Aus der engeren Heimat.
Schenkung an die SA.
* Watzenborn-Steinberg. 9. Febr. Unsere Gemeinde hat dem hiesigen S 21.» 61 u r m 13/116 das Grundstück Glossengasse 14, und zwar Grund und Boden und Gebäude, in dank- barer Erinnerung an die großen Verdienste der SA. zum Geschenk gemacht. Der SA.-Sturm 13/116 wird in diesem Haufe sein Heim und seine eigene Dienststelle einrichten. Die feierliche Uebergabe des Grundstücks an die SA. wird am nächsten Sonntag erfolgen.
Abschied von Ehrenchormeister Sommerlad.
Steuern, 8. Febr. Der an einem Herzschlag im Alter von 65 Jahren verstorbene Ehrenchormeister Karl Kaspar Sommerlad I. wurde bei außerordentlich starker Beteiligung zu Grabe getragen. Unter den Klängen der Musikkapelle des Infanterie-Regiments 116 und unter Vorantritt der Kriegerkameradschaft Beuern, der der Dahingegan- gene Jahrzehnte lang angehört hatte, bewegte sich nach dem Chorlied der Sänger und einer Feier am Trauerhause der schier endlose Zug des Trauer- gesolges zum Friedhof. Pfarrer Dietz als Orts- geifllicher hielt die Grabrede. Dann nahmen die Sangesfreunde Abschied von ihrem einstigen Chorleiter. Als erster sprach der Vereinsführer des Gesangvereins „Liederkranz" in Climbach, den der Verstorbene über 48 Jahre mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tod geleitet hatte. Hierauf traten die Vertreter der übrigen Chöre an das offene Grab, um die Verdienste des Verstorbenen für ihre Vereine zu würdigen und Kränze niederzulegen. Sängerkreisführer Müller (Gießen) sprach als Vertreter des Kreis, und Provinzialverbandes dem Dahingegangenen den Dank für seine unermüdliche, treue Arbeit im Dienst des deutschen Liedes aus. Die Kriegerkameradschaft Beuern ließ die Ehrensalve feuern. Der Verstorbene hatte seiner Militärpflicht in Gießen genügt und zog im Herbst 1914 mit dem Landsturm-Bataillon Gießen nach Frankreich. Am Grab nahm zuletzt noch ein Glied der weitverzweigten Familie Sommerlad Abschied von dem Heimgegangenen. Die Verdienste des verstorbenen Chorleiters um die Hebung des Männerchorwesens in unserer Gegend und um die Pflege des deutschen Liedes werden unvergessen bleiben bei allen denen, die mit ihm zusammenarbeiteten.
Zm Dienste des WHW.
A Annerod, 9. Febr. Am Samstagabend hatte sich der Gesangverein unseres Dorfes in den Dienst des WHW. gestellt. Im Saale des Gastwirts Wallbott bot die „Heiterkeit" schöne Lieder, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Die von Angehörigen der Wehrmacht und Herrn Körber (Wieseck) in selbstloser Weise gebotene Musik bereicherte den Abend in schöner Weise. Der Ortsbeauftragte des WHW. dankte allen Mitwirkenden für die Bereitwilligkeit, mit der sie sich in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Als Reinertrag konnten 51,85 Mark an das Winter- hilfswerk abgeführt werden.
Zweimal Schadenfeuer in Hohensolms
einem Theaterstück, bei dessen Ausführung drei Mädchen und sechs Vereinsmitglieder mitwirkten. Der Gesangverein stellte sich weiter mit einigen ge- sanglichen Darbietungen vor. Zum Schluß gab es noch einige Preisverlosungen. Tanz und Musik füllten den weiteren Verlauf des Abends aus.
(D Beuern, 8. Febr. Der Landwirt Heinrich Christoph Bello ff beging heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 81. Geburtstag. Der hochbetagte Mann nimmt an den Geschehnissen unserer Zeit noch regsten Anteil. In Haus, Hof und Feld hilft er noch bei mancher Arbeit. Wir beglückwünschen den alten Herrn. — Gegenwärtig findet in unserem Orte ein Ausbildungskursus für eine Rotkreuz - Ortsgemeinschaft statt. Die Ausbildung liegt in Händen von Dr. A u g st (Allen- dorf a.d.Lda.). An dem Kursus nehmen 14 Männer und 25 Frauen und Mädchen teil, so daß eine Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes mit insgesamt 39 Mitgliedern nunmehr auch in unserem Orte gegründet wurde. Zum Leiter wurde Heinrich Konrad bestimmt. Gleichzeitig werden etwa 30 Laien- helferinnen vom Luftschutz im Sanitätsdienst ausgebildet. Der lebhafte Einsatz für die Sache des Deutschen Roten Kreuzes und damit für die Volksgemeinschaft verdient alle Anerkennung
* Großen-Linden, 8. Februar In einer Versammlung der Feuerschutzpolizei Großen- Linden ernannte Hauptbrandmeister V e l t e n den Löschmeister Ernst Seht zum Brandmeister und Oberfeuerwehrmann Albert Leun II. zum Löschmeister. Brandmeister Otto Bo pf wurde durch den Kreisfeuerwehrdezernenten des Landratsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. Fuhr, zum Oberbrandmeister ernannt. Dieser Tage veranstaltete die Feuerschutzpolizei Großen-Linden im Saalbau Schaum einen Kameradschaftsabend, zu dem Bürgermeister Michel, die Gemeindevertretung, die Beamten sowie die Vorgesetzten der Feuerschutzpolizei Leihgestern und Lang-Göns erschienen waren. Hauptbrandmeister Velten begrüßte in seiner Ansprache die Gäste, worauf Bürgermeister Michel in vortrefflichen Worten den Sinn und Zweck des Tages der deutschen Polizei darlegte und auf die große Bedeutung des 30. Januar, den 6. Jahrestag der nationalen Erhebung verwies. Seine Worte fanden großen Beifall. Anschließend gedachte Hauptbrandmeister Velten der Helden des Weltkrieges und schloß den ersten Teil der Veranstaltung mit dreifachem Sieg-Heil auf unseren Führer 2ffdolf Hitler. Dann wechselten in bunter Folge Tanzmusik und humoristische Vorträge. Herr Schlick vom Stadttheater Gießen hatte sich für den heiteren Teil verpflichtet und fand mit seinen Darbietungen großen Beifall. Der gute Besuch der Veranstaltung zeugt für die enge Verbundenheit zwischen Feuerwehr und Einwohnerschaft. Bei guter
Stimmung und Humor fand die Veranstaltung ihr würdiges Ende.
* Watzenborn-Steinberg, 7. Februar Der hiesige Gesangverein „Germania" hatte am tsamstag seine Mitglieder mit Angehörigen zu einem Gesellschaftsabend zusammengerufen, der einen sehr schönen Verlauf nahm Der Chor, unter Stabführung von Chormeister Harnisch, sang an diesem Abend wieder einem dankbaren Publikum mehrere Chöre und Volkslieder, die den denkbar besten Eindruck hinterließen. Auch gelangten zwei kleinere Theaterstücke zur Aufführung, wobei alle Darsteller ihr Bestes gaben. Schöne Unterhaltungsmusik sorgte für die nötige Abwechslung. Zur Freude aller erschien auch der Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, der sich mit Dirigent und Verein besonders verbunden fühlt, und gab einige Proben seiner humorvollen Mundartgedichte. Er trug wesentlich zur Vervollständigung des Abends bei. Vereinsführer Th. Ju ng nahm Gelegenheit, die Sangesbrüder Karl Sommer, Otto R u k - kelshaufen, Joh. Karl Sommer, Ernst Sarnes und Jakob Schmandt zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu ernennen. Ferner überreichte er den Sangesbrüdern K. Sommer und O. Ruckeishausen in Anbetracht ihrer 25jäh- rigen Sängertätigkeit die Ehrennadel des Vereins. Tanz und anregende Unterhaltung hielten die Mit- glieder und Angehörige noch lange beisammen.
<> Holzheim, 8. Febr. Zur Prüfung der Luftschutzbereitschaft der Selbstschutzkräfte in unserem Orte fand eine Luftschutzübung statt, zu der fünf Luftschutzgemeinschaften aufgerufen waren. Die Blockw>arte prüften die Häuser und Wohnungen auf ihre Luftschutzbereitschaft. Nachmittags ertönte „Fliegeralarm". Im Nu waren Straßen und Gassen menschenleer. „Brandbombeneinschläge" lösten „Feuer" aus, das in zwei Fällen erfolgreich bekämpft werden konnte, während sich an anderer Stelle „Großfeuer" entwickelte. Alle Luftschutz- Hausgemeinschaften griffen nun bei der Brandbekämpfung ein. Die Löschübung wurde vorbildlich durchgeführt. Die Laienhelferinnen waren ebenfalls eingesetzt und hatten zwei verunglückten Hausfeuerwehrleuten zu helfen. Die Uebungsleiter, Bürgermeister Buß und Untergruppenführer K. I. Jun g, sprachen allen Beteiligten an der Hebung ihre Anerkennung aus. — Der Turnverein 1908 Holzheim hielt im Saale der Gastwirtschaft Sarnes seinen diesjährigen Familienabend ab. Vereinführer Zeiß begrüßte die Kameraden, insbesondere den Kreismännerturnwart Reuter, Gießen, und einige Mitglieder der Kreisriege. Nach der Einbringung der Fahnen zeigte die im vergangenen Jahre gegründete Frauenriege unter Leitung von Turnwart P f a n n k u ch einige Hebungen am Barren und Keulenübungen. Die Darbietungen fanden viel Beifall. Den humoristischen Teil des Abends hatte Herr Menges, Heuchelheim, übernommen.
tenen Weltrekord über den stehenden Kilometer zu schlagen, scheiterten. Die höchste Geschwindigkeit betrug auf einer Rückfahrt 183,767 km/st Der Motor arbeitete nicht völlig einwandfrei, so daß alle motorischen Kräfte nicht nutzbar gemacht werden konnten.
Die bayerischen Motorenwerke waren am Mittwoch mit ihrem Troß noch nicht zur Stelle, da Karl Gall, der die schnelle Halbliter-Maschine steuern sollte, erkrankt ist. Am Donnerstag werden aber auch BMW. zusammen mit Hanomag zu ihren Rekordversuchen starten. Mercedes-Benz schaltet einen Ruhetag ein und meldet sich am Freitag wieder.
Deutschland England 1:0.
Eishockey-Zwifchenrundensieg zur Weltmeisterschaft.
Das zweite Spiel der Zwischenrunde in der Eishockey-Weltmeisterschaft führte Deutschland am Mittwochnachmittag auf der Züricher Dolder-Eis- bahn vor über 7000 Zuschauern gegen den vorjährigen Europameister England. Die Briten, die mit einer stark verjüngten Mannschaft in der Schweiz erschienen sind, wurden fast durchweg in die Verteidigung gedrängt. Wenn Deutschland doch nur knapp 1:0 (0:0, 0:0, 1.0) durch ein Tor Jä- neckes im letzten Drittel gewann, dann hatten die Engländer dies allein dem hervorragenden Schlußmann Foster zu verdanken.
Im Basler Zwischenrundenkampf zeigten sich die Polen den Ungarn mit 5:3 (1:1, 2:0, 2:2) Toren überlegen. — In der Trostrunde zezwangen die Italiener ihre holländischen Gegner knapp 2:1 (0:0, 0:0, 2:1).
T* Gießener Hallen-Handball Turnier am 19 Februar.
Das 7. Hallen-Hcmdball-Turnier findet am 19. Februar in der Volkshalle zu Gießen statt. Das Fachamt hat den Kreisschiedsrichter-Obmann Becker (Gießen) mit den Arbeiten und der Ausgestaltung des Turniers beauftragt. Die Ausschreibungen sind den Vereinen zugegangen. Der Meldeschluß'ist schon der 14. Februar. Gespielt wird wieder in zwei Klassen. Zur Austragung gelangen wieder die Wanderpreise. Selbstverständlich herrscht am 19. Februar für den gesamten Kreis Gießen Spielverbot.
Vor neuen Aufsahen im ASM.-Kreis 8.
Der Kreisführer berichtet.
Staffelführer Dr. Schäfer, der Kreisführer des NSRL., hatte die Mitarbeiter der Kreisführung zu einer Arbeitstagung im „Burghof" in Gießen einberufen. In herzlichen Worten dankte er ihnen zunächst für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit und bat sie, diesen seinen Dank allen Kameraden des NSRL. zu übermitteln. Die selbstlose Arbeit im Dienste der Leibeserziehung, so führte Dr. Schäfer u. a. aus, hat ihren schönsten Lohn in den letzten Tagen des alten Jahres gefunden. Der Führer hat den seitherigen RsL. zum NSRL. erhoben. Die Auszeichnung des Bundes als eines „nationalsozialistischen" bedeutet nicht allein Anerkennung, sondern vor allem Verpflichtung, Verpflichtung für die Führeraufgabe, ein „Volk in Leibesübungen" zu erziehen.
Der Arbeitsplan 1939.
SJl.-'fpOTt
Saracciola fuhr zwei neue Klaffenrekorde.
Glückliche Einweihung der Dessauer Retordstrecke.
— Hohensolms, 8. Febr. Am Samstag gegen 5.30 Hhr brach in der Scheuer eines hiesigen Anwesens Feuer aus. Trotz sofortigen und energischen Eingreifens der örtlichen Feuerwehr war es nicht möglich, das Gebäude zu erhalten. Die Scheune brannte, da das Feuer im Heu und Stroh reiche Nahrung hatte, bis auf die Grundmauern nieder. Am heutigen Mittwoch wurde die Feuerwehr zmN zweiten Male alarmiert. Unmittelbar bei der Brandstätte des Samstags ging eine benachbarte Scheuer in Flammen auf, die ebenfalls mit Heu und Stroh gefüllt, rasch ein Raub der Flammen wurde. Die Untersuchungen über die Brandursachen sind im Gange.
Neue Aemler in Scholten.
s Schotten, 8. Febr. In die Räume des früheren Kreisamtsgebäudes ist das neue FeIdbe - reintgungsamt eingezogen; 7 Familien sind hierher übergesiedelt, die weiteren werden folgen; das Amt hat seine Tätigkeit ausgenommen. In die früheren Räume der Kreisleitung wird das neue Straßenbauamt einziehen, eben wird mit der inneren Wiederherstellung der Räume begonnen. Die Ortsgruppe der Partei mit ihren Gliederungen wird den unteren Stock im Haus des Karl Stang, Adolf-Hiller-Straße, beziehen.
Gemeinderat in Schotten.
A Schotten, 7. Febr. In seiner jüngsten Sitzung befaßte sich der G e m e i n d e r a t mit den in diesem Jahre stattfindenden Märkten und größeren Veranstaltungen. Neben den üblichen Schweinemärkten sind zwei größere Märkte vorgesehen, der Prämiierungsmarkt am 3. Psingst- seiertag und der Sommermarkt vom 13. bis 16. August, der in Verbindung mit KdF. größer ausgestaltet werden soll. Im Laufe des Sommers finden in Schotten das Wertungssingen des Niddatal-Sängerbundes, das große Motorradrennen „Rund um Schotten", das Kreisturnfest, das Derg- turnfeft auf dem Hoherodskopf statt, daneben wird die Stadt starken Besuch von KdF.-Urlaubern, ferner Urlaubern der Opelwerke u. a. erhalten.
Vom Hochbauamt ist ein Bebauungsplan des Geländes zwischen Niddastraße-Alte Straße auf- gestellt worden, der vom Gemeinderat gutgeheißen wurde. Das neue Siedlungsgelände an der Laubacher Straße wird weiter erschlossen werden, es werden dort im Laufe des Jahres eine Reihe weiterer Siedlungen erstehen. Eine neue Straße wird dort bis zum Schwimmbad angelegt werden. Auch das Ernährungshilfswerk wird in der Stadt durchgeführt werden. Ein Stall in der Cellariusfchen Hofreite ist gemietet worden, in dem durch die NSV. mit der Mast einer Reihe von Schweinen bald begonnen wird.
Landkreis Gießen
* Wieseck, 9. Febr. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern am morgigen Freitag, 10. Februar, der Landwirt Ludwig Stein und seine Ehefrau Katharine, geb. Brück. Wir gratulieren dem Jubelpaar herzlich.
> Rödgen, 8. Febr. Der Männergesangverein .Konkordia" hielt am Samstag im Saalbau Wagner sein Wintervergnügen ab. Anfangs spielte die Musik einige Märsche, worauf der Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten Konrad Nicolai (Großen-Buseck) einige schöne Lieder gut vortrug. Dann zeigte der Verein seinen zahlreichen Gasten feine schauspielerischen Talente in
Caracciolas Wagen auf der Rekordstrecke. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Die Rekordstrecke auf der Reichsautobahn bei Dessau hätte nicht glücklicher eingeweiht werden können, als es am Mittwoch mit den erfolgreichen Rekordversuchen unseres Europameisters Rudolf Caracciola geschah. Alle Angriffe, die „Carraisch" auf die internationalen Klaffenrekorde des Italieners F u r m a n i f unternahm, gelangen. Einzig der Weltrekord Bernd Rosemeyers über den stehenden Kilometer hielt, vorerst wenigstens, den Attacken Caracciolas stand. Mit dem Drei-Liter-Mercedes- Benz, dem neuen Formelwagen der Untertürkheimer, stellte der Europameister den internationalen Klassenrekord, den der italienische Ingenieur Furmanik auf einem Maserati über den stehenden Kilometer mit 150,840 km/st hielt, auf 175,097 km/st, und über die stehende Meile wurde Furmanik von 156,532 km/st auf 2 0 4.577 km/st, erheblich verbessert.
Auch Jng. Häberle war mit dem Zwei-Liter- Hanomag-Diesel nicht müßig. Ihm gelangen zwei neue Bestleistungen für Schweröl-Motoren. Mit stehendem Start fuhr er den Kilometer mit 8 6,87 km/st (mittlere Fahrzeit 41,43 Fekunden) und die Meile mit 98,481 km/st, wobei als Fahrzeit ein Durchschnitt von 58,83 Sekunden gestoppt wurde.
Einweihung der Rennstrecke.
An der Reichsautobahn-Auffahrt Dessau-Süd (hier sind die Wagenboxen aufgebaut) nahm der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, am Mittwochvormittag mit einer Ansprache die sportliche Einweihung der Rekordstrecke Dessau— Bitterfeld vor. „Der heutige Tag wird ein Mcilen- ftein in der Geschichte des Motorsports sein", erklärte der Korpsführer und wies dann darauf hin, baß die neue Rekordstrecke notwendig geworden war, weis sich die Avus und das früher benutzte Autobahnstück bei Frankfurt a. M. als zu schmal erwiesen hatten. Korpsführer Hühnlein verlieh zum Schluß seiner Freude darüber Ausdruck, daß Mercedes-Benz mit Europameister R. Carracciola und Hanomag mit Jng. Häberle als Erste zur Erprobung der Strecke erschienen waren.
3-Litcr-Modell mit neuer Karosserie.
Ein unangenehmer Seitenwind von beträchtlicher Stärke ließ es für diesen Tag ratsam erscheinen, zu
nächst auf Rekordversuche mit fliegendem Start (bei zunehmender Geschwindigkeit macht sich naturgemäß der Einfluß des Windes stärker bemerkbar!) zu verzichten und zunächst die Klassenrekorde Fur- maniks, die längst schon einer Verbesserung bedurften, unter die Lupe zu nehmen.
Viel bestaunt werden natürlich die beiden Mercedes-Rennwagen, die die Rekorde brechen sollen. Neben dem 3-Liter-Modell der neuen Formel steht der „alte" 5,6-Liter-Wagen, beide mit neuen Karosserien, da die Vollstromlinien-Verkleidung zu viel Gewicht hat und für Rekorde mit stehendem Start eine leichte (allerdings immer noch windschnittige) „Verhüllung" am zweckmäßigsten ist. Die äußere Form des 3-Liter-Wagens ist unterschieden in das fischleibartige Mittelstück und die vier Windschutz- Verkleidungen der Räder, deren Achsen ebenfalls verschalt sind. Hanomag hatte seinen 2-Liter-Diesel in eine Vollstromlinie eingehüllt.
Rekorde fallen.
Bei einer Probefahrt von R. Caracciola stellte sich heraus, daß der Mittelstreifen der Bahn im Augenblick für Rekordversuche ungeeignet ist, da auf dem noch nicht befahrenen Straßenstück Flugsand liegt und die Räder nur schlecht greifen. Der Europameister benutzte daraufhin für seinen ersten Versuch über den Kilometer mit stehendem Start in der 3-Liter-Klasse die rechte Straßenseite.
Auf Anhieb schraubte er den seit zwei Jahren von dem Italiener Furmanik auf Maserati gehaltenen Rekord von 150,840 km/st auf 172,166 km/st, wobei er für die Hin- und Rückfahrt eine mittlere Fahrzeit von 20,91 Sekunden benötigte. Diese Leistung hatte jedoch keinen langen Bestand. Caracciola stieg noch einmal in seinen Wagen und übertraf sich selbst, indem er 175,097 km/st erreichte (174,587 km/st für die Hinfahrt, 175,695 km/st für die Rückfahrt, Fahrzeit 20,56 Sekunden).
Mittags, als es wärmer und etwas windstiller geworden war, glückte Caracciola auch noch der Rekord über die „st ehende Meile" (bisher Furmanik auf Maserati mit 156,532 km/st). Nach drei Versuchen landete Caracciola schließlich bei 204,577 km/st mit einer mittleren Fahrzeit von 28,32 Sekunden. Zwei Versuche mit dem 5,6-Liter-Wagen, den von Bernd Rosemeyer mit 188,7 km/st, gchal-
Mit den Vertretern der Fachämter legte dann Kreissportwart Mohr den Arbeits- und Wett- kampsplan des Jahres fest. Außer den Wettkämpfen der Fachämter wird als überfachliche Veranstaltung am 2, Juli das Kreisfest in Alsfeld durch-- geführt. Für die Wahl dieses Austragungsortes sprach vor allem, daß dieser Teil des Kreises längere Zeit keine größere Veranstaltung hatte und überdies dort die Arbeit des NSRL. noch eine wesentliche Ausweitung erfahren kann
Erstmalig in diesem Jahre führt der Kreis 8 am 20.August in Greifenstein ein Berg- fe ft durch. Die gauoffenen Veranstaltungen des Nachbarkreises Friedberg, das Bergfest auf dem Hoherodskopf und das Weidig - Bergfest bei Butzbach, werden trotzdem die Wettkämpfer unseres Kreises vertreten finden. Das Bergfest in Greifenstein wird vor allem die Wettkämpfer der Unterfreife Wetzlar und Dillenburg sowie eines Teiles des Kreises G'eßen im Wett- streit sehen. — Neben den Lehrgängen der Fachämter werden dieses Jahr gemeinsame Hebungsleiter-Lehrgänge verschiedener Fachämter neu eingerichtet. Den Anfang machen am 26. Februar die Fachämter Turnen, Leichtathletik, Handball und Fußball.
„ hamPiouetSPort"Paris spielt iu Gießen
Als besondere Auszeichnung darf der Kreis 8 buchen, daß diese französische Spitzenmannschaft int Basket-Spiel auf Anordnung des Reichsfachamtsleiters am 19 Februar in der Volkshalle in Gietzen gegen eine Gießener Stadtmannschaft antritt. Das in Deutschland noch junge Basket-Spiel hat gerade in Gießen und der engeren Umgebung in kurzer Zeit eine große Zahl begeisterter 2lnhänger gefunden. So wird es, wie Kreissportwart Mohr mit- teilte, möglich sein, bereits in der kommenden Sviel- zeit Kreisverbandsspiele durchzuführen. Ein Spiel bester französischer Meisterklasse dürfte dem Basket- Spiel weitere Freunde zuführen Vier unserer besten Handballmannschaften tragen im Rahmen dieser Veranstaltung ein Hallenhandball - Turnier aus.
Der „Breslau-Film" kommt.
Eine Großkundgebung des deutschen Sports sieht Gießen am 26. März. Der Film vom „Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau" wird im Rahmen einer Morgenveranstaltung im Gloria - Palast für Gießen erstausgeführt. Noch einmal werden uns hier die herrlichen und erlebnisreichen Tage dieses großen deutschen Volksfestes, das über den Rahmen eines Turn- und Sportfestes hinauswuchs und tu einer Kundgebung der Volksdeutschen in aller Welt wurde, zurückgerufen.
Wch-r-Tki-l-cke in itronf
Zweierbob-Weltmeisterschaften in St. Moritz.
Daß Deutschland, das im Vorjahre durch die NSKK.-Fahrer Fischer-Thielecke den Weltmeistertitel im Zweierbob gewann, auch diesmal bei den Titelkämpfen gut vertreten ist, bewiesen die beiden ersten Läufe am Mittwoch in St. Moritz. Die Weltmeister Fischer-Thielecke setzten sich zu- ammen mit dem belgischen Bob I (Baron ßunben= Cooper) mit je 2:45,7 Minuten an die Spitze der Gesamtwertung. Ausgezeichnet hielt sich auch der zweite deutsche Bob mit Major Zahn-Schlaffer, der mit einer Gesamtzeit von 2:48,1 Minuten dichtauf folgte. Dabei ließ der Bob Deutschland II noch so bekannte Fahrer wie McEvoy (England) und den Viererbob-Weltmeister Feierabend (Schweiz) hinter sich.


