Donnerstag, 9. März M9
189. Jahrgang
:r. 58 Erstes Blatt
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1672-*
Der niederländische Wirtschaftsminister M. P. L. Steenberghe ist zu einem zweitägigen Besuch der Messe in Leipzig eingetroffen. Am Mittwoch besichtigte er die niederländische Kollektivausstellung und weitere Ausstellungshäuser der Messe. Aus Anlaß der Anwesenheit des Ministers veranstaltete der königlich-niederländische Gesandte in Berlin von Haersma de With einen Empfang.
gruppen nach Finnland entsenden. Auch Südamerika und Südafrika werden verhältnismäßig stark vertreten sein. Man rechnet damit, daß von der südamerikanischen Westküste aus ein Sonderdampfer direkt nach Helsinki geführt werden kann.
Dem Olympia-Quartieramt macht die Unterbringung dieser gewaltigen Besuchermengen Kopfzerbrechen. Eine kleine Erleichterung bedeutet die Tatsache, daß während der Olympiaspiele über 20 Ozeandampfer auf der Reede vor Helsinki liegen werden, die vollständig in den Dienst
der Besucher gestellt werden. Sie dienen als „schwimmende H o t e l s von denen aus ihre Bewohner schnell zur Stadt und wieder zurückgebracht werden können. Es ist keinen Augenblick daran zu zweifeln, daß Finnland alles tut, um feinen Olympiagästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Wie weit reicht Roofevetts Macht?
Von Professor Or. $. Schönemann.
Präsident Roosevelts aggressives Auftreten der letzten Monate führt ganz natürlich und notwendig zu der Frage, wieweit man sein Verhalten als maßgeblich für die amerikanische S t a a t s f ü h r u n g anzusehen hat. Amerikaner sind geneigt, ihrem Bundespräsidenten auch persönlich das Recht der freien Meinungsäußerung zuzubilligen, können aber leider nicht eindeutig ver- räten, wie etwa wir Deutschen zwischen Roosevelt dem Präsidenten und Roosevelt dem Privatmann unterscheiden sollen. Wann spricht er für sich allein? Wann spricht er für die USA.? Wann ganz privat, wann ganz offiziell? Schon daß man solche Fragen stellen kann, beweist, wie u n b e st i m m t im Grund die Verantwortlichkeit und das Führertum des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sind. Sehen wir uns seine verfassungsrechtliche Stellung genauer an.
Grundsätzlich teilt er seine Negierungsgewalt mit dem Kongreß, auf dem der Hauptton der amerikanischen Regierung ruht. Sie ist kein Parlamentarismus in der englischen Art, nämlich Parteiregierung durch ein verantwortliches Ministerium. Das Kabinett des Präsidenten ist gar kein Kabinett im staatsrechtlichen Sinn, sondern einfach e i n Kreis seiner persönlichen Ratgeber, seiner „Sekretäre" und keineswegs selbständiger Fachminister. Dadurch erschein^ das amerikanische Regierungssystem vom Präsidenten aus gesehen als „persönliche Administration". Der Präsident selbst kommt nicht wie der englische Premierminister aus de.r Volksvertretung, er muß sich auch nicht wie dieser mit der Volksmehrheit stellen. Er braucht nur am Leben zu bleiben, wie man spöttisch gesagt hat; denn während seiner vierjährigen Amtszeit ist er
da das Land von seinen Rechten, eine eigene Wahl zu treffen, bisher keinen Gebrauch gemacht habe. In dem Manifest wird daher eine kanadische Erklärung befürwortet, nach der das Land über Kriegführung oder Neutralität allein seine Entscheidungen treffen werde. Das kanadische Parlament könnte bestimmen, daß nur die Kriegserklärung durch den König auf den Rat seiner kanadisch e n Rl i n i st e r das Land zu Kriegsdienst verpflichten könnte. Eine solche Erklärung würde die natürliche Beendigung einer Entwicklung bilden, die das Land zu einer souveränen Nation werden ließ, die mit den übrigen britischen Völkern allein durch die Krone und Gefühle verbunden fühle.
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geschaffen wird.
Der Minister machte bann nähere Angaben über die Neuorganisierung der Panzer-Divisionen. Diese bestanden bisher aus je drei Brigaden zu drei Regimentern bzw. Bataillonen, die teilweise mit leichten Tanks und teilweise mit schweren Kreuzertanks ausgerüstet sind. Der Anteil der Kreuzertanks wird erhöht werden. Dadurch wird es möglich sein, die Zahl der Brigaden in einer Panzerdivision von drei auf zwei herabzusetzen. Die eine bisher bestehende Panzer-Division des stehenden Heeres wird eine ihrer Brigaden abgeben, aus der zusammen mit der neu aufzustellenden Brigade "bie zweite Panzer-Division d e s stehenden Heeres gebildet werden soll. (Eine weitere Panzer-Division befindet sich in Aegypten.) Die Mechanisierung der Armee ist so weit fortgeschritten, daß alle Bewaffnung und Ausrüstung und die Hälfte des Personals der Feldarmee gleichzeitig auf Kraftfahrzeugen befördert werden können.
Höre Belisha behandelte schließlich noch Einzelfragen von Bewaffnung und Ausrüstung der Heimatarmee und gab dann als Stärke der gesamten Streitkraft 19 Divisionen an, wobei er Territorialarmee zur Heimatverteidigung und „Feldarmee" unterschied. Charakteristischerweise äußerte der Minister zur Stärke der gegenwärtigen britischen Armee, daß hierbei weniger die Kopfstärke als die Materialausrüstung zähle. Ohne die indische Armee betrage die Kopfstärke der Armee nunmehr 531 000 Mann, der Bedarf an Offizieren sei vollkommen gedeckt worden. Die L a n d st u r m - F o r m a t i o n e n , die zur Zeit 6500 Mann umfassen, werden v e r st ä r k t werden. Im Laufe des kommenden Haushaltsjahres werden 1000 Offiziere und 16 000 Mann der Reserve des stehenden Heeres zu zweiwöchigen U e b u n g e n eingezogen werden, desgleichen etwa 500 Offiziere der Territorialarmee. Während das st e h e n d e Heer trotz besserer Rekrutierungsziffern noch um 16 000 Mann hinter dem Soll st and zurück b l e i b t, hat die Territorialarmee zum erstenmal in Friedenszeiten den Sollbestand überschritten. Die Sollstärke der Territorialarmee wird im neuen Haushaltsjahr auf 250 000 Mann erhöht werden. Der Kriegsminister kündigte für den Kriegsfall eine völlige Neuorganisation und Vereinheitlichung des Rekrutierungswesens für alle Zweige der Wehrmacht an.
Der „Daily Telegraph" sagt, es sei eine Erleichterung sowohl für die englische Oeffentlichkeit, als auch für „unsere Freunde in Frankreich", zu wissen, daß ein schlagkräftiges Heer in einem etwaigen europäischen Krieg in England bereit stünde. Die „Daily Mail" erläutert die Eröffnungen des Kriegs-
211 o n t real, 9. INärz (DNB. Funkspruch.) Das Blatt Le Devoir bringt das TNanifest von 74 bekannten kanadischen TNännern aus Wirtschaft, handel und Wissenschaft, in dem betont wird, daß es für die Einheit Kanadas gefährlich wäre und dazu im Widerspruch zu feiner neuen Verfassung stehen würde, wenn eine andere als d ie kanadische Regierung das Land an kriegerischen Verwicklungen beteiligen könnte. Eine wachsende Zahl kanadischer Bürger hatte die Formel von 1914 nicht mehr der Wirklichkeit angepaßt. Es könnten heute allerdings bei fremden Mächten Zweifel über die Haltung Kanadas im Kriegsfall bestehen, auf der anderen Seite fei es ebenso verständlich, daß England mit einer automatisch einsehenden Unterstützung Kanadas rechne,
Kanada will selbst über seine Beteiligung an einem Kriege entscheiden.
Englands Beitrag zur Sicherheit Frankreichs.
Kriegsminister Höre Belisha erläutert im Unterhaus den plan eines britischen Expeditions Heeres. - Lustabwehr und Reserven des Empire. - Motorisierung und Mechanisierung. - Rekrutierungssorgen.
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gungen Englands müßte durch die Form des Krieges bestimmt werden. Alle Pläne müßten überdies ständig überholt und geändert werden, je nach dem Wechsel in der politischen Lage. Eine bittere Pille ist eine Anfrage des „Daily Expreß", das Blatt schreibt, Hore-Belisha hat die Zahl der Schiffe geschätzt, die benötigt werden, um unsere Soldaten ins Ausland zu senden. Wie steht es nun aber mit den Schiffen, die unsere Nahrungsmittel heranschaffen müssen? Es hat keinen Wert, Armeen ins Ausland zu schicken, wenn wir an der Heiinat- front geschlagen werden, penn die gesamte Nation marschiert auf ihrem Magen. Eigenartigerweise enthält sich der „Daily Herold" jeder Stellungnahme, da die Arbeiterpartei sich erst in aller Eile schlüssig werden will, welche Linie sie nun beziehen wird. Sie ist solange in der Frage der Unterstützung Frankreichs gegen die Regierung Sturm gelaufen, daß sie nun erst ihren Oppositionsatem wiederfinden muß. Im Unterhaus erklärte der arbeiterparteiliche Abgeordnete Lees-Smith bereits: „Die mit der französischen Regierung gepflogenen Verhandlungen können höchst gefährlich werden. Worauf will man uns festlegen? Die Erklärung Chamberlains, wenn Frankreich das Opfer eines Angriffs würde, müßten wir ihm beistehen, legt uns nicht darauf fest, daß wir nun notwendigerweise Truppen nach Frankreich schicken müßten!"
Befriedigung in Paris.
Paris, 9. März. (Europapreß.) Die Erklärungen des englischen Kriegsministers Höre Belisha über die Möglichkeit einer sofortigen Hilfeleistung an Frankreich im Falle eines Konfliktes haben in Paris Befriedigung ausgelöst. Die Morgenblättcr heben hervor, daß neunzehn Divisionen im Ernstfälle zur Entsendung nach dem Kontinent bereit ständen. Der,^our" schreibt, zum ersten Male habe ein englischer Minister schon in Friedenszeiten genaue Angaben über die Reorganisationspläne der englischen Landarmee gemacht. Diese Pläne seien von der Absicht getragen, am Tage der Gefahr ein besonders ausgerüstetes Expeditionskorps auf den Kontinent zu schicken, das an der Seite der französischen Armee kämpfen werde. Die „Epoque" nennt die Erklärungen „klar und sehr beruhigend". Die Hauptsache sei, daß England zu Beginn eines Krieges nicht mehr allein reguläre Truppen, sondern auch aus» gebildete Reservisten. nach Frankreich schicken werde. Sehr wichtig sei es auch, daß in England alle Vorbereitungen getroffen seien, damit die Engländer sich sofort nach einem Kriegsausbruch in Massen zu den Fahnen melden könnten. Der „Figaro" meint, zum ersten Male sei die Organisation und die Entwicklung der britisch-französischen militärischen Zusammenarbeit unzweideutig enthüllt worden. Es könne keinen Zweifel mehr über den Maßstab und den Wert des britischen Militärs beistandes geben.
'liiert eine Uebersicht auf die Arbeitsstätte, auf der ‘uiermüblid) und bei jeder Witterung gesprengt, aiLaut, gehämmert und gegraben wird. In das Zeischen der Betonmischer fällt das Geknatter der P-eßluftbohrer — bis August sollen die Arbeiten landet sein.
Dicht neben dem Stadion nur wenige Meter vllich, bietet sich dasselbe Bild emsiger Arbeit. Ritten in Wald und Fels wurde hier das Lchwimm- Stadion gebaut. Unaufhörlich fallen die Sprengungen und fressen große Löcher ir den harten Granit. Krane und Greifer schlucken bs losgesprengte Gestein und schaffen für Bassin irib Tribüne Platz. Das Schwimmstadion wird nach fotier Vollendung rund 12 000 Besucher fassen kön- nm. An der Zufahrtstraße zum Stadion liegt die !D effehaUe, in der die Wettkämpfe im »D x e n', Gewichtheben und Ringen statt- ii den werden. Diese Messehalle, in der im ver- qmigenen Mai die internationale Flugzeugausstel- uig durchgeführt wurde, ist die größte Halle hrslsinkis und vermag nahezu 9000 Personen \t fassen. Etwas abseits liegen nur die Schieß - 'kätten in Malm und die Tennishalle im Ü^st-End, in der die Fechtwettbewerbe stattfinden. Siide Kampfstätten sind aber jederzeit leicht durch die günstige Omnibusoerbindung zu erreichen. Be- auders West-End liegt in einer landschaftlich ent- itfenben Lage, bicht hinter bem Schärenkranz, Inatten im Walb. Während den Schießwettbewerben n Malm etwa 10 000 Besucher beiwohnen können, ict die Tennishalle im Westend ein Fassungsver- u .gen für 1100 Personen. An weiteren Kampf- itdten sind noch das Ruder stad ion mit 11500, di Radrennbahn mit 7000, die Ballplätze nri 25 000 und das Reitst ad ion mit 8500 zu invähnen. Järnijärvi, der Austragungsort der 5ü g e l f l u g - Wettbewerbe, gewährt für itthr als 20 000 Menschen Raum. Regatten, Straßenrennen und Marathonlauf Id inen ebenfalls von einer nahezu unbegrenzten Zstucherzahl beobachtet werden.
Won den 200 000 Eintrittskarten, die während 'i)r Spiele täglich verkauft werden, fallen etwa 118000 auf die Bevölkerung von Helsinki selbst. Von uswärts kann man vielleicht täglich 110 bis 120000 Zssucher erwarten, davon sind etwa 40 000 Aus- ihber und etwa 70 000 Finnen aus allen Teilen le; Landes. Wenn man dabei die Berliner Erfah- imgen zu Grunde legt, wird sich jeder Ausländer ir-chschnittlich vier Tage in Helsinki aufhalten. So nölt man allerdings die theoretische Pesucherzahl icn 450 000 Personen. Diese Ziffer mag zu hoch griffen sein, denn die Zahl der finnischen f u d) e r aus der Provinz wird nach Schluß der ^.chtathletik-Woche stark zurückgehen. Die Gesamt- p>,l der aus dem Auslande zu erwartenden )lgmpiabesucher könnte man vorsichtig auf 150 000 Zssucher schätzen. Davon stellt den größten Teil |5I! andinavien, vor allem Schweden. Zah- Ilnnnäßig an zweiter Stelle werden, so hofft man, |)i Besucher aus Deutschland stehen, Leien die Besucher aus USA. folgen werden. Beiriders der Besuchter in USA. lebenden Finnen ssy d sehr stark fein. England, Frankreich, Italien, Ungarn und Polen werden ebenfalls starke Besucher-
abs. London, 8. März.
Kriegsminister Höre Belisha begründete im Unterhaus eingehend den Wehrhaushalt der britischen Armee. Er gab auch eine Erklärung über das Verhältnis Englands zu Frankreich in den sein Ressort berührenden Fragen ab. Höre Belisha knüpfte an die wiederholten Erklärungen des Pre- mierministers an, daß England an der Verteidigung der französischen vitalen Interessen im Notfälle teilhaben werde, und teilte mit, daß man sich in den Besprechungen mit Paris über einen möglichen Einsatz englischer Soldaten zu diesem Zwecke nicht fest gelegt habe. „Es sollten kluge Leute für jede Eventualität bereit sein." Die Art und Weise, wie England einen derartigen Beistand leisten werde, würde weder halbherzig fein, noch auf irgendeiner Theorie der Genfer Verpflichtungen beruhen. Es handele sich um Spezialpläne zur Verteidigung, nicht zum Angriff.
Für den Fall eines europäischen Krieges wird in England ein Expeditions he er aufgestellt und ausgerüstet, das aus 13 Infanterie-Divisionen (vier aktiven und neun territorialen), ferner drei motorisierten Divisionen der Territorialarmee, drei Panzerdivisionen (zwei aktive und eine territoriale) und zwei Kampfwagen-Brigaden der Territorialarmee mit zugeteilten So'nderformationen bestehen wird. Die Gesamtstärke der Expeditionsarmee wird danach mehr als 19 Divisionen umfassen. Der Kriegsminister fügte hinzu, daß die Entsendung dieser Expeditionsarmee im Kriegsfälle staffel- weise in vorher festgelegten Zeitabständen erfolgen würde. Zu dem Zeitpunkt, an dem die letzte Staffel England verlasse, würden bereits neue Streitkräfte ausgebildet und ausgerüstet fein.
Zum Armeehaushalt erklärte der Kriegsminister, die Heimatverteidigung sei wieder mit zur ersten Aufgabe der britischen Armee geworden. Dies komme insbesondere in der Luftabwehr zum Ausdruck; an Stelle der ursprünglichen zwei Divisionen seien fünf Luftabwehr- divisionen getreten, die noch um zwei weitere verstärkt werden würden, 2,5 Millionen Pfund seien hier für die Anlage von betonierten Geschütz ständen vorgesehen. Außerdem werde ein zentrales Kommando der Luftabwehr und für die Küstenverteidigung geschaffen werden. Zur Vermehrung der Luftabwehrkanonen sei eine.Ausgabe von 30 Millionen Pfund erforderlich. Die ‘ territoriale Feldarmee sei durch die Schaffung dieser Heimatverteidigungsarmee für Zusammenarbeit mit der regulären Feldarmee frei geworden.
Höre Belisha machte auch nähere Angaben über die Verstärkung der Küstenartillerie und Flak-Garnisonen in einer Reihe von englischen Kolonien, unter Hinzuziehung der Eingeborenenbevölkerung. Er nannte dabei besonders Malta, Cypern, Ceylon, Hongkong und Singapur. Diese sollen die Anforderungen an den Schutz der Handelsschiffahrt durch die Kriegsflotte herabsetzen. Von Bedeutung ist ferner die Erklärung des Ministers, daß die in Pa- l ä st i n a stehenden zwei Divisionen aus je acht Ba-
Finnland bereifet sich auf die Olympiade vor
Von unserem B. G -Korrespondenten
Helsinki, im März 1939.
Von dem Augenblick an, wo die Olympischen ( Ziele 1940 im Juli des vergangenen Jahres v o n * □ 11 o nach Helsinki verlegt worden sind, ] iben die Finnen ihre organisatorische Aufgabe mit e er stillen Entschlossenheit angepackt, die diesem Mfe eigen ist. Die Finnen wollen der kommenden Lympiade ein rein sportliches Gepräge geben, und W Mittelpunkt aller Vorbereitungen steht der Ausbau der Kampfstätten für die Olympischen (tiiele 1940. Sie liegen in schöner Geschlossenheit il nächsten Umkreis der finnischen Hauptstadt.
Da ist zunächst die größte und wichtigste Kampf- ifttite, das Finnland-Stadion. Vom Herzen i><7 Stadt in kürzester Zeit mit Omnibussen, Elek- irßchen oder auch zu Fuß zu erreichen, im Stadtteil T ölö, der mit seinen modernen Wohnbauten erst ir den letzten Jahren entstanden ist. Von Nvrd- V«sten reichen die Wälder bis an das Oval des ^«adions und bilden zu dem blendenden Weiß der i^rnpfstätte einen wohltuenden Kontrast. Am ; Juni des vergangenen Jahres ist das Finnland- €»abion seiner Bestimmung übergeben worben. Ein cvggehegter Wunsch ber finnischen Sportwelt ist iimit in Erfüllung gegangen, unb ber 73 Meter hche Olympiaturm würbe zu einem neuen Wahr- chen ber „Weißen Stabt im Narben". Kein H-ensch ahnte bamals, baß wenige Wochen später Tkio die Spiele abgeben und Finnland das Gast- Itni) der nächsten Olympiade werden würde. Don Hute auf morgen entwickelte sich das olympische ffcen, dessen Herz in der Hauptstadt des Landes bssonders sichtbar pulst, am Järnvägstorget, auf bi n Bahnhofsplatz, hat das Organisationskomitee jin Hauptquartier aufgeschlagen, dessen Arbeit im L ichen der fünf olympischen Ringe steht. Von hier ol-5 laufen die Fäden in alle Welt, hier wird ge- Ipinnt, entworfen und vorbereitet, kurzum, hier sillägt das Herz der olympischen Welt.
Rlrsprünglich war das Finnland-Stadion nur für etwa 30 000 Besucher geplant und ausgeführt wor- b.m. Nun muß die Kampfttätte das Doppelte d 'fer Besucherzahl aufnehmen können. Die Erweite- ningsarbeiten wurden bereits im vergangenen No- u-mber. in Angriff genommen. Die bisherige Lücke il der Ostseite des Ovals wird ausgebaut, und zu- ivxliche Tribünen wurden errichtet, so daß das ^.ssungsvermögen auf mindestens 60 000 Personen clweitert wird. Ein Blick vom Olympia-Turm ge-
taillonen bestehend, unter der Bezeichnung mittel-- Ministers dahin, baß England in einem kommenden östliche Reserve als eine separate Streitmacht Krieg wieder ein gewaltiges Expeditionsheer ent- anzusehen sind, die vom heimischen Nachschub unab- senden werbe. Die Form der militärischen Anstren- hängig sein soll. Es ist ferner zu erwarten, daß in' Indien eine zweite strategische Reserve
Gietzemr Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätzdruckerei «.Lauge in Stehen. Schristleitung und Geschästritelle: Schulftrahe ?


