Ausgabe 
7.8.1939
 
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Denke daran - handle danach: lOTOClOnt wirkt abends am besten!

Vluff aus WA.

London, 7.August. (Europapreß.) Nach hier us Washington vorliegenden Meldungen gab am Sonntag Senator Key Pittman, der Vorsitzende :>es Senatsausschusses für auswärtige Angelegen- iciten, eine Erklärung zu den Beziehungen der Ze reinigten Staaten mit Japan ab. Zittman betonte, die Wiederherstellung sreundschaft- Icher Verhältnisse sei noch möglich. Wenn jedoch ,apan seine Haltung gegenüber den amerikanischen Rechten in China nicht ändere, werde der Kongreß 'em Präsidenten Roosevelt Vollmachten zuVer­geltungsmaßnahmen" geben. Die Ver- raugten Staaten hätten nicht die Absicht, die geue Ordnung in Asien, wie Japan sie sch vorstelle, anzuerkennen.

Kammernachwahl bestätigt Abkehr von der Volksfront.

Haris, 7. Aug. (Europapreß.) Bei einer Nach­wahl zur Kammer, die am Sonntag im Wahl­kreis La-Tour-de-Pinet in der Dauphine abgehal­ten wurde, wurde der antimarxistisch eingestellte radikalsozialistische Bewerber mit der Unterstützung der Sozialpartei des Obersten de la Rocques gegen den sozialistischen Kandidaten gewählt. Bei der Wahl im Jahre 1936 war der inzwischen verstorbene radikalsozialistische Kandidat im Zeichen der Volksfront mit Unterstützung der Sozialisten gewählt worden. Die Stimmenzahl der Kommunisten in diesem Wahlkreis ist von 1980 auf 780 zurückgegangen.

polnische Anmaßung in Danzig.

Haltlose Gerüchte als Mittel der polnischen Politik.

Danzig, 7.August (DNB.) Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt: In den Morgenstunden des atzten Samstag hat der diplomatische Vertreter bt Republik Polen in Danzig, Minister C h o ° la ck y, zuerst telephonisch, dann schriftlich die Dan­aer Regierung in einer ungewöhnlichen und über« surzten Form von einem angeblich umlaufenden Gerüdjt in Kenntnis setzen wollen, demzufolge die cusführenden Organe der Danziger Zollverwaltung l-absichttgen, sich vom 6. August um 7 Uhr ab ! r Ausübung der Kontrollfunktionen durch einen c wissen Teil der polnischen Zollinspek- joren zu widersetzen. Die Danziger Stellen waren vcht nur über die ungewöhnliche Form der für V überraschenden Mitteilung, sondern auch über hn Inhalt des ihnen bis dahin unbekannten Ge­richtes erstaunt. Umso unverständlich waren für die ixmjiger Regierung die Schlußfolgerungen, die in hm Briese des polnischen diplomatischen Vertre- 1T5 aus der Anfrage lediglich über ein unkon- tvlliertes Gerücht gezogen wurden. Die schriftliche Anfrage Polens über das eben zitierte angebliche drückst wurde nämlich in eine im diplomatischen ^rkehr nicht übliche ultimative Form ge- j k idet und enthielt u. a. die Drohung, daß die pol- r che Regierung unverzüglich Vergeltungsmaßnah- i ir*n gegen Danzig anwenden will.

Die Danziger Regierung sah sich außerstande, auf ds Schreiben des diplomatischen Vertreters Polens friort einzugehen, da

H. das angeführte Gerücht aufarund amtlicher ftftftettungen sich als unzutreffend erwies,

2. der Ton des Schreibens von der Danziger 9 gierung als eine Unverschämtheit ange- s »en wurde und

3. die Danziger Regierung es grundsätzlich nicht f.r nötig hält, von polnischer Seite gestellte und mit ÜL o h u n g verbundene Termine im Briefwechsel rizuhalten. 1

Wie wir hören, führt man an zuständiger Dcm- ijer Stelle die ganze Angelegenheit auf die wohl- eerlegte Propaganda zurück, Panik zu er- l u g e n und den Versuch zu machen, die Danziger lyaierung aus ihrer Ruhe herauszulocken. Wie ltchtsinnig und bewußt alarmierend polnische Men operieren, geht auch daraus hervor, daß sünische Beamte in Danzig von höherem Ort An- rirrfung erhalten haben, wegen augenblicklicher Ge- frir ihre Familien außerhalb Danzigs in Sicher­hit zu bringen.

Es wird in sonst gut unterrichteten Danziger -sen angekündigt, daß die Danziger Regierung ini ihrer Antwort den diplomatischen Vertreter Po­lens auf fern eigenartiges Verhalten aufmerksam mchen und dabei zum Ausdruck bringen wird, daß N, Schreiben lediglich auf einem unzutreffenden @a?üd)| basiert und deshalb der ungewöhnliche Ton irD die unerhörten Drohungen mit aller Ent- sitsedenheit als absolut unpassend zurückzuweisen fi:D.

Son zuständiger Danziger Seite wird es als eine ir dieser augenblicklichen Situation besonders ge= ieirliche Provokation auf gefaßt, wenn in kirem ultimativen Schreiben des diplomatischen I.Ttreters Polens die Bewaffnung und Unifor­

mierung aller bisher zivilen und unbewaffneten polnischen Zollkontrolleure angekündigt wird. Un­abhängig von der Erledigung des von polnischer Seite mißbrauchten angeblichen Ge­rüchtes wird, wie wir hören, die Danziger Re­gierung mit dem Vertreter Polens wegen der grundsätzlichen Klärung der Zuständigkeit polnischer Zollkontrolleure in Verhandlung eintreten. Bei die­ser Gelegenheit wird unseres Wissens noch einmal zum Ausdruck gebracht werden, daß sogenannte Zollinspekteure, die sich nachweislich ntit anderen als sachlichen Zöllsragen befassen, von Danzig für Öen Dienst als Organe der Ueberwachung der Tätig­keit von Beamten der Danziger Landeszollverwal­tung nach wie vor nicht anerkannt werden.

polnische Schaumschlägerei.

Warschau, 6.August. (DNB.) Anläßlich der 25-Jahrfeier des Ausmarsches der ersten polnischen militärischen Organisationen zum Kampf um die polnische Unabhängigkeit, der bekanntlich an der Seite der deutschen und österreichischen Truppen gegen das zaristische Rußland geführt wurde, hielt Marschall Rydz-Smigly am Sonntag in Krakau vor Vertretern zahlreicher halb­militärischer Verbände und Organisationen eine Ansprache, in der er den hinlänglich bekannten pol­nischen Standpunkt in der Danziger Frage erneut darlegte.

Nach einem pathetischen Appell an die Vater­landsliebe versicherte der Marschall, daß Polen gegen niemanden aggressive Absich­ten hege (?). Es bestehe aber auch kein Zweifel darüber, daß Polen jeden Versuch der unmittel­baren oder mittelbaren Antastung seiner Interessen und Rechte und der Würde des Staates zurück- weisen werde. Unter den Nationen habe Polen Freunde, die Polens Standpunkt verständen und ihr Verhältnis zu Polen geregelt hätten. In der Frage Danzig wärmte Marschall Rydz-Smigly die alte abgegriffene Phrase von derLunge des polnischen Wirtschaftskörpers" wieder auf und er­klärte, Polen habe in klarer und unzweideutiger Weise seinen Standpunkt präzisiert.

Anschließend begab sich Marschall Rydz-Smigly in die Wawel-Kathedrale, wo er an der Gruft Marschall Pilsudskis das Andenken des Neugründers des polnischen Staates ehrte, dessen politisches Ver­mächtnis von den jetzt regierenden Kreisen in Polen so leichtfertig mißachtet wird. An einer darauf­folgenden Parade beteiligten sich außer militärischen Formationen zahlreiche Abordnungen halbmilitä­rischer Verbände und verschiedener politischer Orga­nisationen, die dem Lager derNationalen Eini­gung" nahestehen.

Bezeichnend für die angeblicheEinigkeit" des polnischen Volkes ist die Tatsache, daß die Blätter der Rechtsopposition, vor allem derDziennik Naro- dowy", das Hauptorgan der nationaldemokratischen Partei, nicht einmal mit einer Notiz auf die Krakauer Veranstaltung Hinweisen, wie denn auch an der Kundgebung selbst keinerlei Abordnun­gen der rechtsoppositionellen Parteien und Orga­nisationen teilnahmen.

Aus aller Welt.

Furchtbares Autobusunglück bei Potsdam.

Dolsdam -Babelsberg, 6.Aug. (DKB.) fci furchtbares Unglück hat eine ganze Stadt in fit« Trauer verseht. Mitten im belebtesten Verkehr rröe ein Omnibus der Stadt Potsdam, der mit Mreichen Fahrgästen beseht mar, von einem in toiler Fahrt befindlichen Güterzug gerammt, 300 Mer milgeschleift und vollkommen auf gespießt. Je« Unglück hat bisher elf Todesopfer ge- fwerl. Die Zahl der Verletzten betragt 12.

.'öer Stadtomnibus überquerte im Ortsteil Ba- &en Schienenstrang, als aus entgegengesetz­te kRichtung nach dem Bericht von Augenzeugen -mn Guterzug in voller Fahrt herangebraust kam. 2e mit etwa 20 Personen besetzte Omnibus wurde Di der Lokomotive erfaßt, vollständig zertrümmert in diesem Zustande noch etwa 3M) Meter weit n'-nieschleift. Dann erst gelang es dem Lokomotiv- 'Per, den Zug zum Stillstand zu bringen. Hilfe ft sofort von allen Seiten herbei. Die Rettungs- aciiten wurden geleitet von dem geschäftsführenden 'Pcidenten des Deutschen Roten Kreuzes, ^-Bri- «djführer Dr. Grawitz. In mühevoller Arbeit

1 kni ten die Schwerverletzten und die ihren Ver- ' langen erlegenen Fahrgäste geborgen werden. * fthn der Polizei und Feuerwehr beteiligte sich t.i ein großer Teil der Bevölkerung an den Ret- hisarbeifen. Die Ermittlungen zur Klärung der khlldfrage wurden bis in die Nacht zum Sonn-

1 k) ^fortgesetzt. Der Schrankenwärter, der an dem &lnübergang Dienst tat und die Schranken vor- H'ii geöffnet hatte, ist verhaftet worden.

Mainfranken-Fahrt desGraf Zeppelin".

dis LuftschiffGraf Zeppelin" ist am tttntag zu feiner Mainfranken-Fahrt gestartet. Es UI über Aschaffenburg, Bad Kissingen, Schwein- utmach Würzburg. Don dort startete es zur Heim- kn und landete abends im Luftschiffhafen Rhein-

Großartiger Erfolg der Rundfunkausslellung.

Die 16. Große Deutsche Rundfunk- und Rundfunk-Ferns eh-Aus st ellung schloß am Sonntag ihre Pforten, nachdem während der zehntägigen Dauer 320 000 Menschen die Dreh­kreuze passiert hatten. Die 17 Tage dauernde vor­jährige Ausstellung sah rund 360 000 Besucher. Dem großartigen Besuch entsprechend waren die Ge­schäfte der Aussteller, deren Produktton auf lange Zeit ausverkauft ist. Die Ausstellung kann also als verheißungsvoller Auftakt für das neue Rund- funkjahr angesprochen werden.

Deutsches Flugzeug in Spanien verunglückt.

Berlin, 5. Aug. (DNB.) Das Flugzeug D- AUJGHans Wende", das gestern mittag einen außerplanmäßigen Flug zwischen Barcelona und Madrid ausführte, hat seinen Zielhafen nicht er­reicht. Es wurde sofort eine Suchaktion eingeleitet, die zur Auffindung der zerstörten Maschine bei Hospitalet führte. Die an Bord befindlichen Flug­gäste, Oberst o. Scheeler und das Ehepaar Kirsch­ner, ferner die Besatzung Flugkapitän Mack, Funkermaschinist Beßmann, Flugzeugfunker Hänsel und der Monteur Bartsch kamen hier­bei ums Leben.

Frauenmörder hingerlchlel.

Berlin, 5. August. (DNB.) Am 5. August 1939 ist der durch Urteil des Schwurgerichts in Freiburg ÜB. wegen Mordes zum Tode verurteilte Fried­rich Reinhard Scherzerhingerichtet worden. Scherzer hat zwischen Nimburg und Eichstätten seine Braut in die Hochwasser führende Dreisam gestoßen, weil er ihrer überdrüssig war.

Drei Arbeiter im Neckar ertrunken.

Drei an einem Tiefbagger beschäftigte Arbeiter sind bei Neckar-Tailfingen auf der Heimfahrt von der Arbeit aus einem Kahn in den zur Zeit hoch­gehenden Neckar gestürzt und, da sie nicht schwim­men konnten, ertrunken. Ein vierter konnte sich ans Ufer retten. Die Leichen konnten noch nicht ge­borgen werden.

Zwei Arbeiter durch ausslrömendes Gas getötet.

Bei Reparaturarbeiten in einem Gasreiniger der Siegener Hüttenwerke kamen zwei Arbeiter durch ausströmendes Gas zu Tode; fünf weitere muß­ten mit Gasvergiftungen in ein Krankenhaus ge­bracht werden, doch befinden sie sich außer Lebens­gefahr.

Zwei Verkehrsunfälle bei Wien fordern 6 Todesopfer.

In Guntramsdorf unweit Baden bei Wien er­eignete sich ein Autounglück. Der Lenker eines Lastkraftwagens und eine neben ihm sitzende Frau wurden getötet. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Unfall wurde dadurch ver­ursacht, daß der Lenker des Lastwagens durch die drei neben ihm sitzenden Personen in der Führung des Fahrzeuges behindert war. Um die gleiche Zeit und am gleichen Ort ereignete sich ein zweites Un­glück, bei dem zwei Männer und zwei Frauen getötet wurden. Aus bisher ungeklärter Ursache fuhr der Lenker eines Personenkraftwagens aus Wien in ein entgegenkommendes Lastauto einer Brauerei. Der Zusammenprall war so stark, daß alle vier Insassen des Personenautos auf der Stelle tot waren.

Lehrer und drei Kinder auf dem Schulausflug ertrunken.

Ein schweres Unglück ereignete sich in dem Jn- buftrieort Andreashütte, Kreis Groß-Strelitz (Ober­schlesien. Der Lehrer Scheer hatte mit seiner Jungenklasse der Volksschule einen Ausflug unter­nommen. Wegen der großen Hitze legte man eine Badepause ein. Fünf Jungen im Alter von etwa zehn Jahren gerieten plötzlich in eine Untiefe und versanken. Der Lehrer machte sich sofort an die Rettung der Jungen, von denen auch drei geborgen werden konnten. Einer von ihnen war aber bereits t o t. Nach den zwei anderen Jungen, die ertrun­ken sind, wird noch gesucht. Lehrer Scheer kam bei den Rettungsarbeiten ebenfalls ums Leben. Schwere Explosion in einem Hüttenwerk bei Metz.

Die Hüttenwerke von Kneuttingen bei Metz, in deren Nachbarschaft sich erst vor einigen Tagen durch den Absturz eines Förderkorbes ein Unglück ereignet hatte, wurden von einer schweren Explo­sion heimgesucht. Die Zentrale der Gasmotoren und das Elektrizitätswerk des Unternehmens sind durch die Explosion, deren Ursache noch nicht fest- gestellt werden konnte, völlig zerstört worden. Meh­rere Hochöfen mußten stillgelegt werden, in dem großen Maschinensaal der Werke sind die meisten Maschinen zerstört. Durch einen glücklichen Zufall fand im Augenblick der Explosion gerade Schicht­wechsel statt, so daß sich nur wenige Belegschaftsmit­glieder in dem Maschinenraum befanden. Darauf ist es zurückzuführen, daß nur drei Arbeiter schwere Verletzungen erlitten haben. Der Sachschaden konnte noch nicht genau festgestellt werden.

Starkes Hochwasser in der Schweiz.

Infolge der anhaltenden Niederschläge ist in der Jnnenschweiz starkes Hochwasser aufgetreten. Die Reuß ift an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Zwischen Andermatt und Hospenthal ist der Damm geborsten. Zeitweise wurde der Verkehr auf der Gotthardt-Strecke unterbrochen. Zwischen Hospenthal und Realp ging ein Erdrutsch nie­der, der die Furkastraße verschüttete. Am schlimmsten wurde die Gemeinde Bronnen-Jngenbohl betroffen, deren Umgebung in einen See verwandelt wurde.

Gewitterstürme in Italien. *

lieber einige Gebiete der italienischen Doralpey gingen heftige Gewitter nieder. Die Gebirgsbäche schwollen an und verursachten Ueberschwemmungen. Der Verkehr wurde empfindlich gestört. Mehrere Wollfabriken und -Spinnereien wurden unter Wasser gesetzt; die Maschinenanlagen wurden beschädigt. In der Stadt Biella ist ein Kind umgekommen. Durch die anhaltenden Regengüsse traten auch der Corner See und der Lago Maggiore über die Ufer. Der Haupt platz von Como und die Uferstraße waren überflutet. Am Ufer des Lago Maggiore erfaßte ein Erdrutsch drei Personen zwei Frauen und ein Mann und riß sie in den See; sie er­tranken. Auch von der Riviera werden Unwetter gemeldet.

Verhängnisvolles Spiel mit Blindgänger und Handgranate.

Beim Spielen mit einem bei den letzten italieni­schen Scharfschießübungen liegengebliebenen Blind­gänger sind vier Kinder in der Nähe von Forli ums Leben gekommen.

Knaben aus Wolframskirchen bei Jglau (Mäh­ren) fanden beim Baden eine Handgranate, mit der sie spielten. Schließlich nahm ein Zwölf­jähriger das Wurfgeschoß mit nach Hause, wo er es dem Vater zeigte, der es für einen Au tobe stand­teil hielt. Später, als zwei Personen bei der Fa­milie zu Besuch weilten, holten die Knaben die Granate in die Küche und machten sich wieder an ihr zu schaffen. Plötzlich erfolgte eine Explo­sion, durch die der Zwölfjährige getötet und sein älterer Bruder sowie die übrigen vier Per­sonen verletzt wurden. Die Handgranate stammte wahrscheinlich aus der Zeit der vorjährigen tsche­chischen Mobilmachung.

Italienisches Wasserflugzeug ins Meer gestürzt.

Ein breimotoriges Wasserflugzeug der italienischen Luftwaffe ist in der Nähe von Brindisi aus ge­ringer Hohe ins Meer gestürzt. Die aus fünf Mann bestehende Besatzung ist ums Leben gekommen.

Zwei Eisenbahnunfälle in England.

Am Wochenende haben sich in England zwei Eisenbahnunfälle ereignet, bei Denen neun Menschen tödlich verunglückt sind, während die Zahl der Verletzten über 20 beträgt. In der Nähe von Saltcoate in der Grafschaft Ayershire entgleiste in einer scharfen Kurve ein aus Glas­gow kommender O-Zug, in dem sich 400 Urlauber befanden. Die Lokomotive stürzte die Böschung hinab und riß vier Wagen mit sich, die vollständig zertrümmert wurden, da sie alle aus Holz waren. Nach mehrstündigen Bergungsarbeiten hatte man vier tote Fahrgäste geborgen, während ein fünfter auf dem Wege zum Krankenhaus starb. Ueber 20 Schwerverletzte wurden in die Hospitäler übergeführt. Man befürchtet jedoch, daß noch mehr Tote unter den Trümmern der Wagen liegen. In der Nähe von Branshot in der Graf­schaft Hantfordshire hat ein Schnellzug eine Ar­beiterkolonne überfahren. Vier Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, drei andere schwer verletzt.

Ueberschwemmungen und Ernteschäden in Mittelengland.

Die schweren Regenfälle der letzten Zeit haben in Mittelengland zu verbreiteten Ueberschwem­mungen geführt. Die Heuernte ist an vielen Stel­len des Landes vernichtet; auch dem Getreide ist schwerer Schoden zugefügt worden. Die Landwirte erklären, sie hätten seit vielen Jahren kein so un­günstiges Erntewetter gehabt.

Ueberschwemmungen im Wardarlal.

Die schon Wochen anhaltende außergewöhnliche Hitze in Jugoslawien führte in den letzten Tagen zu heftigen Gewittern. Aus verschiedenen Landes­teilen werden schwere Schäden gemeldet, die meist durch Blitzschlag in Viehherden und Bauern­höfe sowie durch Wolkenbrüche verursacht wurden. Besonders bedrohlich gestaltete sich die Lage im Wardartal an der griechisch-jugoslawischen Grenze, wo der Fluß die Eisenbahngleise der Strecke BelgradSaloniki überschwemmte.

Schreckensfahrt

mit betrunkenem polnischen Lokomotivführer.

Eine Schreckensfahrt erlebten die Fahr­gäste eines Personenzuges auf der Bahnstrecke zwi­schen Rabenstein und Soßnowitz in Polen. Ihnen fiel zunächst nicht weiter auf, daß der Zug unge­wöhnlich schnell fuhr. Als er sich aber einem Bahn­hof näherte, verlangsamte der Lokomotivführer kei­neswegs die Fahrt, sondern Der Zug raste am Bahnsteig vorbei, obwohl zahlreiche Reisende dort aussteigen wollten. Einen Kilometer hinter dem Bahnhof hielt der Zug plötzlich an, und man stellte fest, daß der Lokomottvführer völlig betrun- k e n war. Den Heizer entdeckte man im gleichen Zustande in einem Abteil. Beide wurden sofort ge­fesselt und nach Kattowitz geschafft. .

Eröffnung des britischen Flugposldienstes nach Amerika.

Das britische FlugbootMaribou" hat den bri- tischen Flugpost dien st nach Amerika eröffnet. Es traf nach Ueberquerung des Atlantik auf Neufundland ein. Zwei Stunden später flog die Maschine nach Montreal und Neuyork. In Southampton wasserte derAmerican Clipper" mit 22 Fahrgästen. Das Flugboot hat die Strecke Neu­york Neufundland Irland England in etwas mehr als 24 Stunden zurückgelegt.

Großer Versicherungsschwindel mil vorgeläuschlen Autounfällen in USA.

Die Bundesbehörden in USA. verhafteten in Omaha (Staat Nebraska) 20 Personen. Ihnen wird zur Last aelegt, mehrere Versicherungsgesellschaften durch Ansprüche, die sich auf vorge täuschte Autounfällestützten", innerhalb von fünf Jah­ren um rund 75 000 Dollar beschwindelt zu haben. Es sollen weitere Verhaftungen bevor- stehen.

Aus der Veuyorker Unterwelt.

In Verbindung mit der Suche nach dem flüch­tigen jüdischen Gangster Louis Lepke wurde in Neuyork die Feststellung gemacht, daß verschiedene Kleidersabrikanten noch während der letzten Wochen Erpressungsgelder in Höhe von tausenden von Dollar an die Lepke-Banden zahlten und daß ein großer Teil dieser Gelder in die Hände von Lepke selbst gelangte. Die Behörden versuchen nun die Kanäle aufzuspüren, durch die Lepke in seinem Versteck Gelder zufließen. Bei der Prüfung der beschlagnahmten Geschäftsbücher der Kleiderfabri­kanten, von denen die Lepke-Bande Gelder erpreßte und die diese Geldzahlungen sogar eintrugen, ent­deckten die Behchden in einem Geschäftsbuch die Eintragung:D. F. einzustellen". Die Behörden ver­muten, daß D. F. die Anfangsbuchstaben des Na­mens des jüdischen Gauners waren, der für Lepke Gelder eintrieb und der zusammen mit seiner jüdi­schen Leibwache im Januar auf offener Straße von anderen Gangstern erschossen wurde. Die Behörden nehmen an, daß die Eintragung eine An­weisung Lepkes darstellt, keine Zahlungen mehr an D. F. zu machen, und daß D. F. auf Anordnung Lepkes niedergeschossen wurde, weil dieser befürch­tete, er würde gegen ihn aussagen.

Argentinischer Greuelheher als Erpresser entlarvt.

Der Generaladministrator des übelsten deutsch­feindlichen HetzblattesNoticias Graficas" in Buenos Aires, das seinerzeit das gefälschte Doku­ment über die angebliche staatsfeindliche Tätigkeit der Reichsdeutschen Argentiniens veröffentlichte, wurde wegen Erpressung verhaftet. Der Fall ist bezeichnend für die moralische Unsauberkeit so­genannter Betriebsleiter für die skrupellosen Metho­den der Asphaltpresse. Der Verhaftete hatte sich an eine bekannte Persönlichkeit, die im Spiel Geld verloren hatte, herangemacht und mit der Veröffent­lichung einer Skandalreportage des Privatlebens gedroht. Gegen Zahlung von 10 000 Pesos würde dies aber unterbleiben. Der Betreffende ging zum Schein darauf ein. Bei der verabredeten lieber» reichung der Geldsumme wurde der Bursche von der Kriminalpolizei verhaftet.

Kunst und Wissenschast.

Verdis und Beethovens

Neunte in den Salzburger Festspielen.

Salzburg, 6. August (DKK.) Neben deutschen Opern, die in italienischer Sprache auf geführt wer­den, bringen die Salzburger F e st s p i e l e zwei komische Opern italienischer Meister, die eben­falls in der Originalsprache gespielt werden: den Falstaff" von Verdi und RossinisBarbier von Sevilla". Die Vorstellung desFalstaff" wurde im wesentlichen von den gleichen Kräften getragen wie im vergangenen Jahr. Tullio Serafin hatte die musikalische Leitung. Der feinsinnige Humor und mitreißende Schwung der Musik wurden von den Wiener Philharmonikern und einem spiel­freudigen Ensemble vorzüglich wiedergegeben. In Der Inszenierung Guido Salvinis, die durch die Bilder R. K a u t s k y s einen stilvollen Rahmen erhielt, bewährte Mariano Stabile in der Titel­rolle seine vornehm gestaltende Charakterkunst, die sich gesanglich auf einen beweglichen und ausdrucks­vollen Bariton stützte. Gesanglichen Glanz, schau­spielerische Erfahrung und sichere Ensemblekunst zeichneten das Quartett derLustigen Weiber" aus, das von Franca S o m i g l i, Angelica C r a o - cenco, Mita Safari und Augusta Oltra­be l l a verkörpert wurde. Begeisterter Beifall rief den Dirigenten und die Solisten vor den Vorhang.

Lange hielt auch der Jubel an, der das Fest­spielhaus nach der Neunten Symphonie