Ausgabe 
8.7.1939
 
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8./Y.ZUNMY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

r.157 Zweites Blatt

Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

Die Heilkrast der See

leidenden

Wanderfahrten

Flensungerhof

Cbristlich.Erüolungsheim

Post und Station Mücke in Oberhessen. Werbeschrift auf Verlang

Geschäftsdrucksacheb

Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7

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W;,: '

BadUauheim Forsthaus Winterstein Kransberg Kapersburg Friedberg.

Eine hübsche Taunuswanderung, die. allerdings 6% Stunden beansprucht, ist die folgende: Wir fahren nach der lieblichen Badestadt Nauheim (Sonntags­karte Friedberg) und folgen schwarzen liegenden U, die uns meist durch Wald nach dem Forsthaus Wm- terstein (gute Einkehr) bringen. Schwarze T führen uns weiter an der Kaisergrube und dem nahe gelege­nen Römerturm vorbei über Friedrichstal nach dem reizvollen Taunusdorf Kransberg. Prächtig ist der Blick von der Höhe vor dem Ort auf das friedliche, von einer Kirche und einem Schlöffe überragte Dorf. Auf unserem weiteren Weg leiten uns zu­nächst grüne Striche das Wiesbachtal auswärts bis Pfaffenwiesbach, sodann rote Dreiecke nach dem Pfahlgraben und zur Kapersburg, einem ehemaligen groß angelegten Römerkastell, das von Professor Helmke (früher in Gießen) freigelegt worden ist. In einem Blockhaus sind Sonntags Erfrischungen zu haben. Für den Weg zum Endziel Friedberg wählen wir gelbe Striche, die uns durch viel Wald, spater durch freie Gegend über Ockstadt leiten.

Bieber Helfholz Hohensolms Altenberg

blicken auf das ganze Tal der Ostreich ist eine große Freude.

Mit das Schönste in Hinterstem jedoch ist, daß einem sozusagen der schöne Bergwald direkt ins Haus wächst. Malerisch liegen die Häuser auf Hü­geln oder in geschützten Mulden. Ruhebänke stehen

Aber jedes Uebermaß ist schließlich gefährlich-, für manche Menschen auch der W i n d , der an der See fast ununterbrochen weht und die schlaff ge­wordene Haut mächtig anregt. Und dann die herr­liche Luft. Rein und feucht strömt sie in die Lungen und belebt den ganzen Körper. Auch W e l - len'schlag und Schlick gehören zu den auf­bauenden Kräften der See, und nichts tut den Füßen wohler, als über den feinen Sand des Strandes zu gehen. Erst in den letzten Jahren hat man erkannt, wie wohltätig der starke I ob - gehalt von Wasser, Luft und Nahrung an der See für den Stoffwechsel und für manche Heil- Wirkungen ist. Auch zu Trinkkuren benutzt man das Meerwasser neuerdings, doch sind die Er­fahrungen damit noch nicht abgeschlossen. Das alles sind Heilkräfte, die man ohne alle Umstande zur Verfügung hat und die jeden von einigen wenigen Kranken abgesehen erquicken. Schaden erleidet man nur, wenn man unvernünftig i|t. Wer im Seebad vernünftig lebt, Uebertreibungen meidet, nicht stundenlang im Wasser bleibt und dann ebenso lang in der Sonne liegt, sondern alles mit Maß, jedoch auch ohne übertriebene Aengstlichkeit betreibt, der wird die wunderbare Kraft der See freudig genießen können und immer wieder preisen.

Mit dem Beginn der Ferienreisezeit mehren sich wieder die Fälle, in denen Reisende geteilter Mei­nung darüber sind, wie ein Platz im Zuge zu be­legen sei. Während der eine seinen Anspruch durch eine auf den Sitz geworfene Zeitung wirksam genug bekundet zu haben glaubt, versucht der andere das gleiche durch einen ins Gepäcknetz gelegten Hut oder indem er seinen Mantel an den Haken hängt. Das reicht aber nicht aus. In der neuen Eisenbahn- Verkehrsordnung heißt es:Wer seinen Platz ver­läßt, ohne ihn deutlich sichtbar nicht nur durch Zeitungen und Zeitschriften zu belegen, verliert den Anspruch darauf." Mit anderen Wor­ten: Man tut gut, den Sitz selb st mit Hut, Mantel, Aktentasche oder Handköfferchen so zu be­legen, daß auch der ärgste Zweifler einsehen muß: dieser Platz ist schon besetzt. Das gilt nicht nur für die Minuten vor der Abfahrt, sondern auch für die Aufenthalte unterwegs, die man vielleicht dazu benutzt, auf dem Bahnsteig schnell ein Glas Bier zu trinken, oder die Zeit, die man im Speisewagen verbringt.

Von Karl Neurath.

Es ist das große Geheimnis des Wassers, daß es auf alle gesunden Menschen einen unwider|te.> lichen Zauber ausübt. Wo ein Bach oder ein Teich in der sommerlichen Sonne leuchtet, da gibt es immer ein fröhliches Völkchen, das sich darin tum­melt. Aber Wasser ist nicht nur Wasser schlechthin; es ist auch ein Heilquell, vor allem das 0 c e» wasser, das in seiner Zusammensetzung an Mine- ralsalzen dem Blutwasser im menschlichen Körper auffallend gleicht. Erstaunliche Kräfte gehen davon aus, nur weiß sie nicht jeder, der die See aussucht, auch richtig zu nutzen. Das Meerwasser ist nämlich eine richtige Sole, denn in einem Liter Nordseewasser sind z. B. allein schon 35 ©ronuri Kochsalz enthalten, und da man kalt und bei Wind und Wellenschlag badet, so ist die Wirkung viel stärker als die eines gewöhnlichen Solbades m einer Badeanstalt. Dazu kommt die Strahlung der Sonne, die am Meer, und gar erst auf den Inseln, durch den großen Gehalt an ultraviolet­tem Licht einen wesentlich heftigeren Einfluß auf die Haut ausübt als im Binnenland und dadurch leicht gefährlich werden kann.

Wehlar.

Vom Bahnhof Bieber gehen wir durch das an­mutige Biebertal an vier Mühlen vorbei. Hinter der letzten, der Obermühle, verlassen wir bei dem Weg­weiser die Landstraße, gehen geradeaus in das Dünsbachtal, bis wir schwarze Punkte treffen, die vom Dünsberg kommen. Diese bilden zunächst uni er Wegzeichen, indem wir ihnen nach links folgen. Zu­erst auf einsamen Waldwegen überschreiten mir bald darnach eine große Fläche freies Feld, von der sich uns überraschende Blicke auf Königsberg und den Dünsberg bieten, um sodann in das bewaldete Helf­holz einzubiegen. An der Philippstanne vorbei fuhrt uns das Zeichen über den mit mächtigen Baumen bestandenen Hohensolmser Marktplatz Hals ge­nannt, von dem man eine hübsche Fernsicht ge­nießt, bis zur Führerschen Wirtschaft, wo es endet. Rote Striche führen uns nun zu dem benachbarten Altenberg, von dessen steinernem Turm sich em prächtiger Rundblick erschließt, und weiter über den bewaldeten Bieidenberg, sodann abwechselnd durch Feld und Wald über Herrmannstem nach unserem Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung fünf Stunden. _______________________

Med auf das Hiutersteiner-Tal

Von Leonie Cleff.

in weitem Umkreis verteilt und unter den schlan­ken Lärchen, deren Kronen sich sacht im Bergwmd wiegen, läßt es sich herrlich träumen und schauen auf die Wunderwelt der blumigen Matten und stolzen Bergketten, die bläulich im Sonnendunst gegen den südlichen Himmel stehen.

Reifewinke.

Die erste Postkutsche in Lüdwestdeutschland.

In Gegenwart vieler Schaulustiger hat der Präsi­dent der Reichspostdirektion Frankfurt a. M., Loh­rn e y e r , die erste neue Postkutsche im sudwest- deutschen Gebiet in Wiesbaden ihrer Bestim­mung übergeben. Das schmucke Gefährt, von dessen hohen Bock derSchwager Lustig" sein Horn er­klingen ließ, wurde allenthalben auf seinem Weg durch die idyllischsten Waldpartien von den Spazier­gängern freundlich begrüßt. Die Fahrten der Post­kutsche, die sehr bequem eingerichtet ist und neun Personen Platz bietet, werden vorerst zweimal täg­lich durchgeführt. Nach einigen Wochen wird das Zweigespann der Postkutsche, die die romantischen Bilder der Biedermeierzeit auferstehen läßt, durch ein Viergespann ersetzt werden. Wie Präsident Loh- meyer betonte, will die Reichspostverwaltung durch die Wiedereinführung derPferde-Personenposten" nachweisen, wie gut in landschaftlich schönen Be­zirken hastender Verkehr und beschauliche Romantik nebeneinander bestehen können. Wiesbaden ist durch den Postkutschenverkehr um eine werbende Einrich­tung reicher.

Wann ist ein Platz im Zuge belegt?

Erholung und gute Verpflegung finden Sie nicht nur in der Ferne, .

sondern auch in den Sommerfrischen unh Gaststätten der ^estnat

Friseur. , -

Nun aber müssen noch die Natur fr enden genannt werden! Ausgedehnte Spazierwege im Tal und auf den Höhen, leichte und schwierigere Ber^ fahrten, Ruheplätzchen am rauschenden Gebirgsbach ober sprühenden Wasserfall, ein einzig schön gele­genes Schwimm- und Sonnenbad, Wanderfahrten über duftende Wiesen und durch dunkle Bergwalder in himmlischer Ruhe, all das verbürgt einen Er­holungsaufenthalt, wie man ihn sich nur wünschen iann. . _ ,

Für Berqfreunde ist die Besteigung des Hoch- woqels (2595 Meter), dem König der Allgäuer Alpen, ein einmaliges Erleben. Das behagliche, ver­größerte Prinz - Luitpold - Haus (A.V.- Hütte) ist allein schon die kleine Anstrengung des Anstieges wert. Ein Sommerbüd vor der Hütte, ringsum die gewaltigen Berghäupter, tief unten das im Dämmerlicht des erlöschenden Tages versinkende Tal, ist ganz wunderbar. Wie ein Irrlicht blitzt das Lichtlein des einsamen Giebelhauses am Talfchlutz des Hintersteiner Tales auf. Vom Luitpold-Haus sind gefahrlose Bergübergänge über das Himmeleck oder über das Laufbachereck nach Oberstdorf oder zum Nebelhorn sehr lohnende Bergfahrten. Beson­ders schöne Fernfichten hat man dann auch noch vom Iseler, vom Gaishorn, vom Daumen oder vom

(Staubfreie, sonnige Lage Laub­und Nadelwälder Höhenluft Zentralheizung Liegehalle.

Tagespreis NM. 3.00 bis RM. 3.50 und 10% Bedienungsgetd. 3so«d

Just 100 3af;re. alt trafen mir das im Volks, mund mitaltes Gichtbad" bezeichnete B ab Satz- [ d) I i r f bei Fulda. Es liegt im Schuft des mach- tiaen Waldbergruckens des Söderberges, der etwa die Mitte zwischen Rhön und Bogelsberg behauptet. In der Anlage feines Parks und der Anordnung der Surmittelljäufer, im Kurbetrieb und allen fon- ftiqen Aeußerungcn des Badelebcns zeigt sich m Bad Salzschlirf echte Gediegenheit und .zugleich familiäre Behaglichkeit eines alten Heilbades. Rheuma, Ischias und Gicht sind die Heilanzcigen seit langen Zeiten-, denn oor,100 Jahren wurde Salzschlirf nurwiedererweckt . Vordem hatte der damalige hessische Staat die Quellen zugeschuttet, um einem anderen Bad eine lästige Konkurrenz zu nehmen. Allein der inzwischen zur Weltberühmtheit gelangteB 0 n i f a t i u 5 b r u n n e n , der u. a. bei den immer stärker in Aufnahme gekommenen Haustrinkkuren" (wie auch die Helenenquelle von Bad Wildungen) eine große Rolle, m Deutschland

Hinterstein im Hintersteiner Tal (Allgäu). (Aufnahme: L. Cleff.)

Kurhessen, das grüne Parkland.

Lon Karl Lütge.

den Einrichtungen dee Badehauses und des Inhalatoriums, die wissenschaftlich durch­gebildeten Ärzte, die glücklichen geologischen Vorbedingungen werden für die I leilung Ihre* Leidens dienstbar gemacht. Neuer Sprudel (34 C), elark kohlentäurehaltig. 193S er­höhet. überlegen Sie »ich s einmal recht ernstlich und lassen Sie sich einen Prospekt zusenden. Daraus wird es Ihnen ersichtlich, warum BadSoden am Süd-Tountu schon Zehntausenden Hilfe gebracht hat.

Bade- und Kurverwaltung

V v am Süd-Taunus

Nebelhorn.

Aber es brauchen ja nicht immer gleich Hocy- touren zu sein. Gerade das Hintersteiner Tal ist so vielseitig an Tal-Wanderungen, daß es schade ist, nicht das Schönste wenigstens selbst ge­schaut zu haben. Den herrlichen Waldweg durchs Haidach am Ostrach-Ufer, wo in der Dämmerstunde das Wild aus den dunklen Bergwäldern heraus zum Wasser tritt und auf den Wiesen äst, muß man sich für das Tagesende aufheben. Zur großartigen Fels­schlucht der'E i s e n b r e ch e (85 Meter tief), wo tief in einem ausgewaschenen Felskessel die weiß- chäumende Ostrach sich ihren Weg bahnt und don­nernd über Gestein zu Tal eilt, muß man des Mor­gens und dann weiter bis zum einsamen Berg­aasthof des Giebelhauses wandern.

Ueberhaupt das Giebelhaus! Das ist ein wunder­volles Ferienheim! Zwei Fuß-Stunden von Hmter- ftein entfernt, liegt das behaglich eingerichtete Haus am Ende des Hintersteiner Tales, wo das Bar- gündele Tal (Aufstieg zum Hochvogel) und das Obertal (Aufstieg zum Zeiger und Nebelhorn) ab- zweiaen. Spitz'ragt das Berghaupt des Giebels hinter dem Haus empor. Wenn die frühe Sonne schon die Bergkrone in Licht taucht, liegt hier am Ende des Tales das einsame Berggasthaus noch im kühlen Morgenschatten. Frei von allen Alltags- sorgen, läßt es sich hier wohl herrlich leben! Wenn man mal wieder unter Menschen sein will, braucht man nur nach Hindelang zu fahren. Uebrigens bringt den Unternehmungslustigen die Kraftpost von Hindelang nach Oberjoch (1136 Meter). SHIein bie Fahrt auf wunderbarer Autostraße in vielen Kehren den Jochberg hinauf mit ständig wechselnden Aus-

Selten bin ich so erfrischt, so arbeitsfreudig und erholt aus den Ferien zurückgekommen, als im letz- tn Jahr. Es waren ja nicht nur die gesunde bräune, die blanken Augen und das verjüngte Aus­sen nein der ganze Mensch schien überholt, snd bei den Freunden Hub ein Wundern und ragen an, wo liegt das Paradies, wo man sich 0 erholen kann Wenn ich erst lächelnd, dann immer lieber begeistert ein Loblied auf das Hintersteiner al anstimmte, dann sahen mich fragende Augen n. Hinterstem? Ja, wo liegt denn öas eigentlich, t das sehr weit, wie kommt man denn da hin, ist ms auch was für mich? Wenn ich erklärend hmzm elfte, es liegt im Allgäu, dann weiß mand) iner noch immer nicht viel mehr, denn auch über ien geographischen Begriff Allgäu bestehen bei Dielen Menschen erhebliche Zweifel! h ..

Mein Loblied auf eins der schönsten orusichen Hochgebirgstäler beginnt deshalb Zunächst mit Der tein 'sachlichen Feststellung, daß die Anreise über die P-Zuq-Strecke München, Jmmenstadt, Kempten, Lindau geht. In Jmmenstadt steigt man in den Lersonenzuq, wenn man nicht gerade durch­gehenden Bäderzug nach Oberstdorf erwischt hat, nd nun fährt man in gehobener Fenenstimmung tn der Alpenkette entlang bis zum kleinen Stad ­ien Sonthofen, wo man in die bequeme Kräft­igst umsteigt, die auf guter Gebirgsstraße ins Tal ^er Ostrach hinauffährt.

In 25 Minuten ist zunächst Hindelang er- i-icht- es ist ein reizend gelegener Markt am tfufee -es Hirschbergs, dessen schmucke Häuser am Son- Anhang der Bergketten liegen. Das wald- und Diefenreidje Tal ist von den langsam sich empor- findenden Spazierwegen wunderbar zu überblicken. s»n 10 weiteren Minuten ist man dann in B a d Uberdorf, das durch eine hübsche Obstbaum- Landstraße mit Hindelang verbunden ist. Hier, in r3ab Oberdorf, wie auch im tiefer im Tal gelegenen hinter ft ein sind heute noch wie vor Hunderten ron Jahren die Nagel- und Messerschmieden tn Tätigkeit und manche alten sehenswerten Holzhäuser ceben Zeugnis von der alten Hausindustrie. Das stahe Luitpold-Bad (Schwefelmineralbad) an vindgeschützter Stelle in bunten Bergwiesen, ist em cf)r gern besuchter Erholungsort. Bei dem kleinen Weiler Bruck, reizend mit seiner winzigen Kapelle km rauschenden Gebirgsbach, macht die Ostrach plötz- ich einen rechten Winkel und die Straße windet ich nun in das malerische Hintersteiner Tal.

, Still und einsam liegt das aus drei Teilen, dem vorderen, dem mittleren und dem hinteren Dorf be­gehende Hinterste in im reizvollen Talkessel !>er oberen Ostrach. Bergriesen umrahmen das ichmucke Dorf, dessen hohe Kirche, die Zierde des mittleren Dorfes, stolz in die Himmelsbläue ragt. Zwei Gasthäuser bieten auch des Abends nette Geselligkeit und Gemeinsamkeit mit den freundlichen Zinwohnern und die verstreut liegenden, teils noch tarn alten, urgemütlichen, schindelgedeckten dauern- Däuser bereiten den Ferienbesuchern eine heimische Unterkunft. Jedes einzelne Haus steht auf grüner Wiese, des Morgens scheint die Sonne auf den ireundlich gedeckten Frühstückstisch, der vorm Haus, .m Grünen steht. Es gibt keine Kies- oder Sand- roege, nur grüne Matten und grüne Wiesen und ganz kleine Bauernblumengärtchen am Haus. Fürs leibliche Wohl sorgt in jeder Weise die schwäbische Gastfreundschaft. Es gibt sogar in Hinterstem em paar kleine Läden, eine Postagentur und einen

Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214

Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarrt

spielt, ließ sich nicht für immer der Menschheit vorenthalten.

Trotz der sommerseligen Stimmung, die jetzt Kur­hessens Berge und Täler, Städte und Badeorte atmen, sind sie ernsthaft heilbeflissen; und die heil- klimatischen Kurorte des Landes Arolsen im Waldeckischen, Rotenbura und Melsungen im Fuldatal, Usseln und Wi11inaen im Hoch­sauerland, W i tz e n h a u s e n an der Werra, Mar­burg- Ortenburg und nicht zuletzt Kassel- Wilhe Ims höhe, der Kneippkurort, u. a werden gerade aus dieser Haltung heraus geschätzt.

Im waldgrünen Gehügel der hessischen Landschaft zwischen dem Herkules hoch ob Kassel-Wilhelmshohe . unb der fröhlichen Studentenstadt Marburg ist zur hohen Sommerszeit vom Herben zum Lieblichen eine glückhafte Wandlung vor sich gegangen. Mit ' leider meist nur flüchtigem Erstaunen betrachtet sonst der Reisende in den großen Schnellzugen Ber­lin und HamburgFrankfurt die reizvolle Wald- berglandschaft zu Seiten der Strecke zwischen Kassel und Marburg, bzw. Bebra und Fulda. Das hessische Land wirkt jetzt nun und erst recht abseits der großen Strecken wie ein einziger weiter lichter, großer Park mit innig schönen, so recht deutlchen Waldgebirgslandschaften.

Bad Wildungen wächst unweit des 1200- jährigen, kräftig städtischen, historisch hochberuhmten Fritzlar einen Hügel hinauf. In malenswürdig bun­ter hessischer Fachwerkbauweise verläuft der Kurort unmerklich ins grünumschmeichelte eigentliche Kur- viertel. Hoch über der Altstadt thront Schloß F r i e d r i ch st e i n , das seit langen Jahrzehnten die beispielslose Entwicklung dieses Heilbades beob­achtet hat. Aus aller Welt kommen Blasen- und Nierenleidende hierher ins einst Waldeckisch« und genesen durch die einzigartigen Heilwerte des He­lenen- und Georg-Viktor-Brunnens, der dreimal am Tag in der neuen Wandelhalle am Ende des Kurparks im Kurschlenderschritt getrunken wird. Und sie erleben zugleich stark die Landschaft, deren Wesenszug voll Güte und Behagen ist eine tat­sächlichheilende Landschaft".

Etwa ebensoweit wie Wildungen von Kassel, der berühmtesten Kunststadt Mitteldeutschlands, entfernt, liegt das bekannte, familiäre Bad Sooden- Al l e n d o r f an der Thüringer Werra. Hier tritt zu den gutgeformten Waldbergen eine Flußland­schaft echt deutscher Prägung. Gegen den grünen Berghang lehnt das Kurviertel des neuzeitlich aus­gebauten und trotzdem familiären Solbades und wird vom frischen Atem der Gärten und Anlagen zärtlich umspielt. Katarrhe, Asthma, Rheuma und Skrofulose heilt das jahrhundertealte Bad mit er­staunlich neuen Einrichtungen und Anlagen, so eine Trinkkuranlage völlig aus Jenaer Glas. Em Kranz entzückender alter Fachwerkhäuser baut sich rund um den kleinen Kurpark auf, und hat wohl die Salzgewinnung ehedem geschützt. Nahe den blin­kenden Eisenpfaden der Hauptstrecke Eichenberg Bebra ragen die Gradierbauten, jene wirksamen Freiluftinhalatorien des Bades, und jenseits der Werra steht der Stadtteil Attendorf als kostbarste altertümliche Stadt Hessens.

Hoher Sommer läßt milde Luft die hier in Kur- hessen einziehende Werra hinabfluten, am ßuöroig« stein entlang, nach Witzenhausens weiten, gesegne­ten Obsthängen und Hann.-Munden am Zuiammen- fluß von Werra und Fulda. Karlshafen an der breitfließenden Weser, ein Solbad wie Bad Sooden-Salmünster im südlichen Kurhessen, kost die Sommerluft so freudig wie die stillen und abseitigen Landschaften in Rhön- und Knüllgebirge und kommt beherzt auch zur echten Mittelalterlich- keit vom berühmten 1200jähngen Bad Hers- seid, wo die in jeder Kunstgeschichte eingehend gewürdigte Klosterruine ragt und wo eine Stadt non aefeftigter Eigenart, altersstolz und gastfrei, die Schauenden empfangt; heilende Wasser lassen hier überdies im Badestadtgebiet Kuren gegen Magen, Darm und Zucker wirksam werden.

'fommeTfmd Braunfels

Schwimmbad mit erwärmtem Quell wasser Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet. In nttchster Nähe der Oberniiihle, Schloßbrauerei.

4471 r»

. A , ,im Spezialheilbad für

H Katarrhe. Aethma. Hen-

1 leiden Bad Soden am Süd- Taunue. Die berühmten Heilquellen,(aus deren Salze auch die Sodener Mineral- pastillen hergestellt werden), die medizinisch hervorragen-

a.

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