Ausgabe 
9.10.1939
 
Einzelbild herunterladen

ieWeiterbenuhungvon Kraftfahrzeugen

mb

verbri

afi7 {ter, klar vorgezeichnet: Strengster Maßstab u"? gegenüber jedermann ohne Ansehung nT : der Person. Bei jedem Mißbrauch sei rücksichts- l«s durchzugreifen. Die Aufzählung in dem gemelde- ttn vorhergehenden Erlaß fei nur beispielhaft.

h6?N| Auch Fahrten zum Theater oder einer sonsti- e, ßl F Unterhaltungsstätte seien in der Regel Miß- cS ' brauch. Weiter könne sich niemand der Derord-

irauch. Weiter könne sich niemand der Derord-

%

auf jj 1 M;; erzieh reslrisj,

Schv«, Mis« ut- Minm tesk

Küchh» im A e klG fällt k Here AbsD:

*xl\ >chez f|l UjiMI ?rUHa ,

In einem weiteren Erlaß stellt der Reichsver- kchrsminister zur Weiterbenutzung von Kraftfahr. zeugen fest, daß die für die Anerkennung des öffent- Schen Interesses znständiae Behörde nur an das Gesetz, an die ministeriellen Erlasse und an ihr pilichtmaßl^es Ermessen gebunden ist. Insbesondere b-stehe keine Bindung an ihr etwa vor- gelegte Bescheinigungen anderer Be- Hörden oder sonstiger Stellen. Unzu- lissig sei es, die Bewinkelung von der Vorlage eines Mineralölbezugscheins oder einer Tankaus- aeiskarte anhängig zu machen. Für die Bewinke- lmg komme es nicht darauf an, ob dem Antrag­steller Kraftstoff zugeteilt werden kann, sondern nur darauf, ob die Befriedigung seines Verkehrsbedürf- Nifses im öffentlichen Interesse liegt. Die Nichtlinie für die Entscheidung habe er, der Mini-

teren, bis zu einer zulässiaen Belastung von 1,5 Tonnen einschl., b) Zugmaschinen und Sattel­schleppern mit Vergasermotoren, soweit sie nicht ausschl. in land- und fortwirtschaftlichen Betriebe verwendet werden, wenn der regelmäßige Standort der unter a) und b) genannten Fahrzeuge nicht wei­ter als etwa 10 Kilometer vom nächsten Flüssig­gaslager entfernt ist.

Keine Zeit für kleinlichen Zank.

Jetzt jeder Richter nein Friedensrichter.

Im Anschluß an die Dereinfachungsmaßnahmen in Rechtssprechung und Strafverfahren richtet Staatssekretär Dr. Freister vom Reichsjustiz­ministerium in derDeutschen Justiz" an alle Volksgenossen den dringenden Ruf: Begrabt eure Streitigkeiten! Laßt sie im Meer der Einigkeit untergehen! Finde jeder das erste Wort zur Aussprache und zum Ausgleich! Laßt keine neue Zwietracht entstehen! Der Staatssekre­tär erklärt, daß deshalb jetzt die Arbeit der Parteiorganisationen, die bisher in Be° ratungs- und Betreuungsstellen geleistet wurde, er- höhte Bedeutung gewonnen habe. Deshalb müsse auch der Schiedsmann seine Dergleichsbemü- Hungen nunmehr verdoppeln. Und deshalb müsse der Richter überall dort, wo der Fall nicht eine Behandlung unter dem Blickpunkt des Schutzes des Volkes erfordere, sondern als Mißverständnis, Ge­zänk und Kränkung oder als bedeutungslose Klei­nigkeit erscheine, sich ganz besonders bemühen, gleich zu Beginn den Ausgleich herbeizuführen. Das wichtigste Hilfsmittel neben den Gefetzeshand- haben, insbesondere bei den Tausenden und Aber­tausenden Hintertreppen-, Waschküchen- und Rausch­kränkungen, sei die Persönlichkeit des Richters selbst. Sie müsse stark genug sein, um den f r e i w i l l i - gen Vergleich der Streitenden herbeizuführen. Dabei komme es auf eine wirkliche Bereini­gung an, nicht nur auf eine, die aktenmäßig den Ordnungszustand wieder herstellt. Der Richter müsse heute die Aufgabe erfüllen, die der Entwurf der Friedensrichterordnung dem künftigen Friedensrichter übertragen wolle. Sollten die bisherigen Handhaben nicht ausreichen, so werde die Frage aufzuwerfen sein, ob man nicht gerade jetzt die Friedensrichterordnuirg einführen solle, die dieser Aufgabe > des Richters die notwendigen Machtmittel gibt.

mng über die Weiterbenutzung von Kraftfahrzeu­gin dadurch entziehen, daß er fein Fahrzeug auf nichtflüssigen Kraftstoff umstellt. Die Eintra­gung von Beschränk unaen der Weiterbe- mtzungsbefugnis in den Kraftsahrzeugschein, z. B. Darf nur zur Beförderung von Milch im Land- kr?is I und in der Stadt Y benutzt werden" sei nickt angängig. Jeder Kraftfahrzeugbesitzer müsse wissen, daß die Bewinkelung kein Frei­brief für beliebige Fahrten ist, sondern dch er jederzeit in der Lage sein müsse, die dingende Notwendigkeit seiner Fahrt ausreichend dirzulegen. Zulässig sei die Eintragung:Darf nur mit Anhänger benutzt werden". Wenn die Weiter- brnutzung nur für eine bestimmte Fahrt, z. B. Um­zug, oder für eine bestimmte kurze Frist gestattet «erden soll, sei von der Bewinkelung des Fahr- «ugs abzusehen. Der Kraftfahrzeugführer sei schriftlich zu ermächtigen, das Kraftfahrzeug für die vtstimmte Fahrt oder innerhalb der bestimmten kur­

zen Frist ohne die roten Winkel zu benutzen. Das gelte besonders bei Umstellung auf ein Ersatzfahr­zeug oder Weiterbenutzung bis zur Entscheidung tutet t eines Gesuches oder einer Beschwerde durch den Mi- .dernin Mer. Kraftfahrzeuge mit Wehrmachtkennzeichen im Jh* dürften ohne roten Winkel weiterbenutzt werden. Um

Mißbräuche zu verhindern, habe das Oberkommando

R.

Gin fr

»eit ist s

Der Mini

Ng

rüder.

ü r d i e Reichsver- lerordnung die Befchluß-

irbe, F Mab! i rsgeschiÄ erhellt I nieurt a Kraft te t der ta

und 600

annln iiürriM ine U er trtti trieb« l -Strit )t es !' rtburfl e ibe fe

winkelung im wesentlichen durchgeführt sei, Auf­gabe der'Zulassungsstellen, die Voraussetzungen für Die Bewinkelung in zweifelhaften Fällen sorgfältig md mit Strenge nachzuprüfen und gegebenenfalls die roten Winkel sofort wieder zu entfernen.

Oie Umstellung ausFlüssiggas

Personenwagen kommen bis auf weiteres nicht in Betracht.

Berufs- und Fachschulen werden weitergeführt.

Amtlich wird mitge teilt: Die Berufs-, Berufsfach- und Fachschulen des ganzen Reichsgebiet werden ohne nennenswerte Einschränkungen weitergeführt. Die Fachschulen, zu denen u. a. die Bauschulen. Ingenieurschulen, Bergsckulen, See­fahrtschulen, die handwerklichen Meisterschulen, die landwirtschaftlichen Fachschulen und die Frauenfach­schulen gehören, eröffnen das Wintersemester plan­mäßig, im allgemeinen am 1. Oktober. Das gleiche gilt auch für die handwerklichen, technischen, kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Berufsfach­schulen, die sich von den Fachschulen dadurch unter­scheiden, daß sie keine praktische Berufsvorbildung fordern. An den technischen Fachschulen des Bau- und Maschinenwesens wird die Ausbildungszeit bis auf weiteres von 5 auf 4 Semester herab­gesetzt, um dem gesteigerten Bedarf Rechnung zu tragen. Fachschulstudierende, die im letzten Se­mester stehen, werden zu einer Notabschluß­prüfung zu gelassen, wenn sie für die Reichsver­teidigung zur Wehrmacht eingezogen oder zur Dienstleistung in Rüstungsbetrieben verpflichtet werden.

Totales Zührerprinzip in der Kreisverwaltung.

st e r r a t f i hat durch 23<

Jbr Umstellung 1)ät" (Vfo rT3u' beginnen jüftänNgteikn non V-rtretungskörp-rschasten und i,i Ä Mt-Prnftmnnpn mit Deraafermotoren, und kollegialen Behörden in der Kreismstanz au den P®Mn, bet'teM,. Lan^rat ll'bergeführt. Die Rechte der Ber-

, 6tr Wehrmacht angeordnet, daß die Buchstaben WH, hn WM oder WL bann mit dem Dienststempel zu ver- I scheu sind. Im übrigen sei es nun, nachdem die Be-

krntm Lei der Umstellung auf den Betrieb mit Flüssig­gas nach der Bekanntmachung des Reichsverkehrs­ministers vom 16. September 1939 sind, wie der Minister bekanntgibt, mit Rücksicht auf die zeit- lich begrenzt anfallende Erzeugung ton Flüssiggas, Reglern und Flaschen diejenigen Fahrzeuge zu bevorzugen, deren Weiterbe- nutzung vordringlich und deren Ver- ilauch hoch genug ist, also größere Nutz­sahrzeuge. Die Umstellung hat so zu erfolgen, svelschffl! daß eine Umschaltung auf Betrieb mit flüssigem eebain' Kraftstoff jederzeit möglich ist. Mit Flüssiggas be° en, und'. triebene, ortsgebundene, kommunale Sonderkraft-

- ^fahrzeuge mit Vergasermotoren sind von der Vor­schrift lederzeitiger Umschaltbarkeit ausgenommen. Ais auf weitere Anordnung sind nicht urnzu- füllen: a) Personenkraftwagen, b) La stkra st w a g e n mit einer zulässigen Belastung van w e n i g er a l s 1,5 T o n n e n und c) Kraft- t erd t g u n g

Volke in der Form einer grotesken

Qs

löt1

4

SB#?! te *** miti

fi M

W

5$ % Ä 8

nicht zur Auswirkung. Da die Thectterdirektton aber Kenntnis erhalten hatte, daß eine große Anzahl Störenfriede" in die Premiere geschickt werden sollte (und auch wurde), bat sie um den Schutz der Kriminalpolizei, der auch gewährt wurde. So saßen denn ahnungslose Zuschauer, Störenfriede mit Trillerpfeifen und sprungbereite Kriminalbeamte m trauter Gemeinsamkeit vor dem Vorhang. Alle Vor­bedingungen für einen ausgewachsenen Theater- skandal waren also gegeben. Allem es kam meber zum Trillerpfeifen noch zum Einschreiten der Kri- minalpolizei. Der Sinn des Stuckes wurcke sofort verstanden unb die große Komik der ^rftetler wirkte so zwerchfellerschütternd, daß alle beabsichtig- ten Lärmszenen im Keime erstickt wurden. Das Stück wurde mit großem Heiterkeitserfolg zu Ende gespielt und blieb wie gesagt ohne weiteren Einspruch noch wochenlang auf dem Spielplan. Es braucht nicht betont zu werden, daß die Darstellung einer lebenden Persönlichkeit trotzdem em gewagtes Experiment war und selbst der glückliche Ausgang nichts daran ändert, daß tatsächlich für Buhne und Film eine Grenze besteht, Personen der Gegen­wartaus dem Spiel" zu lassen.

Mkt Lr berühmte ru,si!ch° Komponist Tlcha.'ibürget* gehörig ausplunberte. Noch em weiterer hmltn steht ist hierfür ein Beweis, sondern Umstand kam hinzu, der emen rechtlichen Emwand Ah -ine Reihe and- er Bühnenstücke und Filme erschwerte. Der Sinn und Inhalt des »tuckes war b, B-raanaenbeit nicht etwa, da- Leben von>chug° «tmnes zu schll-

«lk di°s7Theat°rstllcke und Filme haben immer! bern. gar ihm etwas am^Zeuge zu fltcken. sondern K? ü i £ Ä L wÄVsw * -

MKUSMMMLZMLSM-

dichterischen Freiheit" ist kein Freibrief für will­kürliche, wenn auch wirkungsvolleNeugestal- tungen". Dennoch muß zugestanden werden, datz b»i der Dramatisierung ober Verfilmung große Ab- veichungen von dem tatsächlichen Verlauf bes Le; bevs gestattet sinb, ja gestattet sein musten, weil o iebe Dichtung unb auch der gute Flün fallt Estverständlich unter biesen Begriff md)ts an» itres ist als eineVerdichtung , ein Zusammen- b°llen der Geschehnisse und der geistigen undJee- liÄen Vorgänge. Soweit nur die Idee des Lebens- v^kes und der Charakter der dargestellten Per siiiüchkeit gewahrt bleiben, verstoßen Abänderungen W gegen die Lebenstreue.

es aber nicht noch eine Grenze, A dem Nlm und der Bühne gezogen ist? Wie steht es d'-rr Beispiel um jene Bühnenwerke, in denen ie- vknde Persönlichkeiten dargestellt werden? In der 2u hat es solche Bühnenstücke gegeben, jo daß^die ßr°ge an sich nicht müßig ist. Em solches Buhnen W stellte die Komödie .Stlnnes dar, die aisgangs der Inflationszeit, im Herbst 1923, n Krnburg aufgeführt wurde und wochenlang g bsichte, zum Teil ausoerkaufte Hauser erzielte.

ist leicht zu verstehen, daß es hier zummdchens

*£- -------------- ~ * eine Grenze gibt unb zwar diejenige, die bas

Ä tihw um eine Komödie, z^».- g/Äk'Ä»® israwÄ tN: jaor Mllionen Filmbesuchern ersteht in diesen in diesem Stück wahrenb einer Szene ber bekannte

X k lagen der Erstaufführungen des Tobis-Filmes Schwerindustrielle Hugo .Stinnes m ber Gestatt Iw* Robert Koch" bas Lebensbilb jenes großen >ines Schauspielerspersönlich auf. In den fol-

) dkk1 etlichen Forschers, bem wir bie Entdeckung des genden Szenen bis zum Schluß trat aber mcht ' LudeHulose-Erregers zu danken haben. Es ist mcht ^ehr derechte" Stirnnes auf, sonLern sein frettrl du erste Mal daß eine große Persönlichkeit der Doppelgänger. Em Gauner nämlich, der auf Schichte durch ihre dramatische oder filmische Ge- ^en ansprechenden Namen Demsen-Emil horte laben| s^una zu neuem Leben erwacht. Nicht nur der hatte sich die Anwesenheit des eck)ten Sttnnes m igen «5 UWs vor kurzem erstaufgeführte Ufa-FilmEs der Stadt Schilbburg zunutze gemachtmdem er oel^.! nar eine rauschende Ballnacht", in dessen Mittel- unter ber Maske desKohlenkomgs bieSchild-

n. fi*nt «ne rau|cn>Enue ___1Äq- f i » noihnrizt nn«nsiind«>rt<». Nock em metterei

tretungskörperschast^n und der kollegialen Behörden, angehört zu werden, entfallen. Der Landrat kann Mitglieder der Derttetungskörperschasten oder kollegialen Beschlußbehörden in wichtigen Ange­legenheiten zur Beratung heranziehen. Die Zuständigkeiten der Ve r wa l t u n gs g e r i ch te in der Stufe des Kreises bleiben unberührt.

Auch für Beamte erleichterte Eheschließung.

Eine gemeinsame Verordnung des Reichsinnen- und des Reichsfinanzministers zur Durchführung des Deutschen Beamtengesetzes bestimmt, daß Beamte, die für die Reichsoerteidigung zum Wehrdien ft einberufen find, zur Eingehung einer Ehe nicht des nach dem Deutschen Beamten­gesetz vorgeschriebenen vorherigen Nachweises be­dürfen, daß der künftige Ehegatte deutschen ober artverwanbten Blutes ist. Der Beamte unb seine Verlobte haben jeboch dem Dienstvorgesetzten d i e Versicherung einzureichen, daß ihnen trotz sorg­fältiger Prüfung keine Umstände bekannt sind, bie bie Annahme rechtfertigen könnten, daß sie von jüdi chen Eltern oder Großeltern abftammen könnten. Der Nachweis ist nachträglich sobald wie tunlich zu führen.

Verteilung der Behördenumzüge.

Die Bestrebungen des Reichsgesetzes über die AuflockerungderKündigungstermine für Wohnräume, daß Kündigungstermine auf den 1. eines jeden Monats gelegt werden kön­nen, sollen auch von den Behörden berück­sichtigt werden, damit die Ueberbeschäftigung.ber Möbelträger unb Packer an einzelnen Terminen be­seitigt und eine gleichmäßige Belastung ber Möbel- transportunternehmer ermöglicht wird. Der Reicks- oerkehrsminister hat bie ihm nachgeorbneten Stellen ersucht, nach Möglichkeit auch Umzüge von Vehör- ben zu anderen Zeitpunkten als gerade zum 1. April und 1. Oktober burchzuführen unb, wenn möglich, Umzüge auch in anderen Monaten nicht zum Monatsanfang ftattfinben zu lassen.

Großadmiral Boeder auf der Halbinsel Hela.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Der Oberbefehlshaber ber Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder,' besichtigte am 5. Oktober frühere polnische Befestt- gungen und Batteriestellungen auf der Halb­insel Hela, um sich dort von ber Einwirkung ber Beschießung, burch bie beiden Schulschiffe Schleswig-Holstein" undSchlesien" und durch bie Luftwaffe zu überzeugen. Gleich- zeittg ließ er sich über ben Stand der Minen- räumarbeiten in der Danziger Bucht ein­gehend berichten.

Verhandlungen

zwischen Nußland und Finnland.

Helsinki. 7. DH. <DNB.) Das finnische Nach- richtenbüro teilt mit, daß, wie schon Außenminister E r k k o am 18. September bekanntgab, zwischen Finnland und Rußland auf diploma­tischem Wege Verhandlungen über ge­wisse Fragen politischer unb wirtschaftlicher Art ge­führt worden seien. Die sowjetrussische Regierung habe sich nunmehr erkundigt, ob die finnische Regie­rung bereit sei, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, um über vorliegende Fragen zu ver­handeln.

Als Sonderbeauftragter der finnischen Re­gierung für die Besprechung der von Sowjet- rußlanb angeschnittenen wirtschaftlichen und poli­tischen Fragen wurde Staatsrat Paasikivi, Finnlands Gesandter in Stockholm, genannt

Oie ukrainische Volksgruppe in Numanien.

B u k a r e st, 7. Okt. (Europapreß.) Vertreter ber ukrainischen Volksgruppe in Rumänien besuchten Ministerpräsidenten Argetojanu und schlossen mit ihm in Gegenwart des Dolksgruppenministers D r a g o m i r unb des neuen Ministers für die na­tionale Front G i u r e s c u ein Abkommen über bie

Verjüngtes Vaterherz.

V n K. Spengler.

Wenn in bie Herzen ber Männer die Liebe fällt, verlassen sie die massiv gepflasterte Straße ihrer Dor- und Grundsätze unb wandeln abenteuerlich wenig begangene Nebensteige. Freunde, die ihren merkwürdigen Zustand längst erkannt haben, drücken sich indessen an ber Schaufensterscheibe freundlicher Diskretion bie Nase platt unb ergötzen sich an bem Blindekuhspiel, in dem ber Fiebernde die Hauptrolle spielt, ohne es zu wissen.

Viel später, viel viel später erliegt der Mann unb Vater einer anderen Art von Fieberanfall ver­liebten Tuns. Doch da stehen wir hämischen Zeitge­nossen nicht mehr vor ber Spiegelscheibe; statt Schabenfteude wogt unverhohlenes Mitempfinden in unserer Brust.

Unb da wären wir schon auf der hinteren Platt­form eines Straßenbahnwagens. Der Mann neben ber versperrten Schubtür meint entweder wir sähen ihn nickt, ober er macht sich nichts aus uns ober er ist verrückt. Hat man jemals einen normalen Menschen in einem öffentlichen Verkehrsmittel solche ! Grimassen schneiden sehen? Er wackelt mit den ' Ohren, bläht die Nasenflügel, wirft die Oberlippe auf, schnalzt mit dem Mund unb zwinkert unauf­hörlich durch das Fensterchen ins Wageninnere. Der Mann ist krank, denken wir, bat er das Neroen- reißen? Ist ihm zu helfen? Aber nein! So ein Neroenansall verschlimmert sich vielleicht nur noch mehr, wenn der Kranke weiß daß er beobachtet wird.

Wir schieben uns unauffällig hinter den fiebern­den Mann, der jetzt noch die zehn Finger zu feinem absonderlichen Tun gebraucht, lieber feine Schul­tern schauen wir ins Innere des Wagens. Das Mit­leid fällt von uns mit einem unhörbaren Seufzer der Erleichterung ab. Denn da drinnen steht ein Bübel auf der Dank neben der Mutter, die Ell­bogen auf die Lehne gestemmt, und fletscht mit kindlichem Behagen alle Zähne auf einmal über das ergötzliche Schauspiel, das ihm sein Datt auf ber Plattform Vormacht. Was doch mein Dati für wun­dervolle Grimassen schneiden kann!

Da finden wir bas Gehaben dieses Datis auf einmal nicht mehr absonderlich, bewahre! Am lieb­sten schnitten wir auch noch Gesichter ... unb bas bloß, um auch ein paar lachenbe Blicke aus diesen vierjährigen Spitzbubenaugen zu erhaschen.

Eingliederung der ukrainischen Volksgruppe in die Front der nationalen Wiedergeburt. Danach dürfen die Ukrainer in den Orten mit gemischter Bevölke­rung eigene ukrainische Gruppen der na­tionalen Front bilden. Diese Gruppen werden durch vier Delegierte im Obersten Rat der Front vertte- ten sein. Außerdem dürfen sie eine eigene Organi­sation für die Verwirklichung ihrer wirtschaftlichen, kulturellen unb sozialen Ziele schaffen.

Verstärkung der schwedischen Lanvesverteidigung.

Stockholm, 8. Okt. (Europapreß.) Als neuer Beittag zur Verstärkung der schwedischen Landes­verteidigung sollen in Kürze 51 Millionen Kronen bewilligt werden. Die Summe dient in erster Linie dem Dau von hundert Militär­flugzeugen und dem Ankaufvon Minen­suchern. Der Voranschlag, der auch den Ankauf von vier neuen Zerstörern für den Strei­fendienst zum Schutz der Handelsschiftahrt an der schwedischen Küste oorsiecht, soll in ber nächsten Woche im Reichstag zur Sprache kommen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichs^führer fj unb Chef der deutschen Poli­zei Heinrich Himmler beging seinen 39. Oe- burtstag. Der Führer hat dem Reichsführer jj persönlich seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Äeichsjugendführer überbrachte dem Reichssuhrer ff in Anerkennung seiner Verdienste um den Gedan­ken des LanWienstes eine Urkunde, durch die der Reichssührer ff als Freund der nationaksozialiftt- schen Jugendbewegung und unermüdlicher Vor­kämpfer bes Landdienstgedankens den Rang eines Ehrenführers des Landdienstes der HI. erhält.

In Berlin sind die Obergauführerinnen des B D M. aus dem gesamten Reichsgebiet zu einer Arbeitstagung unter Leitung der Reichsrefe­rentin des BDM., Jutta Rüdiger, zusammen­gekommen. Der Jugendführer des Deutschen Reiches sprach über Erziehung unb Einsatz ber weiblichen Jugend während der Dauer des Krieges.

*

Reichsprotektor Freiherr von Neurath be­suchte im Prager Reserve-Lazarett verwundete Sol­daten. Zu seiner Begrüßung hatten sich der Wehr- machtsbevollmächtigte unb die leitenden Sanitäts­offiziere eingefunden. Der Reichsprotektor sprach mit jedem Verwundeten.

Feldmarschall de Bono, einer der Duabnmv mm des Marsches auf Rom, ist zum Inspek­teur der italienischen Ueberfeetrup- pen ernannt worden. Der Marschall war während des ersten Monats des abessinischen Feldzuges Oberbefehlshaber an der Eritrea-Front, er bereitete den Feldzug als Oberkommissar für Ostafrika vor.

Aus aller Welt.

Schweres Verkehrsungkück aufLahnbofGesundbrunnen in Berlin.

Am Sonntag gegen 21.20 Uhr fuhr auf dem Bahnhof Gesundbrunnen der D-Zug 17 (Stet­tiner BahnhofSaßnitz) auf den ausfahren­den Personenzug 4 11 (Stettiner Bahnhof Stargard) auf. Der letzte Wagen des Personen­zuges wurde teilweise eingedrückt und geriet in Brand. Der vorletzte Wagen wurde leichter be­schädigt. Die Zahl der Toten und Verletzten ist noch nicht genau bekannt. Es ist zu befürchten, daß über 20 Tote zu beklagen fein werden. Die Verletzten sind Berliner Krankenhäusern zuge­führt worden. Der unbeschädigte Teil des Personen­zuges hat seine Fahrt fortgesetzt. Der Vorortver­kehr war für kürzere Zeit unregelmäßig. Die Un­tersuchung über die Schuldfrage ist eingeleitet.

KdZ.-Theater in Kattowitz.

Wenige Wochen angestrengter Vorbereitungsarbeit haben es zuwege gebracht, daß die Gaudienststelle Schlesien der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" nun auch in dem befreiten Ostober-

Oder was wir sahen an jener Sandkiste in der Anlage. Ein Mann, rechtwinklig abgebogen, schleicht um bie Kiste. Ein Tanzmeister könnte sich die Inspiration zu einem neuen Tanz bei seinem Anblick holen, denn es ist ein merkwürdiger Trott, den der Mann da vollführt. Drei Schrifte vor, vier Schritte zurück, bald mit bem Kopf voran, bald mit bem Achtersteven.

Keine Sorge, der Mann ist vollkommen gesund . ist bloß ein wenig närrisch verliebt in das kleine Buzelwesen, bas eben um die Ecke der Sanbkiste auf den fintenreichen Dati zusteuert. Unb bie Welt, in der es von Schreibtischen, Terminen, Manuftrip- ten unb Steuern wimmelt, ist in bem Augenblick biefem Vati gänzlich versunken.

Das macht die zweite Verliebtheit in der Männer unb Väter leben, llnb bie hat eine lange, lange Dauer. Aus ihr wirb Freunbschaft, jene immerfort leuchtenbe Flamme, bie das Eltern- unb Kindorleben erhellt---- weit über unsere irdische Spanne

hinaus.

Büchertisch.

Frieda Aisch : I ch koche mit Honig. 2. Auflage. Preis 1 RM. Verlagsbuchhandlung A. Ditterich, Innsbruck, Universitätsftraße 43. (202) Dies Honigkochbuch ist der Ertrag einer Lebens­arbeit, die vor 26 Jahren begonnen wurde. Die Hausfrau wird staunen, wie sie den Honig für alle Arten von Gerichten, an gefangen bei Fisch und Fleisch, für Süßspeisen und saure Sachen, Gemüse, Salate, Bäckereien und Leckereien verwenden kann, ohne daß daraussüße Sachen" geworden sind, die mancher nicht mag. Gegen den Willen der Hausfrau wirkt der Honig niemals anders für den Geschmack als ein veredelndes Gewürz. Das Buch ist um einen Anhang von vielen Honigkuchenbackvorschristen ver­mehrt.

Professor Waldemar Oehlke: Grundriß der Weltliteratur im beson­deren der deutschen Dichtung. Deutsche Bibliothek Verlagsgesellschaft Berlin. Dreis gebunden 3, RM. Auf rund 400 Seiten givt der bekannte Literarhistoriker eine prägnante Darstellung der Weltliteratur, die auch das Schaffen der Lebenden berücksichtigt. Die großen Linien sind gut heraus­gearbeitet und habet doch eine Fülle wesentlicher Einzelheiten zusammengetragen worden. Als Lektüre wie zur schnellen Orientierung ein brauchbares Büchlein.