Ausgabe 
8.2.1939
 
Einzelbild herunterladen

Gauleiter Sprenger empfängt die Repräsentanten des Volkes.

denken, evtl. Leistung von Wehrmachtübungen usw. Weiter wiederholt der Referent die Forderung nach gebührenfreiem Studium, vor allem im Hinblick auf die Erweiterung der Möglichkeiten des Zugangs zum Hochschulstudium für die Besten aus allen Volksschichten ohne Rücksicht auf ihre wirt­schaftliche Lage. Sodann sei die Erhöhung der Förderungsmittel und Vereinheitlichung de^ Förderungswesens geboten. Ferner müsse eine B e - soldung der Jungakademiker erreicht werden, die ihrer Leistung entspricht und die auch während der berufspraktischen Ausbildungszeit ein Existenzminimum sichern muß. Zusammen mit der Ausbildungsverkurzung müsse die Möglichkeit der F a m i l i e n g r ü n d u n g für die Akademiker m i t 25 Jahren geschaffen werden. Darüber hinaus sei eine Nachwuchssicherung durch Ausbau auch des Langemarck-Studiums dringend nötig.

Die Nationalpolitifchen Erziehunasanstalten.

Die durch Führeranordnung 1933 vom Reichs­erziehungsminister Rust ins Leben gerufenen Na­tionalpolitischen Erziehungsanstalten stellen einen neuen Typ dar, der nunmehr durch Einrich­tung weiterer An st alten in der O st - m a r k und im S u d e t e n l a n d auf insgesamt 21 Institute gesteigert werden wird. Sie sind, wie ihr Inspekteur, ^-Obergruppenführer H e i ß - meyer, imAltherrenbund" erläuternd ausführt, Versuche, die Erziehung der Jugend von der Ebene der Bildung auf die der echten, möglichst viel­seitigen politischen Erziehung zu stellen. Völker und Volksschichten, die auf Nachwuchs für ihre staatstragende Schicht bedacht waren, hätten Jd)on immer aus politischem Instinkt oder politi- ichem Wissen heraus zur Gemeinschaftserziehung der Jugend gegriffen, so Sparta und England, die ka­tholische Kirche und das preußische Offizierkorps. Von den Jungmannen der Nationalpolitischen Er­ziehungsanstalten werde erwartet, daß die hier ge­troffene Auslese bester deutscher Jun­gen, die in harter Gemeinschaftserziehung zu Männern erzogen wird, nicht sich f e l b st le­ben wollen, sondern für ihr-Volk und Va­terland.

Es liege nicht im Sinne der Anstalten, nur Jun­gen aus bestimmten Ständen oder von bewährten Parteigenossen aufzunehmen; es solle jeder tüch­tige deutsche Junqe den Weg zu den Anstalten offen finden. Infolgedessen werde bei der Aufnahme auch nicht nach dem Geld oder dem Stand der Eltern gefragt, wohl aber nach ihrer Artund ihrem Blut. Die Anstaltsleiter hätten vom Reichserzie­hungsminister die Ermächtigung, aus allen Schulen die für die Anstaltserziehung tauglichen Jungen auszusuchen. Die Lehrer seien ange­wiesen, ihre begabtesten Jungen zu melden. Auch die Partei und ihre Gliederungen schlagen Jungen zur Aufnahme in die Anstalten vor. Diele Eltern meldeten ihre Jungen selber an.

Der Inspektor schildert dann die vielseitige Aus­bildung auf den Anstalten auf den Gebieten der höheren Schule und in weltanschaulich-politischer Art, sowie beim Sport. Auslandsreisen stehen ebenso wie Reiten und Boxen und Einsatz in der Industrie und beim Bauern auf dem Unterrichtsplan, der hier ein neuer Gesamterziehungsplan wird. In Oester­reich werden z. Zt. vier frühere Staatserziehungs­anstalten zu Nationalpolitischen Erziehungsanstalten umgewandelt, nämlich die von Maria Theresia ge­gründete einstige AkademieTheresianum" in Wien, die Anstalten Traiskirchen N. D. und B r e i t e n s e e in Wien, sowie die Staatserzie­hungsanstalten für Mädchen in Wien und Hubertendorf. Als erste Anstalt im Sudeten­land wird in absehbarer Zeit die Anstalt Schloß P l o s ch k o w i tz bei Leitmeritz eröffnet.

Führergrundsatz bei den Jugendämtern

Eine Aenderung des Reichsgesetzes für Jugend­wohlfahrt beseitigt die mit dem Führergrundsatz in Widerspruch stehende bisherige Kollegialverfassung der Jugendämter und die Bestimmungen über ihre Zusammensetzung und setzt an die Stelle der bisher oorgeschriebenen Entscheidung des Jugendamtkolle­giums die Entscheidung des Bürgermei­sters bzw. des L a n d r a t e s. In Wahrung der be­sonderen Belange der Jugendwohlfahrt sieht das neue Gesetz jedoch die Bestellung von Bei­räten vor, zu denen neben dem Vormund­schaftsrichter und Lehrpersonen ins- vesondere der zuständige Kreisamtsleiter des Amtes für Dolkswohlfahrt und je ein Vertreter der HI. und des BDM. gehören müssen. Es trägt dadurch der Bedeutung dieser Par­teiorganisationen auf dem Gebiete der Jugendfür­sorge Rechnung.

Röntgen-Reihenuntersuchungen bei Jugendlichen.

Berlin,?. Febr. Der Reichsjugendführer stattete dem Röntgeninstitut des Virchow-Kranken­hauses in Berlin in Begleitung des Chefs des Gesundheitsamtes der RIF., Oberbanyführer Hörde­mann, und des Staatsrates Conti einen Besuch ab. In den^ Institut hat Professor Cramer bei 3000 Jungen und bei 1000 Mädeln in den letzten Wochen mit Hilfe des S ch i r m b i l d v e r f a h r e n s Möntgen-Reihenuntersuchungen angestellt. Durch die­ses neue Verfahren sollen die an sich sehr teuren Röntgenaufnahmen bei Reihenuntersuchungen er- imäglicht werden. Dem Reichsjugendführer, der der Untersuchung einer Anzahl Jugendlicher beiwohnte, »geht es darum, in seiner Aktion zur Steigerung der «Gesundheit der deutschen Jugend die modernsten wnd zweckmäßigsten Mittel, welche diesem Ziele Dienen, kennenzulernen und einzusetzen.

Oer Landesgruppenleiter in der Tschecko-Slowakei.

Berlin, 7. Febr. (DNB.) Der Leiter der Aus- llandsorganisation der NSDAP, hat den Gauamts- lleiter Richard Z e i s s i g zum Landesgruppenleiter 5er AO. der NSDAP, in der Tschecho-Slowakei er- monnt. Zeissig, geb. 1897, erlernte nach dem Besuch Des Realgymnasiums die Landwirtschaft und ging 1914 als Kriegsfreiwilliger ins Feld. Er wurde dreimal verwundet, mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet und schied 1918 als Leutnant aus dem Heeresdienst. 1920 wanderte Zeissig nach Argentinien aus, wo er zunächst in der Landwirt- 'chaft und später als Kaufmann tätig war. Schon ! aor der Machtergreifung trat er der NSDAP, in Buenos Aires bei, war dort anschließend Ortsgrup- ! aenleiter und von 1934 bis 1935 Landesgruppen­eiter in Chile. Seit 1935 ist Zeissig als Gäuamts- I eiter in der Leitung der AO. tätig.

NSG. Am Dienstagabend hatte Gauleiter Sprenger zum drittenmal die Veranstaltung im Gau Hessen-Nassau durchgeführt, die der gesamten Bevölkerung die wahren Repräsentanten des Volkes vor Augen führt. Diese Abende sind bereits im Gau Hessen-Nassau seit Jahren zum Aus­druck der neuen Gesellschaftsform und der vom Nationalsozialismus bestimmten neuen Geselligkeit geworden. Außer den Männern der Alten Garde, den Kämpfern des großen Krie­ges und den Opfern der Arbeit konnte der Gauleiter auch in diesem Jahr wieder eine große Zahl hoher Vertreter der Partei, der Wehr­macht, des Staates und der Behörden im Palmengarten begrüßen.

Auf den Sinn dieses Abends eingehend, betonte der Gauleiter, daß diese Veranstaltung nicht durch den Zufall entstanden sei, sondern das Ergeb­nis reiflicher Ueberlegungen darstelle.

sei eine dringende Notwendigkeit, überkommene Rückstände im gesellschaftlichen Leben zu überwinden. Der Nationalsozialismus habe im deutschen Volk nur- deshalb Fuß gefaßt, weil er dem ganzen Volk klarmachte, daß durch die Grundlage des Blutes alle Deutsche Kameraden und gleich­wertig seien. Diese Grundlage müsse auch in das gesellschaftliche Leben übertra­gen werden. Im gesellschaftlichen Leben schlage deshalb in Deutschland jeder Versuch fehl, der be­sondere Vorrechte konstruieren wolle, die man viel­leicht zu Anfang übersehen konnte. Heute aber ist das deutsche Volk sich klar, daß der Umbruch statt- finden muß. Der Führer selbst hat in seiner Rede vor dem Großdeutschen Reichstag mit den über« alteten Begriffen aufgeräumt, indem er betonte, daß der heutige deutsche Volksstaat keine gesell­schaftlichen Vorurteile kennt. Das gesell­schaftliche Leben basiert einzig und allein auf der Weltanschauung des Nationalsozialismus.

Oe Valero lehnt Gewalt ab.

London, 8. Febr. (DNB.) Im irischen Senat erklärte Ministerpräsident de Valero zu den Bombenanschlägen, die irische Regierung könne es nur bedauern, wenn sich Dinge ereigneten, die sie nicht wünsche. Sie sei als die legale Regierung des Landes gewählt worden. Keine andere Körperschaft habe daher ein Recht, im Namen des irischen Vol­kes zu sprechen. Dabei spielte de Valera sichtlich auf die Irische Republikanische Armee an. Er wolle von Gewalt nichts wissen und wünsche, dies klar zu machen. Der Justizminister werde daher im Dail Gesetze einbringen, die der Regierung die nötige Vollmacht geben, damit sie ihre Autorität beibehalten könne.

Die britische Regierung allein sei für d i e Teilung Irlands verantwortlich. Diese Ungerechtigkeit hätten die britischen Minister nur für zeitweilig erklärt. Seither habe man aber nichts mehr davon gehört. England hindere den natür­lichen Lauf der Gesetze. Wenn nicht die britischen Truppen in Nordirland stehen würden, dann würde das Volk dort aus freien Stücken zu Südirland kommen.- Die irische Regierung fei bereit, in ge­wissen Dingen entgegenzukommen. In verschiedenen Punkten aber müsse' Irland unnachgiebig fein, vor allem in der Wiedereinführung der iri­schen Sprache. Von einer Einigung aus Kosten des Selbstbestimmungsrechtes des irischen Volkes könne keine Rede fein.

Kunst und Wissenschaft.

Die Schriftstellerin Agnes Harder f.

In Berlin starb kurz vor Vollendung ihres 75. Lebensjahres die Schriftstellerin Agnes Har­der. 1864 in Königsberg geboren, war Agnes Har­der, die einer Juristenfamilie entstammte, ursprüng­lich Lehrerin, begann aber bald zu schreiben: Ge­dichte, Romane, Jugendbücher und Reiseberichte; vor allem aber hot sie sich mit ftauenrechtlichen, sozialen und politischen Problemen beschäftigt. Sie gehörte zu den Gründerinnen des deutschen Fraueir- bundes und führte einen idealistisch genährten Kampf gegen die Sozialdemokratie.'

Dozentenbundstag in Königsberg.

Die Pressestelle des Reichsdozentenbundes teilt mit: Im Rahmen der Kant-Coppernikus-Woche in Königsberg findet am 15. Februar ein Dozenten­bundstag statt. Nach (Eröffnung einer Ausstel­lung und einer Reihe wissenschaftlicher Vorträge endet der Tag mit einer Kundgebung des NSD.- Dozentenbundes, aus der außer dem Gauleiter Erich Koch auch der Reichsdozentenführer ^-Brigade- führer Professor Dr. Walter Schultze sprechen wird.

10 000 Wuschelschnecken für die Universität Halle.

Der derzeitige Rektor der Martin-Luther-Uni- versität und Leiter des Geologisch-Paläontologischen Institutes, Prof. Dr. I. W eigelt, konnte eine wertvolle Muschelschnecken-Sammlung aus Bremen erwerben, die mit ihren seltenen Funden für die hallische Universität von großer Bedeutung ist. Es handelt sich um Sammlungen des Lehrers Jor­dan, der im Nebenberuf die paläontologische Ab­teilung am Bremer Museum betreut. Die große, über 10000 Exemvlare umfassende Sammlung stellt die Lebensarbeit Jordans dar. Ein Teil der Jordanschen Sammlung, der das Arbeitsgebiet der Preußischen Geologischen Landesanstalt berührt, wurde von dieser aufgekauft.

Kleine politische Nachrichten.

Am Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter im Reichsministe­rium für Volksaufklärung und Propaganda zu einer Ar b e i t s t a g u n g, bei der Referate über wichtige Tagesfragen gehalten wurden. Im Mittelpunkt stand eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels über die politische Lage.

*

Am Dienstagvormittag verpflichtete Reichspropa­leiter Reichsminister Dr. Goebbels im Stucksaal des Reichspropagandaministeriums in Berlin durch Handschlag 47 neue Reichs- und Stoß­truppredner der NSDAP., die durchweg schon jahrelang im Dienste der Partei und ihrer Gliederungen als alte Parteigenossen rednerisch tätig waren und zum größten Teil bereits in den Kampf­versammlungen vor der Machtübernahme für die Idee des Nationalsozialismus warben.

*

Der Inspekteur der n a t i o n a l v o l i t i s ch e n Erziehungsanstalten, ff=Dbergruppenh"'r-

Unsere Aufgabe ist dabei, die nationalsozialistischen Einrichtungen so zu gestalten, daß sich jeder dort hingezogen fühlt. Theater, Kino und viele andere Einrichtungen wenden sich auch nicht an bestimmte Schichten, sondern sie stehen allen offen. Künstlich aufgerichtete Schranken aber werden von uns restlos beseitigt. Vor drei Jahren haben wir zum erstenmal im Gau Hessen-Nassau dem deut­schen Volk die wirklichen Repräsentan­ten vor Augen gestellt. Sie haben ihr Heldentum im zähen Ringen des Weltkrieges, im Kampf der Nationalsozialistischen Bewegung und bei der Ar­beit bewiesen. Diese Menschen, die ihr ganzes Leden opferwillig eingesetzt haben, sind wert, dem Volk vor Augen gestellt zu werden. An ihre Taten muß immer wieder erinnert werd.en, weil zu schnell ver­gessen wird, wie diese Männer des Krieges sich ein­setzten, daß die alten Nationalsozialisten in ihrem Kampf gegen eine ganze Welt den Grundstein zum heutigen Deutschland legten und daß auch die Opfer der Arbeit nur in treuester Pflichterfüllung Schaden erlitten. Diesen Männern und allen, die ihrem Kreis angehören, muß jeder Volksgenosse Achtung zol­len. Mit diesem Kreis vereinigt sich die Führer­schaft der Partei, der Wehrmacht, des Staates und der Behörden. Sie alle bilden die wahren Reprä­sentanten des Volkes, die auch vom Volk anerkannt werden. Sie sind das Beispiel für die Jugend, die zum Heldischen erzogen wird. Auf das ganze Volk übertragen sichert dieses Heldentum die Ewigkeit des deutschen Volkes! Diese Worte des Gauleiters gaben den Grundton für den gesamten Abend, der die durch Opfer und Leistung ausgezeichnete!) Män­ner zu einigen geselligen kameradschaftlichen Stun­den verband, die durch ein ausgesuchtes Programm, das vom Rhein-Mainischen Landesorchester und einer Reihe bekannter Künstler geboten wurde, ver­schönert wurden. E. K.

rer Heißmeyer, besichtigte mit Staatskommissar ff« Standartenführer Dr. Plattner die Staatserziehungs­anstalt Hubertendorf in Niederdonau, die die erste nationalpolitifche Erziehungsanstalt für Mädchen in Großdeutschland fein wird.

*

Der Führer der elsässischen Autonomisten, Karl Roos, ist in Straßburg verhaftet worden. Man macht ihm den Vorwurf, ein autonomisti - f cf) e s Manifest vorbereitet zu haben. Roos war vor zehn Jahren bereits wegen feiner politischen

Kurze Tage,

wenig Sonne und wenig Bewegung im Freien, das sind Nachteile der Wintermonate, die unser körper­liches Befinden ungünstig beeinflussen.

Kinder und Erwachsene nehmen in dieser Zeit Bioferrin, das blutbildende Kräftigungsmittel. Bio- ferrin hat eine vorzügliche Wirkung auf das All­gemeinbefinden bei Appetitlosigkeit, Blutarmut, Schwäche- und Effchöpfungszuständen.

Zb\

( A \ (BAYER)

Tätigkeit zu zehn Jahren Zwangsarbeit und zwanzig Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt, dann aber im Berufungsverfahren freigefprochen worden.

Der Staatsbesuch des italienischen Außenministers Graf C i a n o in Warsch au ist auf den 25. Fe­bruar angefetzt worden. Der Aufenthalt in Polen wird vier Tage dauern. Nach den Besprechüngen in der Hauptstadt ist eine Jagdoeranstaltung in den Staatswäldern von Bialowiece und ein Besuch in Krakau zur Ehrung des Grabes von Marschall Pil- sudski vorgesehen.

Wie amtlich mitgeteilt wurde, haben der Her­zog und die Herzogin von Kent auf An­raten der nordirischen Regierung ihren vorgesehenen Besuch in Nordirland auf eine spätere Zeit verschoben. Es ist anzunehmen, daß diese Ver­schiebung auf die jüngsten Bombenanschläge der iri­schen republikanischen Armee zurückzuftihren ist.

Aus aller Wett.

DieInternationale Verkehrsausstellung Köln 1940.

Nach Genehmigung der Pläne der interna­tionalen Verkehrsausstellung durch den Führer sind die Vorarbeiten für die große Ausstellung rasch vorwärtsgekommen. Die Inter­nationale Verkehrsausstellung ist die erste große internationale Veranstaltung Deutschlands, die das internationale Ausstellungsbüro in Paris, eine ! Konvention, der 28 Staaten angehören, genehmigt und eingetragen bat. Sie wird das größte Aus- stellungsereiqnis Deutschlands, das in der Nach­kriegszeit überhaupt stattgefunden hat. Das Prä­sidium dieser. Ausstellung hat Reichsverkehrsmini­ster Dr. Dorp müller übernommen. In einer von der Ausstellungsleitung herausgegebenen Denkschrift sagt er: In dieser lebhaften Zeit stets fortschreitenden Verkehrs allen Fachgeftossen und der Öffentlichkeit aller Länder den jetzigen Hoch­stand der Verkehrsmittel und ihre Beziehungen zueinander zu zeigen, das ist der Sinn der In­ternationalen Verkehrsausstellung Köln 19 40.

Arbeilslagung der NS.-Schwesternschaft.

In der Reichsschule der NS. - Frauenschaft in Berlin-Wannsee hat unter Leitung der General­oberin Böttger die erste große Arbeits­und S ch u I u n g s t a g u n g der NS - Gau - Vertrauensschwestern begonnen, an der auch die Vertreterinnen der ostmärkischen Gaue und des Sudetenlandes teilnehmen. Die Tagung gibt/ wie die NSK. berichtet, Einblick in die Weiterent­wicklung des deutschen Frauenschaffens, wie es im Deutschen Frauenwerk zur Auswirkung gelangt. Das erste Referat hielt Medizinalrat Dr. Cropp über die Gesundheitspolitik des nationalsozialistischen Staates. Er gab einen Ueberblick über die gesetz­lichen Maßnahmen, die seit 1933 aus nationalsozia­listischen Erkenntnissen heraus ergriffen wurden, um der damaligen verhängnisvollen Entwicklung Ein­halt zu tun. Von großer Bedeutung sind u. a. die Neuordnung des Schwesternwesens, ferner neue ge­setzliche Bestimmungen für die Ausbildung und den

Einsatz der Hebammen (keine Entbindung mehr ohne Hebamme) und die allgemeine Ausrichtung auf einen Gesundheitsdienst.

Ein Zirkusjubiläum.

In diesem Jahre begeht der Zirkusdirektor Carl Krone ein seltenes Jubiläum: seit 50 Jahren ist er als Elefantenlehrer tätig. In den fünf Jahrzehn- ten hat Krone mehr als 60 Dickhäuter aus Indien und Afrika als Schüler gehabt. Mit Liebe und Ruhe bracht Carl Krone den Kolossen die unglaublichsten Kunststücke bei, und mit Stolz zählt er heute in feiner Elefantenherde 23 Prachtexemplare.

Dreifacher Mord und Selbstmord.

In Troisdorf wurde eine entsetzliche Bluttat entdeckt. In einer» Wohnung wurden vier Personen, und zwar zwei Männer, eine Frau und ein Mäd­chen, t o t aufgefunden. Die Kölner Mordkommis­sion stellte folgendes fest: Drei Personen waren er­schossen urch einer erhängt. Der. Wohnungsinhaber, ein 41jähriger Mann, hat vermutlich seine 39jährige Frau und seine 16jährige Tochter und außerdem einen 69 Jahre alten Mann, der sich in der Woh­nung befand, erschossen. Alle drei lagen am Boden. Der Mörder hat vermutlich unmittelbar nach seiner Bluttat Selbstmord durch Erhängen be­gangen. lieber das Motiv der Tat konnte'bisher noch nichts festgestellt werden.

Vollstreckung eines Todesurteils

Berlin, 7. Febr. (DNB.) Am 7. Februar 1939 ist der am 9. August geborene Lorenz Bracher aus Aigelsbach hingerichtet worden, der vorn Schwurgericht in Memmingen am 21. September 1938 wegen Mordes zum Tode und zum dau­ernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ver­urteilt worden ist. Bracher hat am 12. Sep­tember 1937 die 61 Jahre alte Franziska Saller in Bad Wörishofen auf grausame Weise ermordet, um seine Geliebte mit Hilfe eines von ihm ge­fälschten Testaments zur Erbin des Nachlasses der Ermordeten zu machen. .

Großfeuer in einem Londoner Warenhaus.

In einem Warenhaus im Zentrum Londons brach ein Großfeuer aus. Sämtliche umliegenden Feuerwehren wurden alarmiert, dennoch wurde das Warenhaus schwer beschädigt, ehe die Feuerwehren das Feuer eindämmten. Ob dieser Brand irgendwie mit den jüngsten Attentaten in London und ganz England in Zusammenhang gebracht werden kann, steht noch nicht fest.

Luflschuhübungen mit echten Brandbomben.

Nachdem in Paris erst kürzlich in den an das Lateinische Viertel angrenzenden Weinhallen eine nächtliche Luftschutzübung stattgefunden hatte, wurde jetzt auf dem dazu besonders geeigneten Ausstel- lungsgelände an der Porte de Versailles neuerdings eine Luftschutzübung unter Einsatz von technischem Personal, Angestellten der städtischen Wasser- und Gasgesellfchaft, abgehalten. Die Bedeutung dieser Luftschutzübung lag in der erstmaligen Verwendung richtiger Brandbomben. Die Löschung der Brandherde erfolgte durch die mit Löschsand und in feuerfester Kleidung arbeitende Feuerwehr. Eine große Zuschauermenge verfolgte- d-n Verlauf der Hebung mit gespannter Aufmerksamkeit.

Auszeichnung eines Rheumaforschers.

Für feine Verdienste um die Rheurnaforschung hat die Deutsche Rheurna-Gesellschaft den in Wiesbaden wohnhaften Generaloberarzt a. D. Dr. Walter Krebs, den früheren langjährigen Chefarzt des Landesbades zu Aachen und Begründer des Aachener Rheuma-Forschungsinstituts, anläßlich seines 70. Ge­burtstags durch die Verleihung der Ehrenmitglied­schaft ausgezeichnet.

Nächtliche Ruhestörung durch Starenschwärme.

Ein Schwarm von Tausenden von Staren jagte den Bewohnern eines Etagenhauses in dem englischen Seebad Bridlington an der Küste der Grafschaft Porkshire in der Nacht einen gewaltigen Schrecken ein. Die Stare, die offenbar von einem langen Flug durch Regen und Nebel ermüdet waren, ließen sich auf dem Dach des Hauses nieder. Hun­derte fielen durch die weiten Kamine in das In­nere des Hauses undgelangten in die Wohnungen. Sie vollführten dort einen solchen Lärm, daß die Bewohner erschreckt aufwachten und meinten, Ein­brecher seien im Hause. Die verängstigten Vögel flogen in den Zimmern hin und her, stießen gegen die Fenster und Türen und waren weder zu be­ruhigen noch zu entfernen. Einige Einwohner hatten das Uebersallkommando benachrichtigt, das auch rasch erschien. Die Bewohner des Hauses kamen aber bis zum frühen Morgen nicht zur Ruhe, da in einzelnen Räumen bis zu 50 Stare umherflogen und erst nach stundenlangen Bemühungen ins Freie gejagt werden konnten.

Wetterbericht

Während sich in Südwestdeutschland bei schwacher Luftbewegung die Nebelwetterlage bei verhältnis­mäßig tiefen Temperaturen gehalten hat, ist das deutsche Küstengebiet schon unter den Einfluß der atlantischen Wirbeltätigkeit gekommen und hat bet lebhaften Westwinden und Temperaturen von etwa + 5 Grad zeitweise Regen. Di^e Westströmung wird langsam weiter auf das Festland übergreifen und uns nach Beendigung der Nebellage lebhaftes und mildes Wetter bringen.

Voraussage für Donnerstag: Teil­weise noch neblig, sonst heiter bis wolkig, noch trocken, Tagestemperaturen etwas höher als seither, westliche. Winde.

Lufttemperaturen am 7. Februar: mittags1,4 Grad Celsius, abends3,6 Grad; am 8. Februars morgens3,6 Grad. Maximum 0,9 Grad, Mini­mum heute nacht 3;9 Grad. Erdtemperatureu in 10 cm Tiefe am 7. Februar: abends 0,2 Grad; am 8. Februar: morgens 0,5 Grad. Keine Nieder­schläge. Sonnenscheindauer 2,5 Stunden.

Wintersport.

Rhön. Wasserkuppe: Heiter, + 6 Grad, Firn* schnee, Schi und Rodel gut.

Sauerland. Winterberg: Bewölkt, + 2 Grad, 5 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit nur stel-. lenweise.

Schwarzwald. Feldberg: Heiter, + 1 Grad, 60 cm Firnschnee, Schi und Rodel sehr gut.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu« girierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.