Ausgabe 
8.6.1939
 
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Gerichtsgebäudes gelegenen Sitzungssaal geführt worden war, stürzte er sich, noch ehe die Verhand­lung begonnen hatte, aus dem Fen st er auf die Straße. Mit schweren Verletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurz darauf starb.

Rundfunkprogramm

Freitag. 9. Juni:

5 Uhr: Frichmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Nachrichten, Wetterbericht. 6.05: Morgenlied Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind:Fiedelhänschen, geig' einmal!" 8.40: Bäderkonzert. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. Land aus der Vogel­schau. Deutschland, ein schönes Reiseland. Manu­skript: Hans Roeper. 10.30: Jugend und Motor im

Aufmarsch. Rundfunkberichte von der Reichsoeran- staltung der Motor-Hitler-Iugend in Goslar. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-GemeinschaftKratt durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagsronzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 14: Nachrichten. 14.10: Heitere Welt der Bühne. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.15: Mein Weg zur Bühne:Viktor de Kowa". 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: In froher Runde 3/4 Stunde, mit Horst Becker (Industrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen). 19.15: Tages­spiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrich­ten. 20.15: Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30: Tanz- und Unter­haltungsmusik. 24 bis 3: Nachttonzert.

Deutschlands größter Lhemtekonzern berichtet über 1938.

Fwd. Die Schaffung des Großdeutschen Reiches hat die mannigfaltigen Aufgaben, die die JG.- Farbenindustrie AG. allgemein und insbesondere auf dem Gebiet des Vierjahresplanes und der Außen­wirtschaft zu erfüllen hat, weiter gesteigert. Mit dieser Feststellung beginnt der Vorstandsbericht für das Geschäftsjahr 1938. Neben den fortentwickelten alten Arbeitsgebieten gewinnt die Herstellung der neuen Großerzeugnisse, wie Treib- und Schmier­stoffe, synthetischer Kautschuk, Spinnfasern, Leicht­metallen und anderer neuer Werkstoffe, immer mehr an Bedeutung. Die volle Ausnützung der jüngsten chemischen und technischen Entwicklung wird die wirtschaftliche Güterversorgung zweifellos auch in Zukunft um eine Reihe neuer Erzeugnisse vermehren, die auf di« Dauer für die natürlichen Rohstoffe keine Konkurrrenz, sondern eine Ergän­zung und Bereicherung bedeuten werden.

Der Jnlandsumsatz stieg weiter, wobei auch für die Zukunft mit einer günstigen Entwicklung gerech­net wird. Durch Ausbau der Absatzorganisation, Einführung neuer Exportprodukte, vorsorgliche Fi­nanzmaßnahmen und Lagerdispositionen konnten di« unvermeidlichen Exportausfälle weitgehend wie­der ausgeglichen werden, so daß die Ausfuhr ver­hältnismäßig nur unbeträchtlich zurückgegangen ist. Dabei hätten sich privatwirtschaftliche Verständigun­gen wiederum als für die Aufrechterhaltung des weltwirtschaftlichen Güteraustausches bedeutsame Einrichtungen bewährt. Das Ergebnis des ver­gangenen und die bisherige Entwicklung des neuen Geschäftsjahre^ erlauben auch für die Zukunft eine hoffnungsvolle Beurteilung des IG.-Ausfuhrgeschäf- tes. Der Bericht weift dann auf die Derlaaerungs- tendenzen hin, wobei die IG. bestrebt sei, die Ent­wicklung der Ausfuhr nach den industriell auf­strebenden Gebieten in Ost- und Südosteuropa, Mittel- und Südamerika weiterhin durch plan­mäßige Mithilfe bei ihrem wirtschaftlichen Aufbau zu fördern.

lieber die einzelnen Produktionsgebiete wird u. a. berichtet, daß bei F a r b st o f f e n und Färbe- reihilfsprodukten der besonders hohe Umsatz des Vorjahres nicht ganz erreicht wurde. Zwar hat sich das deutsche Geschäft weiter gut entwickelt, doch das Ausfuhrgeschäft litt durch kriegerische Verwick­lungen im Fernen Osten und Spanien. Die ver­stärkten deutschen Handelsbeziehungen zu den Donauländern, das Ende des Spanienkrieges und neuerdings gebesserter Konjunkturverlouf in einigen anderen für den Farbstoffabsatz wichtigen Ländern lassen die Aussichten für die künftige Ausfuhrent­wicklung wieder günstiger erscheinen. In Chemi­kalien war die Geschäftsentwicklunq erwartungs­gemäß befriedigend bei erheblicher Umsatzerhöhung im Inland, an der neue Werk- und Kunststoffe besonderen Anteil hatten, in der Ausfuhr konnte der Vorjahresumsatz erreicht werden bei Steigerung des Europaabsatzes und einer Einbuße im Uebersee- geschäft. Die Buna-Arbeiten brachten den erwar­teten Fortschritt. Der verschärfte Auslandswett­bewerb führte zu Preissenkungen bei einigen Chemi­kalien. Durch Erneuerung bestehender Vereinbarun­gen und Verständigungen auf verschiedenen Gebie­ten konnte einer weiteren Verschärfung des Wett­bewerbes begegnet werden. Für 1939 wird man in Deutschland mit einem weiteren Umsatzanstieg rech­nen können. P h a r m a z e u t i k a und Pflanzen­schutz Bayer zeigten eine befriedigende Weiterent­wicklung. Bei Photographika zeigen die Ge­

samtumsätze trotz erheblicher Ausfälle im Fernen Osten auch 1938 eine günstige Entwicklung, im Aus­landsgeschäft konnte insgesamt noch eine kleine Stei­gerung erzielt werden, der Absatz von Agfacolor- Reu-Film entwickelte sich erfreulich. In K u n st - seide und Zellwolle konnte die Erzeugung restlos verkauft werden, so daß die Absatzzunahme der Produktionserweiterung voll entspricht. Durch Preisermäßigungen blieb der wertmäßige Umsatz zurück, die Auslandspreise seien weiter abgeschwächt, trotzdem wurde der Export wert- und mengenmäßig gesteigert. Bei Zellstoff bewährten sich die neuen Anlagen für Herstellung aus Buchenholz, ebenso das Verfahren, nassen Zellstoff direkt zu Kunstfaser zu verarbeiten, das erstmals in der Welt von der IG. angewandt wurde. Das Riechstoff- geschäft entwickelte sich im In- und Ausland weiter befriedigend. Auf dem T r e i b st o f f gebiet wurden die vorhandenen Gewinnungsanlagen restlos aus­genutzt, die Produktion voll abgesetzt. Eine Anlage zur Gewinnung von Autoschmierstoffen aus badischen Erdölen wurde in Betrieb genommen. Der Stick- stoffdüngemittel absatz stieg weiter, wenn auch im Ausfuhrgeschäft die Konflikte im Fernen Osten und in Spanien sich ungünstig auswirkten. Die internationale Stickstoffoerständigung wurde bis 30. Juni 1941 verlängert, für 1939 rechnet man im Inland mit einer weiteren Steigerung. Die B e r g - bau förberung der IG. betrug 29,44 (28,57) Millio­nen Tonnen Braunkohle, 1,50 (1,59) Millionen Tonnen Steinkohle und die Kokserzeugung 0,52 (0,51) Millionen Tonnen.

Die Gesamtgefolgschaft der IG. einschl. Ammoniak­werk Merseburg, Kalle & Co. und Knapsack betrug End« 1938 rd. 135 000 (124 200), einschl. der nahe- stehenden Unternehmungen 218 090 (192 929). An die Gefolgschaft wurde eine Iahresprämie von 16,3 (13,5) Millionen RM. an 108156 Gesolgschaftsmit- glieder ausgeschüttet (durchschnittlich 147,40 RM.) 1577 neue Wohnungen und Siedlungseinheiten wur­den geschaffen, die Zahl der Werks- und werks­geförderten Wohnungen betrug Ende 1938 26 600. Für soziale Zwecke wurden bei der IG. «inschl. Ammoniakwerk, Kalle 8t Knapsack insgesamt 91,86 (79,57) Millionen RM. aufgewandt, davon 24,35 (21,83) gesetzliche Beiträge zur Sozialversicherung, 45,79 (41,20) für betriebliche Altersversorgung.

Der Rohüberschuß alle Zahlen in Millionen RM. wird mit 667,23 (535,0) ausgewiesen, dazu kommen 19,67 (18,67) Beteiligungserttäge, 8,39 (12,95) Zinsen und andere Kapitalerträge sowie 3,69 (0,25) ao. Erträge, anderseits sind die Löhne, Gehälter, Tantiemen und Prämien auf 341,40 (295,9), die gesetzlichen Sozialbeiträge auf 21,70 (17,47), Steuern auf 125,05 (79,20), Beiträge zu Berufsvertretungen auf 2,22 (1,25), Zinsen auf Teil­schuldverschreibungen von 1928 auf 9,97 (9,74) an­gewachsen. Abgeschrieben werden 135,719 (105,250), ferner auf das bei Rückzahlungen der Teilschuldver­schreibungen von 1928 fällige Aufgeld 0,368, so daß nach 5,0 Zuwendungen an Pensions- und Unter* ftützungskassen und 2,37 zur gesetzlichen Rücklage (i. D. an freie Rücklagen 15,29, davon 5,29 aus dem Gewinnvortreag aus 1936) ein Reingewinn von 55,18 verbleibt (i. V. einschl. 6,8 Gewinnrestvortrag 54,85). Die Dividende von wieder 8 v. H. auf 680 Millionen RM. Stamm- und 5 v. H. auf 2,0 Mil­lionen RM. Dorzugsaktten erfordert 54,5 Millionen RM., 680 000 RM. (i. D. 453 329) RM. erhält der Auffichtsrat als Vergütung.

Wirtschaft.

Migräne, eine geheimnisvolle Krankheit.

Don der Uebelkeit bis zur Augenmuskellähmung.

Don Dr. 3- Schwanke.

Migräne" ist etwas für Frauen so glaubt man vielfach und denkt dabei ein bißchen an hyste­rische Ueberempfindlichkeit. Ein Mann bekommt keine Migräne, sondernihm ist Übel", er hat Kopf­weh, ihm flimmert es vor den Augen. Der Erfolg ist der gleiche: wer von einer Migräne heimgesucht wird, muß sich in den meisten Fällen hinlegen und empfindet es sogar als sehr angenehm, roeiwi das Zimmer dabei noch verdunkelt wird. Nur insofern ist etwas Wahres an jener landläufigen Meinung, als tatsächlich Frauen öfter von Migräne befallen werden als Männer.

Sehr einseitige Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen sind die häufigste und spür­barste Erscheinung der Migräne, und zwar Kopf- chmerzen, die nur die eine Seite des Kopfes be- allen und von dort aus auf den Schädel aus- trahlen. Sehr häufig ist ihr Sitz am Hinterkopf und von dort verlaufen die Schmerzen bis zu den Augen. Bohren, Brennen, Klopfen, Reißen das ind typische Formen der Migräne-Kopfschmerzen, über in ihrem Gefolge wird das Allgemeinbefinden des Körpers vollkommen gestört und der Magen rebelliert schließlich.

Mit am stärksten werden aber die Augen von der Migräne beeinflußt: Vielfach fängt der ganz« An- fall damit an, daß Flammen, Funken oder Blitze vor den Augen erscheinen und so herumtanzen, daß der Bettoffene an einzelnen Stellen kaum mehr etwas sehen kann. Es gibt sogar atypische sehr schwere Fäll«, die heftig einsetzen, bis zu 14 Tagen und länger anhalten und endlich eine Lähmung des Augenmuskels zurücklassen, wie Dr. Münch (Frank­furt a. M.) auf der 100. Tagung des Deutschen Zenttalvereins homöopathischer Aerzte in Wies­baden nritteiüe. Aber auch Ohrensausen, Schwindel­anfälle und vor allem schwere seelische Depressionen stellen sich bei der Migräne nicht selten ein.

Migräne aus ererbter Deranlagung?

In den Kopf hineinzuschauen ist immer sehr schwierig. So kann man denn auch nur aus äußeren Anzeichen schließen, wie es wohl zu solch kompli­zierten und unerfreulichen Erscheinungen kommen mag. Es gibt eine ungemein große Zahl von Er- Närungsversuchen für bas Zustandekommen der Migräne, cmer nur das eine scheint sich als sicher zu erweisen, daß eine gewisse ererbte Neigung da­zu gehört. Es ist immer auffällig, daß in einem sehr großen Teil der Fälle bei den Eltern der von Migräne Heimgesuchten Tuberkulose oder auch Alko- holismus feftgeftellt werden konnte.

Ebenfalls auf Anlage würde es beruhen, wenn eine Theorie Recht hätte, daß sich Migräne bei Menschen einstellt, di« ein zu großes Gehirn im

Verhältnis zur Fassungskraft ihres Schädels haben. Dagegen sind die meisten Nervenspezialisten der Ansicht, daß die Migräne durch Gefäßkrämpfe im Gehirn entsteht, also auf Versagen von Nerven zurückzuführen sei. Gestützt wird diese Auffassung durch Experimente, bei denen man versucht hat, durch Einspritzen von Histamin, eines auf die Blut­gefäße wirkenden Stoffes, künstlich Migräneanfälle zu erzeugen und das ist gelungen.

Man kann sich wehren.

Daß jemanb, der zu Migräne neigt, sich nicht gerade allzu sehr dem Genuß von Alkohol und Nikotin hingeben darf, versteht sich von selbst; denn ein ,K a t e r" hat manche Erscheinungen mit der Migräne gemeinsam. Aber auch positiv kann man etwas gegen die Migräne tun, indem man sich viel im Freien aufhält, Milch und Gemüse als Nah­rung bevorzugt und nicht nur die üblichen drei Mahlzeiten am Tag einhält, sondern lieber öfter mal in regelmäßigen Abständen kleinere Mengen zu sich nimmt. Besonders gute Erfolge berichten aber die Homöopathen von fljrer Behandlung mit gewissen Stoffen, die in großen Mengen verab­reicht bei Gefunden ganz ähnliche Erscheinungen heroorzurufen vermögen. Sie fragen dem Kranken ganz genau aus, wie er sich fühlt, und was er bei der Migräne fühlt und richten danach ihre Arznei­wahl ein: Wenn der Schmerz im Kopf mehr die linke Seite befallen hat, so kann das zusammen mit anderen Symptomen für eine ganz andere Arznei sprechen, als wenn der halbseitig« Kopf­schmerz von der rechten Schädelhälfte ausstrahlt. Kommt zu rechtseitigem Kopfschmerz z. B. noch Ohrensausen dazu, wird es dem Kranken öfter schwarz vor den Augen, sind die Schmerzen nicht ziehend, sondern klopfen sie im Schädel, so sind das ,Leitsymptom«" für den Homöopathen, dem Kranken Belladonna, ein Präparat von Tollkirschen­wurzel in entsprechend starker Verdünnung zu geben.

Wenn jemand behauptet, Kopfschmerzen zu haben, so kann man bekanntlich schwer das Gegenteil be­weisen. Sofern sich die Migräne nicht auch noch durch fahl« Gesichtsfarbe oder bei anderer Form in einem roten aufgedunsenem Gesicht widerspiegelt, die Augen glänzend hervortreten und der Magen sich entäußert, ist der Arzt in den meisten Fällen ganz auf die Beschreibung der Krankheitssymptome durch den Pattenten angewiesen. Gerade deshalb gehört, wie Dr. Münch betonte, die Migräne zu den typisch homöopathisch zu behandelnden Leiden, weil der Homöopath stets von den subjektiv ge­fühlten Symptomen ausgeht. So kann er diese ge­heimnisvoll« Krankheit mit Aussicht auf Erfolg nach seiner Mechode behandeln, obwohl ihre Ursache noch keineswegs restlos geklärt ist.

SJixfport

DfB.-ReichSbahn Gießen.

VfV.-Reichsbahn komb.Großen-Vuseck I. 4:2 (4:2).

Mit der Verpflichtung von Großen-Buseck zum Trainingspartner hatten die Grün-Weißen einen guten Griff getan, denn die Mannschaft entpuppte sich als äußerst schnell und wuchtig. Besonders die Verteidigung, in der Dambmann glänzte, schaffte immer wieder Luft. In der Läuferreihe war Har­bach I. der ruhende Pol. Der Sturm war sehr schnell und gefährlich. Die Grün-Weißen hatten eine vollständig neue Mannschaft ins Feld gestellt.

Es spielten: Krug, Leutheuser L, Möhl, Netzki, Leutheuser IV., Godglück, Schlitz, Sokolowski, Pata­lon, Kraft, Mattern. Mit den gezeigten Leistungen dieser Mannschaft kann man zufrieden sein, wenn man bedenkt, daß sich die Spieler zum Teil voll­kommen fremd waren. Daß darunter das Zusam­menspiel Not litt, war vorauszusehen, jedoch kann man schon jetzt sagen, daß die Grün-Weißen wert­vollen Zuwachs erhalten haben.

Zum Spielverlauf selbst ist zu sagen: die Grün- Weißen, gegen die Sonne spielend, griffen mächtig an, und bereits in der dritten Minute schoß Mattern das Führungstor. Die Gäste wurden durch ihre An­griffe sehr gefährlich, und in der elften Minute mußte der Torwart, durch die Sonne geblendet, einen Weitschuß passieren lassen. Fünf Minuten später ließ Sokolowski einen scharfen Schuß los, gegen den der Torwart der Gäste machtlos war.

Kaum nach dem Anstoß spielten sich die Gäste schon durch, und Harbach sorgte wiederum für den Aus­gleich. Verschiedene Ecken für die Grün-Weißen wur­den nicht ausgenutzt, doch konnte Sokolowski auf Flanke von Schlitz kurze Zeit später den Führungs­treffer erzielen. Kraft wurde gut bedient und schoß in der 33. Minute den vierten Treffer ein. Damit war der Torsegen beendet, und die Gäste griffen ihrerseits stürmisch an, ohne jedoch etwas Zählbares zu erreichen.

In der zweiten Spielhälfte verstärkten die Gäste ihre Abwehr, wodurch bas Spiel sehr einseitig wurde. Lediglich einzelne Durchbrüche, die durch die zu weit aufgerücfte Verteidigung sehr gefährlich waren, machten die Gäste. Auf der anderen Seite wurde wohl sehr schön kombiniert, aber der krönende Torschuß fehlte. Einen Handelfmeter verschoß Leut­heuser, mehrere Ecken brachten nichts ein. Kurz vor Schluß mußten die Grün-Weißen eine Drang­periode der Gäste überstehen, die unbedingt auf Verbesserung des Ergebnisses hiyzielten, aber an der Hintermannschaft scheiterten.

Beim Frankfurter B a h n st a f f e l t a g am Mittwoch stellte die Iugendmannschaft des SC. 1880 Frankfurt in der Schwedenstaffel mit 2:03,8 Min. einen neuen deutschen Iugendrekord auf. Auch die alte Bestleistung (2:06,1) befand sich im Besitz der Frankfurter.

Dhein-Mainische Börse.

IMttagsbörse geringe Veränderungen.

Fran k fürt a. M., 7. Juni. Die Börse war an den Aktiengebieten weiterhin sttll und nach beiden Richtungen im allgemeinen nur wenig Der- ändert. Es überwogen jedoch eher leichte Besserun- aen, da vereinzelt kleine Käufe vorlagen. Die Schwankungen blieben meist unter 1 v. H. In Er- wtrtung des Jahresberichtes waren IG.-Farben wieder etwas mehr beachtet mit unv. 150, gingen aber später um 0,25 v. H. zurück. Don Montanwer- ten befestigten sich Hoesch auf 108,25 (107,75), Rhein­stahl auf 128,75 (128), dagegen Verein. Stahl 0,25 vom Hundert abbröckelnd auf 100,50. Maschinen* und Motorenwerte lagen gut gehalten, Rheinmetall weiter etwas erholt auf 125,75 (125), aber Demag 140,75 (141,25). Von Zellstoffaktien gewannen Wald- Hof 1 v. H. auf 111,50. Am Elektromarkt notierten AEG. mit 113 (113,25), Betula mit 159,50 (159,25), Gesfürel mit 129,75 (130), Felten mit unv. 136,25. Westdeutsche Kaufhof lagen ex 5,4 v. H. Dividende mit 98,50 (103,75) gut behauptet.

Am Rentenmarkt wurden Reichsaltbesitz­anleihe zu 132 (131,90) gesucht, Dekosama 1 0,13 vom Hundert höher mit 136,25. In Steuergutschei- nen war das Geschäft bei etwas ansteigenden Kur­sen ruhiger als an den Vortagen. Serie II 97,95 bis 88 (97,80), im Telephonverkehr Serie I 101,45 bis 101,55 (101,20). Industtie-Obllgattonen waren kaum verändert, 6 v. H. IG.-Farben 124,25 (124). Stadtanleihen lagen still und behauptet, ebenso Goldpfandbriefe und Staatspapiere. Don ßiquioa* tionswerten Frankfurter Hyp. 100,80 (101), Pfäl­zische 100,75 (101). Reichsbahn-VA. 0,25 v.H. er­mäßigt auf 122,13.

Der Verlauf stagnierte fast vollkommen und Ver- änderungen waren nicht zu verzeichnen. Bemberg 133,75 nach 133,50 (133,25). Im übrigen zergten die erst später notierten Werte wenig Abweichun- , gen, schwächer aber Mannesmann mit 104,50 (105,50).

Im Freiverkehr stellten sich Dingler Ma­schinen ex 6,3 v. H. Dividende auf 107 bis 108 (112 bis 113). Tagesgeld weiter sehr leicht und un­verändert 2 v. H.

Abendbörse ruhig.

An der sehr stillen Abendbörse erfuhren die vor­wiegend nominellen Aktienkurse kaum Ab­weichungen. Vereinzelt kamen kleine Umsätze zu­stande. So in IG.-Farben zu 150 (149,75), ferner u. a. in Rheinstahl zu 128,65 (128,75), in Rhein. Elektro Mannheim zu unv. 120 und in Schuckert zu 177,50 (177). Nach Pause kamen Allg. Lokal und Kraft mit 128,50 (131,50) zur Notiz. Im übrigen notierten u. a.: Buderus 91,50 (91,25), Verein. Stahl 100,40 (100,50), Adlerwerke 100, AEG. 113, Daimler 123 (123,25), Scheideanstalt 202,25, Gesfürel 129,75, Metallaesellschaft 112,50, Rhein- metall 125,75, VDM. 171. Renten waren ge- schäftslos, nur Steuergutscheine gingen in kleinen Beträgen um. Serie II 97,95, Serie I im Telephon­verkehr 101,50. Amtlich notierten 6 v. H. IG.-Far­ben unv. 124,25, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 122,25.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 7. Juni. Bei ruhiger Ge­samtlage blieben die Preise gegenüber dem Markt vom Montag unverändert.

Frankfurter Schtachtviehmarkt.

Frankfurt a. M, 8. Juni. (23orberid)t) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Borauftrieb: 1122 Rinder (darunter 177 Ochsen, 207 Bullen, 504 Kühe, 234 Färsen), 400 Kälber, 15 Hümmel, 15 Schafe, 800 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,5 bis 46,5 Mk., Bullen 35,5 bis 44,5, Kühe 20 bis 44,5, Färsen 36,5 bis 45,5; Kälber 35 bis 65; Hämmel 40 bis 50; Schafe 30 bis 42; Schweine 50 bis 59 Mark. Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zuge­teilt; Hämmel und Schafe lebhaft.

dann- und Mergau-SporiwMämpse in Gießen

Am kommenden Sonntag, 11. 3 uni, treten die Hitler-Jugend und der BDM. des Bannes, bzw. des Untergaues 116 zu Sportwettkämpfen an, in denen die Entscheidungen darüber fallen, wer in den verschiedenen Disziplinen der Leichtachletik die Bannmeisterschaft erwirbt.

Die Wettkämpfe beginnen bereits am Samstag­abend mit den Geräte-Uebungen des gemischten Äebenkampfes. Diese Kämpf« werden in der Turn­halle des Turnvereins 1846 ausgetragen. Haupt- kämpf tag ist der Sonntag, 11. Juni. Am frühen Morgen werden das Jungvolk, die Hitler-Jugend, die Iungmädel und die Mädchen im BDM. zu einem Mannschaftsdreikampf antreten, der die besten Einheiten vereinigen wird, vor allem aber jene Einheiten, die sich auch bei den Reichs­sportwettkämpfen hervortaten. Nach der Durchfüh. rung dieses Dreikampfes werden die leichtath­letischen Dorkämpf« in Angriff genommen, die jedenfalls den restlichen Vormittag in Anspruch nehmen werden.

Der Sonntagnachmittag wird bestimmt sein von dem Fußballkampf, der die beiden Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und der des Turn- und Sportvereins Butzbach im Felde sieht. Während einer längeren Pause zwischen den beiden Halb­zeiten des Fußballspiels werden die Entscheidungen in den leichtathletischen Wettbewerben fallen. Der Aufmarsch zur Siegerehrung wird den Tag be- schließen und der Bannführer die Siegerverkün­digung vornehmen.

Die Wettkämpfe werden aber am Sonntag, 18. Juni fortgesetzt werden. Am Sonntag über acht Tage werden die Einheiten der Hitter-Iugend in verschiedenen anderen Disziplinen hervortreten. So wird 3um Beispiel am frühen Morgen das Radfahren den Auftakt darstellen, bei dem eine

Geländeorientierungsfahrt für das Jungvolk vor- gesehen ist, während die Hitler-Jugend eine Stafette über 50 Kilometer bestreiten wird. Die jungen Schützen werden sich innerhalb Mannschafttwett- bewerben beteiligen und auf den Ständen am Schützenhaus ihr Können im Kleinkaliber- und Pistolenschießen beweisen. Zu früher Morgenstunde starten auch die Mannschaften zu einem Wehr­sport-Fünfkampf. Am Nachmittag werden die Bannmeisterschaften im .Rudern und im Kanu- fahren auf der Lahn ausgetragen.

Das Endspiel

um die Zußball-Bannnieisterschast.

SV. 1900 Gießen 1. Jgd. lufpo Vuhbach 1. 3gb.

Im Rahmen des am kommenden Sonntag statt­findenden Bannsportfestes wird das Endspiel um die Bannmeisterschaft im Fußball ausgetragen.

Die Blau-Weißen, di« ja schon den Bann 116 bei den Spielen um die Gebietsmeisterschsften ver­traten, sind die bestplaziert« Mannschaft und die- jenige Mannschaft, die di« vergangenen Spiele un­geschlagen beenden konnte. Die Niederlage bei dem Bannmeister des Bannes Hanau kam durch einige reichlich ungünstige Umstände zustande. Der sonn­tägliche Gegner der Blau-Weißen darf keinesfalls unterschätzt werden, denn Butzbach ist ein« kampses- freudige und auch technisch gut spielende Mann­schaft, die den lOOOern alles Können abverlangen wird. Die Blau-Weißen werden alles versuchen, um zu einem hohen Siege zu gelangen, um damit di« in Langendiebach erlittene Niederlage wett zu machen. Die Blau-Weißen bestreiten das Spiel in nachstehender Aufstellung: Dinges; Neuling, Weni- ger; Launspach, Kraft I., Botz; Heeg, Kraft II., Schäfer, Bonarius, Schmück I.