Ausgabe 
9.10.1939
 
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,es Grundübel an der Wurzel an durch das gru zügige Projekt der Umsiedlung dieser ver- streuten Minderheitentelle und ihre Zusammen­fassung in natürlichen Grenzen Vielleicht hätte sich ein anderer Staatsmann als Adolf Hitler mit der Beseitigung des Versailler Ertrages begnügt Der Friedenswille des Führers dagegen setzt an die Stelle eines endgültig beseitigten Uebels sofort einen konstruktiven Plan von positiven Vorteilen, der ebenso einfach wie großzügig ist. In diesen Rah­men der endgültigen Beseitigung des Minderheiten­problems in Europa gehörte bereits die praktische Lösung der Tschechenfrage und gehört jetzt die Lö­sung der Polenfrage im Wege der Beschränkung auf das eigentliche polnische Gebiet

Ausgangspunkt für die Bewertung und Erörte­rung des ganzen neuen Europaplanes wird für die Westmächte die Feststellung Adolf Hitlers sein müssen daß außer der Kolonialfrage .fein A n ° laß für irgendeine weitere Revision" mehr besteht. Werden sie nach zwanzig Jahren Versailler Katastropbenpolitik auch jetzt noch alles ablehnen wollen? Will der Westen etwa die Be­seitigung einer zwanzigjährigen polnischen Luder­wirtschaft. einen friedlichen Aufbau und die end­gültige natürliche Regelung des heiklen Minder­heitenproblems mit Gewalt zu verhindern suchen x und den Wohlstand Europas noch weiter einem verbohrten Haß opfern? Dabei haben heute, anders wie 1914 und 1918, Großdeutschland und die Völ­ker der um die Früchte ihres Fleißes seit 25 Jahren betrogenen Staaten ein entscheidendes Wort mit­zureden I B. R.

Deutsche Wirlfchastsabordming von Mlo-ow empfangen.

Unverzüglicher Beginn der Warenlieferungen

Moskau, 9. Oft (DRV. Funkspruch.) Die deutsche Wirtfchaftsabordnung, die in zwei Sonder­flugzeugen am Sonntagnachmiltag auf dem Mos­kauer Flughafen eintraf, wurde noch am gleichen Tage von dem Präsidenten des Rates der Volks­kommissare, Molotow, empfangen, lieber den Empfang wurde folgende fowsetamtliche 21Ut- leilung verbreitet:

Der Sonderbevollmächtigte der deutschen Reichs­regierung für. Dirtschaftsfragen, Botschafter Rit­ter, und der Leiter der deutschen VNrtschafts- delegation, Gesandter Schnurre, sind am 8. d. M. von dem Präsidenten des Rates der Volkskommis- sage der UdSSR., Molotow, empfangen worden.

In der Unterredung herrschte Einverständnis dar­über, daß das Wirlfchaftsprogramm, das während der letzten Anwesenheit des Reichsaußen- ministers von Ribbentrop in Moskau vereinbart wurde, von beiden Seiten mit Beschleuni­gung und in weitem Umfang verwirk­licht werden soll. Dabei wurde insbesondere ver­einbart, daß die UdSSR, unverzüglich mit der Versorgung Deutschlands mit Roh- stoffen und Deutschland mit Lieferun­gen an die UdSSR, beginnen werden."

Der Mntagsbencht des Oberkommandos der Wehrmacht

Berlin, 9. Ott (DRV. Funkspruch.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Osten wurde der Vormarsch gegeu die Interessengrenze fortgesetzt.

3m W e st e n örtliche Spähtrupp-Tätig­keit und schwaches beiderseitiges Artillerie- feuer.

3n der Luft nur geringe Aufklärung»- täligkeil.

Die letzten Reste des polnischen Heeres kapitulieren.

Der Bericht des Oberkommandos vom Samstag.

Berlin, 7. Oktober. (DRB.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ostwärts der Weichsel und im Gebiet von S u w a l k i vollzog sich das vorgehen auf die deutsch-russische 3nteressengrenze reibungslos im Einvernehmen mit den russischen Truppen. Unter den letzten Resten des polnischen Heeres, die gestern bei Kock kapitulierten, befanden sich zwei Divisionskommandeure und 100 Offiziere.

3m Desten wurden örtliche Spähtrupp-Unter­nehmungen des Feindes abgewiesen. Sonst nur vereinzeltes Störungsfeuer. Französische Auf­klärungsflugzeuge versuchten nachmittags den Rhein bei Bonn zu überfliegen. Sie wur­den durch deutsche 3agd- und Flakabwehr ver­trieben. Eines von ihnen wurde bei Godesberg im Luftkampf a b ge s ch os s e n, ein zweites bei Eus­kirchen zur Rotlandiwg gezwungen. Die vierköpfige Besatzung, darunter ein Oberstleutnant im General­stab, wurde gefangen genommen. Eigene Verluste traten nicht ein.

Der Sonntagsbericht des Oberkommandos.

Berlin, 7. Oktober. (DRV.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Bewegungen auf die d e u t s ch - r u s s i f ch e Interessengrenze verlaufen weiterhin plan­mäßig. Rach den letzten Meldungen des Heeres haben sich bei Kock über die bisher mitgeteilten Zahlen hinaus zwei Divisionskommandeure, 1255 Offiziere und 15 600 Unteroffiziere und Mannschaf­ten den deutschen Truppen ergeben. An Beute wur­den 10 200 Handfeuerwaffen, 205 Maschinenge­wehre, 20 Geschütze, über 5000 Pferde und weh- rere Kriegskassen eingebracht.

3m Westen tagsüber beiderseitige Ar- tillerietätigkelt, nachts vereinzelt Störvngs- feuer.

Oie Voraussetzungen für den deutschen Sieg in Polen.

Das Urteil eines ungarischen Politikers.

B u d a p e st, 9. Okt. (DRB. Funkspruch). In Uj Magyarsag" berichtet der Abgeordnete Rajniß von einem Flug nach Warschau und der Besich- tigung einiger Schlachtfelder in Polen Rach einer sehr ausführlichen Schilderung des Gesehenen, schreibt der Abgeordnete u. a.: Die letzte Entschei-

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Berlin, 8.Ott. (DNB.) Der alte Manns«,.

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gilt rückwirkend vom 4. September 1939 ab.

Oer Kriegszuschlag zur Einkommensteuer.

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Bahnhof ist stillgelegt, der neue unterirdische Anhalter s-Bahnyof tritt an seine Stelle. Reichsoerkehrsminister Dr. Dorpmüller erteilte die Genehmigung zur Eröffnung des Betriebes den nunmehr fertiggestellten Nord-Süd-Streck« der 8 ° Bahn. Von Montag ab gibt es ein« durchgehende Strecke WanuseeOranienburg un® in etwa 14 Tagen wird der durchgehende Betrieb auch auf den Strecken Lichterfelde-OstBernau un® MahlowVelten ausgenommen werden Ein W»- senprosekt mit einem Uebermaß an Arbeit ist mU dem Meisterwerk, das hier geschaffen wurde, Wirt­lichkeit geworden. Für die Reichshauptstadt be­ginnt ein neuer Abschnitt ihrer Derkehrsgeschichtr- Daß das mitten im Kriege geschieht, erhellt di» unerhörte Leistung der Arbeiter, Ingenieure unö Architekten und beweist die unbeirrbare Kraft deut­schen Wollens und die Leistungsfähigkeit der deut­schen Wirtschaft. Allein für die 17 Gleisverschwen- hingen, durch die die Gleise der Wannseebahn mitt denen der Nordsüdbahn verbunden wurden, und fui die letzten Arbeiten an den Sicherungs- und Start­stromanlagen wurden nicht weniger als 600 Strafte eingesetzt.

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Vevorzuate Anstellung wekrdienstbeschadigter Offiziere.

Nach dem Wehrmachtsfürsorge- und -versorgungß« gesetz wird der Anstellungsschein wehwienst- beschädigten Offizieren bei Eignung und auf An­trag statt einer Versorgung gewährt. Dell Anstellungsschein soll es ermöglichen, die wehr» dienstbeschädigten Offiziere durch bevorzugte An­stellung als Beamte einem neuen Le­bensberuf zuzuführen. Inhaber des An­stellungsscheines haben sich sofort nach der Aus­händigung des Scheins um die Aufnahme in» den Vorbereitungsdienst nach freier Wahl! für eine Beamtenlaufbahn bei mindesten» drei Behörden zu bewerben. Sie haben inner­halb von drei Monaten dem zuständigen Wehr­machtfürsorgeoffizier zu melden, bei welchen Be­hörden und für welche Beamtenstellen sie sich be» worben haben. Ferner haben sie dem Wehrmacht­fürsorgeoffizier spätestens sechs Monate nach det! ersten Bewerbung zu melden, welchen Erfolg ihr« Bewerbungen gehabt haben. Die Zahlung des Un­terhaltsbeitrags ist einzustellen, wenn ein Jnhabe« des Anstellungsscheins ohne Zustimmung des OKW- der Einberufung in eine Beamtenstelle ober zunn Ausbildungs- oder Vorbereitungsdienst für eint! Beamtenlaufbahn nicht folgt ober eine solche Stellt: ober einen solchen Dienst aufgibt.

Oas EHW. im Kampf gegen die Blockade.

1100 Mästereien mästen jährlich znsätzliq 340000 Schweine

Zu den Einrichtungen des nationalsozialistische, Staates, die in diesen Taaen ihre glänzende Bewäh rungsprobe bestehen, gehört auch das Er näh. rungshilfswerk der NSV., das es sich zuy Ziele gesetzt hat, in allen Teilen des Reiches oi( Küchenabfälle der Schweinemast zuzufühm und mit eigenen Mästereien zur Verbesserung ur, lerer Ernährungsbilanz beizutragen. Wir brauche, diesmal keineBalkonschweine" wie im Weltkriegk, das Ernährungshilfswerk führt diese zusätzlich, Schweinemast auf breitester Basis durch, und jeher Haushalt kann dazu beitragen, daß im, mer mehr Schweine gemästet werden und Damit unsere Fleisch- und Fettversorgung stetig verbessert wird. Aus kleinsten Anfängen hat sich das Ernöh rungshilfswerk bis heute zu einem Bestand do, 1100 Schweinemästereien in 1050 Gemein, den des Altreichs entwickelt, die größtenteils scho, lange im Betrieb, zu einem Teil vor der Betriebs, aufnahrne stehen. 340 000Schweine beträgt bi» Jahresmaftleistung dieser 1100 Mästereien. Dir Schweinefleischerzeugung des EHW. stiei von 3,2 Millionen Kilo im Jahre 1937 auf über 10,5 Millionen im Jahre 1938, im ersten Halbjahr 1939 wurden fast 7,75 Millionen Kilo erzielt, st daß eine weiter bedeutend gestiegene Jahresleistung zu erwarten ist.

Futtergrundlage für diese zusätzliche Schweine­mast sind die Nayrungsmittelabfälle, Speiserest usw. der Haushalte, von denen das EHW. gegen, madig täglich rund 1,2 Millionen St m verfüttert. Ueberaü dort, wo die Sammlung der Küchenabfälle bereits erfolgt, kommt es heut, auf deren restlose Erfassung an. Das EHW. richtet deshalb einen Appell an die Hausfrauen, bereu Küchenabfälle vom EHW. bereits erfaßt werden, nichts wegzuwerfen, was zum Küchenab. fall und damit den EHW.-Schweinen gehöd. Jede Hausfrau muß dafür sorgen, daß nichts Im MiA eimer verlorengeht, sondern daß auch die kleinster in der Schweinemast verwertbaren Abfälle be® Futtertrog zugeführi werden. Eine weitere Ditk geht dahin, möglichst täglich die Abfälle In das Sammelgefäß auf den Hof zu schaffen, da jebtt verlorene Tag einen Nährstoffverlust bedeutet. WO müssen am Ausbau des EHW. mithelfen, denn auch das Ernährungshilfswerk ist eine Waffe im Kamp! gegen den britischen Aushungerungssewzug.

Die Aordfüd-8-Bahn in Berlin fertig.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Die Festsetzung (' ' Kriegszuschlages von 50 v. H. zur Einkommensteuer dient einem doppelten Hweck: einmal soll dadurch die Finanzierung oes Krieges unterstützt werden, sodann aber soll derjenige, der in ber Heimat geblieben ist, ein persönlicher Opfer dadurch bringen, daß er sich Einschrän- f u n g e n seiner Lebensführung als Aus« druck seines Dankes an die kämpfende Truppe auf' erlegt. Mit diesem Grundsatz ist es unvereinbar, daß die steuerliche Mehrbelastung eines Beschäftig' ten von dem Betrieb übernommen wird. Einige Unternehmungen haben in Verkennung des Sinnes des Kriegszuschlages und der sozialen Ge­rechtigkeit bei ihren leitenden Ange stell- t e n, aber auch darüber hinaus, die Z a h l u n g d e s Kriegszuschlages übernommen. Um die« fern Vorgehen Einhalt zu gebieten, hat der Reiche treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg die Uebernahme des Kriegszuschlages zur Einkommensteuer verboten. Die Anordnung

düng über die Ereignisse im polnischen Feldzug wird erst die Geschichte fällen können. Das eine steht aber heute schon fest, daß es unangebracht ist und zu schweren Irrtümern führen muß, wenn man sich jene einseitige Ansicht zu eigen macht, daß in diesem Krieg bie Ueberlegen- beit der deutschen Technik allein die persönliche Tapferkeit der Polen besiegt habe. Ich habe so unzählig viel Beispiele von der Tapfer­keit kleinerer deutscher Verbände und einzelner deutscher Soldaten gehöd, daß man damit Bände füllen könnte Man darf nicht vergessen, daß das Kdeqsglück immer auf deutscher Seite stand, was für die absolute lieber« legenheit der deutschen Waffen beredtes Zeugnis ablegt. Die polnische Armee wurde zersprengt durch die überlegene Führung der deutschen Sol­daten, durch den hervorragenden Nachrichten- dienst und die modernste Bewaffnung und Ausrüstung.

Keine militärischen Maßnahmen mehr an der rumänisch-ungarischen Grenze

Bukarest, 8. Okt. (DNB.) Die rumänische Re­gierung gibt bekannt, daß die jugoslawische Regierung am 24. September in Bukarest und Budapest im Hinblick auf eine Entspannung zwischen Rumänien und Ungarn angeregt habe, die bei­den Staaten möchten ihre vorbereitenden militari» schon Schutzmaßnahmen an der gegenseitigen Grenze rückgängig machen. Die ungarische Regierung habe daraufhin am 30. September mitgeteilt, daß sie solche Maßnahmen bereits getroffen habe und weitere militärische Vorbereitungen rück­gängig zu machen bereit fei. Nunmehr habe die rumänische Regierung in Belgrad und Budapest bekanntgegeben, daß sie auch ihrerseits die getroffenen militärischen Schutzmaßnahmen weit­gehend rückgängig gemacht fjat

L)>e Türkei muß sich entscheiden."

->>ie Haltung der Türkei im europäischen Krästespiel

Berlin, 7. Okt (DNB.) Unter der Überschrift Die Türkei muß sich entscheiden" behandelt die WochenschriftS ü d o ft - E ch o" die Haltung der Türkei im europäiichen Kräftespiel und ihre Schwen­kung in das Lager der Einkreisungsmächte Der Verfasser geht dabei insbesondere auf die unver­ständliche oeutschfeindliche Politik der Türkei ein und kommt an Hand bemerkenswerter Enthüllungen zu interessanten Feststellungen, indem er u. a. schreibt:

Als man sich in Ankara entschloß, der Einkrei­sung nicht nur als passives Mitglied, als ga­rantierter Staat alfo beizutreten, sondern England und Frankreich auch aktive Unter­stützung angedeihen zu lassen, haben nicht nur die Zeitungen, sondern vor allem auch die maß­gebenden Männer der türkischen Außenpolitik ver­sichert, diese Schwenkung richte sich auf keinen Fall gegen Deutschland, mit dem man nach wie vor gute politische und wirtschaftliche Be­ziehungen pflegen wolle

Man begründete die Abwanderung ins britische Lager mit der Haltung Italiens, von dem man einen Singh ff befürchten zu müssen glaubte Aber Italien blieb neutral, und es wurde selbst von türkischer Seite zugegeben, daß die Beruhigungsaktionen der rumänischen Politik in Belgrad und Athen zusamt den Maßnahmen in Albanien und Dodekanes die Lage entscheidend entlastet haben. Auch diese Begründung läßt uns völlig unverständlich, warum sich die türkische Presse in der gehässigsten Kommentierung der deutschen Politik, beispielsweise auch der Reise des Reichs­außenministers v. Ribbentrop nach Moskau, ergeht. Man gab doch einst zu, daß die Türkei von Deutschland nichts zu befürchten habe!

Frischen wir schließlich noch die Erinnerung dar­an auf, daß mit Ausnahme eines kleinen Kreises in der türkischen Staatsführung alle Welt uns in Ankara und Istanbul versicherte, man hoffe zuver­sichtlich, daß durch die neue Politik keine Verstim­mung in Deutschland entstehe, und werde nach Kräf­ten bestrebt sein, dafür zu arbeiten, so bleibt uns wirklich kein anderer Schluß mehr übrig, als daß es nicht nationale Interessen sein kön­nen, die gegenwärtig die so unverständliche deutsch­feindliche Politik der Türkei bestimmen. Daß diese Politik auch in der Substanz deutsch­

feindlich ist, eraab sich noch dieser Tage hand­greiflich aus der Aufforderung eines maßgebenden türkischen Staatsmannes an Bulgarien dieses möge nach Aufgabe seiner Reoisionsansprüche an der Schaffung eines Blockes gegen Deutsch­land mitwirken Eine solche gemeinsame Schutz­organisation gegen England aber, sei weder notwen­dig, noch komme sie in Frage.

Unter diesen Umständen wird man verstehen, daß uns mehr und mehr auch das Verständnis für die menschlichen Folgerungen zu fehlen beginnt, die sich aus soviel Widersprüchen für die Dirigenten der türkischen Außenpolitik' ergeben. Wir meinen fol­gendes: Es mußten in der letzten Zeit, was die Politik der Türkei mit den Westmächten angeht, immer wieder gewisse Unaufrichtigkeiten feftgefteüt werden. Diese Unaufrichtigkeiten führten natürlich dazu, daß Deutschland sehr mißtrau- i s ch wurde. So ergaben sich in den letzten Tagen bemerkenswerte Widersprüche zwischen den tür­kischen Mitteilungen über den Stand der schriftlichen Abmachungen mit den Westmächten und einer In­formation aus gleichfalls guter türkischer Quelle. Sie traten auch in Moskauer Gesprächen in Erscheinung, in einem Rahmen also, wo alles, was gesagt und getan wird, wegen der allgemeinen Bedeutung der dort zuständigen Entscheidung mit einer besonderen Verantwortung beladen ist. Es liegen ebensoviele Nachrichten nicht nur von gut unterrichteter türkischer Seite für die Gewißheit vor, daß die Abmachungen der Türkei mit England schon paraphiert sind, wie anderseits Gewißheit über mehr oder weniger amt­liche Erklärungen besteht, die das in Abrede stellen.

Man wird uns zugeben, daß ein solches Ver­fahren nicht geeignet ist, jene Klarheit zu schaf­fen, die ganz und gar unerläßlich ist, wenn der Frieden im Südosten ebenso wie im Mittel- und Schwarzen Meer auf eine gesunde Grundlage ge­stellt werden soll. Diese Klarheit wird erst dann hergestellt sein, wenn sich jene türkischen Staats­männer, welche die neue Politik eingeleitet haben, eingestehen, daß diese Politik durch die Zusammen­arbeit Deutschlands und Rußlands, die Neutralität Italiens und des Südostens die Grundlage verloren hat und danach handelt. Die Tür­kei muß sich entscheiden.

DasDeulscheRoteKreuzimerstenÄnsah bewährt

Berlin, 7. Oktober. (DNB.) Nach jahrelanger Friedensarbeit hat das Deutsche Rote Kreuz jetzt die Belastungsprobe des ersten Kriegsmonats auf jedem Aufgabengebiet bestanden. Gemäß seinen ureigensten großen Aufgaben, insbesondere gegen­über Wehrmacht, Luftschutz und den völkerrechtlichen Abmachungen hat das DRK. seine Schwestern in den Kriegslazaretten, die Schwesternhel- f e r i n n e n in den Reservelazaretten, darüber hin­aus gemeinsam mit den DRK. -Helferinnen in den Rettungsstellen des behördlichen Luftschutzes und den Sttaßenunfallhilfsstellen eingesetzt. Die Helfer versehen als Sanitätssoldaten und Kran­kenträger der Wehrmacht und in den Kranken- transportabteilunaen des DRK. ihren Dienst. Groß und vielseittg sino die Ausgaben der DRK.-E i n - satzkräfte. Tag und Nacht müssen viele Bahn­höfe besetzt, durchkommende Transporie erfaßt, an­kommende Verwundete betreut werden. In zahl­reichen Kreisstellen sind Helferinnen und Schwe- fternl) elfe rinnen zur Betreuung von Flüchtlingen und der Zivilbevölkerung, in der Gemeindefürforge und in Krankenanstalten herangezogen worden.

Männer und Frauen der DRK.-Gemeinschaften sorgen für die großen Mittel, welche für die Durch­

führung der geschilderien Aufgaben des DRK. er­forderlich sind. Frauen aus den Gemeinschaften stel- len zusammen mit Dolksgenossinnen aus der NS- Frauenschaft Helferinnenkleldung, Bereitschaftswäsche und Verbandmaterial her, jede DRK.-Dienststelle hat Fühlung mit den Lazaretten, um Wünsche der Lazarettkranken, deren Erfüllung außerhalb der Zu­ständigkeit der Lazarettverwaltung liegt, zu erfüllen. Erfahrene ältere Gemeinschaftsmitglieder verhelfen sorgenden Volksgenossinnen zu einer Auskunft über verwundete und vermißte Soldaten.

DRK.-Einsatzkräfte haben sich in großer Zahl für Einbringung der Ernte und andere lebenswichttge Arbeiten zur Verfügung gestellt, bei denen ihre Ausbildung in erster Hilfe vielen Volksgenossen zugute gekommen ist.

Im Vordergrund aller Aufgaben steht heute für das DRK. die Verbesserung des Loses der verwun­deten und kranken Soldaten. Nicht alle können un­mittelbar in der Verwundetenpflege eingesetzt wer­den. Willkommen ist indessen auch jede mittelbare Hilfe in Form von leiblichen und seelischen Genüs­sen, welche von den Dienststellen des DRK. aem an die verwundeten und kranken Soldaten weiter- geleitet werden.

Keldschwestern in neuer Oienstlrachi.

Eine Anzahl Feldschwestern trat soeben von Berlin aus die Reise in die Lazarette an, denen sie zugeteilt sind. Man sieht hier die Feldschwestern in ihrer neuen Diensttracht auf dem Bahnsteig kurz vor der Abreise. (Scherl-Bilderdienst-M.)