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Strahlungsforschung, die dem nachgehen; die „Dor- no-Strahlung" (Ultraviolett-Strahlung) der öomie und ihr Einfluß auf das Wohlbefinden ist jedem Arzt bekannt; die bleichen, müden Kinder in licht- losen Gassen der großen Städte zeigen deutlich, daß sie von dieser Strahlung allzu wenig abbe- kommen. Aber meit über diese Einflüsse hinaus haben sich andere Forscher mit dem Problem be- schäftigt. Ws vor zehn Jahren die Pariser Mediziner F a u r e und Ballot den schon früher von dem Russen Tschejewski behaupteten Einfluß starker Sonnenflecken auf nervöse Krankheiten näher untersuchten und an Beobachtungen der Pariser Krankenhäuser kontrollierten, fanden sie ganz unverkennbare Zusammenhänge. Anfälle und Ster-
ZI 235 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
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p a 5 begeben. *1 e r.e n- Dabei werden sie aber ihr Bauerntum n e r A n z e i -। $re landwirtschaftlichen Ueberschüsse behalten,
am natürlichsten sein Augenmerk aus Leistungen
8er Optiker am gahnhof |
Itäier bäuerlich geworden. Reine oder weit über- bSen,^?’ Baueriüänder sind Bulaarien und
n von 373 Millionen auf 666 Millionen RM.
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iden Ausgleich der bewegten Werte es sich
m Länder vergewaltigt und verkümmert hätte.
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(auiW r gegen sei iger wirtschaftlicher Ergänzung, das , liö! 150 Millionen Menschen bewohnt und von
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mitgeteilt von S. v ^adecki.
bö keinen Zweck.
Lehör lieh-D Amta che. ( „ ^ostatuen, ).9°-8'60' j zeigt
H setn- Und das Len war das Petersburger ,^eln — es waren gesprochene Anführungsstriche. 015 w°r vor die em Lächeln fid)er. Es entwertete An diesem Lächeln ist Petersburg zugrunde UV .• ngen. re
lirb dann gab es noch ein drittes Lachen, s
und
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'drßchen Industrielandschaften und die Sudeten- jür.ier ausdehnen wird, ist aus dem Stadium eines lof^ungsvollen Projekts in das der begonnenen i&siten gelangt. In einer nicht zu fernen Zukunft 'Hi"1 die Donau mit ihren natürlichen und künft-
fer großdeutfche und der benachbarte füdoft- llrlpäische Raum stehen einander an Große nahe, ^qen beträgt die Bevölkerungsdichte der Donau- /Balkanländer im Durchschnitt wenig über die Me der deutschen, worin sich ihre jüngere wirt- tzFiche Entwicklung und geringere Jndustriali- ^ng ausspricht. In der Hauptmasse sind sie )Vernländer. Ungarn, das aber mehr zu ^eleuropa gehört, hat noch ziemlich viel Lctti- Bienwirtschaft. Die Griechen sind zugleich ein taenv, ein Handels- und ein Seevolk, aber im Indischen Griechenland, namentlich in Maze- itsn, wiegt das Bauerntum vor. In R u m ä - [im herrschte bis zu der umfassenden, nach dem kiZe durchgesührten Agrarreform eine typische.
k-hen wir von Ungarn ab, so hat sich in den lin Jahren von 1932 bis einschließlich 1938 der zrit der Einfuhr Deutschlands aus den Südost-
ttchen Zubringern vielleicht einen ähnlichen Verkehr zu tragen haben, wie heute der Rhein.
Nichts wäre irrtümlicher, als sich die weitere Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Südosteuropa als einfachen Austausch von Lebensmitteln und Rohstoffen gegen Fertigfabrikate zu denken. Die Länder an der unteren Donau und am Balkan wollen sich innerhalb der möglichen Grenzen selb st tndustriali-
Unser langjähriger außenpolitischer Mitarbeiter hat sich auf eine Reise durch die LänderSüdosteurof
Er wird von chr im Gießener Anzei- ger regelmäßig berichten.
Mende Bauernländer sind, Bulgarien und Jugoslawien. Alle genannten zusammen be» ptien wir als den europäischen Südosten.
W he der geographischen Beziehungen und jet*, rlichen Wirtschaftsgefälles. Großdeutschland IGosteuropa, einschließlich Ungarn, bilden ein
Südosteuropa nach Deutschland eingeführt wird, je nach dem Lebens- und dem Kostenstandard des Erzeugungslandes ein höherer als der fogenannte Weltmarktpreis gezahlt wird. Auf Grund dieses höheren deutschen Einkaufspreises für Agrarimporte sind jene Länder auch in der Lage, deutsche Jntnrstrieausfuhrwaren vor anderen zu bevorzugen. Heute nimmt Großdeutschland schon von einem Drittel bis über die Hälfte der Gesamtausfuhr der einzelnen südosteuropäischen Länder auf, und es liefert ihnen im gleichen Berhältnis Waren, deren
2r Roheit und Ueberfeinerung, von Ueppigkeit Mangel — man kann sie alle gar nicht aus- Wrn, die Gegensätze!
Die wenigsten Menschen machen sich eine rechte und anschauliche Vorstellung davon, daß alles Erd- ge^chehen, auch die Welt des Menschen, ja, auch das Wohlbefinden des Menschen, abhängig ist von der Sonne und ihren verschiedenen Strahlungsarten. Ja, selbst das Verhältnis Sonne — Erde wird selten richtig vorgestellt. Versuchen wir einmal, uns das in einfachen Begriffen klarzumachen, denken wir uns die Sonne als eine Kugel glühender Gase von annähernd 6000 Grad Oberflächentemperatur, und nehmen wir an, sie sei so groß wie ein normales Großstadt-Wohnhaus. Dann ist unsere Erde, im gleichen Größenmaß vorgestellt, ein Ball von der Größe einer Kegelkugel oder eines Fußballs, der gut zwei Kilometer von dieser feurigen Masse entfernt schwebt, von ihrem Licht erhellt, von chrer Glut erwärmt wird, sofort jedoch in Nacht und Eis erstarrte, wenn dieser Feuerball nicht wäre.
Alle Wettererscheinungen, alles Wachstum hängen aufs engste mit der Sonnenstrahlung zusammen, aber diese Sonne sendet uns nicht nur Licht- und Wärmestrahlen zu, sondern auch Strahlen anderer Art, die direkt oder indirekt auf unfern Körper, auf unser Wohlbefinden und auch auf unsere Seele einwirken. Wir sehen ohne weiteres ein, daß irgendwelche Aenderungen der Sonnenstrahlung sich auf der kleinen, ganz von ihr abhängigen Erde und auf das Erdenleben auswirken müssen, und in letzter Zeit ist man deshalb (ganz abgesehen von dem Interesse, das der Astronom selbstverständlich an allen Erscheinungen auf der Sonne nimmt) immer eingehender allen Schwankungen der Sonnenstrahlung und des Zustandes der Sonne nachgegangen. Es gibt heute große wissenschaftliche Institute, die die Sonne sozusagen überwachen, ja, es ist wirklich so, wie es einmal jemand humorvoll ausdrückte: Der Sonne werden „Zensuren" erteilt, und Meteorologen, landwirtschaftliche Zentralstellen, Ernte-Statistiker, Aerzte versuchen herauszubekommen, ob und wie irgendwelche Schwankungen der Sonnenstrahlung einwirken.
Die wichtigste und am besten erkannte und überwachte Zuftandsänderung der Sonne ist die gerade in den letzten Jahren vielbehandelte Sonnenflecken-Periode. Wir erkennen schon mit kleinen Fernrohren in dem gewaltigen Glutmeer dunkle Flecken; oft sind sie so groß, daß selbst ein einfacher Feldstecher genügt, um ihr Vorhand en fern festzustellen. Einer der größten Flecken der letzten Jahre, den ich selber längere Zeit aufmerksam in seinen Wandlungen verfolgte, war in seiner Ausdehnung achtzehnmal größer als der Erdball, und es sind zuweilen Flecke beobachtet worden, die 300 000 Kilo-
iri dem Parzellen-Pachtverhältnis aufgebaute AMüterwirtschaft. Seitdem ist auch dieses Land
defälle geigten an den Tagen bedeutende Steigerungen, an denen große Fleckengruppen die Mitte der Sonnenscheibe passierten, von ihnen ausgehende Strahlungen und Elektronen-Ströme also die Erde trafen. In Deutschland sind diesen Einflüssen vor allem die Forscher B. und T. Düll in Frankfurt am Main nachgegangen; eine ganze Reihe von Veröffentlichungen der beiden Gelehrten beweist, daß Vorgänge auf der Sonne und Gesundheits^ Störungen unverkennbare Zusammenhänge zeigen. Eben jetzt veröffentlichen sie im neuesten Heft dey „Umschau" die überzeugenden Resultate chrer Untersuchungen, denen Millionen statistisch erfaßter Krankheitsfälle zugrunde liegen.
Im Grunde ist das durchaus nicht verwunderlich! Vergessen wir doch nicht, daß die Erde der Sonne gegenüber em kleiner Ball ist, ein Pfefferkorn neben einem Kürbis, daß das ganze Erdenleben sich in einer hauchdünnen Schicht abspielt, die diesen Stern überzieht, überlagert von einem dünnen Luftmantel, in dem die Sonnenstrahlung Strömungen, Störungen, vielerlei physikalische Wandlungen hervorruft, und daß unausgesetzt von der Sonne Elektronen-ströme zu uns dringen, wir einem ewigen Bombardement ausgesetzt sind, das irgendwie auf uns einwirkt. Die Sonne ist der gewaltige Motor, der alles hier in Schwung erhält. — Es hat nicht wenige gegeben, die die kühne Behauptung aufstellten, daß auch Unruhezeiten in der Menschheit auf veränderte Sonnenstrahlung zurückzuführen seien; man kommt hier leicht in die Gefahr, den testen Boden wissenschaftlicher Erkenntnisse zu ver-
meter Durchmesser hatten. Manches ist da noch geheimnisvoll und ungeklärt, aber man darf etwa sagen, daß wir in den Flecken Gebiete sehen, in denen der normale Verlauf der Erscheinungen auf der Sonne gestört ist; wir haben es mit etwas ähnlichem zu tun wie mit schweren Unwetter-Zentren in der Erdatmosphäre: auch da mächtige Wivbel, elektrische Erscheinungen, die sich bis zu unserer Erde hin auswirken. Nur darf man nie aus dem Auge verlieren, daß die Sonnenoberfläche ein glühendes Gasmeer ist, das sich nicht mit der irdischen Lufthülle vergleichen läßt. Es ist auch heute noch rätselhaft, woher die Sonnenflecke kommen, welche letzten Ursachen ihr Entstehen bewirken, und genau so ungeklärt ist die Frage, weshalb die ganze Erscheinung in Perioden ansteigt und ab nimmt. Es ist, als leide Frau Sonne an einer periodischen Krankheit. Vor allem ist eine rund elfjährige Periode ganz deutlich ausgeprägt, aber es scheint, als ob etwa alle achtzig bis fünfundachtzig Jahre dieser Pulsschlag, diese Fieberkurve besonders hoch steigt. Eben jetzt haben mir eine solche Periode erreicht, in der sich besonders hohe F le cken-Maxima folgen; die Jahre um 1780 und die von 1835 bis etwa 1872 zeigen die gleichen Verhältnisse. Im übrigen haben wir nun den Gipfel des gegenwärtigen Sonnenflecken-Maximums hinter uns; ganz langsam nimmt die Zähl der dunklen merkwürdigen Gebilde ab.
Es scheint, vor allem nach den fortgesetzten Untersuchungen des Astrophysikalischen Observatoriums zu Washington, das seit vielen Jahren aus Bergstationen in Kalifornien, Chile, Südafrika mit großen Mitteln und ausgezeichneten Instrumenten die Sonnenstrahlung überwacht, als ob auch die Temperatur der großen Weltleuchte periodischen Schwankungen unterliegt; sie sind nicht bedeutend, aber die Amerikaner meinen doch, daß sie die allgemeine Wetterlage (nasse und trockene, kalte und warme Jahre) beeinflussen, und einige Statistiken beweisen denn auch unverkennbare Zusammenhänge zwischen Sannenfleckenzahl, Regenmenge, Temperatur, Gewitterhäufigkeit, Polarlichter-Häufigkeit, Schwankungen des elektromagnetischen Kraftfeldes der Erde usw. Daß sich die (Sonnen- flecken-Perioden an den Jahresringen alter, starker, gefällter Bäume nachweifen lassen, ist längst bekannt, und viele andere Einflüsse (das alles muß erst genau nachgeprüft werden) werden behauptet und vermutet.
Was uns aber besonders interessiert, ist der Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlung, Fleckenzahl und Gesundheit. Wir haben Institute für
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Großdeutschland und Güdofieuropa
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Heren und m den Sumpf der Phantasterei zu ge- aber im Grunde hat der Dichter-Philosoph
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sie bedürfen.
Besonders ausbaufähig find unsere Handelsbeziehungen mit Jugoslawien, denn dieses Land besitzt die größte Mannigfaltigkeit von Produkten agrarischer, waldwirtschaftlicher und mineralogischer , Art. Es besitzt auch in seinen Bodenschätzen — bis
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Pulsschlag Oer (Sonne
23on Bruno H. Bürgel.
Oer silberne Engländer von Köln.
Als in der Besatzungszeit ein hoher englischer Offizier sich in den Kölner Dom führen ließ, besichtigte er auch den Domschatz. Unter den mancherlei Kunstgegenständen sah er dort auch eine silberne Maus und ließ sich erklären:
„Es war einmal eine große Mäufeplage in Köln. Da opferte der hohe Rat der Stadt auf Empfehlung der Geistlichkeit eine silberne Maus, und die Plage ging vorüber."
Ungläubig und halb spöttisch sah der Engländer den Fremdenführer an:
„Und Sie glauben an solche Geschichten?"
„Enä, Här General" — bekam er zur Antwort — „süß hätte mer ald längs ne selverne Engelländer geopfert." (Sonst hätten wir schon längst einen silbernen Engländer geopfert!)
Bayern im Feld.
Daß der Bayer sich an Preußens Sette im Wellkrieg wacker geschlagen hat, weiß man im ganzen Reich. Er hat aber noch ein Uebriges getan, indem er eine besondere Art von Grabenhumor schuf, die oft genug inmitten des vielfältigen Todes befreiendes Lachen weckte. Die schönste Kriegsanekdote ist bayrischer Volkshumor. In der „Liller Kriegszeitung" erging ein Preisausschreiben für die lustigste Schützen- arabengeschichte, Länge 200 Worte. Den ersten Preis erhielt ein Bayer für folgendes Werk: „Unsere Kompanie hat eine Latrine. Diese hat ein Brett. Dieses wurde vom Kriegsfreiwilligen Kraullinger durchgesägt. Das sind 15 Worte. Die übrigen 185 Worte sagte der Vizefeldwebel Hintertupfer, nachdem er sich auf das durchgefägte Brett gesetzt hatte ..."
„Sieh tna Sima."
Der bekannte Filmschauspieler Oskar Sima erzählle kürzlich im vertrauten Kreis ein ulkiges Berliner Erlebnis. Der Schauspieler steht inmitten einer großen Volksmenge, um sich ein Feuerwerk anzusehen. Plötzlich hört Sima hinter sich einen Jungen zu feinem Freund sagen:
„Sieh ma, Sima!" Oskar zuckt zusammen.
Der angeredete Junge erwidert: „Ick seh ja schon!" „Nee, Sima!"
„Na ja, wat denn?"
„Oskar!"
„Blöder Kerl, ich heiße doch Paule!"
„Na, da vorne, Oskar Sima!"
„Mensch, roennfte noch mal Oskar zu mir sagst, denn hau ich dir eene in de Terrine, bette Klöße an de Gardienenstange kleben!"
„Ich zog es vor", erzählt der Schauspieler hier, „fachte zu verschwinden, um eine Freundschaft nicht zu zerstören. Max Weinheber.
■uh dann gab es nach ein drittes Lachen. Es - das Lachm des genialsten Menschen, den Rutz-
recht, wenn er sagt, daß wir „alle nur zitternde Vögel sind im Weltenbaum!"
Büchertisch.
— General a. D. oonWahl: Zwei Gegner im Osten. Palen als Widersacher Rußlands. 100 Seiten Großaktao. Mit 2 Karten. Kartoniert 3 RM. Aus dem Russischen übersetzt von Arend Freiherr von bet Pahlen. Volkschaft-Verlag, Dortmund. General von Wahl zeigt, wie die hervor- steckenden Wesenszüge des polnischen Charakters immer wieder für das Schicksal dieses Volkes bestimmend gewesen sind und ausschlaggebend bleiben werden. Die wenig bekannte Fragwürdigkeit der ehemaligen polnischen Ostgrenze, die aus vielen Gegebenheiten unüberbrückbare Gegnerschaft Polens zu einem nationalen Rußland, zu Litauen und dem 44-Millionen-Volk der Ukrainer wird bargeftellt. Ein besonderes Kapitel ist den Schleichwegen der englischen Politik gewidmet, die seit 1914 immer wieder Anlaß zu den Katastrophen und Fehllösungen im Osten Europas gewesen ist.
land hervorgebracht hat: Alexander Puschkin — und zugleich das Lachen der russischen Bauern. Treffsicher mar es, mutwillig, weise und ungeheuer lebendig! Ich kann nicht glauben, daß dieses Lachen gestorben ist. Es lebt irgendwo in Katakomben meiter, und es wird wiederkommen.
Huchen.
Der Herr des Hauses gießt sich Rum in fein Glas Tee Wie durch ein unwillkürliches Zittern der Hand überschreitet er dabei die normale Portion und maskiert dieses durch ein erschrockenes ,Luch!
Dann bietet er auch dem Gaste Rum in den Tee an (das fogenannte „Advokatchen", weil es tne QUnqe löst und beredt macht) — aber hier gießt her Haucherr äußerst vorsichtig und beherrscht ein ...
„Nein", sagt der Gast, „„feien Sie fo gut — chucherü Sie auch schon mir!"
Die Brücke.
Die russischen Landstraßen und Brücken haben einen zweifelhaften Ruf. Am Flußufer angelnd, erlebte ich einmal folgende Szene: Zwei Bauern- maaen trotten gemütlich der Brücke zu. Kurz vor der Brücke lenkt der erste Bauer fern Pferdchen behutsam von der Straße weg, das )teile Flußufer hinunter, und fährt plantschend ms Wasser m die Furt hinein.
Der zweite Bauer schaut mürrisch vor sich hm, biegt Nicht ab, sondern fährt geradenwegs auf bie Brücke los.
Gespannt beobachtet Bauer Nr. 1 van der Furt aus tonen Kollegen auf der Brücke. Da — an plötzliches Krachen — ein Geschrei: die Bruck« ist unter dem Gefährt zusammengestürztl
Da totrt der erste Bauer mißbilligend mit dem Beitschenstock auf da- Debakel uni ruft mir zu:
So «in Cs-l —! Er sicht: eine Brücke! - nein, er muß doch fahren!"
Potemkiu als Regisseur.
Sur Seit als Potemkin der Zarin Katzarina- GäEing war. gab es in Tula als Generalgou. ^neur einen fierrn KretschÄnikow. der den einen : Mi r hatte, daß er sich mit übermäßigem Pomp in Szene fetzte. Um ihm die Satrapenmameren °b- »SnJn i-dickte Potemkin eines Tages einen ; SÄuffen £it Seheimorder nach Tula Nnb ein Adjutant von Potemkm war zu jenitt nUmrtfhfür etwas das alles schlottern machte. ' ^^er Adfutant S an und b'eM sich in den
Kaufop^isIMoral, zuerst durch Darb t eu und bann —. \hiim den tschechischen Minister Hodscha, wurde
ter1 ..................
Allrussischer Humor
Cang anders war das Petersburger Lachen. Nein, !a>ar kein Lachen, sondern ein ständiges ironv
Lächeln, das zu dem Petersburger genau Uo gehörte wie die Gummischuhe und me ^'intasche. Es gibt solche uralte, frühgnechlsche wo der Gott ewig ein gefrvrenes ...... zeigt —- so ähnlich sah auch dieses Peter - ^'-er Lächeln aus. Es mar nicht direkt spöttisch '1.°war auch nicht unbefangen munter Es Hane Mrd) das zu tun, was im Druckbilde bie; 21 VMngszeichen bemirfen. Wenn ich hrnfetze:
so steht das. Setze ich aber: er ist „mutig, htt bet Betreffende^ dem das M kemES-
werden keine Fabrikländer werden, sondern B a u - ernländer bleiben. Dagegen werden sich ihre Wohlhabenheit und ihre Kaufkraft für Fertigwaren höherer Ordnung vergrößern, und das Gefühl zunehmender Eigenversorgung auf dem Gebiete der grundlegenden industriellen Bedarfswirtschaft wirb ___________, ... , , , „
ihnen den vom Ausland her genährten Verdacht auf die Kohle, für die es auf Mitteleuropa an» widerlegen, als ob sie in eine organisierte Abhän- gewiesen ist — die breiteste Grundlage für den gigfeit von Großdeutschland gebracht werden sollen. Aufbau einer eigenen Industrie. Hierfür wirb es Es ist ein burchaus loyales Verfahren, wenn, nach! am natürlichste" f-"M 9fitn<)nm1>rP mrf Leistungen dem Plan bes Ernährungsministers Darrs, für aus bem großdeutfchen Raume her richten. Lebensmittel, vor allem für (Betreibe, das aus * --------
riesigen Empfangssaal bes Gouvernementspalastes. Der gesamte Adel steht bereits in ehrfürchtigem Schweigen versammelt. Seine Exzellenz, der Generalgouverneur, soll gleich erscheinen. Und wirklich: die Flügeltüren gehen auf, und Kretschstnikow, gefolgt von einer blendenden Suite, schreitet auf roten Stöckelschuhen und in einer Riesenperücke stolz herein. Da — plötzlich — springt der Adjutant, der im Hintergründe gestanden, lachend auf einen Stuhl, fängt frenetisch zu applaudieren an und schreit: „Bravo, Kretschetnikow, bravissimo! Umkehren!!! Dakapo! BrabMmo! Umkehren — noch einmal!!"
Und Seine Exzellenz, der Generalgouoemeur, mußte wirklich umkehren — die Flügeltüren schlossen sich — taten sich wieder auf: und der krebsrote Kretschetnikow stelzte Mtt seiner ganzen Suite langsam wieder herein.
Ein offenes Wort.
Dor vielen Jahren diente beim Großfürsten Konstantin in Polen ein gewisser Gallitzin — ein Mann mit allerhand Humoren, der sich (aber auch andere) lächerlich machte. So sagte er eines Tages zum Großfürsten:
Sehen Sie, Kaiserliche Hoheit, Sie haben sich, scheint es, an mich gewöhnt. Sie beschenken mich, Sie ehren mich durch Ihr gütiges Wohlwollen — aber im Grunde ist darauf doch kein Verlaß! Wenn der Kaiser Ihnen zum Beispiel plötzlich sagen täte: „Heute möchte ich Gallatzin aufessen, jo "mürben Sie ja doch bloß fragen: „llnb mit welcher Soße wünschen Majestät ihn zubereitet?"
Angenehme Nachricht.
Der kluge, aber zerstreute Gras N. machte eines Tages dem Staatskanzler Rumjanzew seine Aufwartung. Rumjanzew mar fast taub. Doch mollte es ein Zufall, daß er bie ersten Worte des Besuchers richtig beantwortete.
,^Zch bemerke mit befonberem Vergnügen", sagte Graf N., ,chaß Exzellenz besser hören."
Der Kanzler: „Wie bitte?"
Graf N.: „Ich bemerke mit besonderem Vergnügen, daß Exzellenz besser hören."
Nachdem es derart noch einigemal hin und her gegangen war, weist der Kanzler auf eine Schiefe rtafö, die ständig auf feinem Wsch lag, und bittet, das Gesagte yinzuschreiben.
Graf N. schreibt mtt unerschütterlicher Gelassenheit auf die Tafel:
„Ich bemerke mit besonderem Vergnügen, daß Exzellenz besser hören."
:ßm sich die Rumänen, die Jugoslawen und die 'Biiaren, mit einem wichtigen Teil ihrer Erzeugnis auch bie Griechen, nach einem großen, zugleich '«tiahme- unb lieferungsfähigen Wirtschaftskörper ,-mchen, mit dem sie in eine wechsel fettig vorteil- [|o|inlmW Mi Interessengemeinschaft treten können, so bietet UUlluuöW sich Ihnen dazu kein Land, auch keine kombinierte
RCftcrios ur.
bebilhenti Insn vu.i u.o «iu».«.. »m vw u^v.
’Giten, also nahezu uerboppelt Im selben Zett- ÄIö sind Deutschlands Lieferungen nach Südost- jyripa von 450 auf 681 Millionen RM. angewachsen. fß man bie beiben Enbziffern, 666 und 681 Mil- leriin e? jMll, gegeneinander, so sieht man, um welch einen
Suche ei/ßeiicht, bie Donau- unb Balkanlänber ganz oder n: । fett) eife in ein wirtschaftliches System mit mög- II DfnBl! ■^,cr Beiseitelaffung Deutschlands zu bringen. Die uiiuiiyui erroies sich aber als unmöglich, weil ihre u sofortig. 1 DrHsübrung die Wirtschaftsinteressen der betrof- auf. Slngtti™ — * * 'M
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Starrhett und tobsüchtiger Ungebundenheit, nnn Uevviakeit
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mittag93'11"1 133 alte Rußland, bas Rußland vor bem Kriege, ..(k » ein Land, in dem viel gelacht wurde. O sicher,
F'Li । s Diirbe auch viel geweint, und in ke iner Litera- s der Wett fließen soviel Tränen wie in der Aschen. Aber lachen bedeutet ja einen Gegen- anuv*- dadurch überwinden, daß man sich darüberstellt auf d. W' - .nrd dazu hatte damals der Russe die Kraft. Er BraE ( feucht- sie. Denn soviel Gegensätze wie m Ruß- haben sich wohl s^ten vereinigt gefunden: ^'Gegensatz von Asien und Europa, von byzan-
Sußland hatte damals zwei Hauptstädte — Mos- ii unb Petersburg, unb daher gab es em Mos- g,0™ hur Lachen unb ein Petersburger Lachen. Das juranbi’1^ JMoixer Lachen ging ein wenig in die Brette.
Kr.altes russisches Witzblatt trug, erinnere ich mich, 1 — J fcnbe Titelzeichnung: ein haushoher, rotbackiger [«sjabl sitzt nackt auf einem Hügel und stehl Jimi ftteichholzwinzigen, europäischen Friseur bei ^Arbett zu. Dieser haargenau gescheitelte Gent- P'-n ist nämlich damit beschüstigt, Rübezahls Zehe zu pediküren. Und dieses breite, jtiue 'i'Jen, mtt dem der Gigant ihm zuschaut —- oas das Moskauer Lachen. Es bedeutete: „Mensch, Nrg, was gibst du dir nur soviel Muhe nut jun und Scheren und Nagellack — es hat ja
natürlichen Verkehrsader erster Ordnung "' "te LichzogkN wird, bem Donaustrom. Der Rhein- i '^in-Donau-Kanal, der die Nordsee unb Schwarze Meer auf bem Wege burch bas west- Gebraillb'ftlerßche Industriegebiet unb burch bie Korn-, Erz- Deltammem bes Sübostens miteinander Der« O|ß|| feen wirb, nähert sich seiner Vollendung. Der e-Ober-Donau-Kanal, der den 23er= iS N von Massengütern zwischen Mittel- unb Süd- T't Lj ajii^fenropa auch auf bas Ostfeegebiet, die inner-
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