nicht ausstellen. Aus staatlichen und privaten Unternehmungen wird er entlassen, es sei denn, daß er seine Religion und damit seine Nationalität wechselt. Neue Arbeit findet er nicht, aber auch Arbeitslosenunterstützung ist ihm versagt. In vielen Bezirken Polens ist die Anwendung der ukrainischen Sprache in den Schulen verboten. Die höheren ukrainischen Schulen sind aufgelöst oder befinden sich unter polnischem Einfluß, an den Universitäten wird nur eine ganz minimale Zahl von Ukrainern zugelassen. Man will das Aufkommen jeder ukrainischen Intelligenz verhindern. Im sogenannten Cholmerland gibt es weder ukrainische Zeitungen, noch Bücher. Zusendungen von außerhalb unterschlägt die Post. r ,
Aber noch schändlicher sind die Maßnahmen der Polen, die sich direkt gegen Leben und Eigentum der Ukrainer richten, die „Pazifizierungsmaßnahmen" des polnischen Militärs. Wenn die Polen in ukrainischen Dörfern auf andere Weise das ukrainische Kulturleben nicht zu vernichten vermögen, oder wenn sie mit den großen Majoritäten der Ukrainer bei Wahlen unzufrieden sind, wenn die zahlreichen Verhaftungen oder kleinliche Schikanen nicht ausreichen, den Widerstand der Ukrainer zu brechen, dann schicken sie polnisches Militär oder Polizeitruppen dorthin, die den Auftrag bekommen „aufzuräumen". Sie umstellen die Dörfer, dringen in die Häuser ein, zerschlagen die Fenster und Türen, werfen das Hausgerät und die Vorräte auf den Hof und zerstören sie. Gegen die einzelnen Bewohner haben sie bestialische Grausamkeiten erfunden, mit denen sie ihren Eigenwillen brechen wollen. Vielfach werden die Bewohner in Kellern oder Scheunen zusammengetrieben und dann bis zur Ohnmacht geprügelt. Die Kirchen werden verwüstet und zum Teil niedergebrannt. In Ostpolen gibt es zahlreiche Dörfer, die von Menschen völlig entblößt sind, in anderen Dörfern wieder sieht man Hunderte von verletzten Ukrainern, die ihre Wunden heilen. Gelingt es den Bauern rechtzeitig, in die Wälder zu flüchten, dann werden regelrechte Treibjagden auf sie veranstaltet und die Flüchtenden ein- fach niedergeschossen. Wo die Bauern sich zur Wehr setzen, können sie allerdings auch furchtbare Gegner werden. Dann werden die „Pazifierungen" solange fortgesetzt, bis der Zweck erreicht ist.
Trotz dieser schrecklichen Leiden und Martyrien aber ist es den Polen bis heute nicht gelungen, das Nationalbewußtsein der Ukrainer auszulöschen. Die Welt könnte daraus lernen, was es bedeutet, den Polen, die heute »schon wieder die Hand nach fremdem Land und fremden Menschen ausstrecken, nichtpolnisches Volkstum auszuliefern. Kr.
Die Feierabend-Gestaltung.
Dr. Leh über neue Aufgaben.
Bayreuth, 8. Aug. (DNB.) Am Dienstagnachmittag sprach Reichsleiter Dr. Ley im großen Sitzungssaal der Gauwaltung der DAF. in Bayreuth zu den aus Anlaß des heute beginnenden Besuches der Bayreuther Bühnenfestfpiele durch 7000 KdF.-Festspielbesucher aus allen Gauen Groß- deutschlands in Bayreuth versammelten KdF.-War- ten und deren Feierabend-Referenten.
Einleitend gab Dr. Ley einen kurzen Rückblick auf den Verlauf der letzten KdF.-Reichstagung in Hamburg. Dr. Ley beschäftigte sich weiter mit den neuen Aufgaben der Feierabendge- st o l t u n g und gab bekännt, daß in der neu zu errichtenden Stadt des KdF'Wagens Fäll ers- leben eine Reichsschule für Feierabend- Gestaltung ins Leben gerufen werde. Er teilte erner mit, daß er von zentraler Stelle d?r NSG. „Kraft durch Freude" aus die Aufstellung von 100 Ensembles veranlaßt habe. Schließlich wies er auf das im Bau befindliche große heizbare Leichtmetall- aelt hin, das fast 1000 Personen Raum biete und das die Durchführung von Theaterveranstaltungen, Konzerten und Vortragsabenden auch auf dem Lande ermögliche. Der Aufstellung von Laiengrup- pen widmete Dr. Ley besonderen Raum, wobei der Pflege des Gesanges besondere Sorgfalt gewidmet werden müsse. Im KdF.-Bad auf Rügen werde eine große Vergnügungsstätte geschaffen werden, die ein Vorbild in der Welt noch nicht habe. Er schloß mit dem Hinweis, daß die Arbeit von Kraft durch Freude der Erstarkung des deutschen Volkes und damit der Erreichung der höchsten Ziele gelte.
Glanzvolle Eröffnung derZnterv ationalen Filmschau in Venedig. Herzlicher Empfang der deutschen Ehrengäste. — Großartiger Erfolg unseres „Robert-Koch^-Zilms.
Venedig, 8. August (DNB.) Am Dienstag trafen Reichsminister Dr. Goebbels und Frau und Reichspressechef Dr. Dietrich in Venedig ein. Die Stadt bereitete den Ehrengästen einen triumphalen Empfang. Dr. Goebbels, Frau G o e b b e l s und Dr. Dietrich wurden mit größter Herzlichkeit von dem italienischen Minister für Propaganda und Presse Alfieri, und seiner Gattin willkommen geheißen. Dr. Goebbels und Dr. Dietrich fuhren mit Minister Alfieri in einer Gondel, gefolgt von den Gondeln mit den Mitgliedern der deutschen Delegation, durch den Canale Grande. In schneller Fahrt ging es bis zum Königspalast an der Piazzetta. Die deutschen Staatsmänner wurden von Minister Alfieri zum Königspalast geleitet, von wo sie im Motorboot die Fahrt nach dem Lido fortsetzten. -
Der überaus herzliche Empfang des Reichspropagandaministers und des Reichspressechefs durch die Bevölkerung von Venedig wird von der römischen Abendpresse stark unterstrichen. Uebereinstim- mend betont man, daß man die zusammen mit dem Minister für Volkskultur Alfieri in Wien und München behandelten Argumente vertiefen werde, um auch auf kulturellem Gebiet eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Völkern der Achse zu gewährleisten.
Die 7. Internationale Filmkun st schau aus dem Lido nahm, wie der Berichterstatter der DKK. meldet, mit der Uraufführung des deutschen Tobis-Films „Robert Koch, dex Bekämpfet des Tode s", einen glanzvollen Anfang. An der Spitze der Gäste bemerkte man Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich und den italienischen Minister für Dolkskultur Alfieri, Graf Volpi, den Präsidenten der Internationalen Filmkunstschau, öle Spitzen der italienischen Behörden, des Militärs uiTÖ des kulturellen Lebens. Graf Volpi betonte, daß die Internationale Veranstaltung ausschließlich der Kunst dienen solle. Sieben Jahre der Erfahrung hätten die große Entwicklung erwiesen, die der Film erfahren habe. Man erlebte den Triumph des Tonfilms und werde auch den Triumph des Farbenfilms erleben. Technik und Kunst seien vereint, um vollendete Werke des Filmes zu schaffen. Wie im vergangenen Jahre seien auch diesmal 18 Nationen bei'der Filmausstellung ver- treten. Graf Volpi sprach.unter stürmischem Beifall Reichsminister Dr. Goebbels für seine An- Wesenheit besonderen Dank aus. In seiner Eröffnungsansprache überbrachte Minister Alfieri die Grüße der faschistischen Regierung an alle, die ihren Beitrag zur Entwicklung der Filmkunst liefern. Den gemeinsamen Bemühungen der internationalen Produktion fei eine ständige Entwicklung der Filmkunst zu danken. Nicht nur hinsichtlich der künstlerischen, sondern auch der technischen Seite werde der Film eine immer größere Vollendung erfahren.
Dann begann die mit Spannung erwartete Aufführung des deutschen Filmes „R o b e r t K o ch , der Bekämpfer des Todes", eine Darstellung des Lebenskampfes des großen deutschen Forschers. Unter der Spielleitung von Hans Steinhoff hat die deutsche Filmkunst damit ein Werk geschaffen, das in der Großartigkeit feiner Anlage, in der hervorragenden Besetzung feiner Rollen und vor allem auch in der geistigen Haltung seiner Handlung ohne Uebertreibung als eines der vollendetsten Meisterwerke angesehen werden kann, die auf dem Gebiet des Films je geschaffen worden sind. Mit dramatischer Wucht rollen die Geschehnisse aus dem Leben Kochs auf der Leinwand ab, die das Werk des großen deutschen Forschers, sein unermüdliches Streben im Dienste der Wissenschaft widerspiegeln. Emil Iannings hat mit der Darstellung Kochs eine Leistung vollbracht, die sich in die Reihe seiner großen Rollen einfügt. Wie er das Menschlich-Tragische und das Kämpferisch-Vorwärtsstrebende des Forschergeistes Robert Kochs, der der Welt eine der großen Erkenntnisse der Heilkunde geschenkt hat,
zum Ausdruck bringt, gehört zu den hervorragendsten Gestaltungen der Schauspielerkunst, die man je im Film bewundern konnte. Daneben gibt Werner Krauß als Virchow eine in ihrer Eigenart ebenso unübertreffliche Charakterisierung des Lebens eines Gelehrten und universal gebildeten Mannes, das nicht weniger groß in der Geschichte der Medizin, eine der Persönlichkeit Kochs entgegengesetzte Linie eingeschlagen hatte. Zugleich mit der Darstellung des großen Arztes Virchow gibt Krauß auch ein lebenswahres Bild von den Auffassungen einer Epoche, in der das rein menschliche Fühlen unter erstarrten Formen wie mit eisernen Klammern gefesselt bleiben mußte. Die Szenen aus der Gründerzeit Deutschlands sprechen eine eindringliche Sprache.
Steinhosfs Regiekunst steigert die inneren Gegensätze zwischen den beiden großen Männern mit unglaublicher Eindringlichkeit zu Szenen von
Prag, 8. August. (DNB.) Die Einheiten der sächsischen und schlesischen HI., die zum Reichsparteitag nach Nürnberg marschieren, trafen auf ihrem Weg durch das Protektorat Böhmen und Mähren am Dienstagnachmittag in Prag ein, wo sie von der Bevölkerung freudig begrüßt wurden. Der Kreisleiter von Prag, Höß, erinnerte in feiner Ansprache im Rahmen einer Kundgebung auf dem Altstädter Ring daran, daß die Hakenkreuzfahne des Großdeutfchen Reiches Prag den Frieden gebracht hat, während der stellvertretende Oberbürgermeister P f itzn er u. a. feststellte: „Alle, die es nicht wohlmeinen mit uns, mögen die Hoffnung fahren lassen, daß dieses Reich jemals wieder zertrümmert werden könnte!"
Die Krönung des denkwürdigen Tages bildete am Dienstagabend eine Großkundgebung auf dem Platz vor der alten Kaiserburg in Gegenwart Tausender deutscher Volksgenossen und zahlreicher Tschechen. Fackelträger bildeten Spalier für die auf» marschierten Formationen der HI., des BDM., des Jungvolks und der Jungmädel, die Gliederungen der Partei und Ehrenzüge der ^-Standarte „Der Führer".
Bannführer Z o g l m a n n begrüßte als Beauftragter des Jugendführers des Deutschen Reiches beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren die Ehrengäste, besonders den Vertreter des Reichsprotektors, Staatssekretär ---Brigadeführer Frank, den Wehrmachtsbevollmächtigten beim Reichsprotektor, General Friderici.
Im Auftrage des Reichsjugendführers sprach der Leiter des Organisationsamtes der Reichsjugendführung, Gebietsführer Kley. Wir sind glücklich und froh, so sagte er, daß die Fahnen der Jugend des Führers in so kurzer Zeit von der Garnison- kirche in Potsdam, dem Ort ihrer Wahl, den Weg
Burgos, 9.August (DNB. Funkfpruch). Der Caudillo hat nunmehr das angekündigte Gesetz über die Umgestaltung der Regierung in Einklang mit der veränderten Aufgabenstellung nach Beendigung des Krieges erlassen. Danach werden einige Ministerien neu geschas- f e n. An Stelle des bisherigen Kriegsministeriums treten Ministerien der drei Waffengattungen, die zusammen einen Arbeitsausschuß bilden, der direkt dem Generalissimus unterstellt ist. Das Dizepräsi- dium der Regierung wird abgeschafft, sein Auf
gewaltiger Größe. In dem harten Ringen zwi chen Virchow, der damals in der ganzen medizinischen Wissenschaft als unfehlbar angesehen wurde, und Koch liegt die eigentliche Dramatik der Handlung, die in der Schlußszene, in welcher Virchow dem von Erfolg gekrönten Forscher Robert Koch anerkennend stillschweigend seine Hand reicht, chren ergreifenden Höhepunkt findet. Auch die übrigen Rotten, die u. a. mit Viktoria von Ballas ko , Raimund S ch e l. cher und Hildegard Grethe besetzt waren, zeigten eine in jeder Hinsicht ausgefeilte und sorgfältig durchgearbeitete Prägung^
Der durchschlagende Erfolg des ersten Filmabends der Biennale, an dem man m Würdigung des deutschen Filmschaffens und der kulturellen Verbunden- heil Deutschlands und Italiens ein deutsches Werk allen anderen vorangestellt hatte, war ein klarer Beweis für die aufrichtige Anerkennung, die das internationale Publikum am Lido dem hohen kul- turellen Wert des deutschen Films zollte. Unter ju- belndem Applaus beglückwünschte Dr. Goebbels den Spielleiter Hans Steinhoff herzlich; Stein- hoff dankte dem Publikum für den Beifall, den er auch als Zeichen des Dankes an feinen Kollegen Emil Iannings aufgefaßt wissen wollte. — Im Anschluß an den deutschen Spitzenfilm folgte ein photographisch mit höchstem künstlerischem Empfinden hergestellter italienischer Film „Weißes Gold".
zur alten Burg des Reiches antreten konnten. Wir marschieren zum Führer, wenn es aber sein muß, werden wir für ihn marschieren bis an der Welt Ende!
Staatssekretär Karl Hermann Krank
begrüßte anschließend die Jugend. Er wies darauf hin, daß es ihn mit Stolz und Freude erfülle, die Jugend in der alten deutschen Reichs* st a ö t Prag begrüßen zu können. Vergangenheit und Zukunft des Reiches kämen in dieser Stunde symbolhaft zum Ausdruck. Zum ersten Male marschierten in diesem Jahre M e m e l l a n d und Sudetenland in den Reihen der HI. Der Marsch der HJ.-Cinheiten durch das Protektorat sei Symbol und Ereignis zugleich. Wer hätte es vor einem Jahre für möglich gehalten, daß heute die Jugend des Führers mit den heiligen Hakenkreuzfahnen friedlich durch dieses Land marschiere, in dem 20 Jahre lang Zwist und Unfriede herrschten und in dem die Schergen Beneschs jedes nattonalfozialistische Symbol verfolgten und seine Träger in die Gefängnisse geworfen hätten. Der Führer habe mit ft ar f er Hand dieser Schmach ein Ende bereitet, die deutsche Ehre wiederhergestellt in diesem Raum und damit dem Lande den Frieden gegeben. „Wenn ihr einzieht in die Sttaßen Nürnbergs, so bringt dem Führer auch unseren Gruß mit. Vergeßt die Stunde nicht, da ihr als erste deutsche Jugend mit euren Fahnen durch die alten deutschen Reichslande Böhmen und Mähren marschieren konntet. In der Stunde aber, da ihr vor dem Führer stehen werdet, dankt es dem Mann, der es euch durch seine Tat ermöglichte und uns befreite."
Die Lieder der Nation beendeten die Kundgebu/r-
gabenkreis wird direkt dem Regierungschef unterstellt.
Der Staatschef wird ermächtigt, Gesetze auch ohne vorherige Billigung durch den Mini st errat zu erlassen, falls schnelles Handeln erforderlich ist. In diesem Falle erfolgt nachträglicher Bericht an den Ministerrat.
In Begründung des neuen Gesetzes wird u. a. festgestellt, daß die Anpassung der Regie- rungsorgane an d i e neuen Anforderungen zur tatkräftigen Durchführung der natio-
Symbol und Ereignis.
HI. aus dem Altreich marschiert zum erstenmal durch das Protektorat.
Oer Neuaufbau Spaniens durch Franco.
Umgestaltung der Regierung. — Stärkung des Einflusses des Gtaatschess.
Tier mit zwei Buchstaben.
Don Konrad Geiffert
Mancher glaubt, die Sache mit den Kreuzworträtseln gehe vorüber. Irrtum! Es stellt sich heraus, daß kaum etwas so beständig ist wie das Kreuzworträtsel. Es gibt tiefgründige Abhandlungen über diese Rätselart, Derdammungsurteile und düstere Prophezeiungen. Und es ist ja wahr: die Sache kann zu einer Sucht werden, zu einer Krankheit, zur fixen Idee.
Als Georg Inge kennen lernte, ahnte er von alledem nichts. Inge war ein nettes Mädel mit entzückendem Stupsnäschen und eleganten Beinen. Kein Mann, kein Mensch hätte ihr ansehen können, daß sie der Kreuzworträtsellösesucht verfallen war. Sie war es. Sie brachte Kreuzworträtsel mit, wenn sie sich mit Georg traf. Schön. Warum sollte er ihr nicht helfen! Niemand kann etwas dagegen haben, wenn ein Mädel ab und zu mal ein Kreuzworträtsel löst. Inge fing allerdings bald an, die Sache zu übertreiben. Aber wenn ein Mann in ein Mädel verliebt ist, dann sieht er über manches hinweg. Georg sah hinweg und hals. Und alles war .schön und gut.
Sie saßen in einer Konditorei. Es waren Zeitschriften da. Zeitschriften sind mit Kreuzworträtseln ausgestattet. Die Zeitschrift, nach der Inge an diesem Tage zuerst griff, war neu, und das Kreuz- Worträtsel war noch nicht gelöst. Inge nahm ihren Bleistift und begann draufloszuschreiben. Die nordische Göttin, der griechische Gott, der Fluß in Irland, der Berg auf Island, die orientalische Sagengestalt, der weibliche Vorname — alles das machte ihr keine Schwierigkeit. Es ist ja — unter uns gesagt — fast immer so ziemlich das gleiche. Georg half tapfer mit. Es war ein sehr umfangreiches Rätsel. Seine rechte untere Ecke hatte es in sich. Da war wenig zu machen. Inge kam nicht weiter, weder von oben nach unten, noch von links nach rechts.
Walter erschien mit Lisa. Sein Wagen stand draußen. Sie wollten mit Inge und Georg ein Stück fahren. Nun aber mußten sie sich erst setzen und helfen. Es stellte sich heraus, daß ihre Hilfe nicht viel wert war. Man entschloß sich, eine Pause eintreten zu lassen im Rätselraten und erst einmal wegzufahren. Und nun tat Inge das, was man nicht tun soll: sie riß das Kreuzworttätsel aus der
neuen Zeitschrift heraus. Sie dachte nicht daran, daß sie eine geistreiche Novelle zerstörte, als sie das Rätsel herausriß, und daß die Wut und der Fluch anderer Menschen ihr folgen mußte.
Sie fuhren los. Kaum saß Inge im Wagen, da ing sie mit dem Rätsellösen an. Sie sah nichts. Sie hörte nichts. Sie suchte die Stadt in Afrika; Lisa und Georg suchten mit. Selbst Walter, der am Steuer saß und der eigentlich auf andre Dinge als auf afrikanische Städte hätte achtgeben müssen, beteiligte sich lebhaft. Was zur Folge hatte, daß er ein paarmal arg ins Gedränge kam mit seinem Wagen. Als sie das Freie erreichten, hatte Walter einen Kotflügel verloren, und der Kofferraum war an zwei Stellen eingedrückt. Aber sie hatten dafür die Stadt in Afrika, die sie Jbadin tauften. Ob's timmte, stand nicht fest. Denn von oben nach unten ehlte etwas, das sich mit der afrikanischen Stadt kreuzte: ein Tier mit zwei Buchstaben.
„Das sit Unsinn", sagte Georg, „es gibt kein Tier mit zwei Buchstaben!"
Inge lächelte überlegen. Sie wußte genau,: „Wenn da steht: von oben nach unten Tier, basn ist es eben ein Tier. Und wenn es nur zwei Buchstaben haben soll, dann hat es nur zwei Buchstaben!"
Bis zum Ziel der Fahrt ging der Kampf um bas Tier mit zwei Buchstaben weiter. Lisa beteiligte sich nicht mehr an ihm. Die Sache war ihr zu blöd. Georg warf ihr hin und wieder Blicke zu. Es waren bewundernde Blicke. Und sein Interesse an der Jagd auf das Tier mit zwei Buchstaben ließ nach. Werner und Elli freuten sich, als die Gesellschaft bei ihnen erschien. Elli war grab beim Eierkuchenbacken. Inge fragte sie in der Küche nach Tieren mit zwei Buchstaben. Elli wußte nicht eins. Es dauerte nicht lange, da saßen sie alle in der Küche beisammen und dachten nach, wie das Tier wohl heißen könnte. Sie bekamen es nicht heraus. Elli erreichte nur, daß ihr die Eierkuchen verbrannten. Sie mußte mit der Backerei noch einmal von vorn anfangen. Da war noch Richard, der dicke Richard, Ellis Vetter. Der lag in der Hängematte und döste (so etwas von Faulheit haben Sie sicher noch nicht gesehen!). Er nahm nicht den geringsten Anteil an der Kreuzworträtsellöserei. Er wartete auf feinen Eierkuchen.
Als bann alle die Küche verließen, ging Inge mit dem Rätsel zu ihm. Und an der Seite seiner Hänge- matte wiederholte sich die gemeinsame Suche nach dem Tier mit zwei Buchstaben. Es wurde allerhand Lärm dabei gemacht, der aber den Richard nicht
aus der Ruhe brachte und ihn nicht bewog, an der Lösung des Rätsels teilzunehmen.
„Wenn es stimmt", schrie Inge, „von rechts nach links Jbadin und darunter Trinidad, bann kann bas Tier doch Ji heißen!"
„Aber es stimmt nicht!" meinte Georg. Und er sah dabei zu Lisa hin, die sich ganz zurückgezogen hatte.
Richard sagte: „Wenn ich meinen Eierkuchen gegessen habe, dann werde ich euch helfen, eher nicht!"
Er bekam einen Eierkuchen, den größten. Er aß ihn, ohne sich groß anzuftrengen dabei. Inge war nervös geworden. So etwas hatte sie noch nicht erlebt; ein Kreuzworträtsel, das unlösbar war! Sie kam sich blamiert, klein und häßlich vor. Und sie war wütend auf Georg, der gänzlich versagte. Wenn nun der dicke Richard auch nicht helfen konnte, dann war's aus! Inge zitterte, und ihre Augen wurden feucht.
„Zeig mal her!" sagte Richard, als er gegessen hatte. Inge gab ihm bas Rätsel. Er stierte mit seinen Kulleraugen auf bie Quadrate, grunzte, lächelte blöd und meinte bann so von oben herab: „Das heißt nicht Jbabin, sondern Ibadan, das hättet ihr wissen müssen!"
„Ja, aber bas Tier! Das Tier mit zwei Buchstaben!"
„Steht schon da! Ai!"
„Ai?"
„Ja. Ai. Stimmt!"
Nun würbe allgemein bezweifelt, daß es ein solches Tier gäbe. Werner holte fein Wörterbuch, und da ftanb es: Ai, Faultier. Inge sah bewundernd zum Dicken auf.
Nicht viel später konnte man beobachten, daß Georg und Lisa eng beieinandersaßen. „Und du wirst nie ein Kreuzworttätsel lösen?" fragte er. „Nie!" beteuerte sie und legte ihre Arme um seinen Hals.
Es war selbstverständlich, daß man den dicken Richard mit nach Hause nahm. Er hatte Anspruch auf einen anständigen Platz im Wagen. Inge saß an feiner Seite. Walter fuhr schlecht. Er war in ekelhafter Stimmung. Wenn ich mich nicht - sehr täusche, sagte er sich, bin ich der einzige Leidtragende bei dieser Rätselraterei! Der Wagen muß repariert werden. Und die Lisa scheint sich — ach was!
Er täuschte sich nicht. Aber die Inge täuschte sich. Richard war viel zu bequem, um sich später am Kreuzworträtselraten zu beteiligen. Die Sache mit dem Faultier mar nur ein Zufallstreffer.
Zeitschristen.
— Als der Griechengott Zeus zu>m letzten Mal Alkmenen verließ und wieder zum Olymp empor» stieg, wußte er kaum, daß bis zu fernem nächsten Ausflug nach der Erde einige taufend Jahre verstreichen würden. Wie die amüsanten Zeichnungen und Hexameter im August-Heft der „neuen Linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) berichten, geschah diese neue Erdenfahrt unter dem Titel „Zeus stieg herab" vor nicht allzu langer Zeit im schönen Oberbayern. In schönen Photos ist eine Wanderung durch das Salzburger Land festgehalten, und durch die Entdeckungen, die auf uns warten, führt ein zweiter, praktischer Reiseaufsatz „Unbekanntes Salzkammergut". Im Anblick Salzburgs verstehen wir auch die Liebe der Maler der Romantik für diese schöne Stadt, die in vielen Zeichnungen und Aquarellen von Salzburg zum Ausdruck kommt. Die „neue Linie" machte den interessanten Versuch, Ro- manttker-Bilder von Salzburg mit photographischen Aufnahmen der gleichen Motive in einer aufschlußreichen Gegenüberstellung „Salzburg romantisch und objektiv" zu sammeln. Diese Veröffentlichungen verdienen besonderes Interesse im Hinblick auf die Salzburger Festspiele. Der „Fahrplan durch die Küche der Ostmark" im gleichen Heft zeigt auf einer bunten und luftigen Karte, wo der Feinschmeckt neue Anregungen erhält. — Don der großen Kameradschaft der Bergsteiger sprechen die bisher unveröffentlichten Porträts der Teilnehmer an der Himalaja-Expedition 1938. Mit diesem Beitrag erhält die Augustnummer die Geschlossenheit eines Bergheftes.
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. med. Otto Voß, der emer. Ordinarius für Ohren-, Hals- und Nasenheilkunde an der Universität Frankfurt, begeht seinen 7 0. Geburtstag. 1907 kam er als Direktor der Städtischen Ohrenklinik nach Frankfurt, wo er 1914 bei der Errichtung der Universität zum Ordinarius ernannt wurde. Eine 1928 an ihn ergangene ehrenvolle Berufung als Ordinarius nach München hat Professor Voß abgelehnt. Bis 1938 war er Mitherausgeber des Archivs für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde. Er ist Mitglied der Leopoldina in Halle und Ehrenmitglied verschiedener ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Professor Voß wurde wegen Erreichung der Altersgrenze 1936 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden.


