Ausgabe 
9.12.1939
 
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General-Anzeiger für Oberhessen

Pruift und Verlag: vrühlsche UnIverfitStsdruckerei 8. Lange in Sieben. Schristieitung und Gcschüstrftelle: Schuiftratze 7

189. Jahrgang Samstag, 9./$onntag,|O. Dezember 1939

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ieindli che Unterstände gesprengt, sowie frrei weitere Unterstände unbrauchbar gemacht.

Die Luftwaffe führte ihre Aufklärungs- iätlgkeit in verstärktem Maße hauptsächlich über West- und Mittelfrankreich durch. Die deutschen Zlugzeuge wurden an verschiedenen Stellen er­folglos von Jägern angegriffen und »on Flakartillerie beschossen. Eigene Verluste sind nicht eingetreten.

Die britische Admiralität bestätigt die T o r p e -

Berlin, 8. Dez. (D31B.) Das Oberkommando ler Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen geringe örtliche Spähtrupptätigkeit.

Die Luftwaffe führte mit stärkeren Kräften 1 ontrollflüge über der Nordsee durch iud streifte dabei auch die O st k ü st e Schott- anbs in niedrigster Flughöhe ab. Eine deutsche Maffei wurde östlich des Firth of Forth von faitischen Jägern erfolglos angegriffen. Auf dem lückflug muhte ein deutsches Flugzeug wegen Uotorstörung eine Jtofroafferung vornehmen.

Der finnische Heeresbericht meidet Einnahme Hoalands durch die Hüffen.

aus Deutschland nach dem 4. Dezember an - zuhalten. Amrikanische Schiffe würden dadurch gezwungen, englische Häfen anzulaufen, gleichgültig, wo ihr Ziel oder wer Eigentümer der aus Deutsch- land kommenden Waren ist. Amerika könne eine Blockade nur anerkennen, wenn sie effektiv ist, nicht aber einen derartigen Beschluß, der sich auf Schiffe beziehe, die weit auherhalb des firiegsgebietes fahren, und der legitime In­teressen amerikanischer Bürger verletzte. Kriegfüh­rende Regierungen dürften sich eine derartige Schä­digung neutraler Betätigung nicht umnähen, die amerikanische Regierung sehe sich daher genötigt, zu verlangen, dah die von der englischen Regierung be­troffenen Wahnahmen nicht den legitimen handel amerikanischer Bürger stören. Inzwischen behalte sich die USA.-Regierung alle Rechte und etwaige Ansprüche vor.

Ser heutige Wehrmachtsbericht.

Verstärkte Aufkläruugstätigkeit der Luft­waffe in Frankreich.

Berlin, 9. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen an einigen Stellen der Front etwas lebhaftere Artillerietätigkeit. Zwischen Wofel und Rhein wurden durch einen Stoßtrupp süd­westlich Werzig auf französischem Boden zwei

Scharfer amerikanischer Einspruch gegen die völkerrechtswidrige englische Blockade Kriegführende dürfen sich derartige Schädigung Neutraler nicht anmaßen."

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Herting des ZerstörersJersey" '-Dezember durch ein deutsches 21-Boof.

Die. Englandflüge der deutschen Luftwaffe.

bot. Flugsicherungskräfie zur Bergung schung sind unterwegs.

Keine Minen.

Ans einem britischen Konvoi herausgeschossen.

Washington, 9. Dez. (DRB.) (Eine ameri- konische Rote, die gestern der englischen Re­gierung überreicht wurde, legt scharfe Ber- w/thrnng gegen den englischen Befchluh vom 28. November ein, alle Schiffe mit Daren

Keine Aendernng der politischen Linie des italienischen Imperiums.

Die römische presse zum Beschluß des Faschistischen Großrats.

ändert. Die Grundsätze dieser Politik seien: Respek­tierung der U n a b h ä n g i g k e i t der verschiedenen Länder; Förderung ihrer gegenseitigen Aussöh­nung und Anerkennung der Lebensinter­essen Italiens durch die Balkanstaaten und die anderen europäischen Länder. Aus diesen Grund­sätzen ergebe sich, daß man nicht an den Balkan rühren könne, ohne auch an die Lebensinteressen und die Politik Italiens zu rühren.

Was Italiens Einstellung gegenüber dem ver­schärften Blockadekrieg angeht, so schreibt Gayda": .Italien erkennt die Notwendigkeiten des Kriegs und der Kriegführenden an, erwartet aber, daß diese nicht bis zur Unerträglichkeit sich über seine Lebensinteressen und sein Prestige als freie und produktive Großmacht Hinwegsetzen. Das Völkerrecht solle respektiert werden. Aber es gilt so gut für die Kriegführenden wie für die Nicht- kriegführen-oen. Die erste Bedingung für die Ein­dämmung des Konflikts besteht darin, den A u s - bruch anderer Konflikte zu vermeiden. Der Wirtschaftskrieg, der das wirkliche Ziel und die Methode des Krieges zu werden scheint, kann nicht den Anspruch erheben, ganz Europa zu beherrschen und über die friedlichen aber entschlossenen Inter­essen und die Würde der Flagge irgendeiner an­deren Nation Hinwegschreiten. Noch schärfer drückt sich in diesem Punkte dieTribuna" aus, sie erklärt: Italien ist nicht geneigt, den unlängst verkündeten grotesken und anmaßenden Anspruch als gültig anzuerkennen, wonach die außerhalb des Konflikts stehenden Länder dulden sollen, daß ihnen Schaden zugefügt wird, weil angeblich der Sieg einer Partei gleichbedeutend sei mit dem Sieg einer universalen gerechten Sache."

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Helsinki, 9. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Der finnische Heeresbericht meldet: Land: Der Feind hat am 7. seine Angriffe bei P e i p a 1 e j o k (?) fortgesetzt. Die Angriffe wurden zurück gewie- f en. Die Finnen waren gezwungen, das Dorf Suomussalmi aüzutreten. Sonst nichts neues von Bedeutung bei den Lanüftreitkräften. See: Es ist den Russen gelungen, Hogland zu erobern, das sie seit Kriegsbeginn durch Luft- und Seestreitkräfte bombardierten. Luft: Im Laufe des Tages keine feindliche Flic- gertätigkeit. #

Die schwedische Presse meldet, daß die Russen in Petsamo Truppen gelandet hätten. Der Hafen von Helsin ki soll von den Russen durch Torpedo- und U-Bvote blockiert werden. Die finnischen Linien auf der karelischen Halbinsel sind an mehreren Stellen zurückgenommen worden, wobei es sich um einen strategischen Rückzug handeln soll. In Nordfinnland haben die Russen nach diesen Meldungen Gelandegewinne gemacht.

seien beunruhigend. Man brauche noch keine vor­eiligen Schlüsse daraus zu ziehen, aber man müsse mit Ruhe und Klarheit die Perspektiven prüfen, die sich ergäben. Andernfalls könnte von Unfall zu Unfall eine Summe von Nachlässigkeiten Rumänien :n die Lage bringen, nicht einmal mehr Pe­troleum für den eigen en Bedarf zu haben. Seicaru verlangt strenae militärische Bewachung der Petroleumsonden, Raffinerien und Zisternenwagen, damit sie nicht ein Angriffs- objekt jener unsichtbaren Armee würden, die hinter den Fronten in den neutralen Ländern kämpfe. Raffinerien und Petroleum­anlagen seien nicht nur Privateigentum, sondern wesentliche Elemente der nationalen Verteidigung.

Die porlamenissitzung hinter verschloßenen Türen.

London, 8. Dez. (Europapreß.) Die Geheim­sitzung des Parlaments am nächsten Mittwoch wird geheimer sein als alle geheimen Sitzungen bisher. Um dies zu ermöglichen, ist eine besondere kö­nigliche Verordnung herausgekommen, die jedermann die Veröffentlichung von Be­richten über den Sitzungsverlauf oder selbst die Bezugnahme auf Vorfälle in der Sitzung n er­bt e t e L Nur amtliche Erklärungen sind zugelassen. Außerdem müssen die Parlamentsbehörden Sorge tragen, daß nicht nur der Sitzungssaal selbst, son­dern auch eine in der Verordnung näher bestimmte neutrale Zone" innerhalb des Par­lamentsgebäudes von allen Fremdlingen verlassen wird. Dieseneutrale Zone" ist so bemessen, daß selbst bei heftigsten Auseinander­setzungen im Sitzungssaal kein unberufenes Ohroavon Kenntnis erhält. Auch die mit der Absperrung derneutralen Zone" beauftragten Polizisten müssen sich genügend wett vom Sitzungssaal entfernt halten.

He Besatzung verließ das Flugzeug im Schlauch- " * Be-

-Kopenhagen, 8. Dezember. (DNB.) In Ber- gm sind die Mannschaften des vor einigen Tagen v-r der britischen Küste untergegangenen norwegi- >en DampfersReal f" und des finnischen AmpfersM e r c a t o r" eingetroffen. In beiden Willen war englischerseits gemeldet worden, das 6hifl sei auf eine Mine gelaufen und ge- Men. Die Mannschaft desReals" erklärte jedoch, !>:ß sie nicht auf Minen aufgefahren, idbern torpediert worden feien, und zwar t n englischen Konvois auf dem Wege zum bri- fi'chen Kontrollhafen Kirkwall. Die finnische Mann- idaft erklärte, das Schift sei in der Dunkelheit nur Iras Meilen von der nordschottischen Küste entfernt n einem deutschen Kriegsschiff Der» ttnkt worden. Die Engländer hätten von einer iDi-ne gesprochen, weil sie nicht zugeben wollten, Ml deutsche Kriegsschiffe unbehelligt so uhe an ihre Küsten kommen könnten und Schiffe, aus den, den Neutralen angepriesenen ^tischen Konvois einfach abgeschossen werden.

Reue Schiffsverlufle.

ukN sterdam, 8. Dez. (Europapreß.) Die Welle ei Schiffsverluste ist augenblicklich wieder im An- tyiJellen begriffen. Durch Minen ist der schwemme empferVing a" (1930 Tonnen) gefunden. Die verlebenden des holländischen DampfersT a j a- oen", Der am Donnerstag im Kanal anscheinend filch eine Mine versenkt wurde, hatten an, Bord 1$ belgischen DampfersLouis Scheid' noch fn weiteres Abenteuer zu bestehen. Der Dampfer

im Nebel an der englischen Südküste auf

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einen Felsen auf. Der Dampfer mußte auf- gegeben werden. Die Besatzung konnte gerettet werden. Der britische DampferThomas Wal - t o n" (4460 Tonnen) sank nach einer heftigen Ex­plosion im Westfjord nahe Bodoe in sieben Minuten. Es war aus England nach Narwick unterwegs. Der englische FrachtdampferH e r e I" (1088 Tonnen) lief auf eine Mine und sank innerhalb von vier Minuten an der Südostküste. Dom belgischen Damp­ferA d o u r" (1105 Tonnen), der von Bordeaux nach Swansea in Wales unterwegs war, wurden 508-Rufe aufgefangen. Das Schiff soll an der französischen Küste auf ein Riffe (?) gelaufen sein.

Die Sabotagearbeit des Intelligence Serv ce in Rumänien

Bukarest, 8. Dez. (Europapreß.) Zum ersten­mal wird am Frettagmorgen in der rumänischen Presse zu den sich in der letzten Zeit in verdächtiger Weise häufenden Bränden im Petroleum­gebiet von Ploesti Stellung genommen. Pcrmfil Seicaru schreibt imCurentul" nach einigen mißbilligenden Aeußerungen über die Tätig­keit fremderInformatoren" wo­mit offensichtlich die große Zahl der seit Kriegsaus­bruch in Rumänien sich aufhaltenden Agenten des Intelligence Service gemeint ist die serienhaft einander folgenden Petroleumbrände

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Rom, 9. Dez. (Europapreß.) In der Sitzung des Großen Faschistenrates ist, wie die Presse unter­streicht, die Position Italiens unter Berücksichtigung der gegenwärtigen europäischen Lage erneut fest­gelegt worden. Die Tagesordnung beweise, daß in der politischen Ausrichtung der faschistischen Regie­rung, wie entgegen allen ausländischen Phantasien von vornherein zu erwarten war, keine grund­legende Aenderung eingetreten ist. Dies gelte, so hebtGiornale d'Jtalia" hervor, vor allem von den Beziehungen Italiens zu Deutsch­land, die weiterhin für die italienische Außen­politik in er st er Linie richtunggebend blieben. Dies entspreche auch dem Ehrgefühl, das zu den wesentlichsten Eigenschaften des italienischen Volkes und seiner Politik gehöre.

Die Nichtbeteiligung Italiens am Kriege stehe t n voller Uebereiriftimmung mit den p o - 1 ^tischen Abkommen und Pakten, mit den grundlegenden Interessen des italienischen Volkes und mit den allgemeinen Interessen aller europäischen Nationen, einschließlich der kriegführen­den, die sie bis heute als die sicherste Garantie ge­gen die Ausdehnung des Konflikts über feinen ur­sprünglichen Herd hinaus anerkannt hätten. Die Haltung Italiens sei aber nicht als Neutralität zu bezeichnen, denn Rom behalte sich vor, Gewehr bei Fuß die Entwicklung der Dinge wachsam zu beobachten und die Einwirkungen der jeweiligen Lage auf die italienischen Interessen und die gerechte europäische Ordnung, die stets eines der Ziele der italienischen Politik gewesen seien, abzuwägen. Ita­lien behalte sich also volle Entschluß- und Handlungsfreiheit vor.

Auch die Richtlinien der italienischen Politik t m Donau- und Balkanraum blieben unver-

Gefährliches Spiel in Genf

Die Westmächte

wollen die Neutralen unter Druck setzen.

Genf, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wenn auch ein gewisses Unbehagen angesichts möglicher Ueber- raschungen in Genf in der französischen Presse zum Ausdruck kommt, so ist doch unverkennbar, daß die Westmächte die kommende Tagung der Genfer Liga nach Kräften ausnutzen wollen, um d i e Neu­tralen unter Druck zu setzen und in eine Frontstellung gegen Deutschland hineinzutreiben. Die vorbereitende Pressekampagne ist schon in vollem Gange. DerExcelsior" scheut sich nicht, die Neutralen direkt aufzufordern, endlich aus ihrer Reserve herauszutteten und das französisch-eng­lische Spiel mitzumacden. DerTemps" bemerkt, die Neutralen täten Unrecht daran, sich auch nur scheinbar an dem Kampf zu desinteressieren, bei dem ihr eigenes Schicksal auf dem Spiele stehe. Ordre" erklärt heuchlerisch, England und Frank­reich hätten nie einen Druck auf die Neutralen aus- geübt, um sie zur Aufgabe ihrer Neutralität zu bewegen; der Druck Deutschlands sei dagegen offen« sichtlich, und dieser Druck werde den Neutralen be-

Kriegsziele

Ein Vierteljahr Krieg. In der öffentlichen Mei­nung Englands und Frankreichs ist die Enttäuschung über seinen Verlauf offensichtlich. Man spricht in Paris und London von demeigenartigen" Krieg und vermag dahinter nur schlecht die brennende Ungeduld zu verbergen, daß anscheinend keinerlei Möglichkeiten sich abzeichnen, Deutschland das Gesetz des Handelns zu entreißen. Die schweren Verluste, die die deutsche Seekriegführung der britischen Kriegsflotte hat zufügen können, und die stetig wach­senden Ziffern der Ausfälle an Schifttstonnage, die die erfolgreiche deutsche Gegenblockade des britischen Außenhandels kennzeichnet, haben trotz aller Ver­tuschungsmanöver und Verdrehungskunststücke Chur­chills, im englischen Volk doch bereits lebhafte Be­unruhigung hervorgerufen. Man hat das dumpfe Gefühl, daß da etwas nicht stimmt. Die Wider­sprüche, in die sich der Erste Lord der Admiralität, das Propagandabüro und die Reuteragentur ver­wickeln, sind zu eklatant, um nicht selbst in der eng­lischen Oeftentlichkett peinlich bemerkt zu werden. Die Folge ist, daß in dem Propagandabüro meh­rere prominente Mitarbeiter ihre Aemter niederge­legt haben und die Zensurbehörde, der man anschei­nend die mangelhafte und langsame Unterrichtung über wichtige Ereignisse der Seekriegführung in die Schuhe geschoben hat, sich zu ihrer Entlastung über die Art beschwert, wie ihr von den Webrministe- rien wichtige Nachrichten vorenthalten werden. Auch die noch immer nicht behobenen Mängel in der Or­ganisation der Ernährungs- und Rohstoffwirtschaft geben immer wieder Anlaß zu heftiger Kritik, und das um so mehr, als sich infolge des Ausbleibens der überseeischen Zufuhren und der bereits spür­baren Verknappung an Schiffstonnage auch in den dem Engländer für seinen Lebensunterhalt unent­behrlich dünkenden Waren schon scharfe Rationie­rung Platz greifen muß und die Preise unentwegt in die Höhe klettern. Auch die Klagen über völlig unzureichende ober gar gänzlich ausbleibende Für­sorge für die Familien der zum Wehrdienst Einbe­rufenen wollen nicht verstummen. Einen gewiß nicht gern gewährten Einblick in diese Mißstände bot eine der letzten Sitzungen des britischen Unter­hauses, in der ein Abgeordneter, der sich in beweg­lichen Worten zum Anwalt der in ihrer wirtschaft­lichen Existenz bedrohten Soldatenfamilien gemacht hatte, dadurch mundtot gemacht wurde, daß der

weifen, daß die Aufrechterhaltung der Neutralität auf die Dauer unmöglich fei. Die Neutra­lität der öffentlichen Meinung fei dies bereits schon jetzt und die der Staaten werde es bald werden. Es wird die 2lufgabe der neutralen Mächte fein, diesen schamlosen und überheblichen llnfriebeftiftern, die verzweifelt nach neuen Hilfsvölkern, die sie nach bewährtem Muster in den Tod schicken wollen, und nach neuen Kriegsschauplätzen suchen, die ge­bührende Antwort zu erteilen.

Plutokraten

auf dem Schleichwege.

Don unserer Berliner Schristieitung.

Die brttischen Geldsack-Politiker haben ihren Reklamefeldzug zur Gewinnung von Hilfstruppen gegen Deutschland bekanntlich mit dem Hauptargu- ment bestritten, daß sie, die Engländer, über einen so großen Reichtum und so starke Finanzen ver­fügten, daß sie nicht nur den Krieg gewinnen müß­ten, sondern auch noch ihren Bundesgenossen nam­hafte Beftechungsgelder zahlen könnten. Heute, nach einem Vierteljahr Krieg, sind diese prahlerischen Behauptungen freilich schon erledigt. England kann weder Subsidien zahlen noch ist es imstande, auch nur den normalen Export der lebhaft umworbenen Neutralen aufzunehmen. Die wegen des sinkenden Außenhandels immer geringer werdenden Goll>- unb Devisenvorräte reichen kaum hin, um den Lon­doner Kriegshetzern den Ankauf der unbedingt not­wendigen Waffen und Rüftungsrohstoffe im Aus­lande zu ermöglichen. Vor allem bedrückt es die Manager der britischen Judo-Plutokratie, daß ihnen auch das gelobte Land des internationalen Kapita­lismus, die Vereinigten Staaten von Nord­amerika, als Anleihemarkt nicht mehr zur Ver­fügung steht. Unter dem Druck der amerikanischen öffentlichen Meinung, welche die unbezahlte Mll- liardenschuld der Engländer aus dem Weltkrieg nicht verlassen hat, hat die Washingtoner Regierung vor einigen Jahren das sog. Johnson-Gesetz 'beschlossen, wonach Kredite an Schuldner­länder nicht mehr gegeben werden dürfen. Nicht weniger unangenehm ist den Engländern die Klau­sel des neuen amerikanischen Neutralitätsgesetzes, die es verbietet, Rüstungsmaterial an krieg­führende Staaten g e g e n K r e d i t zu liefern. Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, glaubt die bri­tische Plutokratie nun einen Schleichweg gefunden zu haben, um dennoch mit den Ersparnissen der amerikanischen Bürger ihren Krieg finanzieren zu können. Man denkt sich das so, daß eine in USA. zu gründende kan.adische Gesellschaft unter Leitung internationaler Bankiers eine Rüstungs­anleihe von zunächst 1 Milliarde Dollar auflegen soll. AlsSicherheit" werden den Zeichnern die fau­len englischen Papiere geboten, die in den USA. vorhanden sind, die aber schon heute laut Kurszettel an den amerikanischen Börsen wie Sauerbier an geboten werden. Ob die amerikanischen Farmer, Fabrikanten und Arbeiter naiv genug sein werden, um auf diesen Schwindel, der nicht nur gefährlich, sondern auch rechtswidrig ist, hereinzu­fallen, estcheint uns doch recht zweifelhaft. H. Ev,