„Schönheit deutscher Bergwelt "
Aus der engeren Heimat.
Der Zweig Gießen - Oberhessen des Deutschen Alpenoereins bot gestern abend mit einem Lichtbildervortragsabend seinen Mitgliedern und Freuirden zwei außerordentlich anregende Stunden. Darüber hinaus stand die Veranstaltung im Dienste des Winterhilfswerkes, dem sicherlich ein stattlicher Betrag überwiesen werden konnte. Der Vortragsabend, der durch musikalische Darbietungen eine feine Bereicherung fand, war in seiner ganzen Gestaltung geradezu beispielhaft. Man möchte wünschen, Vortragsabende öfter in solcher Form zu erleben.
Zweigoereinsführer Direktor W r e d e hieß die Teilnehmer herzlich willkommen, sprach davon, wie es durch die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich möglich wurde, auch die Ostalpen den deutschen Bergsteigern zu- erschließen, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß es allen den Zuhörern einmal und recht bald vergönnt sein möge, auch die Ostalpen kennen zu lernen.
Der Redner des Abends, Dr. Leo Krasser (Gießen), sprach dann aus eigenem Berglandschaftserleben und aus reicher bergsteigerischer Erfahrung über die Schönheit der deutschen Bergwelt. In vielen Bildern, in denen alle landschaftlichen Reize, aber auch feine atmosphärische Stimmungen festgehalten waren, wie auch im dichterisch beschwingten Wort, erweckte der Redner die Großartigkeit der Dolomiten, die großen Formen des „Wilden Kaiser", die Oetztaler Alpen, die Silvretta und noch manchen anderen Bereich der Alpenwelt für seine Zuhörer und Zuschauer zum Leben. Er schilderte die Formen des Bcrgerlebens, des Landschaftserlebnisses überhaupt und die reichen Empfinden des Bergsteigers, der nach mühevollem Aufstieg Gipfelrast hält. Schließlich sprach der Vortragende in sehr anschau-
Aus den Gießen
Große Strafkammer Gießen.
Der 5). W. in Lißberg wurde beschuldigt, im Ja- nuar 1939 mit einer Person unter 14 Jahren und mit Gewalt unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben, ferner im Herbst 1938 versucht zu haben, Personen unter 14 Jahren zur Vornahme unzüch- tiger Handlungen zu verleiten. (Verbrechen nach § 176 Z. 1 und 2 StGB.)
Die Oeffentlichkeit wurde während der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen.
Rach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit erymg folgendes Urteil: Der Angeklagte ist schuldig eines vollendeten sowie eines versuchten Sittlichkeitsoerbrechens nach § 176 Abs. Z. 3 StGB, und wird deshalb zu einer Gesamtgefängnis st rafe von einem Jahr und drei Monaten, abzüglich 51 Tage der Untersuchungshaft, verurteilt. Dem Angeklagten waren mildernde Umstände zugebilligt worden.
VezirkSschöffengericht Gießen.
Der Jude Kurt Grünste in und die Jüdin Lina Grünstein, Witwe-des Willi Grünstein, beide früher in Gießen, wurden beschuldigt, in der Zeit vom 5. bis 24. Oktober 1938 -das Reichsgebiet verlassen zu haben, ohne die damit fällig gewordene Reichsfluchtsteuer — Kurt Grünstein in Höhe von 15 896,— RM., Lina G r ü n st e i n in Höhe von 15 728,— RM. — zu entrichten.
Kurt Grün st ein hatte in 1936 ein Vermögen von rund 50 000,— RM., er bekam später aus einem Nachlaß noch rund 13 500,— RM., so daß er zusammen 63 500,— RM. Vermögen hatte. Lina 03 r ii n ft e i ii hatte ein Vermögen von 49 000,— RM., sie erhielt aus einem Nachlaß noch 13 500,— RM., so daß sie zusammen 62 500,— RM. Vermögen besaß.
Die Angeklagten sind durch öffentliche Zustellung ordnungsmäßig geladen worden. Es wurde gegen sie gemäß § 277 StrPrO. in Abwesenheit verhandelt. Der Jude Kurt Grün st ein schrieb wiederholt an das Finanzamt, er teilte aber nie seinen Wohnort mit, und einmal schrieb er, er befände sich auf einer „Erholungsreise". An Vermögen ist jetzt noch ein Wohnhaus in der Bahnhofstraße in Gießen im Einheitswerte von 46 000,— RM., das mit 10 000,— RM. belastet ist, vorhanden. Die vorhanden gewesenen Wertpapiere usw. hatte Kurt Grünstein bei einer Bank in Hamburg hinterlegt und hierfür einen Kredit von 51000,— R M. erholten, die er vollständig in Anspruch genommen hat.
Der Vertreter der Anklage beantragte, die Angeklagten wegen Vergehens gegen das Reichsfluchtsteuergesetz zu Gefängnisstrafen von je sechs Monaten und zu Geldstrafen von je 60 000,— RM., Hilfsweise 120 Tage Gefängnis, zu verurteilen.
Der Verteidiger (ein jüdischer Rechtskonsulent) trat bezüglich der Jüdin Lina Grünstein für eine wesentlich geringere Freiheitsstrafe ein, da sie doch die von ihrem Sohn geschobene und zur Flucht getriebene Frau sei. Daß die Judenvermögensabgabe bei der Berechnung der Fluchtsteuer vom Vermögen nicht abgezogen werden konnte, mußte er zugeben.
Urteil: Die Angeklagten wurden verurteilt: 1. Kurt ® Fünfte in zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zu einer Geldstrafe von 45000,— R M., Hilfsweise 90 Tage Gefängnis. 2. Lina Grün stein zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten und zu einer Geldstrafe von 4 50 0 0,— R M., Hilfsweise 90 Tage Gefängnis.
W. M. in Gießen wurde beschuldigt, im Dezember 1938 in Gießen in zwei Fällen durch unzüchtige Handlungen öffentliches Aeraernis erregt zu haben, dabei einmal handelnd in Tateinheit mit Beleidigung, und zwar Kindern unter 14 Jahren gegenüber. (Vergehen gegen §§ 183, 185 StGB.)
Die Oeffentlichkeit wurde während der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen.
Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde Urteil verkündet: Der Angeklagte ist schuldig und wird zu einer Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt.
*
Fr. L. in Lich wurde beschuldigt, in der Zeit vom 1. November 1938 bis 15. Dezember 1938 in Lich bei der Milchabsatzgenossenschaft, bei der er seit 1934 beschäftigt war, sich der Urkundenfälschung und der Unterschlagung schuldig gemacht zu haben. (Vergehen und Verbrechen nach §§ 246, 267, 268 StGB.)
Der Angeklagte erhielt morgens auf dem Licher Hof die Milch und trug sie nachher in dem ihm zugeteilten Bezirk aus. Die Menge der ihm übergebenen Milch wurde von dem Verwalter des Hofgutes in einem Blocklieferschein im Durchschreibeverfahren eingetragen. Den Originallieferschein erhielt der Angeklagte, während der Block mit dem
licher Weise über die hohe Schule des Bergsteigers, über das Klettern. Er legte dar, was unter dem zünftigen Klettern und der „Schlosserei" zu verstehen sei und ließ gleichzeitig wissen, daß das Klettern in Wänden und auf Felstürme aus der Freude an Kampf und Sieg und an der eigenen Bewährung gepflegt werde.
Im weiteren Verlaufe des Vortrags machte der Redner aber auch bekannt mit den Erscheinungen der Natur, mit der Pflanzen- und Tierwelt und mit der Architektur des alpenländifchen Hausbaues. Er zeigte im Lichtbild Berggasthöfe in großlinigem Barock mit dem Zierat eines schlichten Rokoko, er zeigte aber auch Häuser romanischen Stils, die sich in schöner Harmonie in die Landschaft einfügen.
Zum Abschluß sah man dann noch die Berge im Winterkleid, sah und hörte davon, wie der Schiläufer die winterliche Bergwelt erlebt, hörte von Schitechnik und sah die bekanntesten und beliebtesten Schisportgebiete der Alpen. Mit den Schilderungen der Reize einer Talfahrt schloß der Redner seinen ungemein anregenden Vortrag.
Die musikalischen Darbietungen, die der Abend brachte, waren sehr geschickt dem Thema angepatzt. So hörte man ein „Bäuerliches Menuett" aus Nieder-Donau, eine Südtiroler Hochzeitmusik in drei Sätzen und dann noch einen ostmärkischen Tanz, vom Vortragenden des Abends komponiert, der sich damit also nicht nur als ein fähiger Lichtbildner und als begabter Redner, sondern auch als Komponist von starker persönlicher Eigenart erwies. Für die musikalische Interpretation hatte sich das Streichquartett der Werkskapelle Hensoldt (Wetzlar) zur Verfügung gestellt und sich damit ein Verdienst um den schönen Verlauf des Abends erworben.
•i
Empfangsschein auf dem Hofgut verblieb. Die Rich, tigkeit der auf den Empfangsscheinen angegebenen Milchmengen wurde von dem Angeklagten durch seine Unterschrift auf dem Empfangsschein aner- kannt. Nach dem Verkauf der Milch rechnete er jeweils mit der Licher Bank ab. In der Zeit von Anfang November bis Mitte Dezember 1938 hat er fortlaufend die auf den Lieferscheinen eingetragene Literzahl verringert und den sich hierdurch zu seinen Gunsten ergebenden Betrag von 70 Mark unterschlagen und für sich verbraucht.
Der Angeklagte war geständig. Er will von vornherein die Absicht gehabt haben, den unterschlagenen Betrag, der inzwischen von dritter Seite erstattet worden ist, zu ersetzen.
Der Vertreter der Anklage beantragte, wegen Urkundenfälschung auf zwei Wochen Gefängnis und wegen Unterschlagung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe auf eine Geldstrafe von 80 Mark zu erkennen.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Urkundenfälschung in fortgesetzter Begangenschaft zu zwei Wochen Gefängnis und wegen Unterschlagung in fortgesetzter Begangenschaft zu 70 Mark Geldstrafe, hilfswcise 14 Tage Gefängnis.
Der O. A. P. in Gietzen wurde beschuldigt, am 31. Dezemher 1938 eine dem D. in Gießen gehörige, über eine Anzahlung von 15 RM. für einen Anzug lautende Quittung einer Firma in Gießen aus dem Küchenschrank des D. entwendet und weiterhin eine Vollmacht ausgestellt zu haben, die er mit dem Namen des D. unterzeichnete und sich hiermit der Firma gegenüber auswies. (Vergehen und Verbrechen nach §§ 242, 263, 267, 268 StGB.)
Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Den erschwindelten Betrag hat er in der Silvesternacht verzecht, einen Teilbetrag von 2 RM. hat er dem D. zurückerstattet, den Rest will er noch ersetzen.
Der Vertreter der Anklage beantragte, den nicht vorbestraften Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände 1. wegen Diebstahls an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 20 Tagen zu einer Gefängnisstrafe von 40 RM. und 2. wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu verurteilen.
Urteil: Der Angeklagte wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 3 R M., Hilfsweise 1 Tag Gefängnis, und wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt. Die Rechtskraft des Urteils wurde sofort anerkannt.
Rundfunkproaramm
Donnerstag, 9. März.
6 Uhr: Gymnastik. 6 30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9 40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Sie spenden — wir senden fürs WHW. Wunschkonzert zugunsten des WHW. 14.45: Für unsere Kinder: Die lustige Gesellschaft im Briefkasten. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17—17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: „Und ich sang in den Wind .. Hörfolge zum 60. Geburtstag der Dichterin Agnes Miegel, mit Liedern von Georg Dollerthun. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers — Großdeutfchland tritt an. Zur Aufnahme des Schul- jahrganges 1928/29 in das Deutsche Junavolk und den Jungmödelbund. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Wunschkonzert in Verbindung mit der NS- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: Deutsche Kulturarbeit in Süd-Afrika". 22.30 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik.
Freitag, 10. März.
6 Uhr: Gymnastik. 6 30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Froher Ringelreihen. 10: Schulfunk: Fliegen als Beruf. Hörszenen. 10.30: Meister der schnellen Kufe. Gespräche mit bekannten deutschen Eissegelmeistern und Konstrukteuren. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Die große Oper. Szenen aus „Die Zauberflöte", von Wolfgang Amadeus Mozart. 16: Heiteres Nachmittagskonzert. Einlage 17—17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: „...bann wirds erst kritisch!" Eine kleine Plauderei. 18.30: Fröhlicher Feierabend. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Wunschkonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Kammermusik.
Friedbergs Ehrenbürger gestorben.
LPD. Friedberg, 7. März. Der Ehrenbürger der Stadt F r i e d b e r g , Geheimer Justizrat Rechtsanwalt Adolf W i n b e cf c r , ist im 82. Lebensjahre gestorben, lieber ein Viertel- jahrhunbert lang war Winbecker ehrenamtlicher Bei- georbneter von Friebberg. Ferner gehörte er früher noch einer Reihe von öffentlichen Körperschaften als ehrenamtlicher Mitarbeiter an. Seine Vatersiabt Friebberg dankte ihm sein Wirken zum Besten der Stadt vor einer Reihe von Jahren durch die Ernennung zum Ehrenbürger.
Landkreis Gießen.
△ Großen-Linden, 6. März. Da sich hier nicht genügend Leute zum Holzfällen gemeldet hatten, wurden elfHolzarbeiterausverschie- denen Vogelsbergdörfern eingesetzt. Sie wurden in der neuen Schule untergebracht Unb dort auch aemeinschaftlich verpflegt. Nachbem sie nun ihre Arbeiten vollendet haben, fand im Eafö Dem eine Abschiedsfeier statt, bei der sie bewirtet wurden, und bei der Bürgermeister Michel ihnen ür die geleistete Arbeit dankte.
KSteinbach,8. März. Am heutigen Mittwoch, 8. März, feiert Frau Marie Margaretha Burk, geb. Roth, in guter Gesundheit ihren 7 7. G e - b u r t s t a g. Ihr Mann Jakob Burk ist bereits im Jahre 1890 gestorben, sie lebt im Hause ihres Sohnes Jakob Burk.
)—( Ruppertsburg, 5. März. Unter Leitung eines Vorsitzenden Wilhelm Parr VI. hielt unser Nännergesangverein bei Gastwirt Becker eine 57. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Zunächst gedachte man in ehrenden Worten des im letzten Jahres gestorbenen Mitbegründers und treuen Mitgliedes Wilhelm Meurer. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, wie sehr der Verein im Jahre 1938 bemüht war, in eifriger Pflege des deutschen Liedes der Gemeinde und dem Volke zu dienen. Das zeigte auch der gute Besuch der Singstunden. Der Kassenwalter W. Lehr II., der dieses Amt schon 30 Jahre verwaltet, erstattete eine günstige Rechnungsablage. Der neuernannte Dergnügungsaus-
gjix
Lantschner,
Sieger in der Diererkombination.
Französische Schimeislerschaflen.
Die französischen Schimeisterschaften in Super- bagneres, die am Dienstag beendet wurden, kennzeichnet eine ununterbrochene Siegeskette der beut» chen Schisportler. Vor allem das ausgezeichnete Abfchneiden des Innsbruckers Helmut Lantschner inbet in Frankreich restlose Anerkennung. Lantschner holte sich am Dienstag in zwei prächtigen Fahrten den Sieg und Titel im Torlauf und wurde damit gleichzeitig auch Sieger in der schweren Vierer- Kombination, die sich aus dem 18-Kilometer-Lang- laus, Sprunglauf, • Abfahrts- und Torlauf "zusam- mensetzte. In'allen diesen Wettbewerben landete der Innsbrucker auf einem der vorderen Plätze. Der deutsche Erfolg wird noch unterstrichen durch den guten zweiten Platz des jungen Peter Senne» mein (Ordensburg Sonthofen), der sich von Wettbewerb zu Wettbewerb weiter nach vorn gearbeitet hotte und nur knapp von Lantschner übertroffen wurde.
Einfach nicht zu schlagen mar bei den Frauen wieder die Weltmeisterin Christel Cranz. Sie erkämpfte sich am Dienstag auch den Sieg im Torlauf und wurde damit Siegerin der Alpinen Kombination.
90 Kilometer auf Schiern.
Außenseilersieg im Wafalauf.
Bei starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde Schwedens berühmtes Schirennen, der Wafalauf, über nicht weniger als 90 Kilometer ausgetragen. Den Sieg errang überraschend Alfred Lif, der die Strecke in 5:35,59 Stunden zurücklegte. Edvin Hansson wurde in 5:38,05 Zweiter vor den beiden Favoriten Sven Hansson (5:39,11) unb Arthur Häggblab (5:44,15). Lis verfehlte ben Streckenrekorb aus bem Jahre 1928, als Heblund unb Utterftröm im toten Rennen einkamen, nur um 2% Minuten.
Die Mannschaftseinheit bleibt gewahrt.
Eine Verfügung, die bereits vor Jahren bestand, bann aber roieber in Vergessenheit geriet, ist jetzt von Reichsfachamtsleiter ^-Brigabeführer Herrmann für ben Hanbballsport roieber ins Leben gerufen worben. Um bie Einheit der Mannschaft zu sichern unb ben Kamerabschaftsgeist zu betonen, hat ber Reichsfachamtsleiter bestimmt, baß in ben Mannschaften ber Hanbball-Gaumeister, bie Enbe März bzw. Anfang April mit ben Titelkämpfen um bie „Deutsche" beginnen, nur solche Spieler mitwirken bürfen, die mindestens drei Spiele um die Gaumeisterschaft in der betr. Mannschaft bestritten Die Radsporl-Veranstal
Der Gießener Radsport, vertreten durch bie Gießener Rabfahrer-Vereiniguna, wird auch in biesem Jahre roieber mit großen Veranstaltungen an bie Oeffentlichkeit treten. Die Eröffnung ber Radsportsaison bildet das am 30. April ftattsindende erste Bahnradrennen. Als zweite Veranstaltung wird dann am 25. Juni ber „Große Straßen- preis von Gießen" durchgeführt werden. Dieses schon zur Tradition gewordene reichsoffene Rennen des Gaues Hessen wird auch in diesem Jahre seine Anziehungskraft auf bie Fahrer aus bem gesamten Reichsgebiet nicht verfehlen. Das Rennen, bas alljährlich auf ber Runbstrecke Gießen— Reiskirchen—Grünberg—Lonborf—Gießen zur Durchführung kam, wirb in diesem Jahre auf einer anderen Strecke laufen müssen, da einige Ortsdurchfahrten in der Rabenau dem Rennen wenig förderlich sind.
Als dritte Rodsportgroßoeranstaltung gilt das für ben 30. Juli geplante zweite Bahnradren- n e n. Den Abschluß der Radspvrtsaison bilbet bann ein Run bst reckenrennen, das am 27. August burchgeführt wird. Dieses Rennen, das zum ersten Male in Gießen zur Durchführung gelangt, wirb sich innerhalb ber Stabt abroicfeln. Diese Runbstreckenrennen erfreuen sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit unb werben in säst allen größeren Städten des Reiches burchgeführt. Die Gießener Rabfahrer - Vereinigung will ebenfalls ein solches Rennen einführen und damit ihr Sportpro-
schuß besteht aus den Mitgliedern O. Habermehl, O. Wörner unb Hch. Schuchard. Der Verein feiert in diesem Sommer sein 50jähriges Stiftungsfest in einfachem Rahmen.
D L i ch , 6. März. Der Sturm5/M147 L i ch- Hungen trat am Sonntagmorgen zum Reichswettkampf des NSKK. an. Es galt, die vier ersten Hebungen zu erledigen: Handgranatenzielwurf, Handgranatenweitwurf, Klein-Kaliberschießen 50 Meter liegend, freihändig und 50 Meter kniend freihändig. Da gleichzeitig Die Sollstärke des Sturmes mit in Anrechnung gezogen wurde, war es erfreulich, daß eine fast lOOprozentige Antrittsstärke gemeldet werden konnte. Gegen mittag waren bie Kämpfe, benen für kurze Zeit auch Stanbartenfüh- rcr Nagel beiwohnte, abgeschlossen. Unter Berücksichtigung des ungünstigen Wetters dürfte der Sturm mit seinen Leistungen zufrieden fein.
+ ® r ü n b er g , 7. März. Am Montagabend fand in der Turnhalle ein Gastspiel der Rhein- Mainischeu Landesbühne statt. Gegeben wurde das Schauspiel „Kalte" von Hermann Burte. Die Veranstaltung war gut besucht. Die Aufführung fand lebhaften Beifall. Insgesamt Hot bie Rhein- Malnische Landesbühne in diesem Winter hier vier Vorstellungen gegeben. In welchem Maße diese Anklang fanden, zeigte bie von Vorstellung zu Vorstellung steigende Besucherzahl.
äreie Alsfeld
—Homberg, 6. März. Am 1. März voll- endete Frau Katharine Lein ihr 74. Lebensjahr, während es Ludwig Born VII. am 17. b. M. vollendet', am 13. März wird Frau Katharine Rühl 82 Jahre alt, und am 14. Frau Anna Elise Hartmann 80 Jahre. Die Hochbetagten erfreuen sich noch einer ihrem hohen Alter entsprechenden Gesundheit und geistigen Frische. Allen unseren herzlichen Glückwunsch.
> Deckenbach, 6. März. Im Gasthaus „Zur Post" fand eine Versammlung statt, an ber bie Bevölkerung von Deckenbach unb Höingen zahlreich teilnahm. Ein Beauftragter bes Kartoffelkäfer-Abwehr» bienstes sprach ausführlich an Hanb von Bilbern über bie Schäblichkeit bes Kartoffelkäfers unb über bie notwendigen Abwehrmaßnahmen.
haben ober breimal als Reservespieler zur Verfügung stanben. Damit soll verhinbert werben, baß übereifrige Vereins- unb Abteilungsführer zu Beginn ber Kämpfe um bie Deutsche Meisterschaft neue Kräfte heranziehen, um schwächere Spieler, bie bisher voll ihre Pflicht taten unb bie Gaumeisterschaft mit erringen halfen, zu ersetzen.
Die deutschen Rennwagen in Monza.
Auf ber Monza-Bahn bei Mailanb herrscht äugen« blicklich roieber einmal reger Betrieb. Die beutschen Rennmannschaften von Auto Union unb Mercebes- Benz finb roieber eingezogen, unb auch mehrere italienische Sportroagenfahrer haben sich Monza als Uebungsstätte ausgewählt. Sie proben für das Wüstenrennen am 26. unb 27.März. Dr. Feuer» e i s s e n , der Rennleiter der Auto Union, schulte an den letzten Tagen seine beiden Rennwagen-Neulinge Ulrich Bigotte unb Georg Meier, die täglich ihre Runden zogen und mit dem Fahrzeug immer vertrauter werden. Tazio Nuvolari, Hans Stuck unb H. P. Müller werben noch in biefer Woche erwartet, unb bann gelten bie Fahrten mehr technischen Versuchen zur Weiterentwicklung bes Formelwagens. Mercebes-Benz hat gleichfalls feine Zelte im alten Quartier aufgefchlagen unb macht Versuchsfahrten.
Waldlauf- und Handballmeisterschast der oberhess. Landwirtschaftsschulen.
Am Dienstag würben von den Lanbwirtschafts« schulen Büdingen, Nidda, Schotten, Friedberg, Gießen, Wetzlar, Grünberg, Alsfeld und Lauterbach die Waldlaufmeisterschaft in (Brünberg aus- getragen. Die Laufstrecke begann am Waldeingang der Weickartshainer Straße und wies starke Steigungen auf. Die Länge betrug 3000 Meter. Die beste Mannschaft stellte Grünberg, deren drei Läufer bie Strecke in 11,35, 11,56 unb 12,30 Minuten zurücklegten. An bie zweite Stelle kam Bübingen. Den dritten Platz belegte Schotten. Beste Einzelläufer waren: 1. Zimmer (Grünberg), 11,35 Min.: 2. Haas (Gießen), 11,42 Mim; 3. Roth (Büdingen), 11,46 Min.; 4. Görnert (Grünberg), 11,56 Minuten.
Vorher trugen bie Hanbballmannschaften ber Schulen Büdingen unb Lauterbach, bie in voraus- gegangenen Spielen als beste ermittelt mürben, bas Entscheibungsspiel aus, das Bübingen mit 6:1 Toren gewann.
Die Siegermannschaften im Handball unb im Walblaus sowie ber beste Einzelläufer nehmen am 15. März in Darm stabt an ben Schlußkämpfen mit ben Siegern aus ben brei anberen Bezirken (Darm- ftabt, Mainz und Wiesbaben) ber Lanbesbauern- schaft Hessen-Nassau teil.
lungen 1039 in Gießen.
gramm um ein 1 e i ch s o f f e n e s Straßenrennen erweitern. Das Rennen soll durch folgende Straßen der Stabt führen: Start unb Ziel Ludwigstraße (vor ber Universität)—Gutenbergstraße—Nahrungsberg— Gnauthstraße —Bleichstraße—Lubwigstraße. Diese Strecke wirb mehrmals (etwa 50mal) durchfahren, und zwar wird das Rennen in brei Klaffen ausgeschrieben werden, der ^/8-Klasse, der OKlasse unb ber Jugenbklasse. Dieses Rennen wird das sportlie- benbe Publikum begeistern, da es ihm durch die Kürze ber Rennstrecke möglich ist, das Rennen in allen Phasen mitzuerleben.
Neben diesen Großveranstaltungen werden außerdem noch einige Kreisrennen durchgeführt, deren Termine noch nicht festliegen.
Fußball der Preisklassen.
Krofdorf I. — Rodheim I. 9:2 (4: 2).
Nachdem Treis das fällige Pflichtspiel abaefagt hatte, verpflichtete Krofdorf noch in den letzten Stunden die erste Mannschaft des Tv. Rodheims zum Gesellschaftsspiel. Man war auf das Ab« schneiden der Krofdorfer Mannschaft gegen ben Vertreter ber I. Kreisklasse sehr gespannt. Das Spiel hat dabei gezeigt, in welch guter Verfassung sich die junge Mannschaft von Krofdorf befindet. Während des ganzen Spieles hatte Krofdorf das Heft in der Hand und zeigte sich hauptsächlich in gutem Zuspiel tonangebend.
Schon nach brei Minuten Spieldauer konnte des


