Ausgabe 
9.3.1939
 
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Das Volkswagenwerk Fallersleben

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Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wet­ter, ohne spröde zu werden*

Sheriffs Drama ist, das wurde schon angedeutet, ein typisch englisches Stück, das Fronterlebnis eines Offiziers, eines Gentlemans und Sportsmannes, eine männliche und soldatische Schilderung, die absolut aufrichtig, sachlich und ehrlich ist, nichts verschweigt und nichts beschönigt, die grundanständig in ihrer Gesinnung ist, viel Sinn für Ironie und gesunden, unsentimentalen Humor hat und dem Gegner ritter­lich und respektvoll gerecht wird. Selbstverständlich istDie andere Seite" ein Stück, das nur unter Männern spielt, außerdem ein Offiziersdrama; der gemeine Soldat und der Unterführer treten nur episodisch auf. Dennoch ist das Ganze von all­gemeiner und übernationaler Gültigkeit, Spiegelbild auch unserer eigenen Lage, denn diese Offiziere hier sind zwar in erster Linie Engländer, aber Sheriff hat nicht nur ein englisches, sondern auch ein sehr menschliches Kriegsstück geschrieben.

Seine Offiziere sind ganz ausgeprägte, deutlich profilierte und scharf gegeneinander abgesetzte Cha­raktere. Das große, unentrinnbare Schicksal des größten aller Kriege ist ihnen allen gemeinsam, aber darüber hinaus ist jeder doch eine Persönlich­keit für sich mit einem (nur noch schattenhaft aus ferner Erinnerung auftauchenden) Privatleben und mit seinem Einzelschicksal, das hier freilich frag­würdig und nahezu ausgelöscht erscheint.

Wir wollen die Einzelschilderung nicht aus­führen, auch dem Gang der Handlung nicht Szene für Szene folgen: hier ist alles so klar und all­gemeinverständlich, daß kein Wort der Erläuterung nötig ist. Zum Generalthema dieses Dramas, das wir vom deutschen Blickpunkt aus zu beleuchten versucht haben, mag allenfalls noch hinzugefugt wer­den, worin man Sheriffs Leistung am klarsten und knappsten zusammenfassen kann: hier wurde em über den national begrenzten Umkreis des Ur­sprungslandes hinaus gültiges Beispiel männlicher Bewährung im Kriege gestaltet.

Die Aufführung, von Dr. Hannes Razum mit großer Sorgfalt in Szene gesetzt, ließ etwas von der apokalyptisch umleuchteten Welt wieder lebendig werden, die vor mehr als zwanzig Jahren Wirklichkeit war. Der Buchtext war etwas gekürzt, aber nur wenig und an unwesentlichen Stellen. Es kam der Spielführung offenbar vor allem darauf an, die merkwürdige, oft schnell umspringende Stimmung wiederzugeben, die eigentümliche Atmosphäre des Unterstandes und des Grabens, die lähmende, nach­zitternde, nervenaufreibende Spannung, mit der der Tag des großen Angriffs erwartet wird. Im übrigen wurde, sehr anerkennenswert, nicht nur cm Kriegs­stück gegeben, sondern auch ein Charatterschausp'el, dessen Träger vornehmlich die sünj Kompanie- Offiziere waren,

deren Graben jenseits des schmalen, von Spreng­trichtern übersäten Streifens, den man Niemands­land nannte. Die andere Seite ist in diesem, zeit­lich und örtlich genau bezeichneten Falle der Kom­panieführerunterstand in einer englischen Graben­stellung vor St. Quentin, vom Montag, 18. März 1918, abends, bis zum Donnerstag, 21. März, mor­gens als die deutsche Frühjahrsoffensive losbrach.

*

Der erschütternde Doppeleindruck, der von Sheriffs vollkommen einheitlicher, aus persönlichstem Erleb­nis geschöpfter Darstellung ausgeht, läßt sich zusam­menfassen in der zwiefachen Feststellung: die andere Seite genau wie bei uns... und dann: wie un­endlich anders als bei uns. Das Leben in der Stellung, in der vordersten Linie, die Gespräche, die Witze und das Geschimpfe, die Gedanken, die sich gleicherweise auf die tägliche Notdurft richten, in die ungewisse nächste Zukunft und die unwahr­scheinlich weit dahinten liegende Vergangenheit und Heimat schweifen, die Ungewißheit, die an den Ner­ven zerrt, die Stille vor dem Sturm, die Kamerad­schaft und der Grabenkoller, die Verzweiflung und der Mut der Verzweiflung, die selbstverständliche Pflicht­erfüllung, das nie aussetzende Verantwortungs­bewußtsein und das Gefühl der bedingungslosen Verbundenheit auf Gedeih und Verderb Dies alles, um nur einiges zu sagen, erlebte dieandere

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Man erkennt das an einigen' wenigen Beispielen, wenn man sich etwa klarmacht, was es heißt' och; die englische Kompanie da drüben im Marz 18!' von einem Hauptmann geführt wird und außerdem noch über vier andere Offiziere verfugt', daß sie dort zum Frühstück gebratenen Schinken haben, Porridge wie daheim und zweierlei Jam; daß eine Aufregung entsteht, weil bcr Koch aus Versehen eine Büchse Aprikosengefaßt" hat statt einer Büchse Ananas... Und daß die drüben für ganze sechs Tage in Stellung sind und dann av- gelöst werden. ,.r .

Allerdings fällt der deutsche Angriff gerade in diese für unsere Begriffe lächerlich geringe Zeit, und er bedeutet das Ende aber für uns bleiben doch die entscheidenden Fragen: wie sah es damals bei uns aus? Welche deutsche Kompanie wurde tm März 18 von einem Hauptmann geführt? Welche hatte fünf Offiziere? Was hatten unsere Leute da- mals zu essen, was hatten sie anzuziehen, wie sah es mit der Bewaffnung aus, wie lange blieben ste in Stellung, wann wurde sie rausgezogen und ab­gelöst? Wer draußen war, weiß, was es nut solchen

gestellt. Für die Werbung kommen in erster Linie Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften in Betracht. Daneben steht als weiteres gutes Mittel die Werbung auf Ausstellungen, wie z. B. im kommenden August in der geplanten Ausstellung Wille und Tat" in Wiesbaden, wo unsere Stadt bei der großen Schau des Rhein-Main-Gebiets mit einem eigenen Stand von Bildern und Bei­trägen aus Industrie, Handwerk und Gewerbe ver­treten fein wird. Außerdem ist dieSchaufe n st e r- w e r b u n g, bei der ein ganzes Schaufenster in ge­schlossener Gestaltung durch die Stadt als Werbe­faktor benutzt wird, ein erfolgversprechender Weg, um reiselustige Volksgenossen und Besucher aus dem Auslande für unsere Stadt zu interessieren; der­artige Schaufensterwerbungen werden von unserem Verkehrsamt in Düsseldorf, Saarbrücken und Leipzig durchgeführt. In diesen Städten wird je ein Schau­fenster während der Dauer einiger Wochen für Gießen zur Verfügung stehen. Diese Städte liegen im Mittelpunkt des sog.Einzugsgebietes" für un­sere Stadt, d. h. aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet, aus dem Saarland und aus Sachsen haben wir nach den bisherigen Erfahrungen den stärksten Zustrom von Fremden zu erwarten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhänge, daß Gießen im verflossenen Jahre über 29 000 Besucher aus dem Reiche mit annähernd 40 000 Uebernachtungen und über 500

Ausländer mit über 600 Uebernachtungen zu oer* zeichnen hatte. .

Im Einklang mit der Hauptrichtlmie der dies­jährigen Werbung, Gießen als die ö t a b t Liebigs bekannt zu machen, erstrebt unser Gie­ßener Verkehrsamt B e f u ch s f a h r t e n aus dem Kreise der Gefolgschaften der chemischen Industrie des Rhein-Main-Gebietes in Form von sogenannten W o ch e n e n d a u s f l ü g e n , bei denen die Fahrt­teilnehmer die vielfältigen (Erinnerungen an Liebigs Zeit in Gießen, gleichzeitig aber auch die For- fchungs- und Lehrstätten der Chemie an unserer Universität in Augenschein nehmen können. Fach­gelehrte unserer Universität haben sich zu Führun­gen dieser Besucher durch die Universitätslnstitute bereit erklärt. . , . ...

Zur Liebig-Werbung hat unser einheimischer Künstler Kröck einen Entwurf eines Werb e - Hildes vollendet, das die Silhouette Gießens mit dem Gleiberg, Vetzberg und Dünsberg im Hmter-

Herrn R. C. Sheriff, der vermutlich vom internationalen Erfolge seines Stückes selbst am meisten überrascht war, gelang wenig später, was nur selten versucht wird und noch seltener gluckt: eine Variation des Themas in Romanform zu geben. Das Buch, das er mit Vernon Bartl ett zusammen schrieb, übernimmt große Partien des Dramas wörtlich und gibt außerdem eine Vor­geschichte zu den dort geschilderten Ereignissen, welche das Bild verbreitert und psychologisch ver­tieft. Das Umschlagbild der deutschen Ausgabe teilt die Fläche ungefähr diagonal auf und zeigt die wehende englische Kriegsflagge, deren Rückseite die alten deutschen Farben aufweist: eine geschickt ge­wählte, sinnbildliche Zusammenfassung dessen was hier gestaltet wurde. Der englische Originaltitel heißt in beiden FällenJourneys end" das Ende der Reise, der Seereise, der Ueberfahrt, der Fahrt an die Front in Frankreich. Die deutsche Ueber- tragung von Hans Reisiger ist sehr frei, aber sehr gut, weil sie doppelsinnig ist und für den deutschen Leser und Theaterbesucher mehl über das Wesen des Stückes aussagt als die Ueberschrist des englischen Originals.

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Die Werkzeughalle im Bau, sie ist 256 Meter tief, 144 Meter breit und 12 Meter hoch.

(Presseamt DAF.) _______________________

gründ, überragt von der Gestalt Liebigs und links das Profil des Liebig-Museums zeigend, darstellt. Dieses Werbebild soll auf den Umschlag eines Liebig-Heftes gedruckt werden, das mit wenig Text, aber mit vielen Bildern, als Sonderdruck her­ausgebracht und den Besuchern aus der chemischen Industrie, jedoch auch den übrigen Gästen unserer Stadt als (Erinnerung an ihren Besuch in Gießen und als immer wiederkehrende Werbung mitgegeben werden soll. Dieses Werbebild soll auch als große Photomontage den Hintergrund der Gießener Aus­stellung bei den Schaufen st erwer dun gen in Düsseldorf, Saarbrücken und Leipzig bilden. Die erste Wochenend-Besuchsfahrt, die im Zeichen der Liebig-Werbung steht, wird übrigens am kommen­den Samstag und Sonntag mit dem nqn uns gestern bereits gemeldeten Besuch von 70 Orts-- bauernsührern aus dem Waldecker Land durchgefuhrt. Vom 1. April ab wird das Städtische Verkehrsamt auch eine Schaufensterwerbung in einem freien Schaufenster der Schwarzschen Kolonnaden in der oberen BahnhoMaße durchführen.

Bei der A n z e i g e n - W e r b u n g m führenden Zeitungen des Rhein-Ruhr-Gebietes, des Saar­landes und Sachsens läßt unser Verkehrsamt sechs verschiedene Texte erscheinen, in denen von den mannigfachen Eigenschaften unserer ötaot ge­sprochen wird. In diesen Texten treten die kul­turelle und die wirtschaftliche Bedeutung, die land­schaftliche und die verkehrspolitische Eigenschaft unserer Stadt als Mittelpunkt v o n Ober- Hessen besonders in den Vordergrund. Daß dabei auch die reiche Geschichte unserer oberhesslschen Hei­mat anklingt, ist begrüßenswert und zugleich für unsere Stadt eine selbstverständliche Handlung. Die Universität nimmt in dieser Werbung durch Anzeigen die ihr gebührende hervorragende Stel-

Die Tätigkeit des Städtischen Verkehrsamtes vornehmlich der Arbeit gewidmet, die den Namen unserer Stadt und die Schönheiten unseres Gemein­wesens und der benachbarten Landschaft in anderen Gegenden des Reiches bekanntmacht. Zu diesem Zwecke werden vom Städtischen Verkehrsamt man­cherlei Wege beschritten. Die diesjährige Fremden- verkehrswerbung hat das Verkehrsamt unter das LeitwortGießen die Liebig-Stadt"

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Gegenüberstellungen und Fragen auf sich hat; b?r anderen mögen, gewissermaßen im Gegenbilde, im Negativ der englischen Schilderung und zwischen den Zeilen lesend, ermessen, was damals trotz allem auf unserer Seite und von unseren Truppen geleistet worden ist. *

Das durch alle drei Akte gleichbleibende Bild des Unterstandes, von Herrn Löffler sachgemäß auf- gebaut und hergerichtet, wirkte in seiner kahlen, chmucklosen, kerzenbeleuchteten Nüchternheit voll­kommen naturgetreu. Eine Schwierigkeit jeder Auf­führung dieses Stückes (und auch jedes andern Kriegs- stückes) bietet die Geräuschkulisse. Es ist selbstverständ­lich, daß mit den Mitteln des Theaters nur Andeu­tungen gegeben und Annäherungswerte erzielt wer­den können. Es wurde das in solchem Rahmen Mög­liche geleistet; man muß auch bedenken, daß die Wir­kung des Dramas nicht von der Lautstärke der Gehörs­eindrücke abhängt, sondern von seiner inneren Reali­tät, die in manchen Szenen sehr gedämpft und nur halblaut an unser Ohr dringt.

*

Die fünf wesentlichsten Figuren im Ltück waren äußerlich und vor allem im Charakterbilde mit wün­schenswerter Trennschärfe und Deutlichkeit von ein­ander abgehoben. Den Kompanieführer, Hauptmann Stanhope, gab Herr von Gschmeidler: im Ganzen weniger jugendlich, als man ihn nach dem Buche zu sehen erwartet, ganz konzentriert und gedämpft; man spürte die gelockerte und wieder gesammelte Energie, mit der dieser Mann seine versagenden Nerven zur Ruhe zu zwingen sucht; seine Ausbrüche entluden sich nicht mit hemmungslosem Geschrei, sondern mit mühsam gebändigtem, knirschendem In­grimm gleichsam nach innen.

Herr Geißler war der alte Osborne, derOnkel , eine seine, ruhige, sympathische Erscheinung; man empfindet, daß die Kompanie und der Stab in ihm so etwas wie ihren guten Geist verloren haben, als er von der gewaltsamen Erkundung nicht zurückkehrt.

Eine sehr schöne und bedachtsame Leistung zeigte Herr Gröndahl als der junge Raleigh; den stellt man sich nach der Lektüre gerade so vor, wie er hier gegeben wurde: noch fast knabenhaft, begeistert uni) ahnungslos, vom Erlebnis der Front alsbald im Innersten ergriffen, aufgewühlt und verwandelt. .

Herr Haars gab den Trotter ebenfalls genau tote er im Buche steht: behäbig, gemütlich und völlig nüchtern, dabei nicht ohne Humor, und zuverlässig, wenn es darauf ankommt.

Die schwierigste und undankbarste Aufgabe hatte Herr Schorn, dem der Leutnant Hibbert mit dec angeblichen Neuralgie anvertraut war: man muß spüren, daß der Mann simuliert, und es darf doch nicht eine Theaterszene im landläufigen Sinne daraus werden. Herr Schorn war in Ton und Haltung bestrebt, der Gestalt ihr Recht zukommen zu lassen.

*

Eine von unaufdringlichem Humor umgebene Figur war der von Herrn Geiger leicht und liebens­würdig gegebene Offizierskoch Mason. Auch die Herren Weiland (Hardy), S ch 1 i ck (Oberst),C o ss o v el (Feldwebel) und Voß (deutscher Gefangener) standen, jeder für sich, gut und treffend auf ihrem Posten.

Die Aufführung hinterließ einen starken Eindruck; es wäre zu wünschen, daß die kommenden Vorstel­lungen einen besseren Besuch aufweisen.

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Die andere Seite, die hier gezeigt wird, ist näm­lich zunächst einmal gewissermaßen die Kehrseite des Krieges im allgemeinen, das heißt em unerbitt­liches und ungeschminktes Gegenbild zu den Vor­stellungen der Daheimgebliebenen und den auf­geputzten, phrasenhaften, verlogenen Schilderungen gewisser Kriegsberichterstatter. Das bedeutet im be­sonderen, daß die landläufige, oberflächliche, wenn nicht sogar völlig falsche Vorstellung von einem Helden und vom Heldentum an der Front Mar nicht geradezu ins Gegenteil verkehrt, aber sachlich berichtigt und auf ein sehr menschliches Maß zu- rückgeführt wird.

Die andere Seite das heißt außerdem aber auch: hier wird gezeigt, wie der Krieg, von uns gus betrachtet, drüben aussah, beim Gegner, im an-

Seite" genau wie wir.

Für den deutschen Leser und Beschauer liegt es freilich näher, die Abstände und Unterschiede zu betonen, weil dieses typisch englische und in erster Linie für Engländer geschriebene Drama eben dann, gerade in solcher Gegenüberstellung, mehr oder minder unbewußt und unbeabsichtigt, die unerhört eindrucksvolle und ehrenvolle Huldigung eines ritter­lichen Gegners an den deutschen Frontsoldaten ent­hält, welche der Aufführung des Stückes an unserem Heldengedenktage eine tiefe innere Berechtigung

Die Fremdenoerkehrstagungen des Gebiets­abschnitts Oberhessen des Landesfremdenverkehrs­verbandes Rhein-Main in der vorigen Woche in Nidda und in Lauterbach haben die Frage der tädtifchen Verkehrswerbung in allen Fremden­verkehrsgemeinden Oberhessens in den Vordergrund gerückt. Wir haben uns wegen der Werbe- maßnahmen der Stadt Gießen bei den zuständigen Stellen erkundigt und können als Er­gebnis der Rücksprache die Feststellung machen, daß hier auch für dieses Jahr wieder ein großzügiges Werbeprogramm durchgeführt wird.

'Oie Werbemäßnahmen des Städtischen Verkehrsamtes.

Gießen die Liebig-Siadi.

Die Werbearbeit des Städtischen Verkehrsamtes und des Kremdenverkehrsvereins Gießen

Gießener Stadttheater.

R. 6. Sheriff:Die andere Seite."

Wenige Jahre nach dem Kriege wurde ein bis dahin völlig unbekannter, insbesondere literarisch gänzlich namenloser englischer Reserveoffizier von seinem Ruderklub aufgefordert, für irgendeine Jubl- läumsfestlichkeit ein Theaterstück zu schreiben: er weigerte sich zunächst, setzte sich dann hm und machte sich daran, und als er fertig war, stellte sich heraus, daß er zwar kaum den erwarteten Text für die Liebhabervorstellung seines Klubs, dafür aber eines der besten Kriegsstücke geschrieben hatte, wenn Nicht überhaupt das beste und gültigste, das man bis jetzt zu sehen bekommen und gelesen hatte; es wurde nicht nur in England ein großer Erfolg, sondern ist auch in Deutschland über zahllose Buhnen ge­gangen. In Gießen hatten wir es zum ersten Male 1930 unter Prasch. Es war ein ausgezeichneter Gedanke, sich dieses Stückes zum Heldengedenktage wieder zu entsinnen. *

Das Herz klopft vor Freude, und das Gesicht trahlt, daß Vorübergehende glauben könnten, ein größerer Lotteriegewinn habe einen überrascht Aber ist ein viel ruhigeres, ein weit weniger auf­regendes Glück/ diese unumstößliche Gewißheit: ich < reife! Der Tag ist voll Sonne, ein Feiertag mitten > cn der Woche, und alle Dinge leuchten in seinem < Glanz. Wie tausendfältig ich mich angesttahlt fühle, können meine Augen jedem verraten Sie sind groß uor Freude wie &inbcraugen, die nicht müde wer- ' den, sich zu wundern. Wohin sie sich wenden, finden die Blicke Schimmer und Schönheit, wie ja noch die , tleinfte Glasscherbe blitzt und funkelt, wenn das goldene Licht der Sonne auf sie fällt. 1

Menschen und Dinge verlieren ihre Tagtäglich- Peit, sobald eine glückstrunkene Seele sie anleuchtet. Meine durch das geschlossene Zugfenster schweifenden Äugen kommen von der vorübergleitenden Land- schast nicht los, die in der Mittagssonne vorsruh- lingshaft und verheißungsvoll glänzt.

Im kleinen Seitengarten eines Stationsgebäudes □rangt der erste Krokus. Wie kleine Fackeln tobern die gelben Flammenkelche aus aufgrünenbem Rasen. Von einem besonnten Balkon, wo eine junge Frau Wäsche aufhängt, winkt ein kleines Mädchen mit «beiden Armen.' Hinter einem schweren Ackerpferd I das dampfend durch die braunen Felderbreiten zieht, I brechen die Schollen wuchtig auseinander wie Waf- 1 jjer, die ein mächtiger Schiffsfiel zu Wogen teilt, i LEin paar Haselsträucher schütten aus wimpelnden Kätzchen Goldstaub in die Gegend. (Em schmaler Bach fällt wie flüssiges Silber über em niedriges Wehr um nach etlichen Wegwmdungen still und t(ar wie geschliffenes Glas den blauen Himmel zu I Spiegeln Ein kleiner Schwarm zierlicher Kohlmeisen . wechselt von einem Baumwipfel zu einem anderen hinüber. Die junge Saat setzt ihre satten grünen

I Streifen leuchtend zwischen die Schollenflachen.

Als der Zug hält, hallen durch das halb meder- nelaffene Fenster Gelächter und frohe Gespräche: reue Fahrgäste steigen zu. Ein Herr mit zwei Kof­fern kommt in mein Abteil. Ein anderer begrüßt ihn. Sie plaudern eine Zeitlang miteinander, dann zieht jeder eine Zeitung aus der Tasche und lieft «der tut wenigstens so, als lese er, bis die über­raschend knirschenden Bremsen den Zuaestiegenen j rufspr'mgen lassen. Er zerrt hastig seine Koffer aus idem Netz und stolpert in den Gang hinaus.Gutes

- «Geschäft!" ruft ihm der andere nach.

Es scheinen beide Reisende zu sein, das heißt : Menschen, die der Beruf immer nach einem Ziel | jjagt und die darum keinen sehnlicheren Wunsch Ibaben, als so schnell wie möglich anzukommen. Aber imer reift, muß Zeit haben, wenn er sich glücklich stählen soll, denn nicht bas Ziel ist alles, sonbern Der Weg, der ständig sich wechselnde und zu neuen Meisen und Wundern wachsende WegMan reist Doch nicht, um anzukommen!" sagt Goethe. Jeder Weg hat Ueberraschungen, die des Verweilens wert sind Das Glück des Augenblicks ist immer da, man muß es nur sehen und zu erleben verstehen. Nicht i Des Gipfels wegen erklimme ich einen Berg, dessen I Ausblick beglückend sein kann, es aber nicht zu sein I braucht, sondern der Anstieg ist trotz aller Mühen

And Beschwerden oder vielleicht gerade darum!

Das Schönste an der Partie.

Meine Blicke hängen wieder gebannt an der Landschaft. Die Sonne am Himmel meiner Seele vergoldet und verklärt sie, und wie sich schimmernd Bild an Bild reiht, fühle ich warm und tief das Glück: zu reifen. ________________________p B-