Ausgabe 
10.7.1939
 
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Tag der deutschen Kunst 1939."

Glanzvolles Programm der Münchener Festtage.

steWare Bremse. Mit fiiffe dieser Sturzflugbremse ist es möglich, nahe genug an das Ziel heranzu- kommen, ohne daß die Besatzung in ihrer Zielsicher­heit beeinträchtigt wird.

Danzig

sicher in der Hand des Führers

Bereit, sein Deutschtum gegen jeden

Polnischen Angriff zu verteidigen.

Danzig, 9. Juli. (DNB.) Gauleiter F o r st e r sprach am Sonntag vor Zehntausenden auf den Abschlußkundgebungen der Kreistage der NSDAP, in Oliva und in Neufahrwasser. Der Gauleiter for­derte die Auflösung des widerrechtlich von Polen auf Danziger Boden, an der Hafeneinfahrt, der Westernplatte, unterhaltenen Munitions- b ecke ns, das eine ständige Bedrohung für den Hafen und die Stadt Danzig sei. Polen habe kein Recht, ausgerechnet in Danzig ein Munitionslager zu unterhalten, während es den Danzigern selbst verboten sei, Kriegsmaterial in Danzig zu lagern. Durch diese unberechtigten Privi­legien Polens sei in Danzig ein Zustand geschaffen, der unhaltbar sei. Danzig sei heute deut­scher denn je, fuhr der Gauleiter fort. Die Danziger Bevölkerung wisse, daß es ihr i n Deutschland besser gehen werde. Aber selbst wenn es Danzig schlechter gehen würde, gäbe es keinen Danziger, der sich nicht mit jeder Faser seines Herzens ' i n s Reich zurück wünsche. Die Danziger aber seien vollkommen ruhig und fühlten sich sicher in der Hand des Führers, der durch Dr. Goebbels den Danzigern habe sagen lassen, daß 80 Millionen Deutsche für Danzig eintreten würden. Aber darüber hinaus seien die Danziger selbst bereit, ihr Deutsch­tum gegen jeden polnischen Angriff zu verteidigen.

Auslese deutscher Lungmannschast.

Das Sommerlager der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten am Faaker See.

Die ersten Tage des gemeinsamen Sommerlagers der nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Groß- deutschlands am Faaker See (Kärnten) waren mit sportlichen Wettkämpfen aller Art ausgefüllt. Hieran schlossen sich Ansprachen und Dorträge von Persön­lichkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Inspekteur der nationalpolitischen Erziehungs­anstalten, H - Obergruppenführer Heißmeyer, Reichsminister ^-Gruppenführer Seyß-Jn- q u a r t sowie der deutsche Volksgruppenführer der Slowakei, Staatssekretär Karmasin, besuchten das Lager. Die anstaltsweise angetretenen Erzieher und Junmannen wurden von Obergruppenführer Heißmeyer besichtigt, wobei er sich in vielen Fällen nach der Herkunft und den Berufswünschen einzel­ner Jungmannen erkundigte. Die Antworten bewie­sen, daß'ein großer Teil der Jungen aus kleinsten Verhältnissen stammt, vielfach aus Kreisen der Ar­beiterschaft und daß die hier und da noch vorhandene Annahme, daß die Anstalten nichts anderes als eine Vorschule für die Wehrmacht seien, durchaus unbe­rechtigt ist. Natürlich beabsichtigt ein Teil der Jung­mannen, zur Wehrmacht zu gehen oder sich anderen soldatischen Berufen zuzuwenden, aber mindestens ebenso viele Jungmannen wollen Techniker, Natur­wissenschaftler oder Erzieher werden.

Eindringlich führte Obergruppenführer Heißmeyer den Erziehern in einer Schlußansprache vor Augen, daß von ihrem Einsatz und von ihrem vorbildlichen Beispiel das Gelingen des Versuches obhänge, in den nationalpolitischen Erziehungsanstalten eine Bestenauslese deutscher Jungmann­schaft heranzubilden. Für die Erzieher selbst stellte er folgende Grundsätze auf: Jeder soll ver­heiratet und Reserveoffizier sein oder die Möglichkeit haben, es zu werden. Er soll i n einer Formation der Bewegung aktiv Mitarbeiten soll das Reichssportabzeichen erwerben, mehrere Auslandsfahrten und einen Bergwerkseinsatz mitgemacht haben. Die Jungmannen ihrerseits sollten stolz darauf sein, daß sie einer Anstalt angehören, in der die chnen vom Schicksal verliehenen Gaben und Anlagen har­monisch entwickelt und vervollkommnet werden. Als Gegenleistung dafür sollen sie in der Hitler-Jugend sich durch ihre Leistungen zum Vortrupp der natio­nalsozialistischen Jugend hinaufdienen.

Zum Abschluß des Zeltlagers traf auch Reichs­minister R u st am Faakersee ein. Nachdem er die angetretene Lagerjugend begrüßt hatte, wurden die Kampfspiele der einzelnen Anstalten ausgetragen. Am Nachmittag sprach der Reichsminister nach der Aufführung desFrankenberger Würfelspiels" zu den Jungmannen im Lager. Am sinkenden Abend wurden von Reichsminister Rust und ^-Obergrup­penführer Heißmeyer die Siegermannschaften vor dem brennenden Holzstoß ausgezeichnet.

Das Haus des Fremdenverkehrs in Berlin.

Von den repräsentativen Bauten an der künftigen Nord-Süd-Achse in Berlin geht als erster am spä­teren Runden Platz das Haus des Fremden­verkehrs seiner Vollendung entgegen. Es wird viel­fach angenommen, daß es sich bei diesem Bau um ein Riesenhotel handelt. Tatsächlich ist es der Sitz der Sp'itzenorganisationen des deut­schen Fremdenverkehrs unter Leitung des Staatssekretärs Hermann Esser. 15000 Quadrat­meter reine Bürofläche dienen im 2., 3. und 4. Ober­geschoß der Unterbringung des R e i ch s a u s - schusses für Fremdenverkehr des Reichs­fremdenverkehrsoerbandes, der Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr, der deutschen Kongreßzentrale, der Wirtschafts­gruppe Gaststätten- ünd Beherbergungs­gewerbe, der P o st r e i s e a u s k u n f t und anderer Stellen mehr.

Im Erdgeschoß wird eine große R e i s e w e r b e - zentrale, verbunden mit einer ständig wechseln­den A u s st e ll u n g der deutschen Reisegebiete und einem Reisebüro, die Schönheiten unseres Vater­landes zeigen. Große Gaststätten werden das Haus zu einem Mittelpunkt von Geselligkeit und Gastlichkeit werden lassen. Weiter wird im Erd­geschoß ein großes M u st e r p o st a m t und eine Fernsehbild st elle entstehen.

Das erste Erdgeschoß mit seinen hohen Fenstern am Runden Platz wird Sitzungs - und Emp­fangssäle enthalten, die zusammen mit einem 1500 Personen fassenden hälbrunden Tagungs- und Bankettsaal eine größzügige Raumgruppe bilden. Dieser Saal wird mit Tonfilm- und Mikrophon-

München, 8. Juli. (DNB.) Das dreitägige Fest der deutschen Kunst beginnt am Freitag, 14. Juli, 11 Uhr, mit der feierlichen Eröffnung im Festsaal des Deutschen Museums. Um 16 Uhr empfängt im Rahmen eines künstlerischen Nachmittags der Reichs­pressechef Reichsleiter Dr. Dietrich die in- und aus­ländischen Journalisten in der Amalienburg beim Schloß Nymphenburg. Um 20 Uhr findet der Emp­fang der Gäste des Tages der deutschen Kunst durch den Führerim Führerbau am König­lichen Platz statt. Um 20.30 Uhr versammelt sich die Reichskammer der bildenden Künste zu einem K a - meradschaftsabend im Künstlerhaus. Gleich­zeitig findet im Dante-Stadion das große Tanzfest­spielTriumph des Lebens" statt. In den Münchner Theatern finden an allen Tagen F e st a u f f ü h - rungen statt; im ResidenztheaterDie Entfüh­rung aus dem Serail", im Prinzregententheater GoethesFaust", 1. Teil, im Theater am Gärtner­platzDie lustige Witwe", in den Kammerspielen die TragödieKönig und Gott" von Arthur Müller, im DolkstheaterDer Talisman" von Nestroy, im Deutschen TheaterVariete-Festspiele".

Am Samstag findet um 11 Uhr im Künstlerhaus die Jahresversammlung des Hauses der deutschen Kunst statt, um 15.30 Uhr im Festsaal des Deutschen Museums die Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste, auf der sprechen werden der Präsident der Reichskulturkammer,

London, 10. Juli. (Europapreß.) In inter­essierten Kreisen Londons wartete man den Sonn­tag über vergeblich aus einhoffnungsvolles Zei­chen" aus Moskau, wo um 6 Uhr die Pakt- besprechungen fortgesetzt worden waren. Groß war daher die Enttäuschung, als am späten Abend bekannt wurde, der Moskauer Sender habe erklärt, daß kein definitives Ergebnis erzielt worden sei. Es ist bezeichnend für die Ver­ärgerung, die tu England herrscht, daß die Nach­richtenagenturen lange Pariser Berichte bringen, aus denen hervorgeht, daß man dort des ewigen Hin und Her müde ist. In derTimes" heißt es, ein Tag für die neueste Besprechung sei noch nicht festgesetzt worden. Genauere Informationen über die Besprechungen seien nicht erhältlich, das sow­jetrussische Kommunique sei noch lakonischer als gewöhnlich. Wie man höre, hätten sich bei den Besprechungen über die Frage, wie man den Pakt hieb- und stichfest machen könne, noch mehr Fragen ergeben, die gelöst werden müßten, so daß es unmöglich sei, einen baldigen Abschluß der Derhandllunaen vorauszusehen. Die Definition des BegriffesAngriff" werfe immer wieder neue Probleme auf, es fei schwer, Vorkehrungen für jeden Eventualfall zu treffen.

Während des Wochenendes sollen in Paris Ver­handlungen stattgefunden haben durch den dem­nächst als Botschafter nach Washington gehenden Lord Lothian. Es verlautet, daß hierbei der französische Wunsch nach sofortigem Paktabschluß im Vordergrund gestanden habe. Lord Lothian sott

Tokio, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Spre­cher des Außenamtes teilte auf eine Fraae über den Beginn der englisch-japanischen Ver­handlungen mit, daß die Besprechungen kaum vor der nächsten Woche zu erwarten seien. Am heutigen Montag beginnen vorbereitende Besprechungen zwischen den Vertretern der japanischen Armee und des Außen amte s. Der in Tokio eingetroffene Vertreter der japanischen Militärbehörden in. Tientsin, General Muto, er­klärte, daß die Konferenz erfolglos bleiben würde, falls nur über die lokalen Vorgänge in Tientsin verhandelt werden würde. Die Grundfragen der Konzessionen müßten schon deshalb er­örtert werden, weil die militärischen Ope­rationen in den beiden letzten Jahren ständig durch sogenannte internationale Niederlassungen behindert worden seien, besonders in den Kämpfen um Schanghai. Die britische Niederlassung in Tientsin sei das Zentrum agitatorischer Umtriebe und somit der Unruhen in Nordchina. Die Zahl von Terrorakten bolschewisti­schen Gepräges, deren Herd in der Konzession zu suchen sei, sei groß. In Tientsin seien über 150 Fälle von Brandstiftung und über 200 Fälle von Sabotageakten an Eisenbahnen, Ermordungen von japanfreundlichen Ehinesen und andere Ausschreitun­gen vorgekommen. Ohne genaue Kontrolle der britischen Konzession in Tientsin könne von Frie­den keine Rede fein. Die japanfeindlichen Organi­sationen seien noch heute in den Konzessionen am Werk. Die militärischen Vertreter Japans in Tient­sin fühlten sich als Repräsentanten des gesamten Volkes, und in diesem Geiste sollte die Konferenz geführt werden.

Der Oberkommandierende der englischen China- Streitkräfte, Generalmajor Grasett, ist aus Tientsin nach Peiping roeitergereift, nachdem seine Versuche, in persönlicher Fühlungnahme mit den die dortige Blockade leitenden japanischen Offizieren zu einer Annäherung zu gelangen, fehlgeschlagen sind. Auch der Kommandant der Tientsiner eng­lischen Besatzung, Brigadegeneral Sir John Laurie, konnte keine Fühlung mit den Japanern Herstellen.

anlagen ausgestattet. Es werden ihm ferner ein großzügiges P r e ffe - und Tagungspoftarnt oorgeLagert. Einschließlich der umfangreichen unter­irdischen Parkanlagen werden im Bereich des Hau­ses des Fremdenverkehrs 500 bis 600 Autos unter­zustellen sein. Nach außen zeigt das 26 Meter hohe Haus ein 7,5 Meter hohes Erdgeschoß, aus fränki­schen Mufchelkalksteinen gemauert. Das Erdgeschoß fallt nach dem Runden Platz hin durch Arkaden­gange mit Rundbögen auf, deren Decken mit Mosaik ausgefullt werden. Die Fenster des vierten Ober­geschosses werden zu einer Galerie ganz aus Natursteinen zusammengezogen, die von einem 1,20 Meter ausladenden wuchtigen Gesims gekrönt wird, von dem einzelne Steine bis zu 150 Zentner wie-

Reichsminifter Dr. Goebbels^ Gauleiter Staats- minifter Adolf Wagner, Oberbürgermeister Fieh- l e r und der Präsident der Reichskammer der bil­denden Künste, Professor Ziegler. Nachmittags und abends spielen auf allen öffentlichen Plätzen und in den großen Parks die bekanntesten Orchester des Reiches Werke von Beethoven, Bruckner, Mo­zart, Pfitzner, Schubert, Strauß u. a. Das Natio­naltheater bringt abends denTannhäuser", das Residenztheater Kleist'sAmphitrion", das Prinz­regententheater GrillparzersKönig Ottokars Glück und Ende" und die Kammerspiele GoethesTor­quato Tafso". Am Samstagabend ist die große Fest­beleuchtung Münchens als Stadt der deutschen Kunst.

Sonntag, 16. Juli, um 11 Uhr vormittags, e r - öffnet der Führer die Große Deutsche Kunstausstellung. Der Festakt wird um­rahmt von den Berliner Philharmonikern unter Lei­tung von Professor Hermann Abendroth, und von dem Städtischen Singchor Augsburg unter Leitung von Professor Otto Jochum. Um 13 Uhr findet im alten Rathaussaal der Empfang der Stadt der deutschen Kun st statt, dem sich um 15 Uhr der große Festzug2000 Jahre deutsche Kultur" anschließt. Seinen Ausklang findet derTag der deutschen Kunst" am Montag, 17. Juli, um 20.30 Uhr, mit dem großen Abschiedsabend, den die deutsche Künstlerschaft im Künstlerhaus gibt.

weiter mitgeteilt haben, daß England auf Polen im Sinne einerruhigeren Politik" gerade im Hin­blick auf die schwierigen Sowjetverhandlungen ein- geroirft habe und weiter einwirken werde. Ferner soll er auf die Möglichkeit hingewiesen haben, daß eine Entspannung der Lage noch immer dadurch möglich sej, daß die Westmächte in der Frage eines besseren Zuganges zu den Weltrohstoffen den auto­ritären Staaten entgegenkommen. Lord Lothian soll sowohl den Präsidenten Lebrun als auch den ame­rikanischen Botschafter in Paris, Bullitt, ausgesucht haben und über das Wochenende bei dem französi­schen Luftfahrtminister Guy la Chambre zu Gast gewesen sein.

Schwere Enttäuschung in Paris.

Paris, 10. Juli. (Europapreß.) Obgleich man in Paris in der letzten Zeit in der Beurteilung der Moskauer Verhandlungen ziemlich vorsichtig ge­worden ist, hatte die Tatsache, daß die sonntäg­liche Unterredung annähernd drei Stunden dauerte, doch einige Hoffnungen auf einen günstigen Aus­gang erweckt. Die Enttäuschung ist darum in Paris um so größer. DerExcelsior" schreibt:Es hat den Anschein, als ob auch aus dieser Unterredung nichts Positives herausgekommen ist. Anderseits ist es nicht zweifelhaft, daß man in Paris und in London e i n Gefühl der Ermüdung, ja, der Mut­losigkeit empfindet." DieActton Fran- <?aife* schreibt, daß das Possenspiel im Moskau an- dauere.

DieGrenzkä'mpsein derBongolei

H a i [ a r (Nord-Mandschukuo), 9. Juli. (Europa­preß.) Nach mehrtägigen Kämpfen find bei N o -- m o n b an auf mandschurisches Gebiet vorgedrun­gene außenmongolische und sowjetrussische Streit­kräfte von den Japanern über die Grenze z u - rück getrieben worden. Die entscheidende Schlacht fand, wie ein Vertreter der japanischen Kwantung-Armee Presse-Berichterstattern erklärte, in der Nacht zum Freitag bei schweren Gewittern statt. Die Sowjetrussen befänden sich in vollem Rück­zug und würden von japanischen Bomben­flugzeugen verfolgt. Die japanischen Trup­pen sollen den fliehenden Feind nur bis zum Tschaltscha-Fluß verfolgen, diesen aber nicht überschreiten, da auf der anderen Seite des Flusses starke sowjetrussische Artilleriestel­lungen vorhanden sein sollen. Die außenmongo­lischen Luftstreitkräfte fallen bei den Kämpfen starke Verluste erlitten haben. Die Gesamtverluste des Gegners werden mit 400 Flugzeugen, 200 Tanks und Panzerwagen angegeben.

Vorbereitungen zur Bildung einer chinesischen Zentralregierung.

Schanghai, 9. Juli. (DNB.) Am Montag be­ginnt in Tsingtau eine Konferenz, die sich mit der Bildung einer chinesischen Zentralregierung beschäftigen soll. In dem Kreis um den ehemaligen Ministerpräsidenten Wang T s ch i n g - w e i, der sich vor einiger Zeit von Tschiangkaischek getrennt hat, nimmt man an, daß diese Konferenz einen die Regierung vorbereitenden Ausschuß einsetzen werde, in dem außer der Nankinger und der Pekinger Negierung auch die Hankauer und die Kantoner Verwaltung eine Stimme haben werden Wang Tsching-wei gab eine längere Erklärung über die chinesisch-japanischen Beziehungen ab, in dcr er die Notwendigkeit und die Vorteile eines Zu­sammengehens für beide Länder erläuterte.

gen. Bis Ende 1940 soll das Haus in feiner Ge­samtheit fertiggestellt fein.

Ein neues Verschollenheitsgesetz

Im Reichsgesetzblatt ist ein Gesetz über die Ver­schollenheit, die Todeserklärung und die Feststellung der Todeszeit veröffentlicht. Dieses Gesetz tritt an die Stelle der Paragraphen 13 bis 20 BGB. und Art. 9 des Einführungsgesetzes zum BGB. sowie der entsprechenden Vorschriften des österreichischen und des in den sudentendeutschen Gebieten gelten­den Rechts. Es enthält also eine Erneuerung und Vereinheitlichung des Verschollenheitsrechts für das gesamte Reichsgebiet (außer dem Protekorat Böh­men und Mähren). Gleichzeitig beseitigt das neue

Was ist Friede?

Immer wieder konnte eine in Kriegs angst er­bebende Welt aus dem Munde des Führers eine klare Bekundung des deutschen Willens zum Frie­den vernehmen. Das deutsche Volk braucht zur letz­ten Entfaltung seiner ihm innewohnenden Arbeits­energien, zur Krönung seines in Angriff genomme­nen Aufbauwerkes eine Zeit des Friedens. Es lehnt den Krieg ab, nicht weil feine Söhne zu feige ober zu eigensüchtig wären, ihr Leben für Deutschland einzusetzen und, wenn es sein muß, auch hinzu- geben, nicht weil sich ein spießbürgerliches Ruhe- bedürsnis nach Frieden sehnte, sondern vor allem deshalb, weil auch im Interesse dcr Nation der deutsche Mensch das kostbarste Gut ist, für den ja in gigantischen Anstrengungen die Zukunft gesichert werden soll. Blut und Boden sind national sozialistische Grundwerte. Ihre Erhaltung und Sicherung ist der letzte Sinn nationalsozialistischer Politik. Dieses Blut sinnlos zu vergießen, diesen Boden den Verwüstungen des Krieges auszusetzen, kann daher niemals leichtfertig gewollt werden.

Andererseits wird sich aber diese Politik nie­mals nur um den Preis des Friedens vitale Lebensbedingungen entgleiten lassen. Der Friede erscheint in diesem Zusammenhang wohl als ein hohes Ziel, er ist aber kein absoluter Wert, dem schlechthin alles untergeordnet werden müsse. Auch die westlichen Demokratten geben vor, den Frie­den, nichts als den Frieden zu wollen. Würde nun in beiden Fällen unter Frieden etwas Wesensglei­ches verstanden, so müßte yach allem menschlichen Ermessen eine Verständigung über die Sicherung 'dieses Friedens ohne Schwierigkeit erzielt werden können. Es ist aber nur zu offenbar, daß diese Ver­ständigung heute mehr denn je im Argen liegt. Es muß also im westlichen Denken der BegriffFriede" eine grundsätzlich andere Bedeutung haben.

Untersucht man nun alle westlichen Friedensbe­strebungen und Friedensparolen, so ergibt sich dar­aus bald das alleinige Ziel einer dauernden Er­haltung des gegebenen Machtverhält­nisses, des territorialen Status quo. Wir erken­nen dann weiter, daß der Westen heute in feinem Wesen nicht mehr revolutionär ist. Das sind längst verflogene Jugenderinnerungen. Nein er ist stockkonservattv, im selben Sinne konservativ, wie es im vergangenen Jahrhundert etwa irgendein Großgrundbesitzer war, der eine bestehende Besitz­ordnung, deren größter Nutznießer er selbst war, um jeden Peis und unter allen Umständen erhalten wissen wollte. Ebenso wollen die westlichen Impe­rialisten den Frieden, um die Früchte des in ver­gangener Zeit erworbenen Besitzes in dauernder Genügsamkeit bis ans Ende der Tage verzehren zu können. Dieser Friedenswille beruht auf dem Grundsatz einer ungestörten Verdauung, das Völ­kerrecht gilt als die Garantte dieser Verdauung.

Nun ergeben sich aber im natürlichen Wachstums- und Lebensprozeß Europas dauernd Veränderun­gen der nationalen Kräfte. Damit verändert sich aber auch das gegenseitige Schwergewicht der Völker, wodurch wiederum ganz natürlich die territoriale Ordnung an allen Ecken und Enden ungenügend wird. Ein im Innern wiedererstarktes Deutschland ist an sich schon eine grundlegende Veränderung des europäischen Status quo. Schon aus diesem Grunde wird Deutschland als läf tiger und unbehaglicher Ruhestörer empfunden. In Mitteleuropa haben sich nun einmal die nationalen Revolutionen nach den Gesetzen der Dynamik vollzogen. Der Friedens­wille des Westens steht aber im Gesetz der Statik und empfindet jede Dynamik als aggressiv. Von dieser Empfindung ist dann nur mehr ein kleiner

Gesetz einige in der Vergangenheit hervorgetretene Mängel des bisherigen Verschollenheitsrechts und paßt diese Vorschriften den Erfordernissen und Er­fahrungen der Jetztzeit an, die vor allem durch die Entwicklung des neuzeitlichen Nachrichtenwesens und durch die erweiterte Möglichkeit zu erfolgver­sprechenden Nachforschungen nach Verschollenen be­einflußt werden. Wesentlich ist deshalb die in dem Gesetz vorgesehene Verkürzung der meisten Der- schollenheitsftisten.

40jähriges Militärdienstjubiläum des Generals Dollmann.

Der Kommandierende General des IX. Armee­korps, General der Artillerie Dollmann, kann in diesen Tagen sein 40jähriges Militärdienstjubi­läum begehen. Vor nunmehr 40 Jahren wurde Friedrich Dollmann Offizier beim 7. Bayerischen Feldartillerie-Regiment (München) und war bei Kriegsausbruch Adjutant der 1. Bayerischen Feld- artitterie-Brigade: er wurde mährend des Krieges in Generalstabsstellen eingesetzt. 1921 wurde er Hauptmann und Adjutant des Artillerieführers VII, kam dann als Major in den Generalstab der 7. (bayr.) Division. Als Oberstleutnant war er Abteilungskommandeur im 7. (bayr.) Artillerie- Regiment in Würzburg. 1930 wurde er Oberst. Am 1. Februar 1931 erhielt er das Kommando des 6. Artillerie-Regiments und wurde am 1. Oktober 1932 Generalmajor und Artillerieführer VII. Am 1. Februar 1933 wurde er Inspekteur Ser Artillerie und am 1. Oktober desselben Jahres Generalleut­nant und Kommandeur' der 7. (bayr.) Division. Bei der Neubildung des IX. Armeekorps im Jahre 1935 wurde er zu dessen Kommandierenden General er­nannt.

Tag des deereü* in Karlshorss.

Zu einem großen Ereignis des Pferdesports ge­staltete sich derTag des Heere s". aus Anlaß des 10 000. Rennens in Karlshorst. Die farbigen Sportröcke der Offiziere, die die Reiter weithin kenntlich machten und eine viel bessere Uebersicht des Nennverlaufs ermöglichten, fanden besonderen Anklang. In der Ehrenloge bemerkte man den Ober­befehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t f ch mit dem Inspekteur für Neit- und Fahrwesen beim Oberkommando des Heeres, Oberst Freiherr von ßangermann und vielen Offizieren und den Militärattaches auswärtiger Missionen. Am Sonntagabend veranstaltete der Verein für Hindernisrennen einen Kamerad- schaftsabend. Nach Begrüßung durch den Po- lizeipräsidenten Graf Helldorff dankte der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t s ch allen, die an der Vorbereitung mit- Geholfen hatten, und erklärte, das Rennreiten der Offiziere sei nicht müßiggängerischer Zeitvertreib, lon-dern ein wichtiger Teil ihrer Ausbil- düng und charakterlichen Schulung. Das Nennreiten erschließe dem Offizier, vor allem dem der berittenen Waffen, besser als viele andere sportlick>e Betätigungen, Wesen und Sinn von Kampf, Gefahr und Sieg.

Neue Moskauer Besprechung ebenfalls ohne Ergebnis.

Französisch-englische Fühlungnahme. Lord Lothian in Paris.

Austakt zu der Tientsin-Konserenz.

Japans Militär und Außenamt besprechen sich.