaterlandes zeigen. Große Gaststätten werden das Haus zu einem Mittelpunkt von Geselligkeit und Gastlichkeit werden lassen. Weiter wird im Erdgeschoß ein großes M u st e r p o st a m t und eine Fernsehbild st elle entstehen.
Das erste Erdgeschoß mit seinen hohen Fenstern am Runden Platz wird Sitzungs - und Empfangssäle enthalten, die zusammen mit einem 1500 Personen fassenden hälbrunden Tagungs- und Bankettsaal eine größzügige Raumgruppe bilden. Dieser Saal wird mit Tonfilm- und Mikrophon-
München, 8. Juli. (DNB.) Das dreitägige Fest der deutschen Kunst beginnt am Freitag, 14. Juli, 11 Uhr, mit der feierlichen Eröffnung im Festsaal des Deutschen Museums. Um 16 Uhr empfängt im Rahmen eines künstlerischen Nachmittags der Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich die in- und ausländischen Journalisten in der Amalienburg beim Schloß Nymphenburg. Um 20 Uhr findet der Empfang der Gäste des Tages der deutschen Kunst durch den Führerim Führerbau am Königlichen Platz statt. Um 20.30 Uhr versammelt sich die Reichskammer der bildenden Künste zu einem K a - meradschaftsabend im Künstlerhaus. Gleichzeitig findet im Dante-Stadion das große Tanzfestspiel „Triumph des Lebens" statt. In den Münchner Theatern finden an allen Tagen F e st a u f f ü h - rungen statt; im Residenztheater „Die Entführung aus dem Serail", im Prinzregententheater Goethes „Faust", 1. Teil, im Theater am Gärtnerplatz „Die lustige Witwe", in den Kammerspielen die Tragödie „König und Gott" von Arthur Müller, im Dolkstheater „Der Talisman" von Nestroy, im Deutschen Theater „Variete-Festspiele".
Am Samstag findet um 11 Uhr im Künstlerhaus die Jahresversammlung des Hauses der deutschen Kunst statt, um 15.30 Uhr im Festsaal des Deutschen Museums die Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste, auf der sprechen werden der Präsident der Reichskulturkammer,
London, 10. Juli. (Europapreß.) In interessierten Kreisen Londons wartete man den Sonntag über vergeblich aus ein „hoffnungsvolles Zeichen" aus Moskau, wo um 6 Uhr die Pakt- besprechungen fortgesetzt worden waren. Groß war daher die Enttäuschung, als am späten Abend bekannt wurde, der Moskauer Sender habe erklärt, daß kein definitives Ergebnis erzielt worden sei. Es ist bezeichnend für die Verärgerung, die tu England herrscht, daß die Nachrichtenagenturen lange Pariser Berichte bringen, aus denen hervorgeht, daß man dort des ewigen Hin und Her müde ist. In der „Times" heißt es, ein Tag für die neueste Besprechung sei noch nicht festgesetzt worden. Genauere Informationen über die Besprechungen seien nicht erhältlich, das sowjetrussische Kommunique sei noch lakonischer als gewöhnlich. Wie man höre, hätten sich bei den Besprechungen über die Frage, wie man den Pakt hieb- und stichfest machen könne, noch mehr Fragen ergeben, die gelöst werden müßten, so daß es unmöglich sei, einen baldigen Abschluß der Derhandllunaen vorauszusehen. Die Definition des Begriffes „Angriff" werfe immer wieder neue Probleme auf, es fei schwer, Vorkehrungen für jeden Eventualfall zu treffen.
Während des Wochenendes sollen in Paris Verhandlungen stattgefunden haben durch den demnächst als Botschafter nach Washington gehenden Lord Lothian. Es verlautet, daß hierbei der französische Wunsch nach sofortigem Paktabschluß im Vordergrund gestanden habe. Lord Lothian sott
Tokio, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Außenamtes teilte auf eine Fraae über den Beginn der englisch-japanischen Verhandlungen mit, daß die Besprechungen kaum vor der nächsten Woche zu erwarten seien. Am heutigen Montag beginnen vorbereitende Besprechungen zwischen den Vertretern der japanischen Armee und des Außen amte s. Der in Tokio eingetroffene Vertreter der japanischen Militärbehörden in. Tientsin, General Muto, erklärte, daß die Konferenz erfolglos bleiben würde, falls nur über die lokalen Vorgänge in Tientsin verhandelt werden würde. Die Grundfragen der Konzessionen müßten schon deshalb erörtert werden, weil die militärischen Operationen in den beiden letzten Jahren ständig durch sogenannte internationale Niederlassungen behindert worden seien, besonders in den Kämpfen um Schanghai. Die britische Niederlassung in Tientsin sei das Zentrum agitatorischer Umtriebe und somit der Unruhen in Nordchina. Die Zahl von Terrorakten bolschewistischen Gepräges, deren Herd in der Konzession zu suchen sei, sei groß. In Tientsin seien über 150 Fälle von Brandstiftung und über 200 Fälle von Sabotageakten an Eisenbahnen, Ermordungen von japanfreundlichen Ehinesen und andere Ausschreitungen vorgekommen. Ohne genaue Kontrolle der britischen Konzession in Tientsin könne von Frieden keine Rede fein. Die japanfeindlichen Organisationen seien noch heute in den Konzessionen am Werk. Die militärischen Vertreter Japans in Tientsin fühlten sich als Repräsentanten des gesamten Volkes, und in diesem Geiste sollte die Konferenz geführt werden.
Der Oberkommandierende der englischen China- Streitkräfte, Generalmajor Grasett, ist aus Tientsin nach Peiping roeitergereift, nachdem seine Versuche, in persönlicher Fühlungnahme mit den die dortige Blockade leitenden japanischen Offizieren zu einer Annäherung zu gelangen, fehlgeschlagen sind. Auch der Kommandant der Tientsiner englischen Besatzung, Brigadegeneral Sir John Laurie, konnte keine Fühlung mit den Japanern Herstellen.
anlagen ausgestattet. Es werden ihm ferner ein großzügiges P r e ffe - und Tagungspoftarnt oorgeLagert. Einschließlich der umfangreichen unterirdischen Parkanlagen werden im Bereich des Hauses des Fremdenverkehrs 500 bis 600 Autos unterzustellen sein. Nach außen zeigt das 26 Meter hohe Haus ein 7,5 Meter hohes Erdgeschoß, aus fränkischen Mufchelkalksteinen gemauert. Das Erdgeschoß fallt nach dem Runden Platz hin durch Arkadengange mit Rundbögen auf, deren Decken mit Mosaik ausgefullt werden. Die Fenster des vierten Obergeschosses werden zu einer Galerie ganz aus Natursteinen zusammengezogen, die von einem 1,20 Meter ausladenden wuchtigen Gesims gekrönt wird, von dem einzelne Steine bis zu 150 Zentner wie-
Reichsminifter Dr. Goebbels^ Gauleiter Staats- minifter Adolf Wagner, Oberbürgermeister Fieh- l e r und der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Ziegler. Nachmittags und abends spielen auf allen öffentlichen Plätzen und in den großen Parks die bekanntesten Orchester des Reiches Werke von Beethoven, Bruckner, Mozart, Pfitzner, Schubert, Strauß u. a. Das Nationaltheater bringt abends den „Tannhäuser", das Residenztheater Kleist's „Amphitrion", das Prinzregententheater Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende" und die Kammerspiele Goethes „Torquato Tafso". Am Samstagabend ist die große Festbeleuchtung Münchens als Stadt der deutschen Kunst.
Sonntag, 16. Juli, um 11 Uhr vormittags, e r - öffnet der Führer die Große Deutsche Kunstausstellung. Der Festakt wird umrahmt von den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Professor Hermann Abendroth, und von dem Städtischen Singchor Augsburg unter Leitung von Professor Otto Jochum. Um 13 Uhr findet im alten Rathaussaal der Empfang der Stadt der deutschen Kun st statt, dem sich um 15 Uhr der große Festzug „2000 Jahre deutsche Kultur" anschließt. Seinen Ausklang findet der „Tag der deutschen Kunst" am Montag, 17. Juli, um 20.30 Uhr, mit dem großen Abschiedsabend, den die deutsche Künstlerschaft im Künstlerhaus gibt.
weiter mitgeteilt haben, daß England auf Polen im Sinne einer „ruhigeren Politik" gerade im Hinblick auf die schwierigen Sowjetverhandlungen ein- geroirft habe und weiter einwirken werde. Ferner soll er auf die Möglichkeit hingewiesen haben, daß eine Entspannung der Lage noch immer dadurch möglich sej, daß die Westmächte in der Frage eines besseren Zuganges zu den Weltrohstoffen den autoritären Staaten entgegenkommen. Lord Lothian soll sowohl den Präsidenten Lebrun als auch den amerikanischen Botschafter in Paris, Bullitt, ausgesucht haben und über das Wochenende bei dem französischen Luftfahrtminister Guy la Chambre zu Gast gewesen sein.
Schwere Enttäuschung in Paris.
Paris, 10. Juli. (Europapreß.) Obgleich man in Paris in der letzten Zeit in der Beurteilung der Moskauer Verhandlungen ziemlich vorsichtig geworden ist, hatte die Tatsache, daß die sonntägliche Unterredung annähernd drei Stunden dauerte, doch einige Hoffnungen auf einen günstigen Ausgang erweckt. Die Enttäuschung ist darum in Paris um so größer. Der „Excelsior" schreibt: „Es hat den Anschein, als ob auch aus dieser Unterredung nichts Positives herausgekommen ist. Anderseits ist es nicht zweifelhaft, daß man in Paris und in London e i n Gefühl der Ermüdung, ja, der Mutlosigkeit empfindet." — Die „Actton Fran- <?aife* schreibt, daß das Possenspiel im Moskau an- dauere.
DieGrenzkä'mpsein derBongolei
H a i [ a r (Nord-Mandschukuo), 9. Juli. (Europapreß.) Nach mehrtägigen Kämpfen find bei N o -- m o n b an auf mandschurisches Gebiet vorgedrungene außenmongolische und sowjetrussische Streitkräfte von den Japanern über die Grenze z u - rück getrieben worden. Die entscheidende Schlacht fand, wie ein Vertreter der japanischen Kwantung-Armee Presse-Berichterstattern erklärte, in der Nacht zum Freitag bei schweren Gewittern statt. Die Sowjetrussen befänden sich in vollem Rückzug und würden von japanischen Bombenflugzeugen verfolgt. Die japanischen Truppen sollen den fliehenden Feind nur bis zum Tschaltscha-Fluß verfolgen, diesen aber nicht überschreiten, da auf der anderen Seite des Flusses starke sowjetrussische Artilleriestellungen vorhanden sein sollen. Die außenmongolischen Luftstreitkräfte fallen bei den Kämpfen starke Verluste erlitten haben. Die Gesamtverluste des Gegners werden mit 400 Flugzeugen, 200 Tanks und Panzerwagen angegeben.
Vorbereitungen zur Bildung einer chinesischen Zentralregierung.
Schanghai, 9. Juli. (DNB.) Am Montag beginnt in Tsingtau eine Konferenz, die sich mit der Bildung einer chinesischen Zentralregierung beschäftigen soll. In dem Kreis um den ehemaligen Ministerpräsidenten Wang T s ch i n g - w e i, der sich vor einiger Zeit von Tschiangkaischek getrennt hat, nimmt man an, daß diese Konferenz einen die Regierung vorbereitenden Ausschuß einsetzen werde, in dem außer der Nankinger und der Pekinger Negierung auch die Hankauer und die Kantoner Verwaltung eine Stimme haben werden Wang Tsching-wei gab eine längere Erklärung über die chinesisch-japanischen Beziehungen ab, in dcr er die Notwendigkeit und die Vorteile eines Zusammengehens für beide Länder erläuterte.
gen. Bis Ende 1940 soll das Haus in feiner Gesamtheit fertiggestellt fein.
Ein neues Verschollenheitsgesetz
Im Reichsgesetzblatt ist ein Gesetz über die Verschollenheit, die Todeserklärung und die Feststellung der Todeszeit veröffentlicht. Dieses Gesetz tritt an die Stelle der Paragraphen 13 bis 20 BGB. und Art. 9 des Einführungsgesetzes zum BGB. sowie der entsprechenden Vorschriften des österreichischen und des in den sudentendeutschen Gebieten geltenden Rechts. Es enthält also eine Erneuerung und Vereinheitlichung des Verschollenheitsrechts für das gesamte Reichsgebiet (außer dem Protekorat Böhmen und Mähren). Gleichzeitig beseitigt das neue
Was ist Friede?
Immer wieder konnte eine in Kriegs angst erbebende Welt aus dem Munde des Führers eine klare Bekundung des deutschen Willens zum Frieden vernehmen. Das deutsche Volk braucht zur letzten Entfaltung seiner ihm innewohnenden Arbeitsenergien, zur Krönung seines in Angriff genommenen Aufbauwerkes eine Zeit des Friedens. Es lehnt den Krieg ab, nicht weil feine Söhne zu feige ober zu eigensüchtig wären, ihr Leben für Deutschland einzusetzen und, wenn es sein muß, auch hinzu- geben, nicht weil sich ein spießbürgerliches Ruhe- bedürsnis nach Frieden sehnte, sondern vor allem deshalb, weil auch im Interesse dcr Nation der deutsche Mensch das kostbarste Gut ist, für den ja in gigantischen Anstrengungen die Zukunft gesichert werden soll. Blut und Boden sind national sozialistische Grundwerte. Ihre Erhaltung und Sicherung ist der letzte Sinn nationalsozialistischer Politik. Dieses Blut sinnlos zu vergießen, diesen Boden den Verwüstungen des Krieges auszusetzen, kann daher niemals leichtfertig gewollt werden.
Andererseits wird sich aber diese Politik niemals nur um den Preis des Friedens vitale Lebensbedingungen entgleiten lassen. Der Friede erscheint in diesem Zusammenhang wohl als ein hohes Ziel, er ist aber kein absoluter Wert, dem schlechthin alles untergeordnet werden müsse. Auch die westlichen Demokratten geben vor, den Frieden, nichts als den Frieden zu wollen. Würde nun in beiden Fällen unter Frieden etwas Wesensgleiches verstanden, so müßte yach allem menschlichen Ermessen eine Verständigung über die Sicherung 'dieses Friedens ohne Schwierigkeit erzielt werden können. Es ist aber nur zu offenbar, daß diese Verständigung heute mehr denn je im Argen liegt. Es muß also im westlichen Denken der Begriff „Friede" eine grundsätzlich andere Bedeutung haben.
Untersucht man nun alle westlichen Friedensbestrebungen und Friedensparolen, so ergibt sich daraus bald das alleinige Ziel einer dauernden Erhaltung des gegebenen Machtverhältnisses, des territorialen Status quo. Wir erkennen dann weiter, daß der Westen heute in feinem Wesen nicht mehr revolutionär ist. Das sind längst verflogene Jugenderinnerungen. Nein — er ist stockkonservattv, im selben Sinne konservativ, wie es im vergangenen Jahrhundert etwa irgendein Großgrundbesitzer war, der eine bestehende Besitzordnung, deren größter Nutznießer er selbst war, um jeden Peis und unter allen Umständen erhalten wissen wollte. Ebenso wollen die westlichen Imperialisten den Frieden, um die Früchte des in vergangener Zeit erworbenen Besitzes in dauernder Genügsamkeit bis ans Ende der Tage verzehren zu können. Dieser Friedenswille beruht auf dem Grundsatz einer ungestörten Verdauung, das Völkerrecht gilt als die Garantte dieser Verdauung.
Nun ergeben sich aber im natürlichen Wachstums- und Lebensprozeß Europas dauernd Veränderungen der nationalen Kräfte. Damit verändert sich aber auch das gegenseitige Schwergewicht der Völker, wodurch wiederum ganz natürlich die territoriale Ordnung an allen Ecken und Enden ungenügend wird. Ein im Innern wiedererstarktes Deutschland ist an sich schon eine grundlegende Veränderung des europäischen Status quo. Schon aus diesem Grunde wird Deutschland als läf tiger und unbehaglicher Ruhestörer empfunden. In Mitteleuropa haben sich nun einmal die nationalen Revolutionen nach den Gesetzen der Dynamik vollzogen. Der Friedenswille des Westens steht aber im Gesetz der Statik und empfindet jede Dynamik als aggressiv. Von dieser Empfindung ist dann nur mehr ein kleiner
Gesetz einige in der Vergangenheit hervorgetretene Mängel des bisherigen Verschollenheitsrechts und paßt diese Vorschriften den Erfordernissen und Erfahrungen der Jetztzeit an, die vor allem durch die Entwicklung des neuzeitlichen Nachrichtenwesens und durch die erweiterte Möglichkeit zu erfolgversprechenden Nachforschungen nach Verschollenen beeinflußt werden. Wesentlich ist deshalb die in dem Gesetz vorgesehene Verkürzung der meisten Der- schollenheitsftisten.
40jähriges Militärdienstjubiläum des Generals Dollmann. •
Der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Artillerie Dollmann, kann in diesen Tagen sein 40jähriges Militärdienstjubiläum begehen. Vor nunmehr 40 Jahren wurde Friedrich Dollmann Offizier beim 7. Bayerischen Feldartillerie-Regiment (München) und war bei Kriegsausbruch Adjutant der 1. Bayerischen Feld- artitterie-Brigade: er wurde mährend des Krieges in Generalstabsstellen eingesetzt. 1921 wurde er Hauptmann und Adjutant des Artillerieführers VII, kam dann als Major in den Generalstab der 7. (bayr.) Division. Als Oberstleutnant war er Abteilungskommandeur im 7. (bayr.) Artillerie- Regiment in Würzburg. 1930 wurde er Oberst. Am 1. Februar 1931 erhielt er das Kommando des 6. Artillerie-Regiments und wurde am 1. Oktober 1932 Generalmajor und Artillerieführer VII. Am 1. Februar 1933 wurde er Inspekteur Ser Artillerie und am 1. Oktober desselben Jahres Generalleutnant und Kommandeur' der 7. (bayr.) Division. Bei der Neubildung des IX. Armeekorps im Jahre 1935 wurde er zu dessen Kommandierenden General ernannt.
„Tag des deereü* in Karlshorss.
Zu einem großen Ereignis des Pferdesports gestaltete sich der „Tag des Heere s". aus Anlaß des 10 000. Rennens in Karlshorst. Die farbigen Sportröcke der Offiziere, die die Reiter weithin kenntlich machten und eine viel bessere Uebersicht des Nennverlaufs ermöglichten, fanden besonderen Anklang. In der Ehrenloge bemerkte man den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t f ch mit dem Inspekteur für Neit- und Fahrwesen beim Oberkommando des Heeres, Oberst Freiherr von ßangermann und vielen Offizieren und den Militärattaches auswärtiger Missionen. — Am Sonntagabend veranstaltete der Verein für Hindernisrennen einen Kamerad- schaftsabend. Nach Begrüßung durch den Po- lizeipräsidenten Graf Helldorff dankte der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t s ch allen, die an der Vorbereitung mit- Geholfen hatten, und erklärte, das Rennreiten der Offiziere sei nicht müßiggängerischer Zeitvertreib, lon-dern ein wichtiger Teil ihrer Ausbil- düng und charakterlichen Schulung. Das Nennreiten erschließe dem Offizier, vor allem dem der berittenen Waffen, besser als viele andere sportlick>e Betätigungen, Wesen und Sinn von Kampf, Gefahr und Sieg.
Neue Moskauer Besprechung ebenfalls ohne Ergebnis.
Französisch-englische Fühlungnahme. — Lord Lothian in Paris.
Austakt zu der Tientsin-Konserenz.
Japans Militär und Außenamt besprechen sich.


