ttr. 288 Zweites Blatt
gjcftener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Freitag. 8. Dezember 1939
Der Gießener Haushalt 1939 vor den Ratsherren
CUe S°le6erren aua U"i> «leimtmben. - Di- UmoefioHuno om MMor -
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nur ein Sommerhaus und das Kürbisbeet ein Kürbisbeet. So wanderte ich ein paar Tage still und in mich verschlossen durch die verwandelte Welt. Bis ich meinen neuen Freund wiedertraf. Der sagte mir, am nächsten schulfreien Mittwochnachmittag wolle er mit ein paar tüchtigen Kerlen auf das Gut seines Onkels hinaus, und ich dürfe auch mitkommen.
Ich traute meinen Augen nicht, als ich an der verabredeten Stelle eintraf, fand ich nicht nur den ganzen Stamm der Komanchen, sondern auch die Apachen vollzählig versammelt, als hätte nie Todfeindschaft zwischen ihnen geherrscht. Man nahm nicht viel Notiz von mir; ich wanderte still neben den andern her, und mein neuer Freund, der mich kaum begrüßt hatte, führte das große Wort. Er sprach von Erzherzog Karl, von Blücher und Gnei- senau, von Aspern und Wagram, von Leipzig und Waterloo; aber es war alles falsch, was er sagte, er ließ bei Aspern die Preußen und an der Beresina die Spanier kämpfen, er verlegte Groß-Gör- schen nach Polen und Elba nach Afrika, und als ich ganz leise und bescheiden einen Irrtum richtigstellen wollte, brüllte er „Halts Maul!" und sprach überhaupt nichts mehr mit mir.
chsbahn. hr ruhig
15 fester, einzelne
ständnislosen Widerstand gestoßen, daß ich es aufgab, einen andern in diese Traumwelt zu ziehen. Bis dieser andere doch kam ...
Er war größer und kräftiger als ich, er hatte eine viel lautere Stimme, so daß ich zuerst kein Wort herausbrachte. Erst als er erwähnte, die da drüben mit ihrer dummen Indianerspielerei könnten ihn gern haben — er wisse was viel besseres — faßte ich gelindes Zutrauen. Ich sagte bescheiden, er hatte recht; der Erzherzog Karl, der Blücher und der Gneisenau, das seien ganz andere Kerle gewesen, weil sie den Napoleon besiegt hätten? Er stimmte mir huldvoll und etwas von oben herab bei und besichtigte dann wie ein Armeeinspektor unseren Garten.
Ich faßte Mut und erklärte ihm die Situation, zeigte ihm die Etappenstraße, die von Paris nach Moskau führte, ließ meine Truppen defilieren und wies den verborgensten Ort, unser Kürbisbeet, das ich zur pyrenäischen Halbinsel ernannt hatte, da ich mir diese sehr fruchtbar vorstellte und die Kürbisse für tropische Früchte hielt. Aber mein neuer Freund lachte nur dazu und meinte, das sei doch alles Dreck und der Garten da viel zu klein, als daß man eine ordentliche Schlacht hier schlagen könne. Da wisse er ein viel besseres Gelände; sein Onkel hätte ein Gut in der Nachbarschaft, das sei beinahe so groß wie ganz Schlesien. Er werde mich einmal mifnehmen, fügte er mit kühler Herablassung bei.
Als ich am nächsten Morgen in den Garten ging, war er entzaubert. Das Sommerhaus war eben
sondern noch im Stadium bes Werbens sinb ist eine naßere Berichterstattung vorläufig nicht möglich.
_ - — Die Umgestaltung am Setterstor. —
Gießen hat über 47000 Einwohner.
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Oberbürgermeister Ritter
wies die neuen Ratsherren sodann darauf hin, daß sie durch ihre Berufung als Ratsherren in das Verhältnis eines Ehrenbeamten der Stadt Gießen ein- getreten sind, und er gab dem Wunsche Ausdruck
Napoleon wird gefangen genommen.
Von Robert Hohlbaum.
!* klingt vielleicht etwas nach Reklame, aber ,Jl* .ai2 diese Gefahr hin muß ich darauf hinwei- ich vor einigen Jahren einen Napoleon- ^nan geschrieben habe. Das war der Abschluß Wr Reihe von Ereignissen, deren erste Station in früheste Kinderzeit fällt. Ich glaube, ich Wtte noch nicht einmal lesen, als mir ein Buch l,le .Hande kam: die Geschichte Oesterreichs von r, ein etwas kraus verworrenes Chroniken- l- Aber es hatte einen unschätzbaren Vorteil: E ®Qrir€/1? bebildert. Unter anderem war auch W Konterfei Napoleons, die Hand vorschriftsmäßig F£* den Umformrock geschoben und die Stirn- re ebenso vorschriftsmäßig ins Gesicht gekämmt.
Pau1 ... „ (G^ iBoect-
begnügte ich mich damir die Uniformen und rot anzustreichen, Wangen und Augen g loneren, so daß er aussah wie ein blauäugiger k-^enengel. Dann aber erfuhr ich zu meinem .LJlE€n’ daß dieser Mann, den ich mit solch ge- . iJn Farben ausgestattet hgtte, den Erzherzog ich fanatisch liebte, nicht eben gut behan- v" schrieb ich mit unauslöschlichem Rot- M gräßlichsten Schimpfworte quer über das E?n*er benen „Du Lump!", „Du Luder!" noch ^«ernettesten waren.
ö?«^ich kam dann meine große „historische
• Der Hauptteil meiner Kameraden hatte Europa abgeschlossen und war nach der Neuen
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Zeitschriffen.
— 2)05 Kampfgebiet der Westfront stellt die neueste Nummer der „I l l u st r i r t e n Z e i t u n q" gr?^e,n ^ahl der eingetragenen Orte übersichtlichen und klaren Karte im Dierfarben- druck heraus Die Aufnahmen vom „Vorfeld des Westwalls bilden dazu eine vortteffliche bildliche Ergänzung. — Die moderne Seekriegführunq ist ^bemu der farbigen Zeichnung von Marinemaler Walter Zeeden und des mit Sonderzeichnun- Wott Sttobel ausgestatteten Aufsatzes "M dem U-Boot-Mutterschiff ,Saar' auf hoher See Daß das Mittelalter schon über eine gewisse Knegstechmk verfugte, geht aus dem Beittag „Konrad Kyeser der erste deutsche Kriegsingenieur" hervor. — Die Porttätzeichnung von Staatsschau« spieler Heinrich George, die Werner Knoth aus- Mhrte zeigt den Menschen und Künstler, dessen «eöeuhmg für di- Bühnenkunst auch in einem bebilderten Beitrag gewürdigt wird.
^?r?k^^oeben erschienenen Heft blickt das älteste bestehende deutsche Modenblatt die Mo« denwelt" (Deutscher Verlag Berlin), auf ein dreivierttl Jahchundert zurück. Was sich in diesem Zeitraum im Reich der Mode ereignete, welche Höhepunkte und Krisen sie durchlebte, welche Ent« davon geben ein interessanter Preisausschreiben ein anschauliches Bild. Außerdem bringt das bunte Heft Kleider, die wenig Punkte „fressen", Winterdirndl, Hüb- ches mit Seide, Tüll oder Spitze und Kindersachen. Unter dem Motto „Aus alt mach neu" stehen ^e Setten. Weiter findet man Tips fürs Reinigen und Waschen von Kleidungsstücken, einen Weawei. reze^.^ Mobelstilg^ und zeitgemäße Koch-
Dornotizen.
_ Tageskalender für Freilag.
«Stadtchenter: 20 bis 22.45 Uhr „Die Entführung s:s dem Serckil . — Gloria-Palast (Seltersweg)- ,/chanmsfeuer". — Lichtspielhaus lBahnhofftraße):' Flarm auf Station III"; 14.30 Uhr Märchenvor- ntliW „Die Heinzelmännchen", „Der Wolr und
Wen Geißlein", Gasper bei den Sioi"--In- vrnem , „Kinderlieder". — Obechesstscher Kunst- fc-ein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus m Brand.
Sladlthealer Gießen.
um heutigen Freitag kommt zum ersten Male ozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail" h' Aufführung. Die musikalische Leitung hat Paul Filter, die Spielleitung Hans Geißler
den soll; diese Straße wird zwischen Volksbad und Kino bis zur Wolkengasse durchgeführt werden.
JSÄ* ?re^ri5^erJ9en vktroihäuschen soll, gleichzeitig als Abschluß des neugestalteten Platzes nach dem Hindenburgwall zu, gegenüber der Bleichstraße
^olonnadenbau geschaffen werden, an dessen Stirnseite als Eingang eine Rundhalle stehen Räume für das Reisebüro an- schließen sollen. Weiterhin werden in dem Kolonnadenbau der Lesesaal und die Stadtbücherei, die ,eV -w Torhaus vor dem Stadttheater unter- gebracht ist, sowie sanitäre Einrichtungen und eine Umsormerstation untergebracht werden. Vor dem .ovnadenbau sollen auch Ruhebänke und gärt- ^latz hoben, damit dort die Möglichkeit besteht, bei Spaziergängen auszuruhen.
Die Ratsherren stimniten dieser Umgestaltung am Selterstor zu und erklärten sich mit den erforder« Wn Änderungen der Sttaßenfluchtlinien einver« lianden.
AeugeflaNuna am Walllor.
®tn weiterer Vortrag von Staütbaudirettok «4.roaik bfer baulichen Neugestaltung am ^?^r, ^cke Hit erwall/Walltorstraße, gewidmet. nlan5me5Ccbüd) klünstigere Verhält- niffe als letzt für die Derkehrsabwicklung und gleich- ^lt,9 em schönes Stadtbild geschaffen werden. Da
Ich stand noch nicht lange, da merkte ich, wie alle aus mich losrückten: zuerst noch taktisch be- dachtig, dann aber immer schneller, und endlich er- osfnete eine Armee einen Kavallerieanqriff gegen mich. Da brach der Instinkt des verfolgten Tieres in mir aus, und ich begann zu laufen.
r Seben bin ich so gelaufen! Ich
!ief über Wiesen und ungemähte Felder, ich floh in den Wald verfing mich in einem Astqewirr und wurde auf diese Weise schmählich gefangen. Ich miiP Zu niemer Schande gestehen, ich spuckte, biß und Hatzte, ich fd>ne um Hilfe, aber man steckte mir eine Art Knebel in den Mund und band mir vor die Augen. Ich wurde verschlevvt, bis endlich eine Tur klappte und ich auf etwas Weiches f -L' Jn0^ vvch Dünger da und warmen Tier- leibern. Meine Finger griffen in die weiche Masse au^ der ich gebettet lag — ich war in einem Kuh-
i d» Gauleiters als Beauftragter
^^P- für die Stadt Gießen die feierliche Einführung der neuen Ratsherren vor. Er erinnerte nnr£rrÄf bie ^^"kfche Gemeindeordnung fest- UnhbhUnb Verpflichtung, Bindeglied zwi- s-ib Oberbürgermeister und der Bevölkerung an h n Anregungen und Wünsche der Bevölkerung on den Oberbürgermeister als Leiter der Stadtver- Sn!9 beranzuttagen, die Pläne und Anordnungen w rnn^b„Ur?e^mx-ft m5 ber Bevölkerung verständlich 3U machen und die Notwendigkeiten der jeweiligen ltungsmaßnahmen darzulegen, soweit Wunsch b^s"'^ b^-^Volksgenossen hierzu erkennbar Inders m der Kriegszeit, so betonte der • teruba o?n. ble Ratsherren diese Verpflich- % ’n erffer Llnie zu erfüllen, da jetzt mancherlei mprh»bnUh-9es XnL ber Gesamtheit erlassen
tneröen, die durch sachkundige Aufklärung dem Ver-
der Volksgenossen nahegebracht werden mußten Dadurch erwachse den Ratsherren eine große und besonders wichtige Aufgabe, die es auch zu einer besonderen Ehre mache, Ratsherr einer so aufstreben- den und in jeder Hinsicht vorwärtsdrängenden Stadt wie Gießen zu sein. Den Ratsherren als den in langjährigem Dienst der Partei und der Allgemeinheit erprobten Mannern sei durch ihre Berufung in das Ratsherrenamt das besondere Vertrauen der Partei bekundet worden, daß sie auch an dieser Stelle fruchtbare Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft ei ten wurden. Mit den besten Wünschen des Gau- leiters und seinen eigenen guten Wünschen über- . sichte Krersleiter Backhaus sodann den neuen Ratsherren die Ernennungsurkunde.
fammenarbeit mit der Verwaltung ihre Pflicht als Ehrenbeamte erfüllen und die Jntereffen der Stadt w (Ar1» Bevölkerung forgfam vertreten mochten. Anfchsteßend nahm der Oberbürgermeister die Vereidigung der neuen Ratsherren auf den Führer vor. 1
schenk
tten en- un!* ind prak- edeckten Auswahl
ffiie lange ich hier gefangen lag, weiß ich nicht Dm- lrertr ‘t1 Elchen ungewissem Dunkel e h?>ater' al-5 'ch ’m wirklichen kriege einmal von Lawinen verschüttet wurde ging es mir ebenso. Damals war ich freilich schon' vernünftiger, ein stiller Erwachsener, aber der arme ^e-ste Lausbub schrie zum Steinerweichen, bis er EL ^^lah, daß das nutzlos sei und sich in sein Schicksal ergab. Am Abend entdeckte mich die Kuhmagd, und es war schon Nacht, als ich nach Hause kam und meines Vaters Besorgnis sich in ein paar Ohrfeigen Luft machte.
Viel später erst habe ich erfahren, daß der Kuh- jtall damals Sankt Helena gewesen sei. Vielleicht verdanke ich diesem Iugenderlebnis die Tragik meines Napoleon-Romans.
‘ ?uk..w°r sür meinen Blick von ungeheurer ■ @r”6e- Unübersehbar roeit dehnten sich die Felder n)u.1vn von noch unendlicherem Wald begrentt ' uvd.das Gutshaus mit allen Scheunen und Neben- 1 ^bauden erschien mir als eine Stadt, die sich gar 1 L--PZ-S, Moskau und Paris vergleichen
’ L‘Cr6-9r™eln ^eund. den die kühnsten .Häuptlinge ■ der Apachen und Komanchen als Oberhaupt aner- kannten, stelltesich»auf einen Baumstamm und gab seine Befehle. Jeder erhielt einen Namen und eine Aufgabe: der eine war Gneisenau, der andere Erzherzog Karl, der dritte Blücher, der vierte Yorck der fünfte Scharnhorst. Er selbst ernannte sich zu ST-bem Eroßen, und ich war viel zu ver- schuchtert um einzuwenden, daß der bei den qro- tzen Schlachten gegen Napoleon nicht mehr gut habe mittun können. Nur ich stand noch aus. und mein Vorrat an Führernamen erschöpft war, fürchtete ich schon, ganz ausgeschaltet zu werden Ms der Gewaltige mich rief und mit diktatorischer Geste anherrschte: „Und du bist der Napoleon!" orrf r~?ar Jpra<?To?' id> war niedergeschmettert. Zille Sch-mvfworte, die ich mit rotem Bleistift quer über das Bitt) in der Geschichte von Patuzzi qe- chneben batte, sielen mir ein: ich sollte ein Lump sein, ein Luder ... Ich wollte ihm meinen Protest entgegenschleudern, aber es war keine Zeit mehr dazu, denn schon begann die Schlacht — welche das weiß ich nicht? Mein Freund und Gebieter meinte zwar Waterloo, aber er wies nach den Türmen von Moskau, und der Dorfbach war ja
™ “ 65 $in9 ^en alles durcheinander!
Rasch bezogen die Armeekorps ihre Positionen- l°> fto^ noch immer auf demselben Fleck. Bis mich „Friedrich der Große" anschrie, ich solle mich zu jener Eiche stellen, und ich den Befehl aus- führte.
frohes Weihnachtsfest erleb n f?/Ien ßi
- ^e Grundlage für manche Aenderungen und neue > Aufgaben nach Maßgabe der gesetzlichen Besttm- ! mungen gegeben. Weiter machte der Oberbürger- 1 weister auf die teilweise Unterschiedlichkeit der Steuerausschlagssätze von Gießen einerseits und Wieseck und Klein-Linden anderseits aufmerksam, die in den Eingemeindungsoerträgen begründet ist und die Brücke zu einer allmähligen Angleichung £-erf ^"^rsätze darstellt; bei einigen Steuern ist öiefe Vereinheitlichung der Ausfchlagssätze bereits vorhanden.
Schließlich erwähnte Oberbürgermeister Ritter noch daß infolge des Krieges vielleicht einige int Haushalt für 1939 vorgesehenen neuen Aufgaben eine gewisse zeitliche Verschiebung erfahren können, deswegen aber nicht etwa aufgegeben sind, sondern durch die Einfügung in den Haushaltsplan ihre Grundlage behalten und darauf zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht werden. Die vielfältigen Aufbaumaßnahmen unserer Stadt werden also unverkürzt beibehalten und zum gegebenen günstigen A'tpunkt verwirklicht. Die Einwohnerzahl unserer Stadt hat sich seit 1933, wo hier rund 36 000 Be- N"er gezahlt wurden, bis jetzt infolge des natür-
Wochstums und der Eingemeindungen auf 47 680 erhöht.
Rach dem aufschlußreichen Vortrag des Oberbürgermeisters erflärten sich die Ratsherren ohne weitere Aussprache mit dem neuen Haushaltsplan einverstanden. Damit sind auch die Wirtschaftspläne der .Betriebe und die Son verhau sh alte gutgeheißen.
Der Haushaltsplan für 1939.
Nunmehr folgte die Beratung des H a u s h a l t s - fj!J<sxbe.r ©tabt Gießen für das R j. 112h 9 « -L ba3U gehörigen Haushaltssatzung. Heber alle wichtigen Einzelheiten des neuen Haus- ft,™ Haushaltssatzung haben wir in un
serer gestrigen Ausgabe bereits eingehend berichtet.
Oberbürgermeister Ritter
gab den Ratsherren in einem längeren Vortrag “«•r bife nichtigsten Abschnitte und die bedeutendsten Einzelpositionen des neuen Haus- Mts Er ennnerte daran, daß er, veranlaßt durch öen Kriegsausbruch, bereits Anfang September den Voranschlag s°stg-,etzt hat. um damit all- ®nin£ lagen für die ungestörte Arbeit der Verwaltung auch wahrend der ersten Kriegszeit zu schaffen.^ Der Krieg hat natürlich, so betonte der Oberbürger- Ä, 7°nche Position und Pläne im Haushalt oder geändert auch manche neue Aufgabe WArA^t a^G<’ jedoch ist der Hauptrahmen des Voranschlages bestehen geblieben, und damit ist auch
■ , der — von uns gestern bereits
- berichteten — Rechnungsabschlüsse der Stadtwerke I der Sondechaushalte der Oberschule für Mäd- 1 $en der Gewerbeschule hielt auf Veranlassung -Och», Oh^u^ermeister Ritter der Leiter des Stadtbauamtes, Stadtbaudirektor G r a v e r t einen Vortrag Über die Umgestaltung des Platzes am Selters tor. Diese Neugestaltung haben wir, unter Beyugung eines Planes, anhand A^^^arungen von ^ständiger Seit- in unserer zlusgabe Nr. 275 vom 23. November bereits eingehend geschildert. Stadtbaudirektor G r a v e r t teilte den Ratsherren zunächst die Ursachen mit, die zwangslausig zu dieser Neugestaltung führten, da bei den immer stärker angewachsenen Erforder- s Verkehrs ine bisherigen Platzverhältnisse chu Selterstor immer unhaltbarer geworden sind Umgestaltung sowohl unter dem § Il^^wlnfel des Fährverkehrs, insbesondere des Bettiebs mit großen Kraftfahrzeugen, als auch vom BUckpunkt des Interesses des Fußgängers aus. Seine Erläuterung der Pläne machte deutlich, daß durch die Umgestaltung am Selterstor erhebliche Derbesserungen jUr den Fahr« und Fußgängerver- kehr erzielt werden, aber auch das Stadtbil9 durch diese Neuherrichtung und eine entsprechende Umgestaltung der Fassade einiger anliegender Häuser eine annehmbare Verschönerung erfahren soll. Durch rne Schäftung von Parkplätzen beiderseits vom Sel- &ntWaorn für Aufstellung von 80 bis > 'tfahrzeugen gewonnen werden, und zwar 0/ w?-I?rkplvtz am Hindenburgwall gegenüber ber Bleichstraße etwa 40 bis 42 Fahrzeuge auf- Mmen können, wahrend die vom Horst-Wessel- und Bahnhofstraße
R Ph" $erh Verwaltung war mit Oberbürgermeister "er ber Seigeorbnefe Nicolaus erschienen ^o^berren mit Ausnahme berer bie als bjX qnn°rfrC7 ^mbe stehen. Weiter waren noch Wegen ^anbe verschiedener Verwaltungsämter hflE6exr6ür9^rmeiftcr Ritter begrüßte zunächst mit h!l°r-b-lrer ^F.cuöe den Kreisleiter, dessen Besuch in einp^fn"? UrJlie Ratsherren und die Verwaltung Wntah6 nber- H'erauf galt sein Gruß den
6obannrrfon(gf™b.'efOni,erC nCUe" Mi'gli-b-rn.
Einführung und Verpflichtung der drei neuen Ratsherren.
die^Roblefes 2Imt wurden aus Wieseck O'e Pg. Karl Kirchner und Otto Stein aus Klem-Lmden Pg. Heinrich Fischer.
Kreisleiter Backhaus
i^«Ä^-apyes-s- sä» mjes-sÄ.*-*
Der S^uv^ Stabthaus. Bergstraße, eingelaben.
'o bsr b,e u-uen Ratsherren von Wie- etn=^Inben elngeführt wurden, wohnte der
^a u rCl5 ?Cüßrau' Kreisleiter Back-
?ar auch die erste Sitzung in dem fa™9e Q *etcn unb DoU,9 neuhergerichteten Sitzungs-
ausgewandert. In unserer Nachbarschaft .tzur noch Komanchen und Apachen, die ein» Locher in den Kopf schlugen. Da rauchte man ^spfeifen mit den seltsamsten Kräutern, da man Bogen unb Pfeile, ba warf man , "Qm^5 haarscharf am Kopf bes Marterpfahl- 5 vorbei, ba verfolgte man die Bleichgesichter Hasse. Auch mich, denn ich kctt besten Willen nicht entschließen
। T.1- lrg end einem Stamme beizutreten.
ie ilöflLiJ war mir Amerika! Ich wohnte in den Auen rö oJlltH d?ern'. schwamm durch die eisige Beresina, Hoffl jlll' Elw . wit Friedrich Staps den Mordstahl gegen ™ FuIjiU Q^en- Unfer kleiner Garten erfuhr die
E|P?'ei*£n^en Aenderungen; ein kleiner Teich Wm n • °”aiJ' ^as Sommerhaus je nach Bedarf p6b ‘ r*^9 ober. Moskau. Das verschloß ich aber wir, denn als ich einmal meinen er“Lie^®or' nicht in den Kreml zu gehen, weil I verbrennen müsse, war ich auf solch ver-1
Lb'7v H ,°uch Diele fleißige Häube an ber Arbeit ’ ,m6 6enn Es ist an einem trüben T)eaemhPWn« großen Zimmer eines Gasthauses aeht" ?u. Viele Frauen haben sich dort Änm. ‘eb?aft den — aufgefordert von ihrer Fraue^tt?!^?'
-.ääS' »• -».«
bunter ober ernster, bunllcr Wolle
Frauenhänden gestrickt worbem°nun^werb°en 7 7 fainmengefetzt zu schönen, warmen Äf 2 Mögen sie vielen Tapferen braußen b * < Kälte Wärme bringen aus der Heim^^m und erzählen von liebenden Frauen zu HauüÄ- lf)nern is «*"'*• '•"" sÄis
^b-r auch vielen, vielen Sinbern soll ber Weib- nachtstsich gebeckt werben. Da finb Spielsachen äe- (ammdt wvbben, ganze Körbe voll stehen ba N„b mele. kleme Puppenbetken warten barauf angematt zu werben ehe b,° fügen rosa ober blauen ober die kleinen Puppenkinder in w-ik-» er -xOf1)5 Ld-r Nachtkittelchln^h^
; Berge von blau- ober rotgewürfelten ober'
Kissen unb Feberdettchen häufen sich'
Und nun sollen also die Bettkden di- 5- Tentäften hergestellt finb unb hoM kunstfertig da,b rt SufCn balb mit Räb-rn ab7r Füßen v«sch-n sinb angestrichen werben. Dosen mit Farbe “ ^b viele Pinsel, bie aber halb alle in Ich- ^artbe Bemanbcrt finb. Unb nun kann es losgehen' Da entstehen als Verzierung, auf blauem Unter- irunb, leuchtenb rote Herzen, bunte Girlanden . Blumen Monde ur» Sterne, ja sogar Tiere haben
MhnJr rf a,^en: .Clniffe wunderschön gelbe Ä inmitten bunter 'Blumen, wäh- ,nHf^nh ■ ^uf einem anderen Bettchen
*nnen3<ift 4 "" mit Uni°rschrift als solche
,'Hr, bei biefer emsigen Arbeit fei es Ammer? Nein, bewahre! Es
ÄS bei einem Kaffee-
Äwnb(i!?”?6Ut flEfraSt Un6 9erufen-
"Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt bie Arbeit munter fort!" ?as war schon immer eine alte Wahrheit, die be- ortbers bie Frauen gern beherzigt haben.
ble ferttge Arbeit, die nun nach einigen itunben auf den Tischen aufgestapelt wirb, zeigt K,wa.s geschafft wurde, unb froh Über das Geastete können alle nach Hause gehen. F. L. St.


