Grund" unter der Leitung von Musiklehrer N u r t s ch ein Handharmonika-Konzert.
Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Nord.
Obergebielsführer Kemper (Karlsruhe) spricht in Gießen.
Die Ortsgruppe Gießen-Nord veranstaltet am kommenden Dienstag, 13. Juni, in Gemeinschaft mit den anderen Ortsgruppen unserer Stadt, im (Saf£ Leib eine große öffentliche Kundgebung, in der der Obergebietsführer der Hitler-Jugend, Friedhelm Kemper (Karlsruhe) sprechen wird.
BOM.-Untergau 116 Gießen.
VDrN.-werkgruppe 4a, Derkschar.
Am Tonntag, 11. Juni, treten olle Mädel der Werkschar um 16.30 Uhr an der Volkshalle zu der Siegerehrung der Bann» und Untergau-Sportwett- kämpfe an.
Vornotizen.
Tageskalender für Jrtifag:
Gloria-Palast (Seltersweg): „Umwege zum Glück". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Marguerite: 3".
Nächste Verleihung von Mütter-Ehrenkreuzen am Erntedankfest 1939.
Auf Anordnung des Führers werden weitere Chrenkreuze der Deutschen Mutter bereits am Erntedankfest 1939, also dem 1.10.1939, verliehen. Es kommen dabei Mütter unter 60 Jahren ebenfalls in Betracht. Der Reichsminister des Innern hat die erforderlichen Anweisungen an die Nachgeordneten Stellen erteilt. Da es sich bei den Müttern unter 60 Jahren um die Bearbeitung von etwa 4*/2 Millionen Anträgen handeln wird, haben die beteiligten Stellen eine schon rein technisch beträchtliche Aufgabe zu bewältigen. Der Reichsinnen, minister hat jedenfalls Anweisung erteilt, daß die Bearbeitung der Anträge und Ausstellung der Vorschlagslisten ordnungsgemäß und fristgerecht erfolgt. Für über 60 Jahre alte Mütter sind bei der Ausfertigung der Besitzzeugnisse Vordrucke zu verwenden, die das Datum „21. Mai 1939" tragen. In allen anderen Fällen sind Vordrucke mit dem Datum „1. Oktober 1939" zu benutzen.
Gendarmerie im Kampf gegen Verkehrssünder.
Im Interesse der allgemeinen Sicherheit auch auf dem flachen Lande wird von den Beamten der Gendarmerie stets großes Augenmerk auf Verkehrssünder gerichtet. Wie notwendig dies ist, geht allein aus der Tatsache hervor, daß im Monat Mai im Bereich des Landkreises Gießen insgesamt 350 Übertretungen von Verkehrsvorschriften zu verzeichnen waren. Kraftfahrer, viele Radfahrer und Fuhrwerkslenker waren daran beteiligt. Don den Verkehrssündern kamen 80 mit Belehrungen glimpflich davon, in 222 Fällen mußten gebührenpflichtige Verwarnungen erfolgen und in 48 Fällen waren Anzeigen unumgänglich.
Recht« Straßenseite einhalten!
Auf den deutschen Straßen wird rechts gefahren. Die Straßenverkehrs-Ordnung bestimmt sogar, daß „auf der rechten Seite der Fahrbahn rechts", d. h. also scharf rechts gefahren werden muß. Der Derkehrssäugling, d. h. der Mann oder die Frau, die den Führerschein erwerben wollen, lernen dies bestimmt. Leider scheinen sie es schon
bald wieder zu vergessen. In den letzten Jahren ist für die Verbreiterung und den Ausbau des deutschen Straßennetzes unendlich viel getan worden. Was nützen aber noch so breite Straßen, wenn einzelne Autofahrer, die sich erhaben dünken über alle geltenden Bestimmungen und Vorschriften, statt wie vorgeschrieben aus der rechten Seite der Fahrbahn genau auf der Mitte der Straße, oder sogar auf der linken Seite fahren, und das in einer Art und in einem Tempo tun, als ob sie unentwegt eine unsichtbare Waaenreihe auf der rechten Seite überholen müßten?! Die Vorschrift des Rechtsfahrens gilt selbstverständlich auch für schnelle Wagen. Die linke Seite der Fahrbahn darf nur beim Überholen befahren werden; diese Regel ist ebenso einfach gehalten, wie einfach zu befolgen. Die motorisierten Verkehrsstreifen werden in Zukunft gerade auf die wilden Fahrer, die die einfachsten Verkehrsregeln verletzen, ein besonderes Auge haben.
Lau eines Nentnerheimes in Gießen.
Wie aus einer Bekanntmachung des Stadtbauamtes hervorgeht, ift durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GmbH, die Schaffung eines Rentneryeimes vorgesehen. Die Erd-, Maurer-, Beton-, Spengler- und die Dachdeckerarbeiten sind zur Vergebung ausgeschrieben. Die Pläne stammen von dem Architekten Fischer, Seltersweg.
Das Losglück winkt.
Nun sind die Glücksmänner bereits wieder einen Monat lang unter uns. Wie lange haben sie eigentlich im Straßenbild gefehlt? Das muß schon eine ziemlich' lange Zeit her sein. Ja, als graue Losoerkäufer der Winterhilfe haben wir sie zuletzt gesehen. Aber dann sind sie überraschend schnell verschwunden, denn die Lose waren so begehrt, daß lange vor dem eigentlichen Schluß der Lotterie die Kasten unserer Losoerkäufer nicht mehr gefüllt werden konnten.
Aber jetzt sind sie wieder mit neuen Glücksbriefen beladen, und auch jetzt liegt dem heiteren Spiel ein ernster Sinn zugrunde: Wir unterstützen durch den Loskauf die Aufgabe der nationalen Arbeit!
Jede Jahreszeit zwingt unsere Glücksmänner zu anderer Technik. Die graue Uni sonn des Winters ist mehr in den Gaststätten und bei Veranstaltungen zu sehen; auf der Straße sind sie bedeutend seltener — es ist eben zu kalt. Aber im Sommer beleben sie den ganzen Tag über das Straßenbild und die Gärten der Cafes und Gaststätten. Sie beziehen auch den ganzen Tag über wieder ihre festen 93er» kaussstände, die teilweise wegen besonders vieler Treffer schon eine Berühmtheit erlangt haben.
Eine gewaltig hohe Ziffer lockt aber auch die Loskäufer: 5 900 000 Reichsmark Gewinne! Und wo sich auf belebten Plätzen und Straßen irgendwo Gruppen von Menschen bilden, steht sicher — wenn es sich nicht gerade um einen Derkehrsunfall handelt — inmitten derselben ein brauner Glücksmann der sein Geschäft ganz gut versteht. So ein Verkaufsstand hat aber auch seine Stammkunden, und es freut den Losverkäufer ganz besonders, wenn er wieder seine bekannten Gesichter sieht. Noch einmal so überzeugend klingt dann sein: „Wie wär's wieder einmal mit einem Fünfhunderter? Den können Sie im Sommer genau so bei mir kaufen wie im Winter!"
Gewinner gesucht!
Wer hat bei der Reichslotterie für nationale Arbeit den Prämienschein Nr. 760 360 Reihe 2 in Friedberg beim Losverkauf erhalten? Der Besitzer wird gebeten, sich in der Dienststelle Frankfurt a. M. her Reichslotterie der NSDAP., Bockenheimer Landstraße 21, zu melden.
Sinülann wie taufenO nnöcre
Roman von Konrad Trani
Copyright by Carl Ouncker Verlag, Berlin
11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Der Diensthabende hat das beleuchtete Banklokal bei der Nachtpatrouille' in schönster Ordnung ch gefunden?" fragte er. Dann wandte er sich an den Direktor und fuhr mit vorwurfsvoller Stimme fort: „Habe ich Ihnen nicht damals gesagt, daß die Fortsetzung der Holztäfelung über der Stahlkammertür ein Unfug ist? Eine Bank ist fein Boudoir! Der Gauner hat einfach die noble Holztür ausgehoben und zwischen die zwei Leisten geklemmt! Einen feineren und unauffälligeren Schutz und Schirm vor neugierigen Augen konnte er sich gar nicht wünschen! Daß er die Leisten zu entfernen vergessen hat, ist ein Schönheitsfehler."
Er studierte genau die Bohrlöcher und den Schnitt in der Platte.
„Sehr- unangenehm ... furchtbar peinlich!" murmelte der Direktor und tanzte nervös herum.
„Warum eigentlich für Sie? Sie sind doch bestimmt versichert!" sagte Jlke gelassen. „Mir ist die Sache viel peinlicher. Ich komme mir sehr blamiert vor. Ich hätte auf mein Härteverfahren geschworen!"
„Sie verstehen sehr viel von Kassenschränken und Stahlkammern, Herr Jlke?" fragte der Kommissar.
„Natürlich! Da ich sie konstruiere, muß es ja wohl so sein", antwortete Peter.
„Und auch vom Deffnen — ohne Schlüssel. Der Schlosser Herzog war damals blaß vor Neid ..."
Peter fuhr herum.
„Herr, was glauben Sie eigentlich?"
„Ich ... ich glaube gar nichts. Keinerlei Grund zur Aufregung, Herr Jlke. Wie lange hat der Mann — oder die zwei Männer — heute nacht gebraucht, um die Stahlkammer zu öffnen?"
„Mindestens sieben Stunden", sagte Peter entschieden.
„Sttmmt. Ich hätte auch auf sechs bis sieben Sttmden harter Arbeit geschätzt", nickte der Kommissar. „Und wo waren Sie gestern nacht?"
Eine leichte Röte stieg in Peters Wangen. Er fixierte den Kommissar. Dann zuckte er die Achsel.
„Sie sind schwer auf dem Holzwege, wenn Sie mich verdächtigen, Vereintester", höhnte er. „Wenn man mit der Erzeugung von Stahlkammern reichlich das-verdient, was man braucht, wäre man ein Narr, sich durch Gewaltmethoden Unannehmlichkeiten zu machen."
„Es soll Leute geben, die den nicht uiibettächt- lichen Zuschuß von etwa vierhunderttausend Mark recht gut brauchen können ... Wo waren Sie gestern nacht, Herr Jlke?"
„Zum Abendessen bei Voigt. Dann habe ich bis etwa zwei Uhr in meinem Betrieb gearbeitet ..."
„Allein, nicht wahr?"
„Keineswegs", fiel Peter ein, und der Hohn in seiner Stimme war nicht zu verkennen. „Zusammen mit meiner Sekretärin, Fräulein Grete Kretschner." '
„Was haben Sie so lange zu arbeiten gehabt? Mit Ihrer Sekretärin?" erkundigte sich Ruhle.
„Wir haben einen Fehler in der Bilanz gesucht!" Peter war sehr ärgerlich.
„Dann sind Sie nach Hause gegangen?"
„Ja. Und da ich meinen Schlüssel habe, ist es unwahrscheinlich, daß Madeleine mich gehört hat."
Der Kommissar wandte sich an den nervösen Direktor.
„Fertigen Sie eine genaue Liste über die Papiere an, oie geraubt worden sind, und schicken Sie sie mir ins Amt."
„Liste? Wozu diese Aufstellung?" stöhnte der Direktor. „Soweit ich sehe, fehlen weder Wertpapiere noch sonstige Depots. Das Geld ist gestohlen worden, nur das Bargeld! Und wieviel, das kann ich Ihnen auf Heller und Pfennig sagen!"
„Dann bitte ich Sie nur, sich zu meiner Verfügung zu halten", antwortete der Kommissar und wandte sich zum Gehen. „Herr Jlke, bitte kommen Sie mit mir!"
„Habe ich mich als verhaftet zu betrachten?"
„Nein, ich möchte Sie nur ersuchen, mir einige Auskünfte zu geben", antwortete kühl der Komnils- far. „Sie — und Ihre Sekretärin."
*
Ein schlankes dunkelhaariges Mädchen stand mit verweinten Augen vor dem Kommissar. Die Faust ballte sich fest um ein nasses Taschentuch. Ein hübsches Mädchen trotz der roten Augen und der verschwollenen Nase ...
„Wie lange sind Sie bei Herrn Jlke angestellt?" fragte der Kommissar, und seine Amtsmiene nahm einen milderen Ausdruck an. Weinende Frauen zu behelligen gehörte zu den unangenehmsten Aufgaben, fand er.
„Seit etwa einem halben Jahr ... Ich habe auf eine Annonce hin geschrieben und bin angestellt worden." Sie schluchzte auf.
„In welcher Eigenschaft?"
„Als Stenotypistin und Buchhalterin", stammelte üe. „Ich bin die einzige Beamtin, weil der Betrieb ja noch klein ist."
„Was haben Sie gestern abend gemacht?"
„Ich habe um sechs Uhr, nachdem die Arbeiter heimgegangen sind, zugesperrt und bin essen gegangen."
„Wohin?"
„3n den .Bären' ... Ich bin nicht von hier ... Ich esse im Gasthaus." Die Tränen liefen ihr über öie Wangen, als märe die Erwähnung dieses Umstandes em erneuter Anlaß, sich so heftig aufzu- regen.
„Und bann?"
„Dann bin ich etwa um halb neun wieder ins Büro gegangen. Der Chef und ich suchen seit einer Woche einen Rechenfehler im Hauptbuch. Um zehn Uhr habe ich ihn bei Herrn Voigt angerufen. Wie es ausgemacht war ..
Der Kommissar horchte auf. Aber das Aufleuchten in feinen Augen erlosch rasch, als das hübsche Mäd- chen fortfuhr:
„Und bann ist Herr Jlke gekommen, und wir haben bis gegen zwei Uhr gearbeitet. Es kann auch schon halb drei gewesen sein." Das Schluchzen oer-
stammte. „Und dann hatten wir endlich den Fehler gesunden."
„So? Das wissen Sie ganz genau?"
Eifriges Nicken. Sie wischte sich die Augen trocken, und das Leben schien dem Mädchen plötzlich wieder viel heiterer. Sie lächelte unsicher.
„Werden Ihnen diese Ueberstunden extra bezahlt?" fragte nun der Kommissar.
„Gewiß", sagte Grete erstaunt. „Herr Jlke ist ein sehr nobler Chef."
„Und da wissen Sie nicht genau, ob es zwei ober halb drei gewesen ist? Da haben Sie beim Verlassen des Büros nicht auf die Uhr gesehen?"
Mit weit aufgerissenen, erschrockenen Augen, die wieder bedenklich feucht wurden, starrte sie ihn an. Aber sie zeigte jetzt ein trotziges Gesicht.
„Auf eine halbe Stunde mehr oder weniger kommt es mir nicht an", sagte sie.
„Auf eine Stunde auch nicht? Vielleicht sind sie schon um halb zwei heimgeganaen? Ging Herr Jk7e gleichzeitig fort? fiat er sie helmbegleitet?"
Grete wurde unsicher und zögerte.
„3a ... nein ... Ein Stück des Weges .,
„Das finde ich von einem noblen Chef gar nicht liebenswürdig! Eine hübsche Sekretärin zu nacht- schlafener Zeit allein nach Hause gehen zu lassen."
„Was soll mir denn geschehen? Ich bin keinem einzigen Menschen begegnet, gestern nicht und niemals!"
„Nicht einmal dem diensttuenden Polizisten? Der hat Sie nämlich gesehen, als Sie bas Haus ve- traten.
Das Mäbchen sah den Kommissar erschrocken an. „3a, knapp nach elf Uhr hat er Sie gesehen!" „Nein, es muß später gewesen fein", wehrte sich Grete. „Viel später ... Mindestens Mitternacht!" „3ch habe gemeint, daß es zwei oder halb drei war, als Sie Schluß machten?"
„Ich weiß nicht ... mir sind die Ueberstunden nicht so wichtig ..." Das Mädchen stammelte und fing wieder zu meinen an. „Er hat mich gebeten... Peter ... wegen der Frau ..."
Sie sah den Kommissar verzweifelt an und schluchzte laut auf.
Es war kein vernünftiges Wort mehr aus »hr herauszubrmgen, weder im Guten noch im Bösen. E've geschlagene Viertelstunde bemühte sich Ruhle, ste zu beruhigen. Sie meinte und schüttelte den Kopf. Daraufhin entließ sie der Kommissar. Dieses Häuf- chen Unglück rannte ihm nicht davon.
Als Grete schluchzend aus der Tür geschlüpt war, trat ein schlanker Herr aus dem Nebenzimmer. .Daß 31 ke und die Kleine nicht bis zum Morgentauen Rechenfehler gesucht haben, scheint ja fest- zustehen", meinte er und zündete sich eine Zigarette an. „Aber warum lügt er? Und lügt sie? Das schlechte Gewissen muß nicht unbedingt einem Kas- seneinbruch gelten. Es soll schon vorgekommen sein aus dieser schnöden Welt, daß ein Chef und eine sehr hübsche Sekretärin nicht nur miteinander ge- arbeitet haben ... 3ch möchte gern wissen, wie die Frau dazu steht!"
Das Telephon klingelte. Ruhle horchte in den Apparat.
„grau Madeleine Jlke und Herr Josef Voigt möchten mich ober Sie sprechen", sagte Ruhle.
Schuh 8er Kinder vor Starkstromleitungen.
Immer wieder kommt es vor, daß die Kinder die Leitungsmasten der Elektrizitätsunternehmen erklettern. Die dadurch eintretenoen Unalücksfälle könnten vermieden werden, wenn die Kinder recht- zeittg und nachdrücklich auf öie' Gefahren der Hochspannungsleitungen hingewiesen würden. Der Reichserziehungsminifter hat daher angeordnet, daß das Merkblatt für Verhaltungsmaßregeln gegenüber elektrischen Freileitungen in angemessenen Zeitabständen zum Gegenstand der Besprechung im Unterricht gemacht wird. Außerdem sollen den Schulen Warntafeln zugestellt werben.
Mitwirkung der Gemeinden bei Bereinigung des Einzelhandels.
Nach den ergangenen Bestimmungen über die Beseitigung der Ueoerfetzung im Einzelhandel können Verkaufsstellen, Versandgeschäfte und Bestellkontore des Einzelhandels geschlossen werden, wenn der Inhaber oder die mit der Leitung des Unternehmens betraute Person in der Zeit vom 1. Januar 1937 bis zum Zeitpunkt der Ueberprüfung des Betriebes während mindestens drei, auch nicht zusammenhängenden Monaten, Wohlfahrtsunterstützung (öffentliche Fürsorge) bezogen hat, weil aus dem Unternehmen eine selbständige Existenz nicht gewährleistet ist. Nach § 3 der 1. Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Beseitigung her Übersetzung im Einzelhandel erläßt der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel die Anordnungen, die zur Ueberprüfung aller betroffenen Betriebe erforderlich sind. Der Reichsminister des Innern hat in einem Erlaß an die nachgeord- neten Stellen, ausschließlich der Ostmark und des Sudetengaues, die Gemeinden ersucht, dem Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel oder seinen Be- auftragten auf Anfrage die erforderlichen Aus- fünfte zu erteilen.
Brandgefahr durch Asche.
Es kommt immer wieder vor, baß man Asche in hölzerne Kisten und Fässer, in Pappschachteln, in Jute- und Papiersäcke schüttet und die so auf- bewahrte Asche in Holzställen, Scheunen ober in solchen Räumen unterbringt, in denen sich leicht brennbare Gegenstände befinden. Es muß leider immer wieder beobachtet werden, daß in der für erkaltet gehaltenen Asche sich Funken befinden, die die brennbaren Gegenstände entzünden können. Nach einer Verordnung ist Asche grundsätzlich in unoer* brennbaren Behältern unterzubringen, so daß jegliche Feuersgefahr ausgeschlossen ist.
Wer gegen die Verordnung verstößt, macht sich ftrafbar und hat für den entstandenen Verlust, der durch den fahrlässig herbeigeführten Brand an- gerichtet worden ist, aufzukommen. Deshalb fei jedermann vorsichtig und verwahre die Asche so, daß kein Brand entstehen kann. Man bedenke, baß während der heißen Jahreszeit oft nur ein kleiner Funke genügt, um einen verheerenden Dorfbranb zu entfachen.
pflichtjohr auch im Gartenbau.
Der Reichsarbeitsminister hat entschieden, daß als Tätigkeit in der Landwirtschaft nach den Bestimmungen über das weibliche Pflichtjahr auch eine einjährige Beschäftigung in einem Gartenbaubetrieb gilt, dessen Erzeugnisse ganz oder überwiegend der Volks- ernährung dienen. Hierzu gehören Betriebe des Obst, und Gemüsebaues und die für diese Betriebe erforderlichen Hilfsbetriebe, wie Baumschulen und Samenbaubetriebe. Eine Beschäftigung im Blumen- und Zierpflanzenbau, sowie in der Gartenausführung und Friedhofsgärtnerei wird als Pflichtjahrtätigkeit nicht anerkannt. In gemischten Gartenbaubetrieben kann bas Pflichtjahr nur abgeleistet werden, wenn die der Volksernährung dienende Erzeugung vorherrscht.
Aus der engeren Heimat.
Folgenschwerer Flugzeugunfall.
LPD. Gelnhausen, 8.Juni. Am Mittwochnachmittag gegen 17.40 Uhr stür z t e auf einem Uebungsfiug ein Flugzeug der Luftwaffe über Gelnhausen ab. Beim Aufschlagen auf das Dach eines Hauses dicht an der Frankfurter Straße geriet das Flu az e u g in Brand. Das Feuer griff auf zwölf anliegende Häuser über. Die dreiköpfige Besatzung kam ums Leben. Von den Bewohnern der inzwischen abgelöschten Häuser wurde niemand getötet, zwei sind schwer und 60 leicht verletzt.
50 Zahre Betriebsführer.
* Großen-Linden, 9. Juni. Am kommenden Sonntag, 11. Juni, kann der hiesige Weißbinder- meister Heinrich Dern VI. auf eine 5 0jährige Tätigkeit als Betriebsführer zurück- blicken. Noch heute und trotz seines hohen Alters arbeitet er noch im Betrübe tatkräftig mit. Wegen seines großen handwerklichen Könnens genießt er bei seinen Gefolgschaftsmitgliedern, wie auch in seinem Kundenkreis, hohes Ansehen. Der Jubilar erfreut sich aller körperlichen und geistigen Frische. (Unseren herzlichen Glückwunsch!)
Das Laubacher Ausschußfest.
A Laubach, 8. Juni. Die Vorbereitungen zu dem am kommenden Sonntag, 11.Juni, beginnenden
3 9 9. Laubacher „Ausschuß" sind in vollem Gange. Das Fest, bas an Den alten germanischeit Heerbann erinnert, führt seinen Ursprung auf dis im Jahre 1540 gegründete „Boxen-Schützen-Gesell- schäft" zurück. Als Fest echter Volksgemeinschaft hat der „Ausschuß", der alljährlich drei Tage lang dauert, bis auf den heutigen Tag seine Urform erhalten. Am Montag — dem Haupttage — stellt sich vormittags gegen 9 Uhr der traditionelle Festzug auf dem Marktplatz auf und marschiert sodann in den Schloßhof zur Empfangnahme des Hammels, der ebenfalls, wie alle Gaben (Preise), im Festzug mitgeführt wird. Die Leitung des Festes liegt in den Händen des diesjährigen Aüsschußhauptmanns Carl Rühl. Das Schießen der mehr als 400 Teilnehmer nimmt den ganzen Tag in Anspruch. Abends findet eine besondere Ehrung des Hammelschützen mit Ueberreichung der vorn Grafen zu Solms- La ubach geftifteten Denkmünze im Schloßhof statt. Der beste Schütze erhält damit auch das Recht, im nächstjährigen Feftzug die alte Schützenkette, die ans alten Laubacher Talern aus den Jahren 1540 bis 1770 besteht, zu tragen. Auch diesmal wird der Laubacher Ausschuß seine gewohnte Anziehungskraft nicht verfehlen, und viele Fremde werden in diesen Tagen das schöne oberhesfische Städtchen aufsuchen.
Landkreis Gietzen.
— Steinbach, 8. Juni. Die Heuernte, die nach Menge und Güte dieses Jahr gut ausfällt, hat schon seit Beginn dieser Woche eingesetzt und
Kühl, elegant und gelassen stand Madeleine neben ihrem Begleiter. Herr Voigt schien sich viel mehr aufzuregen als sie.
„Bevor ich irgend etwas sage, möchte ich betonen, daß ich zu jeder Kautionsstellung bereit bin, um meinen Freund Peter Jlke aus einer unwürdigen Situation zu befreien", sagte Voigt und schüttelte den beiden Kriminalisten die Hand.
„Darüber haben wir nicht zu entscheiden", wich der Kommissar aus und bot höflich Platz an. „Womit kann ich Ihnen dienen?"
„Mit der sofortigen Freilassung meines Mannes und damit, daß Sie einen unbegründeten Verdacht aufgeben", antwortete Madeleine kühl.
„Vielleicht können Sie uns helfen, dieses Ziel bald zu erreichen, gnädige Frau", antwortete raich der Inspektor. Nicht nur eine bildhübsche Sekretärin hat dieser Jlke, er hat auch eine schöne Frau! Können Sie uns sagen, wann Ihr Mann gestern abend heimgekommen ist?"
„Als ich heimkam, war er schon zu Hause und schlief", sagte Frau Jlke.
„Und wann war das?"
„Etwas nach drei Uhr ... Vielleicht wissen Hans Voigt und die beiden Fräulein Turach die genaue Zeit. Sie haben mich heimbegleitet."
„Ich habe gar nicht gewußt, daß Neukirchen so ein bewegtes Nachtleben führt", meinte der Kommissar.
„Das Nachtleben hat sich in meinem Hause abgespielt", warf der Bankier trocken ein.
Und Sie wissen bestimmt, daß Ihr Gatte das Haus nicht mehr verlassen hat?"
„Bestimmt. Ich habe einen sehr leichten Schlaf, und unsere Zimmer liegen nebeneinander", nickte Madeleine.
„Schade, daß die Aussagen Herrn Jlkes und seiner Sekretärin nicht eben o bestimmt sind. Fräulein Grete hat zwar viel gemeint —, dafür weiß sie leider nicht, womit sie ich in dieser Nacht die Zeit vertrieben hat...", sagte der Inspektor.
Madeleine zeigte ein hochmütiges Gesicht und zuckte die Achsel.
„Ich fühle mich weder für die Tränen noch für das schlechte Gedächtnis dieser Dame verantwortlich", sagte sie. „Dagegen pflegen die Angaben meines Mannes sehr verläßlich zu sein."
„Es ist bedauerlich, daß er gerade diesmal seiner Sache nicht so sicher zu sein scheint", warf der Kommissar ein.
So kommen wir nicht weiter, dachte Voigt. Es war ein Fehler, mit Madeleine allein und nicht in Begleitung eines Anwalts herzukommen. Meine Frau meint, daß sie auf Gretelchen eifersüchtig ift... Wenn es den Leuten gelingt, sie noch eifersüchtig zu machen, kann es lieb werden.
„3d) bitte zur Kenntnis zu nehmen, daß ich zur Kautionsstellung in jeder gewünschten Höhe und jederzeit bereit bin", sagte höflich Herr Voigt und verneigte sich. „Mein Anwalt wird das Nötige veranlassen."
Madeleine verabschiedete sich mit einem liebenswürdigen Nicken.
(Fortsetzung folgt)


